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Mordfall Charlotte Böhringer

30.079 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, München, 2006 ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Charlotte Böhringer

Mordfall Charlotte Böhringer

10.03.2026 um 17:53
https://www.zdf.de/play/dokus/zdfinfo-taeterjagd-in-deutschland--100/zdfinfo-taeterjagd-in-deutschland-der-parkhausmord-100?at_medium=StreamingGuide&at_campaign=FERNSEHSERIENde
ab 1:25:58
Sprecher: Laut den Beamten wartete Benedikt T. mit Handschuhen und einem scharfkantigen Gegenstand vor der Wohnung seiner Tante darauf, dass sie ihre Wohnung verlassen würde.
Sachlich richtig, so steht's im Urteil.

Zwar bezieht sich BT sogar auf das Gericht, bastelt sich aber dann folgende Vermummungsdramatik hinzu:
BT: Nach der Theorie des Gerichtes warte ich dort mit einem Schlagwerkzeug, vermummt, und weiß nicht genau, wann meine Tante rauskommt, für eine unbestimmte Zeit. Schaun sie, Entschuldigung, ei, ei, ei, ei, spontan, jetzt, nicht für sie erkennbar, eine Familie tritt jetzt aus dem Aufzug heraus, und sieht mich dann potenziell,
... aber nur durch die schmale Glasscheibe in der Tür, um es zu ergänzen.

Und so scheint der ganze Podcast gestrickt zu sein, da reiht sich eine Verfälschung an die andere und nichts wird hinterfragt, hat ja schließlich BT gesagt, dann muss das doch stimmen.


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10.03.2026 um 18:42
Zitat von 1cast1cast schrieb:BT bei etwa 1h26 im Video.
Zitat von emzemz schrieb:Zwar bezieht sich BT sogar auf das Gericht, bastelt sich aber dann folgende Vermummungsdramatik hinzu:
Vielen Dank für die Recherche! Dabei hätte ich ja darauf kommen können, dass das Gericht nicht wissen konnte, ob der Täter vermummt war. Entsprechende Spuren (im Gegensatz zu den Handschuhen) konnte es ja nicht geben. Keine Zeugen, keine Videoaufnahmen.

Aber: Der Täter könnte es wissen. Offenbart Herr Toth hier etwa Täterwissen? ;)

Ansonsten halte ich es auch bei 10 Minuten Fußweg zum Stammtisch für sehr realistisch, dass der Täter bereit gewesen sein muss, mindestens 10 oder 15 Minuten in Lauerstellung zu warten, wenn er das Opfer sicher abpassen wollte. Wahrscheinlich länger, weil Frau Böhringer eben nicht auf die Minute genau ihre Wohnung verlassen haben muss.
Zitat von emzemz schrieb:Und so scheint der ganze Podcast gestrickt zu sein, da reiht sich eine Verfälschung an die andere und nichts wird hinterfragt, hat ja schließlich BT gesagt, dann muss das doch stimmen.
Das ist ein Problem - wie häufig bei solchen Dokumentationen aus Sicht des angeblich Unschuldigen. Die Hauptrolle nehmen die ein, denen schreckliches Unrecht widerfahren sein soll. Nicht der Staat. Allerdings gibt es auch Dokureihen im ZDF wie "Ermittler", bei denen Fälle aus Sicht der Strafverfolgungsbehörden geschildert werden. Ich finde diese Reihe ganz gut, bin auch immer wieder über die Ermittler erstaunt, auf welch hohem professionellem Niveau und wie reflektiert und empathisch sie auftreten. Das sind ja keine Medienprofis.


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15.03.2026 um 13:05
Man kann den mittlerweile haftentlassenen und für den Mord Verurteilten Neffen im Nachtcafe zum Thema „auf der Suche nach der Wahrheit“ sehen. In der ARD Mediathek abrufbar: https://www.ardmediathek.de/video/nachtcafe/auf-der-suche-nach-der-wahrheit/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIyOTUxODg


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15.03.2026 um 14:13
Zitat von Patrizia1964Patrizia1964 schrieb:Nachtcafe zum Thema „auf der Suche nach der Wahrheit“ sehen. In der ARD Mediathek abrufbar:
V. a. auf S. 1.450 bis 1.452 kann man Kommentare anderer UserInnen zu BTs Auftritt in der Sendung lesen. (Nur zur Info)


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15.03.2026 um 21:49
Zitat von emzemz schrieb am 09.03.2026:Oh bitte nein, das ist derartig billig, ich fasse es nicht.

Es geht um die Zeitungen.

Bei ca. 1:11:10 Beginnt Dr. Arnemann zu sprechen und BT endet mit:
"Die Zeitungen, die bei mir gefunden wurden, die haben gefehlt, bei uns aus dem Ständer"

Kennen die ihr Urteil nicht? Wollen die alle Zeugen der Falschaussage bezichtigen, oder halten die die Zuschauer für komplett bescheuert?
Derartige dummdreiste Lügen, schämen die sich nicht?
Ich hatte mir schon vor langer Zeit mal die Mühe gemacht und eingestellt, was das Gericht im Urteil zu den Zeitungen ausgeführt hat.
Was BT in einem Satz zusammenfasst, dazu führt das Gericht im Urteil aus:
(1.)
Der Tankstellenangestellte P. führte glaubhaft aus, er habe am 16.05.06 um 07.00 Uhr mit der Arbeit begonnen und eine Tüte mit drei Zeitungen für das Opfer gepackt. In der letzten Zeit vor dem Tod des Opfers sei es üblich gewesen, dass Frau Böhringer die Bildzeitung, die Abendzeitung und die Süddeutsche Zeitung erhalten habe. Die Bildzeitung und die Abendzeitung habe er auf die Rechnungsnummer des Opfers im Kassensystem verbucht. Für die Süddeutsche Zeitung sei dies allerdings unterblieben, da diese Zeitung von Frau Böhringer ohne (S. 130) Bezahlung und damit ohne Einbuchung gelesen und dann wieder in den Shop zur Rückleitung an den Pressegrossisten zurückgebracht worden sei. Die Tüte mit den Zeitungen habe dann sein Kollege T.S. etwa gegen 08.00 Uhr hinauf zur Wohnungstüre des Opfers gebracht.
(iii.)
Die Ausführungen des Zeugen M.T. widersprechen diesen Feststellungen nicht. M.T. gab an, dem Opfer seien immer nur 2 Zeitungen geliefert worden. M.T. war aber in der Zeit vor der Tat regelmässig nur im Nachtdienst tätig. Er hatte daher mit der Belieferung seiner Tante mit Zeitungen in der Regel nichts zu tun. Es ist daher naheliegend, dass er über die aktuellen Zeitungsbezugsgewohnheiten seiner Tante gar nicht informiert war.
(v.)
Die Möglichkeit, dass der Angeklagte die Zeitungen im Tankstellenshop ohne Bezahlung quasi „ausgeliehen“ hatte und sie wieder zurückgebracht hätte, kann aufgrund einer Gesamtschau der nachfolgend dargestellten Umstände ebenfalls als fern liegend ausgeschlossen werden.
(1.)
Gegen diese Möglichkeit spricht der Umstand, dass der Angeklagten den für die Kasse und die Abrechnung verantwortlichen Kassierer, nämlich den Zeugen P. über eine derartige Ausleihe nicht informiert hat. Der Zeuge P. gab in diesem Zusammenhang glaubhaft an, es sei in der Tankstelle schon so gehandhabt worden, dass Angestellte sich eine Zeitung ohne Bezahlung „ausgeliehen“ haben und diese dann am nächsten Tag in den Rücklauf gegeben haben. Auch der Angeklagte habe sich auf diese Weise Zeitungen zum Lesen verschafft. Allerdings habe ihm der Angeklagte immer darüber informiert, wenn er sich Zeitungen genommen habe. Dies sei am 16.05.06 – dem Auffindetag des Opfers – definitiv nicht der Fall gewesen.
(2.)
Gegen diese Möglichkeit spricht auch der Umstand, dass sich der Angeklagte genau die Anzahl von Zeitungen – nämlich drei – und dann auch noch genau die Kombination von Zeitungen – nämlich Bildzeitung, Abendzeitung und Süddeutsche Zeitung – „ausgeliehen“ haben sollte, die auch die Tante an diesem Tag bekommen hatte.
(3.)
Die objektive Spurenlage in der Wohnung des Angeklagten nach seiner Festnahme, also zwei Tage nach dem Verschwinden der Zeitungen von der Wohnungstür des Opfers, spricht ebenfalls gegen eine derartige „Zeitungsleihe“ aus dem Tankstellenshop. Die Bildzeitung, die AZ und die SZ vom 16.05.06 waren nämlich bei der Durchsuchung der Wohnung des Angeklagten am 18.05.06 abends, also zwei Tage später, immer noch nicht zurückgegeben, sondern befanden sich in der Wohnung des Angeklagten in einer Abstellkammer und dort in einem Korb mit ausschliesslich Altpapier, das zur Entsorgung bereits gestellt war. Das ist weder in zeitlicher – 2 Tage später – noch in örtlicher Hinsicht – im Altpapierkorb – ein Umgang mit Zeitungen, die man sich nur geliehen hat und die man wieder an den Pressegrosshandel zurückgeben muss. Zwar ist sich die Kammer bewusst, dass es nach Auffinden des Opfers im Haushalt des Angeklagten möglicherweise andere Prioritäten gegeben hat und ein Zurückbringen der Zeitungen deshalb unterblieb. Dann bleibt als Auffälligkeit jedoch immer noch die Feststellung, dass zumindest zwei Zeitungen (AZ und Bild) einen benutzten Eindruck machten und daher nicht so behandelt wurden, dass sie für den Rücklauf zum Grossisten geeignet waren. (S. 138)



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Mordfall Charlotte Böhringer

16.03.2026 um 15:15
Obwohl ich mich schon frage, warum BT die Zeitung nicht einfach weggeschmissen hat.


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Mordfall Charlotte Böhringer

16.03.2026 um 15:58
@1cast
Ja das ist ne frage die kann dir keiner beantworten. Warum zb hat er die 500Euro Scheine beim Verhör der Polizei bei sich gehabt und sie nicht irgendwo versteckt?
Gibt mehrere Möglichkeiten.
Weil er so größenwahnsinnig war, das er nicht in Verdacht gerät?
Weil er nicht daran gedacht hat diese Zeitungen besser zu entsorgen?
Weil er meinte er wäre schlauer als die Kripo.
Such dir was aus gibt bestimmt noch mehr Grünede warum er das oder dieses nicht gemacht hat.


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16.03.2026 um 16:06
Zitat von 1cast1cast schrieb:Obwohl ich mich schon frage, warum BT die Zeitung nicht einfach weggeschmissen hat.
Das hätte schon gepasst, wären da nicht die Stadtteil-Beilagen gewesen.
Beim Entsorgen in einem Mülleimer oder in der Isar, da hätte er beobachtet werden können.


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16.03.2026 um 18:25
Zitat von quaerere1quaerere1 schrieb:@1cast
Ja das ist ne frage die kann dir keiner beantworten. Warum zb hat er die 500Euro Scheine beim Verhör der Polizei bei sich gehabt und sie nicht irgendwo versteckt?
Gibt mehrere Möglichkeiten.
Weil er so größenwahnsinnig war, das er nicht in Verdacht gerät?
Weil er nicht daran gedacht hat diese Zeitungen besser zu entsorgen?
Weil er meinte er wäre schlauer als die Kripo.
Such dir was aus gibt bestimmt noch mehr Grünede warum er das oder dieses nicht gemacht hat.
Ja, er war halt auch einfach nicht das kriminelle Mastermind, das er wohl gerne gewesen wäre. Sonst hätte er sich womöglich auch eine bessere Geschichte für den Tattag / zur Entsorgung der Tatwaffe zurechtgelegt als die ominöse Augsburg-Besuchsfahrt. Man kann es drehen und wenden wie man will (und in diesem Fall wurde ja jede Kleinigkeit nun wahrlich dutzendfach gewendet): die mit großem Abstand sinnvollste und lebensnahste Erklärung für Zeitungen, Geldscheine, Augsburg-Fahrt etc. ist nun einmal jeweils die Täterschaft BTs. Umso ärgerlicher, dass er medial so oft ohne großen Widerspruch oder eine konfrontative Gegenrede seine viel abwegigeren Alternativerklärungen und Halbwahrheiten zu diesen Beweisanzeichen verbreiten durfte.


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16.03.2026 um 18:30
@RitterTrenk
Hast du vollkommen recht und das macht er ja heute noch so.
Garkeine Frage das er sich als Mastermind sah und die Kripo in die Tasche steckt, denk ich auch. Genauso das er beim ersten mal den geschickten Anwalt wieder nach Hause geschickt hat. Ist genauso nicht erklärbar, als das er sich überschätzt hat


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16.03.2026 um 18:48
Zitat von emzemz schrieb:Beim Entsorgen in einem Mülleimer oder in der Isar, da hätte er beobachtet werden können.
Er hätte sie mit nach Augsburg nehmen und mit der Tatwaffe entsorgen können. Offenbar hätte man die Zeitungen dann nicht gefunden, da ja die Tatwaffe (und ggf. blutbefleckte Kleidung) auch nie gefunden wurde.
Zitat von quaerere1quaerere1 schrieb:Ist genauso nicht erklärbar, als das er sich überschätzt hat
Es spricht sehr viel für Selbstüberschätzung. Er hat ja nicht nur alle mit dem Jura-Studium belogen, er hat sogar noch zusätzlich behauptet, eine Promotionsstelle in Aussicht zu haben (*) und einen Job in einer Finanzberatung.

(*) Es wundert allerdings schon, dass ihm das Umfeld diese Lüge abgekauft hat. Ich meine, dass er behauptet hat, das 1. Staatsexamen mit ca. 6 Punkten bestanden zu haben. Juristen in meinem Freundeskreis haben mir gesagt, dass man damit eher keine Promotionsstelle angeboten bekommt. Daher hätte ich erwartet, dass zumindest der Anwalt, den er angeblich in Augsburg besuchen wollte, skeptisch hätte sein müssen.


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16.03.2026 um 21:26
Zitat von RitterTrenkRitterTrenk schrieb:Ja, er war halt auch einfach nicht das kriminelle Mastermind, das er wohl gerne gewesen wäre.
Sicher nicht. In der Doku schätzt ihn auch jemand eher wohlwollend als Leichtgewicht ein. In Bayern gibt es dafür den Begriff "Springginkerl". Nicht jemand, der überlegt plant, der die Folgen seiner Schritte abwägt.

Für mich spricht deshalb viel dafür, dass die Tat nicht von langer Hand geplant, sondern eher spontan, evtl. im Affekt, ausgeführt hat. Was nicht heißt, dass sich der Druck nicht schon über einen längeren Zeitraum aufgebaut hat: Der drohende Einsturz seiner Lebenslüge. Und dafür hatte er sicher keinen Plan.
Zitat von kegelschnittkegelschnitt schrieb:Es spricht sehr viel für Selbstüberschätzung. Er hat ja nicht nur alle mit dem Jura-Studium belogen, er hat sogar noch zusätzlich behauptet, eine Promotionsstelle in Aussicht zu haben (*) und einen Job in einer Finanzberatung.
Und er habe mit dem Referendariat begonnen. In Bayern waren damals 6 Punkte gar nicht mal so schlecht, eher überdurchschnittlich. Die Zulassung zur Promotion kann je nach Promotionsordnung mit einem Fakultätsratsbeschluss erfolgen, wenn der zukünftige Doktorvater ein gutes Wort einlegt und der Promovend z.B. wissenschaftliche Veröffentlichungen oder andere besondere Leistungen vorweisen kann.
Zitat von emzemz schrieb:Ich hatte mir schon vor langer Zeit mal die Mühe gemacht und eingestellt, was das Gericht im Urteil zu den Zeitungen ausgeführt hat. Was BT in einem Satz zusammenfasst, dazu führt das Gericht im Urteil aus:
Vielen Dank! Die Zeitungen waren ein sehr wichtiges Indiz für das Gericht, weil es eben kein Zufall sein konnte, dass sie genau in der Zusammenstellung bei der Tante an der Türe hängen sollten, aber nicht hingen und stattdessen bei ihm gefunden worden waren. Das ist ähnlich wie mit den dicken Geldscheinen ein Umstand, der sich mit "unschuldig" so gar nicht vereinbaren lässt.


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Mordfall Charlotte Böhringer

16.03.2026 um 22:13
In der Doku Täterjagd in Deutschland ,spricht nun B.Toth von dem Geld, dass man bei ihm Gefunden hat ,von ein Teil Geschäfts Geld u eben der Teil Geschenk am Sonntag .Kein Wort mehr ,ein Teil beim Sportwetten gewonnen .Bin bereits jetzt auf weitere Dokus gespannt ,er kann sich ja heute an soviel erinnern ,,nur 48Std nach diesem Montag ,also Vernehmung am Mittwoch ,weiss BT nicht mehr ,wo er am Montag als seine Verlobte die Wohnung verlassen hat,wo er dann am Nahegelegenen Kiosk noch eine Zeitung gekauft haben will.


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16.03.2026 um 23:13
Es war vielleicht einfach so, dass er nicht mit einer Durchsuchung seines Geldbeutels gerechnet hat.
Und dass er die Zeitungen in seinem Altpapier zuhause gut aufgehoben fand.
Hinterher ist man immer schlauer aber vielleicht war es so banal. Und wenn ihm zum Beispiel die Markierung auf der Zeitung als Stadtteilausgabe nicht bekannt oder in der ganzen extremen Aufregung nicht bewusst war?
Diese Ausnahmesituation lässt einen eben auch Fehler machen….


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16.03.2026 um 23:35
Zitat von JimRockfordJimRockford schrieb:Es war vielleicht einfach so, dass er nicht mit einer Durchsuchung seines Geldbeutels gerechnet hat.
Und dass er die Zeitungen in seinem Altpapier zuhause gut aufgehoben fand.
Hinterher ist man immer schlauer aber vielleicht war es so banal. Und wenn ihm zum Beispiel die Markierung auf der Zeitung als Stadtteilausgabe nicht bekannt oder in der ganzen extremen Aufregung nicht bewusst war?
Diese Ausnahmesituation lässt einen eben auch Fehler machen….
Das glaube ich auch. Insofern ist es gar nicht soo blöd und leichtsinnig. Sein Ziel wird es gewesen sein zumindest nicht dringend Tatverdächtig zu werden. Ihm wird klar gewesen sein, sollte er in den Genuss einer Hausdurchsuchung oder einer körperlichen Durchsuchung kommen, bedeutet das auch, dass die Sache in die Luft fliegt. Man hofft, dass es nie soweit kommt.


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16.03.2026 um 23:56
Ich denke, dass er sich eben NICHT bewusst war, welche Gefahr von den Zeitungen in seinem Altpapier ausging, denn sonst hätte er sie nicht in seine Wohnung mitgenommen..
Also zum Beispiel wenn ihm die Markierung bewusst gewesen wäre.
Er wäre übrigens nicht der erste Verkäufer von Zeitungen, der sich da nicht auskennt, kann ich aus eigener Erfahrung sagen.
Ich denke, er war total durch den Wind was die Augsburgfahrt angeht, incl Geldwechsel.
Das war ja dann für ihn auch nur schwer erklärbar warum er die Fahrt angetreten hat, er wusste ja das Ziel garnicht.
Das war ja alles völlig wirr.
Aber er hat schon auch einen Hang dazu, dass er schlauer als andere ist.


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Mordfall Charlotte Böhringer

16.03.2026 um 23:59
Zitat von 1cast1cast schrieb:Obwohl ich mich schon frage, warum BT die Zeitung nicht einfach weggeschmissen hat.
Klar wär das schlauer gewesen, aber es wird sein erster Mord gewesen sein. Ich fände es eher überraschend, wenn er da keine Fehler begangen hätte. In so einer Situation völlig klar zu denken und alles richtig zu machen, stelle ich mir sehr schwer vor.

Vielleicht ist er auch davon ausgegangen, dass er gar nicht in Verdacht gerät.


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Mordfall Charlotte Böhringer

17.03.2026 um 00:17
Ich habe mich in meiner beruflichen Laufbahn oft mit Tätern unterhalten und oft gehört, dass sie sich im Nachhinein über ihre Fehler geärgert haben, weshalb sie erwischt wurden.
Die Füße stillzuhalten ist ihnen oft schwergefallen und sie haben in unnötigen Aktionen direkt nach der Tat Fehler gemacht.
Dass B diese Augsburg-Fahrt gemacht hat war so eine Aktion., finde ich.
Aber man ist da in so einer inneren Aufruhr und kann eben nicht Ruhe geben sondern muss aktiv werden weil man meint, man muss das Geschehen kontrollieren. Dabei macht man sich noch verdächtiger weil man noch mehr erklären muss.
Das betrifft auch Aussagen ohne Anwalt wie bei B.


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Mordfall Charlotte Böhringer

17.03.2026 um 07:11
Zitat von SmooverSmoover schrieb:Ich fände es eher überraschend, wenn er da keine Fehler begangen hätte. In so einer Situation völlig klar zu denken und alles richtig zu machen, stelle ich mir sehr schwer vor.
Gerade nachdem man so ein "Massaker" (O-Ton Bence T.) angerichtet hat. Die Übertötung spricht ja für ein hoch emotionales Geschehen, nach dem der Täter mit Adrenalin bis in die Haarspitzen vollgepumpt ist.

Da ist es für einen "Anfänger" schwer, die Kontrolle über sich und über die Geschehnisse zu behalten. T. war nicht der abgebrühte Killer, der nach reiflicher Abwägung eiskalt tötete, auch wenn man das auf Grund seines jahrelangen Lügengebäudes annehmen könnte. Aber das sind zwei unterschiedliche Dinge: Lügen und brutal töten. So passt das wenig rational erklärbare Nachtatverhalten ziemlich gut ins Gesamtbild.


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17.03.2026 um 19:39
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Und er habe mit dem Referendariat begonnen. In Bayern waren damals 6 Punkte gar nicht mal so schlecht, eher überdurchschnittlich. Die Zulassung zur Promotion kann je nach Promotionsordnung mit einem Fakultätsratsbeschluss erfolgen, wenn der zukünftige Doktorvater ein gutes Wort einlegt und der Promovend z.B. wissenschaftliche Veröffentlichungen oder andere besondere Leistungen vorweisen kann.

Es hilft nur eine Statistik:

https://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/7769-07-Berichtsteil.pdf?__blob=publicationFile&v=1
Auf Seite 77 findet sich die Statistik für 2005 für alle Bundesländer. In Bayern sah es wie folgt aus:

sehr gut: 0.5%
gut: 4.8%
vollbefriedigend: 18.5%
befriedigend: 36.0%
ausreichend: 40.2%

6 Punkte sind "ausreichend" (so wie seine Zwischenprüfung in Theaterwissenschaften). Damit war man 2005 unterhalb des Medians.

Theoretisch kann ein Jura-Prof vielleicht so einen Absolventen an seinem Lehrstuhl beschäftigen. Praktisch dürfte das sehr selten vorkommen.


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