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Mordfall Charlotte Böhringer

30.079 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, München, 2006 ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Charlotte Böhringer

Mordfall Charlotte Böhringer

18.03.2026 um 13:04
Zitat von emzemz schrieb:Das hätte schon gepasst, wären da nicht die Stadtteil-Beilagen gewesen.
Beim Entsorgen in einem Mülleimer oder in der Isar, da hätte er beobachtet werden können.
Zitat von JimRockfordJimRockford schrieb:Es war vielleicht einfach so, dass er nicht mit einer Durchsuchung seines Geldbeutels gerechnet hat.
Und dass er die Zeitungen in seinem Altpapier zuhause gut aufgehoben fand.
Hinterher ist man immer schlauer aber vielleicht war es so banal. Und wenn ihm zum Beispiel die Markierung auf der Zeitung als Stadtteilausgabe nicht bekannt oder in der ganzen extremen Aufregung nicht bewusst war?
Diese Ausnahmesituation lässt einen eben auch Fehler machen….
Zitat von JimRockfordJimRockford schrieb:Ich denke, dass er sich eben NICHT bewusst war, welche Gefahr von den Zeitungen in seinem Altpapier ausging, denn sonst hätte er sie nicht in seine Wohnung mitgenommen..
Also zum Beispiel wenn ihm die Markierung bewusst gewesen wäre.
Er wäre übrigens nicht der erste Verkäufer von Zeitungen, der sich da nicht auskennt, kann ich aus eigener Erfahrung sagen.
Sein Problem war nicht, dass er kein Mastermind war/ist, sondern dass er sich für eins gehalten hat. Der Mastermind-Schachzug war in seinen Augen, die Zeitungen von der Tür mitzunehmen, damit alle davon ausgehen, die Tante habe sie reingeholt, es sei also alles in Ordnung mit ihr, auch wenn sie nicht persönlich gesichtet wurde. Dadurch dachte er, er könne die Entdeckung der Tat verzögern und wahrscheinlich auch den angenommenen Tatzeitpunkt auf später als sie tatsächlich stattgefunden hat, verlegen.
Das hätte ihm a) einen zeitlichen Vorsprung verschaft und b) dafür gesorgt, dass er wahrscheinlich ein Alibi hat bzw. die Tatsache, wenn seine Anwesenheit zum Tatzeitpunkt im Parkhaus bemerkt worden wäre, das nicht verfänglich für ihn gewesen wäre.

Mastermind BT hat also den Mastermind-Schachzug "Zeitungen von der Tür entfernen" ausgebrütet, sie selbst für den tollen Tatplan, bei dem selbst an so eine Kleinigkeit gedacht wird, auf die Schulter geklopft und weil er die Idee so genial fand nicht für 3 Cent weiter gedacht.
Das mit den Stadtteilausgaben hatte er sicher nicht auf dem Schirm, insofern wären die Zeitungen in seinen Augen, wenn sie denn bei ihm gefunden würden, völlig unverfänglich. Die hätte er an jedem beliebigen Kiosk in München und Umgebung gekauft haben könnten.
Zitat von SmooverSmoover schrieb:Vielleicht ist er auch davon ausgegangen, dass er gar nicht in Verdacht gerät.
Und das kommt eben noch dazu. Er dachte, dass er nicht in Verdacht gerät und insofern bestand keine Eile, die Zeitungen schnell zu entsorgen. Hätte völlig gereicht, wenn sie mit der nächsten Altpapiertonnenentleerung aus seinem Bereich verschwunden wären.
Zitat von JimRockfordJimRockford schrieb:Das betrifft auch Aussagen ohne Anwalt wie bei B.
Das war glaube ich auch wieder eine seiner "Mastermind-Ideen". Er dachte, dass wenn er nach einem Anwalt verlangt oder den angebotenen angenommen würde, würde er sich verdächtig machten. Die Strategie bestand darin, einfach mal frei von der Leber weg zu labern, bloß keine Nervosität oder Angst vor der Polizei/der Vernehmung zeigen, und ganz souverän und cool zu wirken. Auch da hat er sich einfach völlig überschätzt und sich um Kopf und Kragen gesabbelt.
Er agiert doch heute noch so, denkt, wenn er etwas sagt, dass es automatisch jeder Zuhörer als wahr hinnimmt. Hat auch null Gefühl dafür, wie er auf andere Menschen wirkt. Ich erinner mich mit Grausen an dieses Gesabbel, was für ein toller Asketiker er im Knast sei, wie er sich mit einem Tauchsieder auf der Zelle gesunde Nahrung zubereitet und daran arbeitet Körper und Geist fit zu halten, während, die Mithäftlinge sich alle gehen lassen, sich sinnlos fettfressen und in gesitiger Verblödung versinken, wenn sie nicht eh schon bei der Inhaftierung allzu blöde waren. Er denkt da einfach, dass alle Leute, die das hören, denken: "Wow, was für ein dufter Typ!" Tatsächlich denkt man aber doch nur:"Wow, was für ein überhebliches, selbstverliebtes A...!"


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Mordfall Charlotte Böhringer

18.03.2026 um 13:31
Zitat von kegelschnittkegelschnitt schrieb:6 Punkte sind "ausreichend" (so wie seine Zwischenprüfung in Theaterwissenschaften). Damit war man 2005 unterhalb des Medians.
Das kannst Du nicht vergleichen. Die Noten im Ersten juristischen Staatsexamen sind weitaus schlechter als im Fach Theaterwissenschaften. Deine von Dir genannten Zahlen berücksichtigen nicht die Noten, die schlechter als "ausreichend" waren, also die, die nicht bestanden haben (0 bis 3 Punkte).

Ich kann nur aus der Praxis berichten, in der in Bayern 6 Punkte ein respektables Ergebnis waren. Die meisten Promotionsordnungen sehen Promotionsmöglichkeiten ab "befriedigend" vor, sprich ab 6,5 oder 7,00 Punkten.

Die Promotionsordnung der LMU München verlangt zwar mindestens 9 Punkte, vermutlich um die hiesigen G'schaftl'huber abzuwimmeln, aber die Promotionsordnung der Juristischen Fakultät der Universität Regensburg erteil großzügig Dispens (§ 6):

https://www.uni-regensburg.de/assets/rechtswissenschaft/fakultaet/promotionsordnung-fakultaet-rechtswissenschaft.pdf

Nachdem Bence T. den Abschluss nicht gemacht hat und er exmatrikuliert war, hätte er seiner Umgebung theoretisch auch andrehen können, er hätte 9 oder 12 Punkte gehabt. Nur wäre seinen examinierten Freunden dann sicher die mangelnde Kenntnis für so einen Abschluss aufgefallen. Also blieb er "bescheiden", zumal der Tante hauptsächlich der Abschluss eine Herzensangelegenheit war.

Die Hybris hat aber durch den erfolgreichen Fake-Abschluss so zugenommen, dass er sich mit Promotion und Vermögensverwaltung und Referendariat (das schafft kein Mensch) übernommen hat. Die Bruchlandung war nur noch eine Frage der Zeit.


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18.03.2026 um 16:11
Was mir auch aufgefallen ist, Bence hat ja angeblich wegen der Tante gelogen , dass er das Juastudium fortgesetzt hat und zum Todeszeitpunkt der Tante kurz vor dem Abschluß stand und schon weitere Zusagen hatte.
Was mir nicht in den Kopf will ist, warum hat er sein Umfeld also Freunde und Familie dann weiter angelogen und nicht auch bei ihnen reinen Tisch gemacht hat, wenn die Tante angeblich gewusst hat, das er das Studium abgebrochen hat? Ist doch unlogisch, für mich.
Was ich glaube ist , das die Tante einen starken Verdacht hatte, das er log, vielleicht auch von dritter Seite gesagt bekommen hat , das er nicht mehr studierte und deshalb sehr sauer war.
War es nicht so das sie Wochen vor ihrem Tod , noch jemand angestellt hat, der den alten Geschäftsführer unterstützte und dessen Defizite ausgleichte und so ganz gut aufgestellt war?
Das sie Bence den Schlüssel vom Büro abgenommen hat und er auch so im geschäftlichen Bereich nichts mehr zu sagen hatte und die beiden einen heftigen Streit in der Garage hatten, wo es angeblich um Reifen ging und er deshalb ein paar Tage nicht dort war. Der Streit soll ja recht heftig gewesen sein.
Ich jedenfalls denke , das ihm da bewusst wurde , das ihm die Felle wegschwimmen und er dort nicht gebraucht witrd , die Tante am längeren Hebel sitzt und er mit leeren Händen auch vor der Freundin und den Freunden steht.
Das ist meine Überlegung


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18.03.2026 um 19:32
@Grillage
Danke für die obige Beschreibung. Der überführte und verurteilte Mörder BT musste sich zwomal bescheinigen lassen, dass er ein schlechter Schauspieler ist. Zuletzt halt von der Justiz. Er erinnert mich mit seiner Realitätsleugnung irgendwie an den Schwarzen Ritter aus "Die Ritter der Kokosnuß". Die Arme und Beine bereits abgetrennt, aber behaupten "Es ist doch nur ein Kratzer".


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18.03.2026 um 19:48
@Grillage

Was diese Überheblichkeit anbelangt, die er anderen gegenüber an den Tag legt, da frage ich mich schon, wie er die mit seinem derzeitigen Job im Kassenhäuschen eines Parkhauses in Einklang bringt. Es ist doch wirklich erbärmlich, es mit über 50 beruflich noch nicht weitergebracht zu haben.


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18.03.2026 um 20:36
Zitat von quaerere1quaerere1 schrieb:Was mir nicht in den Kopf will ist, warum hat er sein Umfeld also Freunde und Familie dann weiter angelogen und nicht auch bei ihnen reinen Tisch gemacht hat, wenn die Tante angeblich gewusst hat, das er das Studium abgebrochen hat? Ist doch unlogisch, für mich.
Nun, dieses Verhalten halte ich für vollkommen rational. Wenn es die Familie weiß, dann ist die Gefahr groß, dass sich jemand der Tante gegenüber mal verplappert. Das gleiche gilt für die Freunde. Wenn es die Freunde wissen, weiß es irgendwann die Familie und dann wird es mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch die Tante erfahren. Wahrscheinlich werden es ähnlich sich die Freunde erklärt und daher weiter zu ihm gehalten haben. Hier steckte wahrscheinlich eine Für- und Wider-Entscheidung dahinter.


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18.03.2026 um 22:02
Ich denke, das ist ein Missverständnis. Die Erzählung Toth war ja, die Tante weiß am Ende doch Bescheid über den Abbruch. Dann kann man natürlich hinterfragen, warum es der enge Kreis (trotzdem) nicht wusste bzw dann nicht gewusst haben soll, dass es die Tante wusste.

Was auch zu berücksichtigen ist: Toth hielt sich ja auch für einen (wahrscheinlich sehr guten) Schauspieler, was für mich plausibel macht, dass er zu einer realitätsbezogenen Einordnung seiner Situation im Verhör pp nicht in der Lage war. Er dachte, bis es zu spät war, er hat alles im Griff (Geldscheine, Zeitungen). Tatsächlich hatte T. eben doch eine ansehnlich dicke Spur zu sich gelegt und ein Bilderbuchmotivbündel gehabt.

Beeindruckend ist allein, dass er es entgegen der Faktenlage geschafft hat, nicht nur seine Freunde, sondern auch "einflussreiche" Dritte für sich einzunehmen.


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18.03.2026 um 22:21
Zitat von GrillageGrillage schrieb:
Zitat von JimRockfordJimRockford schrieb:Das betrifft auch Aussagen ohne Anwalt wie bei B.
Das war glaube ich auch wieder eine seiner "Mastermind-Ideen". Er dachte, dass wenn er nach einem Anwalt verlangt oder den angebotenen angenommen würde, würde er sich verdächtig machten. Die Strategie bestand darin, einfach mal frei von der Leber weg zu labern, bloß keine Nervosität oder Angst vor der Polizei/der Vernehmung zeigen, und ganz souverän und cool zu wirken. Auch da hat er sich einfach völlig überschätzt und sich um Kopf und Kragen gesabbelt.
Das zeigt wieder mal, wie wichtig es ist, in dieser Situation keine Aussage zu machen.
Wenn man ihm diese Augsburgfahrt incl dem Kauf mit dem 500 Euro Schein nicht anderweitig nachweisen hätte können, hätte EIN Teil der Indizienkette gefehlt. Dann vielleicht noch die Zeitungen besser entsorgt und schon hätte wesentliches für eine Anklage gefehlt.
Aber er hat ja wahrscheinlich noch mehr ausgeplaudert bzw. sich durch sein Verhalten verdächtig gemacht.

Einfach Klappe halten und mit einem Anwalt an der Seite fühlt man sich auch sicherer.
Aber ich bin ja froh, dass er sich anders entschieden hat. Nicht auszudenken, wenn es bei einem ewigen Tatverdachtt ohne Anklage geblieben wäre.


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19.03.2026 um 06:05
Zitat von emzemz schrieb:Das hätte schon gepasst, wären da nicht die Stadtteil-Beilagen gewesen.
Beim Entsorgen in einem Mülleimer oder in der Isar, da hätte er beobachtet werden können.
Theoretisch ja, aber wem fällt ein Typ auf, der ein paar alte Zeitungen in einen Mülleimer wirft? Das ist doch was ganz alltägliches.
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Sein Problem war nicht, dass er kein Mastermind war/ist, sondern dass er sich für eins gehalten hat. Der Mastermind-Schachzug war in seinen Augen, die Zeitungen von der Tür mitzunehmen, damit alle davon ausgehen, die Tante habe sie reingeholt, es sei also alles in Ordnung mit ihr, auch wenn sie nicht persönlich gesichtet wurde. Dadurch dachte er, er könne die Entdeckung der Tat verzögern und wahrscheinlich auch den angenommenen Tatzeitpunkt auf später als sie tatsächlich stattgefunden hat, verlegen.
Das hätte ihm a) einen zeitlichen Vorsprung verschaft und b) dafür gesorgt, dass er wahrscheinlich ein Alibi hat bzw. die Tatsache, wenn seine Anwesenheit zum Tatzeitpunkt im Parkhaus bemerkt worden wäre, das nicht verfänglich für ihn gewesen wäre.
Aber hätte das nicht nur dann Sinn gemacht, wenn er die Zeitungen in der Wohnung des Opfers abgelegt hätte? Weil da müssten sie ja sein, wenn CB sie noch lebend reingeholt hätte. Aber kann natürlich sein, dass er auch den Punkt nicht bedacht hat.
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Das mit den Stadtteilausgaben hatte er sicher nicht auf dem Schirm, insofern wären die Zeitungen in seinen Augen, wenn sie denn bei ihm gefunden würden, völlig unverfänglich. Die hätte er an jedem beliebigen Kiosk in München und Umgebung gekauft haben könnten.
Wobei natürlich auffällt, dass es genau die gleichen Zeitungen sind, die CB sich immer hat bringen lassen. Wahrscheinlich hat er einfach nicht mit einer Hausdurchsuchung gerechnet. So oder so wäre es aber natürlich besser gewesen, die Zeitungen anderweitig zu entsorgen.
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Und das kommt eben noch dazu. Er dachte, dass er nicht in Verdacht gerät und insofern bestand keine Eile, die Zeitungen schnell zu entsorgen. Hätte völlig gereicht, wenn sie mit der nächsten Altpapiertonnenentleerung aus seinem Bereich verschwunden wären.
Genau.
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Er dachte, dass wenn er nach einem Anwalt verlangt oder den angebotenen angenommen würde, würde er sich verdächtig machten.
Davon gehe ich auch aus. Und seine Annahme war auch nicht abwegig. Es ist nicht der Normalfall, dass völlig unbeteiligte Zeugen bei der Polizei nach einem Anwalt verlangen.
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Sein Problem war nicht, dass er kein Mastermind war/ist, sondern dass er sich für eins gehalten hat.
Absolut.
Zitat von DonKalliDonKalli schrieb:Beeindruckend ist allein, dass er es entgegen der Faktenlage geschafft hat, nicht nur seine Freunde, sondern auch "einflussreiche" Dritte für sich einzunehmen.
Ist mir auch unbegreiflich, bei so einem klaren Fall. Wie schon gesagt ist der Fall juristisch eigentlich ziemlich langweilig und trivial. Auch aus True Crime-Sicht ist er eher öde, es gibt ja nichtmal einen Ansatz für Restzweifel.
Zitat von JimRockfordJimRockford schrieb:Das zeigt wieder mal, wie wichtig es ist, in dieser Situation keine Aussage zu machen.
Machen aber die allermeisten. Das wäre schon aufgefallen, wenn ausgerechnet er als trauernder Neffe die Aussage verweigert hätte. Rein juristisch wäre es zwar schlauer gewesen, vor allem langfristig, aber er wird angenommen haben, sich schon kurzfristig aus der Sache rauswinden zu können, indem er aussagt.


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19.03.2026 um 06:40
... ich verstehe das Problem nicht. BT hat seine Strafe abgesessen und ist somit frei. Ob er auch "frei" von Moral ist, dass kann wohl nur er für sich beantworten ...


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19.03.2026 um 10:11
Zitat von SmooverSmoover schrieb:Ist mir auch unbegreiflich, bei so einem klaren Fall. Wie schon gesagt ist der Fall juristisch eigentlich ziemlich langweilig und trivial. Auch aus True Crime-Sicht ist er eher öde, es gibt ja nichtmal einen Ansatz für Restzweifel.
Wenn das so wäre, würden wir ja hier nicht 20 Jahre später noch darüber diskutieren.


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19.03.2026 um 11:20
Zitat von SmooverSmoover schrieb:Theoretisch ja, aber wem fällt ein Typ auf, der ein paar alte Zeitungen in einen Mülleimer wirft? Das ist doch was ganz alltägliches.
Wer im Englischen Garten einen Stapel aktueller Zeitungen in einen Mülleimer stopft, der fällt auf. :D

Zitat von Pusteblume82Pusteblume82 schrieb:... ich verstehe das Problem nicht. BT hat seine Strafe abgesessen und ist somit frei. Ob er auch "frei" von Moral ist, dass kann wohl nur er für sich beantworten ...
Er aber trägt das an die Öffentlichkeit und wünscht sich eine Generalabsolution.


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19.03.2026 um 13:12
Zitat von emzemz schrieb:Er aber trägt das an die Öffentlichkeit und wünscht sich eine Generalabsolution.
Für den Fall, dass er unschuldig verurteilt wurde- wäre das absolut nachvollziehbar. 17 Jahre ist eine lange Zeit.


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19.03.2026 um 13:26
Zitat von Pusteblume82Pusteblume82 schrieb:Für den Fall, dass er unschuldig verurteilt wurde- wäre das absolut nachvollziehbar. 17 Jahre ist eine lange Zeit.
Da sieht es halt so gar nicht gut aus, was den Beweis seiner Unschuld anbelangt.
Sagt doch selbst sein Anwalt Witting, er könne nicht sagen, ob BT schuldig sei, nur dass er so nicht hätte verurteilt werden dürfen.


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19.03.2026 um 13:58
Zitat von Pusteblume82Pusteblume82 schrieb:... ich verstehe das Problem nicht. BT hat seine Strafe abgesessen und ist somit frei. Ob er auch "frei" von Moral ist, dass kann wohl nur er für sich beantworten ...
Zitat von emzemz schrieb:Er aber trägt das an die Öffentlichkeit und wünscht sich eine Generalabsolution.
Schlimmer noch, er zeigt immer wieder mit seinem dreckigen Finger öffentlich auf andere, unbescholtene Personen, um einen Verdacht auf diese und von sich selbst weg zu lenken. Zuletzt auf die Zeugin, die angeblich im Porzess gelogen hat und auf den Arzt, der mit CB eng befreundet war, dessen Sohn ein Haus von ihr erben sollte, dass sie aber verkaufen wollte und der angeblich sein Alibi (eine Saunaquittung) gefälscht hat.
Und auch davor, das Opfer seiner Tat mit Dreck zu bewerfen, das sich nicht mehr wehren kann, schreckt er nichtz zurück.
Er rennt also durch die Gegend, geriert sich als "größtes Justizopfer Bayerns" und aus rücksicht auf ihn darf das niemand kommentieren? Na ja, kommentieren wohl schon, den Applaus wird stets gerne entgegengenommen, aber wer kritische Nachfragen zu seinen Stories hat, soll bitte den Mund halten?


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19.03.2026 um 16:45
Zitat von emzemz schrieb:seinem derzeitigen Job im Kassenhäuschen eines Parkhauses in Einklang bringt.
Hier ist er ab 00.42 Verwalter der BK-Tankstelle, siehe blaue Text-Einblendung.
Youtube: HVO100 Roadshow 2024/2025 – Für unsere besten BK Kunden! @MobilinDeutschlandeV
HVO100 Roadshow 2024/2025 – Für unsere besten BK Kunden! @MobilinDeutschlandeV
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Einkommen unterhalb der Pfändungsgrenze wurde im Thread schon öfters thematisiert, z. B.:
Zitat von dotsdots schrieb am 27.11.2023:
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb am 26.11.2023:Finde ich auch. Für mich ist besonders der Verweis auf den Pfändungsschutz eine reine Provokation. Und im Leben glaube ich nicht, dass er in dieser Position so wenig verdient. Das ist die offizielle Version, mehr nicht.
Das hat halt alles mal wieder so ein "Gschmäckle".
Dass das überhaupt so geht wundert mich auch.
Das man bewusst einen Job antreten darf, der bewusst unter der Pfändungsgrenze bezahlt ist Hohn und Spott.
- -
Zitat von GrillageGrillage schrieb am 16.05.2025:Es wäre also ein leichtes für die Familie, diese Prozesskosten zurückzuzahlen. BT wäre ab da schuldenfrei und er wäre auch nicht dazu gezwungen, schlecht bezahlte Jobs anzunehmen, nur um unter der Pfändungsgrenze zu bleiben.



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19.03.2026 um 17:31
Zitat von emzemz schrieb:Er aber trägt das an die Öffentlichkeit und wünscht sich eine Generalabsolution.
Wie weit er meint dazu "gezwungen" zu werden, um seinen Bekannten- und Familienkreis zu halten, das weiß man nicht. Seine gute Sozialprognose wird davon ebenfalls abhängig gewesen sein und ihn ein paar Jahre Haft erspart haben.

Er wird auf diesen Kreis angewiesen sein, andernfalls verschlechtert sich seine Situation stark. Dieser Kreis wird ihm auch das entsprechende Geld zur Verfügung stellen, was würde geschehen, wenn er es ablehnen würde?


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Mordfall Charlotte Böhringer

19.03.2026 um 20:01
Zitat von SmooverSmoover schrieb:Theoretisch ja, aber wem fällt ein Typ auf, der ein paar alte Zeitungen in einen Mülleimer wirft? Das ist doch was ganz alltägliches.
Naja es kommt wie so oft im Leben auf den Kontext an.
Vergessen wir nicht, dass es hier um Verschleierungshandlungen eines Mordes geht.
Der Täter wahrscheinlich so sehr unter Adrenalin und völlig paranoid unterwegs.
Die Gedanken kreisen "Fuck, wer hat mich möglicherweise in der Parkgarage gesehen? Habe ich Spuren hinterlassen? Ist sie tatsächlich tot, oder wacht sie Morgen im Krankenhaus auf und erzählt denen brühwarm, das ich es war? Wer hat mich auf dem dem Hin- und Rückweg gesehen"? das sind alles Fragen die für den Täter von entscheidender Bedeutung sind. Den dürfte nackte Panik erfasst haben. Ich bezweifle dass er in der Nacht nach der Tat auch nur ein einziges Auge zugetan hat.
Dann der nächste Morgen.
Es steht noch kein Sonderkommando vor der Türe um ihn abzuholen (ich versetze mich nur in die Panik des Täters, schon klar, das da nicht gleich das SEK anrückt)
Die Zeit vergeht im Schneckentempo.
Mit jedem Telefonklingeln und jedem Rumpeln im Hausflur ist es soweit..Man kommt um ihn zu holen.
Panik Panik Panik.
Die Gedanken kreisen.
Man macht vielleicht mal einen Spaziergang Richtung Parkgarage einfach nur um zu schauen, ob irgendetwas anders ist als sonst.
Keine Presse, Keine Schaulustigen...
Vielleicht ist es noch nicht zu spät.
Vielleicht kann ich irgendwie noch die Entdeckung hinauszögern um mir mehr Zeit zu verschaffen.
Die Zeitungen...Wenn die nicht mehr an der Türe hängen, dann wird man doch annehmen sie hat sie heute früh reingeholt.
Geile Idee...

Die Zeitungen nicht irgendwo mitten in München zu entsorgen macht für mich schon Sinn.
In der Ecke ist viel los.
Und man weiß halt eben doch nicht, wer einen beobachten könnte..Also doch lieber die Zeitungen ins eigene Altpapier..
Zitat von SmooverSmoover schrieb:Aber hätte das nicht nur dann Sinn gemacht, wenn er die Zeitungen in der Wohnung des Opfers abgelegt hätte? Weil da müssten sie ja sein, wenn CB sie noch lebend reingeholt hätte. Aber kann natürlich sein, dass er auch den Punkt nicht bedacht hat.
Interessanter Punkt!
Die Tat fand ja mitten im Eingangsbereich der Wohnung statt.
Vielleicht wollte er den Tatort nicht betreten, aus Angst Spuren zu hinterlassen oder er hatte schlicht Angst, mit der Leiche von CB konfrontiert zu sein. BT ist kein Psychopath, der aus der reinen Lust am Töten gemordet hat. Ich sehe den Mord eher als Mittel zum Zweck.
Zitat von JimRockfordJimRockford schrieb:Ich habe mich in meiner beruflichen Laufbahn oft mit Tätern unterhalten und oft gehört, dass sie sich im Nachhinein über ihre Fehler geärgert haben, weshalb sie erwischt wurden.
Die Füße stillzuhalten ist ihnen oft schwergefallen und sie haben in unnötigen Aktionen direkt nach der Tat Fehler gemacht.
Dass B diese Augsburg-Fahrt gemacht hat war so eine Aktion., finde ich.
Aber man ist da in so einer inneren Aufruhr und kann eben nicht Ruhe geben sondern muss aktiv werden weil man meint, man muss das Geschehen kontrollieren. Dabei macht man sich noch verdächtiger weil man noch mehr erklären muss.
Dem kann ich nur zustimmen!
Gut auf den Punkt gebracht.


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19.03.2026 um 21:03
Zitat von 1cast1cast schrieb:Wenn das so wäre, würden wir ja hier nicht 20 Jahre später noch darüber diskutieren.
Doch. Wir diskutieren ja gar nicht über die Täterschaft als solche oder die juristische Beurteilung der Tat und es trägt ja auch keiner irgendwas greifbares vor, das Anlass zu Zweifeln gäbe.
Zitat von emzemz schrieb:Wer im Englischen Garten einen Stapel aktueller Zeitungen in einen Mülleimer stopft, der fällt auf. :D
Da habe ich erhebliche Zweifel, das ist doch ein völlig banaler und alltäglicher Vorgang.
Zitat von Pusteblume82Pusteblume82 schrieb:Für den Fall, dass er unschuldig verurteilt wurde- wäre das absolut nachvollziehbar.
Nur sind mittlerweile fast 20 Jahre vergangen und es gibt immer noch keinerlei Anhaltspunkte für seine Unschuld. Im Gegenteil, er wurde der Tat überführt.
Zitat von emzemz schrieb:Sagt doch selbst sein Anwalt Witting, er könne nicht sagen, ob BT schuldig sei, nur dass er so nicht hätte verurteilt werden dürfen.
Als sein Anwalt muss er das natürlich sagen. Ich gehe nicht davon aus, dass das seine persönliche Meinung ist.
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Wie weit er meint dazu "gezwungen" zu werden, um seinen Bekannten- und Familienkreis zu halten, das weiß man nicht. Seine gute Sozialprognose wird davon ebenfalls abhängig gewesen sein und ihn ein paar Jahre Haft erspart haben.

Er wird auf diesen Kreis angewiesen sein, andernfalls verschlechtert sich seine Situation stark. Dieser Kreis wird ihm auch das entsprechende Geld zur Verfügung stellen, was würde geschehen, wenn er es ablehnen würde?
Er muss ja nicht seine Schuld einräumen, es würde ja reichen, es einfach auf sich beruhen zu lassen.
Zitat von dotsdots schrieb:[…]
Die Zeitungen nicht irgendwo mitten in München zu entsorgen macht für mich schon Sinn.
In der Ecke ist viel los.
Und man weiß halt eben doch nicht, wer einen beobachten könnte..Also doch lieber die Zeitungen ins eigene Altpapier..
Stimme dir zu, so in etwa könnte sein Vorstellungsbild ausgesehen haben. Mir ging es nur darum, dass das meines Erachtens objektiv unbegründet war, da ich es für fernliegend halte, dass das irgendwer auffällig gefunden und sich gemerkt hätte, wenn ein random Typ Papier in einen öffentlichen Mülleimer wirft. Zumal es ja auch viele öffentliche Mülleimer gibt, die eher einsam liegen. Oder aber so öffentlich, dass der einzelne Mensch, der etwas reinwirft, völlig untergeht (Mülleimer in einer vollen Fußgängerzone). Aber klar, mit etwas Paranoia und Panik sieht man das vielleicht anders und nimmt die Zeitungen mit nach Hause, was halt wirklich die mit Abstand schlechteste Lösung war.
Zitat von dotsdots schrieb:Interessanter Punkt!
Die Tat fand ja mitten im Eingangsbereich der Wohnung statt.
Vielleicht wollte er den Tatort nicht betreten, aus Angst Spuren zu hinterlassen oder er hatte schlicht Angst, mit der Leiche von CB konfrontiert zu sein. BT ist kein Psychopath, der aus der reinen Lust am Töten gemordet hat. Ich sehe den Mord eher als Mittel zum Zweck.
Ja, aber dann war es eine schlecht durchdachte Idee. Denn eine tote CB hinter der Tür, aber entfernte Zeitungen, die nicht in der Wohnung sind, lassen sich kaum sinnvoll erklären und lassen auch nicht den Schluss zu, dass die Tat erst an dem Tag stattgefunden hat (wenn sein Ziel war, das so aussehen zu lassen).


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19.03.2026 um 21:31
Zitat von SmooverSmoover schrieb:
Zitat von dotsdots schrieb:oder er hatte schlicht Angst, mit der Leiche von CB konfrontiert zu sein. BT ist kein Psychopath, der aus der reinen Lust am Töten gemordet hat. Ich sehe den Mord eher als Mittel zum Zweck.
Ja, aber dann war es eine schlecht durchdachte Idee. Denn eine tote CB hinter der Tür, aber entfernte Zeitungen, die nicht in der Wohnung sind, lassen sich kaum sinnvoll erklären und lassen auch nicht den Schluss zu, dass die Tat erst an dem Tag stattgefunden hat (wenn sein Ziel war, das so aussehen zu lassen).
Oder er hatte zwar geplant, die Zeitungen noch in die Wohnung zu bringen, es aber nicht mehr rechtzeitig geschafft. Das hatte ich schon einmal vermutet (s. u.). Es hätte ja genügt, wenn er die Tüte hinter die Tür geworfen hätte. Evtl. hatte er sich erhofft, so vortäuschen zu können, dass Ch. B. überfallen wurde, als sie die Zeitungen an der Tür holte. Ein fremder Täter hätte jedenfalls keinen Grund gehabt, die Zeitungen morgens verschwinden zu lassen.
Zitat von watnuwatnu schrieb am 19.06.2025:Vielleicht erhoffte BT sich mit der Augsburg-Fahrt ein Alibi, da er m. E. vortäuschen wollte, dass Ch. B. erst morgens getötet worden sei. Hätter er sich in der Böhringer-Tankstelle herumgedrückt, hätte er mit weiteren Nachfragen, ob man nicht nach der Tante schauen soll, rechnen müssen. Evtl. hatte er ursprünglich vor, die Zeitungen vor Eintreffen der Polizei in ihre Wohnung zu schmuggeln, kam aber nicht mehr rechtzeitig dazu.
Dass er sich übergeben* muss (wie sein Bruder in der TV-Doku erzählte), hatte BT sicherlich nicht eingeplant. Vielleicht wurde er von seinem mitfühlenden Umfeld danach so sehr betreut, dass er keine Gelegenheit hatte, das Vorhaben unbemerkt umzusetzen. Vor dem Auffinden der toten Tante hatte er ja keinen Schlüssel zu ihrer Wohnung.
*Er wäre aber nicht der erste Täter, dem das passiert.


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