Mordfall Charlotte Böhringer
um 13:04emz schrieb:Das hätte schon gepasst, wären da nicht die Stadtteil-Beilagen gewesen.
Beim Entsorgen in einem Mülleimer oder in der Isar, da hätte er beobachtet werden können.
JimRockford schrieb:Es war vielleicht einfach so, dass er nicht mit einer Durchsuchung seines Geldbeutels gerechnet hat.
Und dass er die Zeitungen in seinem Altpapier zuhause gut aufgehoben fand.
Hinterher ist man immer schlauer aber vielleicht war es so banal. Und wenn ihm zum Beispiel die Markierung auf der Zeitung als Stadtteilausgabe nicht bekannt oder in der ganzen extremen Aufregung nicht bewusst war?
Diese Ausnahmesituation lässt einen eben auch Fehler machen….
Sein Problem war nicht, dass er kein Mastermind war/ist, sondern dass er sich für eins gehalten hat. Der Mastermind-Schachzug war in seinen Augen, die Zeitungen von der Tür mitzunehmen, damit alle davon ausgehen, die Tante habe sie reingeholt, es sei also alles in Ordnung mit ihr, auch wenn sie nicht persönlich gesichtet wurde. Dadurch dachte er, er könne die Entdeckung der Tat verzögern und wahrscheinlich auch den angenommenen Tatzeitpunkt auf später als sie tatsächlich stattgefunden hat, verlegen.JimRockford schrieb:Ich denke, dass er sich eben NICHT bewusst war, welche Gefahr von den Zeitungen in seinem Altpapier ausging, denn sonst hätte er sie nicht in seine Wohnung mitgenommen..
Also zum Beispiel wenn ihm die Markierung bewusst gewesen wäre.
Er wäre übrigens nicht der erste Verkäufer von Zeitungen, der sich da nicht auskennt, kann ich aus eigener Erfahrung sagen.
Das hätte ihm a) einen zeitlichen Vorsprung verschaft und b) dafür gesorgt, dass er wahrscheinlich ein Alibi hat bzw. die Tatsache, wenn seine Anwesenheit zum Tatzeitpunkt im Parkhaus bemerkt worden wäre, das nicht verfänglich für ihn gewesen wäre.
Mastermind BT hat also den Mastermind-Schachzug "Zeitungen von der Tür entfernen" ausgebrütet, sie selbst für den tollen Tatplan, bei dem selbst an so eine Kleinigkeit gedacht wird, auf die Schulter geklopft und weil er die Idee so genial fand nicht für 3 Cent weiter gedacht.
Das mit den Stadtteilausgaben hatte er sicher nicht auf dem Schirm, insofern wären die Zeitungen in seinen Augen, wenn sie denn bei ihm gefunden würden, völlig unverfänglich. Die hätte er an jedem beliebigen Kiosk in München und Umgebung gekauft haben könnten.
Und das kommt eben noch dazu. Er dachte, dass er nicht in Verdacht gerät und insofern bestand keine Eile, die Zeitungen schnell zu entsorgen. Hätte völlig gereicht, wenn sie mit der nächsten Altpapiertonnenentleerung aus seinem Bereich verschwunden wären.Smoover schrieb:Vielleicht ist er auch davon ausgegangen, dass er gar nicht in Verdacht gerät.
Das war glaube ich auch wieder eine seiner "Mastermind-Ideen". Er dachte, dass wenn er nach einem Anwalt verlangt oder den angebotenen angenommen würde, würde er sich verdächtig machten. Die Strategie bestand darin, einfach mal frei von der Leber weg zu labern, bloß keine Nervosität oder Angst vor der Polizei/der Vernehmung zeigen, und ganz souverän und cool zu wirken. Auch da hat er sich einfach völlig überschätzt und sich um Kopf und Kragen gesabbelt.JimRockford schrieb:Das betrifft auch Aussagen ohne Anwalt wie bei B.
Er agiert doch heute noch so, denkt, wenn er etwas sagt, dass es automatisch jeder Zuhörer als wahr hinnimmt. Hat auch null Gefühl dafür, wie er auf andere Menschen wirkt. Ich erinner mich mit Grausen an dieses Gesabbel, was für ein toller Asketiker er im Knast sei, wie er sich mit einem Tauchsieder auf der Zelle gesunde Nahrung zubereitet und daran arbeitet Körper und Geist fit zu halten, während, die Mithäftlinge sich alle gehen lassen, sich sinnlos fettfressen und in gesitiger Verblödung versinken, wenn sie nicht eh schon bei der Inhaftierung allzu blöde waren. Er denkt da einfach, dass alle Leute, die das hören, denken: "Wow, was für ein dufter Typ!" Tatsächlich denkt man aber doch nur:"Wow, was für ein überhebliches, selbstverliebtes A...!"




