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Mordfall Charlotte Böhringer

29.994 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, München, 2006 ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Charlotte Böhringer

Mordfall Charlotte Böhringer

um 13:04
Zitat von emzemz schrieb:Das hätte schon gepasst, wären da nicht die Stadtteil-Beilagen gewesen.
Beim Entsorgen in einem Mülleimer oder in der Isar, da hätte er beobachtet werden können.
Zitat von JimRockfordJimRockford schrieb:Es war vielleicht einfach so, dass er nicht mit einer Durchsuchung seines Geldbeutels gerechnet hat.
Und dass er die Zeitungen in seinem Altpapier zuhause gut aufgehoben fand.
Hinterher ist man immer schlauer aber vielleicht war es so banal. Und wenn ihm zum Beispiel die Markierung auf der Zeitung als Stadtteilausgabe nicht bekannt oder in der ganzen extremen Aufregung nicht bewusst war?
Diese Ausnahmesituation lässt einen eben auch Fehler machen….
Zitat von JimRockfordJimRockford schrieb:Ich denke, dass er sich eben NICHT bewusst war, welche Gefahr von den Zeitungen in seinem Altpapier ausging, denn sonst hätte er sie nicht in seine Wohnung mitgenommen..
Also zum Beispiel wenn ihm die Markierung bewusst gewesen wäre.
Er wäre übrigens nicht der erste Verkäufer von Zeitungen, der sich da nicht auskennt, kann ich aus eigener Erfahrung sagen.
Sein Problem war nicht, dass er kein Mastermind war/ist, sondern dass er sich für eins gehalten hat. Der Mastermind-Schachzug war in seinen Augen, die Zeitungen von der Tür mitzunehmen, damit alle davon ausgehen, die Tante habe sie reingeholt, es sei also alles in Ordnung mit ihr, auch wenn sie nicht persönlich gesichtet wurde. Dadurch dachte er, er könne die Entdeckung der Tat verzögern und wahrscheinlich auch den angenommenen Tatzeitpunkt auf später als sie tatsächlich stattgefunden hat, verlegen.
Das hätte ihm a) einen zeitlichen Vorsprung verschaft und b) dafür gesorgt, dass er wahrscheinlich ein Alibi hat bzw. die Tatsache, wenn seine Anwesenheit zum Tatzeitpunkt im Parkhaus bemerkt worden wäre, das nicht verfänglich für ihn gewesen wäre.

Mastermind BT hat also den Mastermind-Schachzug "Zeitungen von der Tür entfernen" ausgebrütet, sie selbst für den tollen Tatplan, bei dem selbst an so eine Kleinigkeit gedacht wird, auf die Schulter geklopft und weil er die Idee so genial fand nicht für 3 Cent weiter gedacht.
Das mit den Stadtteilausgaben hatte er sicher nicht auf dem Schirm, insofern wären die Zeitungen in seinen Augen, wenn sie denn bei ihm gefunden würden, völlig unverfänglich. Die hätte er an jedem beliebigen Kiosk in München und Umgebung gekauft haben könnten.
Zitat von SmooverSmoover schrieb:Vielleicht ist er auch davon ausgegangen, dass er gar nicht in Verdacht gerät.
Und das kommt eben noch dazu. Er dachte, dass er nicht in Verdacht gerät und insofern bestand keine Eile, die Zeitungen schnell zu entsorgen. Hätte völlig gereicht, wenn sie mit der nächsten Altpapiertonnenentleerung aus seinem Bereich verschwunden wären.
Zitat von JimRockfordJimRockford schrieb:Das betrifft auch Aussagen ohne Anwalt wie bei B.
Das war glaube ich auch wieder eine seiner "Mastermind-Ideen". Er dachte, dass wenn er nach einem Anwalt verlangt oder den angebotenen angenommen würde, würde er sich verdächtig machten. Die Strategie bestand darin, einfach mal frei von der Leber weg zu labern, bloß keine Nervosität oder Angst vor der Polizei/der Vernehmung zeigen, und ganz souverän und cool zu wirken. Auch da hat er sich einfach völlig überschätzt und sich um Kopf und Kragen gesabbelt.
Er agiert doch heute noch so, denkt, wenn er etwas sagt, dass es automatisch jeder Zuhörer als wahr hinnimmt. Hat auch null Gefühl dafür, wie er auf andere Menschen wirkt. Ich erinner mich mit Grausen an dieses Gesabbel, was für ein toller Asketiker er im Knast sei, wie er sich mit einem Tauchsieder auf der Zelle gesunde Nahrung zubereitet und daran arbeitet Körper und Geist fit zu halten, während, die Mithäftlinge sich alle gehen lassen, sich sinnlos fettfressen und in gesitiger Verblödung versinken, wenn sie nicht eh schon bei der Inhaftierung allzu blöde waren. Er denkt da einfach, dass alle Leute, die das hören, denken: "Wow, was für ein dufter Typ!" Tatsächlich denkt man aber doch nur:"Wow, was für ein überhebliches, selbstverliebtes A...!"


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Mordfall Charlotte Böhringer

um 13:31
Zitat von kegelschnittkegelschnitt schrieb:6 Punkte sind "ausreichend" (so wie seine Zwischenprüfung in Theaterwissenschaften). Damit war man 2005 unterhalb des Medians.
Das kannst Du nicht vergleichen. Die Noten im Ersten juristischen Staatsexamen sind weitaus schlechter als im Fach Theaterwissenschaften. Deine von Dir genannten Zahlen berücksichtigen nicht die Noten, die schlechter als "ausreichend" waren, also die, die nicht bestanden haben (0 bis 3 Punkte).

Ich kann nur aus der Praxis berichten, in der in Bayern 6 Punkte ein respektables Ergebnis waren. Die meisten Promotionsordnungen sehen Promotionsmöglichkeiten ab "befriedigend" vor, sprich ab 6,5 oder 7,00 Punkten.

Die Promotionsordnung der LMU München verlangt zwar mindestens 9 Punkte, vermutlich um die hiesigen G'schaftl'huber abzuwimmeln, aber die Promotionsordnung der Juristischen Fakultät der Universität Regensburg erteil großzügig Dispens (§ 6):

https://www.uni-regensburg.de/assets/rechtswissenschaft/fakultaet/promotionsordnung-fakultaet-rechtswissenschaft.pdf

Nachdem Bence T. den Abschluss nicht gemacht hat und er exmatrikuliert war, hätte er seiner Umgebung theoretisch auch andrehen können, er hätte 9 oder 12 Punkte gehabt. Nur wäre seinen examinierten Freunden dann sicher die mangelnde Kenntnis für so einen Abschluss aufgefallen. Also blieb er "bescheiden", zumal der Tante hauptsächlich der Abschluss eine Herzensangelegenheit war.

Die Hybris hat aber durch den erfolgreichen Fake-Abschluss so zugenommen, dass er sich mit Promotion und Vermögensverwaltung und Referendariat (das schafft kein Mensch) übernommen hat. Die Bruchlandung war nur noch eine Frage der Zeit.


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Mordfall Charlotte Böhringer

um 16:11
Was mir auch aufgefallen ist, Bence hat ja angeblich wegen der Tante gelogen , dass er das Juastudium fortgesetzt hat und zum Todeszeitpunkt der Tante kurz vor dem Abschluß stand und schon weitere Zusagen hatte.
Was mir nicht in den Kopf will ist, warum hat er sein Umfeld also Freunde und Familie dann weiter angelogen und nicht auch bei ihnen reinen Tisch gemacht hat, wenn die Tante angeblich gewusst hat, das er das Studium abgebrochen hat? Ist doch unlogisch, für mich.
Was ich glaube ist , das die Tante einen starken Verdacht hatte, das er log, vielleicht auch von dritter Seite gesagt bekommen hat , das er nicht mehr studierte und deshalb sehr sauer war.
War es nicht so das sie Wochen vor ihrem Tod , noch jemand angestellt hat, der den alten Geschäftsführer unterstützte und dessen Defizite ausgleichte und so ganz gut aufgestellt war?
Das sie Bence den Schlüssel vom Büro abgenommen hat und er auch so im geschäftlichen Bereich nichts mehr zu sagen hatte und die beiden einen heftigen Streit in der Garage hatten, wo es angeblich um Reifen ging und er deshalb ein paar Tage nicht dort war. Der Streit soll ja recht heftig gewesen sein.
Ich jedenfalls denke , das ihm da bewusst wurde , das ihm die Felle wegschwimmen und er dort nicht gebraucht witrd , die Tante am längeren Hebel sitzt und er mit leeren Händen auch vor der Freundin und den Freunden steht.
Das ist meine Überlegung


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Mordfall Charlotte Böhringer

um 19:32
@Grillage
Danke für die obige Beschreibung. Der überführte und verurteilte Mörder BT musste sich zwomal bescheinigen lassen, dass er ein schlechter Schauspieler ist. Zuletzt halt von der Justiz. Er erinnert mich mit seiner Realitätsleugnung irgendwie an den Schwarzen Ritter aus "Die Ritter der Kokosnuß". Die Arme und Beine bereits abgetrennt, aber behaupten "Es ist doch nur ein Kratzer".


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Mordfall Charlotte Böhringer

um 19:48
@Grillage

Was diese Überheblichkeit anbelangt, die er anderen gegenüber an den Tag legt, da frage ich mich schon, wie er die mit seinem derzeitigen Job im Kassenhäuschen eines Parkhauses in Einklang bringt. Es ist doch wirklich erbärmlich, es mit über 50 beruflich noch nicht weitergebracht zu haben.


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Mordfall Charlotte Böhringer

um 20:36
Zitat von quaerere1quaerere1 schrieb:Was mir nicht in den Kopf will ist, warum hat er sein Umfeld also Freunde und Familie dann weiter angelogen und nicht auch bei ihnen reinen Tisch gemacht hat, wenn die Tante angeblich gewusst hat, das er das Studium abgebrochen hat? Ist doch unlogisch, für mich.
Nun, dieses Verhalten halte ich für vollkommen rational. Wenn es die Familie weiß, dann ist die Gefahr groß, dass sich jemand der Tante gegenüber mal verplappert. Das gleiche gilt für die Freunde. Wenn es die Freunde wissen, weiß es irgendwann die Familie und dann wird es mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch die Tante erfahren. Wahrscheinlich werden es ähnlich sich die Freunde erklärt und daher weiter zu ihm gehalten haben. Hier steckte wahrscheinlich eine Für- und Wider-Entscheidung dahinter.


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Mordfall Charlotte Böhringer

um 22:02
Ich denke, das ist ein Missverständnis. Die Erzählung Toth war ja, die Tante weiß am Ende doch Bescheid über den Abbruch. Dann kann man natürlich hinterfragen, warum es der enge Kreis (trotzdem) nicht wusste bzw dann nicht gewusst haben soll, dass es die Tante wusste.

Was auch zu berücksichtigen ist: Toth hielt sich ja auch für einen (wahrscheinlich sehr guten) Schauspieler, was für mich plausibel macht, dass er zu einer realitätsbezogenen Einordnung seiner Situation im Verhör pp nicht in der Lage war. Er dachte, bis es zu spät war, er hat alles im Griff (Geldscheine, Zeitungen). Tatsächlich hatte T. eben doch eine ansehnlich dicke Spur zu sich gelegt und ein Bilderbuchmotivbündel gehabt.

Beeindruckend ist allein, dass er es entgegen der Faktenlage geschafft hat, nicht nur seine Freunde, sondern auch "einflussreiche" Dritte für sich einzunehmen.


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Mordfall Charlotte Böhringer

um 22:21
Zitat von GrillageGrillage schrieb:
Zitat von JimRockfordJimRockford schrieb:Das betrifft auch Aussagen ohne Anwalt wie bei B.
Das war glaube ich auch wieder eine seiner "Mastermind-Ideen". Er dachte, dass wenn er nach einem Anwalt verlangt oder den angebotenen angenommen würde, würde er sich verdächtig machten. Die Strategie bestand darin, einfach mal frei von der Leber weg zu labern, bloß keine Nervosität oder Angst vor der Polizei/der Vernehmung zeigen, und ganz souverän und cool zu wirken. Auch da hat er sich einfach völlig überschätzt und sich um Kopf und Kragen gesabbelt.
Das zeigt wieder mal, wie wichtig es ist, in dieser Situation keine Aussage zu machen.
Wenn man ihm diese Augsburgfahrt incl dem Kauf mit dem 500 Euro Schein nicht anderweitig nachweisen hätte können, hätte EIN Teil der Indizienkette gefehlt. Dann vielleicht noch die Zeitungen besser entsorgt und schon hätte wesentliches für eine Anklage gefehlt.
Aber er hat ja wahrscheinlich noch mehr ausgeplaudert bzw. sich durch sein Verhalten verdächtig gemacht.

Einfach Klappe halten und mit einem Anwalt an der Seite fühlt man sich auch sicherer.
Aber ich bin ja froh, dass er sich anders entschieden hat. Nicht auszudenken, wenn es bei einem ewigen Tatverdachtt ohne Anklage geblieben wäre.


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