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Mordfall Charlotte Böhringer

30.080 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, München, 2006 ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Charlotte Böhringer

Mordfall Charlotte Böhringer

24.03.2026 um 20:15
Zitat von watnuwatnu schrieb:Aus BTs Perspektive (o. narzisstischen Selbstwahrnehmung?) war der Plan evtl. nicht so chaotisch.
Genau das!
Die meisten Straftäter halten ihren Plan für gut ausgearbeitet, durchdacht und schlau. BT hielt seinen Plan in seiner Selbstüberschätzung wahrscheinlich sogar für genial.
Aber die wenigsten bedenken alles und vor allem vergessen sie oft, verschiedene Reaktionsmöglichkeiten des Opfers einzukalkulieren und bedenken nicht, dass ein Tötungsdelikt durch einen Angriff immer ein dynamisches Geschehen ist, bei dem das Opfer nicht einfach dasteht und sich töten lässt, sondern sich irgendwie versucht zu wehren und/oder zu fliehen.
Und auch ihren eigene emotionalen Zustand vergessen sie dabei meist, stellen sich als den coolen, die Tat überlegt durchziehenden Täter vor. In der Realität kommen ihnen dann aber eben doch meist der in die Höhe schießende Adrenalinspiegel, Nervosität, Angst, Panik, Schock, Ekel, etc. dazwischen.

Wenn sich einer der Lücken seines Plans bewusst wäre, würde er entweder den Plan abändern, um ihn zu optimieren oder die Tat gar nicht erst in Angriff nehmen.
Insofern denkt man sich doch bei vielen Straftaten, dass sie eigentlich nicht geplant gewesen sein können, weil so doof doch keiner ist. Passiert aber doch - Gott sei Dank -täglich, dass Täter Fehler machen.
Zitat von watnuwatnu schrieb:- Hat er sich einen guten Vorwand ausgedacht, damit ihn Ch. B. in die Wohnung ließ?
- Am Mo. Erkältung und Bad (während ermittelter Tatzeit)
- Sonntagsbesuch ausdenken, um erzählen zu können, man habe sich versöhnt und die Tante habe ihn gebeten, dienstags zu arbeiten.
- Am Di. ab morgens dafür sorgen, dass das Personal die Füße stillhält und Zeitungen verschwinden lassen.
- Anschließend eine lange Fahrt unternehmen und mit 500 € in der Tanke bezahlen (Alibi + Beweismittel verschwinden lassen).
- Ab frühem Mittag wieder dafür sorgen, dass niemand wg. der Tante beunruhigt ist.
- Abends die Leiche auffinden, um Spuren zu hinterlassen.
Außerdem:
- einen Abend ausgesucht, an dem die Verlobte außer Haus ist und er - um sein Erkältungsalibi zu stärken - die gemeinsame Verabredung wegen Unwohlsein absagt

und

- am Dienstag noch schnell das Fahrrad mit dem Hochdruckreiniger gespült, um Spuren zu vernichten und die Tatwaffe auf dem Augsburg-Ausflug irgendwo in ein Gewässer, ein Gebüsch oder einen öffentlichen Mistkübel versenkt.


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Mordfall Charlotte Böhringer

25.03.2026 um 18:56
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Bei einer 59jährigen Frau, die nicht siech und gebrechlich ist, ist Unfall das Letzte, was ich annehmen würde. Auch wenn die meisten tödlichen Unfälle zu Hause passieren. Ihre Wohnung dürfte keine Gefahrenzone gewesen sein
Ich verstehe deinen Punkt.
Aber Unfälle können passieren, jedem.
Und so ein Schlaganfall oder sonstiges kommt bei vielen auch relativ unerwartet.
Ganz so abwegig ist das nicht.
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Wenn sich einer der Lücken seines Plans bewusst wäre, würde er entweder den Plan abändern, um ihn zu optimieren oder die Tat gar nicht erst in Angriff nehmen.
Es gibt natürlich noch eine weitere Option.
Keine Tat ohne Risiko.
Der Täter wird für sich selbst schon irgendeine Art der abstrusen Kalkulation durchführen und zum Ergebnis kommen, dass der "Nutzen" die "Kosten" überwiegt..
Zitat von GrillageGrillage schrieb:- am Dienstag noch schnell das Fahrrad mit dem Hochdruckreiniger gespült, um Spuren zu vernichten und die Tatwaffe auf dem Augsburg-Ausflug irgendwo in ein Gewässer, ein Gebüsch oder einen öffentlichen Mistkübel versenkt.
Meine persönliche Meinung:
Er hätte das Fahrrad auch irgendwo anders reinigen können, was wahrscheinlich unauffälliger gewesen wäre.
Ich denke, er war primär da um "nach dem Rechten" zu schauen, weil ihm der Arsch auf Grundeis ging.


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Mordfall Charlotte Böhringer

25.03.2026 um 19:39
Zitat von dotsdots schrieb:Meine persönliche Meinung:
Er hätte das Fahrrad auch irgendwo anders reinigen können, was wahrscheinlich unauffälliger gewesen wäre.
Ich denke, er war primär da um "nach dem Rechten" zu schauen, weil ihm der Arsch auf Grundeis ging.
Das war auch meiner Meinung nach sicher ein Grund, an dem Tag in der Parkgarage aufzuschlagen und rumzulungern. Ich denke aber auch, dass die Verschmutzung des Rades so ein Aspekt war, den er nicht vorab in seinem Plan einkalkuliert hatte und erst während der Tatsausführung bzw. auf dem Rückweg bemerkt hat.

Und mitten in München ist es eben doch nicht so leicht, wein Fahrrad gründlich zu reinigen, wenn man nur eine Mietswohnung ohne Hinterhof oder ähnlichem hat...
Zitat von dotsdots schrieb:Es gibt natürlich noch eine weitere Option.
Keine Tat ohne Risiko.
Der Täter wird für sich selbst schon irgendeine Art der abstrusen Kalkulation durchführen und zum Ergebnis kommen, dass der "Nutzen" die "Kosten" überwiegt..
Ich glaube eher, dass er sich ziemlich sicher war, dass ihm keiner drauf kommt. Die Bestürzung beim Urteilsspruch war denke ich bei ihm echt - bei seinem Anwalt denke ich dagegen, dass die Empörung gespielt war, der war damals eigentlich doch schon recht erfahren als Strafverteidiger und hat sich an drei Fingern ausrechnen können, worauf der Prozess hinausläuft. Aber BT war meiner Meinung nach bis zum Urteilsspruch tatsächlich davon überzeugt, er würde mit einem Freispruch da rausmarschieren. Und das, obwohl er ja selber ein paar Semester Jura studiert hatte und sich in dem Fach dadurch für so qualifiziert hielt, dass er der Meinung war, in seiner Vernehmung durch die Polizei keinen Anwalt zu benötigen.


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Mordfall Charlotte Böhringer

25.03.2026 um 22:52
In der Doku erklärt BT, es sei selbstverständlich, dass man im Büro seiner Tante Fingerabdrücke von ihm gefunden habe, schließlich habe er dort gearbeitet. Das ist nicht ganz richtig. Ich zitiere aus dem Urteil:
Im durchsuchten Büro des Opfers fanden sich daktyloskopische bzw. humanbiologische Spuren des Angeklagten auf einer auf dem Boden liegenden Klarsichthülle und einer dort liegenden Geldbörse. Auf dem Schreibtisch befanden sich seine Spuren sowohl auf einem Briefumschlag, in dem das Testament des Opfers steckte, als auch auf dem Testament selbst. Alle diese Gegenstände haben Bezug zur Tat. Entweder wurden sie vom Täter bei der Durchsuchung zu Boden geworfen oder sie haben Bezug zur Nachlassregelung durch das Opfer. Nur an diesen Gegenständen und sonst nirgendwo im Büro befinden sich die Spuren des Angeklagten.



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26.03.2026 um 13:42
@emz
Das muss man sich mal reinziehen. Es ist doch sonnenklar, was da passiert ist. Er hat nach Geld gesucht und auch nochmal gecheckt, ob das Testament weiter „passt“.

Dass er bei der ganzen Sachlage auch nur eine Person gefunden hat, die an seine Unschuld glaubt, ist eigentlich nicht zu fassen.


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26.03.2026 um 13:57
Zitat von SmooverSmoover schrieb:Das muss man sich mal reinziehen. Es ist doch sonnenklar, was da passiert ist. Er hat nach Geld gesucht und auch nochmal gecheckt, ob das Testament weiter „passt“.
Bzw. ob er irgendeine Version des Testamentes verschwinden lassen muss, damit eine veraltete, in der er als Erbe eingesetzt ist, wieder gültig erscheint.

In Anbetracht des Stundenlohn in Form von Erbe, den er sich für diese Tätigkeit ausgerechnet hatte, kann man das aber vielleicht durchaus verstehen, dass er sagt "er habe dort gearbeitet".


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26.03.2026 um 18:28
Zitat von emzemz schrieb:Das ist nicht ganz richtig
Hihi, das ist sogar einfach glatt gelogen. Ein notorischer Lügner und verurteilter Mörder lügt? Na so eine Überraschung.

Dass es bisher kein Journalist fertig bekommen hat, ihm Fragen zu stellen, die er beantworten muss, und die klar seine Schuld zeigen, das werden wir wohl leider nicht mehr erleben


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Mordfall Charlotte Böhringer

28.03.2026 um 11:16
Zitat von SwaggerSwagger schrieb:Dass es bisher kein Journalist fertig bekommen hat, ihm Fragen zu stellen, die er beantworten muss, und die klar seine Schuld zeigen, das werden wir wohl leider nicht mehr erleben
Es ist ja nun nicht so, dass sich da großartig unabhängige Medien für den ganzen Zirkus interessieren.
Warum eigentlich auch?
Der Fall ist für uns paar Nerds hier sicherlich äußerst interessant, aber der breiten Öffentlichkeit ist er doch völlig egal (was auch völlig legitim ist).
Der meiste Content zu dem Thema, ist entweder durch den Mörder oder sein Umfeld selbst zusammengeschustert oder das gesamte Thema wird halt grob vereinfach dargestellt.
Wir kennen doch die plakativen Aussagen im Sinne von "ein Lügner ist noch lange kein Mörder" usw.
Man redet das Motiv (die Lebenlüge und damit verbundene nicht vorhandene Zukunftsperspektive und den den Gesichtsverlust) einfach klein.
Parallel wird am Opfer kaum ein gutes Haar gelassen.

Im Normalfall ist es ja so, dass Hinterbliebene eigentlich das Andenken in Ehren halten. Wer soll es denn sonst tun?
Hier tritt man dem Opfer nach, während man was der Unschuld des BT schwurbelt.
Das ging alles halbwegs gut, solange BT im Knast saß.
Jetzt wo man ihn schon paar Mal selbst vor der Kamera gesehen hat, ist wohl selbst dem weniger mental Begabten klar geworden, dass die Ausführungen und die Darbietungen, des Delinquenten, wenig überzeugt und mehr was von Gebrauchtwangenhändler oder Versicherungsmakler an sich haben. Wahrheitsgehalt hoch fragwürdig.


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Mordfall Charlotte Böhringer

28.03.2026 um 11:50
Zitat von dotsdots schrieb:Es ist ja nun nicht so, dass sich da großartig unabhängige Medien für den ganzen Zirkus interessieren.
Warum eigentlich auch?
Der Fall ist für uns paar Nerds hier sicherlich äußerst interessant, aber der breiten Öffentlichkeit ist er doch völlig egal (was auch völlig legitim ist).
Der Fall würde vielleicht wieder etwas mehr Interesse finden, wenn das Augsburger Gericht was zum nunmehr dritten Antrag auf Wiederaufnahme sagen würde. Aber da scheint sich rein gar nichts zu tun. Witting ist im Ruhestand und mit ihm ruht auch dieser Antrag. Ist vielleicht auch ganz praktisch, denn so kann BT immer und immer wieder die gleichen Argumente für seine Unschuld vortragen, ihm widerspricht ja auch niemand.


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Mordfall Charlotte Böhringer

07.04.2026 um 11:06
Habe gestern zum ersten mal über die sehr einseitige ZDF-Doku vom Fall erfahren und etwa die letzten 10 Seiten durchgearbeitet.
Kann mir jemand eine Doku oder einen Podcast empfehlen, der das Ganze faktenbasiert darstellt?

Besten Dank!


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Mordfall Charlotte Böhringer

07.04.2026 um 11:33
Zitat von BiochemikerBiochemiker schrieb:Kann mir jemand eine Doku oder einen Podcast empfehlen, der das Ganze faktenbasiert darstellt?
Weiter oben, im Themen-Wiki, da findest du das Urteil.
Faktenbasierter geht nicht.


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Mordfall Charlotte Böhringer

07.04.2026 um 13:31
Zitat von emzemz schrieb:Weiter oben, im Themen-Wiki, da findest du das Urteil.
Faktenbasierter geht nicht.
Danke, bin gerade dabei, aber es erfordert schon ne Menge Lesezeit.
Aber bereits jetzt sollte die Indizienkette doch für jeden Laien erdrückend sein. Unglaublich, was das seriöse ZDF daraus macht.


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Mordfall Charlotte Böhringer

07.04.2026 um 13:46
Zitat von BiochemikerBiochemiker schrieb:Unglaublich, was das seriöse ZDF daraus macht.
Die Doku ist von Sky.


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07.04.2026 um 13:59
@1cast
nein, ZDF und seriös sind die schon lange nicht mehr


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07.04.2026 um 15:50
Zitat von TotaleinfallTotaleinfall schrieb:@1cast
nein, ZDF und seriös sind die schon lange nicht mehr
Die Doku wurde zunächst von Sky produziert und ausgestrahlt. Bei wem mittlerweile das Copyright "CR" liegt, kann man im Abspann sehen.
(Urheberrechte (CR) kann man kpl. erwerben oder man kann Lizenzgebühren für Nutzungsrechte (Ausstrahlung, "öffentliche Zugänglichmachung" im Internet) zahlen.


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Mordfall Charlotte Böhringer

07.04.2026 um 16:19
Zitat von BiochemikerBiochemiker schrieb:Danke, bin gerade dabei, aber es erfordert schon ne Menge Lesezeit.
Aber bereits jetzt sollte die Indizienkette doch für jeden Laien erdrückend sein. Unglaublich, was das seriöse ZDF daraus macht.
Du sagst es, allein der akribische Nachweis bezüglich der verschwundenen Zeitungen lässt schon kaum noch irgendeinen Zweifel offen.
Habe für alle Punkte, die angeblich die Unschuld von BT bekräftigen sollen, im Urteil etwas gefunden, was das Gegenteil besagt, wobei die Suchfunktion mein bester Freund war.


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Mordfall Charlotte Böhringer

07.04.2026 um 18:15
Zitat von TotaleinfallTotaleinfall schrieb:nein, ZDF und seriös sind die schon lange nicht mehr
Naja, die ARD hat mit Zapp und Crimetime z.B. im Fall Jens Söring gute Dokus hinbekommen, die ihn als Lügner entlarven.
Zitat von watnuwatnu schrieb:Die Doku wurde zunächst von Sky produziert und ausgestrahlt.
Hatte ich auch schon gelesen, aber dass dies dann 1zu1 ohne Gegendarstellung übernommen wird...
Zitat von emzemz schrieb:Du sagst es, allein der akribische Nachweis bezüglich der verschwundenen Zeitungen lässt schon kaum noch irgendeinen Zweifel offen
Auch die Herkunft des Bargelds ist ja zweifelsfrei erstunken und erlogen, ebenso wie seine angeblich mit CB abgesprochene Übernahme der Geschäftsleitung am Dienstag und Freitag (Widerlegt durch Aussagen von stlv. Geschäftsführer W.) ohne im Besitz des Büroschlüssels zu sein.


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Mordfall Charlotte Böhringer

07.04.2026 um 19:00
Zitat von BiochemikerBiochemiker schrieb:Naja, die ARD hat mit Zapp und Crimetime z.B. im Fall Jens Söring gute Dokus hinbekommen, die ihn als Lügner entlarven.
Mein Post diente nur der Info Sky -> ZDF. Zum Fall selbst bzw. zur Qualität der Doku äußerte ich mich in diesem Post nicht.


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Mordfall Charlotte Böhringer

07.04.2026 um 20:03
Zitat von BiochemikerBiochemiker schrieb:Aber bereits jetzt sollte die Indizienkette doch für jeden Laien erdrückend sein.
Sollte man meinen. Mir ist tatsächlich auch kein einziger Fall bekannt, in dem die Indizienlage noch erdrückender ist.


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Mordfall Charlotte Böhringer

07.04.2026 um 20:08
Zitat von SmooverSmoover schrieb:Sollte man meinen. Mir ist tatsächlich auch kein einziger Fall bekannt, in dem die Indizienlage noch erdrückender ist.
und auch der Ermittler damals, ein ganz berühmter bayrischer Ermittler, der mittlerweile im Ruhestand ist(Name entfallen), war sich noch nie so sicher, dass vor ihm der Täter sitzt. Und die haben schon Erfahrungen mit Körpersprache und so


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