Zitat von watnuwatnu schrieb:Aus BTs Perspektive (o. narzisstischen Selbstwahrnehmung?) war der Plan evtl. nicht so chaotisch.
Genau das!
Die meisten Straftäter halten ihren Plan für gut ausgearbeitet, durchdacht und schlau. BT hielt seinen Plan in seiner Selbstüberschätzung wahrscheinlich sogar für genial.
Aber die wenigsten bedenken alles und vor allem vergessen sie oft, verschiedene Reaktionsmöglichkeiten des Opfers einzukalkulieren und bedenken nicht, dass ein Tötungsdelikt durch einen Angriff immer ein dynamisches Geschehen ist, bei dem das Opfer nicht einfach dasteht und sich töten lässt, sondern sich irgendwie versucht zu wehren und/oder zu fliehen.
Und auch ihren eigene emotionalen Zustand vergessen sie dabei meist, stellen sich als den coolen, die Tat überlegt durchziehenden Täter vor. In der Realität kommen ihnen dann aber eben doch meist der in die Höhe schießende Adrenalinspiegel, Nervosität, Angst, Panik, Schock, Ekel, etc. dazwischen.

Wenn sich einer der Lücken seines Plans bewusst wäre, würde er entweder den Plan abändern, um ihn zu optimieren oder die Tat gar nicht erst in Angriff nehmen.
Insofern denkt man sich doch bei vielen Straftaten, dass sie eigentlich nicht geplant gewesen sein können, weil so doof doch keiner ist. Passiert aber doch - Gott sei Dank -täglich, dass Täter Fehler machen.
Zitat von watnuwatnu schrieb:- Hat er sich einen guten Vorwand ausgedacht, damit ihn Ch. B. in die Wohnung ließ?
- Am Mo. Erkältung und Bad (während ermittelter Tatzeit)
- Sonntagsbesuch ausdenken, um erzählen zu können, man habe sich versöhnt und die Tante habe ihn gebeten, dienstags zu arbeiten.
- Am Di. ab morgens dafür sorgen, dass das Personal die Füße stillhält und Zeitungen verschwinden lassen.
- Anschließend eine lange Fahrt unternehmen und mit 500 € in der Tanke bezahlen (Alibi + Beweismittel verschwinden lassen).
- Ab frühem Mittag wieder dafür sorgen, dass niemand wg. der Tante beunruhigt ist.
- Abends die Leiche auffinden, um Spuren zu hinterlassen.
Außerdem:
- einen Abend ausgesucht, an dem die Verlobte außer Haus ist und er - um sein Erkältungsalibi zu stärken - die gemeinsame Verabredung wegen Unwohlsein absagt

und

- am Dienstag noch schnell das Fahrrad mit dem Hochdruckreiniger gespült, um Spuren zu vernichten und die Tatwaffe auf dem Augsburg-Ausflug irgendwo in ein Gewässer, ein Gebüsch oder einen öffentlichen Mistkübel versenkt.