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Peggy Knobloch

Annjosefa
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Peggy Knobloch

27.04.2019 um 12:39
Hätte, wäre .....
Natürlich ist ein Wirtshaus kein Ort für die Kindererziehung. Aber wenn nun mal die Eltern Wirtsleute sind und eine eigene Gaststätte betreiben, dann ist es halt so. Irgendwo muss halt das Geld herkommen. Eine Arbeitsstelle im Raum Lichtenberg für den mit großer Wahrscheinlichkeit ungelernten türkischen Vater? Schwierig. Viele Kinder haben Wirtsleute als Eltern. Das kann auch gut gehen. Aber bei Ulvi haben wohl alle gedacht, dass er halt so wäre und dass da nicht mehr viel zu ändern ist. Ja, die Kulac-Eltern haben sich nicht sonderlich gekümmert, sie waren bequem und ließen Ulvi schalten und walten, wie es ihm gerade passte. Wie viele Menschen müssen Kollegen ertragen, die sie nicht leiden können oder die unübliche Sachen machen. Ulvi konnte die Schreie nicht mehr ertragen, was mich eigentlich wundert. Denn in einer Behindertenwerkstatt gibt es auch eine reine Betreuungsabteilung für Mehrfachbehinderte, die nicht arbeiten. Da wird sicher viel geschriehen, aber weniger an den Arbeitsplätzen. Ich habe regelmäßig in Behindertenwerkstätten zu tun. Leider erfüllten die Eltern ihm anscheinend fast jeden Wunsch. Wir wissen alle, wohin das führte. Ich meine dabei nicht nur die Missbrauchsfälle. Ich meine die Vertuschung Peggy betreffend.


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Peggy Knobloch

27.04.2019 um 12:47
Hathora schrieb:Er musste nicht mehr in die Behindertenwerkstatt, weil er die Schreie von anderen nicht mehr hören wollte, er musste nicht mehr zu seinen Arbeitsstellen, wenn sie ihm nicht mehr gefielen. Aber es wurde dafür gesorgt, dass er eine eigene Wohnung hat, dass er Geld für Alkohol und Nikotin, die Rede war sogar mal von Drogen, hatte. Da fand meines Erachtens gar keine Erziehung statt. Und Erziehung liegt nun mal grösstenteils in der Hand der Eltern.
Zu diesem Zeitpunkt war UK erwachsen also volljährig. Wenn er also nicht mehr in die Behindertenwerkstatt wollte und dort ausbüchste und auch sonst keiner Arbeit nachgehen wollte, dann haben da Eltern nur wenig zu melden. Erziehung ist da nicht mehr. Was den Eltern vorzuwerfen ist, dass sie sich keine Hilfe holten, als er aus dem Ruder lief. So war es halt bequemer.
Hathora schrieb:Ich verstehe nicht, warum bei Peggy, die im Gasthaus ihre Hausaufgaben machte, so ein Aufschrei deswegen stattfand (in Lichtenberg, in der BI und auch schon hier), und bei Ulvi nicht.
Da kann ich dir nur Recht geben.


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Peggy Knobloch

27.04.2019 um 13:08
@emz
emz schrieb:Zu diesem Zeitpunkt war UK erwachsen also volljährig.
Die Erziehung hätte schon vorher erfolgen müssen. Als Ulvi noch klein war und als Kind dann sowieso. Man hätte ihn schon beibringen können, was gut und böse ist und dass man nicht lügen darf. Das versteht ein achtjähriges Kind, als das der Ulvi ja gilt.
Aber wie Du schon richtig sagst: es war halt bequemer.
Annjosefa schrieb:Natürlich ist ein Wirtshaus kein Ort für die Kindererziehung. Aber wenn nun mal die Eltern Wirtsleute sind und eine eigene Gaststätte betreiben, dann ist es halt so. Irgend
Wenn es nicht anders geht, dann kann man für das Kind auch dort für Erziehung sorgen.


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Peggy Knobloch

27.04.2019 um 13:49
Annjosefa schrieb:Aber wenn nun mal die Eltern Wirtsleute sind und eine eigene Gaststätte betreiben, dann ist es halt so.
Also bitte :) Ich kenne mehrere ehemalige Kinder, deren Eltern ein Wirtshaus hatten. Wirtshaus heisst doch nicht, dass deswegen mal ein Kind aus dem Ruder laufen darf :) Und soooo wahnsinniger Betrieb wird dort auch nicht gewesen sein. Ausserhalb der Saison bestimmt nicht. Dieses Lichtenberg ist , schon im Sommer, ein unwirtliches Kaff, wer will da bei schlechtem Wetter hin?


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Peggy Knobloch

27.04.2019 um 14:12
@Frau.N.Zimmer
Frau.N.Zimmer schrieb:Dieses Lichtenberg ist , schon im Sommer, ein unwirtliches Kaff, wer will da bei schlechtem Wetter hin?
Da muss ich aber vehement widersprechen. Lichtenberg ist zu jeder Jahreszeit sehr reizvoll. Burg, Höllental, Frankenwald usw.
Frau.N.Zimmer schrieb:Wirtshaus heisst doch nicht, dass deswegen mal ein Kind aus dem Ruder laufen darf :) U
Andere Kinder aus Gastronomiebetrieben sind auch nicht "unerzogen". Aber es ist halt nicht der ideale Ort, an dem ein Kind aufwachsen sollte. Schon gar nicht ein geistig minderbemitteltes. Und schon zweimal nicht mit Eltern, die die Erziehungspflicht mit einem solchen Kind auf die leichte Schulter nehmen. Darum geht es, und nicht um irgendwelche anderen Kinder.


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Peggy Knobloch

27.04.2019 um 14:21
@Frau.N.Zimmer
Zumal die Schlossklause zwei Tage Ruhetag und an den restlichen Tagen auch nicht ganztägig geöffnet hatte, darauf lässt zumindest die Alibizeit für Donnerstag den 03.05.2001 schliessen

http://www.ulvi-kulac.de/urteil.html


Aus dem Vernehmungsprotokoll vom 24.6.02 ist eindeutig ersichtlich, wie man Ulvi zu der Aussage „geführt“ hatte,

Peggy sei um

15 Uhr zu ihm in die Wohnung gekommen.

 aufgestanden etwa 13 Uhr
 mit den Eltern etwas unterhalten und Mittag gegessen
 die Schwester in Issigau abgeholt und nach Naila zum Einkaufen gefahren
 nach dem Einkaufen die Schwester wieder nach Issigau zurückgefahren
 bei der Schwester in Issigau Kaffee getrunken
 nach dem Kaffeetrinken nach Hause gefahren.

Ulvi weiß nicht, wann er mit den Eltern wieder zu Hause war.

Vernehmer:

Also kann man sagen, so 14.30 Uhr ward Ihr wieder zu Hause.
Wann war denn die Schlossklause geöffnet, wenn an einem Nachmittag noch Zeit für ein o. aufgeführtes Programm gewesen ist?


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Annjosefa
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Peggy Knobloch

27.04.2019 um 15:27
Frau.N.Zimmer schrieb:Also bitte :) Ich kenne mehrere ehemalige Kinder, deren Eltern ein Wirtshaus hatten. Wirtshaus heisst doch nicht, dass deswegen mal ein Kind aus dem Ruder laufen darf
Genau das wollte ich mit dem Satz "Das kann auch gut gehen" sagen. Sorry, wenn ich mich nicht klar ausgedrückt hatte. "Dann ist es halt so": Damit wollte ich sagen, dass beide Eltern in der Wirtschaft arbeiten.
Frau.N.Zimmer schrieb:Dieses Lichtenberg ist , schon im Sommer, ein unwirtliches Kaff, wer will da bei schlechtem Wetter hin?
Das alte Lichtenberg ist ein wunderschönes, sehr reizvolles Städtchen, von unwirtlich absolut keine Spur. Man kann dort sehr wohl einen ganzen Nachmittag verbringen. Man kann herrlich spazieren gehen, die Aussicht vom Schlossberg genießen, die alten Häuser bewundern und schließlich einkehren. Es gibt mehrere Möglichkeiten dazu. Wer behauptet, Lichtenberg wäre ein unwirtliches Kaff, hat keine Ahnung oder keinen Sinn für malerische Kleinstädtchen. Schon von weitem, also von der Bundesstraße im Tal aus, sieht man die am Berg angenordneten Häuser und die Burg. Man bekommt Lust, dieses Städtchen nähers kennenzulernen. So erging es mir jedenfalls, als Peggy noch gar nicht geboren war. Klar, bei Nieselwetter wird sich niemand auf den Marktplatz setzen und bei Extremhitze auch nur wenige. ABER DAS IST DANN ÜBERALL SO. Lichtenberg ist ein schönes Ausflugsziel. Ich denke aber, dass sich in der Schlossklause eher einheimische Stammgäste aufgehalten haben. So sehr einladend wirkte dieses Gasthaus nicht auf mich, jedenfalls nicht von außen.


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Peggy Knobloch

27.04.2019 um 15:52
@Frau.N.Zimmer
@Annjosefa
Aufwachsen mit Wirt-Eltern ist durchaus nicht einfach. Die üblichen „Familienzeiten“ wie nachmittags, abends und am Wochenende sind oft anderweitig belegt. Das funktioniert nur, wenn die Eltern bewusst sich Zeit nehmen und nehmen können.
Ich kenne für beides Beispiele: wo es toll funktioniert hat und wo nicht.

Dass die Eltern K. aus heutiger Sicht nicht konsequent genug reagiert haben ist ja klar. Aber ehrlich: mal die Fragen an die Eltern unter Euch: macht man sofort eine Therapie wenn das Kind mal gelogen hat, vielleicht was gestohlen, den Freund geschlagen, Unterschrift gefälscht hat? Oder denkt man da nicht wirklich, dass das ne Phase wäre, schon wieder vorbeiginge und man alles im Griff hätte?

Die Vorwürfe an die Staatsanwaltschaft, nicht schon 2000 mit einer Unterbringung reagiert zu haben, kann ich teilweise nachvollziehen. Aber auch hier sehe ich, dass der Vorwurf mit heutigem Wissen eindeutiger gemacht werden kann. Aber damals? Da zeigt sich einer nach einer vermeintlichen Ersttat selbst an und signalisiert dadurch schon mal ein schlechtes Gewissen und einen Besserungswillen. Es liegt eine geistige Behinderung vor aber er steht nicht unter Betreuung. Das Gutachten weist Schuldunfähigkeit aus. Es hatte keine Gewalt oder auch nur Berührungen gegeben.
Hinterher ist man halt immer schlauer.


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Annjosefa
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Peggy Knobloch

27.04.2019 um 16:16
jaska schrieb:Es hatte keine Gewalt oder auch nur Berührungen gegeben.
Man muss sich mal vorstellen: Ein dicker, erwachsener Mann mit über 100 kg begeht sexuelle Handlungen vor einem 8-jährigen Kind. Ekelhaft !! Das ist ein großer Schock für das Kind. Dieses Bild wird der Junge wohl in seinem ganzen Leben nicht mehr vergessen. Das hat in meinen Augen schon auch mit Gewalt zu tun. Schuldunfähig? Geistige Behinderung? Für mich ist er geistig zurück geblieben und er wusste genau, was er tat und dass er das nicht hätte tun dürfen. Wäre es mein Kind gewesen, dann wäre es nicht so ohne weiteres davon gekommen, auch nicht im Jahre 1996 oder noch früher.


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Peggy Knobloch

27.04.2019 um 16:20
@Annjosefa
Ich seh das durchaus als Missbrauch und die Opfer tun mir unendlich leid!
Versuche nur, das soweit runterzubrechen, dass man die damaligen Entscheidung vielleicht versteht.


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Peggy Knobloch

27.04.2019 um 16:24
jaska schrieb:Dass die Eltern K. aus heutiger Sicht nicht konsequent genug reagiert haben ist ja klar. Aber ehrlich: mal die Fragen an die Eltern unter Euch: macht man sofort eine Therapie wenn das Kind mal gelogen hat, vielleicht was gestohlen, den Freund geschlagen, Unterschrift gefälscht hat? Oder denkt man da nicht wirklich, dass das ne Phase wäre, schon wieder vorbeiginge und man alles im Griff hätte?
Da gebe ich dir vollkommen Recht, dass man als Eltern nicht bei jeder Auffälligkeit seines Kindes, dieses gleich einer Therapie unterziehen lässt. Da müsste doch schon einiges zusammen kommen und zudem auch keine Besserung erkennbar sein.
Wenn man sich allerdings bereits in einer Situation befindet, wie Elsa K. sie schon 2000 Florians Mutter gegenüber äußerte, dann müsste man doch erkennen, dass einem als Elten gar nichts anderes übrig bleibt, als unverzüglich zu handeln.
EclipseFirst schrieb:Nachdem ihm sein Bruder von den schrecklichen Erlebnissen erzählt hatte, ging Markus zu seiner Mutter. Heike L., 39, war schockiert und stellte Ulvis Mutter Elsa K. zur Rede. Da brach es aus ihr heraus: "Was ich schon alles mitgemacht habe, immer muss ich mit der Angst leben, dass Ulvi etwas anstellt." Elsa K. versprach, ihren Sohn in Behandlung zu geben - doch zunächst passierte nichts.
EclipseFirst schrieb:Und das, obwohl Ulvis Mutter bereits 1998 ein Gutachten in Auftrag gegeben hatte, das seine pädophilen Neigungen belegte.
Deswegen haben Ulvis Eltern nicht nur aus heutiger Sicht, sondern bereits aus damaliger Sicht ein fatales Versäumnis begangen, indem sie nicht nur
jaska schrieb:nicht konsequent genug reagiert haben
sondern keinerlei Konsequenzen aus der Erfahrung mit ihrem Sohn zogen.


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Annjosefa
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Peggy Knobloch

27.04.2019 um 16:32
Es ist halt so wie in anderen Dingen auch:
Eine extrem gefährliche Straßenführung wird erst dann entschärft, wenn es mehrere schwere Unfälle mit Toten gegeben hat, nur um ein Beispiel zu nennen.


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Peggy Knobloch

27.04.2019 um 16:37
Annjosefa schrieb:Es ist halt so wie in anderen Dingen auch:
Eine extrem gefährliche Straßenführung wird erst dann entschärft, wenn es mehrere schwere Unfälle mit Toten gegeben hat, nur um ein Beispiel zu nennen.
Richtig, erst wenn es zu spät ist.
Und die tickende Zeitbombe Ulvi, wie @otternase es so treffend formulierte, wurde erst im September 2001 entschärft.


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Peggy Knobloch

27.04.2019 um 17:26
@kätzchen4
kätzchen4 schrieb:sondern keinerlei Konsequenzen aus der Erfahrung mit ihrem Sohn zogen.
Sehe ich nicht so. Die haben immer wieder was gemacht. Immer mal was versucht, wenn das dann schief ging oder einschlief ist man nicht am Ball geblieben. Deshalb bleibe ich bei „nicht konsequent genug“.
Den Eltern war seit mind. 1996 bekannt, dass es hier Probleme gibt. Aber zwischen den berichteten Vorfällen lag wohl immer einige Zeit. Jedenfalls genug, um sich in bequemer Sicherheit zu wiegen.

Was wurde gemacht? Eine Therapie begonnen, die Selbstanzeige, den Job gesucht bei der Spedition, das Gutachten in Auftrag gegeben, der Besuch bei der Prostituierten... sicher auch Gespräche innerhalb der Familie, vielleicht mit Ärzten oder Freunden?


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Annjosefa
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Peggy Knobloch

27.04.2019 um 19:31
jaska schrieb:sicher auch Gespräche innerhalb der Familie
Diese Gespräche kann ich mir sehr gut vorstellen:
Wenn du das nicht mehr machst, dann bekommst du ein extra großes Schnitzel und ein großes Bier dazu, oder doch lieber eine große Cola?
Wenn du das noch einmal machst, dann wird dir dein Taschengeld gestrichen.
Und wenn du sagst, dass du mit uns beim Kaffeetrinken in Issigau warst, hast du ein Alibi und du kannst nicht weggesperrt werden.


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Peggy Knobloch

28.04.2019 um 01:52
jaska schrieb:Sehe ich nicht so. Die haben immer wieder was gemacht. Immer mal was versucht, wenn das dann schief ging oder einschlief ist man nicht am Ball geblieben. Deshalb bleibe ich bei „nicht konsequent genug“.
Ich kann durchaus verstehen, wie Du die Angelegenheit siehst. Dass Ulvis Eltern, respektive die Mutter in ihrer Verzweiflung immer mal was versuchte, will ich auch gar nicht in Abrede stellen und wir können auch gerne diese Versuche als „nicht genügend konsequent“ stehen lassen.
Die letztendlich erforderliche Konsequenz fehlte am Schluss trotzdem. Ich bin mir auch bewusst, dass diese schwierige Situation für Ulvis Eltern mit Sicherheit nicht einfach gewesen ist und sie damit auch vollkommen überfordert waren. Spätestens nach den gescheiterten Versuchen und dem bis dahin „schon mitgemachten“, hätte man erkennen müssen, dass der Sohn professionelle Hilfe benötigt und präventive Maßnahmen erforderlich sind und zwar solche Maßnahmen, denen er sich nicht nach Belieben entziehen hätte können.

Dass aber gerade diese Menschen, die hier in meinen Augen erhebliche Fehler begingen, damals und auch heute noch, die Dreistigkeit besitzen, die Schuld dann auch noch bei den Opfern und deren Angehörigen zu suchen, während sie selber sich keinerlei Schuld eingestehen, ist für mich nicht mehr nachvollziehbar.

Ausgerechnet EK erlaubt sich sogar, vor der Mutter der sexuell missbrauchten und ermordeten Peggy auszuspucken.
Das ermordete Kind wird schamlos durch den Dreck gezogen, die Mutter gleich mit dazu, als wollte man zum Ausdruck bringen, das musste ja so kommen, die Schuld tragen sie doch selbst. Und weil das nicht genügt wird auch noch die Mutter beschuldigt, für den Tod ihrer eigenen Tochter verantwortlich zu sein.
Andere missbrauchte Kinder werden beschuldigt, den armen Ulvi geradezu aufgefordert zu haben die sexuellen Missbräuche zu begehen. Unterm Strich wird Ulvi als Opfer dargestellt.

Auch wenn diese schmutzigen Anschuldigungen nicht direkt von Ulvis Eltern kommen, sondern durch Ulvis Betreuerin GR in die Öffentlichkeit gelangen, Einhalt hätten sie ihr allemal gebieten können, und zwar schon vor vielen Jahren, nämlich zu einem Zeitpunkt da sie noch in der Lage gewesen wären, ein klares „halt, bis hierhin und nicht weiter“ auszusprechen. Stattdessen wurden alle Schmutzkampagnen der Betreuerin, von Ulvis Eltern noch wohlwollend abgenickt.

Sie scheinen sich doch tatsächlich keinerlei Schuld bewusst zu sein.


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Peggy Knobloch

28.04.2019 um 03:13
@kätzchen4
Diese Scheinheiligkeit und Unverfrorenheit waren es, die mich da zum "Tiefergraben" animiert haben. Seh ich genauso kritisch wie Du. Sowas geht gar nicht. Ein Mordopfer hat nie Schuld und schon gar nie ein neunjähriges Mädchen!

@all
Noch was Interessantes, was mir auffiel:

RA Euler hatte ja 2010 in einem Schreiben an Dr. Kröber irre viele Passagen aus den Akten aufgelistet, häufig ohne genaue Datumsangaben.


Ein Abschnitt ist im Zusammenhang mit der Tonbandaufnahme sehr interessant. Und zwar spricht Ulvi K. offenbar Monate später mit Dr. Kröber über das Zustandekommen der Geständnisse und die verschiedenen Varianten. Wir erinnern uns: das Gespräch zwischen Vater und Sohn fand am 24. Juli 2002 statt, einem Mittwoch.


Schreiben RA Euler an Dr. Kröber, 15. Oktober 2010
http://web.archive.org/web/20111102154558/http://www.ulvi-kulac.de/html/aktuelles.html
(Wie sein Vater reagiert habe auf seine Beschuldigung, der Vater hatte die Leiche verräumt?) Er habe sich beim Vati entschuldigt. Mittwoch, wie die Kripo ihn abgeholt habe, habe er zum Vati gesagt: Vati, es tut mir leid, ich sag' die Wahrheit. Er habe sie nicht entführt und nicht umgebracht, und der Vati habe sie nicht verräumt. Es tue ihm leid, dass er den mit rein gezogen habe. Dann haben die gefragt, ob sie seine Mutter holen sollen Da hatten die die Mutter geholt, und dann habe er mit der Mutter gesprochen, der Mutter habe er die Wahrheit gesagt. Er habe die Peggy nicht entführt und nicht umgebracht und nicht verräumt.
(Auf Frage) Das sei vor den Videoaufnahmen gewesen. (Dann habe er hinterher also doch gesagt, dass er es war?) Weil die ihm wieder nicht geglaubt haben. Das haben die wieder nicht geglaubt an dem Mittwoch.
Wie gesagt, das genaue Datum fehlt, Dr. Kröber schliesst sein damaliges Gutachten am 19. Oktober 2002 ab.
Was auffällt:
  • sicherer Umgang mit den Wochentagen, zweimal Verweis auf Mittwoch
  • zeitliche Einordnung dieses Gesprächs insofern richtig, dass tatsächlich noch danach noch eine Videotatrekonstruktion durchgeführt wurde, am 30. Juli 2002
  • die sehr abweichende Wiedergabe des Gesprächsinhaltes; während wir mittlerweile wissen, dass Ulvi K. tatsächlich während dieses Gespräches versuchte, seinen Vater davon zu überzeugen, dass er das Mädchen getötet hatte und Manuel S. dabei war, so schildert er Dr. Kröber gegenüber nachdrücklich genau das Gegenteil: er habe an dem Tag sogar beiden Elternteilen gesagt, dass er mit der Tat nichts zu tun habe


Ich persönlich bekomme diese Dinge nur in Einklang, wenn ich Ulvi K. mehr Intelligenz und Erinnerungsvermögen belasse als es allgemeinhin gerne verbreitet wird und indem ich hinter dem Widerruf des Geständnisses eine Taktik vermute.

Es wäre dennoch interessant, wie diejenigen, die das Mordgeständnis für falsch erachten und den Schilderungen des Mannes keinerlei Treffsicherheit bescheinigen, diese Punkte erklären. Wie kann Jemand ohne Gefühl für Zeit oder Orte oder Fakten so detailliert Gespräche in zeitlicher Abfolge schildern und sich sogar noch an die Wochentage erinnern und dann wiederum die Gesprächsinhalte völlig konträr wiedergeben?


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Peggy Knobloch

28.04.2019 um 09:11
jaska schrieb:Wie kann Jemand ohne Gefühl für Zeit oder Orte oder Fakten so detailliert Gespräche in zeitlicher Abfolge schildern und sich sogar noch an die Wochentage erinnern und dann wiederum die Gesprächsinhalte völlig konträr wiedergeben?
@jaska
ich wäre auch sehr daran interessiert hinter das 'Geheimnis' von UK zu kommen.. aber in erster Linie ist mir immer noch an der kompletten Aufklärung gelegen.. da frage ich mich immer wieder, warum reichten die Mittel bisher nie aus, den Fall vom Motiv, über die Tat bis zur Verbringung, aufzuklären.. - und warum sollte ein Manuel S. sich (des Mordes) unschuldig in die Geschichte verstricken lassen und die Verbringung gestehen, wenn er doch selbst gar nicht wissen will, was vor der ominösen Bushaltestennübergabe passiert ist?

du bist ja ohne Zweifel in diesem Fall sehr belesen.. gibt es denn weitere Aussagen von Ulvi K. in denen er sich auf Wochentage bezieht? - kann man denn sicher sein, dass UK diese 'Vielfalt' an konträren Aussagen bewusst steuert?

Lässt sich anhand von zwei Verweisen auf einen Mittwoch tatsächlich ein
jaska schrieb:sicherer Umgang mit den Wochentagen
ableiten? - oder ist der Mittwoch nur eine Art Lieblingswochentag von UK, der ihm einfach so als erstes einfällt? Taktik oder Zufall.. ?


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Peggy Knobloch

28.04.2019 um 09:52
@jaska
Ich fühle mich hier mal angesprochen, obgleich ich mir nicht sicher bin, dass Kulac nicht beteiligt war, ich denke, das kann niemand sein.
jaska schrieb:Es wäre dennoch interessant, wie diejenigen, die das Mordgeständnis für falsch erachten und den Schilderungen des Mannes keinerlei Treffsicherheit bescheinigen, diese Punkte erklären.
Das wird Dir wohl kaum jemand erklären, weil Du den Leuten, welche an der Täterschaft für Zweifel haben, häufig unzutreffende Dinge in deren Ansichten hineininterpretierst.

Ich wüsste nicht, dass diese Leute von nicht vorliegender „Treffsicherheit“ und nicht ausreichendem „Erinnerungsvermögen“ ausgehen. Sie behaupten ja eher das Gegenteil, weil sie sich meist auch auf die Aussagen des anderen Gutachtens beziehen, das lautet, dass Kulac in der Lage war, Geschichten zu erfinden und sie auch in Teilen zu behalten. Dabei wurde klar und deutlich gesagt, dass Kulac dabei dem Gegenüber nach dem Mund redet.

Und letzteres ist bei seinen Aussagen ein Problem, nicht das Erinnerungsvermögen, nicht das Defizit Geschichten zu erfinden, nicht die Treffsicherheit. Und dieses gutachterlich festgestellte nach dem Mund reden ist eben ein großes Problem bei den Aussagen von Kulac.

Wie im Fall der Haftprüfung von MS durch das LG nun auch offenbar gesagt wurde, dass – trotz neuer Tatsachen - die Geständnisse sich nicht eignen voreilige Schlüsse zu ziehen, ist genau diesbzgl. eine Bestätigung.

Außerdem fällt ja schon eine deutliche Diskrepanz auf. Die scheinbare Richtigkeit der Kulac-Bemerkung gegenüber Kröber bzgl. der zeitlichen Zuordnung der Videoaufzeichnungen ist nur reininterpretiert. Er spricht selber, dass die Videoaufzeichnungen danach erfolgt seien. Du (oder war es gar Kröber) versuchst diese Diskrepanz zur Wirklichkeit glatt zu bügeln, indem Du sagst, dass AUCH Videoaufzeichnungen danach erfolgten.

Was die Kenntnis von Wochentagen hier eine Bedeutung haben soll, erschließt sich mir nicht. Tage ist etwas anderes als kurze Zeiträume, die Ermittler gaben selber im zweiten Verfahren an, dass für Kuklac vieles immer 10 Minuten dauerte.

Du siehst, es ist in Wirklichkeit viel komplexer, als einige das hier wahr haben wollen, da schließe ich mich dem Beschluss der LGs voll und ganz an.

Und Kulac schildert im Gespräch mit seinem Vater einen doch deutlich anderen Tatablauf. Immerhin würde diese Version den Mordvorwurf nicht mehr rechtfertigen. Wie @Andante und ich schon gesagt haben, das wäre dann vielleicht „nur“ fahrlässige Tötung oder Körperverletzung mit Todesfolge (was genau, müsste ein Gericht feststellen) aber gewiss kein Mord aus Verdeckungsabsicht. Was hat Kröber denn damit angefangen? Hat er ihn für unlogisch erachtet? Auch folgen nur wenige dieser Erzählung hier wirklich, sie versuchen weiteres zu erfinden, was für einen Wert hat es dann? Ich denke, vor dieser Frage stand das LG ebenfalls und - falls es zu einer Anklage kommt - werden die Gerichte in der Zukunft stehen.


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Peggy Knobloch

28.04.2019 um 10:37
FadingScreams schrieb:und warum sollte ein Manuel S. sich (des Mordes) unschuldig in die Geschichte verstricken lassen und die Verbringung gestehen, wenn er doch selbst gar nicht wissen will, was vor der ominösen Bushaltestennübergabe passiert ist?
Wo kann man herauslesen, dass er nichts von der Vorgeschichte weiß?

Ich hatte auch hier Beitrag von emz, Seite 4.450 schon einen Sachverhalt nachgefragt. "Da frage ich mich doch, woher du wissen willst, was MS erwähnte und was nicht." Eine Beantwortung steht bislang aus.


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