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Wo ist Katrin Konert?

12.288 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, 2001, Januar ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Wo ist Katrin Konert?

Wo ist Katrin Konert?

29.12.2025 um 15:39
@Herbstkind Ich denke, wir sprechen hier weniger über einen tatsächlichen Widerspruch, sondern vielmehr ein wenig aneinander vorbei, weil wir offenbar unterschiedliche Ansichten anders gewichten.

Dass es viele Vermisstenfälle gibt, in denen Personen relativ schnell gefunden werden, stelle ich ja nicht in Abrede – für die Beurteilung im Fall Katrin sind diese Fälle mMn jedoch nur eingeschränkt aussagekräftig.

Entscheidend ist aus meiner Sicht nicht die allgemeine Zugänglichkeit von (Wald-)gebieten, sondern wo und unter welchen Umständen eine Ablage erfolgt sein könnte. Die von mir angesprochenen „Nicht-Orte“ wären ja gerade dadurch gekennzeichnet, dass dort üblicherweise keine Spaziergänger, Pilzsammler oder Gassi-Geher unterwegs sind.

Das angeführte Gegenbeispiel eines Fundes nach etwa einem Jahr in schwer zugänglichem Gelände widerspricht meiner Annahme auch nicht, sondern bestätigt vielmehr die „Rolle des Zufalls“. Ob ein Leichenfund nach Monaten oder nach vielen Jahren erfolgt, hängt doch weniger von der vergangenen Zeit als von der Gelegenheit, dem Gelände, ggf. Suchaktionen und späteren (baulichen/örtlichen/Besitz-)Veränderungen ab – unabhängig davon, ob ein Leiche vergraben wurde oder nicht.

Die von mir genannten Fälle sollten zeigen, dass ein langfristiges Unentdecktbleiben ohne Vergraben, teils sogar in relativer Nähe zu bewohnten oder zugänglichen Bereichen, keine seltenen Ausnahmen darstellen.
Dass die Zahl der bekannten Fälle überschaubar ist oder scheint, erklärt sich mEn auch daraus, dass nur aufgefundene Fälle überhaupt in solche Überlegungen als Beispiel eingehen können.

Für diesen Fall hier, finde ich zumindest, ist das jahrelange Ausbleiben eines Leichenfundes kein belastbares Argument gegen eine Ablage an einem abgelegenen Ort und ebenso wenig ein Hinweis darauf, dass zwingend eine Vergrabung erforderlich gewesen wäre.
Die Fälle zeigen teilw. auch, dass Orte über (sehr) lange Zeit unentdeckt bleiben können, ohne dass ein Täter fotlaufend Einfluss hatte oder Kontrolle ausüben musste.

Es bleibt wie gesagt ein Risiko – aber eines, das nachweislich immer wieder eingegangen wurde und in nicht wenigen Fällen auch über lange Zeit „funktioniert“ hat.

@HaRuKa - Dass es bislang schlicht Glück oder Zufall gewesen sein könnte, ist für mich absolut plausibel. Ein sogenannter „perfekter“ Ablageort setzt mEn keine perfekte Planung voraus. Auch bei einer spontanen Tat handeln Täter doch nicht unbedingt völlig chaotisch, sondern greifen auf bekannte, (für sie) naheliegende oder zumindest gedanklich verfügbare Orte zurück – insbesondere im "Ausnahmezustand", würde man doch wahrscheinlich das eher Vertraute wählen.

Ein solcher Ablageort muss mEn also weder langfristig durchdacht oder „strategisch perfekt“ sein, um über Jahre unentdeckt zu bleiben. Oft genügt eine Kombination aus Abgeschiedenheit, fehlender/sporadischer späterer Nutzung und schlichtem Zufall.
Dass dies im Nachhinein wie „Planung“ wirkt, ergibt sich mEn doch erst in der Retrospektive eines entdeckten Ablageortes.

Daraus einen privaten, nur vom Täter kontrollierten, Ablageort abzuleiten, ist daher, für mich, keine zwingende Schlussfolgerung. Ein solch privater Ort ist eine mögliche Hypothese – aber kein logischer Zwang.

Kurz gesagt: Das bisherige "Nichtfinden" lässt sich ebenso gut durch Zufall und spontane Entscheidungen erklären wie eben auch durch bewusste Kontrolle des Ablageortes.
Nur die Wahrscheinlichkeit, dass Katrin an einem öffentlichen, viel genutztem Ort wäre, wird mEn deutlich geringer.

Beides bleibt also möglich – das eine schließt das andere ja nicht aus – verzwickt, wie der ganze Fall.


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29.12.2025 um 15:41
Zitat von 2cent2cent schrieb:Da Du @Grillage denn Fall Jenni Scharinger ansprichst - auch hier das Verschwinden im Jänner, die Leiche war nicht vergraben, weder am ersten Ablageort, noch am Letzten, in den die Leiche, mEn aufgrund der Suchaktionen im Bereich des ersten Ortes, nach rund zwei Monaten schlußendlich verbracht wurde.
Beides wären für mich „halb-öffentliche“ Räume; der Windgürtel ist kein wirklicher „Ort“ für einen Ausflug oder ähnliches und auch der Wald (Teil des Truppenübungsplatzes) mEn nicht. Dort lag sie ja fast 7 Jahre lang, ohne dass etwas bemerkt wurde.
Zitat von HerbstkindHerbstkind schrieb:Natürlich aber solche Verbringungen sind doch eher selten, so einige werden doch gerne von Spaziergängern oder Pilzsammler gefunden.

Ich glaube hier in unseren Wäldern wäre das bspw. ziemlich unwahrscheinlich da wen derart auf diese lange Zeit zu verbringen. Es sind gerade jetzt viele Leute unterwegs und das auch im tiefsten Dickicht.
Im Prinzip stimmt das, die meisten Waldflächen in Deutschland sind ja nicht Wald, sondern Forst, also Flächen die sogar recht intensiv bewirtschaftet werden. Aber bei mir in der Nähe gibt es z.B. auch so einen Truppenübungsplatz. Der ist für die Allegmeinheit streng gesperrt. Einmal im Jahr gibt es dort einen Wandertag, bei dem sich hunderte von Leuten dort bewegen, allerdings auf ausgewiesenen Routen und an jeder Ecke steht ein Schild, dass man die Wege wegen Blindgängergefahr nicht verlassen darf. Obwohl dort regelmäßig Manöver und Übungen stattfinden, kriechen dort dann keine Soldaten durchs Unterholz, eben wegen der Blindgängergefahr, sondern machen Übungsfechte in Kulissenhäusern und Schießübungen auf speziellen Schießanlagen.
Außerdem gibt es hier ein Biosphärenreservat mit Kernzone, in der die Flächen weder forstlich bewirtschaftet werden noch darf die Betreten. Das kriechen also auch keine Pilzsammler rum (denn wenn die von den Rangern erwischt würden, würde das richtig teuer werden.
Insofern gibt es natürlich überall in Deutschland auch prinzipiell öffentlich zugängliche Stellen, also Stellen, an die man, wenn man will recht leicht hinkommt, an denen aber trotzdem niemand zufällig vorbeikommt.

Aber wenn wir jetzt bei der angesprochenen Methode Keatley's Winthropping bleiben, dann wäre eine Vorraussetzung für so eine Stelle, dass der Täter diese erstmal prinzipiell kennt, die Regelungen zum Betreten (oder besser zum "Nicht-Betreten") kennt und dass das "die Leiche soll niemals oder erst möglichst spät gefunden werden" auch entsprechend wichtig für ihn ist, damit der diese Option auswählt. Im Vergleich zum "einfach in den nächstgelegenen Wald fahren" erfordert das ja schon mehr logistischen (weitere Distanz) und auch mehr planerischen Aufwand (halt drübernachdenken, ob man so eine Stelle kennt).

Deshalb würde ich davon ausgehen, dass wenn der Täter so einen Ort ausgewählt haben sollte, die Ablage nicht noch am gleichen Abend umgesetzt wurde, sondern dass dann die Leiche erst irgendwo zischengelagert wurde und die endgültige Verbringung erst an einem der Folgetage erfolgte.
Zumindest von den drei jüngeren Tatverdächtgen und von Joachim wissen wir ja, dass sie an dem Abend nur ein relativ enges Zeitfenster gehabt haben, um das zu erledigen (Joachim weil er zu Hause war, als Familie Konert dort aufschlug um nach Katrin zu fragen), das meiner Meinung nach dafür eher nicht ausreicht. Kurt hätte an dem Abend wohl ausreichend Zeit gehabt (aber auch die Möglichkeit der Zwischenlagerung und andere Versteckmöglichkeiten als im öffentlich zugänglichen Raum) und von Ralf wissen wir es nicht sicher.


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29.12.2025 um 16:05
Zitat von 2cent2cent schrieb:Beides bleibt also möglich – das eine schließt das andere ja nicht aus – verzwickt, wie der ganze Fall.
Genau so ist es, danke für deinen Beitrag.
Ich "hoffe" vielleicht etwas auf einen privaten Ablageort. Einzig und allein deshalb weil dadurch der Bezug zum Täter gegeben ist.


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29.12.2025 um 21:46
Zitat von 2cent2cent schrieb:Ich hatte bislang nicht den Eindruck, dass eine Leiche bei der Ablage zwingend vergraben werden muss, um lange unentdeckt zu bleiben – ebenso wenig, dass solche Konstellationen so selten wären, dahingehend überrascht mich Deine Einschätzung.
Das sehe ich genauso. Zumal eine gute Bekannte von mir, die seit Jahrzehnten als Bestatterin arbeitet, mir mal in einem längeren Gespräch über ihre Arbeit erzählt hat, sie würde gar nicht so ganz selten Leichengeruch wahrnehmen, wenn sie in der Natur unterwegs ist. Und ein Verwechseln mit verendeten Tieren hat sie auch ausgeschlossen, meinte, das riecht schon anders. Sie ist in unmittelbarer Nähe eines sehr großen Waldgebietes zuhause und dort recht viel unterwegs.
Ich war schon sehr erstaunt aufgrund ihrer Schilderungen.
Einmal habe ich einen Vermisstenfall aus nächster Nähe erlebt. Der Vermisste war krank und wurde im Hochsommer einige Wochen gesucht. Ich habe mich etliche Male in dieser Zeit in großer Nähe zum späteren Auffindeort aufgehalten, vielleicht 15 m Abstand gehabt, er lag allerdings in einem geschlossenen Bauwagen. Wahrgenommen habe ich nichts, trotz sommerlicher Hitze. Dagegen habe ich an anderer Stelle einmal tagelang so intensiven Verwesungsgeruch wahrgenommen, dass ich schließlich die örtliche Polizei informiert habe. Vermutlich war es nur ein verendetes Reh o.ä., aber man weiß ja nie. Und ich würde den Unterschied sicherlich nicht merken.

Ich denke, man darf nicht vergessen: Es entwickelt sich ein intensiver Geruch, aber der vergeht eben auch wieder, und dann sorgen oft Wildtiere für ein übriges. Da bleibt nicht unbedingt viel an seinem alten Platz, und ein Auffinden im Unterholz ergibt sich nur, wenn jemand direkt darüber stolpert. Oder eben dort Pilze sucht o.ä.


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29.12.2025 um 22:48
Zitat von 2cent2cent schrieb:Ich hatte bislang nicht den Eindruck, dass eine Leiche bei der Ablage zwingend vergraben werden muss, um lange unentdeckt zu bleiben – ebenso wenig, dass solche Konstellationen so selten wären, dahingehend überrascht mich Deine Einschätzung.
Zitat von HaRuKaHaRuKa schrieb:Es muss prinzipiell ja auch ein Ort sein, der mit einem Fahrzeug erreichbar ist. Sei es über Straße oder Waldweg. Vom Fahrzeug dann schleppt man eine Leiche auch nicht kilometerweit, sondern vielleicht (höchstens) wenige hundert Meter.
Zitat von 2cent2cent schrieb:Für diesen Fall hier, finde ich zumindest, ist das jahrelange Ausbleiben eines Leichenfundes kein belastbares Argument gegen eine Ablage an einem abgelegenen Ort und ebenso wenig ein Hinweis darauf, dass zwingend eine Vergrabung erforderlich gewesen wäre.
Sollten die sterblichen Überreste außerhalb von Bergen zu finden sein, so ist der Transport mit einem Fahrzeug wohl unerlässlich. Natürlich treten dadurch alle im Umkreis befindlichen und befahrbare Wald- und Forstwege in den Vordergrund. Trotzdem sollte man auch hier die Witterungsverhältnisse mit in die Ermittlungen einbeziehen. Es herrschte im Vorfeld Dauerfrost, was natürlich auch durch harten, gefrorenen Boden Möglichkeiten schuf, gewisse Örtlichkeiten außerhalb von geschaffenen Wegen zu erreichen. Zuletzt noch ein weiterer Denkanstoß in dieser Beziehung. Ein Ablageort im Wald muss nicht unbedingt gleichbedeutend damit sein, dass Katrin zu dieser Zeit bereits tot war. Der Täter könnte sie unter Androhung von Gewalt auch fußläufig zu einer Örtlichkeit verbracht und erst dort getötet haben. Diese Variante macht das Suchfeld um Bergen nicht mehr eingrenzbar.
Zitat von Tita1992Tita1992 schrieb:Das sehe ich genauso. Zumal eine gute Bekannte von mir, die seit Jahrzehnten als Bestatterin arbeitet, mir mal in einem längeren Gespräch über ihre Arbeit erzählt hat, sie würde gar nicht so ganz selten Leichengeruch wahrnehmen, wenn sie in der Natur unterwegs ist. Und ein Verwechseln mit verendeten Tieren hat sie auch ausgeschlossen, meinte, das riecht schon anders.
Ohne deiner Bekannten zu nahe treten zu wollen und ihr einen gewissen sensibilisierten Geruchssinn hinsichtlich verwesendem Leben einzugestehen, so glaube ich doch, dass die Wälder nur in sehr geringem Maße mit sterblichen und vor allem gerade verwesenden Überresten von Menschen bestückt sind.


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29.12.2025 um 23:05
Zitat von Tita1992Tita1992 schrieb:Ich denke, man darf nicht vergessen: Es entwickelt sich ein intensiver Geruch, aber der vergeht eben auch wieder, und dann sorgen oft Wildtiere für ein übriges. Da bleibt nicht unbedingt viel an seinem alten Platz, und ein Auffinden im Unterholz ergibt sich nur, wenn jemand direkt darüber stolpert. Oder eben dort Pilze sucht o.ä.
Hinzu kommt noch die Witterung im Januar. Ich kann mir vorstellen, dass die Leiche gar nicht erst angefangen hat zu verwesen ist, jedenfalls nicht so intensiv, dass Geruch entsteht. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt geht das deutlich langsamer als bei warmer Witterung.

Ich hab heute noch drüber nachgedacht, als ich beim Spaziergang drei Rehe gesehen habe. Obwohl ich viel im Wald und in Feldern unterwegs bin, hab ich erst einmal einen stinkenden Reh-Kadaver gefunden (wenige Meter vom Weg, hat extrem grochen). Die meisten größeren Tiere, die da täglich im Wald verenden (Rehe, Wildschweine, Füchse, Dachse, Waschbären etc.) werden also offenbar vorher von Aasfressern verschleppt, zerteilt und aufgefressen, ansonsten müsste man doch ständig größere Kadaver im Wald riechen. Insofern kann ich mir vorstellen, dass auch eine menschliche Leiche recht schnell verschwindet.
(Wobei ein Verschleppen der Einzelteile durch Tiere vielleicht sogar ein Auffinden begünstigen könnte, wie im Fall Sonja Engelbrecht oder Emile aus Frankreich, wo die Leiche erst gefunden wurde, nachdem Tiere wohl größere Knochen von einer versteckten Stelle an eine besser einsehbare verschleppt hatten.)
Zitat von TriquetrumTriquetrum schrieb:Ohne deiner Bekannten zu nahe treten zu wollen und ihr einen gewissen sensibilisierten Geruchssinn hinsichtlich verwesendem Leben einzugestehen, so glaube ich doch, dass die Wälder nur in sehr geringem Maße mit sterblichen und vor allem gerade verwesenden Überresten von Menschen bestückt sind.
Ne, das kann ich auch nicht glauben. Was sollen das denn auch für Menschen sein? Die müssten ja eben auch irgendwo vermisst werden, wenn sie dort im Wald vor sich hinverwesen.
Ich denke auch nicht, dass man menschlichen Verwesungsgeruch von tierischem unterscheiden kann. Die Prozesse sind die gleichen. Wiederkäuer und Pferde fangen schneller an zu stinken, weil sie ein riesiges Magen-Darm-System haben und die Bakterien darin Verwesungsprozesse beschleunigen. Aber sie riechen nicht anders als verwesende Menschen.


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29.12.2025 um 23:22
Natürlich liegen nicht unendlich viele Tote überall in den Wäldern und Fluren herum. Allerdings dort, wo sie lebt, passiert sowas tatsächlich hin und wieder. Das hat seine Gründe und die Menschen werden auch vermisst, aber nicht unbedingt gefunden. Mehrere sind durch Knochenfunde nach Wildschweinfrass allerdings zumindest teilweise wieder aufgetaucht. Klingt seltsam, lässt sich zumindest dort aber logisch erklären.

Ich denke auch, dass im Januar oder überhaupt im Winter sicherlich weniger Verwesung/Geruch entstehen, keine Frage. Dennoch sind auch dann sicherlich Wildtiere/Aasfresser unterwegs und können auch dazu beitragen, dass eben nichts gefunden wird. Bekleidung, Schuhe, sowas schon, vorausgesetzt, der Mensch war bekleidet. Mir ist auch schon mehrfach aufgefallen, dass man in den Wäldern, wo doch immer wieder etliche Tiere verenden müssen, recht wenig riecht. Hin und wieder nehme ich (auch viel mit Hund & Pferd unterwegs) aber entsprechende Gerüche doch wahr, mal stärker, mal schwächer, meist nicht so anhaltend wie in dem besagten einen Fall.

Einen Unterschied im Geruch zwischen Mensch und Tier kann ich selbst mir schon vorstellen, insbesondere, wenn es sich um ein nicht fleischfressendes Tier handelt. Kann, muss aber nicht - ich kann es nicht beurteilen. Meine Bekannte hingegen war sich da sehr sehr sicher.


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29.12.2025 um 23:25
Zum Thema Leichen im Wald:

Ich hatte, leider, in meinem näheren Umfeld ein Erlebnis, das mich etwas nachdenklich gestimmt hat.
Der Sohn einer befreundeten Familie war verschwunden und wurde Monate später tot in einem Zelt in einem Wäldchen gefunden. Von Wasserwerkern, die Proben nehmen wollten.
Ich habe mir die Stelle angesehen und war überrascht, wie er so lange unentdeckt dort liegen konnte. Das Gebiet an sich ist gut frequentiert, auch von Leuten mit Hunden.
Trotzdem war es erstaunlich schlecht einsehbar und gerochen hat es offenbar auch nicht auffällig.
Aus den umliegenden Häusern waren scheinbar nie Kinder in diesem Wäldchen, um eine Höhle zu bauen oder herumzustromern, sonst hätten sie das Zelt und das kleine Lager drumherum sicher gefunden.

Was ich sagen will: es war keine besonders abgelegene Stelle, kein undurchdringliches Dickicht, er war nicht vergraben - und trotzdem wurde er nur zufällig gefunden.


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29.12.2025 um 23:33
Zitat von FyraFyra schrieb:Was ich sagen will: es war keine besonders abgelegene Stelle, kein undurchdringliches Dickicht, er war nicht vergraben - und trotzdem wurde er nur zufällig
Glaube ich sofort - wie schon geschrieben habe ich mich wochenlang wenige Meter neben einem Bauwagen, in dem ein Toter lag, im heißen Hochsommer mehrfach pro Woche aufgehalten - und nichts bemerkt, obwohl ich wusste, dass in in unmittelbarer Nähe jemand vermisst wurde. Zwischen mir und dem Bauwagen lag ein Erdwall, so dass ich den Bauwagen nicht sehen konnte, aber ich wusste sehr wohl von seiner Existenz, war kurz vorher erst dort gewesen und hatte hineingeschaut (VOR dem Vermisstenfall).
Der Vermisste war schwer krank und ist daran auch gestorben, aber der Bauwagen - und das fand ich auch ganz furchtbar - stand noch Jahre später am selben Fleck.


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29.12.2025 um 23:39
Zitat von Tita1992Tita1992 schrieb:und das fand ich auch ganz furchtbar - stand noch Jahre später am selben Fleck.
Das ist wirklich gruselig…
Zitat von Tita1992Tita1992 schrieb:. Zwischen mir und dem Bauwagen lag ein Erdwall, so dass ich den Bauwagen nicht sehen konnte,
Man ist sich oft nicht bewusst, wie unübersichtlich es an solchen Orten sein kann


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29.12.2025 um 23:57
Zitat von FyraFyra schrieb:Das ist wirklich gruselig…
Das fand ich auch. Ja, der Mann ist eines natürlichen Todes gestorben, aber hätte man den Wagen nicht wegziehen und entsorgen können? Oder wenigstens sichern/absperren? Nö, wurde offenbar nicht für notwendig befunden.

Der Wagen, der als eine Art Jagdhütte diente, stand in einem schmalen, ganz lichten Waldstreifen. Überhaupt keine große Sache, keine 100 m lang und vielleicht 20 m breit, angrenzend an eine kleine öffentliche Straße, umgeben von viel frequentiertem Gelände (besagte Straße, die viele Spaziergänger nutzen, öffentliche Einrichtung, Pferdehaltung in größerem Stil, Gemüseanbau). Niemand hatte diesen Bauwagen auf dem Schirm, gefunden wurde der Tote damals lt. Presse von Passanten. Allerdings ging da eigentlich niemand spazieren, weil es dort eben keinen Weg durch das Wäldchen gab. Es war aber offenbar dennoch reiner Zufall. Polizisten hatten das Gelände vorab weiträumig abgesucht. Aber den Wagen hat wohl niemand gesehen oder nicht hineingeschaut.


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30.12.2025 um 00:17
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Ich denke auch nicht, dass man menschlichen Verwesungsgeruch von tierischem unterscheiden kann.
Das ist schon möglich, jedoch wirklich nur für Personen, die tagtäglich mit entsprechendem Geruch umgehen müssen. Der menschliche Verwesungsgeruch ist strenger, da mehr chemische Reaktionen stattfinden. Aber wie gesagt, das werden nur die wenigsten Menschen unterscheiden können und wenn, dann sicherlich eher unter klinischen Bedingungen als in freier Natur, wo diese Gerüche noch mit ganz anderen Einflüssen vermischt sind.


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30.12.2025 um 10:24
Zitat von TriquetrumTriquetrum schrieb:Der menschliche Verwesungsgeruch ist strenger, da mehr chemische Reaktionen stattfinden.
Also, ohne respektlos wirken zu wollen, kann ich mir das nicht vorstellen. Der menschliche Körper besteht aus Fleisch , Knochen und Blut, die Darmbakterien werden ähnlich wie bei anderen Allesfressern sein, welche unterscheidbaren, zusätzliche Prozesse sollen da stattfinden?


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30.12.2025 um 10:39
@cg75000 Beitrag von cg75000 (Seite 617);
Beitrag von cg75000 (Seite 618)

Ich würde gerne noch auf Deine Beiträge eingehen und dabei einige Punkte klar voneinander abgrenzen und für mich einordnen.

Zu einem angeblichen längeren Ausreißen: Dafür gibt es mWn keine Quelle. Solange das also nicht konkret belegt ist, sollte man das nicht als gegeben voraussetzen oder unkommentiert im Raum stehen lassen.

Zu den Nordmännern frage ich mich grundsätzlich, wozu diese Einordnung dienen soll – ohne Kontext sehe ich da kaum Erkenntnisgewinn oder Diskussionspunkte.

Was die beste Freundin betrifft: Für eine aktive Förderung der Beziehung Joachim/Katrin gibt es meines Wissens nach auch keine Quelle, bzw. zum persönlichen Eindruck - hier erschließt sich mir auch nicht, warum die Schwester oder Stefanie diese Beziehung zu Katrin gefördert haben sollten. Schließlich war Joachim der (Ex-)Schwager von Stefanie?

Und generell: Eine Milieu-Einordnung der bekannten Personen allein auf Basis eines Podcasts halte ich für problematisch. In den Podcasts hört man eine stark gefilterte, aufbereitete Darstellung – daraus auf Bildung, Vernetzung oder soziale Lage zu schließen, selbst mit Relativierung, ist schwierig. Noch schwieriger wird es, wenn daraus implizit Fähigkeiten oder Planungsgrade abgeleitet werden.

Spontane Tatausführung und lange Zeit unentdeckte Ablage hat für mich weniger mit „Milieu“ im sozialen Sinne zu tun, sondern mit den Umständen bzw. Voraussetzungen: Ortskenntnis, Zugriff auf geeignete Örtlichkeiten, Zeitfenster, ... in dieser Ausnahmesituation.

Das sind Fähigkeiten oder Umstände, die man meiner Meinung nach doch nicht automatisch aus einem „einfachen“ oder „normalen“ Umfeld heraus ableiten kann – genauso wenig wie aus einem "privilegierten".


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30.12.2025 um 11:13
Zitat von 2cent2cent schrieb:Zu einem angeblichen längeren Ausreißen: Dafür gibt es mWn keine Quelle. Solange das also nicht konkret belegt ist, sollte man das nicht als gegeben voraussetzen oder unkommentiert im Raum stehen lassen.
Ich hatte das eher so verstanden, dass Katrin im Rahmen eines Streites mit dem Vater wohl mit einem Ausreißen gedroht hatte und sich wohl auch schon auf den Weg gemacht hatte. Und dass er sie daraufhin irgendwo aufegsammelt hat und mit ihr zur nächsten Polizeiwache gefahren ist, um die Situation dort zu klären.
Diese Info stammt aus dem LiD-PC, im NDR-Podcast war meine ich immer nur von einem Streit mit dem Vater die Rede, den dieser dann von der Polizei hat klären lassen. Im LiD-PC klang es jetzt so, als hätte Katrin das schon ein paar Schritte unternommen. Aber von einem längeren Ausreißen habe ich nichts gehört, ich hatte das eher so verstanden, als sei es da um max. ein paar Stunden gegangen, eher noch weniger.
Zitat von 2cent2cent schrieb:Was die beste Freundin betrifft: Für eine aktive Förderung der Beziehung Joachim/Katrin gibt es meines Wissens nach auch keine Quelle, bzw. zum persönlichen Eindruck - hier erschließt sich mir auch nicht, warum die Schwester oder Stefanie diese Beziehung zu Katrin gefördert haben sollten. Schließlich war Joachim der (Ex-)Schwager von Stefanie?
Im NDR-Podcast wurde gesagt (ich meine sogar von Stefanie selber erzählt), dass Katrin die Beziehung zu Joachim zunächst eine geraume Zeit auch vor ihr geheim gehalten hat. Es kam wohl auch zu Eifersüchteleien, Katrin hat sich wohl drüber geärgert, wenn es zwischen Stefanie und Joachim zur Begrüßung Umarmungen und "Küsschen" gegeben hat und sie hat Stefanie aufgefordert das zu lassen.
Insofern habe ich es so verstanden, dass Katrin Joachim zwar über Stefanie kennengelernt hat, aber diese keineswegs die Beziehung gefördert hat, sondern im Gegenteil, das zu Beginnn nicht wirklich für Harmonie in der Beziehung zur besten Freundin gesorgt hat.
Zitat von 2cent2cent schrieb:Und generell: Eine Milieu-Einordnung der bekannten Personen allein auf Basis eines Podcasts halte ich für problematisch. In den Podcasts hört man eine stark gefilterte, aufbereitete Darstellung – daraus auf Bildung, Vernetzung oder soziale Lage zu schließen, selbst mit Relativierung, ist schwierig. Noch schwieriger wird es, wenn daraus implizit Fähigkeiten oder Planungsgrade abgeleitet werden.
Ganz genau, das sind Ausschnitte aus Interviews, die deutlich zusammengeschnitten worden sein dürften. Man wird sich da einzelne Aussagen rausgepickt haben. Natürlich macht ein seriöser Journalist - wofür ich die Leute vom NDR und auch den Mathis halte - nicht so, dass es sinnentstellend wird und er/sie den Leuten völlige andere Zusammenhänge und damit Aussagen in den Mund legt. Aber es geht halt doch darum, aus den einzelnen Antworten irgendwie eine runde Geschichte zu formen, sie in gewisser Weise in sich abgeschlossen ist.
Und vor allem kommt noch hinzu, dass auch wenn Protagonisten selbst über die Situation von damals berichten, sie eben den Eindruck schildern, den sie heute in der Rückschau auf die damaligen Ereignisse haben und eben jetzt wissen, dass Katrin an jenem Abend "für immer" verschwunden ist. Außerdem haben sie inzwischen ihre Erfahrungen mit der Polizei gemacht, Beziehungen und Freundschaften sind auseinandergegangen oder haben sich gefunden etc.
Ich sehe es auch so, dass man aus den wenigen Worten keine wirkliche Einordnung der Personen herleiten kann, nicht mal eine für die aktuelle Situation (in der sie die zu hörenden Aussagen machen), aber noch viel weniger für ihre Situation zum Zeitpunkt der geschilderten Ereignisse.
Zitat von 2cent2cent schrieb:Das sind Fähigkeiten oder Umstände, die man meiner Meinung nach doch nicht automatisch aus einem „einfachen“ oder „normalen“ Umfeld heraus ableiten kann – genauso wenig wie aus einem "privilegierten".
Und auch das sehe ich genau so. Ein strunzdummer Täter ohne Freunde und Familie könnte die Tat genauso begangen haben wie ein hochintelligenter Mensch mit einem großen Netzwerk an Kumpels. Und eben auch alles dazwischen.


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30.12.2025 um 12:20
@Grillage Danke für Deinen ausführlichen Beitrag, der mein Verständnis und die Eindrücke aus den Podcasts und die daraus möglichen Schlussfolgerungen untermauert.

Die von @cg75000 aufgegriffenen Thematiken hatte ich deshalb nochmals hinterfragt. Ich hatte die Stelle die mir zum „Abhauen“ bekannt ist aus NDR PC sogar genannt (Dieter und dann Streit zu Hause), woraufhin dieses „längere Ausreißen“ in den Raum gestellt wurde, auch wenn es nur erinnert wird.


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30.12.2025 um 14:02
Was sagt denn der Zeuge Ralf zu der Frage, ob seine damalige Freundin am 01. oder 2. nach Hause gefahren ist? Und wohin war er unterwegs, als er auf Katrin traf? Gibt es dazu Infos, vielleicht habe ich sie überlesen.


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30.12.2025 um 18:49
Zitat von MajorQuimbyMajorQuimby schrieb:Also, ohne respektlos wirken zu wollen, kann ich mir das nicht vorstellen. Der menschliche Körper besteht aus Fleisch , Knochen und Blut, die Darmbakterien werden ähnlich wie bei anderen Allesfressern sein, welche unterscheidbaren, zusätzliche Prozesse sollen da stattfinden?
Zum einen ernähren wir Menschen und anders, als viele Wildtiere, zum anderen sollte man auch nicht vergessen, was wir, neben Nahrungsmitteln oft noch aufnehmen (siehe Medikamente, NEMs etc.); davon abgesehen, wenn wir unter freiem Himmel sterben, sind wir meistens angezogen und die zersetzenden Körpersäfte reagieren mit diesen und generell mit der Umwelt, nicht nur mit dem Körper an sich.

Da kommt schon einiges zusammen, was den menschlichen Verwesungsgeruch vom tierischen unterscheidet.

Selbst ein exulcerierter Tumor (also durch die Haut gebrochen) riecht bei Menschen ganz anders, als bei Tieren, obwohl dieser/dieses noch lebt.


Da Katrin im Winter verschwunden ist und dieser zumindest um den Zeitpunkt des Verschwindens sehr kalt war (siehe Blitzeis), wird, sofern man sie in der freien Natur abgelegt hat, die Verwesung sehr verzögert oder sogar ganz gestoppt, bis es eben wärmer wird.

Und wenn dieser Teil Natur, in dem Katrins sterbliche Überreste liegen nicht stark frequentiert wurde, dann kriegt auch keiner Verwesungsgeruch mit; bzw. es wurde ja auch schon berichtet, dass man es auch in unmittelbarer Nähe zu einem Verstorbenen nicht zwingend mitbekommen oder wahrnehmen muss.


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31.12.2025 um 00:42
Hier geht es zum letzten Teil des neuen Podcasts.

Licht ins Dunkel - Katrin Konert - Teil 5: Der Überblick


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31.12.2025 um 01:27
Ich habe gerade den Überblick verloren, daher kann es sein, dass meine Frage schon gestellt wurde:
Einige stellen sich die Frage, warum Ralf damals nichts gesagt hat, als die Ermittlungen um Katrin öffentlich wurden. Was ist denn mit dem Hinweisgeber?
Hat Ralf 18 Jahre nach dem Fall noch darüber gesprochen, oder direkt nach Katrins verschwinden?
Wenn das alles 2001 geschah, dann muss man aber auch den Zeugen fragen, weshalb er erst so spät eine Aussage gemacht hat?


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