Kriminalfälle
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Wo ist Katrin Konert?

12.142 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, 2001, Januar ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Wo ist Katrin Konert?

Wo ist Katrin Konert?

um 12:11
Zitat von 2cent2cent schrieb:Da habe ich allerdings ein Verständnisproblem: Wenn sie tatsächlich vorhatte, (notfalls) mit dem Bus zu fahren, erschließt sich mir nicht, warum sie Ralfs spontanes Angebot abgelehnt haben sollte. Er war ihr zudem auch nicht unbekannt. Ein Auto wäre in jeder Hinsicht die naheliegendere Option gewesen.

Selbst wenn also das Gespräch mit Martin vor dem Gespräch mit Ralf stattgefunden haben sollte, ist erklärungsbedürftig, warum sie, nach einer Ablehung seitens Martin, diese Gelegenheit nicht wahrgenommen hätte.
Zumal sie mit dem Bus, selbst wenn der laut Fahrplan um kurz nach 19.00 Uhr fahren sollte, deutlich zu spät nach Hause gekommen wäre. Und es wäre doch auch wahrscheinlich gewesen, dass sie, wenn sie vorgehabt hätte, den Bus zu nehmen, sie Thilo informiert hätte, damit der in Clenze auf sie wartet und nicht schon nach Groß-Gaddau aufbricht.

Woher stammt eigentlich die Erklärung, Katrin habe nicht mit Martin fahren wollen, weil er als zu risikobereiter Fahrer bekannt war? Hat Martin selbst gesagt, dass Katrin ihm gesagt hat, bei ihm steige sie nicht ein, weil sie Angst vor seinem Fahrstil und damit einem Unfall hat? Oder haben das nachträglich Bekannte und Freunde von Martin oder Katrin ausgesagt, als nur vermutete, allgemeine Erklärung?

Ich sehe es auch so, dass der Bus keine Erklärung für eine Absage an Ralf gewesen wäre, weil eine Mitfahrt bei Ralf im Auto für die eine deutlich komfortablere und schnellere Option gewesen wäre. Ich hatte zunächst kurz gedacht, dass sie vermeiden wollte, dass ihre Eltern über Ralf etwas über Joachim erfahren, aber das scheidet aus, weil die Legende ja war, dass sie bei Stefanie in Bergen war. Das hätte sie ohne Probleme auch gegenüber Ralf behaupten können.
Zitat von HaRuKaHaRuKa schrieb:Wie hier schon mehrmals erwähnt fehlt, laut Dau-Rödel, nur noch ein Puzzlestück. Das kann ich nicht nachvollziehen bzw. bezweifel es. Natürlich haben die EB viel mehr Infos und Indizien als wir, trotzdem denke ich fast, dass nur ein Leichenfund, eine Aussage oder ein geständnis die Tat noch aufklären kann. Und nicht ein "Puzzlestück", was für mich eher so was wäre wie eine weitere Zeugenbeobachtung ("sie stand um xx Uhr noch da oder sie stand um xx Uhr nicht mehr da) o.ä.
Es fehlt halt nicht irgendein Puzzlestück, sondern ein ganz bestimmtes. Es können da draußen also durchaus noch weitere Zeugen sein, die irgendwas wissen, was dann aber nicht zwangsläufig die entsteidende Information sein muss. Aber wenn dieses eine entscheidende, noch fehlende Puzzlestück gefunden wird, dann kann der Fall gelöst werden.
Zitat von HaRuKaHaRuKa schrieb:Wenn tatsächlich nur noch ein Puzzlestück fehlt, würde ich annehmen dass die EB hier doch einen absoluten hauptverdächtigen haben (mit belastenden Indizien), hier aber nur ein weiteres Indiz fehlt.
Genau das habe ich auch überlegt: es klingt so, als habe man einen Hauptverdächtigen, wisse eigentlich schon, wer die Tat begangen hat, könne ihm das aber nicht nachweisen.
Ich frage mich, ob Frau Dau-Rödel von einem konkreten Puzzelstück spricht, das sie prinzipiell kennt oder ob sie damit eine völlig neue Information meint.
Also z.B. (ihr bekanntes Puzzleteil): ob sie denkt, ein Zeuge sagt die Unwahrheit und wenn dieser Zeuge das zugeben würde, könnte man einer anderen Person die Tat nachweisen, weil z.B. ein Alibi wegfällt oder sich der zeitliche Ablauf an dem Abend anders darstellt, als ein kokreter Tatverdächtiger es geschildert hat.
Oder im anderen Fall (völlig neues Puzzelteil): sie hofft, dass es jemanden gibt, der gesehen hat, wie Katrin in ein Auto der Marke XY mit der Autonummer XY eingestiegen ist und der sich noch nicht gemeldet hat.

Insgesamt kann ich mir vorstellen, dass ein Puzzelteil der ersten Sorte noch zu finden sein könnte. Da arbeitet die Zeit vielleicht sogar eher für die Polizei, weil jemand sein schlechtes Gewissen loswerden will, weil Beziehungen und Verpflichtungs- und Solidaritätsgefühle sich ändern, weil man erwachsener wird und erkennt, dass es eher ein kleines Ding ist, nach 25 Jahren eine Lüge zuzugeben, wenn dagegen das Leid einer ganzen Familie steht.

Wenn sie aber auf ein Puzzleteil der letzten Sorte hofft, dann halte ich das eher für unrealistisch. Zumal die Zeit hier eindeutig gegen die Ermittler läuft. Da draußen dürfte es niemanden geben, der vor 25 Jahren etwas beobachtet hat und dem die ganze Zeit nicht bewusst war, dass es eine wichtige Info ist und der sich da trotzdem heute noch dran erinnert; der heute zufällig über den Podcast LiD oder einen anderen Bericht über den Fall ließt und dann plötzlich begreift, wie wichtig seine Beobachtung damals war.
Das weiß Frau Dau-Rödel ja aber auch, insofern gehen ich davon aus, dass es eher um die erste Sorte von Puzzleteil geht (falls das ganze nicht eh nur ein Blöff von ihr ist, um den Täter, Mitwisser, Zeugen aus der Reserve zu locken).
Zitat von 2cent2cent schrieb:Die Ablehnung, selbst nur eines einzigen Fahrangebotes, spricht für mich eher dafür, dass sie mit einer bestimmten anderen Person rechnete oder partout mit dem Bus fahren hätte wollen, was widerum der "Tramper-These" iSv sie wäre bei "jedem, auch unbekannt" eingestiegen widerspricht.
Genau so sehe ich das auch. Der Bus wäre deutlich langsamer gewesen und sie wäre damit nur bis Clenze gekommen. Wobei die dadurch bedingte zeitliche Verzögerung dann aber wahrscheinlich kein Problem mehr gewesen wäre, weil Thilo der Schwester hätte mitteilen können, dass Katrin jetzt bei ihm ist, er sie mitbringt und sie gleich losfahren. Das ganze "Bloß nicht zu spät nach Hause kommen"-Problem ist in meinen Augen eh ziemlich relativiert gegenüber dem Problem, dass sie keine Möglichkeit hatte, mit Zuhause Kontakt aufzunehmen, um bescheid zu geben, dass sie sich verspätet. Das Blitzeis wäre eine absolut plausible Erklärung dafür gewesen, warum die länger brauchte, z.B. wenn sie gesagt hätte "Der XY wollte mich ja eigentlich fahren, aber hat sich wegen dem Glatteis nicht getraut, deswegen musste ich erst jemand anderen finden." oder "Mit dem Bus wäre ich pünktlich gewesen, aber der hatte eine ewige Verspätung." oder sie hätte einfach zuhause bescheid geben können, dass sie niemanden findet und fragen, ob jemand sie abholen kann.

Und Trampen scheidet für mich als von ihr gegenüber der MFG durch Ralf (und selbst gegen den Fahrrüpel Martin) favorisierte Alternative aus, weil es für sie doch völlig ungewiss war, ob und wann sie jemanden findet. Ihr wird doch bewusst gewesen sein, dass das eine eher wenig befahrene Nebenstrecke ist und an dem Abend eh eher wenige Leute überhaupt unterwegs sind (wegen Feiertag und Blitzeis).
Deshalb würde ich auch denken, dass, wenn die Aussagen von Ralf und Martin stimmen, dass sie ihnen eine Absage auf ihr MFG-Angebit erteilt hat, dies bedeutet, dass sie es geschafft hatte, eine MFG zu organisieren und mit der verabredet hatte, dass diese sie an der BHS abholt. Das könnte Sven gewesen sein, dem sie in dem 3-Sekunden-Anruf mitgeteilt hat, dass sie jetzt bei Joachim losgeht und in 5 Minuten an der Haltestelle ist. Sie könnte Sven aber auch eine Absage erteilt haben: "Hab jemanden anderen gefunden."

Was aber dagegen spricht ist meiner Meinung nach die Tatsache, dass sie schon um etwa 18:50 Uhr bei Joachim aufgebrochen ist und sie laut Martins Aussage um ca. 19.15 Uhr , vielleicht sogar noch etwas später, immer noch an der BHS stand. Entweder sie hatte keine MFG für ca. 19.00 Uhr oder diese MFG hat sich deutlich verspätet (dann wäre es wahrscheinlich, dass diese MFG nicht aus Bergen gekommen wäre, sondern aus einem der umliegenden Dörfer und deshalb wegen dem Blitzeis eben länger gebraucht hätte).


1x zitiertmelden

Wo ist Katrin Konert?

um 12:25
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Woher stammt eigentlich die Erklärung, Katrin habe nicht mit Martin fahren wollen, weil er als zu risikobereiter Fahrer bekannt war?
Zu den unterschiedlichen Versionen von Martin:
Zitat von 2cent2cent schrieb am 27.10.2025:Martin sagt

*er habe angeboten sie zu fahren, sie habe abgelehnt. (Begründung AZ XY 2011 A. Rusche: „möglicherweise wegen Fahrweise abgelehnt“?) NDR S2E1 Min. 13:50

* Konnte sie nicht fahren, er hätte keine Sprit mehr gehabt. (wird von Britta stark angezweifelt NDR S2E4 ca. Min. 22:00)

* Konnte sie nicht fahren, weil er zu Britta musste. (S2E3 Min. 15 / Lesung aus Polizeiprotokoll ggü Britta)



1x zitiertmelden

Wo ist Katrin Konert?

um 12:35
Zitat von 2cent2cent schrieb:Zu den unterschiedlichen Versionen von Martin:
Aber hat er die Erklärung, es könne an seinem Fahrstil gelegen haben, selbst der Polizei gegeben? Also als die Vernehmer ihn fragten, warum sie die MFG abgelehnt hat? Und falls ja: ist das seine Mutmaßung/Spekulation oder hat er ausgesagt, dass Katrin ihre Absage ihm gegenüber so begründet hat?

Oder haben die Ermittler das von jemand anderem, den sie befragt haben, ob er/sie sich vorstellen kann, warum Katrin bei Martin nicht mitfahren wollte?


2x zitiertmelden

Wo ist Katrin Konert?

um 12:44
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Oder haben die Ermittler das von jemand anderem, den sie befragt haben, ob er/sie sich vorstellen kann, warum Katrin bei Martin nicht mitfahren wollte?
Sowohl bei Martin als auch bei Ralf könnte ich mir vorstellen, dass die Aussage "sie wollte nicht mitfahren" eine Schutzbehauptung ist. Für beide wäre die Fahrt mit einem signifikanten Zeitaufwand verbunden gewesen und dazu kam noch das Blitzeis. Vielleicht haben die beiden KK gar keine Fahrt angeboten, wollten aber später nicht als "Schuldige" dastehen ("wäre sie bei dir mitgefahren, wäre das alles nicht passiert"). Vielleicht hat sich Ralf deshalb auch erst in 2018 erklärt. Er kannte ja KKs Vater offenbar persönlich, da war ihm das möglicherweise besonders unangenehm.


melden

Wo ist Katrin Konert?

um 13:07
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Aber hat er die Erklärung, es könne an seinem Fahrstil gelegen haben, selbst der Polizei gegeben? Also als die Vernehmer ihn fragten, warum sie die MFG abgelehnt hat? Und falls ja: ist das seine Mutmaßung/Spekulation oder hat er ausgesagt, dass Katrin ihre Absage ihm gegenüber so begründet hat?

Oder haben die Ermittler das von jemand anderem, den sie befragt haben, ob er/sie sich vorstellen kann, warum Katrin bei Martin nicht mitfahren wollte?
Meinem Verständnis nach hat er das selbst gesagt - auch im neuen PC hätte ich das so nochmals wahrgenommen:

Aus dem LiD Teil 3 ab ca. Min 39:18 - hier sagt Mathis: "Konkret sagt Martin über diesen Abend:" dann Rusche: "dass er bei seiner Schwester zum Geburtstag oder was das war, oder zum Neujahrsempfang oder irgendsowas, gewesen sei, dass er Katrin dort gesehen hat, dass er mit ihr gesprochen hat. Wo sich, wie gesagt, das ein bisschen differiert mit dem Mitnehmen wollen. Katrin hätte das abgelehnt, was nachvollziehbar wäre, weil er damals eben ein etwas aggresiverer Fahrer war.

Das wäre schon möglich gewesen, dass er das abgelehnt hat. Aber andererseits hat er auch mal gesagt, er wollte sie gar nicht fahren, weil er zu seiner Freundin musste. Das sind zwar unterschiedliche Aussagen, aber die sind immer da."

Dann wieder Mathis: "Der Ruf des aggressiven Autofahrers kommt tatsächlich nicht von ungefähr. [...] In einer anderen Version, die Martin der Polizei erzählt, soll Katrin ihn gebeten haben, sie zu fahren. Das will er aber abgelehnt haben. Und genau davon will Martin später aber nichts mehr wissen."

Darauf Dau-Rödel: "Da konnte er sich nicht mehr daran erinnern, was er zuerst gesagt hat, oder was da wahr ist."


2x zitiertmelden

Wo ist Katrin Konert?

um 13:16
Ergänzung:
Zitat von 2cent2cent schrieb:Katrin hätte das abgelehnt, was nachvollziehbar wäre, weil er damals eben ein etwas aggresiverer Fahrer war.
Das wäre schon möglich gewesen, dass er das abgelehnt hat.


Hier könnte es auch heißen: ", dass sie das abgelehnt hat" - (dass "se" abgelehnt hat evtl) für mich ist Herr Rusche akustisch leider nicht immer ganz gut verständlich.


melden

Wo ist Katrin Konert?

um 13:17
Zitat von 2cent2cent schrieb:Hinzu kommt, dass nicht gesichert ist, ob Martin sie an diesem Abend tatsächlich gesehen oder gesprochen hat; ein entsprechendes Gespräch wurde bislang von niemandem beobachtet oder bestätigt.

Gleiches gilt für Ralf, auch hier ist unklar, ob und in welcher Form ein Gespräch tatsächlich stattgefunden hat – weshalb ja mVn erneut um eine Meldung der BKMS-Hinweisgeber*in gebeten wurde.
Ich glaube, dass beide mit Katrin gesprochen/gesehen haben, aber ich bezweifle den Inhalt ihrer angeblichen Gespräche.

Martin hat das selber ohne Not ins Spiel gebracht (als er hörte, wie sich sein beiden Freundinnen über Katrins Verschwinden unterhalten haben). Ich glaube, der Fall hatte da noch überhaupt keine so große Dimension, als dass er gedacht haben könnte, dass er sich bei den beiden damit wichtig oder interessant machen könnte.
Bei seiner Aussage bezweifele ich allerdings den Wahrheitsgehalt des Inhalts. Vielleicht hat er den Freundinen gegenüber nur gesagt, er habe Katrin da stehen sehen. Immerhin haben sie beiden ja offenbar nicht gleich auf ihn eingeredet, er müsse damit sofort als Zeuge zur Polizei gehen und auch er hat das wohl nicht so gesehen. Die Freundin hat es erst der Polizei gesagt, als sie ein paar Tage später bei der Haustürbefragung aktiv darauf angesprochen wurde.
Mag sein, dass ihm in der Zwischenzeit die Dimension und Dringlichkeit des Falls bewusster geworden ist, spätestens als er im Vernehmungszimmer mit zwei Ermittlern saß dürfte ihm klar geworden sein, dass das für die sehr sehr ernst ist und dass sich die Polizei um Katrins Verbleib ernsthafte Sorgen macht. Vielleicht hat er da spontan dieses Angebot einer MFG erfunden, um nicht als jemand dazustehen, der nicht hilfbereit ist, sie im Stich gelassen hat und damit gar Mitschuld (natürlich nicht juristisch aber eben moralisch) an ihrem Verschwinden trägt.
Vielleicht hat er sie nur gesehen und ist ohne Anhalten vorbei gefahren. Vielleicht hat er mit ihr geredet und ihr auf die Bitte um eine MFG eine Absage erteilt. Dann hat er wahrscheinlich ein schlechtes Gewissen und deshalb einen Art Notlüge erzählt.

Ralf hat mind. einer Person (dem anonymen Hinweisgeber) von seinem Gespräch mit Katrin erzählt. Sehr wahrscheinlich genauso ohne Not, denn wer sollte ihn gedrängt haben, das "zuzugeben". Und er hat das Gespräch der Polizei gegenüber auch eingeräumt.
Allerdings halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass er zumindest den Zeitpunkt der Begegnung seinem Kenntnisstand zu den Ermittlungsergebnissen (die er aus dem NDR-Podcast haben konnte) angepasst hat und seine Begegnung mit Katrin bewusst vor Martins Begegnung gelegt hat. Das bedeutet nicht, dass ich meine, dass er der Täter ist. Selbst wenn er nicht der Täter ist, hätte er Grund gehabt, bei der Zeitangabe zu "schummeln", einfach um sich nicht unnötig einem Verdacht aussetzen zu wollen und um sich somit durch Martin, der Katrin ja danach noch gesehen hat, eine Art Alibi zu verschaffen.
Ich halte es zudem einfach für unrealistisch, dass er nach so langer Zeit noch auf die Minute genau weiß, wann und wo genau er Katrin gesehen haben will.
Bei der Frage, ob er hinsichtlich des Angebotes einer MFG gelogen hat, die Katrin angeblich abgelehnt hat, gibt es vier Möglichkeiten:
  • Entweder sagt er die Wahrheit - womit er Martins Aussage im Prinzip unterstützt. Dann würde ich annehmen, dass Katrin tatsächlich bereits eine MFG hatte und deshalb abgelehnt hat.

  • Katrin hat ihn um eine MFG gebeten, die er abgelehnt hat. (Verständlich in der Situation: mit Blitzeis und spontan am Neujahrsabend ist das schon ein größerer Gefallen)

  • Oder er ist einfach vorbei gefahren, hat sie gesehen, aber nicht angehalten.

  • Oder er ist der Täter, hat angehalten, Katrin eine MFG angeboten, die sie auch angenommen, dann aber nicht überlebt hat.

Die 2. und 3. Option sehe ich wie @Akte-X:
Das kann einfach eine Schutzbehauptung sein, weil man nicht als das moralische Arschloch darstehen will, dass im warmen Auto vorbeifährt und eine 15jährige bei Dunkelheit, Minusgraden und Blitzeis hilflos auf der Straße stehen lässt. Vielleicht haben sie Katrins Hilflosigkeit gar nicht erkannt, wenn sie sie einfach nur haben die Straße entlang gehen oder an der BHS stehen sehen, dann muss ihnen nicht bewusst geworden sein, dass sie eine MFG brauchte/suchte. Aber das schlechte Gewissen und die Angst vor Vorwürfen könnten natürlich trotzdem Motivation für eine Behauptung sein, Katrin habe das gemachte Angebot ausgeschlagen.
Zitat von 2cent2cent schrieb:Meinem Verständnis nach hat er das selbst gesagt - auch im neuen PC hätte ich das so nochmals wahrgenommen:
Danke für die Zusammenstellung. So kompakt untereinander weg geschrieben klingt das ja tatsächlich nach einem ziemlichen Hin und Her in seinen Aussagen. Und da ist es dann schwer nachzuvollziehen, warum er sich nicht mehr erinnern kann, wie die Situation war. Ich kann nachvollziehen, dass man nach 3 oder 4 Tagen nicht mehr erinnern kann, ob an der BHS überhaupt eine Person stand oder ob einem in der Neuen Straße ein Auto entgegengekommen ist.
Aber wenn man sich erinnert, ein Gespräch mit Katrin geführt zu haben, in dem eine MFG ein Thema war, würde ich erinnern, dass man sich sehr wohl noch erinnert, ob man das angeboten hat oder ob man gefragt wurde; und ob man selbst das abgelehnt hat oder ob die andere Person nicht wollte.


melden

Wo ist Katrin Konert?

um 13:31
Mich beschäftigt noch etwas die Theorie des Winthropping, die auch im Podcast angesprochen wurde. Das klingt schon interessant, wobei der grundlegende Gedanke ja recht einfach ist. Man versucht sich in den Täter bzw. in die Situation hineinzuversetzen und so mögliche Ablageorte zu identifizieren.
Eine Quelle hierzu:
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2589871X24000020

Hiermal ein Auszug aus dem Artikel (von google translate übersetzt):
Dennoch sollten Ermittler sich bewusst sein, dass ein Täter möglicherweise impulsiver und ohne Vorbedacht handelt und seinen Aufenthaltsort anhand weniger Variablen und Faktoren auswählt, wobei er weniger in der Lage ist, Orte aufgrund eingehender Überlegung zu prüfen oder auszuschließen. Ermittler sollten versuchen, den Entscheidungsprozess des Verdächtigen zu verstehen. Ein Weg dorthin führt über aufmerksames Zuhören bei Wortwahl und Aussagen [18]. Wie Somma und Costa [19] in ihrer Forschung hervorhoben, ist die Wahl eines Verstecks ​​möglicherweise nicht zufällig, sondern spiegelt die mentale Karte des Versteckers wider. Die gewählten Orte sind in der Regel vertraut, dem Verstecker wohlbekannt und befinden sich in der Nähe von Orientierungspunkten, die die Wiederfindung des Verstecks ​​erleichtern.
Wie kann man ein solche Theorie nun in die Praxis übersetzen?
Ich könnte mir hier einen Ansatz vorstellen, indem man zunächst ich sag mal 50-100 Menschen befragt, wo sie eine Leiche ablegen würden. Vielleicht erstmal ganze sponstane Orte sammeln, die diese Menschen als erstes nennen. Diese Menschen müssen natürlich aus der Region kommen, sollten in einem ähnlichen Alter entsprechend dem Täterprofil sein, männlich und mit Führerschein. Natürlich kann man eine solche Umfrage jetzt nicht wild auf der Straße machen, aber vielleicht mit Beamten, z.B. Polizisten, öffentlicher Dienst, Blaulichtorganisationen o.ä.

Im 2. Schritt vielleicht (in irgendeiner Art und Weise) mit einer handvoll ausgewählten Menschen am Neujahrstag nachspielen. hier spielt Stress, Zeitdruck und das schlechte Wetter eine Rolle.

Mit diesem Ansatz könnte man (neue) mögliche Ablageorte definieren, die man mit Leichen(Knochen-)spürhunden untersuchen kann.

Falls unsere EB schon so weit sind, kann KI hier auch helfen. Hier könnte man die Prämissen und die Daten eingeben und von KI weiter präzisieren lassen / Wahrscheinlichkeiten berechnen.

Dieser Ansatz ist jetzt erstmal darauf ausgelegt, dass der Täter die Leiche spontan und direkt nach der Tötung verbracht hat.

Andere Möglichkeiten sind mit diesem Ansatz (z.B. Ablage nach Zwischenlagerung oder nach einiger Stunden Überlegung oder nach Ansicht von Karten) aber auch darstellbar.


melden

Ähnliche Diskussionen
Themen
Beiträge
Letzte Antwort
Kriminalfälle: Wo ist Felix Heger?
Kriminalfälle, 3.115 Beiträge, am 09.04.2025 von Silberstreif.
Themis am 01.03.2012, Seite: 1 2 3 4 ... 154 155 156 157
3.115
am 09.04.2025 »
Kriminalfälle: Vermisst: Ines Heider aus Hermsdorf/Thür. seit dem 04.01.1990
Kriminalfälle, 427 Beiträge, am 13.10.2025 von HolzaugeSHK
Pinus_Nigra am 09.02.2018, Seite: 1 2 3 4 ... 20 21 22 23
427
am 13.10.2025 »
Kriminalfälle: Was ist mit Hilal E. geschehen?
Kriminalfälle, 1.768 Beiträge, am 15.12.2025 von CaiaLia
Zombienchen am 08.11.2011, Seite: 1 2 3 4 ... 89 90 91 92
1.768
am 15.12.2025 »
Kriminalfälle: Jenni Scharinger nach Geständnis tot auf Truppenübungsplatz Allentsteig gefunden
Kriminalfälle, 567 Beiträge, am 26.12.2025 von Cassandra71
1988 am 24.01.2019, Seite: 1 2 3 4 ... 27 28 29 30
567
am 26.12.2025 »
Kriminalfälle: Peggy Knobloch
Kriminalfälle, 98.414 Beiträge, am 18.12.2025 von emz
Themis am 25.09.2011, Seite: 1 2 3 4 ... 4981 4982 4983 4984
98.414
am 18.12.2025 »
von emz