Triquetrum schrieb:Hier geht es zum letzten Teil des neuen Podcasts. Licht ins Dunkel - Katrin Konert - Teil 5: Der Überblick
Danke auch an
@Grillage für deinen ausführlichen Beitrag zum LiD Teil 5. Dennoch auch von mir eine Zusammenfassung zum LiD Teil 5, zum leichteren Nachhören wie gewohnt mit Min. Angaben und diesmal mit persönlichen Worten am Schluss.
RalfHat offenbar ausgesagt, er habe das Gespräch mit Katrin für unwichtig gehalten, daher hätte er nichts gesagt. (Min. 2:47)
Herr Heuer dazu ab ca 41:39 „Jahre später hat er das gesagt“, „[…] wieder die gleichen Voraussetzungen […] wie bei den fünf (ehem.) Beschuldigten vorher […] dummes Zeug erzählt, sich nicht der Verantwortung für den Fall gewiss seiend oder mal aus der Rolle gefallen – „hätte ich das mal lieber nicht gesagt“.“ (41:39)
Ob er also ein wichtiger Zeuge ist, der tatsächlich geglaubt hatte, die Aussage wäre unwichtig oder er etwas zu verbergen hat bleibt offen – jedenfalls wäre der/die BKMS HinweisgeberIn auf ihn eine Schlüsselperson, der/die sich dringend nochmals melden solle – jedem Hinweis wird nachgegangen. (Min. 42:34)
Neue Hinweise und Fortsetzung Podcast Licht ins DunkelErste neue Hinweise per Telefon, E-Mail aber auch anonym über BKMS eingegangen (ab Min. 3:40)
Nun doch weitere Folgen zu Katrin geplant, wann genau steht noch nicht fest.
MartinMartins Schwester wohnte damals lt. M. Heuer ca. 100/150 Meter von der BHST Richtung Jiggel entfernt; Mathis spricht von einem Zeitfenster für Martins Gespräch mit Katrin zwischen 19:15 und 19:30 (ab ca. Min. 25:22)
Michael Heuer – ab ca. 04:46Begleitet bereits Anfang 2001 die Familie/den Fall; Dokumentation „Blitzeis – das Warten auf Katrin Konert“ 2015; inzwischen 70 Jahre alt (ab ca. 4:55 bzw. Min 21:06)
Hat Kontakt zwischen Familien und NDR hergestellt, wurde dennoch im NDR PC nicht genannt/erwähnt.
Hält Mitwisser oder Leute die zumindest eine Ahnung haben was passiert ist, für wahrscheinlich (Min 10:20)
Geht davon aus, dass Katrin wusste es komme ein Bus (Min 27:43)
Hält, sofern Kontrolle für den Täter wichtig wäre, einen Ablageort der eng mit dem Täter in Verbindung steht (eigenes Grundstück), für möglich, würde erklären, dass der Täter von Suchmaßnahmen „unberührt“ bliebe. Aber auch Ablage irgendwo im Wald möglich. (ab ca. Min. 30:07)
Zu den (ehem.) 5 Beschuldigten, den Ungereimtheiten in den Aussagen (ab ca. 35:41): „bei der nächsten Vernehmung [wird] das Gegenteil behauptet oder umgekehrt, [jemand] der sich in Widersprüche verwickelt, der sein Auto nicht sofort der Polizei übergibt zur Untersuchung, der ein Zeitloch hat von, na ja, mindestens einer dreiviertel Stunde, hier im engen Radius von 200 / 300 Meter.“
Meine Interpretation des weiter gesagten: Den Beschuldigtenstatus hätte(n) diese Person(en) nicht verloren, weil es Alibis/Beweise gäbe sondern:
“Weil sie sich der Verantwortung, ihrer eigenen Verantwortung in diesem Fall so oder so nie, auch nicht als Zeuge gewahr wurden. Wenn man heute das sagt, morgen das sagt, nicht mehr weiß und doch und dieses und jenes und jede Unwahrscheinlichkeit ist in Ordnung.“
Herr Heuer zitiert in diesem Zusammenhang Kafka: „Die Lüge wird zur Weltordnung gemacht.“
„Man hat nur dummes Zeug erzählt und weiß es noch nicht mal.
Und wenn man es weiß, dann ist es einem egal – das ist auch der Fall Konert.
Bei fünf Beschuldigten.“ Ab Min 37:11
Herr Heuer wünscht sich, dass die Menschen ihr Schweigen brechen und sich überwinden etwas zu sagen und stellt auch die Frage:
„Antwort geben – was ist daran so schwer? Ich verstehe es nicht“.
Diesmal fällt es mir schwer, meinen Beitrag rein sachlich abzuschließen. Nicht zuletzt, weil sich heute das Verschwinden von Katrin zum 25. Mal jährt – ein Fall, der mich bis heute beschäftigt und tief berührt.
Michael Heuer hat aus meiner Sicht sehr Bewegendes und sehr Persönliches angesprochen – Worte, die nachwirken und eine Betroffenheit ausgelöst haben, die sich nicht einfach beiseiteschieben lässt. Im Folgenden versuche ich daher, dem Raum zu geben, was mich persönlich daran berührt hat.
Das Bild des Bruders „Ja, meine Schwester schläft“ wird in der Folge durch Herrn Heuer als der Wunsch nach Ruhe, für Katrin, sich selbst und für die Familie verdeutlicht.
Welche Last das Fehlen Katrins für die Familie auch nach 25 Jahren noch ist, dass die Fragen und der Schmerz nie aufhören, immer präsent sind und das Leben aller Familienmitglieder beeinflussen. Wie wichtig das Trauern wäre, wenn man denn endlich Gewissheit hätte; einen Ort zu trauern.
Wieviel Kraft es kostet, die Suche und das Fragen nach Katrin, der Tochter, Schwester, Freundin, all die Jahre nie aufzugeben, ob der Ignoranz und der Beliebigkeit, der scheinbaren Loslösung von jeder inneren Verpflichtung zur Wahrheit und Wahrhaftigkeit.
Einer (Dorf-)Gesellschaft, die sich im Wegsehen eingerichtet hat, Erinnerungen eher verwaltet, gar verleugnet statt sie auszuhalten, und die das Verschwinden eines Menschen in Alltagsroutinen auflöst.
Ich wünsche mir, dass diese Ausdauer als Störung dieser Gewohnheiten, dieser Bequemlichkeit empfunden wird, und dass das beharrliche Fragen jener, die Katrin nicht loslassen können und nicht loslassen dürfen, für den Täter, Mitwisser und Mitahnende zur Zumutung wird.
Genau dieses beharrliche Fragen, dieses Nicht-Aufgeben erfordert Mut, innere Stärke und bewahrt die Menschlichkeit, lässt das Schweigen nicht endgültig werden.
Dazu möchte ich Ingeborg Bachmann zitieren „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“.