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Wo ist Katrin Konert?

12.288 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, 2001, Januar ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Wo ist Katrin Konert?

Wo ist Katrin Konert?

31.12.2025 um 08:12
Zitat von Opti-MistOpti-Mist schrieb:Hat Ralf 18 Jahre nach dem Fall noch darüber gesprochen, oder direkt nach Katrins verschwinden?
Wenn das alles 2001 geschah, dann muss man aber auch den Zeugen fragen, weshalb er erst so spät eine Aussage gemacht hat?
Der Hinweis kam ja über das anonyme Hinweisprogramm der Polizei (BKMS). Auf Rückfragen der Polizei hat er nicht mehr geantwortet. Ich bin nicht sicher, weil wir den genauen Inhalt seiner Mitteilung natürlich nicht kennen, aber ich denke, dass er zur Frage, wann und wie er sein Wissen zu Talf erlangt hat, chts mitgeteilt hat.
Frau Dau-Rödel hat ja auch gesagt, dass die Polizri gerne noch mal.mit ihm sprechen würde, aber bisher hat er sich nicht gemeldet.


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Wo ist Katrin Konert?

31.12.2025 um 22:52
Ich habe mir heute die 5. Folge des LiD-Podcasts angehört und bin doch etwas enttäuscht davon. Unter "Der Überblick" hatte ich mir eher eine zusammenfassende Gesamtschau vorgestellt, aber die ganze Folge geht ausschließlich über die Ansichten von Michael Heier, dem Filmemacher, der die Familie Konert fast seit dem Verschwindetag begleitet hat und die Doku "Blitzeis" (2015) gemacht hat. Er redet darin mit Mathis über seine Eindrücke und Ansichten zu dem Fall, das ganze gleitet dabei oft ins philosophisch-weltanschauliche ab.
Er scheint dem Fall und vor allem der Familie nach wie vor sehr nahe zu stehen, ich habe den Eindruck fast zu nahe, um einen neutralen Blick darauf zu haben (was ja auch nicht unbedingt seine Aufgabe ist, weder allgemein, noch in dieser Podcastreihe).
Ich weiß nicht, wie nahe er den Ermittlern steht und ob er mit diesen im Austausch ist. Am Anfang wird gesagt, dass er kurz nach Katrins Verschwinden sogar im Suchhubschrauber mitgeflogen ist. Ob die Verbindung zur Polizei aber all die Jahre so eng war und ob er Detailinfos von den Ermittlern hat, die einer breiten Öffentlichkeit nicht bekannt sind, wage ich aber mal zu bezweifeln. Insofern mag ich auch nicht beurteilen, ob seine Mutmaßungen zu dem was passiert ist, tatsächlich auf den Fakten beruht, oder ob es nicht doch eher so ein Bauchgefühl bei ihm ist, das sicher auch durch den engen Kontakt zur Familie mitgeprägt wird.

Folgende Details sind mit in seinen Aussagen aufgefallen und ich schreibe mal auf, was ich jeweils dazu denke:

  • Er scheint fest davon auszugehen, dass in Bergen jemand etwas weiß, was den Fall lösen könnte, dies aber bisher nicht ausgesagt hat. Über lange Strecken philosophiert er darüber, dass man nicht wegsehen darf, dass man den Mut haben muss, das richtige zu tun (= eine Aussage zu machen), dass man nicht einfach sein Leben weiter leben darf, auch wenn es selbst schon ekompliziert genug ist und man sich nicht noch zusätzlich belasten will. Gegen Ende kommt auch ein bisschen so was wie Verbitterung, Frust und Wut gegen die Bergener auf, warum die nicht helfen den Fall zu klären.
    Ich kann den Frust und die Forderungen nachvollziehen, finde das aber ein bisschen problematisch, weil ich mir nicht sicher bin, dass irgendein Bergener tatsächlich mehr weiß und es einfach nicht sagt. Oder ob es nicht tatsächlich so ist, dass damals einfach niemand weiteres etwas gesehen hat. Klar, Ralf war so ein Fall, der hatte was gesehen und nicht gemeldet (laut Heuer überings mit der Erklärung, er habe es nicht für wichtig gehalten). Das bedeutet ja aber nicht, dass es weiter solche Personen dort gibt. Die Zahl der Personen, die als Zeugen ausgesagt haben, dass sie Katrin an dem Abend gesehen haben, ist meiner Meinung nach sogar erstaunlich hoch, wenn man bedenkt, dass das ganze in einem sehr kleinen Ort stattfand, Katrin ja nur kurz (maximal ca. eine halbe Stunde) auf der offenen Straße unterwegs war, es der Abend des Neujahrstages war und es außerdem Blitzeis gab.
    Insofern weiß ich nicht, ob er den Bergenern nicht Unrecht tut.

  • Er ist sehr verärgert über das Verhalten der wichtigsten Zeugen (wohl Christian, Martin und Sven), die ihre Aussagen wohl mehrfach geändert haben und schlussfolgert daraus, dass ihnen die Klärung, Katrins Schicksahl und die Wahrheit mehr oder weniger egal seien.
    Das finde ich auch etwas gewagt, ich kann mir einfach auch vorstellen, dass diese Zeugen sich einfach nicht mehr so genau erinnern können. Klar, in der Rückschau von 25 Jahren später aus, erscheint es uns so, als seien die alle kurz nach dem Verschwinden befragt worden so dass die Erinnerung also noch frisch gewesen sein muss. Aber tatsächlich war die Begegnung mit Katrin in dem Moment wo sie passierte für alle ja ein ganz alltägliches, kurzes Aufeinandertreffen , von dem sie nicht wissen konnten, dass es wenige Tage später so wichtig werde würde. Es hat sich also niemand von denen gesagt, dass er sich das jetzt mal einprägen sollte und er mal besser eben einen Blick auf die Uhr wirft, damit er sich in drei Tagen noch erinnert, was er wann genau gesehen hat.
    Insofern denke ich, dass man so fair sein muss, und einige Widersprüche und Unsicherheiten in den Aussagen darauf zurückführen kann, dass die Erinnerung an diesen kurzen Moment einfach nicht mehr so gut war. Kann ja jeder mal für sich durchspielen, ob ihm noch einfällt, welche Personen und Autos er vor 3 oder 4 Tagen wo genau und wann genau während einer kürzeren Autofahrt auf der Straße und dem Bürgersteig gesehen hat; noch dazu bei Blitzeis und Dunkelheit, wo man sich eh sehr aufs Fahren konzentrieren muss.

  • Er geht davon aus, dass Katrins Leiche vergraben wurde und zwar wohl auf einem Privatgrundstück, über das der Täter Kontrolle hat. Zunächst hatte ich am ehesten an Kurt gedacht, aber er sagt dann wörtlich, dass "dort noch nicht gesucht/gegraben wurde", weshalb der Täter beruhigt ist.
    Er macht ein kleine Einschränkung, indem er sagt, dass das zutreffen könnte, wenn es ein Täter ist, für den Kontrolle wichtig ist. Wenn ich hier wieder an unsere Überlegungen zu Keatley's Winthropping denke, dann würde ich persönlich davon ausgehen, dass Kontrolle über die Leiche prinzipiell jedem Täter wichtig ist, denn jedem Täter (wenn er nicht wirklich strunzdumm ist) dürfte klar sein, dass der Fund der Leiche die Ermittler einen Schritt weiter bringt und sie dort aus Spuren und Umständen für die Ermittlungen wictige Hinweise ableiten können.
    Insofern ist für mich das entscheidene Detail bei der Frage, ob die Leiche auf einem Grundstück versteckt ist, das der Täter kontrollieren kann, eher die Tatsache, ob dem Täter überhaupt so ein Grundstück zur Verfügung steht. Dazu gehört meiner Meinung nach mehr als ein eigenes Einfamilienhaus oder ein eigener Schrebergarten, v.a. wenn die gemeinsam mit anderen Familienmitgliedern genutzt werden und diese nicht Mitwisser sind, die ihn decken.

  • Er ist der Meinung, dass ein Schlüssel in Katrins Situation damals an jenem Abend zu finden ist und er hat deshalb versucht, sich in Katrins Situation hineinzuversetzen. Er und Mathis machen das in gewissen Rahmen noch mal gemeinsam, in dem sie im Dunkeln und an einem kalten (aber immer noch deutlich wärmeren) Tag Katrins Strecke zur Bushaltestelle nachgehen.
    Er geht davon aus, dass Katrin sehr verzweifelt und dass das Bedürfnis schnell nach Hause zu kommen sehr dringlich für sie gewesen sein muss.
    Das passt für mich nicht wirklich damit zusammen, dass die zwei angebotene Mitfahrgelegenheiten abgelehnt haben soll. Heier scheint deshalb davon auszugehen, dass diese beiden Zeugen nicht die Wahrheit sagen, er setzt da zumindest ein dickes Fragezeichen hinter.
    Ich habe mir Katrin aber nie verzweifelt vorgestellt, für mich hat sie immer eher souverän gewirkt. Sie hat an dem Abend mit allen möglichen Leuten rumtelefoniert, ob sie sie fahren könnten. Hat definitiv Svens Angebot abgelehnt, die um 17.30 Uhr zu fahren (das hatte meine ich Joachim bestätigt). Sie hatte offenbar keine Probleme damit, zig Leute anzuhauen und um einen (in meinen Augen ziemlich großen) Gefallen zu bitten (fast 25 km Hin- und Zurück an Abend eines Feiertages und noch dazu Blitzeis). Mir kam sie dadurch immer eher gut vernetzt, selbstbewusst und zuversichtlich vor; halt in der Annahme, die werde schon irgendwen finden, der für sie mal schnell ne halbe Stunde bei Blitzeis durch die Nacht gondelt... Ich hätte mich das mit 15 Jahren nicht getraut und ich hätte auch nicht so viele deutlich ältere Leute gekannt, die schon Auto fahren können. (Das ist aber jetzt mein Eindruck, ich traue Herrn Heier zu, das deutlich besser einschätzen zu können als ich, weil er eben die Familie seit Jahrzehnten kennt!)
    Heier meint, dass es für sie keine Option gewesen sein könnte, zu Stefanie zu gehen, weil die ja gleichaltrig war und kein Auto fahren konnte. Allerdings denke ich, dass es durchaus eine Option für Katrin gewesen wäre, zu Stefanie zu gehen und von dort zuhause anzurufen und mitzuteilen, dass sie wegen des Blitzeises niemanden findet, der sie fahren kann. Das hätte deutlich den Zeitdruck rausgenommen, vielleicht hätten die Eltern sie sogar abgeholt, oder hätten Thilo gebeten, sie doch zu holen oder sie hätte mit Erlaubnis der Eltern bei Stefanie - die ja eingeweiht war, dass sie Katrins falsches Alibi für das Treffen mit Joachim war - schlafen können.
    Deshalb kann ich die Annahme, Katrin sei verzweifelt gewesen, insgesamt nicht nachvollziehen. Vielleicht genervt, dass sie ewig rumorganisieren musste und sich trotzdem nichts ergeben hat. Aber nicht verzweifelt in dem Sinne, dass sie aus schirere Verzweifelung bei einem fremden Tramper eingestiegen wäre, was sie sonst nicht getan hätte. (Ich halte einen fremden Autofahrer , den sie angetrampt hat durchaus für möglich, aber weil ich denke, dass sie das regelmäßig gemacht hat und kein Problem damit hatte).

  • Heier geht davon aus, dass sie sich an dem Abend mit Joachim gestritten hat. Später (ab ca. Minute 34:30) sagt er noch mal, dass es für Katrin wohl keine Option war, zu Joachims Wohnung zurückzugehen wollte. "An dem Abend, das Kapitel hat sich erledigt."
    Da verstehe ich nicht so ganz, ob er damit meint, dass der Streit einer Trennung gleichkam oder ob er meint, dass das nur für den Abend keine Option für sie war.
    Ich denke, dass seine Meinung diesbezüglich allerdings sehr von seinem engen Kontakt zu Katrins Famili geprägt ist, die ja die These hatten, dass es an dem Abend zu einem Streit mit Joachim gekommen sei, von dem der Hauptermittler aber ja im LiD-Podcast sagte, dass er davon zuvor noch nichts gehört habe.
  • Ab ca. Minute 35 klingt es für mich dann aber so als würde er konkret einen der drei jüngeren Männer verdächtigen. Er spricht davon, dass Katrin vielleicht jemanden kontaktiert hat, mit dem sie gerade gesprochen hatte,
    "um ihn darauf hinzuweisen, dass er ja bitteschön auch hier anzutanzen hat mit seinem Auto." [...] Kommt hier noch jemand an, den sie kennt, der angeblich gesagt hat, ich fahr Dich oder bei der nächsten Vernehmung das Gegenteil behauptet oder umgekehrt. Der sich in Widersprüche verwickelt, der sein Auto nicht sofort der Polizei übergibt zur Untersuchung, der ein Zeitloch hat von mindestens einer Dreiviertelstunde. Hier im engen Radius von 200, 300 Metern, aber fünf Beschuldigte insgesamt, vier an diesem Ort, das ist ja schon ne Menge. Da ist es logisch, dass der ein oder andere ausscheidet, deswegen ausscheiden muss, denn es gibt ja keine vier oder fünf Täter. Und warum scheiden sie aus? Weil sie sich ihrer eigenen Verantwortung in diesem Fall nie, auch nicht als Zeuge, gewahr wurden. Wenn man heute das sagt, morgen das sagt, nicht mehr weiß, und doch, und dieses und jenes, und jede Unwahrscheinlichkeit ist in Ordnung, die Lüge zur Weltordnung gemacht [...]
    "
    Quelle: LiD-PC, Folge 5 zum Fall Katrin Konert, ab ca. Minute 35.

    Ich verstehe es so, dass er hier von Sven redet und diesen zumindest indirekt verdächtigt? Oder verstehe ich das falsch und er bezieht sich da auf alle fünf Verdächtigen, die alle Widersprüche in ihren Aussagen hatten?



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Wo ist Katrin Konert?

01.01.2026 um 00:00
25 Jahre oder 9131 Tage.

Ich weiß, dass du hier mitliest. Du, der für Katrins Verschwinden verantwortlich bist oder du, mit einem Wissen in dir tragend, dass zum Auffinden von Katrin beitragen wird.

Du meinst, das Interesse an der Verfolgung deiner Schuld und sei es nur dich aus der Anonymität zu heben, steht im Vordergrund.

Nein, es geht nicht um dich. Es geht um Katrin, um ihre Familie, ihre Freunde und all die anderen, die sie lieben.

Es ist Zeit. Egal, wie deine Schuld aussieht. Mache den richtigen Schritt, auch anonym. Jetzt!


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Wo ist Katrin Konert?

01.01.2026 um 00:56

Zur Erinnerung an Katrin Konert 😥



konert HA Sport Ber 737277c


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Wo ist Katrin Konert?

01.01.2026 um 11:43
Zitat von TriquetrumTriquetrum schrieb:Hier geht es zum letzten Teil des neuen Podcasts. Licht ins Dunkel - Katrin Konert - Teil 5: Der Überblick
Danke auch an @Grillage für deinen ausführlichen Beitrag zum LiD Teil 5. Dennoch auch von mir eine Zusammenfassung zum LiD Teil 5, zum leichteren Nachhören wie gewohnt mit Min. Angaben und diesmal mit persönlichen Worten am Schluss.

Ralf
Hat offenbar ausgesagt, er habe das Gespräch mit Katrin für unwichtig gehalten, daher hätte er nichts gesagt. (Min. 2:47)
Herr Heuer dazu ab ca 41:39 „Jahre später hat er das gesagt“, „[…] wieder die gleichen Voraussetzungen […] wie bei den fünf (ehem.) Beschuldigten vorher […] dummes Zeug erzählt, sich nicht der Verantwortung für den Fall gewiss seiend oder mal aus der Rolle gefallen – „hätte ich das mal lieber nicht gesagt“.“ (41:39)
Ob er also ein wichtiger Zeuge ist, der tatsächlich geglaubt hatte, die Aussage wäre unwichtig oder er etwas zu verbergen hat bleibt offen – jedenfalls wäre der/die BKMS HinweisgeberIn auf ihn eine Schlüsselperson, der/die sich dringend nochmals melden solle – jedem Hinweis wird nachgegangen. (Min. 42:34)

Neue Hinweise und Fortsetzung Podcast Licht ins Dunkel
Erste neue Hinweise per Telefon, E-Mail aber auch anonym über BKMS eingegangen (ab Min. 3:40)
Nun doch weitere Folgen zu Katrin geplant, wann genau steht noch nicht fest.

Martin
Martins Schwester wohnte damals lt. M. Heuer ca. 100/150 Meter von der BHST Richtung Jiggel entfernt; Mathis spricht von einem Zeitfenster für Martins Gespräch mit Katrin zwischen 19:15 und 19:30 (ab ca. Min. 25:22)

Michael Heuer – ab ca. 04:46
Begleitet bereits Anfang 2001 die Familie/den Fall; Dokumentation „Blitzeis – das Warten auf Katrin Konert“ 2015; inzwischen 70 Jahre alt (ab ca. 4:55 bzw. Min 21:06)
Hat Kontakt zwischen Familien und NDR hergestellt, wurde dennoch im NDR PC nicht genannt/erwähnt.

Hält Mitwisser oder Leute die zumindest eine Ahnung haben was passiert ist, für wahrscheinlich (Min 10:20)
Geht davon aus, dass Katrin wusste es komme ein Bus (Min 27:43)

Hält, sofern Kontrolle für den Täter wichtig wäre, einen Ablageort der eng mit dem Täter in Verbindung steht (eigenes Grundstück), für möglich, würde erklären, dass der Täter von Suchmaßnahmen „unberührt“ bliebe. Aber auch Ablage irgendwo im Wald möglich. (ab ca. Min. 30:07)

Zu den (ehem.) 5 Beschuldigten, den Ungereimtheiten in den Aussagen (ab ca. 35:41): „bei der nächsten Vernehmung [wird] das Gegenteil behauptet oder umgekehrt, [jemand] der sich in Widersprüche verwickelt, der sein Auto nicht sofort der Polizei übergibt zur Untersuchung, der ein Zeitloch hat von, na ja, mindestens einer dreiviertel Stunde, hier im engen Radius von 200 / 300 Meter.“
Meine Interpretation des weiter gesagten: Den Beschuldigtenstatus hätte(n) diese Person(en) nicht verloren, weil es Alibis/Beweise gäbe sondern:

“Weil sie sich der Verantwortung, ihrer eigenen Verantwortung in diesem Fall so oder so nie, auch nicht als Zeuge gewahr wurden. Wenn man heute das sagt, morgen das sagt, nicht mehr weiß und doch und dieses und jenes und jede Unwahrscheinlichkeit ist in Ordnung.“
Herr Heuer zitiert in diesem Zusammenhang Kafka: „Die Lüge wird zur Weltordnung gemacht.“
„Man hat nur dummes Zeug erzählt und weiß es noch nicht mal.
Und wenn man es weiß, dann ist es einem egal – das ist auch der Fall Konert.
Bei fünf Beschuldigten.“ Ab Min 37:11

Herr Heuer wünscht sich, dass die Menschen ihr Schweigen brechen und sich überwinden etwas zu sagen und stellt auch die Frage:

„Antwort geben – was ist daran so schwer? Ich verstehe es nicht“.




Diesmal fällt es mir schwer, meinen Beitrag rein sachlich abzuschließen. Nicht zuletzt, weil sich heute das Verschwinden von Katrin zum 25. Mal jährt – ein Fall, der mich bis heute beschäftigt und tief berührt.

Michael Heuer hat aus meiner Sicht sehr Bewegendes und sehr Persönliches angesprochen – Worte, die nachwirken und eine Betroffenheit ausgelöst haben, die sich nicht einfach beiseiteschieben lässt. Im Folgenden versuche ich daher, dem Raum zu geben, was mich persönlich daran berührt hat.

Das Bild des Bruders „Ja, meine Schwester schläft“ wird in der Folge durch Herrn Heuer als der Wunsch nach Ruhe, für Katrin, sich selbst und für die Familie verdeutlicht.

Welche Last das Fehlen Katrins für die Familie auch nach 25 Jahren noch ist, dass die Fragen und der Schmerz nie aufhören, immer präsent sind und das Leben aller Familienmitglieder beeinflussen. Wie wichtig das Trauern wäre, wenn man denn endlich Gewissheit hätte; einen Ort zu trauern.

Wieviel Kraft es kostet, die Suche und das Fragen nach Katrin, der Tochter, Schwester, Freundin, all die Jahre nie aufzugeben, ob der Ignoranz und der Beliebigkeit, der scheinbaren Loslösung von jeder inneren Verpflichtung zur Wahrheit und Wahrhaftigkeit.

Einer (Dorf-)Gesellschaft, die sich im Wegsehen eingerichtet hat, Erinnerungen eher verwaltet, gar verleugnet statt sie auszuhalten, und die das Verschwinden eines Menschen in Alltagsroutinen auflöst.

Ich wünsche mir, dass diese Ausdauer als Störung dieser Gewohnheiten, dieser Bequemlichkeit empfunden wird, und dass das beharrliche Fragen jener, die Katrin nicht loslassen können und nicht loslassen dürfen, für den Täter, Mitwisser und Mitahnende zur Zumutung wird.

Genau dieses beharrliche Fragen, dieses Nicht-Aufgeben erfordert Mut, innere Stärke und bewahrt die Menschlichkeit, lässt das Schweigen nicht endgültig werden.

Dazu möchte ich Ingeborg Bachmann zitieren „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“.


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Wo ist Katrin Konert?

01.01.2026 um 11:57
Auch nach 25 Jahren bewegt Katrins Schicksal so viele Menschen. Gerade deswegen fand ich die letzte Podcastfolge sehr wichtig.
Es ist eben kein TV-Krimi, kein Fall an dem man sich im Internet sachlich abarbeiten kann.
Hinter jeder Tat stehen Menschen, die ihr Leben lang leiden. Manchmal laut, manchmal leise. Für sie ist die Welt niemals mehr wie zuvor. Ich wünsche, dass sich einige Fragen irgendwann klären können, was nicht bedeutet, dass es die Situation leichter macht.

Für mich verstärkt sich das Bild, dass die Polizei bereits mit dem Täter gesprochen hat. Es fehlt wie so oft gesagt aber eben noch das letzte Puzzleteil um das Gesamtbild zu erkennen.

Sollten die Aussagen stimmen, ist es für mich nicht schlüssig, dass Katrin zwei Mitfahrgelegenheiten ausgeschlagen hat und dann zu einem Fremden ins Auto steigt. Der Täter ist kein Unbekannter.


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Wo ist Katrin Konert?

01.01.2026 um 15:22
Zitat von GrillageGrillage schrieb:dass man nicht wegsehen darf, dass man den Mut haben muss, das richtige zu tun (= eine Aussage zu machen), dass man nicht einfach sein Leben weiter leben darf, auch wenn es selbst schon ekompliziert genug ist und man sich nicht noch zusätzlich belasten will.
Wenn das jetzt die Betroffenen/Angesprochenen auch so sehen würden, wäre mancher Kriminalfall gelöst.
Anscheinend lebt es sich aber wohl ganz “gut”, mit dem Wissen einen Menschen auf dem Gewissen zu haben oder mit dem Wissen jemanden zu kennen, der einen Menschen auf dem Gewissen hat.

Leider gibt’s da einige sehr unschöne Beispiele, bei denen man sicher davon ausgeht, dass es Mitwisser gibt (Maria O., Vera Marotz - hier sind es mindestens zwei Dörfer, Ernst Finnern, etc.).

Eigentlich gehe ich bei sehr vielen Verbrechen von Mitwissern aus und ich denke, auch was Katrin betrifft, gibt es Personen, neben dem Täter, die mehr wissen oder mindestens ahnen.
Ich gestehe, dass ich es nicht nachvollziehen kann, wie man in einer Gemeinschaft, sei es Familie, Dorf usw., einen Mörder oder Totschläger decken kann.
Wenn man Angst vor der Person hat, ist es noch ein wenig verständlich, gerade wenn man weiss, wie die Person tickt und wie viele Todesfälle es gibt, die durch adäquaten Schutz hätten verhindert werden können.
Aber es ist oft ja mehr als eine Person, die etwas weiss.

Und gerade hier geht es um einen sehr jungen Menschen, dem man die Chance genommen hat, erwachsen zu werden.

Deswegen finde ich es sehr gut, dass der Fall immer wieder in die Medien kommt und präsent bleibt (würde ich mir bei anderen Fällen auch so wünschen), so dass eben auch bei Täter und Mitwisser damit gegen die Verdrängung gearbeitet wird.


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Wo ist Katrin Konert?

01.01.2026 um 15:47
Zitat von 2cent2cent schrieb:Herr Heuer dazu ab ca 41:39 „Jahre später hat er das gesagt“, „[…] wieder die gleichen Voraussetzungen […] wie bei den fünf (ehem.) Beschuldigten vorher […] dummes Zeug erzählt, sich nicht der Verantwortung für den Fall gewiss seiend oder mal aus der Rolle gefallen – „hätte ich das mal lieber nicht gesagt“.“ (41:39)
Hier sehe ich unter anderem auch den Grund, warum er im NDR-Podcast keinerlei Erwähnung gefunden hat. Sein Engagement in allen Ehren, sehe ich ihn doch mittlerweile hoffnungslos in den Fall verloren und emotional nicht mehr zu einer objektiven Haltung, die man doch, trotz jahrelanger Verbundenheit zur Familie, als Journalist wahren sollte, nicht mehr fähig. Wenn man sich das Interview auf dem Aussichtsturm anhört, so ist hier schon fast Verzweiflung herauszuhören.

Allen fünf Beschuldigten zu unterstellen, "dummes Zeug" zu erzählen, ist aus meiner Sicht für zumindest vier, wenn nicht sogar allen fünf, nicht zutreffend. Es wird wohl nur einer der nun sechs Tatverdächtigen für das Verschwinden von Katrin verantwortlich gewesen sein. Der Rest äußert sich, manchmal erst Monate nach dem Verschwinden, so wie er die Dinge subjektiv wahrgenommen hat. Zudem werden durch die ermittelnden Beamte quasi alle fünf Beschuldigten als der Aussage willig dargestellt.


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Wo ist Katrin Konert?

01.01.2026 um 16:44
@Triquetrum

Wenn sich jemand seit rund 25 Jahren intensiv mit einem Fall befasst, ist es aus meiner Sicht zumindest nachvollziehbar, dass sich mit der Zeit Verzweiflung und starke emotionale Beteiligung einstellen. Das muss man nicht gutheißen, aber doch entsprechend einordnen können.

Zwischen einer Plattform bieten – so wie es im LiD-Podcast nun bewusst gehandhabt wurde – und jemanden gar nicht zu erwähnen, besteht natürlich schon ein erheblicher Unterschied.

Die sehr persönlich gefärbten Aussagen des Herrn Heuer, die Stimmung der Familie und der Anteilnehmenden ist sicher keine mit sachlichem Abstand; dessen sollte man sich als Zuhörer schon bewusst sein.

Ich sehe das insofern etwas differenzierter und finde es nicht grundsätzlich falsch, dass er diesem Unmut, diesem "Kampf gegen die Hoffnungslosigkeit", sehr deutlich und teilweise derb Ausdruck verliehen hat. Gerade dadurch wird die emotionale Realität des Falls vielleicht greifbarer, als es eine rein nüchterne Betrachtung je könnte.

Ob das journalistisch "sauber" ist, kann man selbstverständlich diskutieren. Aber möglicherweise sorgt genau diese Unverblümtheit auch dafür, dass sich jemand direkt angesprochen fühlt oder etwas in Bewegung gerät, was auf sachlicher Ebene allein seit Jahren nicht gelungen ist.


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01.01.2026 um 20:04
Zitat von 2cent2cent schrieb:Geht davon aus, dass Katrin wusste es komme ein Bus (Min 27:43)
Tja, was war nun der Plan? Sie hat viele Leute angerufen, der Großteil hatte verständlicherweise keine Lust bei diesem Wetter rumzugondeln. Wer meldet sich schon freiwillig zu so was? Jemand, der sich Sorgen macht um sie, sprich jemand Erwachsener oder jemand, der sich was davon verspricht.

Ich persönlich glaube, sie ist einfach mal zur Bushaltestelle gegangen um im Notfall zumindest den Bus zu erwischen. Insgeheim hat sie vielleicht gehofft, dass sich doch noch jemand erbarmt. Es wussten ja eine ganze Menge Bescheid, dass sie eine Fahrgelegenheit suchte. Es wohnten ja einige in der Nähe der Haltstelle und sie wurde ja auch gesehen.

Ich bin eigentlich immer davon ausgegangen, dass Martin nur wegen seines schlechten Gewissens sagte, sie wollte nicht mit ihm fahren.Er fühlte sich schuldig, sie im Stich gelassen zu haben und wollte nicht blöd da stehen.

Dass Ralph jetzt das gleiche sagt, ist seltsam. Es kann natürlich aber auch sein, dass er das gleiche nachplappert, er kennt ja Martins Aussage.

Aber jemand hat sie mitgenommen bevor der Bus kam und das Zeitfenster ist verdammt klein. Ich glaube trotzdem, es war spontan und sie hatte keine ausgemachte Mitfahrgelegenheit.

Wäre da jemand gewesen, hätte sie es den beiden gegenüber erwähnt. Ich persönlich glaube, sie hat Martin gefragt, ob er sie mitnimmt und er sagte, die Freundin wartet mit dem Essen. So war ja auch eine Variante, die er sagte. Ansonsten hätte sie doch gesagt, „Nein, mit Dir fahre ich nicht, der xy holt mich.“ Oder: „Ich fahre lieber mit dem Bus“


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Wo ist Katrin Konert?

01.01.2026 um 21:46
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Ich habe mir heute die 5. Folge des LiD-Podcasts angehört und bin doch etwas enttäuscht davon. Unter "Der Überblick" hatte ich mir eher eine zusammenfassende Gesamtschau vorgestellt, aber die ganze Folge geht ausschließlich über die Ansichten von Michael Heier, dem Filmemacher, der die Familie Konert fast seit dem Verschwindetag begleitet hat und die Doku "Blitzeis" (2015) gemacht hat. Er redet darin mit Mathis über seine Eindrücke und Ansichten zu dem Fall, das ganze gleitet dabei oft ins philosophisch-weltanschauliche ab.
Er scheint dem Fall und vor allem der Familie nach wie vor sehr nahe zu stehen, ich habe den Eindruck fast zu nahe, um einen neutralen Blick darauf zu haben (was ja auch nicht unbedingt seine Aufgabe ist, weder allgemein, noch in dieser Podcastreihe).
Danke für Deine exzellente Zusammenfassung. Ich habe die Folge gestern auch gehört und bin hin- und hergerissen. Ich war ehrlicherweise auch etwas enttäuscht vom Gespräch mit Michael Heuer. Man könnte Herrn Heuer vermutlich nach der Uhrzeit fragen und er würde vom 100. ins 1000. kommen und einen philosophischen Exkurs über die Rolle der Zeit im Universum abliefern. Ich finde den LiD-Host normalerweise sehr stark in seinen Interviews, deshalb vermute ich, dass es eh nur die verwertbaren Aussagen von Herrn Heuer in den Podcast geschafft haben. Ich will mir gar nicht ausmalen, was das für eine Herkules-Aufgabe gewesen sein muss, ihn interviewtechnisch halbwegs auf Kurs zu halten.

Natürlich ist es auch sehr berührend, wie er jegliche Distanz als Dokumentarfilmer mittlerweile verloren hat, und vielleicht ist das auch der Grund, warum er – obwohl er den Fall so gut kennt wie sonst kaum jemand – keine erhellenden Aussagen zu bieten hat, was denn genau passiert sein mag. Irgendeine Hypothese, die darüber hinausgeht, dass irgendwer mehr weiß, als er/sie sagt. Darauf sind wir nämlich auch schon gekommen...


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Wo ist Katrin Konert?

01.01.2026 um 23:14
Zitat von Akte-XAkte-X schrieb:Ich finde den LiD-Host normalerweise sehr stark in seinen Interviews, deshalb vermute ich, dass es eh nur die verwertbaren Aussagen von Herrn Heuer in den Podcast geschafft haben. Ich will mir gar nicht ausmalen, was das für eine Herkules-Aufgabe gewesen sein muss, ihn interviewtechnisch halbwegs auf Kurs zu halten.
Ich bin nicht sicher, ob das nicht sogar so beabsichtigt war. Frau Dau-Rödel sagte meine ich an zwei Stellen, dass ihr eigentlich nur noch ein kleines Puzzleteil fehlt, um den Fall zu lösen. Die LiD-Podcast-Reihe war denke ich wichtiger Teil einer noch maligen Kampagne, um den Fall vielleicht doch noch zu lösen. Es wurde ja gesagt, dass Karsten Bettels noch mal mit einer internationalen Studentengruppe eine Analyse zu möglichen Leichenablageorten durchführen will und auch der NDR im Januar noch mal eine weitere Podcastfolge veröffentlichen will.
Ich habe dieses fehlende Puzzle-Stück tatsächlich als "ein fehlender Informationsschnipsel" verstanden. Man hofft also wohl immer noch, dass sich doch noch irgendein Zeuge oder ein Mitwisser meldet, der dieses Schnipselchen liefern kann.

Und aus dieser Perspektive auf das Ziel der Kampagne oder der Podcastveröffentlichung könnte die Folge mit Herrn Heier schon sehr wertvoll und zielführend sein, viel wertvoller als noch mal alle Erkenntnisse zusammenzufassen. Wie gesagt, ich war als Hörerin etwas enttäuscht, hatte etwas anderes erwartet. Aber ich hab auch keine Infos, die ich der Polizei noch nicht gesagt haben und ob eine weitere, gut erklärte Zusammenfassung des Falls bekomme oder nicht, juckt eigentlich niemanden.
Herr Heier kam für mich schon sehr authentisch rüber, hat offen gezeigt, wie extrem angefasst er auch nach 25 Jahren noch von Katrins Schicksal ist und wie schwer diese Jahre für ihre Familie waren. Er war selber Dokumentarfilmer, sogar recht erfolgreich und erfahren. Und ich denke, er weiß deshalb sehr gut, wie man eine Geschichte so erzählt, dass die Message beim Publikum ankommt, wie man Emotionen transportiert, wie man ein konkretes Ereignis mit größern, weltanschaulichen Aspekten verknüpft, um den Zuschauer/Zuhörer in die Geschichte oder das erzählte Schicksal reinzuziehen. Das hat er finde ich sehr gut gemacht und ich glaube nicht, dass Mathis da zu viele Abschweifungen rausschneiden musste.

Ich denke, er hat den Appelll an Zeugen, Mitwisser, den Täter oder allg. die Bewohner von Bergen, sich endlich bei der Polizei zu melden sehr gut rüber gebracht.

Er scheint sich sehr sicher zu sein, dass der Täter aus Bergen kommt und irgendjemand in dem Ort mehr weiß. Ich kann schwer einschätzen, wie fundiert diese Meinung ist, immerhin ist er sehr vertraut mit dem Fall, dürfte aber andererseits auch nicht viel mehr Infos als die öffentlich bekannten haben.


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Wo ist Katrin Konert?

01.01.2026 um 23:56
Ich rechne es Mike Mathis enorm an, dass er Michael Heuer in seinem Podcast so ausdrücklich seinen Dank ausspricht und ihm einen solchen Freiraum einräumt seinen Gedanken / Emotionen freien Lauf zu lassen.

Ich möchte gar nicht auf einzelne Aussagen eingehen bzw. diese im Detail bewerten. Nach 25 Jahren so enger emotionaler Bindung zur Familie und zum Fall ist dies sicherlich auch ein Stück weit menschlich.

Seine bewegenden Ausführugen lassen vielleicht im Ansatz erahnen wie ungemein Familie Konert unter dem unbeschreiblichen Verlust der eigenen Tochter / Schwester von Tag eins bis zum heutigen Tag leidet.

Von Herzen ist zu wünschen, dass diese emotionalen Worte dem ein oder anderen einen Ruck geben.

Ich habe im Jahr 2002 als Jugendliche seine erste Dokumentation „Wo ist Katrin“ an einem Freitagabend durch Zufall im Fernsehen gesehen. Mich hat das Schicksal von Katrin und ihrer Familie ab diesem Zeitpunkt nicht mehr losgelassen. Diese Dokumentation hatte ich im letzten November hier noch mal eingestellt.

Im Dezember 2003 strahlte der NDR eine weitere ausführliche Dokumentation von Michael Heuer aus.

"Spurlos Verschwunden…Der Fall Katrin Konert."

Ich habe mich entschlossen auch diese noch mal hier zur Verfügung zu stellen.


Youtube: Spurlos Verschwunden...Der Fall Katrin Konert
Spurlos Verschwunden...Der Fall Katrin Konert
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Wo ist Katrin Konert?

01.01.2026 um 23:59
Auch bei RTL ist nun eine Doku zu Katrin entstanden. Ich hoffe ich darf Sie hier verlinken.

Youtube: Seit 25 Jahren wird Katrin Konert vermisst
Seit 25 Jahren wird Katrin Konert vermisst
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Wo ist Katrin Konert?

02.01.2026 um 00:06
Weil das Thema "Bus" in den letzten Wochen das eine oder andere mal angesprochen wurde, vielleicht an dieser Stelle etwas von einem ehemaligen Bewohner der Gegend (bin Ende 2005 weggezogen...habe aber nicht in Bergen gewohnt, sondern in Lüchow.), auch wenn ich der Meinung bin, dass die Sache mit dem Bus nur eine untergeordnete Rolle in der Gesamtbetrachtung spielt:
Zitat von schluesselbundschluesselbund schrieb am 08.11.2025:Noch was zu dem Bus. Ist zwar schon lange her.... also kein Garantie auf die Richtigkeit. Meint aber, da es ein Feiertag war, wäre der Bus um 19:00 gefahren. Und auch nur bis Clenze
Wie kommst Du darauf, dass der Bus nur bis Clenze gefahren ist? Ortansässige wissen, dass - zumindest damals - kein (Überland-)Bus in Clenze abgestellt werden konnte; wo bzw. bei wem auch? Bei dem Bus handelte es sich konkret um den Bus, der die Verbindung Uelzen - Lüchow bzw. Lüchow - Uelzen bediente. Genauer gesagt gab es damals zwei Busstrecken, die zwischen Lüchow und Uelzen verliefen: die "nördliche" über Küsten, Waddeweitz und Rosche (die es noch heute gibt) und eben die "südliche", die über Clenze und Bergen führt(e), heute aber in Schnega endet.
Anders gesagt: Der betreffende Bus fuhr bzw. fährt über Clenze weiter bis nach Lüchow, (=> Endstation!).
Zitat von 2cent2cent schrieb am 05.12.2025:Ob damit tatsächlich gemeint ist, dass er nach Groß Gaddau gefahren ist, oder (zumindest) nach Clenze, von wo Thilo Katrin dann heim gebracht hätte?

Wörtlich genommen: der Bus fuhr nach Groß Gaddau.
Nein (siehe oben). Der Bus fuhr bzw. fährt über Clenze geradeaus bis nach Lüchow weiter. Um nach Groß Gaddau zu gelangen, müsste er natürlich in Clenze in die Mühlenstraße abbiegen und dann weiter Richtung Waddeweitz.
Groß Gaddau lag und liegt aber de facto nicht auf der betreffenden Streckenführung. Die einzigen Busse, die Groß Gaddau und viele der anderen Dörfer in der Gegend anfahren, sind die Schulbusse.
Hätte Katrin den Bus an dem Abend also genommen, wäre sie in Clenze "gestrandet". Dann wäre "Thilo" mMn - und wie Du selbst auch angemerkt hast -, die erste Anlaufstation gewesen.
Im Sommer (oder generell bei besserem Wetter) kann man den Rest der Strecke durchaus auch zu Fuß laufen, aber nicht bei dem damals vorherrschenden Wetter.
Zitat von GrillageGrillage schrieb am 27.12.2025:Ich kann mir aber auch vorstellen, dass der Bus wegen des Blitzeises deutlich verspätet dort ankam
Davon gehe ich auch aus. Als der Bus am Bushaltehäuschen vorbeifuhr, hatte Katrin vermutlich schon ihr Schicksal ereilt.
Zitat von cg75000cg75000 schrieb am 28.12.2025:Hat jemand objektive Informationen zu diesen Nordmännern. Auf der Skala von harmlosen Alt-Herren Sonntags Motoradclub zur riesigen kriminellen Organisation aus einem Ballungsraum, wo waren die?
Was genau meinst Du mit "objektiv"? Zumindest die meisten der "Locals" wussten damals, dass die Herren dem rechten Spektrum zuzurechnen waren und einzelne Mitglieder, so hat man sich erzählt, hatten wohl auch mit einem größeren Club Kontakt (Ich meine, es waren die Bandidos; aber bitte diesbezüglich nicht festnageln). Auf einer Skala von 1 bis 10 (1 = harmlose Sonntagsfahrer-Opas, 10 = Hardcore-Rocker/organisierte Kriminalität) würde ich die wohl so auf einer 5-6 verorten, zumindest zum damaligen Zeitpunkt. "Objektiver" kann ich es Dir leider nicht vermitteln.
Zumindest heute geben sie sich zivilisiert(er). Wer möchte, kann sie ja in ihrem Garten besuchen und über die gute alte Zeit befragen. Ob es aber heute noch Mitglieder gibt, die schon damals in Bergen mit dabei waren kann ich nicht beurteilen. Spielt insgesamt betrachtet aber mMn keine Rolle in Bezug auf Katrin...


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Wo ist Katrin Konert?

02.01.2026 um 08:40
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Er scheint sich sehr sicher zu sein, dass der Täter aus Bergen kommt und irgendjemand in dem Ort mehr weiß.
Ich kann mich ja natürlich täuschen, aber dass der Täter aus Bergen kommt ist nicht belegbar und genauso, dass ein Mitwisser im Ort seit langer Zeit das Geheimnis bewahrt.

Bedenken muss man bei diesen Mutmaßungen auch immer, dass es ja nicht unbedingt am 2. Januar schon bekannt war, dass Katrin nicht aufzufinden ist.

Nicht jeder liest Elbe-Jeetzelzeitung, nicht jeder ist Teil der dörflichen Gemeinschaft und gut im Informationssystem vernetzt.

Die Hubschraubersuche ist eventuell der erste Zeitpunkt, an dem fast jeder im Dorf auf den Vermisstenfall aufmerksam werden konnte, wenn man nicht vorher schon was gehört hatte.

Und dann ist immer die Frage, wie lange ist in einem Kopf präsent, dass ich z.B. ein schwarzes Auto Neujahrsabend zwischen 18.45 und 19.30 auf der Breiten Straße gesehen habe?
5 Minuten, 5 Stunden, 5 Wochen oder oder oder.

Wenn nichts mehr aus der Bevölkerung kommt, dann nicht, weil alle Dorfbewohner unter einer Decke stecken und einen Mörder decken, sondern weil es die Erinnerungen einfach nicht mehr gibt.


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Wo ist Katrin Konert?

02.01.2026 um 09:58
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Quelle: LiD-PC, Folge 5 zum Fall Katrin Konert, ab ca. Minute 35.
Ich verstehe es so, dass er hier von Sven redet und diesen zumindest indirekt verdächtigt? Oder verstehe ich das falsch und er bezieht sich da auf alle fünf Verdächtigen, die alle Widersprüche in ihren Aussagen hatten?
Ich hatte bei dieser Passage an Sven gedacht, da die Formulierung "... jemanden zu kontaktieren mit dem ich gerade gesprochen habe" für mich darauf hindeutete. Bei der Aussage, dass diese Person "... ja bitteschön nun auch hier anzutanzen hat mit seinem Auto" - da kam kurz für mich auch Christian in Frage, da er Tanja gefahren hatte. Das habe ich jedoch wieder verworfen, da Katrin nicht „gerade“ mit ihm gesprochen hatte und Christian im Auto erst gesehen wurde, als sie bereits Richtung BHST unterwegs war.

Den weiteren Teil habe ich auf Martin bezogen verstanden, insbesondere im Zusammenhang mit den widersprüchlichen Aussagen, dem Auto das nicht gleich untersucht werden konnte und den rund 45 Minuten ohne Alibi.

Insgesamt wirkt es für mich daher so, als richte sich seine Kritik vor allem gegen Sven und Martin.

Beziehungsweise als äußere er – aus meiner Sicht nachvollziehbaren – Unmut darüber, dass mehrere Personen so auftreten, als wüssten sie nichts Genaues, und sich möglicherweise "wichtiger darstellen" als sie sind - ohne die Bedeutung einer konsitenten und wahren Aussage erkennen zu wollen. Hier meine ich eben, wenn man gesichert wüsste, ob Martins Sichtung wirklich stattgefunden hat, wäre man um Einiges weiter.

Es wird ja gleich im Anschluss auch Bezug hergestellt, dass sich Heuer mit Falschaussagen in anderen Fällen konfrontiert sah, und dass gerade diese "Häufung" im Fall Katrin für ihn als auffällig wahrgenommen wird.


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Wo ist Katrin Konert?

02.01.2026 um 11:04
Zitat von 2cent2cent schrieb:Ich hatte bei dieser Passage an Sven gedacht, da die Formulierung "... jemanden zu kontaktieren mit dem ich gerade gesprochen habe" für mich darauf hindeutete. Bei der Aussage, dass diese Person "... ja bitteschön nun auch hier anzutanzen hat mit seinem Auto" - da kam kurz für mich auch Christian in Frage, da er Tanja gefahren hatte. Das habe ich jedoch wieder verworfen, da Katrin nicht „gerade“ mit ihm gesprochen hatte und Christian im Auto erst gesehen wurde, als sie bereits Richtung BHST unterwegs war.

Den weiteren Teil habe ich auf Martin bezogen verstanden, insbesondere im Zusammenhang mit den widersprüchlichen Aussagen, dem Auto das nicht gleich untersucht werden konnte und den rund 45 Minuten ohne Alibi.

Insgesamt wirkt es für mich daher so, als richte sich seine Kritik vor allem gegen Sven und Martin.

Beziehungsweise als äußere er – aus meiner Sicht nachvollziehbaren – Unmut darüber, dass mehrere Personen so auftreten, als wüssten sie nichts Genaues, und sich möglicherweise "wichtiger darstellen" als sie sind - ohne die Bedeutung einer konsitenten und wahren Aussage erkennen zu wollen. Hier meine ich eben, wenn man gesichert wüsste, ob Martins Sichtung wirklich stattgefunden hat, wäre man um Einiges weiter.

Es wird ja gleich im Anschluss auch Bezug hergestellt, dass sich Heuer mit Falschaussagen in anderen Fällen konfrontiert sah, und dass gerade diese "Häufung" im Fall Katrin für ihn als auffällig wahrgenommen wird.
Klingt alles schlüssig, das kann ich so nachvollziehen. Ich denke auch, dass Heuer wütend aufgrund der generellen Aussagebereitschaft / Mitarbeit der Zeugen ist. Der eine sagt ungenau aus bzw. ändert seine Aussage, der andere sagt gar nix und muss erst angeschwärzt werden usw. Er betont ja oft das Verantwortungsbewusstsein, dass ihn in diesem Fall fehlt.

Nachvollziehen kann man das natürlich alles, wenn man 25 Jahre in einen Fall involviert ist und auch immer noch Kontakt zur Familie hat. Objektiv ist es nicht mehr, da ist sind eben viele Emotionen im Spiel.

Wie hier schon mehrmals erwähnt fehlt, laut Dau-Rödel, nur noch ein Puzzlestück. Das kann ich nicht nachvollziehen bzw. bezweifel es. Natürlich haben die EB viel mehr Infos und Indizien als wir, trotzdem denke ich fast, dass nur ein Leichenfund, eine Aussage oder ein geständnis die Tat noch aufklären kann. Und nicht ein "Puzzlestück", was für mich eher so was wäre wie eine weitere Zeugenbeobachtung ("sie stand um xx Uhr noch da oder sie stand um xx Uhr nicht mehr da) o.ä.

Wenn tatsächlich nur noch ein Puzzlestück fehlt, würde ich annehmen dass die EB hier doch einen absoluten hauptverdächtigen haben (mit belastenden Indizien), hier aber nur ein weiteres Indiz fehlt.


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Wo ist Katrin Konert?

02.01.2026 um 11:07
Zitat von FritzPhantomFritzPhantom schrieb:Ich persönlich glaube, sie ist einfach mal zur Bushaltestelle gegangen um im Notfall zumindest den Bus zu erwischen. Insgeheim hat sie vielleicht gehofft, dass sich doch noch jemand erbarmt. [...] Ich glaube trotzdem, es war spontan und sie hatte keine ausgemachte Mitfahrgelegenheit. [...] Wäre da jemand gewesen, hätte sie es den beiden gegenüber erwähnt. Ich persönlich glaube, sie hat Martin gefragt, ob er sie mitnimmt und er sagte, die Freundin wartet mit dem Essen. So war ja auch eine Variante, die er sagte. Ansonsten hätte sie doch gesagt, „Nein, mit Dir fahre ich nicht, der xy holt mich.“ Oder: „Ich fahre lieber mit dem Bus“
Da habe ich allerdings ein Verständnisproblem: Wenn sie tatsächlich vorhatte, (notfalls) mit dem Bus zu fahren, erschließt sich mir nicht, warum sie Ralfs spontanes Angebot abgelehnt haben sollte. Er war ihr zudem auch nicht unbekannt. Ein Auto wäre in jeder Hinsicht die naheliegendere Option gewesen.

Selbst wenn also das Gespräch mit Martin vor dem Gespräch mit Ralf stattgefunden haben sollte, ist erklärungsbedürftig, warum sie, nach einer Ablehung seitens Martin, diese Gelegenheit nicht wahrgenommen hätte.

Die Ablehnung, selbst nur eines einzigen Fahrangebotes, spricht für mich eher dafür, dass sie mit einer bestimmten anderen Person rechnete oder partout mit dem Bus fahren hätte wollen, was widerum der "Tramper-These" iSv sie wäre bei "jedem, auch unbekannt" eingestiegen widerspricht.

Deshalb fällt es mir schwer, dies mit der einer Ablehnung von Ralfs Angebot, respektive dem eventuellen von Martin, logisch zusammenzubringen.

Ich sehe das mit dem „sie hätte es erwähnen müssen“ auch etwas anders. Das setzt voraus, dass sie Martin und Ralf gegenüber ihre Beweggründe überhaupt erklären hättte müssen. Ein einfaches Ablehnen hätte doch ausgereicht, ohne Namen zu nennen oder Alternativen auszuführen?

Zudem müsste man annehmen, dass die entsprechende Gespräche tatsächlich so stattgefunden haben. Wenn sie tatsächlich gesagt hätte „Der XY holt mich“ oder „Ich fahre lieber mit dem Bus“, stellt sich für mich die Frage, warum nicht zumindest einer der beiden, das später nicht genau so wiedergegeben haben sollte. Dazu ist allerdings mWn nichts bekannt.

Hinzu kommt, dass nicht gesichert ist, ob Martin sie an diesem Abend tatsächlich gesehen oder gesprochen hat; ein entsprechendes Gespräch wurde bislang von niemandem beobachtet oder bestätigt.

Gleiches gilt für Ralf, auch hier ist unklar, ob und in welcher Form ein Gespräch tatsächlich stattgefunden hat – weshalb ja mVn erneut um eine Meldung der BKMS-Hinweisgeber*in gebeten wurde.

Gerade weil unklar bleibt, ob und was sie mit Martin oder Ralf tatsächlich besprochen hat, erscheint es mir logisch schwierig, aus deren Aussagen verlässlich darauf zu schließen, ob eine verabredete Mitfahrgelegenheit bestand oder nicht.

Die entsprechenden Schlussfolgerungen beruhen auf Annahmen, die zunächst belegt werden müssten – wobei aus meiner Sicht die Vermutung einer anderen, verbredeten Mitfahrgelegenheit mit weniger Voraussetzungen auskommt.


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Wo ist Katrin Konert?

02.01.2026 um 12:08
@trullala – Vielen Dank für das nochmalige Einstellen beider Dokumentationen (ZDF Reportage "Wo ist Katrin), besonders „Spurlos Verschwunden... Der Fall Katrin Konert" hat mich berührt und bewegt auch heute noch sehr. Beide sind nun im Themen-Wiki (wieder) verlinkt.
Zitat von trullalatrullala schrieb:Von Herzen ist zu wünschen, dass diese emotionalen Worte dem ein oder anderen einen Ruck geben.
Zitat von DödiDödi schrieb:Es ist eben kein TV-Krimi, kein Fall an dem man sich im Internet sachlich abarbeiten kann. Hinter jeder Tat stehen Menschen, die ihr Leben lang leiden. Manchmal laut, manchmal leise. Für sie ist die Welt niemals mehr wie zuvor.
Zitat von CaiaLiaCaiaLia schrieb:Und gerade hier geht es um einen sehr jungen Menschen, dem man die Chance genommen hat, erwachsen zu werden. Deswegen finde ich es sehr gut, dass der Fall immer wieder in die Medien kommt und präsent bleibt (würde ich mir bei anderen Fällen auch so wünschen), so dass eben auch bei Täter und Mitwisser damit gegen die Verdrängung gearbeitet wird.
Dem kann ich mich nur anschließen. Es berührt zutiefst, weil es eben nicht um einen Krimi oder einen „hypothetischen Fall“ geht, sondern um echte Menschen und ihr lebenslanges Leid.

Genau deshalb ist es so wichtig, dass Katrins Schicksal präsent bleibt, Aufmerksamkeit erzeugt und das beharrliche Erinnern und Fragen nicht nachlässt – um zum Mitfühlen und Nachdenken anzuregen und auch als Mahnung gegen Gleichgültigkeit.


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