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Die Göhrde-Morde

15.553 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Hamburg, Ungelöst, Doppelmord, 1989, Göhrde, Lüneburg, KUR, Lage, Winsen, Tatwaffe + 15 weitere
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Die Göhrde-Morde
LuckyLuciano
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Die Göhrde-Morde

08.03.2017 um 20:03
@FredvomMond

Ja. 7 sind bereits in der Region fest geplant. Informationen und Termine dazu veröffentliche ich auch rechtzeitig auf meiner Website. 


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FredvomMond
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Die Göhrde-Morde

08.03.2017 um 20:05
@luckyluke

Interessant, auch in Hamburg?


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LuckyLuciano
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Die Göhrde-Morde

08.03.2017 um 20:07
@FredvomMond

Ich glaube, das gehört hier nicht her und ein Moderator stoppt das ggf. 

Anyway... ja, zwei sind in HH.


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Die Göhrde-Morde

09.03.2017 um 08:34
LuckyLuciano
schrieb:
Aber es gibt in der Tat eine Vielzahl an Details im Hinblick auf den Ablauf, die Ermittlungen und den neuen Möglichkeiten der Täterermittlung, die ggf. noch nicht detailliert beschrieben wurden.
Hallo LuckyLuciano,

das sehe ich auch so...
LuckyLuciano
schrieb:
Die Zusammenhänge sind aber anders, oft einfacher, als vermutet.
... und gerade das sehe ich etwas anders. Es ist komplizierter und nicht einfacher, aber das kann auch nur das gefühlte Empfinden sein, wenn man sich ein "Ergebnis" vorstellt und die Zusammenhänge, die dazu führten, im Nachhinein für sich bewertet. Denn logisch erscheinen die Abläufe, Motive und Verhaltensweisen im Nachhinein immer und dann erscheinen sie "einfacher als vermutet", weil sie dann erklärbar sind.

Auf Dein Buch freue ich mich schon. Ich werde mir jedenfalls eines kaufen. Dazu wünsche ich Dir, dass Du mit dem Erfolg darauf zufrieden sein wirst!

Für uns im Forum ändert sich mindestens bis zur Buchveröffentlichung aber nichts. Man kann nun abwarten oder weiter diskutieren, forschen, suchen, formulieren, informieren, Fragen stellen. Denn eines sollte klar geworden sein, weil LuckyLuciano dies explizit für sein Buch benannt hat:
LuckyLuciano
schrieb:
Aber ich trete nicht an für eine Täterüberführung. Das ist nicht meine Aufgabe.
Das sollte Motivation genug sein, nicht aufzugeben oder nur abzuwarten. Denn ich habe mich hier im Forum angemeldet und schreibe hier, weil ich die Hoffnung hege, den Tätertyp so einkreisen zu können, dass er durch die Ermittler der Kripo ausfindig gemacht werden kann.
Das aber macht viel Arbeit und Mitstreiter würden sehr hilfreich sein, denn es gilt Schritt für Schritt akribisch vorzugehen und die einzelnen Abschnitte der Taten zu analysieren, zu bewerten und in eine Persönlichkeitsbeschreibung des Täters münden zu lassen. Entscheidend dabei ist die Systematik der Analysen und die konsequente Nachverfolgung der gefundenen oder wahrscheinlichsten Ergebnisse. Das kann man sogar überwiegend am PC leisten, wenn die Tatorte/Fundorte und die nähere und weitere Umgebung genau untersucht, kartiert und fallspezifisch katalogisiert wurden, was ich bereits umfangreich geleistet habe.

Meinen Gruß!


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FredvomMond
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12.03.2017 um 00:17
@SpäteSühne

Glaubst du denn der "Friedhofsgärtner" käme als ein möglicher Täter in Frage?


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Die Göhrde-Morde

12.03.2017 um 07:57
FredvomMond
schrieb:
Glaubst du denn der "Friedhofsgärtner" käme als ein möglicher Täter in Frage?
Was die Verhaltensweisen angeht und auch die Tatausführungen samt Nachgang sehe ich kaum Parallelen. Dass er sich für die Göhrdemorde interessierte, Zeitungsberichte etc. dazu sammelte, dürfte dem Umstand geschuldet sein, dass er selbst als Mörder agierte, die Tatorte nicht weit auseinander lagen, und dass er möglichst viel wissen wollte, was bei seinem "Pendant" gefunden wurde, was man herausgefunden hatte, was man so alles vermutete, wie dieser vielleicht vorging oder was die Leute (Presse) darüber dachten, meinten oder an Angst und Furcht berichtet wurde...

Eine Restchance, dass der Friedhofsgärtner auch die Göhrdemorde verübte, bleibt aber bestehen, denn grundsätzlich ist er aufgrund der Faktenlage, wie auch andere Personen, nicht gänzlich auszuschließen. Ich halte die Wahrscheinlichkeit allerdings für gering bis sehr gering.

Dazu könnte ich weiter ausführen, aber dann geht es schon in die Details. Vielleicht sollten wir hier zunächst über andere Dinge sprechen, wie das Herausarbeiten der Ähnlichkeiten und vor allem der Unterschiede zwischen Mord 1 und Mord 2, samt Nachgang. Das würde die Blickwinkel neu ausrichten können, ist meine Meinung. Und es würden neue Aspekte hinzu kommen, die hier noch nicht diskutiert wurden, die den Tätertyp eingrenzen und auch abgrenzen zu anderen Tätern.

Wenn Ihr mögt, dann könnten wir mit den Unterschieden zwischen den beiden Taten anfangen. Welche habt Ihr in Erinnerung oder wahrgenommen, welche haben die Presse genannt oder die Ermittler?

Wäre schön, wenn darüber nachgedacht werden würde und wir darüber vielleicht in eine neue Diskussion kommen würden.
Meinen Gruß!


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FredvomMond
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Die Göhrde-Morde

12.03.2017 um 11:21
@SpäteSühne

Ich wundere mich weshalb du offenbar glaubst, dass die Wahrscheinlichkeit eines weiteren  Mörders im Umkreis so groß ist. 

Dieser schaurig schöne Zipfel im östlichen Niedersachsen hält eine kleine Vielzahl ungelöster Morde bereit, die ich allesamt diesem Gärtner eher zurechnen würde, als auf weitere Täter zu spekulieren! 

2 ältere Damen wurden in den 80. Jahren an Friedhöfen, bzw. in deren Nähe ermordet ... Friedhöfe, Gärtner - Zufall? 
Möglich, aber wieso nicht hier weiter überlegen, die Göhrde lag um die Ecke?!  
Sicherlich haben die Morde von Röthen eine Art Alleinstellungsmerkmal, allerdings insbesondere weil es ermordete Paare waren und die Fahrzeuge entwendet wurden.  
Ist das allerdings absolutes Ausschlusskriterium genug? Die Art der Ausführung war also anders, ja und? 
Sind das Gründe genug Kurt auszuschließen? 
Der Mörder hatte nur dort Leukoplastband dabei! Widerspruch genug? Ich meine nein, all das reicht nicht aus, denn dieser Mann hatte eine recht umfangreiche Ausrüstung von Materialen gehabt, möglicherweise auch einmal eine Rolle spezielles, seltenes Klebeband. Könnte es nicht sein er mordete mal mit Schusswaffengebrauch, mal ohne, waren es nicht einfach situationsabhängig Handlungen?

Neben der von mir von ein paar Tagen erwähnten Attacke in den Hamburger (Boberger) Dünen gab es auch in den Landkreisen UE und DAN gewalttätige Überfälle auf Paare, genau im Zeitraum der Göhrdemorde bzw. wenig später. 
(An einem See bei Uelzen und später an den Gartower Tannen - fast sicher gab es noch weitere, ähnliche Fälle). 
Der ungelöste Mord an Irma B. in der Lucie bei Lüchow zeigte Grausamkeiten in der Tat auf, die ganz sicher einen äußerst schwer "gestörten" Täter als Urheber aufzeigten. Auch dieser Mord zeigt mir aufgrund des Verdachtes von einer eventuellen Kontaktaufnahme zwischen Opfer und Täter per Zeitungsannonce eine mögliche Brücke zum Verhalten des toten Gärtners Kurt. 

War der Narzisst Kurt wütend auf ältere Damen, hasste glückliche Paare und "jagte" einzelne, junge Frauen? 


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12.03.2017 um 12:41
FredvomMond
schrieb:
Neben der von mir von ein paar Tagen erwähnten Attacke in den Hamburger (Boberger) Dünen gab es auch in den Landkreisen UE und DAN gewalttätige Überfälle auf Paare, genau im Zeitraum der Göhrdemorde bzw. wenig später. (An einem See bei Uelzen und später an den Gartower Tannen - fast sicher gab es noch weitere, ähnliche Fälle).
Der Überfall auf das Paar in Gartow ist ja hier im Thread bekannt.

Das ein Paar in Uelzen am See attackiert wurde, ist mir aber bisher nicht bekannt. Hast du da nähere Informationen ?

Alter des Paares, Datum der Tat ?


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FredvomMond
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Die Göhrde-Morde

12.03.2017 um 14:58
@EDGARallanPOE

Da ich das hier als unregelmäßigen Zeitvertreib betrachte und kein Buch führe, muss ich die Quelle nochmal suchen, ich habe sie im Moment nicht da! 

Vielleicht können hier auch andere Userinnen helfen? Ich bin sicher nicht allein mit dieser Info!

Allerdings handelt es sich bei dem Überfall in den Gartower Tannen nicht um die einzige Attacke auf Paare im näheren Umfeld der Göhrde, dies murmelt der Buschfunk ... Quelle Gartenzaun! Wie auch immer:
Die Polizei war sich - damals 1991, nach Gartow -  fast sicher es könnte ein wiederholter Versuch des Göhrdemörders gewesen sein! Inwieweit diese Theorie und weshalb überhaupt, verworfen wurde ist mir nicht bekannt. Dazu müssen wir eventuell auf das Buch von @LuckyLuciano warten.

Einzig die Tatsache, das diese Überfall scheiterte spricht nicht gegen den Mörder, bzw. auch nicht gegen den Gärtner Kurt als eventuellen Täter!


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Die Göhrde-Morde

12.03.2017 um 18:38
FredvomMond
schrieb:
Ich wundere mich weshalb du offenbar glaubst, dass die Wahrscheinlichkeit eines weiteren  Mörders im Umkreis so groß ist.

Dieser schaurig schöne Zipfel im östlichen Niedersachsen hält eine kleine Vielzahl ungelöster Morde bereit, die ich allesamt diesem Gärtner eher zurechnen würde, als auf weitere Täter zu spekulieren!
Die Mordrate in dem "schaurig schönen Zipfel" ist nicht höher als in anderen Teilen der Republik, bezogen auf die Einwohnerzahl wohlbemerkt. In Hamburg liegt sie ähnlich und auch dort waren es nicht Taten eines Täters, sondern von verschiedenen - und das, obwohl diese viel dichter zusammen wohnten. Daher wundere ich mich, warum Du offenbar glaubst, dass die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Mörders ausgerechnet in diesem Zipfel sich anders darstellen sollte als anderswo in der Republik.

Die Ermittler werden ganz sicher Fälle mit ähnlichen Ansätzen in der Region und darüber hinaus untersucht haben und nach Zusammenhängen gesucht haben. Sie haben aber keine gefunden, die in irgend einer Weise relevant gewesen wären, denn ansonsten hätte man darüber etwas erfahren. Daher bin ich der Auffassung, dass es nicht zielführend ist, wenn man versucht, alle Untaten einer Gegend einem Täter zuzuordnen und dann zu glauben, der Fall wäre gelöst oder es würde sich nicht mehr lohnen, nach dem Täter zu suchen, da dieser ja in der Annahme eines einzigen Serientäters versteckt liegen würde. Und obendrein wäre er dann auch schon tot und nicht mehr bestrafbar...

Wie ich schon schrieb, eine absolute Unwahrscheinlichkeit kann man nicht attestieren, dass der Friedhofsgärtner der Überkiller in einer weiten Region war. Doch ist diese Wahrscheinlichkeit bezogen auf die Göhrdemorde verschwindend klein. Das mag für andere Fälle anders aussehen, mit denen habe ich mich aber auch nicht wirklich beschäftigt, so dass ich dies nicht beurteilen kann.

Um hier nicht bei anderen Fällen zu landen, die uns hier in diesem Fall nicht weiter bringen, wiederhole ich gern nochmal mein Ansinnen, und lade Euch ein, in dieses Thema einzusteigen:
SpäteSühne
schrieb:
Vielleicht sollten wir hier zunächst über andere Dinge sprechen, wie das Herausarbeiten der Ähnlichkeiten und vor allem der Unterschiede zwischen Mord 1 und Mord 2, samt Nachgang. Das würde die Blickwinkel neu ausrichten können, ist meine Meinung. Und es würden neue Aspekte hinzu kommen, die hier noch nicht diskutiert wurden, die den Tätertyp eingrenzen und auch abgrenzen zu anderen Tätern.Wenn Ihr mögt, dann könnten wir mit den Unterschieden zwischen den beiden Taten anfangen. Welche habt Ihr in Erinnerung oder wahrgenommen, welche haben die Presse genannt oder die Ermittler?Wäre schön, wenn darüber nachgedacht werden würde und wir darüber vielleicht in eine neue Diskussion kommen würden.
Oder ist mein Ansinnen zu unverständlich oder zu schwierig? Oder ist das Interesse inzwischen verstummt in diesem Forum? Ich meinte, es wäre noch da. Ich kann mich aber auch getäuscht haben.
Meinen Gruß!


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FredvomMond
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Die Göhrde-Morde

12.03.2017 um 20:36
@SpäteSühne

Die Zahl ungeklärter Tötungsdelikte lag im Verhältnis zur Einwohnerzahl und der Anzahl der geschehenen Morde in den 80iger Jahren in der Region UE/LG/DAN weit über dem Durchschnitt, im Jahr 89 auch über dem von Hamburg! 

Hamburg hat bis heute zum Beispiel keinen einzigen ungeklärten Vierfachmord (Und im übrigen gab es nach Fritz Honka auch keine vergleichbar hohe Anzahl von ermordeten Menschen durch einen einzelnen psychisch erkrankten Täter).

Und ja, genau daher schätze ich das Vorhandensein von zwei sehr sadistischen Tätern auf so einem kleinen Gebiet als wesentlich unwahrscheinlicher ein!  
Mord 1 und 2 in Röthen sind nicht so wie du es möchtest vergleichbar. 
Der Täter wurde beim 2. Mord meiner Meinung nach "gestört" und es kann somit auch keinerlei Nachgang mit spezifischen Verhaltensweisen aufzeigbar sein! 
Der Killer vom Forsthaus tötete äußerst brutal, er vernichtete seine Opferpaare regelrecht und beweist mir in jedem Fall, dass es sich um eine wirklich narzisstische Bestie gehandelt haben muss, die durchaus dem Typ Kurt entsprach.


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Die Göhrde-Morde

13.03.2017 um 12:53
FredvomMond
schrieb:
Die Zahl ungeklärter Tötungsdelikte lag im Verhältnis zur Einwohnerzahl und der Anzahl der geschehenen Morde in den 80iger Jahren in der Region UE/LG/DAN weit über dem Durchschnitt, im Jahr 89 auch über dem von Hamburg!
Bei den ungeklärten Mordfällen kann dies so stimmen. Jedoch sagen die ungeklärten nichts über die Anzahl der Morde insgesamt aus. Und eine "Statistik der ungeklärten Mordfälle" habe ich von Seiten der Ermittler bisher auch nicht finden können. Für diese Aussage wäre also eine Quelle hilfreich. Die offiziellen Kriminalstatistiken der erkannten und ermittelten Mordfälle zeigen keine entsprechenden Auffälligkeiten, also keine signifikanten Abweichungen. Und nur diese kann ich als Basis nehmen, um für ein Bundesland oder eine Region eine statistische Mordfall-Quote (je 100.000 Einwohner) zu ermitteln. Die zeigt jedoch keine (signifikant) erhöhte Quote für Niedersachsen oder die Region der ehemaligen Bezirksdirektion Lüneburg. Insgesamt gibt es ja Gott sei Dank in Deutschland keine sehr hohen Mordzahlen pro Jahr. Natürlich fallen dann 4 Morde an einem Standort in einem Jahr - egal wo sie geschehen - als Peak über der normalen Schwankungsbreite (Statistik) auf, da die Fallzahlen insgesamt sehr gering sind. Und nach einigen Jahren oder im Jahrzehnt - wenn am Standort keine weiteren Mordfälle hinzu gekommen sind - verliert sich dieser Peak wieder im statistischen Rauschen.
Wer mag, der kann ja selbst mal etwas in den offiziellen Statistiken stöbern, die man z.B. hier findet:
http://www.gbe-bund.de
Dort unter "Suche" das Wort "Mord" eingeben, dann bekommt man eine Vielzahl von Statistiken angeboten, die sogar bis zum Jahr 1987 zurück gehen.

Blanke Statistiken werden uns im Fall der Göhrdemorde auch nicht wirklich weiter helfen können, denn diese Morde sind in gleich mehrfacher Hinsicht einzigartig: Doppelmorde, kurze Zeitabstände, gleiche Lokalität, keine Folgetaten mit gleichem Muster erkennbar, keine Vorgängertaten mit gleichem Muster erkennbar, um einige Aspekte zu nennen.

Natürlich kann der Täter auch schon zuvor gemordet haben mit anderen Ermittlungsaspekten, wie: nicht Paare, nur Frauen oder nur Männer, andere Region(en), andere Vorgehensweisen etc.

Und er kann auch danach weiter gemordet haben mit vielleicht wieder anderen Ermittlungsaspekten (siehe oben).

Da wir das alles aber nicht wissen, können wir uns nur und ausschließlich auf die Göhrdemorde selbst konzentrieren.
Meinen Gruß!


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Die Göhrde-Morde

13.03.2017 um 14:16
Noch ein Aspekt, den man gedanklich mit einbringen könnte ist die Mobilität des Täters selbst, die durch seine Lebensumstände bedingt sein könnten. Diese könnten z.B. sein:

- wohnt(e) z.B. schon lange im näheren Umfeld der Tatorte, arbeitet(e) aber außerhalb des nahen Umfeldes z.B. in Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen oder im Großraum Niedersachsen. Also könnte er ein Wochenend-Pendler gewesen sein. War dadurch nicht ständig am Wohnort, nur an Wochenenden, Feiertagen, zur Urlaubszeit oder bei Krankheit. Dann hatte er eine Zweitwohnung am Arbeitsort oder aber der Zweitwohnsitz lag im Umfeld der Tatorte.
- wurde unmittelbar nach dem zweiten Doppelmord durch den Arbeitgeber in eine andere Region versetzt oder wurde befördert oder mit neuen Aufgaben betreut, so dass er seltener zu seinem Wohnort pendelte, eine neue Zweitwohnung am neuen Arbeitsplatz bezog oder gar temporär im Ausland arbeitete.

Eine solche beispielhafte Konstellation würde die Ermittlungen deutlich erschweren, wenn es vorherige Taten und/oder neue Taten gab. Die theoretisch möglichen weiteren Tatorte könnten dann weit auseinander liegen und Zusammenhänge wären nur schwer zu erkennen, wenn überhaupt.

Darauf bin ich u.a. gestoßen, als ich mich für die gemeldeten Zweitwohnsitze im Umfeld der Tatorte interessierte. Die Anzahl der Zweitwohnsitze ist nämlich erstaunlich hoch und unterliegt einer größeren Fluktuation als die Erstwohnsitze. Das macht die Sache zunächst unübersichtlich. Da die Meldungen für Zweitwohnsitze aber verpflichtend sind (und bei den lukrativen Steuererstattungen für "Doppelte Haushaltsführung" sogar Voraussetzung), beinhalten diese Meldungen aber auch Ermittlungschancen, wenn man gezielt danach sucht. Denn der Erstwohnsitz und die wechselnden Neben- oder Zweitwohnsitze sind dadurch gut zu ermitteln.

Ich spreche dieses Thema an, weil ich gern auch diesen Blickwinkel erweitern möchte. Ein "mobiler" Täter, gerade auch beruflich mobil durch z.B. Karriere, ist sicher anfänglich viel schwerer zu ermitteln als ein beruflich stationärer Täter. Es mangelt dann einfach an einer Anfangsspur, einem Anfangsverdacht oder an einem sichtbaren räumlichen Zusammenhang. Solche Zusammenhänge ergeben sich dann erst viel später, wenn über Ermittlungen in einer anderen Region zu anderen Taten mehr oder minder mögliche Verbindungen durch Ermittlungen entstanden sind, die dann plötzlich eine logische oder  mögliche Wahrscheinlichkeit entstehen lässt, so dass dann ganz neue Ermittlungserfolge entstehen können, die zuvor praktisch unmöglich waren.
Meinen Gruß!


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Die Göhrde-Morde

15.03.2017 um 11:28
FredvomMond
schrieb:
Mord 1 und 2 in Röthen sind nicht so wie du es möchtest vergleichbar. Der Täter wurde beim 2. Mord meiner Meinung nach "gestört" und es kann somit auch keinerlei Nachgang mit spezifischen Verhaltensweisen aufzeigbar sein! Der Killer vom Forsthaus tötete äußerst brutal, er vernichtete seine Opferpaare regelrecht und beweist mir in jedem Fall, dass es sich um eine wirklich narzisstische Bestie gehandelt haben muss, die durchaus dem Typ Kurt entsprach.
Wenn wir, wie die Ermittler es auch machen, davon ausgehen, dass es sich um einen Täter handelt, der beide Doppelmorde verübte, dann kann (und muss) man beide Taten miteinander vergleichen. Dass der Täter bei der 2. Tat gestört wurde, ist ja nur eine Annahme. Und ganz klar gab es einen Nachgang bei beiden Taten, der spezifische Verhaltensweisen aufzeigen kann.


Zum einen erscheinen die Tatabläufe beider Doppelmorde strukturell sehr ähnlich.
Dann lagen beide Tatorte/Fundorte in unmittelbarer Nähe zueinander. Der Täter war somit auf dieses Gebiet fixiert und hat gezielt dort zugeschlagen. Das spricht für eine entsprechende Vorbereitung vor Ort. Dazu gehört auch, dass der Täter die Opfer beobachtet haben muss, um sie dann zu überraschen.
Die Opferpaare waren in etwa im gleichen Alter. Das muss oberflächlich betrachtet noch nichts bedeuten. Jedoch hat der Täter die Opfer aufgrund deren Alters nicht abgelehnt, was ja auch etwas aussagt. Sie waren ihm weder zu jung noch zu alt, sie passten also diesbezüglich in sein Opferbild. Auch die Statur oder das (maskuline) Erscheinungsbild der männlichen Opfer hatte ihn nicht abgeschreckt. Auch das sagt einiges über den Täter aus.
Bei beiden Doppelmorden wurden die Opferfahrzeuge vom Täter bewegt und an einen anderen Ort verbracht: Winsen/Luhe und Bad Bevensen.

Interessant sind nun die Differenzen zwischen den beiden Doppelmorden. Denn auch daraus lassen sich Rückschlüsse ziehen, die auf die Persönlichkeit des Täters zurück zu führen sind.

Und da gibt es einige Punkte, über die man nachdenken sollte. Nur zwei von mehreren Beispielen:

- das erste Opferpaar wurde notdürftig unter Zweigen und Ästen versteckt, das zweite Opferpaar offenbar nicht.
- im Opferfahrzeug der ersten Opfer wurden Blutspuren gefunden und auch andere Spuren, im zweiten Opferfahrzeug dagegen nichts dergleichen.

Meine Fragen:
-warum gibt es diese Unterschiede und wie lassen sie sich erklären?
- was sagt das über den Täter aus?

Es gibt weitere Unterschiede. Wir könnten diese hier strukturiert diskutieren, wenn Ihr mögt.
Meinen Gruß!


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FredvomMond
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15.03.2017 um 22:16
@SpäteSühne


Das zweite Opferpaar wurde nicht abgedeckt, weil der Mörder gestört wurde.

Der Mörder reinigte den 2. Wagen, denn er wusste ja zu diesem Zeitpunkt, dass man seine Spuren im ersten Auto gesichert haben könnte! Möglicherweise wollte er gar nicht, dass der Honda von Familie Reinold so schnell gefunden und damit ihm wieder abhanden kommen sollte?
Es überrascht daher dann auch nicht, dass der Tercel in Bad Bevensen somit  einmal, eventuell auch mehrfach bewegt wurde - der Mörder führ den Wagen an einem Ort, an welchem er ihn reinigte.


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LuckyLuciano
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Die Göhrde-Morde

16.03.2017 um 17:10
@SpäteSühne

Du schriebst, dass im Fahrzeug der ersten Opfer Blutspuren gefunden wurden. Erinnerst Du Dich woher diese Information stammt?

@FredvomMond

Die Fahrzeugbewegung des zweiten Opferpaares ist nicht belegt. Ich halte es auch nicht für realistisch, weil es ein hohes und unkalkulierbares Risiko darstellt bei der Nutzung gesehen zu werden.  


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16.03.2017 um 18:18
LuckyLuciano
schrieb:
Du schriebst, dass im Fahrzeug der ersten Opfer Blutspuren gefunden wurden. Erinnerst Du Dich woher diese Information stammt?
Quelle ist die Morgenpost vom 14.07.1989:
Röthen
schrieb am 19.02.2017:
Laut MoPo vom 14.07.'89:Zitat: "... Im Honda wurden Blutspuren gefunden, Kiefernadeln und Blätter der neben dem Tatort stehenden Rotbuche. ..." Zitatende;
Aus anderer Quelle hatte ich gelesen, dass bei beiden Fahrzeugen ein Folienabzug gemacht wurde durch die Kripo/Spusi. Sollten also Blutspuren auf dem Sitz/den Sitzen oder in den Fahrzeugen gewesen sein, dann gibt es davon eine "Blaupause".
Ob jetzt endlich die Folie aus den Pkw mit Wichmanns DNA abgeglichen wird, ob eine Operative Fallanalyse gemacht wird, mit der man mehr über Tat und Täter erfahren könnte, dazu schweigt die Polizei.
Quelle: ZeitOnline, 03.11.2016
LuckyLuciano
schrieb:
Die Fahrzeugbewegung des zweiten Opferpaares ist nicht belegt. Ich halte es auch nicht für realistisch, weil es ein hohes und unkalkulierbares Risiko darstellt bei der Nutzung gesehen zu werden.  
Dass das Fahrzeug bewegt wurde, ist ja klar. Nur ist halt unbekannt, wie lang die Wege waren und wie oft der Täter es bewegte. Ich denke aber auch, dass er nur die notwendigsten Fahrten gemacht hat, um nicht gesehen zu werden.
Meinen Gruß!


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LuckyLuciano
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Die Göhrde-Morde

16.03.2017 um 18:23
@SpäteSühne

Die Quelle MOPO bzgl. der Blutspuren kenne ich. Ich dachte tatsächlich es gebe noch eine andere. Die Information ist jedoch nicht richtig. Es gab keine Blutspuren in den Fahrzeugen. Weder in 1 noch in 2. Leider stimmen viele der Informationen in den Medien nicht. 

Dass das Fahrzeug im zweiten Fall bewegt wurde ist für mich nicht klar. Allenfalls vom Abstellort nahe des Fundortes bis nach Bad Bevensen vor der ehemaligen Diabetes Klinik. An weitere Bewegungen glaube ich nicht. Das Ziel bestand in der Fahrzeugverbringung zur Spurenverschleierung. Alles weitere halte ich nicht (mehr) für wahrscheinlich. 


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Die Göhrde-Morde

28.03.2017 um 20:04
SpäteSühne
schrieb am 15.03.2017:
- im Opferfahrzeug der ersten Opfer wurden Blutspuren gefunden und auch andere Spuren, im zweiten Opferfahrzeug dagegen nichts dergleichen.
Hier korrigiere ich nun nach allen Recherchen, dass auch im ersten Opferfahrzeug keine Blutspuren vorhanden waren. Die Meldungen der Presse werden nicht bestätigt diesbezüglich. Das ist eine wichtige Feststellung, denn das bedeutet, dass man den Täter in dieser Beziehung Konstanz zuordnen muss. Für die Persönlichkeitsstruktur eine wichtige Aussage.

Demnächst mehr dazu, denn nun darf man einen neuen Weg verfolgen, der (mindestens hier im Forum) noch nicht gegangen wurde.
Meinen Gruß!


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FredvomMond
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Die Göhrde-Morde

23.04.2017 um 14:12
@LuckyLuciano

Da du die Theorie der mehrfachen Fahrzeugbewegung in Bad Bevensen nicht (mehr) glaubst, frage ich dich weshalb du dann an eine Spurenverschleierung denkst?

Ich denke der Mörder musste die Fahrzeuge von Röthen entfernen um den Tatort zu verlassen! Hätte er tatsächlich "umfangreich" verschleiern wollen, dann wären die Autos entweder ausgebrannt oder irgendwo "versenkt" worden.

Es deutet doch alles vielmehr darauf hin, dass der Göhrdemorder (aufgrund seiner Persönlichkeit?) derartig größenwahnsinnig und selbstsicher war, dass er die Autos lediglich bequem parkte (eventuell auch noch ein paar Tage oder Stunden nutzte) und recht entspannt nach Hause reiste. Da sowohl WL als auch BB an der Bahnstrecke Uelzen - Lüneburg liegen, vermute ich diese Bahnroute als weiterführenden Fluchtweg! Das Auto von den Reinolds wurde ja 60 km mehr genutzt ...
Möglicherweise hat der Mörder etwas am Tatort vergessen und musste nochmal umkehren? Es wird soviel interpretiert wobei die Spuren so mager sind, dass es kaum Anhaltspunkte für eben jene Spekulationen gibt!

Ich schreibe heute nochmal, was auch Ermittler aus HH vernuten, KWW aus Lüneburg war der Mörder!


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