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Die Göhrde-Morde

15.527 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Hamburg, Ungelöst, Doppelmord, 1989, Göhrde, Lüneburg, KUR, Lage, Winsen, Tatwaffe + 15 weitere
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Die Göhrde-Morde

Die Göhrde-Morde

19.11.2019 um 00:27
MissHudson schrieb:Wenn man es genau nimmt, ist es heute eigentlich noch genauso, zumindest hinter vorgehaltener Hand, da könnte ich immer wütend werden.
Man muss dafür nur den Thread hier bei allmystery von Sophia L. durchlesen. Auch da findet man leider einige Beiträge, die zumindest eine Mitschuld Sophias an ihrem Schicksal andeuten. Es ist wirklich traurig, dass manche immer noch so denken.


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20.11.2019 um 18:04
AnneOnedin schrieb:Vielleicht fuhr Herr Wichmann am liebsten teure und zum Teil auch auffällige Autos, um bei etwaigen
Anhalterinnen "Eindruck zu schinden". Ein gewisses Prestigedenken war sicherlich vorhanden, sich
mit solchen Autos aufwerten wollen, ist ja nicht nur bei Vergewaltiger und Mördern ein Motiv.
Das gibt es heute auch noch, in der verschärften Version. Da dröhnt der Auspuff mit der Anlage um die Wette :(. Wie sagte man früher spöttisch? Kein S.... in der Hose
AnneOnedin schrieb:Mit Sicherheit wird W. nicht alle mitgenommenen Mädchen, Frauen belästigt oder vergewaltigt haben.
Nach welchen Kriterien er vorging, blieb ja leider sein Geheimnis.
Das kann ich mir auch nicht vorstellen, denn das wäre irgendwann aufgefallen und vor allem gibt es immer Opfer, die sich retten können. Kriterien? Ich könnte mir vorstellen, das ist jetzt aber reine Spekulation, dass KWW auf kleine, schlanke, dunkelhaarige Frauen stand.
AnneOnedin schrieb:Ich selbst hatte nur einmal, mit ca. 17 nach verpasstem Bus, den Mut den Daumen hoch zu halten.
Das war dann keine wirklich schlimme Erfahrung, aber so wenig schön das ich es danach nie wieder
versucht habe.
Das habe ich auch einige Male gemacht, das war bei uns Mädels schon fast ein Mutprobe, ziemlich dumm, im Nachhinein gesehen. Passiert ist zum Glück nie etwas.


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25.11.2019 um 05:37
Gab es die These schon, dass KWW ein Auftragskiller sein könnte? Dies könnte den wütenden Anruf bei einem ebenfalls damals Verdächtigen auf seiner Flucht erklären....auch sein Einkommen etc..


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25.11.2019 um 05:50
Gestern war relativ viel los, im sogenannten Totenwald :-)
OK, an der dicken Eiche parkte stundenlang niemand und keine*r,
der Parkplatz-Mitte-K13 hingegen war temporär prall gefüllt.
Und wenn man*frau dann nochmals die Strecke LG-Streit.. zum Kellerberg fährt,
fragt man*frau sich:
Wie kommt man*frau auf den Gedanken diese Strecke an diesen Ort zurück zu legen,
um dann dort tätig zu werden.
Entweder ist im/am Kellerberg das Bernsteinzimmer versteckt
oder die Geschichten sind Märchen und es war alles ganz anders.


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25.11.2019 um 16:34
CRISPR-Cas9 schrieb:Wie kommt man*frau auf den Gedanken diese Strecke an diesen Ort zurück zu legen,
um dann dort tätig zu werden.
Entweder ist im/am Kellerberg das Bernsteinzimmer versteckt
oder die Geschichten sind Märchen und es war alles ganz anders.
Also ich bin völlig fremd in der Gegend, aber soviel ich weiß, ist die Göhrde ein sehr großes Waldgebiet, sogar das größte in Norddeutschland. Gibt es irgendwelche Punkte in der Göhrde, die über den sog. Kellerberg gut zu erreichen sind, ohne dass man entweder nur zufällig oder gar nicht gesehen wird?

Ein Beispiel aus meiner Heimat: am sog. Otterwald, auch ein großes Waldgebiet, gibt es sehr viele Punkte, an denen sich Parkplätze befinden. Einer davon heißt "An der Bleiche". Von dort aus führen Rundwanderwege in den Wald. Wenn man aber ca. 50 m weiter vorne in den Wald geht, kommt man auch überall hin.

Wer weiß wirklich, was den Kellerberg so interessant macht? Gibt es bei euch auch Leute die mit Metalldetektoren durch den Wald gehen, immer auf der Suche nach dem großen Schatz?


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Die Göhrde-Morde

25.11.2019 um 18:27
Mal eine kurze Beschreibung der Göhrde:
Das ist in der Tat ein großes Waldgebiet, das zu einem nicht unerheblichen Teil aus Nadelhölzern besteht und in dem es sehr lange rechtwinklig angeordnete Waldwege gibt, die den gesamten Wald annähernd in rechteckige Flächen teilen. Der Wald ist somit recht eintönig, aber über die Anordnung der Wege doch recht übersichtlich.

Durch des Wald führen im wesentlichen drei Straßen (B216 / L253 / K13), die innerhalb des Waldes ein Dreieck bilden.
Aufgrund der Göße des Waldes, der Lage der Straßen und der vielen Parkmöglichkeiten (auch abseits der offiziellen Parkplätze) wäre es praktisch unmöglich, eine bestimmte Person in angemessener Zeit zu finden, selbst wenn man wüsste, an welchem Tag sich die Person in der Göhrde aufhält.

Allerdings gibt es zwei bedeutsame Ausnahmen. Den "Breeser Grund" und den "Kellerberg".
Diese beiden Orte sind sehr beliebte Ausflugsziele.

Das liegt unter anderm auch daran, dass es dort besonders große Eichen gibt, die in flachen Tälern umgeben von Heide stehen. An diesen Stellen ist es sehr wahrscheinlich auf Besucher zu treffen, wenn man es darauf anlegt.
Zudem ist der Kellerberg aus Richtung Lüneburg auch schnell zu erreichen, da er im Westen der Göhrde dicht an der B216 liegt. Im Ort Oldendorf zweigt die K13 ab, und schon nach wenigen hundert Metern erreicht man das Forsthaus Röthen. Schon von dort aus kann man über den Elten-Steig in das Gebiet wandern, das sich westlich der K13 ersteckt. Fährt man noch etwas weiter, kommt man zum "Eichen-Parkplatz" - der Parkplatz, der den Kürzesten Weg zum Jagen 147 darstellt - und noch etwas weiter liegt dann östlich der K13 der "Parkplatz-Mitte", von dem aus man am schnellsten zum Jagen 138 gelangt.

Da die beiden beschriebenen Parkplätze gut einzusehen sind (ebenso wie der Parkplatz direkt am Forsthaus in Röthen), fällt es nicht schwer zu erraten, wohin die Personen gegangen sind, die zu dort abgestellten Autos gehören.

Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Breeser Grund, wobei hier eigentlich nur ein Parkplatz in Betracht kommt, der auch noch auf der L253 gut ausgeschildert ist.

Diese beiden besonderen Orte sind natürlich auch anders erreichbar, aber nur mäßig ortskundige Besucher würden so verfahren, wie ich es geschildert habe.

Wer sich auskennt und nicht auf andere Gäste treffen möchte, der fährt irgendwo anders innerhalb der Göhrde hin, und stellt sein Auto einfach links oder rechts an den Anfang eines Forstweges. Von dort aus geht man dann irgendwo in den Wald...und dann ist man weg.

Das heißt zusammengefasst, der Kellerberg und der Breeser Grund sind zwei naheliegende Ausflugsziele, wenn man sich nur mäßig in der Göhrde auskennt. Wer es darauf anlegt irgendjemandem zu begegnen um diesen dann ggf. zu töten fährt auch dort hin.

@Zoelie
Ob KWW ein Auftragskiller war, ist für mich schwer vorstellbar.
Da ist zum einen das Problem mit dem Auffinden der Opfer in der Göhrde. Fahren die Opfer nicht an die von mir genannten Stellen, ist es fast unmöglich sie zu finden. An diesen Stellen jedoch ist die Wahrscheinlichkeit (nicht vergessen, wir sprechen von 1989, damals war die Göhrde deutlich stärker besucht als heute!) auch auf andere Besucher zu treffen sehr groß. Ein Profi-Killer fesselt und entkleidet seine Opfer nicht. Er tötet sie und verschwindet. Ein Profi-Killer benutzt keine Kleinkaliber Waffe - das sind allerdings die einzigen Waffen, die bei KWW gefunden wurden (Kleinkaliber-Waffen haben nicht genug Geschossenergie um einen Menschen verlässlich zu töten, sie sind für Sportschützen gemacht, die auf Pappscheiben schießen).
Ein Profi-Killer töte nicht das falsche Paar! Er weiß wie die Opfer aussehen, und was die für ein Auto fahren. Ein Profi-Killer fährt nicht mit dem Auto der Opfer umher. Ein Profi-Killer vergräbt keine Opfer in seiner Garage...ich könnte diese Aufzählung noch lange weiter führen.
Ich halte diesen Ansatz für unwahrscheinlich.


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25.11.2019 um 23:18
@Opti-Mist
NaJa, es gab auch „Profi“ Killer die ihre Opfer verwechselt haben in der Vergangenheit.Und auch die Tatwerkzeuge sind durchaus variabel.
Ist auch die Frage wer und wann ist man ein „ Profi“

Für mich ist Durchaus vorstellbar das er für Geld gemordet haben könnte. Würde zumindest irgendwie in die 236 Fälle Theorie passen


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26.11.2019 um 00:27
Opti-Mist schrieb:Ob KWW ein Auftragskiller war, ist für mich schwer vorstellbar.
Ja und Nein. Wenn man davon ausgeht, dass KWW bereits Ulrike B. ermordet und Ilse G. erschossen hat, ist jedenfalls klar, dass dieser Mensch bereits mehr als eine Grenze überschritten hat und außerdem kam er sich vermutlich inzwischen unantastbar vor, da er ja in diesen Fällen niemals strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wurde.
Ihm kam es meines Erachtens nur darauf an, dass er nicht wieder in Haft kam, wie 1970 nach der Vergewaltigung der Anhalterin. Jedoch führt eine Haftstrafe in der Regel nur selten dazu, dass sich die inhaftierte Person nach Entlassung nichts mehr zu Schulden kommen lässt.
Opti-Mist schrieb:Ein Profi-Killer fesselt und entkleidet seine Opfer nicht. Er tötet sie und verschwindet. Ein Profi-Killer benutzt keine Kleinkaliber Waffe - das sind allerdings die einzigen Waffen, die bei KWW gefunden wurden (Kleinkaliber-Waffen haben nicht genug Geschossenergie um einen Menschen verlässlich zu töten, sie sind für Sportschützen gemacht, die auf Pappscheiben schießen).Ein Profi-Killer töte nicht das falsche Paar! Er weiß wie die Opfer aussehen, und was die für ein Auto fahren. Ein Profi-Killer fährt nicht mit dem Auto der Opfer umher.
Das trifft auf jeden Fall auf einen echten Profikiller zu, ohne Frage. Aber wer schon ungerne Unterhalt zahlen will, nach einer Scheidung, der zahlt vielleicht auch lieber etwas weniger, für einen nur semiprofessionellen Killer aus der Nachbarschaft.

Es gibt hier immerhin eine Parallele, dass zwei der Opfer Ehen, eine war es defintiv sicher, vor dem Ende standen. Da taucht bei mir zumindest die Frage auf, weshalb es bei gutsituierten Personen mehrere Jahre braucht, bis man einer Trennungsvereinbarung zustimmt und sich erst kurz vor Termin finanziell einigen kann.
Meiner Meinung nach, ist der Gedankengang, dass wer genug Geld hat, einen Auftragsmord zur Geldersparnis oder andere kriminelle Verhaltensweisen nicht nötig habe, definitiv falsch.
Es ist im Gegenteil so, dass diese Personen nach Verdienst der ersten Millionen €, dann in ganz andere Kreise geraten, wo sie sozusagen mit wenigen Millionen € auf der hohen Kante, die Armen unter den Reichen sind. Als Beispiel sei mal der ehemalige Besitzer des Endokrinologikums und der Privatbank Wölbern Invest, Prof. Maria Schulte, genannt. Wen es interessiert, kann ja mal googlen. Geht zwar nicht um Mord, aber um Anlagebetrug etc.
Besonders anfällig sind hier meines Erachtens solche Personen, die aus sog. kleinen Verhältnissen kommen und dank planvoller Geschäftsstrategie und viel Glück dazu, plötzlich zu viel Geld gekommen sind.

So jemand mag dann evtl. auch nichts mehr für eine langjährige Ex- Gattin bezahlen. Bei Bäckermeister W. wäre evtl. die Existenz durch Scheidung und Folgekosten bedroht gewesen. Allerdings halte ich Bäckermeister W. nicht für einen Auftraggeber zum Mord an seiner Gattin. Natürlich tötet ein Profi nicht das falsche Paar, aber hier haben wir es ja mit einem Brüder Gespann zu tun, welches nicht ganz so helle im Kopf ist und eine generelle Lust am Töten verspürt hat. Opfer Ilse G.ist meines Erachtens nur deshalb zum Opfer geworden, weil KWW Spaß an der Jagd auf Menschen hatte. Bewegungsjagd am menschlichen Objekt, sehr makaber und hinterhältig, wie ich finde.
RalexS schrieb:Für mich ist Durchaus vorstellbar das er für Geld gemordet haben könnte.
Ich halte das zwar nicht für wahrscheinlich, dass es so war, aber auch nicht für völlig abwegig. Es ist schon deshalb nicht abwegig, weil KWW bereits Menschen ermordet hatte und in ständiger Geldnot war.

Jemand mit Lust am Töten und Quälen und klammen Finanzen, könnte für einen Auftragsmord schon ansprechbar sein und diesen dann auf seine Weise erledigen.

Wie gesagt, ich gehe auch nicht vom Auftragsmord aus, aber absolut sicher, dass es in keinem der Fälle einer war, die KWW zugeschrieben werden, bin ich nicht.
Die Staatsanwaltschaft hat es leider versäumt frühzeitig die Binnenbeziehungen von KWW zu den Opferfamilien näher zu untersuchen. Das wird auch heute nicht mehr zu klären sein.
RalexS schrieb:Ist auch die Frage wer und wann ist man ein „ Profi“
Wenn man so vorgeht, wie es @Opti-Mist beschreiben hat. Am besten einer, der aus Südamerika einfliegt, seinen Job erledigt und wieder zurück fliegt.


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26.11.2019 um 00:52
@Rotmilan

"Semiprofessioneller Killer aus der Nachbarschaft" sehr gut formuliert.

Man könnte noch hinzufügen "Last-Minute-Killer" oder Killers.


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26.11.2019 um 17:27
@Opti-Mist: danke für die gute Beschreibung der Göhrde- Örtlichkeiten! Mich irritierte das mit
dem Kellerberg, dachte immer dort ist es flach wie ein Pfannkuchen in dem Gebiet, also eher
in Norddeutschland im Gesamten :-) Bis auf den Harz natürlich. Nun ja, ein Blick auf Google Earth
belehrt schnell eines Besseren...


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26.11.2019 um 17:44
Der- wie soll man es nennen- Witwer trifft es ja nicht so richtig, von Birgit Meier war mit einer solchen
Verve in der Doku dabei, fand sich extrem ungerecht behandelt von der Polizei und der Staatsanwalt-
schaft. Es fällt schwer so jemandem dann nicht zu glauben, mir jedenfalls.
Etwas merkwürdig fand ich, wie er betonte er habe Herrn Wichmann nur einmal gesehen.
Wenn er dort in der Nachbarschaft, sogar nebenan, als Gärtner gearbeitet hat, muss er ihm doch
wahrscheinlich schon vorher mal aufgefallen sein. Denkt man sich zumindest. Auch kam ihm KWW
ja- nach seiner Aussage- relativ schnell in den Sinn als es um Verdächtige ging.
Wenn ich jemanden auf einer Feier zufällig einmal sah, ohne sonderlichen Kontakt gehabt zu haben,
denjenigen dann quasi gleich auf dem Schirm habe, ist das schon seltsam. Allerdings darf man nicht ver-
gessen, dass Frau M. ihrer Freundin von KWW erzählt hatte- und auch der Bruder Herr Sielaff sagte, er habe
sie "umworben", wie genau weiß wohl niemand mehr. Es wäre evtl. möglich, dass Frau Meier nicht ganz
unglücklich über einen Flirt mit ihm gewesen wäre. Ihrem Nochehemann war sie ja in der Hinsicht nichts
mehr schuldig...


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Die Göhrde-Morde

27.11.2019 um 11:03
@AnneOnedin
Also ich würde die Göhrde als hügelig bezeichnen.
Es gibt sehr lange, gerade, leicht ansteigende, bzw. abfallende Waldwege, und auch plötzlich auftauchende Erhebungen, wo es mal eben 30 oder 40 Meter bergauf geht.

Die relative Höhe der Göhrde über NN liegt bei etwa 50 - 120 Metern.

In Kombination mit der Bewaldung ergeben sich aber auch sehr unübersichtliche Bereiche.

So könnte man z.B. am Leichen-Fundort 1 (Jagen 138) einen großen LKW in die Senke nahe der Fundstelle platzieren, ohne dass dieser vom nahen Hauptweg aus (Breite Route) zu sehen wäre.


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Die Göhrde-Morde

27.11.2019 um 13:30
@Opti-Mist

Deine Beschreibung der Göhrde ist sehr interessant, man könnte, geologisch, annehmen, dass sich Großteile des Waldgebiets auf dem Rücken einer sog. Endzeitmoräne, einem Gletscherrest der Eiszeit liegt.

Wir haben hier ein ähnliches Waldgebiet, den "Otterwald", freilich viel kleiner als die Göhrde. Hier ein Blick auf einen Teil des Otterwaldes.


Bilder II 023
AnneOnedin schrieb:Etwas merkwürdig fand ich, wie er betonte er habe Herrn Wichmann nur einmal gesehen.
Wenn er dort in der Nachbarschaft, sogar nebenan, als Gärtner gearbeitet hat, muss er ihm doch
wahrscheinlich schon vorher mal aufgefallen sein. Denkt man sich zumindest. Auch kam ihm KWW
ja- nach seiner Aussage- relativ schnell in den Sinn als es um Verdächtige ging.
Wenn ich jemanden auf einer Feier zufällig einmal sah, ohne sonderlichen Kontakt gehabt zu haben,
denjenigen dann quasi gleich auf dem Schirm habe, ist das schon seltsam.
Das ist mir auch aufgefallen. Herr M. wohnte wohl zwischenzeitlich nicht mehr im Haus, wollte dorthin aber zurück. Wenn er ihn also auf einer Party nur einmal gesehen hat und er beschreibt ihn als stillen Typ mit eiskalten blauen Augen, dann muß er ihn lange beobachtet haben. Ehrlich: wenn so ein Typ Gast auf meiner Party ist, kümmere ich mich, als Gastgeber um ihn, wenn´s nicht meine Party ist, ist mir so jemand egal.
Denken wir einmal andersherum: KWW konnte charmant und einnehmend sein. Dass er auf einer Party so alleine herumstand, kann ich mir nicht wirklich denken, eher in einem Kreis von Damen, die er dann gekonnt unterhalten hat. Oder die Ex-Frau, B.M und H.M. lebten schon seit drei Jahren getrennt, steht mit KWW im Raum, sie unterhalten sich, sie schauen sich verliebt an, sie haben Körperkontakt (Arm um Schulter oder Hüfte) - da könnte Eifersucht ins Spiel kommen.

Was mir noch einfällt: H.M. hat ausgesagt, KWW habe in seiner Firma angerufen und mit ihm gesprochen. Wörtlich: "Das habe ich Dir und Deinem Schwager zu verdanken". Jemand, den ich nur kurz mal auf einer Feier sehe, wird mich nicht duzen und über meinen Schwager, der im Polizeidienst steht, nicht zu sprechen kommen. Das ist schon Wissen, das ganz privat ist.
AnneOnedin schrieb:Allerdings darf man nicht ver-
gessen, dass Frau M. ihrer Freundin von KWW erzählt hatte- und auch der Bruder Herr Sielaff sagte, er habe
sie "umworben", wie genau weiß wohl niemand mehr. Es wäre evtl. möglich, dass Frau Meier nicht ganz
unglücklich über einen Flirt mit ihm gewesen wäre. Ihrem Nochehemann war sie ja in der Hinsicht nichts
mehr schuldig...
Richtig, der Nochehemann hatte eine Geliebte, seit drei Jahren. B.M. war so unglücklich darüber, dass sie sogar schon häufig am Morgen trank, Cognac, wenn ich richtig orientiert bin. Jetzt kam da KWW, Gärtner, der sich um ihren Garten kümmert. Er sieht gut aus, ist höflich und freundlich. Man kommt sich näher, er gibt ihr das schon lange vermisste Gefühl, eine attraktive, begehrenswerte Frau zu sein. Eine Frau zu umwerben ist viel mehr als ein kleiner Flirt, da steckt Ernsthaftigkeit dahinter. Könnte es nicht möglich sein, dass sich KWW wirklich in diese Frau verliebte, eine Frau auf Augenhöhe, die altersmäßig auch gut zu ihm paßte?
Ich wüßte gerne genau,er was Herr Sielaff mit umwerben meinte? Hat ihm seine Schwester etwas anvertraut und wenn ja, was?


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27.11.2019 um 14:30
Opti-Mist schrieb:Ein Profi-Killer benutzt keine Kleinkaliber Waffe - das sind allerdings die einzigen Waffen, die bei KWW gefunden wurden (Kleinkaliber-Waffen haben nicht genug Geschossenergie um einen Menschen verlässlich zu töten, sie sind für Sportschützen gemacht, die auf Pappscheiben schießen).
Als KWW (auf der Flucht) festgenommen wurde, nach diesem Autounfall, da wurden doch auch Teile von (einem?) Maschinengewehr in seinem Auto gefunden, darüber wurde meiner Erinnerung nach in mehreren Artikeln berichtet.
RalexS schrieb:st auch die Frage wer und wann ist man ein „ Profi“

Für mich ist Durchaus vorstellbar das er für Geld gemordet haben könnte. Würde zumindest irgendwie in die 236 Fälle Theorie passen
In diesem Zusammenhang fällt mir i-wie Werner 'Mucki' Pinzner ein, genannt der 'St. Pauli - Killer'.
Auch er mordete im Auftrag für Geld, auch nicht unbedingt so, wie man es sich bei einem 'richtigen Profi-Killer' vorstellen würde.
Finde es daher grundsätzlich auch bei KWW vorstellbar, dass dieser 'Killer-Aufträge' angenommen und ausgeführt haben könnte.
Irgendwie muss er ja an das Geld gekommen sein, um seinen - doch recht kostspieligen - Lebensstil zu finanzieren, von einem Gehalt als Friedhofsgärtner wird das nicht unbedingt machbar gewesen sein.
Was damals ein Callboy so verdiente, entzieht sich meiner Kenntnis, aber ob das gereicht haben mag!?
MissHudson schrieb:Könnte es nicht möglich sein, dass sich KWW wirklich in diese Frau verliebte, eine Frau auf Augenhöhe, die altersmäßig auch gut zu ihm paßte?
Ich wüßte gerne genau,er was Herr Sielaff mit umwerben meinte? Hat ihm seine Schwester etwas anvertraut und wenn ja, was?
Soweit durch die Berichterstattung in den Medien bekannt, schien KWW sich eher zu älteren Frauen hingezogen zu fühlen, aber evtl ging es ihm bei den älteren Frauen auch mehr um deren Vermögen bzw darum, 'sich von ihnen aushalten zu lassen'.

Ob Herr Sielaff von seiner Schwester evtl etwas in Bezug auf KWW erfahren hat, wäre natürlich sehr interessant, aber warum sollte er sich darüber nicht auslassen?
Er hat schließlich jahrzehntelang dafür gekämpft, dass der Mord an seiner Schwester doch noch aufgeklärt wird - hätte er da Informationen zurück gehalten, die für die Aufklärung des Mordes hätten wichtig oder sogar entscheidend sein könnten?


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27.11.2019 um 16:07
ThoFra schrieb:Soweit durch die Berichterstattung in den Medien bekannt, schien KWW sich eher zu älteren Frauen hingezogen zu fühlen, aber evtl ging es ihm bei den älteren Frauen auch mehr um deren Vermögen bzw darum, 'sich von ihnen aushalten zu lassen'.
B. M. war aber nicht wirklich älter als KWW und ich finde, so ein ganz anderer Typ Frau, als er sonst so umgarnte. Ältere Frauen hatten auch den Vorteil, dass sie keine Kinder (mehr) wollten und ihm seinem Wunsch nach Kinderlosigkeit entgegen kamen.
ThoFra schrieb:Ob Herr Sielaff von seiner Schwester evtl etwas in Bezug auf KWW erfahren hat, wäre natürlich sehr interessant, aber warum sollte er sich darüber nicht auslassen?
Er hat schließlich jahrzehntelang dafür gekämpft, dass der Mord an seiner Schwester doch noch aufgeklärt wird - hätte er da Informationen zurück gehalten, die für die Aufklärung des Mordes hätten wichtig oder sogar entscheidend sein könnten?
Was Herr Sielaff von seiner Schwester erfahren hat, wissen wir nicht, jedenfalls hat er die Kollegen aus Lüneburg gebeten, den Wohnort seiner Schwester als Tatort zu behandeln. Wäre die Sache mit KWW nur ein harmloser Flirt gewesen, so hätte er sich nicht vom ersten Moment an so aktiviert, auch in Richtung KWW.
Ich schrieb schon, dass umwerben mehr als ein Flirt ist. KWW hatte das Zeug zum "Mothers Little Helper", zuhören, Gefühl und Verständnis zeigen, das wirkt. Denk Dir doch, B. M. fühlte sich, als ihr Mann sie wegen einer anderen Frau verlassen hatte, schrecklich (was hat sie, was ich nicht habe?). Sie fing an, zu trinken und mit dem trinken beginnt auch die Vernachlässigung. Jetzt kommt da ein attraktiver Mann, zunächst der Gärtner der Nachbarin. Frau guckt und schaut - ja, der Garten könnte auch professionelle Hände brauchen. Man spricht ihn an, er kommt, zunächst ist alles ganz normal. Dann redet man miteinander und KWW sagt ihr, wie schön sie ist und wie begehrenswert. Da wacht man als Frau wieder auf, man stellt den Alkohol weg, man pflegt sich, man lebt, kann sich evtl. sogar mehr als eine Affaire mit diesem Mann vorstellen. Wie weit das ging, kann niemand sagen. Evtl. erzählte B. M. ihrem Bruder von ihren Vorstellung und Zukunftsplänen, in dem ein neuer Mann eine Rolle spielen sollte.


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27.11.2019 um 18:26
MissHudson schrieb:Denk Dir doch, B. M. fühlte sich, als ihr Mann sie wegen einer anderen Frau verlassen hatte, schrecklich (was hat sie, was ich nicht habe?). Sie fing an, zu trinken und mit dem trinken beginnt auch die Vernachlässigung. Jetzt kommt da ein attraktiver Mann, zunächst der Gärtner der Nachbarin. Frau guckt und schaut - ja, der Garten könnte auch professionelle Hände brauchen. Man spricht ihn an, er kommt, zunächst ist alles ganz normal. Dann redet man miteinander und KWW sagt ihr, wie schön sie ist und wie begehrenswert. Da wacht man als Frau wieder auf, man stellt den Alkohol weg, man pflegt sich, man lebt, kann sich evtl. sogar mehr als eine Affaire mit diesem Mann vorstellen. Wie weit das ging, kann niemand sagen. Evtl. erzählte B. M. ihrem Bruder von ihren Vorstellung und Zukunftsplänen, in dem ein neuer Mann eine Rolle spielen sollte.
Gut denkbar, dass es so gewesen sein könnte.
Wir wissen ja auch nicht, was Herr Sielaff evtl intern ausgesagt hat bzw was er vll noch an 'Interna' von seiner Schwester erfahren hat.
Wobei ich es so verstanden habe, dass Herr Sielaff wohl auch deshalb wollte, dass das Haus seiner Schwester als Tatort behandelt werden sollte, bzw dass er von Anfang an so 'alarmiert' über das Verschwinden seiner Schwester war, weil er die Umstände ihres Verschwindens ungewöhnlich fand, z B u a dass die Katzen im Garten herumliefen, die sonst ausschließlich im Haus gehalten wurden.


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28.11.2019 um 19:19
Ja, auch die Tochter, seine Nichte, erreichte die Mutter nicht. Es war auch die Alarmanlage ausgeschaltet. Es war alles auf den ersten Blick evtl. merkwürdig, aber nicht unbedingt besorgniserregend. Ich denke, dass Herr Sielaff etwas mehr wußte, damit aber nicht an die Öffentlichkeit ging. Er wußte bestimmt, wer der neue Freund im Leben seiner Schwester war. Wenn er auch Polizeipräsident von Hamburg war, so konnte er Informationen über KWW intern einholen. Ich bin sicher, dass ihm das nicht gefiel und womöglich seine Schwester gewarnt hat. Aber man sieht leider alles durch die rosarote Brille, wenn man verliebt ist, das gleicht ein bischen einem Drogensüchtigen ;)


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28.11.2019 um 21:10
@Optimist: ich lerne immer gerne dazu, die Hügel der Lüneburger Heide werde ich sicher noch mal
näher in Augenschein nehmen, das hatten mein Mann und ich schon vor Jahren vor.
Norddeutschland von Lübeck nach Lüneburg sozusagen :-)
Es war ja auch so, dass KWW seinen roten Sportwagen quasi in einen Hügel eingearbeitet hatte,
also nicht unter der Erde vergraben, wenn ich es richtig erkannt habe. Beides mehr als gruselig,
aber Ersteres war wohl nicht ganz so anstrengend...
@MissHudson : Es wäre vorstellbar das Herr Sielaff seine Schwester vor KWW gewarnt hat, nach-
dem er Erkundigungen über die Polizei eingeholt hatte. Ich kann mir keineswegs vorstellen, dass
er über so eine Affäre sonderlich glücklich gewesen wäre. Andererseits war seine Schwester er-
wachsen und er konnte nur raten, nicht "verbieten". Wichmanns Ruf kann aber nicht ganz extrem
schlecht gewesen sein zu der Zeit, sonst hätte er kaum Aufträge als Gärtner und sogar private Ein-
ladungen erhalten.


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28.11.2019 um 21:43
AnneOnedin schrieb:Es wäre vorstellbar das Herr Sielaff seine Schwester vor KWW gewarnt hat, nach-dem er Erkundigungen über die Polizei eingeholt hatte.
Ich glaube nicht , dass Herr Sielaff vor dem Verschwinden von BM irgendwelche Abfragen im Polizeiregister über KWW getätigt hat. KWW war ja offiziell seit der Inhaftierung von 1970-74 nicht mehr auffällig geworden. Danach lebte er paar Jahre in Süddeutschland. Er war der Gärtner der Nachbarin von BM, als sie ihn 1993 dann "über den Gartenzaun" und durch die Partys bei der Nachbarin kennen lernte. Mit seinen Gartenarbeiten waren die Leute stets sehr zufrieden und er hatte auch als Friedhofsgärtner von seinen Vorgesetzten sehr gute Arbeitszeugnisse. Er wusste sich in Gesellschaft zu benehmen, das hatte er bereits bei der Zahnarztgattin unter Beweis gestellt. Über seine frühere, kriminelle Vergangenheit wird man am Bültenmoor in Brietlingen ( es war ein Neubaugebiet!) damals gar nichts gewusst haben.

Hätte die Nachbarin, über KWWs frühere Haftstrafe wegen Vergewaltigung Bescheid gewusst, hätte sie ihn sicher nicht als Gärtner beschäftigt. Sie war evtl auch mal alleine im Hause , als KWW sich um ihren Garten kümmerte. Welche Frau wäre gerne alleine auf dem Grundstück mit einem Gärtner, der schon mal eine Frau vergewaltigt und mit dem Tod bedroht hat und dafür strafrechtlich verurteilt wurde?

Es gibt sicher Polizeibeamte, die erst mal nach Vorstrafen fahnden, wenn ein Familienmitglied eine neue Bekanntschaft macht, oder neue Nachbarn ins Haus ziehen. Ich halte das aber nicht für den Regelfall. Zumal ein Spitzenbeamter des Hamburger LKA wie Herr Sielaff damals sicher beruflich schon hinreichend ausgelastet war. Wir wissen ja auch gar nicht, inwieweit Herr Sielaff überhaupt vor BMs Verschwinden von KWWs Bekanntschaft ( von einer Beziehung im engeren Sinne, kann man ja noch gar nicht sprechen, es war eher ein Flirt bis zu ihrem Verschwinden) mit seiner Schwester wusste. Dass KWW BM "Avancen" gemacht hat, wird er nach ihrem Verschwinden von HM und der Nachbarschaft in Erfahrung gebracht haben.
Ich glaube auch nicht, dass eine erwachsene Frau, die in Trennung lebt, ihrem Bruder gleich von jeder neuen Männerbekanntschaft erzählen würde, sofern sich nicht eine feste Beziehung anbahnt.


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29.11.2019 um 17:45
@Rotmilan : Ja, wahrscheinlich projiziere ich zuviel hinein. Die vermeintliche Tatsache, dass Herr Sielaff als
Polizeibeamter stets ein wachsames Auge auf seine jüngere Schwester gehabt haben "muss", ist sicher-
lich recht naiv gedacht. Auch ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass die Nachbarin von Frau Meier
KWW als Gärtner engagiert und sogar privat eingeladen hätte, wäre sie über sein kriminelles Vorleben
im Bilde gewesen. Obwohl, man weiß ja nie, es gibt Menschen die sehen immer das Gute in anderen, ge-
ben ihnen eine 2.Chance.
Wahrscheinlich lebten in dem Neubaugebiet etliche Leute, die gar nichts über KWWs Vergangenheit wussten,
nicht jeder von ihnen wird zudem Kontakt zu Alteingesessenen gehabt haben .
Wie ein "typischer Verbrecher" wirkte er ja auch gar nicht .Manche Leute glauben ja immer noch, dass Menschen
an der Physiognomie u.s.w. erkennbar sind, also als Kriminelle auch eine "Verbrechervisage" haben müssten...


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