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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

10.02.2019 um 20:09
Was bedeutet Täter-Bezug zum Tatort?

1. Der Täter wohnt in der Nähe des Tatortes
2. Der Täter hat früher in Tatortnähe gewohnt
3. Der Täter hat in Tatortnähe gearbeitet bzw. Tätigkeiten ausgeübt

1. kann man ausschließen, dann wäre der Täter schon längst gefasst worden. 2. Ist nur möglich wenn die Person entweder sehr kurz dort wohnte oder sehr unauffällig blieb. Punkt 3 halte ich am wahrscheinlichsten. Der Täter hatte zwar keinen festen oder direkten Bezug zur Region, kannte sie aber durch gewisse Tätigkeiten und hat so ins Hölzl gefunden. Da es sich beim Täter vermutlich um einen Ausländer handelt, kannte ihn dort niemand genau.

Psychologisch gesehen ist das Verbringen und Verschwindenlassen der Leichen bzw. das Verlagern des Tatortes, in dem Fall sogar bis nach Nürnberg, nach meiner Meinung auch ein Zeichen dass der Täter mit dem Zustand den er im Hölzl hinterließ nicht klarkam. Er wollte diese Situation unbedingt loswerden, er musste so weit wie möglich weg. Der Täter war kein geübter Killer und er ist wohlmöglich in diese Tat "reingerutscht".
Wir suchen Gründe für die Tat, aber was ist wenn das nur passiert ist weil ein kleinkrimineller Täter mit einer Pistole einfach mal so ausgeflippt ist?


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10.02.2019 um 20:18
lebakasraindl schrieb:Dies ist die aktuellste Medung die ich im Internetz finden konnte.

http://www.nordbayern.de/region/ungeklarte-mordfalle-in-bayern-spd-fordert-spezialeinheit-1.8142157
Es wurde ja jetzt tatsächlich in Nürnberg eine Cold-Case-Kommission eingerichtet, wie in dem Artikel von der SPD gefordert wurde. Die dürfte sich auch um den Fall Langendonk kümmern.


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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

10.02.2019 um 23:27
SwanBlack schrieb:Der Täter war kein geübter Killer und er ist wohlmöglich in diese Tat "reingerutscht".
Den geübten Killer will ich da auch nicht unbedingt ausmachen.
schluesselbund schrieb:Also der Täter hat mit einer deftigen Auseinandersetzung beim Treffen gerechnet. In dieser Form haben die Langendonks das nicht erwartet.
Das in die Tat reinrutschen, sehe ich als sehr wahrscheinlich an.
schluesselbund schrieb:Als dann letztlich die Lage eskalierte griff der Täter zur Waffe.
SwanBlack schrieb:Psychologisch gesehen ist das Verbringen und Verschwindenlassen der Leichen bzw. das Verlagern des Tatortes, in dem Fall sogar bis nach Nürnberg, nach meiner Meinung auch ein Zeichen dass der Täter mit dem Zustand den er im Hölzl hinterließ nicht klarkam.
Ich hege da so meine Zweifel ob das Verbringen des Campers nach Nürnberg der Psyche des Täters geschuldet ist. Die Psyche des Täters dürfte bis zur Wegfahrt aus dem Hölzl nicht mehr auffällig gewesen sein. Jedenfalls blieb der Taxifreund beim Kartenkauf des Taxifahrers seelenruhig im Wagen sitzen. Auch will der erste Taxifahrer keinen verwirrten nervösen Fahrgast ausgemacht haben.
SwanBlack schrieb:Wir suchen Gründe für die Tat, aber was ist wenn das nur passiert ist weil ein kleinkrimineller Täter mit einer Pistole einfach mal so ausgeflippt ist?
Vom klein kriminellen zum Doppelmörder mit Kehlenschnitten, wie diesem Nachtatverhalten verliert doch jegliche Wahrscheinlichkeit.
lebakasraindl schrieb:Seit Juni 2017 warte ich auf die Veröffentlichung der letzten Ergebnisse seitens der Ermittler. Leider bis heute vergebens.
Ja gut, was will man veröffentlichen, wenn das Ergebnis keine neuen Erkentnisse einbrachte. So bleibt halt alles beim alten Stand. Einen Ansatz wäre vielleicht dies:
Menedemos schrieb:Es wurde ja jetzt tatsächlich in Nürnberg eine Cold-Case-Kommission eingerichtet, wie in dem Artikel von der SPD gefordert wurde. Die dürfte sich auch um den Fall Langendonk kümmern.
Setzt aber nach meiner Meinung ein neues Profiling voraus.


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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

11.02.2019 um 06:48
@schluesselbund
schluesselbund schrieb:Ja gut, was will man veröffentlichen, wenn das Ergebnis keine neuen Erkentnisse einbrachte. So bleibt halt alles beim alten Stand. Einen Ansatz wäre vielleicht dies:


Auch die Veröffentlichung, dass die neueren letzten Zeugenaufrufe keine neuen Erkenntnisse brachten ist eine Nachricht wert.


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11.02.2019 um 07:10
lebakasraindl schrieb:Auch die Veröffentlichung, dass die neueren letzten Zeugenaufrufe keine neuen Erkenntnisse brachten ist eine Nachricht wert.
Auch die Ungewissheit kann mitlesende Täter(n) sowie Mitwisser heute noch unter Druck setzen.

Was bringt jetzt eine Nachricht, dass es kein Ergebnis, keine neue Spur gibt? Beruhigt einen leichtgläubigen Täter, der dann vielleicht prahlt und schon hat man ihn.


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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

11.02.2019 um 08:35
Es war ein Auftragsmord, es wurde die Geige geraubt und diese in Nürnberg übergebeb.
Das der Täter mit dem Taxifahrer über die Nürnberger Symphoniker und die Berliner Symphoniker geredet hat, bestärkt mich in meiner Vermutung.


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11.02.2019 um 09:10
Die Geige ist doch mitverbrannt oder nicht?


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11.02.2019 um 11:39
Oscar23 schrieb:Es war ein Auftragsmord, es wurde die Geige geraubt und diese in Nürnberg übergebeb.Das der Täter mit dem Taxifahrer über die Nürnberger Symphoniker und die Berliner Symphoniker geredet hat, bestärkt mich in meiner Vermutung.
Ganz genau so war's!!! Äh oder eher doch nicht. Nachteil bei dieser kühnen Theorie sind u.a. folgende:

* die Geige ist verbrannt, weil der Täter selbst ein hübsches kleines Feuerchen entfacht hat
* so dumm kann ein Täter wohl nicht sein, dass er erst wegen einem Instrument einen Mord begeht und dann auf der Rückfahrt über Orchester schwadroniert
* warum sollten die Ls eine wertvolle Geige in einem leicht zu öffnenden Camper mitführen und diese auch noch einem sicherlich icht förderlichen Klima (Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen) aussetzen?
* wie hat denn der Auftragsmörder die L's gefunden?
* wer soll den Auftrag erteilt haben?
* warum die Geige nicht einfach daheim aus L's Haus holen und gut ist?
* warum sollte der Mann die Geige dann im Camper nach Nürnberg fahren?
* warum kehrt der Mann zurück? Wurde um Spesen zu sparen ein Auftragsmörder beauftragt, der in der Nähe des Hölzls wohnt?
* war der Auftragsmörder so abgebrannt, dass er kein eigenes Auto hatte?
* warum überhaupt den Tatort verlagern?
* warum hat der Auftragsmörder eine defekte Waffe und braucht dann noch ein Messer? Hat der Mann seine Ausrüstung nicht im Griff? Spart er noch auf einen Schalldämpfer?

So richtig eignet sich das biedere und sympathische Rentnerehepaar Langendonk auch nicht als Opfer eines Auftragsmords. Ich denke mal, wenn der Täter mit der Tokarev in der Hand gesagt hätte: "He Du Harry, gib' mal hübsch das Geigchen aus dem Camper raus, sonst gibt's Alarm", hätte er das Instrument schon bekommen. Von mir aus noch fesseln und Mund mit Klebeband zukleben, den Standard halt. Kein Grund so einen Zinnober abzuziehen. Auftragsmord geht anders. Ruhiger, diskreter und vor allem SCHNELLER!
latte3 schrieb:Beruhigt einen leichtgläubigen Täter, der dann vielleicht prahlt und schon hat man ihn.
Tja "schon" hat man ihn … nach über 20 Jahren. Ich befürchte, da prahlt keiner mehr und ist auch keiner mehr leichtgläubig. Wer so handelt, wie unser Prinz-Eisenherz, dürfte auch sonst mehr Wert auf spezielle Freizeitaktivitäten legen, die nicht unbedingt lebenszeitverlängernd wirken. Ich könnte mir vorstellen, dass der Mann nicht mehr lebt. Wenn er sich vom Saulus zum Paulus gewandelt hat, dürfte er das Thema wie der Teufel das Weihwasser scheuen und sicher kein Sterbenswörtchen über den Vorfall erzählen.
latte3 schrieb:Das alles kann er sich dann aber auch ganz sparen, wenn er noch nicht mal die Kennzeichen am Wohnmobil entfernt.
Ein interessanter Gedanke. Das Abmontieren der Kennzeichen wäre sicher nicht dumm gewesen, um noch etwas Zeit zu gewinnen. Es hätte bestimmt etwas gedauert, um die Ls zu identifizieren. Warum also hat das der Täter nicht getan? Vielleicht war er einfach nicht schlau genug. So richtig durchgeplant war das ganz ja ohnehin nicht. Und so mit zwei Leichen im Rückraum und dem ganzen Stress kann man schon mal was Naheliegendes übersehen. Oder aber: es war dem Täter schlichtweg völlig egal. Genauso egal, wie es ihm war, dass man den Tatort findet.

Vielleicht kann mich hier auch jemand erhellen: Hätte man den Tatort (Hölzl) jemals gefunden, wenn der Täter nicht dahin zurück mit dem Taxi gefahren wäre? Hat man den Tatort quasi dadurch entdeckt, in dem man den Taxifreund von Altenfurt zurückverfolgt hat oder hätte man den Tatort unabhängig davon entdeckt? So ne rumliegende Brille und auch ne Einstiegshilfe lassen ja jetzt nicht unbedingt auf einen Mord schließen.


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11.02.2019 um 12:22
mattschwarz schrieb:Vielleicht kann mich hier auch jemand erhellen: Hätte man den Tatort (Hölzl) jemals gefunden, wenn der Täter nicht dahin zurück mit dem Taxi gefahren wäre? Hat man den Tatort quasi dadurch entdeckt, in dem man den Taxifreund von Altenfurt zurückverfolgt hat oder hätte man den Tatort unabhängig davon entdeckt? So ne rumliegende Brille und auch ne Einstiegshilfe lassen ja jetzt nicht unbedingt auf einen Mord schließen.
Gute Frage. Ich kann mir vorstellen, das man den Tatort nicht herausgefunden hätte. Gut, man hat zwar Schüsse gehört und den Wohnwagen gesehen, aber ob man da einen Zusammenhang sehen würde, wenn kurz vor Nürnberg ein Wohnmobil abbrennt... Von den Dingern gibt doch im Sommer Tausende. Insofern wars schon schlau, den Wagen so weit weg zu fahren. Aber mit der Taxifahrt und dem Absetzen am Tatort komme ich immer noch nicht zurecht. Das ist ja so was von bescheuert, so dumm kann doch eigentlich niemand sein. Nachvollziehbar wäre es für mich nur, wenn man von 2 Tätern ausginge: einem, der den Mord begeht und auf Nimmerwiedersehen gleich nach der Tat abhaut; und einem zweiten, der ein paar Stunden nach der Tat das Wohnmobil klaut und, als er irgendwann merkt, dass da zwei Leichen drin liegen, in Panik gerät, den Wagen anzündet und so schnell wie möglich zurückfährt, weil am Tatort noch irgendwas ist, was auf ihn hindeutet (Auto vielleicht). Das Risiko, vom Taxifahrer wieder erkannt zu werden, ist ihm zwar bewusst, aber Autoklau wiegt eben nicht so schwer wie Mord, da wäre eine solche Unvorsichtigkeit noch irgendwie nachvollziehbar. Ich weiß, diese Version wurde schon ein paar mal hier angesprochen.
Wenn es nun aber tatsächlich der Mörder war, der sich mit dem Taxi am Tatort absetzen ließ (jeder, aber wirklich jeder Taxifahrer erinnert sich an einen Fahrgast, der sich nachts so weit fahren lässt und in fremder Währung bezahlt), dann muss diese riskante Rückkehr irgendeinen für den Täter lebensnotwendigen Grund gehabt haben, demgegenüber das Risiko des Wiedererkennens geringer war.
Die L's hatten doch sicher genug DM dabei. Warum der Taxigast damit nicht bezahlt hat, versteht man auch nicht. Wäre viel unauffälliger gewesen. Auch deswegen kann ich mir zwei Täter vorstellen.


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11.02.2019 um 17:17
@latte3
@mattschwarz
mattschwarz schrieb:Das Abmontieren der Kennzeichen wäre sicher nicht dumm gewesen, um noch etwas Zeit zu gewinnen. Es hätte bestimmt etwas gedauert, um die Ls zu identifizieren. Warum also hat das der Täter nicht getan?
Nun ja, erstens bräuchte man wohl Werkzeug, zumindest dauert es einige Zeit, bis man sie abmontiert hat.

Zweitens hätte er die Nummernschilder ja mitschleppen müssen (umständlich und auch nicht gerade weise, wenn ich zu Fuß unterwegs bin und mit dem Mord nicht in Verbindung gebracht werden möchte).

Drittens hätte man die Langendonks über die Fahrgestellnummer etc. dennoch identifizieren können, hätte halt 1-2 Tage länger gedauert. Vermutlich war das dem Blonden in der Situation eher egal.


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11.02.2019 um 18:23
mattschwarz schrieb:Vielleicht kann mich hier auch jemand erhellen: Hätte man den Tatort (Hölzl) jemals gefunden, wenn der Täter nicht dahin zurück mit dem Taxi gefahren wäre? Hat man den Tatort quasi dadurch entdeckt, in dem man den Taxifreund von Altenfurt zurückverfolgt hat oder hätte man den Tatort unabhängig davon entdeckt? So ne rumliegende Brille und auch ne Einstiegshilfe lassen ja jetzt nicht unbedingt auf einen Mord schließen.
Vermutlich wäre früher oder später der Tatort Hölzl auch ohne die Angaben des Taxifahrers auszumachen gewesen. Da gab es noch die Aussage der Zeugin aus Litzlwalchen, welche die Schüsse gehört hat. Und die Kinder der Langendonks konnten auch Angaben machen, in welcher Gegend sich ihre Eltern aufhielten.

Allerdings einen Zeitungartikel zum Brand des Wohnmobils in Altenfurt aus welchem der Taxifahrer davon erfuhr habe ich nicht auf dem Radar. Genau so ist mir kein Zeitungsartikel aus der Chiemsee Region bekannt in welchem nach Zeugen Angaben über den Aufenthalt der Langendonks gesucht wird. Aber vielleicht müsste ich da nochmal alle Zeitungsartikel im Wiki durchsehen.
Menedemos schrieb:Drittens hätte man die Langendonks über die Fahrgestellnummer etc. dennoch identifizieren können, hätte halt 1-2 Tage länger gedauert. Vermutlich war das dem Blonden in der Situation eher egal.
Ich denke auch, dass das dem Taxifreund alles gleich war. In den weggeworfenen Gegenständen könnten sich auch Ausweispapiere befunden haben. Das Abfackeln des Campers auf diesem gut einsehbaren Waldparkplatz wie die Rückkehr ohne dies zu verschleiern belegt das. Alles in allem erweckt das Verhalten des Täters den Eindruck, dass dieser das Verbrechen gar nicht verheimlichen wollte.


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11.02.2019 um 21:06
schluesselbund schrieb:Alles in allem erweckt das Verhalten des Täters den Eindruck, dass dieser das Verbrechen gar nicht verheimlichen wollte.
Ja, den Eindruck kann man fast bekommen.
Vielleicht aber brauchte er es auch nicht zu verheimlichen, weil er gar nicht der Täter war, sondern ein anderer.
Was meint ihr?
Will ja nicht behaupten, dass es so ist. Aber was spricht dagegen?


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11.02.2019 um 22:19
Tritonus schrieb:Vielleicht aber brauchte er es auch nicht zu verheimlichen, weil er gar nicht der Täter war, sondern ein anderer.
Das sehe ich ganz genauso. M.E. ist der Taxifreund nicht der Hölzlmeuchler. Die Frage, die sich mir eher stellt ist, ob der Taxibube den Hölzlmeuchler kannte. Vielleicht arbeiteten die beiden Hand in Hand, vielleicht agierten sie aber auch völlig unabhängig voneinander. In dem Fall dürfte der Taxifreund doch relativ überrascht gewesen sein, als er entdeckte, was da so hinten im Camper los war.


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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

12.02.2019 um 00:21
@mattschwarz
Entschuldigung, aber das ist doch höchst abwegig. Gegen zwei unabhängige Straftaten spricht jede Wahrscheinlichkeit.


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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

12.02.2019 um 00:47
Menedemos schrieb:Entschuldigung, aber das ist doch höchst abwegig. Gegen zwei unabhängige Straftaten spricht jede Wahrscheinlichkeit.
Naja, da stehen halt zwei Abwegigkeiten gegeneinander. Genauso abwegig ist es doch, dass jemand am hellen Tag zwei Leute umbringt und sie ein paar Stunden liegen lässt. Dann kommt er zum Tatort zurück, fährt mit den Leichen spazieren, zündet sie irgendwann an, lässt sich mit zwei Taxis mitten in der Nacht stundenlang übers Land fahren und zahlt mit fremder Währung, nicht ohne sich vorher exakt am Tatort absetzen zu lassen. Also bitte. Das ist dermaßen daneben, dass es erlaubt sein sollte, über alternative Abläufe nachzudenken.


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12.02.2019 um 03:58
mattschwarz schrieb:Vielleicht kann mich hier auch jemand erhellen: Hätte man den Tatort (Hölzl) jemals gefunden, wenn der Täter nicht dahin zurück mit dem Taxi gefahren wäre? Hat man den Tatort quasi dadurch entdeckt, in dem man den Taxifreund von Altenfurt zurückverfolgt hat oder hätte man den Tatort unabhängig davon entdeckt? So ne rumliegende Brille und auch ne Einstiegshilfe lassen ja jetzt nicht unbedingt auf einen Mord schließen.
Tritonus schrieb:Gute Frage. Ich kann mir vorstellen, das man den Tatort nicht herausgefunden hätte. Gut, man hat zwar Schüsse gehört und den Wohnwagen gesehen, aber ob man da einen Zusammenhang sehen würde, wenn kurz vor Nürnberg ein Wohnmobil abbrennt...
Gehen wir mal so vor, wie es die Polizei tun musste:

1) Sie findet das Wohnmobil ausgebrannt mit 2 Leichen in Nürnberg. Die Nürnberger Polizei ist zuständig.

2) Relativ bald wird sie über Kennzeichen und Fahrgestellnummer die Halter identifiziert haben. Nun muss sie in den Niederlanden versuchen Kontakt zu Angehörigen herzustellen, die ihr sagen, was die Opfer denn in Nürnberg machten.

Dabei kommt heraus, dass die Opfer keineswegs in Nürnberg sein wollten, sondern zuletzt in Marquartstein oder Siegsdorf gewesen sind, in Oberbayern, weit weg. Und auch dort bleiben wollten.

3) Jetzt muss die Polizei zweigleisig fahren: Einmal muss sie versuchen Spuren desjenigen zu finden, der in Nürnberg das WoMo angezündet hat. Wo die beiden Leichen getötet wurden ist noch lange nicht klar, man wird erst mal davon ausgehen müssen, dass sie ebenfalls in Altenfurt getötet wurden. Man sucht nun hier nach Zeugen.

4) Dann muss die Polizei durch die Kollegen in Oberbayern versuchen herauszufinden, wie das WoMo nach Nürnberg kam. Man kennt aber nur den letzten Ort des letzten Kontakts zur Familie, vermutlich Siegsdorf. Dann muss man versuchen sehr mühsam die Stunden und Tage vor dem letzten Kontakt zu rekonstruieren. Zu diesem Zeitpunkt weist noch ganz und gar nichts in Richtung Hölzl.

5) Man wird dann langsam herausfinden, wo die Ls sich vor dem Telefonat mit der Familie aufgehalten haben. Noch immer weist rein gar nichts auf das Hölzl.

6) Man findet den Taxifahrer, der den Täter von Altenfurt zum Hbf in Nürnberg gefahren hat.
Wenn dieser sich aber nun in einen Zug setzt, verliert sich seine Spur höchstwahrscheinlich. Selbst wenn sich ein Zeuge noch an ihn erinnern kann, dass er in einem Zug nach München unterwegs ist, verliert sich vermutlich in München endgültig die Spur.

7) Wenn die Polizei nun beide Spurensätze zusammen betrachtet, so wird nichts weiter deutlich, als dass die Tat eventuell einen Beginn in Oberbayern hatte. Mehr auch nicht.

Der Täter hätte genausogut die Ls. in seine Gewalt bringen können irgendwo auf einer angenommen Fahrt zwischen Siegsdorf und Nürnberg. Ja, man hätte genau wie wir jetzt hier sogar spekulieren können, ob der Täter nicht auf dem Parkplatz bei Altenfurt von den Ls bei irgendetwas überrascht wurde usw usw. Vielleicht wollten sie ja zu einer "Geigenausstellung" in Nürnberg? - Man sieht, die Verbindung ins Hölzl ergibt sich nur durch die Taxifahrt.

Ob die Gerichtsmedizin irgendeine Aussage machen kann, wann die Leichen getötet wurden, ist fraglich: jedenfalls ob sie feststellen kann, wie lange vor der Ankunft in Nürnberg. Auch die Ankunft in Altenfurt selbst ist nicht festzustellen. Die Polizei kann also nicht einfach zurückrechnen, wie lange das WoMo wohl schon mit den toten Ls. gefahren ist. Und selbst wenn, dann wäre nicht mehr als ein "Grossraum Oberbayern" feststellbar. Soweit ist die Polizei bereits.

Und nun steckt sie fest. Irgendwo im Bereich Siegsdorf - Marquartstein scheint etwas passiert zu sein, was später zu dem Brand in Nürnberg führte. Aber wo? Und wann? Dazu gibt es keinerlei Spuren bis zu diesem Punkt.

Den tatsächlichen Tatort im Hölzl würde die Polizei vermutlich nur finden, wenn sie gezielt in der Presse in der Umgebung Traunstein den Fall vorstellt. Und wenn sich dann Zeugen melden, die konkret genug sagen können, das WoMo am Hölzl gesehen und Schüsse gehört zu haben, oder gar Zeugen, die irgendwann die Hülsen gefunden haben und das melden.

Wenn das nicht eintritt - und es ist fraglich, ob die Polizei überhaupt hier gesucht hätte, da es weitaus wahrscheinlicher war, dass etwas in Siegsdorf oder südlich passiert war, dann hätte sie vermutlich den Tatort nie gefunden. Vermutlich war nicht einmal klar, ob die Ls. in oder ausserhalb des WoMos erschossen wurden, denn der Täter hätte auch die Hülsen aufsammeln können. Usw.

Insofern war die Taxifahrt von Nürnberg bis in die Traunsteiner Gegend ein recht dummes Verhalten, und der Täter hatte Glück, dass die Polizei daraus auch keine bisher verwertbaren Spuren erhielt.


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12.02.2019 um 04:13
@Tritonus
Tritonus schrieb:Das ist dermaßen daneben, dass es erlaubt sein sollte,
Finde ich auch. Und erlabte mir, bzw. konnte ein Schmunzeln nicht unterdrücken.

Auch wenn ich kein Freund bin von zwei Täterthesen bin, so erachte ich diese im Fall Langendonk durchaus als möglich. Zumal auch Profiler Horn das nicht ausschliesst. Und eigentlich passt die Rückfahrt ins Hölzl in eine zwei Täterthese wie das Ei dem andern.


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12.02.2019 um 11:44
@Rick_Blaine
Danke, gute Überlegungen.
Rick_Blaine schrieb:Insofern war die Taxifahrt von Nürnberg bis in die Traunsteiner Gegend ein recht dummes Verhalten, und der Täter hatte Glück, dass die Polizei daraus auch keine bisher verwertbaren Spuren erhielt.
Ja, "recht dumm" ist noch höflich ausgedrückt. Für mich ist diese Taxifahrt das Rätselhafteste an dem ganzen Fall, und vielleicht auch der Schlüssel zu allem. Und ob man nun von einem oder zwei Tätern ausgeht - die Frage ist, was für ihn (bzw. den anderen) die sofortige Rückkehr ins Hölzl so überaus wichtig machte. Im Moment kann ich mir nur vorstellen, dass er da irgendwas beseitigen musste, was ihn verriet.


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12.02.2019 um 15:15
Tritonus schrieb:Und ob man nun von einem oder zwei Tätern ausgeht - die Frage ist, was für ihn (bzw. den anderen) die sofortige Rückkehr ins Hölzl so überaus wichtig machte.
Genau, das ist hier entscheidend. Ich kann mir kaum vorstellen, dass der gute Mann erst in aller Ruhe nach Nürnberg gurkt und dann plötzlich auf die Uhr guckt und sich sagt "Ui, jetzt hab' ich aber auch gebummelt und sollte schleunigst mal zurück. Ob vielleicht noch ein Zügerl geht oder nehme ich doch besser ein Taxi".

Für mich gibt es da mehrere denkbare Ansätze:

1.
Dem Taxifreund fällt plötzlich siedend heiß ein, dass er etwas am Tatort zurückgelassen hat, was ihn verraten hätte ("Saperlott, wo ist denn mein Geldbeutel. Der wird mir doch nicht aus meine Jacke rausgefallen sein? Obwohl, das war schon ein ziemliches Gewürge, bis ich die beiden da in den Camper gewuchtet hab'. Jetzt aber avanti Diletanti, ich muss sofort zurück!".

2.
Der Hölzlmeuchler dreht durch und erledigt die Ls. Warum auch immer. Jetzt tut er das, was an sich zu erwarten wäre. Er räumt die Leichen noch kurz ein, damit man nicht gleich was sieht und verschwindet. Später kommt ein Prinz-Eisenherz (von mir aus ein Vagabund) des Weges und sieht einen Camper, bei dem noch der Schlüssel steckt. Er fährt nach Nürnberg, weil er in die Richtung will. Jetzt hält er an, vielleicht weil der Sprit zur Neige geht. Er freut sich schon, was er hinten so alles entdecken wird und für ihn nützlich sein könnte. Super! Als er sieht, dass die Ladung alles andere als erwartbar ist, bekommt er Panik! Richtige Panik. Diebstähle ja, aber mit Mord hat er nichts zu tun. Aber: die Polizei wird einem wie ihm sicher nicht glauben. Und überall seine Fingerabdrücke! Die Polizei hat die doch ohnehin aus seiner kleinkriminellen Diebstahlkarriere! Also will er alles wieder auf Anfang drehen. Die Spur genau dahinlegen, wo sie herkommt, nämlich ins Hölzl. Er fackelt das Ding ab (Fingerabdrücke weg) und legt die Spurz absichtlich zurück ins Hölzl …

3.
Der Täter kontaktiert einen Bekannten in Nürnberg und erklärt, dass er gerade etwas blödes gemacht hat. Er fährt nach Nürnberg. Das Taxi zurück zum Hölzl nimmt der Bekannt, der für den Zeitpunkt der Schüsse ein Alibi hat. Er ist save und legt die Spur zurück. Wird er aufgrund der Beschreibung "entdeckt", nützt es niemanden. Er hat ein Alibi. Der Meuchler sieht natürlich ganz anders aus und ist save.

4.
Der Täter ist schlichtweg dumm: er fährt ganz weit, um dann festzustellen, dass er wieder ganz weit zurückmuss. Er hat leider, leider vergessen, dass sein Wagen noch am Tatort steht oder er zur Arbeit oder zur Familie zurückmuss. Kann ja mal passieren, das man so was vergisst. Naja, kann immer sein, dass einer nicht die hellste Kerze auf dem Kranz ist.


Ich denke bei der Beurteilung von Wahrscheinlichkeiten sollte man im Übrigen immer sehr vorsichtig sein. Egal, was auch immer passiert ist: es ist unwahrscheinlich! Völlig atypische Sachverhalte ziehen aber oftmals auch vollkommen atypische Handlungsweisen nach sich.


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12.02.2019 um 15:50
@mattschwarz
zu 1. Hm, möglich. Wobei die Gefahr, dass jemand am Sonntag morgen ein Portemonnaie im Hölzl findet, viel geringer ist als die, während einer stundenlangen Nachfahrt die Aufmerksamkeit eines Taxifahrer auf sich zu ziehen. Aber gut, in Panik macht man so was vielleicht. Aber etwas Verlorenes wieder an sich zu nehmen hätte bis zum nächsten Tag Zeit gehabt.
zu 2.
mattschwarz schrieb:und legt die Spur absichtlich zurück ins Hölzl …
Diesen Eindruck kann man durchaus gewinnen. Die Frage ist nur, warum er nicht von Nürnberg direkt ins Hölzl zurück gefahren ist sondern diesen Riesenumweg gemacht hat.
zu 3. Aber was soll der tatsächliche Mörder davon haben, die Spur zurück zu verlegen?
zu 4. das kann natürlich auch sein.


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