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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

5.090 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Juni, Studentin ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

gestern um 00:09
Zitat von Atalanta89Atalanta89 schrieb:An dem Fall könnte man ja so viel studieren - was mir beim Podcast aber auch anderen Berichterstattungen aufgefallen ist: wie oft Menschen aus der Tiroler oder österreichischen Medienwelt den jetzt wieder Tatverdächtigen eher in Schutz nehmen, für ihn fast Partei ergreifen (ja, es gilt die Unschuldsvermutung, ja, man darf oder muss sogar Vorgehen von Staatsanwaltschaft oder Polizei immer hinterfragen, das will ich prinzipiell auf keinen Fall kritisieren, im Gegenteil), aber wäre der Tatverdächtige kein weißer Österreicher aus gutem Haus mit offenbar wechselnden Starverteidigern, da ginge es aber sowas von ab.
Grundsätzlich ist das auch leicht zu erklären. Eine StA, der im gleichen Fall schon einmal ein schwerer Fehler unterlaufen ist, steht man eben skeptisch gegenüber. Die Rücknahme des internationalen Haftbefehls bewirkt weitere Zweifel an der Sicht der StA.

Sicher, ein Mensch, der sich Privatgutachten nicht leisten kann, ist solch einer Situation schutzlos ausgeliefert. Das ist jedoch nicht dem TV anzukreiden, sondern es ist in Wirklichkeit ein Systemfehler. Manchmal gewinnt Confirmation-Bias bei den Ermittlern eben überhand, was in diesem Fall 2013 definitiv der Fall war. Daher verstehe ich Deine Argumentationsweise nicht im Geringsten, denn die Ursache für „das Abgehen“ läge in Wirklichkeit auf Seiten des Staates. Es ist eben wichtig, dass Ermittler/StA nicht voreilig handeln.

Ob die Ermittler/StA zu voreilig gehandelt haben, werden wir sehen, die Rücknahme des internationalen Haftbefehls ist schon heute ein Indiz dafür.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

gestern um 00:38
@Rigel92

Dir ist aber schon klar, dass die Rücknahme des internationalen Haftbefehls offensichtlich VOR der angekündigten Anklageerhebung erfolgt ist, ja?


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

gestern um 01:05
Zitat von Atalanta89Atalanta89 schrieb:Dir ist aber schon klar, dass die Rücknahme des internationalen Haftbefehls offensichtlich VOR der angekündigten Anklageerhebung erfolgt ist, ja?
Was willst Du damit ausdrücken?

Es scheint zeitlich jedenfalls äußerst nahe abgelaufen zu sein, wie der folgende Artikel zeigt:
Neuerlich im Visier der Behörden war der 42-Jährige bereits seit November 2023. Zu dem Zeitpunkt lag bereits ein erstes DNA-Gutachten zu den Spuren an der Zigarette am Tatort vor. Daraufhin hatte die Staatsanwaltschaft einen internationalen Haftbefehl gegen den Verdächtigen erlassen, die australischen Behörden hatten ihn aber nicht vollzogen.

Mit Einbringung der Anklage hat die Staatsanwaltschaft den Haftbefehl mittlerweile widerrufen. Der 42-jährige Ex-Studienkollege des Mordopfers habe durch seine Verteidiger zugesagt, zu einer Hauptverhandlung freiwillig nach Innsbruck anzureisen, heißt es vonseiten der Staatsanwaltschaft.
Quelle: https://kurier.at/chronik/oesterreich/mordfall-daniela-kammerer-anklage-21-jahre-nach-der-bluttat/403156961

Wie gesagt, der Widerruf des Haftbefehls deckt sich mit der Sichtweise des OLG, dass kein dringender Tatverdacht vorläge.

Wie wir schon vor einigen Seiten erkannt haben, sind diese ganzen Meldungen recht widersprüchlich.

Was jedoch unlogisch wäre, dass die Rücknahme internationale Haftbefehl wegen der Anklage erfolgt war. In Wirklichkeit lag kein dringender Tatverdacht (mehr) vor (laut OLG), weshalb die StA gezwungen wurde, diesen Haftbefehl aufzuheben. Das muss dann auch umgehend erfolgen. Ich denke, die Australischen Behörden werden ihre Gründe gehabt haben, diesen Auslieferungsantrag nicht stattzugeben, letztlich wurde diese Sichtweise erst kürzlich durch das OLG bestätigt.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

gestern um 07:36
@Rigel92
@Atalanta89

Man kann das auch so verstehen, dass der Haftbefehl zurückgenommen wurde, weil der Tatverdächtige über seinen Verteidiger ausrichten ließ, dass er zur Verhandlung nach Innsbruck freiwillig anreisen würde, was ich an seiner Stelle nicht tun würde. Ist er schuldig, wird man es ihm nachweisen können und ist er unschuldig, trägt er das Risiko, von einer Justiz verurteilt zu werden, die ihn schon einmal vom Flughafen weg in U-Haft genommen hat.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

gestern um 07:44
Muss jetzt doch etwas korrigieren, damit man mir nicht Einseitigkeit vorwirft, wenn ich genau das bei anderen kritisiere. Es gibt im Archiv der Salzburger Nachrichten zwei Artikel (24. und 25. Juni 2005), die belegen, dass in den ersten Tagen nach der Tat der Chefermittler sehr wohl noch von einer Beziehungstat ausgegangen ist, jetzt mal vorausgesetzt, dass die Zeitung ihrerseits richtig zitierte, erstes Zitat 25., zweites 24. Juni:
Innsbruck (SN-zim). Einen Tag nach dem Mord an einer niederösterreichischen Studentin in Innsbruck waren am Freitag die Hintergründe der Bluttat weiter unklar. Weder Täter noch Motiv waren der Kriminalpolizei vorerst bekannt. "Bisher sind keine brauchbaren Hinweise eingegangen", sagte der Ermittler Walter Pupp. Zahlreiche Studienkollegen, Freunde und Bekannte der Toten seien bereits befragt worden. Einen konkreten Tatverdacht gebe es aber noch nicht. Am wahrscheinlichsten handelt es sich laut Pupp um ein Beziehungsdelikt.
Die Obduktion, die am Donnerstagnachmittag begonnen wurde, soll zumindest etwas Klarheit über den Tathergang und eventuell auch über das Motiv liefern. "Derzeit schließen wir ein Raubmotiv sowie einen Zusammenhang mit der Drogenszene im nahen Rapoldipark, aus. Wir ermitteln vor allem in Richtung einer Beziehungstat oder eines sexuell motivierten Mordes", sagte Oberst Walter Pupp von der Innsbrucker Kripo. Daniela Kammerer sei zwar völlig bekleidet gewesen, sie könnte aber belästigt und dann ermordet worden sein, als sie sich wehrte. Von der Tatwaffe fehlte zunächst jede Spur. Die Polizei geht von einem Messer aus. Um den Tatort wurde intensiv gesucht. Am Nachmittag sollten Taucher den kleinen See im Rapoldipark absuchen, ob sich dort die Tatwaffe befinden könnte.
In dem Artikel vom 24. Juni 2005 wird auch eben jene erste Ohrenzeugin erwähnt - und dass eben Deutsch "ohne erkennbaren Akzent gesprochen" worden ist. Ich wiederhole mich - warum dann so oft Ohrenzeugin II erwähnt wird - weil sie ins Konzept passt?
Bei Befragungen von Anrainern des Leipziger Platzes und der Defreggerstraße gab eine Ohrenzeugin an, sie habe in den frühen Morgenstunden eine Frau und einen Mann auf der Straße laut streiten gehört. Beide hätten Deutsch ohne erkennbaren Akzent gesprochen. Ob es sich um Daniela Kammerer und ihren späteren Mörder gehandelt hat, ist unklar. Am Donnerstag wurden die letzten Telefonanrufe vom und zum Handy des Mordopfers, sowie jene der Telefonzellen, in der die Leiche gefunden wurde, überprüft. Die Polizei hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung:
Leider kann ich Artikel nicht verlinken, da ich sie nur offline habe.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

gestern um 07:46
@camelot

Ja, eben, ich habe das wie du auch eher so verstanden. Damit kann der Mann wieder reisen, ohne Gefahr zu laufen, verhaftet zu werden.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

gestern um 08:00
Wobei am 05. Juli 2005 der Standard schon schreibt (Nachtrag zu Augenmerk auf Beziehungstat oder eben Rapoldiparkszene):
Rund 50 Hinweise seien seit der Veröffentlichung des Fahndungsbildes am vergangenen Freitag eingelangt. Derzeit würden die Angaben ausgewertet und überprüft. In der kommenden Woche will die Kripo die Lokale im Umkreis des Tatortes in Augenschein nehmen. Einige Zeugen sagten aus, dass der Mann einen alkoholisierten Eindruck gemacht hatte. Die Ermittler vermuten, dass er sich in einem der Lokale aufgehalten haben könnte.

Kein beziehungsmord

Das Motiv für die Bluttat ist weiterhin rätselhaft. Eine Beziehungstat gilt als unwahrscheinlich. Der Täter dürfte nicht aus dem engeren Umfeld des Mordopfers stammen.

Die Studentin wurde in der Telefonzelle ermordet. Der Hörer des Telefonapparats war blutverschmiert. Die Auswertung der DNA-Spuren wurde für Anfang kommender Woche erwartet. (APA)
Da wurde dann eben eine Bezieungstat meiner Meinung nach sehr rasch ausgeschlossen.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

gestern um 08:09
@Atalanta89
@camelot

Für eine Haft ist ein dringender Tatverdacht Voraussetzung. Und der liegt laut OLG nicht vor.
Auch würde das Oberlandesgericht Innsbruck in der Abweisung des Einstellungsantrags festhalten, dass es „keinen dringenden Tatverdacht“ gegen den 42-Jährigen gebe, der auch für die Verhängung einer Untersuchungshaft notwendig wäre. Dies stimme, bestätigte Staatsanwaltschaftssprecher Hansjörg Mayr gegenüber APA. Sehr wohl werde vom OLG aber festgehalten, dass ein „konkreter Tatverdacht“ bestehe.
Quelle: https://www.krone.at/4131251

Was man unter einem "konkreten" Tatverdacht verstehen soll, bleibt die StA schuldig. Ich denke, jeder offizielle Tatverdacht sollte auf einer konkreten Grundlage beruhen, sonst wäre man in einem Willkürstaat.


Entweder war der internationale Haftbefehl nie wirklich begründet, was ein schwerer Fehler der österreichischen Justiz bedeuten würde, oder der Status hat sich geändert. Eins von beidem könnt Ihr Euch aussuchen. Dass die StA aus lauter Barmherzigkeit gehandelt hat, war sicher nicht der Fall.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

gestern um 08:10
@Atalanta89

Das mit der Beziehungstat war ein längeres Hin und Her. Das hat uns vor Jahren schon verwirrt, ich zitiere mich mal selbst:
Interessant ist ja der Verlauf, den die Einschätzung der Polizei selbst genommen hat:

Unmittelbar nach der Tat wurde verlautbart, "die Polizei geht von einer Beziehungstat aus". Kurz darauf meinte der Fallanalytiker Thomas Müller "Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit handelt es sich um ein Zufallsopfer". Von 2010 habe ich dann im orf.tirol die Aussage eines Kripo-Beamten gefunden, der meinte "Wir gehen inzwischen von einer Beziehungstat aus". Vor allem diesen zweiten Ansichtswechsel finde ich bemerkenswert.
Beitrag von nephilimfield (Seite 56)


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

gestern um 08:16
@Atalanta89
Zumindest stellst Du richtig, dass nicht von Beginn weg nur die Rapoldiparkszene im Mittelpunkt stand, zumal man alleine aufgrund von Statistik erst von einer Beziehungstat ausgehen sollte. Wobei natürlich in alle Richtungen ermittelt werden muss. Das ist wohl auch passiert und man kam dann auf die Spur des Bosniers. Warum die Erstermittler (oder besser deren Arbeit) hier immer so schlecht hingestellt werden, verstehe ich nicht. Immerhin konnte auch das ColdCase Team den Fall nicht auflösen und könnte sich da auch in eine Richtung verrannt haben.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

gestern um 08:52
Zitat von Atalanta89Atalanta89 schrieb:In dem Artikel vom 24. Juni 2005 wird auch eben jene erste Ohrenzeugin erwähnt - und dass eben Deutsch "ohne erkennbaren Akzent gesprochen" worden ist. Ich wiederhole mich - warum dann so oft Ohrenzeugin II erwähnt wird - weil sie ins Konzept passt?
Es gibt nun mal zwei differierende Zeugenaussagen. Journalisten müssen in ihren Berichten nicht neutral sein, sie können eine Meinung vertreten. Wodurch diese Meinung geprägt ist weiß man nicht, aber hier liegt es schon recht nahe, dass sie der StA misstrauen, was in Wirklichkeit vor der Historie des Falles auch vollkommen nachvollziehbar ist. Ich denke es ist auch immer wichtig, dass nicht nur die Sichtweise der StA veröffentlicht wird, sonder auch Indizien, die dieser Sichtweise widersprechen. Die StA hat nun mal eine große Macht allein durch kurze Statements die Bevölkerung zu beeinflussen. Für viel Menschen hat die Unschuldsvermutung nur eine sehr geringen Stellenwert, egal wie häufig auf diese verwiesen wird. Selbst im Gerichtssaal stellt das eine hohe Herausforderung für die Richter dar, den Unschuldsgedanken wirklich zu leben. Es gibt hier sehr viele psychologische Hürden, welche die Richter zu überwinden haben. Der folgende Artikel stellt diese Problematik sehr gut dar:

https://strafverteidigertag.de/wp-content/uploads/2024/09/43-SchrRStVV-Effer-Uhe.pdf

Schon die Verlesung der Anklage bewirkt danach eine Beeinflussung der Richter in einer für den Angeklagten negativen Weise.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

gestern um 08:55
@gangstertom

Jein. Nach wenigen Tagen eine Beziehungstat gleich auszuschließen, ist ja auch wieder extrem :D. Woher soll man nach wenigen Befragungen den Fokus schon auf eine Tat außerhalb richten?

@nephilimfield

Danke!

@Rigel92

OK, den Artikel kannte ich nicht, danke. Ich bin kein Jurist, ich weiß nicht, was Unterschied zwischen "dringender Tatverdacht" und "konkretem Tatverdacht" ist, das lasse ich mir gerne erklären. Vielleicht hat man ja auch nur Schiss, bei Verhängung der U-Haft wieder 22.000 Euro zahlen zu müssen, wenn es dann doch zu keinem Prozess kommt.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

gestern um 09:06
Zitat von Atalanta89Atalanta89 schrieb:OK, den Artikel kannte ich nicht, danke. Ich bin kein Jurist, ich weiß nicht, was Unterschied zwischen "dringender Tatverdacht" und "konkretem Tatverdacht" ist, das lasse ich mir gerne erklären. Vielleicht hat man ja auch nur Schiss, bei Verhängung der U-Haft wieder 22.000 Euro zahlen zu müssen, wenn es dann doch zu keinem Prozess kommt.
Nun, das wird nicht der Grund gewesen sein, denn ansonsten hätte man den internationalen Haftbefehl erst gar nicht beantragt. "Konkreter" Tatverdacht ist eben kein Rechtsbegriff, es ist rechtlich gesehen nur Geschwafel, wie gesagt, jeder Verdacht, sollte auf einer konkreten Basis beruhen, andernfalls wäre es Willkür. Es gibt den hinreichenden Tatverdacht, der dann vorliegt, wenn die Anklage zugelassen wird, oder es gibt den dringenden Tatverdacht, der erst vorliegen muss um eine U-Haft zu begründen und diese Begriffe kennt natürlich auch die StA.

Es gibt ja im vorliegenden Fall auch konkrete Indizien, die man gegen den Angeklagten auslegen kann. Ob diese Auslegung einer Überprüfung durch ein Gerichtsverfahren standhält, das wird man sehen, ich bin da - bei der bekannten Information - mehr als skeptisch (s.o.).


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

gestern um 12:23
Schönen Samstag an @Atalanta89
@Rigel92 @gangstertom @nephilimfield @camelot @Fluoreszierend und @LL!

Um wieder zur ZigarettenDNA und dem angeblich so tollen Auftragsgutachten des Verteidigers zurück zu kommen zitier ich hier nochmal die (sehr gute - mAn.) Meinung von @camelot darüber als Ausgangsbasis:
Zitat von camelotcamelot schrieb:Mir persönlich ist kein einziges bezahltes Auftragsgutachten eines Verteidigers bekannt, das den eigenen Mandanten belastet hätte. Insofern betrachte ich solche Gutachten mit einer gewissen Skepsis.
Ich finde nämlich das Auftragsgutachten welches 2014 vom damaligen RA A. Heiss ( wirkliche Koryphäe seines Fachgebietes) in Auftrag gab über die DNA-Spuren am Rock von Daniela und dessen Ergebnis mit völlig anderen Augen als diese jetzige Zigaretten-DNA.

Damals wurde wegern diesem Gutachten der Tatverdacht von TB fallengelassen, die Anklageerhebung fallen gelassen und klar auch seine U-Haft aufgehoben und er konnte ohne irgerndwelchen Auflagen Österreich wieder verlassen.

Jetzt aber bei diesem in Auftrag gegebenen Zigaretten-Gutachten des Verteidigers gibt es aber trotzdem eine Anklage gegen TB, soll es zu einem Gerichtsprozess kommen und der Tatverdacht besteht auch weiter.

Vergleicht man diese beiden Gutachten, welche der damalige RA Heiss machen lies und nun die von der Zigarette merkt doch jeder diesen großen Unterschied der Auswirkungen - bei Heiss wurde alles komplett zurück gefahren, eben jeder Tatverdacht und Anklage fallen gelassen und heute bei dem Auftragsgutachten Zigarette wird trotzdem weiter angeklagt und der Tatverdacht besteht auch weiter.

Ich bin der Meinung, damals dieses Auftragsgutachten von Heiss 2014 war der "Mega-Hammer" einfach toll zu sehen, welch große Auswirkung und mit welcher Umsicht dieser tolle Anwalt seine Handlungen durchzog.

Ähnliches erkenne ich bei dem Zigaretten-Auftragsgutachten der jetzigen Verteidigung überhaupt nicht, no sogar im Gegenteil, da wird nun gerade gar nix aufgehoben sondern angeklagt, man will einen Prozeß führen gegen TB als Beschuldigten und Tatverdächtigen. Was jetzt gerade passiert kann man von damals mit dem Erfolg von Heiss nicht mal annähernd vergleichen - meine Meinung.
Zitat von nephilimfieldnephilimfield schrieb:Insofern habe ich ein massives Dejavu zu unserer Diskussion von 2013/14, als schon mal DNA-Spuren bekannt wurden, die sich dann banal als Hautschuppen unter dem Rock herausstellten, erklärbar durch Sekundärübertragung
Und genau bei diesem Gegenüberstellen der beiden Auftragsgutachten solltest Du @nephilimfield kein massives Dejavu von 2014 eigentlich haben, damals wurde eben alles fallen gelassen, jetzt aber trotz dem Auftragsgutachten über die Zigaretten-DNA wird angeklagt.
Ich finde den Unterschied gewaltig zu damals - aber vielleicht sehe ich das auch falsch, kann ja gut möglich sein!

Liebe Leute, was denkt ihr darüber?


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

gestern um 13:48
Hallo liebe Freunde,
ich melde mich nach langer Zeit Mal wieder zu Wort.
Es gibt neue Erkenntnisse und ich hoffe wir finden ihren Mörder.
Ich hab mir gestern Nacht wieder einiges zu dem Fall angesehen und mir meine Gedanken gemacht.
Ich hab mir damals jeden Bericht durchgelesen; hab mir aber nicht alles gemerkt; aber es gibt bei mir noch immer offene Fragen... Vielleicht kann jemand von euch weiterhelfen.
Warum fuhr Daniela mit einem Männerfahrrad? (Sieht man auf den Tatortbildern)
Hatte sie es von einem Freund.... Gebraucht gekauft?
Warum war der Sattel ziemlich weit oben und nicht ganz unten? (Vielleicht liegt es daran, dass es kein Schnellverschluss war... Wo man den Sattel auf die Höhe anpassen kann.) Wäre ich Daniela gewesen, hätte ich mir niemals so ein Rad gekauft. Darum, war es nur geborgt? Gehörte es einem Freund? Ich hätte mir ein Damenrad genommen. Am besagten Abend war sie mit einem Rock unterwegs... unpraktisch
Ich hätte mit Rock niemals darauf fahren können.
Nächste Sache Handtasche: ich weiß nicht Wieviele Frauen hier dabei sind... Aber wenn du eine Geldbörse, ein Handy und einen Schlüssel hast, braucht man eine Tasche.
Für mich ist die Telefonzelle außerdem mehr als Treffpunkt zu betrachten... Ich glaube nicht dass Daniela nur zum telefonieren dorthin gefahren wäre.
Wenn es ein Treffpunkt ist; mit wem hat sie sich dort getroffen? Da es keine Aufzeichnungen am Handy gab, glaube ich, hat sie den Treffpunkt persönlich vorher mit jemandem ausgemacht.
Ich weiß von den Berichten, dass jemand Daniela auf dem Rad gesehen hat; aber könnte nicht auch eine andere Person ihr das Rad zu den Treffpunkt gebracht haben?
Sie macht sich schon vorher auf einer Party diesen Treffpunkt aus; weil das Gespräch persönlich sein soll... Sie reden... Egal um was...
Für ihn verläuft das Gespräch nicht wie erwartet.. Vielleicht hat er das Rad gebracht... Vielleicht war es ausgemacht...
Er verlässt Daniela.. Daniela will darüber reden und will jemanden anrufen. Für ihn ist klar, das geht nicht so; damit kann ich nicht leben. Kehrt zurück und ermordet sie.
Das würde für mich bedeuten dass sie vorhin schon ein Thema besprochen hatten, das ihm nicht gefallen hat... Warum sollte er sonst ein Messer bei sich tragen?
Warum mich dieser Fall so beschäftigt: weil ich Daniela gekannt habe. Wir sind uns auf der Bude der leopoldiner in Gmünd begegneten. Wir waren sehr wenige Frauen, weil sie dort nicht geduldet werden. Du kannst als Frau niemals Mitglied sein, weil du eine Frau bist. Du darfst putzen und deinen Mann begleiten.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

gestern um 16:06
Zitat von DoverexDoverex schrieb:Ich finde nämlich das Auftragsgutachten welches 2014 vom damaligen RA A. Heiss ( wirkliche Koryphäe seines Fachgebietes) in Auftrag gab über die DNA-Spuren am Rock von Daniela und dessen Ergebnis mit völlig anderen Augen als diese jetzige Zigaretten-DNA.

Damals wurde wegern diesem Gutachten der Tatverdacht von TB fallengelassen, die Anklageerhebung fallen gelassen und klar auch seine U-Haft aufgehoben und er konnte ohne irgerndwelchen Auflagen Österreich wieder verlassen.

Jetzt aber bei diesem in Auftrag gegebenen Zigaretten-Gutachten des Verteidigers gibt es aber trotzdem eine Anklage gegen TB, soll es zu einem Gerichtsprozess kommen und der Tatverdacht besteht auch weiter.
Bzgl. der dringenden Tatverdacht ist heute die Situation nicht anders als damals.

Der internationale Haftbefehl setzt einen dringenden Tatverdacht voraus. Das bedeutet, bis dieser Haftbefehl die STA aufgehoben hatte, lag offenbar ein dringender Tatverdacht vor. Durch die kürzliche Entscheidung des OLG wurde festgestellt, dass kein dringender Tatverdacht nicht mehr vorläge.

Insofern ist die heutige Situation sehr wohl vergleichbar.


Damals hatte zu dem Zeitpunkt der Aufhebung des dringenden Tatverdachts die StA noch keine Anklageschrift bei Gericht eingereicht. Nachdem damals der dringende Tatverdacht nicht mehr gegeben war, hatte sie die Anklage nicht mehr weiter betrieben. Das bedeutet jedoch noch lange nicht, dass die StA damals den Tatverdacht nicht mehr gesehen hat, es hat die Erfolgsaussichten bzgl. einem Verfahren jedoch als nicht ausreichend angesehen.


Diesmal hat die Feststellung des fehlenden dringenden Tatverdacht länger gedauert (erfolgte erst durch das OLG), woraufhin der internationale Haftbefehl aufgehoben werden musste. In dieser Zeit hat die StA schon Anklageschrift bei Gericht eingereicht. Die Feststellung des Fehlens des dringenden Tatverdachts erfolgte erst zeitnah zu der Anklageerhebung.

Wenn die Anklageerhebung rechtskräftig wird, kann die StA keinen Rückzieher machen und muss mit einer möglicherweise dünnen Suppe das Verfahren durchführen. Wenn der TV dann freigesprochen wird, ist das dann endgültig, sie kann keine weiteren Ermittlungen gegen den TV mehr führen, da in Österreich neue Beweise – entsprechend wie in Deutschland – eine Wiederaufnahme nicht mehr begründen können.


Wie die StA entschieden hätte, wenn ähnlich wie 2014 der dringende Tatverdacht zeitnah aufgehoben worden wäre, das wissen wir nicht. Aktuell sind hier der StA die Hände gebunden, sie muss das Verfahren nun durchziehen.

Insofern kann die Anklageerhebung des TV für ihn von Vorteil sein. Bei einem Freispruch wird er nie mehr etwas von dieser StA hören.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

gestern um 17:17
Den größten Unterschied zu 2014 sehe ich darin, dass man damals die DNA-Spuren an der Kleidung Danielas noch plausibel erklären konnte, jetzt bei der Zigarette ist eine Erklärung schon komplizierter, weil diese Spur direkt mit dem Tatort in Verbindung steht. Und wenn ich es richtig in Erinnerung habe, wurde am Tatort zwar Danielas Tasche, ihr Handy und ihre Geldbörse gefunden, von einer Zigarettenpackung (Feuerzeug?) war aber meines Wissens nach nie die Rede. Wenn dem so war, hätte sie eine einzelne Zigarette dabei gehabt, diese dann angeraucht, abgelegt und auch noch eine DNA-Spur des Tatverdächtigen mit auf den Filter übertragen. Das klingt schon mehr nach "CSI: New York" als nach "Mordfall Kammerer".


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

gestern um 17:28
@camelot

Ja, genau das denk ich mir auch - wenn dem so wäre, dann mehr tv fiction als reality.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

gestern um 17:33
Und nicht zu vergessen: Daniela hatte 2,4 Promille!


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

gestern um 17:50
Zitat von camelotcamelot schrieb:von einer Zigarettenpackung (Feuerzeug?) war aber meines Wissens nach nie die Rede.
Der geschätzte Lohengrin will schon 2013 eine Zigarettenpackung entdeckt haben:
Zitat von LohengrinLohengrin schrieb am 04.07.2013:Warum ich nun gerade den Papierkorb erwähne hat damit zu tun das mir auf den Tatortfoto´s reltiv spät aufgefallen war das auf dem Papierkorbdeckel eine gelbe Zigarettenpackung (österreichische Marke) aufrecht stehend aufgefallen ist, ganz so als wenn da jemand gestanden (gewartet?) und geraucht hat und anschließend seine Kippen vergessen hat.
Beitrag von Lohengrin (Seite 37)
Zitat von DoverexDoverex schrieb:Ich bin der Meinung, damals dieses Auftragsgutachten von Heiss 2014 war der "Mega-Hammer" einfach toll zu sehen, welch große Auswirkung und mit welcher Umsicht dieser tolle Anwalt seine Handlungen durchzog.
Wir haben damals ja lange spekuliert, welche wichtigen DNA-Spuren es sein könnten (deshalb das Dejavu). Ehrlich gesagt war ich schockiert, als ich gehört habe, dass es sich bei den als so "game changing" erachteten DNA-Spuren einfach um Hautschuppen unter dem Rock gehandelt hat. Da hätte ich kein großartiges Gutachten gebraucht, um sie als Sekundärübertragung zu erklären. Und selbst wenn sie Primärübertragung wären: Warum sollte das einen dringenden Tatverdacht begründen? Es wurden meines Wissens auch noch andere männliche DNA-Spuren dort gefunden.

@Katzenauge369
Zitat von Katzenauge369Katzenauge369 schrieb:Warum mich dieser Fall so beschäftigt: weil ich Daniela gekannt habe. Wir sind uns auf der Bude der leopoldiner in Gmünd begegneten.
Darf ich fragen: Was hatte Daniela generell mit katholischen Studentenverbindungen zu tun? Ihre erste Adresse am verhängnisvollen Abend war ja auch die katholische Alpinia in der Zollerstraße. Warum geht man als junges Mädchen zum Ausgehen ausgerechnet dorthin?


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