Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005
gestern um 00:09Grundsätzlich ist das auch leicht zu erklären. Eine StA, der im gleichen Fall schon einmal ein schwerer Fehler unterlaufen ist, steht man eben skeptisch gegenüber. Die Rücknahme des internationalen Haftbefehls bewirkt weitere Zweifel an der Sicht der StA.Atalanta89 schrieb:An dem Fall könnte man ja so viel studieren - was mir beim Podcast aber auch anderen Berichterstattungen aufgefallen ist: wie oft Menschen aus der Tiroler oder österreichischen Medienwelt den jetzt wieder Tatverdächtigen eher in Schutz nehmen, für ihn fast Partei ergreifen (ja, es gilt die Unschuldsvermutung, ja, man darf oder muss sogar Vorgehen von Staatsanwaltschaft oder Polizei immer hinterfragen, das will ich prinzipiell auf keinen Fall kritisieren, im Gegenteil), aber wäre der Tatverdächtige kein weißer Österreicher aus gutem Haus mit offenbar wechselnden Starverteidigern, da ginge es aber sowas von ab.
Sicher, ein Mensch, der sich Privatgutachten nicht leisten kann, ist solch einer Situation schutzlos ausgeliefert. Das ist jedoch nicht dem TV anzukreiden, sondern es ist in Wirklichkeit ein Systemfehler. Manchmal gewinnt Confirmation-Bias bei den Ermittlern eben überhand, was in diesem Fall 2013 definitiv der Fall war. Daher verstehe ich Deine Argumentationsweise nicht im Geringsten, denn die Ursache für „das Abgehen“ läge in Wirklichkeit auf Seiten des Staates. Es ist eben wichtig, dass Ermittler/StA nicht voreilig handeln.
Ob die Ermittler/StA zu voreilig gehandelt haben, werden wir sehen, die Rücknahme des internationalen Haftbefehls ist schon heute ein Indiz dafür.



