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Maria Baumer

5.770 Beiträge, Schlüsselwörter: Vermisst, Maria Baumer

Maria Baumer

27.06.2020 um 16:31
@Kreuzbergerin
Es war ja ein herkömmlicher Späten. Mit einem Klappspaten wäre es wohl ungleich (zeit-) aufwendiger gewesen. Wenn nicht gar unmöglich, ohne den Spaten zu zerstören.


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Maria Baumer

27.06.2020 um 16:33
Jamegumb schrieb:Es war ja ein herkömmlicher Späten. Mit einem Klappspaten wäre es wohl ungleich (zeit-) aufwendiger gewesen. Wenn nicht gar unmöglich, ohne den Spaten zu zerstören.
Das stimmt, es war ein normaler Spaten.
@emz hatte gerade auch einen Link mit einem Bild des Spatens gepostet.
Ich hatte das falsch in Erinnerung, das war mein Fehler.


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Maria Baumer

27.06.2020 um 16:36
Fraukie schrieb:Weiß jemand von Euch ob der Richter ein Gutachten, dass ihn als "nicht schuldfähig" ausweist ohne wenn und aber so hinnehmen muss oder ob er trotzdem urteilen dürfte, dass er mehr Anhaltspunkte dafür sieht, dass der TV sehr wohl wusste was er tut?

Handelt es sich um ein Gutachten, dass Verteidigung oder Staatsanwaltschaft gern haben möchten um irgendwas zu untermauern, oder hat der Richter es in Auftrag gegeben um sich ein möglichst objektives Bild vom Zustand des TV machen zu können?
Wie ich es aus Gesprächen mit einer losen Bekannten, Richterin erinnere:
Richter müssen ein Urteil fällen und damit auch festlegen, was die an Tatgeschehen und zb psychiatrischen Zustand der Angeklagten annehmen. Urteile müssen (wissenschaftlich) fundiert sein, dürfen nicht nur auf Bauchgefühl basieren. Fehlt den Richter Sachverstand, müssen sie sich den beschaffen, meist durch Gutachten von Sachverständigen. Naturgemäß kennen sich Juristen in anderen Disziplinen nicht en Detail aus, sind aber auch Akademiker und sollten zur kritischen Quellenwürdigung in der Lage sein. Dazu gehört bspw. Befragung des gutachtenerstattenden Sachverständigen, bei dem die Richter prüfen/erkennen können, ob es schlüssig ist oder sich in Gutachten/Aussagen vor Gericht doch Widersprüche und grob unlogisches findet.
Ein nach so einer gerichtlichen Befassung als nicht nachvollziehbar eingestuftes Gutachten muß auch nicht beachtet werden .- ob es dann Gegengutachten automatisch gibt, weis ich gerade nicht.

Themenpassendes Beispiel: im Münchner-NSU-Prozess wurde ein psychiatrisches Gutachten, beauftragt von den neuen Verteidiger der Beate Z., vor Gericht zerlegt. Anders als der gerichtlich bestellte Gutachter hat die Angeklagte zwar mit diesem Gutachter gesprochen, aber das Gutachten wurde aus mind. zwei wesentlichen Gründen nicht in die Urteilsfindung einbezogen. Erstens bestanden nicht ausräumbare Zweifel daran, ob der Gutachter zur Erstellung solcher Gutachten grundsätzlich in der Lage / qualifiziert ist. Desweiteren waren ihm nicht alle Aktenbestandteile bekannt, sondern nur von den Anwälten vorselektierte Zeugenaussagen, die ihm berichtet wurden. Diese passten zum Gutachten, was bei anderen Zeugenaussagen nicht der Fall war. Und dann war da noch die Episode mit den Pralinen.
emz schrieb:Nur hatte er dummerweise den Spaten gekauft, als es noch keine Leiche zu vergraben gab.
Falstaff schrieb:Wenn der Spaten keine DNA-Spuren von ihm aufwies war es doch besser, sich direkt nach Gebrauch von dem Spaten zu trennen. Mit nachhause nehmen wäre die deutlich schlechtere Variante gewesen, weil es ja ein Beweismittel war. Nur hätte er dann eben auch den Kauf des Spatens unauffälliger abwickeln müssen. Aber daran hatte er wohl nicht gedacht...
Rein theoretisch könnte als ursprüngliche Kaufmotivation des Spatens eine andere präsentiert werden - Baumpflanzungzur Hochzeit. Besonders, wenn dies in der Region, beim Angeklagten, dem opfer oder deren Umfeldern üblich war. Sofern nachweisbar, dass es sich bei dem am Auffindeort der sterblichen Überreste um denselben Spaten handelt, wäre wohl noch etwas plausibles zu erdenken, was den Weg des Spatens dorthin ohne Beteiligung des Angeklagten erklären könnte.
emz schrieb:Weil er sich dem psychiatrischen Gutachten verweigerte.
https://www.regensburg-digital.de/zwei-jahre-auf-bewaehrung-fuer-den-kindergaertner-der-domspatzen/19122016/
Den Forderungen der Staatsanwältin, dem Angeklagten den Umgang mit Kindern zu verbieten, sobald niemand weiteres in geschlossenen Räumen anwesend ist, oder zur Prävention weiterer Straftaten eine Sexualtherapie zu absolvieren, folgte das Gericht hingegen nicht. Auflagen dieser Art seien nur auf der Grundlage eines einschlägigen psychiatrischen Gutachtens möglich gewesen. Ein solches konnte nicht erstellt werden, weil der Angeklagte sein Einverständnis dazu verweigerte, so der Vorsitzende Pfeiffer in der Urteilsbegründung.
Hier bin ich etwas irritiert und hoffe, da weis jemand fundiert mehr juristisches dazu.
Im NSU-Verfahren hat sich die Angeklagte Beate Z. der Exploration durch den gerichtlich bestellten psychiatrischen Sachverständigen auch verweigert, es gab dennoch ein Gutachten, dass bei der Urteilsfindung herangezogen wurde. Der Gutachter hat sein Gutachten auf Basis der Akten sowie eigener Beobachtung der Angeklagten/des Prozessverlaufes (war offenbar an der überwiegenden Anzahl aller Verhandlungstage anwesend) erstellt. Wie von der Besuchertribüne gut zu sehen war, hat sich der Gutachter fortlaufen, unterschidlich intensiv, Notizen gemacht. Offenbar als Grundlage seines Gutachtens.


Quelle wie zuvor
Die Vertreter der Nebenkläger, die in einem Strafprozess kaum etwas bewirken können, schlossen sich vollumfänglich dem Plädoyer der Staatsanwältin an.
Das kaum halte ich für gewagt. Das Recht, die Angeklagten sowie Zeugen zu fragen sowie eigene Beweisanträge stellen zu können, ist für mich deutlich mehr als "kaum etwas bewirken können".


https://www.swr.de/report/lueckenhafte-aufarbeitung-neue-missbrauchsvorwuerfe-bei-den-regensburger-domspatzen/-/id=233454/did=21354044/nid=233454/1nsh7sf/index.html
KLs 522 Js 10953/14 jug
Nach diesem SWR-Artikel ist das das Aktenzeichen des früheren Verfahrens gegen Christian F. Leider lässt es sich, mindestens durch mich, (noch?) nirgends als anonymisierter Volltext finden. Es könnte die Klärung von vielen der Fragen hier vorantreiben.


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Maria Baumer

27.06.2020 um 16:57
monstra schrieb:Das habe ich hoffentlich nicht behauptet.
Nein hast Du nicht, ich war es, die sich beim Zitieren blöd angestellt hat.
Diese Behauptung:
"An der Kleidung des Opfers wurde Tramadol entdeckt, ein hochwirksames Opiat - und in Kombination mit Lorazepam tödlich." stammte nicht von Dir aus dem von @C.RoCkEfElLeR gepostetem Link .
monstra schrieb:Wir dürfen dabei die merkwürdigen Gedächtnisaussetzer Marias nicht vergessen, die sie vor ihrem Tod geplagt haben.
Die behandle ich persönlich mit etwas Vorsicht.
Maria war ja offensichtlich nicht nur beruflich, sondern auch nebenberuflich ganz schon aktiv und eingespannt, das was da geschildert wird könnte auch auf Stress zurückzuführen sein.
Außerdem bin ich nicht frei davon von mir auf andere zu schließen.
Wäre mein Mann (oder mein Bruder) so seltsam verschwunden, dann würde ich solche Anmerkungen und Arztbesuche nicht nur mutwillig übertreiben, sondern zur Not sogar erfinden.
Einfach weil es bei Erwachsenen Glückssache ist ob man auf einen Ermittler trifft, der den Angehörigen glaubt, dass diese Person nicht einfach so abhauen würde, sondern grade bei jemandem wie Maria, der beruflich und ehrenamtlich gut eingespannt war und "nebenbei" noch eine Hochzeit vorzubereiten hatte den Angehörigen eine ganze Weile erzählt, dass der Vermisste doch sicher wirklich nur eine Auszeit brauchte.
Ich hätte also vollstes Verständnis dafür, wenn die Schwester von Maria diesen Zustand absichtlich "übertrieben" dargestellt hätte um die Chance zu erhöhen, dass die Vermisstenanzeige trotz Marias Volljährigkeit auf- und ernst genommen wird.
Ich hätte es an ihrer Stelle getan.
monstra schrieb:Ich weiß nur aus früheren Zeiten, dass die Kombination aus Morphium und Diazepam bei Schwerkranken gerne angewendet worden ist. Aber auch heikel war, weil eben eine Überdosierung mit Diazepam zur Atemdepression geführt hat.
Der entscheidende Faktor ist hier aber eher das Morphium als das Diazepam.
Diazepam ist zwar ein Muskelrelaxant und auch die Atemmuskeln sind eben genau das, Muskeln, aber wie ich bereits schrieb gibt es bei der Stoffgruppe der Benzodiazepine das, was man eine "Maximalwirkung" nennt.
Stark vereinfacht kannst Du Dir das so vorstellen, dass die Muskelentspannung durch diese Substanzen dadurch erreicht wird, dass "Schleusen" im Körper geöffnet werden, deren Inhalt genau diese Wirkung hat.
Sind diese "Vorräte" jedoch leer, dann kann auch eine höhere Dosis oder eine Wirkungsverstärkung z.B. durch Wechselwirkungen die Wirkung nicht weiter erhöhen.
Das ist einer der Gründe warum Benzodiazepine auch bei alten und geschwächten Patienten eine so hohe Anwendungssicherheit haben.
Bei Morphium ist das anders.
Wie andere Opioide ist Morphium auch ohne die "Hilfe" von anderen Substanzen ab einer gewissen Dosis in der Lage die Atemmuskulatur zu lähmen.
Dieser Mechanismus findet z.B. Anwendung beim Einsatz von Codein als Hustenstiller bei Reizhusten.
Dabei handelt es sich u.A. um eine "milde Form der Atemlähmung" bzw deren gezielten Einsatz.

Diazepam, Lorazepam oder andere Präparate dieser Stoffgruppe werden bei dem was Du beschreibst primär deswegen eingesetzt, weil sie sehr effektive Angstlöser sind, was grade bei sterbenden Patienten oft eine erhebliche Erleichterung ist.
Dass die Kombination von Benzodiazepinen und Morphium eine Atemlähmung begünstigt liegt hier also eher daran, dass das Diazepam die Wirkung des Morphiums verstärkt und nicht umgekehrt.
"Nötig" ist die Gabe des Benzodiazepines für den Eintritt der Atemlähmung jedoch nicht, die Indikation ist hier eher Angstlösung und Entspannung, Vertiefung der Sedation damit die Atemlähmung vom Sterbenden nicht als qualvolles Ersticken bewusst miterlebt wird.

Von daher ist die Behauptung aus dem Link, dass Lorazepam in der Kombination mit Tramal diese tödliche Wirkung habe pharmakologisch betrachtet nicht korrekt.
monstra schrieb:Den Geschmack von Tropfen kenne ich auch, ich traue es aber dem Tatverdächtigen zu, jemanden ein Getränk damit unterzujubeln.
Ich traue es ihm zu das zu versuchen, aber wie gesagt ist die Dosis die hier benötigt würde so dermaßen hoch, dass eine Verabreichung die vom Opfer nicht bemerkt wird praktisch unmöglich ist.
Um schwer Kranken die Einnahme angenehmer zu gestalten gibt es Tavor (Lorazepam) als sogenannte "Schmelztabletten" die nicht so unangenehm/auffällig schmecken und um eine Zustand herbeizuführen indem auch ein körperlich kräftiges Opfer z.B. einfach erstickt werden kann ist Lorazepam auch ohne den Zusatz einer anderen Substanz geeignet.
emz schrieb:Hier setzt nun meine Frage an, die ich bislang noch nicht endgültig beantwortet gefunden habe: Wurde das Medikament im Haarwuchs nachgewiesen, oder haftete es, so wie bei der Bekleidung, an. Wobei, ich tendiere, wegen des Arztbesuches zu Ersterem.
Dazu habe ich tatsächlich auch keine wirklich zuverlässigen Quellen gefunden.
So wie die Überreste, die von Maria gefunden wurden beschrieben werden gehe ich tatsächlich eher von Anhaftungen aus, denn nach einem Zustand, der noch einen erfolgreichen Screen nach Ablagerungen nach der Verstoffwechselung ermöglicht klingen die beschriebenen, sterblichen Überreste eher nicht.
emz schrieb:Was beabsichtigte der Beschuldigte mit der Medikamentengabe?
Das wird wohl Spekulation bleiben.
Ich halte es sowohl für möglich, dass er mit der Dosis "experimentiert" hat, schließe aber auch nicht aus, dass er durchaus eine Vorliebe hat betäubte Menschen sexuell zu missbrauchen und das könnte auch den Lebenspartner einschließen.
emz schrieb:Ebenfalls aus der Laienperspektive berichtet, ich hatte nur einmal vor einer Zahnoperation Kontakt mit Tavor. Dummerweise habe ich danach zum Essen ein Bier getrunken, ab da weiß ich nichts mehr.
Tatsächlich ist die Wirkung auch individuell unterschiedlich und hängt außerdem noch von weiteren Faktoren ab.

Du sprichst hier aber einen wichtigen Punkt an:
Wenn Maria grundsätzlich Alkohol getrunken hat, dann wäre es für den TV einfacher gewesen die Wirkung des Lorazepam zu steigern indem er ihr die Schmelztabletten z.B. mit einem Glas Wein unterjubelt als zu versuchen eine signifikante Menge Tramaltropfen unbemerkt zu verabreichen.
emz schrieb:Also keine Erkenntnis darüber, wie lange zuvor schon die Medikamente verabreicht wurden, was man evtl. aus den Haaren selber hätte ableiten können.
Für mich klingt es zumindest nicht danach als sei das gefundene Kopfhaar in einem Zustand gewesen, das eine solche Untersuchung noch möglich gemacht hat.
Falstaff schrieb:Das hat er sicherlich nicht mit einem lebendigen Opfer gemacht.
Ich hoffe wirklich, dass Du recht hast.
emz schrieb:Staatsanwaltschaft geht von einem Atemstillstand aus.
Ich habe hier einfach wirklich die Sorge, dass sich die Staatsanwaltschat hier von der Verteidigung "ködern" lässt.
Offenkundig wird die Verteidigung versuchen die Tatsache, dass die Todesursache nicht mehr festgestellt werden konnte so auszulegen, dass am Ende gar kein Tötungsdelikt im Raum steht.
Ich halte es für absolut fatal, wenn die Anklage nun auf diesen Köder reinfällt und um jeden Preis versucht sich eine Todesursache aus dem Ärmel zu schütteln.
So wie der Zustand der sterblichen Überreste und die Auffindesituation beschrieben werden ist es meiner Ansicht nach am sinnvollsten, wenn die Anklage akzeptiert, dass die Todesursache unklar ist und es auch bleiben wird.

Die zahlreichen und recht eindeutigen Indizien in diesem Fall mögen einzeln für sich genommen fast alle keine große Beweiskraft haben, formen aber ein sehr schlüssiges Gesamtbild.
Ich zweifle nicht daran, dass der Verteidigung das auch absolut bewusst ist.
Das Beste was der Verteidigung jetzt passieren kann, ist dass es gelingt der Anklage nachzuweisen, dass sie versucht "Fakten zu schaffen", wo einfach keine sind.
Sicher ist es äußerst Anspruchsvoll einen Mordprozess zu führen, wenn die Todesursache gar nicht bekannt ist.
Aber sich davon, dass die Verteidigung plant diesen Umstand so darzustellen, dass sie das Vorhandensein eines Tötungsdeliktes als praktisch widerlegt, so verunsichern zu lassen, dass die Anklage den Fehler macht hier mit völlig unbeweisbaren Vermutungen daherzukommen oder gar Behauptungen, wie die aus dem Podcast, zu verwenden, die für die Verteidigung ohen große Mühe widerlegbar sind..
Das dürfte der Anklage noch viel mehr schaden als die Tatsache, dass es hier einfach mal gewisse Lücken gibt.

Die Todesursache ist nicht bekannt und das wird vermutlich auch so bleiben.
Das zu akzeptieren und unbeirrt bei den Indizien zu bleiben die ohne wenn und aber vorliegen halte ich hier für die klügere Taktik und hoffe wirklich inständig, dass die Staatsanwaltschaft sich hier nicht so stark verunsichern lässt, dass sie einen Fehler macht, der der Verteidigung ganz massiv in die Hände spielen würde.
Was soll ein Richter denn denken, würde die Staatsanwaltschaft behaupten mit Lorazepam und Tramal habe eine fraglos tödlcihe Wirkstoffkombination vorgelegen und die Verteidigung genau einen Pharmazeuten in den Zeugenstand laden müsste um schlüssig darzulegen, dass das so einfach nicht stimmt?
emz schrieb:Die Anklage geht davon aus, dass die Gabe der beiden Medikamente in der Wohnung passierte, in der Nacht vor ihrem vermeintlichen Verschwinden.
Warum man davon ausgeht, ist noch nicht bekanntgegeben worden.
Kreuzbergerin schrieb:@emz
@Falstaff
Was denkt ihr, ist der Grund wieso der Täter den Spaten in der Nähe des Grabes hat liegen lassen?
Ich bin zwar weder @emz noch @Falstaff, sehe das aber genauso:
Falstaff schrieb:Wenn der Spaten keine DNA-Spuren von ihm aufwies war es doch besser, sich direkt nach Gebrauch von dem Spaten zu trennen.
Der Spaten ist ein Massenprodukt. Kauf durch den TV und Fund eines baugleichen Modells am Leichenfundort ist eines dieser Indizien, dass alleinstehend nicht einmal viel wert wäre (es wird für die Verteidigung nicht schwer sein zu belegen, dass dieses Spatenmodell haufenweise verkauft wurde) aber im Gesamtkontext ist das ziemlich belastend.

War der TV aber sorgfältig genug, dass er hinreichend sicher ausschließen kann, dass sich an diesem Spaten irgendeine Spur (DNA, Fasern,..) befindet, die ihn mit dem Leichenfundort in Verbindung bringt, dann war es fast schon clever den Spaten dort zu lassen.
Anhaftungen, die belegen, dass mit dem Spaten genau dort gegraben wurde lassen sich nicht so einfach entfernen und wenn der Spaten an einem Ort aufgefunden wurde der mit dem TV in Verbindung gebracht werden kann oder sogar direkt in dessen Besitz, dann wäre die Beweiskraft um ein vielfaches stärker als der Umstand, dass ein Massenprodukt, das mit dem welches der TV käuflich erworben hat identisch ist zum Ausheben dieses Grabes benutzt wurde und dort verblieben ist.
Falstaff schrieb:Nur hätte er dann eben auch den Kauf des Spatens unauffälliger abwickeln müssen. Aber daran hatte er wohl nicht gedacht...
Tjo, das würde wieder dazu passen, dass zum Glück wenige klug genug sind um bei sowas keinen Fehler zu machen.
Neulich hab ich eine Kriminaldokumentation gesehen bei der die Täterin zwar mehrere Fehler gemacht hat, aber der Dümmste war, dass sie bei dem Kauf der Reinigungsutensilien zwar dran gedacht hat bar zu zahlen, aber dann hat sie ihre Bonuskarte benutzt.
Immerhin hat sie dadurch bei dem Kauf 34ct gespart :) (da muss auch in der Krimirubrik ein Smilie erlaubt sein).
PurePu schrieb:t. Wahrscheinlich hat er sie da in den frühen Morgenstunden hingebracht. Und dann war sein Zeitfenster ja auch sehr gering. Hinfahren, ausladen, vergraben, zurückfahren, Spuren beseitigen.
Das wäre ein ziemlich kleines Zeitfenster.
Ich kann mir eigentlich nur vorstellen, dass das "Grab" vorbereitet war.
Ein Grab im Wald ausheben ist wirklich zeitraubend und anstrengend.
maxxb74 schrieb:Könnte sich evtl. zeitlich mit der angeblichen längeren Joggingrunde durch Regensburg decken, die auch nur von ihm selbst so dargelegt werden konnte und dies durch keinen einzigen etwaigen Zeugen belegbar ist....
Ich vermute, dass er diese Runde genutzt hat um andere Beweismittel (Kleidung und Handschuhe die er anhatte) zu entsorgen.
Er war da ja laut eigener Aussage schon recht lange unterwegs und selbst da wäre es schwer nachzuweisen, wenn er noch länger unterwegs gewesen wäre.
Kreuzbergerin schrieb:Allerdings würde ich vermuten, dass die Ermittler das Grabungsfeld deutlich tiefer und breiter ausgegraben haben, als das original Grab war.
Das dürfte gut protokolliert sein.
Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass anhand von Anhaftungen an dem Spaten nachweisbar war in welcher Tiefe damit gegraben wurde.
Es dürfte also irgendwo schriftlich festgehalten sein wie tief das "Grab" war und was ggf noch im Rahmen der Spurensicherung nachgesetzt wurde.


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Maria Baumer

27.06.2020 um 16:58
Fraukie schrieb:Das wäre ein ziemlich kleines Zeitfenster.
Ich kann mir eigentlich nur vorstellen, dass das "Grab" vorbereitet war.
Ein Grab im Wald ausheben ist wirklich zeitraubend und anstrengend.
Davon gehe ich ja auch aus. Habe ja nix von Ausheben geschrieben. So käme es zeitlich überhaupt nicht hin, denke ich.


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Maria Baumer

27.06.2020 um 17:06
TatsachenTreue schrieb:Hier bin ich etwas irritiert und hoffe, da weis jemand fundiert mehr juristisches dazu.
Wenn sich einer nicht explorieren lässt, dann erstellt der Psychiater sein Gutachten aufgrund der Aktenlage und aufgrund seiner Beobachtungen im Prozess. War bei Mollath auch so.

Im Fall Höxter wäre der Prozess beinahe geplatzt, als der psychiatrische Gutachter des Angeklagten von seiner Aufgabe entbunden wurde. Glücklicherweise konnte Dr. Saimeh, die als Gutachterin der Angeklagten eingesetzt war, diese Aufgabe mit übernehmen.


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Maria Baumer

27.06.2020 um 17:12
Fraukie schrieb:vermute, dass er diese Runde genutzt hat um andere Beweismittel (Kleidung und Handschuhe die er anhatte) zu entsorgen.
Ich denke, dass es gar keine Runde gab. Nur ein Stopp mit dem Auto auf dem Rückweg an einem Kleidercontainer oder so.


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Maria Baumer

27.06.2020 um 17:20
Fraukie schrieb:Ich kann mir eigentlich nur vorstellen, dass das "Grab" vorbereitet war.
Ein Grab im Wald ausheben ist wirklich zeitraubend und anstrengend.
Der Spaten wurde am 22.05.2012 gekauft und Maria B. wurde wahrscheinlich in der Nacht vom 25. auf den 26.05.2012 getötet.
Der TV hätte also 4 Tage und/oder Nächte Zeit gehabt, ein Grab vorzubereiten.
22. Mai 2012: Christian F. kauft einen Spaten in einem Regensburger Baumarkt. Ein baugleicher Spaten wird 2013 bei der Leiche gefunden. In diesen Tagen googelt Christian F. die Suchbegriffe "Lorazepam", "letale Dosis" und "Der perfekte Mord". Diese Ermittlungsergebnisse präsentieren Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Regensburg bei der Pressekonferenz am 12. Dezember 2019.
Freitag, 25. Mai 2012: Maria Baumer und ihr Verlobter Christian F. verbringen den Abend vor dem Pfingstwochenende bei einer Grillfeier auf dem Reiterhof seiner Familie in Bernhardswald (Landkreis Regensburg). Abends fährt das Paar zurück nach Regensburg.
https://www.onetz.de/deutschland-welt/regensburg/prozessbeginn-mordfall-maria-baumer-doppelleben-verlobten-id3047668.htm...


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Maria Baumer

27.06.2020 um 17:40
Fraukie schrieb:Der Spaten ist ein Massenprodukt. Kauf durch den TV und Fund eines baugleichen Modells am Leichenfundort ist eines dieser Indizien, dass alleinstehend nicht einmal viel wert wäre (es wird für die Verteidigung nicht schwer sein zu belegen, dass dieses Spatenmodell haufenweise verkauft wurde) aber im Gesamtkontext ist das ziemlich belastend.
Worauf ich wirklich sehr gespannt bin, wie der Anwalt dessen Verbleib erklären will. Drei Tage vor der Tat hatte der Beschuldigte ein baugleiches Exemplar bei "Bauhaus" gekauft und mit Karte bezahlt.
Fraukie schrieb:Für mich klingt es zumindest nicht danach als sei das gefundene Kopfhaar in einem Zustand gewesen, das eine solche Untersuchung noch möglich gemacht hat.
Inzwischen nochmal Klargestellt, es war eine Haarwurzel.
Fraukie schrieb:Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass anhand von Anhaftungen an dem Spaten nachweisbar war in welcher Tiefe damit gegraben wurde.
Das war bei der Pressekonferenz zur Sprache gekommen.


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Maria Baumer

27.06.2020 um 17:40
Kreuzbergerin schrieb:Der Spaten wurde am 22.05.2012 gekauft und Maria B. wurde wahrscheinlich in der Nacht vom 25. auf den 26.05.2012 getötet.
Der TV hätte also 4 Tage und/oder Nächte Zeit gehabt, ein Grab vorzubereiten.
Ich weiß, man muss nicht so theatralisch sein, aber stell dir das echt mal vor. Du lebst mit deinem Verlobten endlich zusammen, freust dich auf die Hochzeit und der kauft nen Spaten, um dein Grab auszuheben und googelt, wie er dich am effektivsten um die Ecke bringen kann. Und dann fährst du mit ihm zu dem Grillfest und ein paar Meter weiter hat er schon das Loch gebuddelt. Dieser Fall übersteigt echt alles.


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Maria Baumer

27.06.2020 um 21:42
Fraukie schrieb:n einer hohen Dosis haut Lorazepam denjenigen der es einnimmt/verabreicht bekommt wirklich äußerst nachhaltig aus den Latschen.
Das Opfer dann z.B. manuell zu ersticken wäre nicht wirklich schwierig und sehr viel zuverlässiger als bei gleichzeitiger Gabe von Tramadol auf eine tödliche Wechselwirkung zu "hoffen", die tatsächlich eher unwahrscheinlich ist.
@Fraukie

Der Täter könnte jedoch die Kombination von 'Lorazepam plus Tramadol' verwendet haben, weil er darauf spekulierte, sich dadurch ein Erwürgen/Ersticken seines Opfers 'ersparen' zu können, und somit keine forensischen Spuren zu hinterlassen.

Und möglicherweise hat das ja (aus Tätersicht) 'funktioniert' ...


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Maria Baumer

27.06.2020 um 21:50
Es ist mühsam, hier intensiv über Pharmakologie zu diskutieren, insbes. den möglichen Wechselwirkungen. Sofern hier kein Mediziner anwesend ist. Und nicht alle Menschen reagieren gleich auf eine bestimmte Dosis. (Bei mir bspw. schlagen Tramadol und Tizanidin schon in geringen bis mittleren Dosen stark an, andere wirken sehr gering...)

Aber wirklich ein extremer Kriminalfall. Manch sehr gute Krimis sind nur halb so schockierend. Unvorstellbar, was in so einem kranken Hirn vor sich geht.


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Maria Baumer

27.06.2020 um 22:20
Fraukie schrieb:Neulich hab ich eine Kriminaldokumentation gesehen bei der die Täterin zwar mehrere Fehler gemacht hat, aber der Dümmste war, dass sie bei dem Kauf der Reinigungsutensilien zwar dran gedacht hat bar zu zahlen, aber dann hat sie ihre Bonuskarte benutzt.
Immerhin hat sie dadurch bei dem Kauf 34ct gespart.
Geringfügig OT: Du meinst diesen Fall von Medical Detctives: "Habgier und Heimtücke", wo eine Geliebte den reichen Mann umbringt, damit sie das geschenkte Haus behalten kann. Beziehungstaten dieser Art kommen in True-Crime-Dokus ja regekmäßig vor, wahrscheinlich statistisch überrepräsentiert.


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Maria Baumer

28.06.2020 um 06:49
Jetzt berichtet auch bild-online über den bevorstehenden Prozess:

https://www.bild.de/news/inland/news-inland/mordfall-maria-baumer-26-wurde-sie-lebendig-begraben-71543786.bild.html

"Den Sitzungssaal 104 des Re­gensburger Landgerichts kennt Krankenpfleger Christian F. (36) gut: Vor vier Jahren wur­de er hier wegen Kindesmissbrauch zu einer Be­währungsstrafe verurteilt. Nächste Woche wird ihm in diesem Saal Mord vorgeworfen."

"Sein Motiv laut Anklage: Er wollte für eine neue Liebe frei sein. F. soll sich an seinem Arbeitsplatz im Bezirkskrankenhaus Regens­burg in eine Patien­tin (19) verliebt haben. Der Mord habe ihm einen Aus­weg geliefert, um die geplante Hochzeit mit Maria mit 300 Gästen platzen zu lassen und als vermeintlich Trau­ernder endlich sein Humanmedi­zinstudium hinzuschmeißen. Seine Misserfolge habe er jahrelang geheim gehalten."


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Maria Baumer

28.06.2020 um 08:27
Guten Morgen, gibt es das Video von XY (2012) wohl noch irgendwo zu sehen, in dem Christian F. ein Interview gegeben hat?


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Maria Baumer

28.06.2020 um 10:55
@Steppel
Nein es gab lediglich noch einen ZDF Bericht wo ein kurzer Ausschnitt vorkommt, das ist alles was noch bleibt, die XY-Folge wurde wegen den Ermittlungen entfernt. Hier der Link, der Bericht kommt bei 02:50:

https://www.zdf.de/nachrichten/hallo-deutschland/hallo-deutschland-726.html

Übrigens, wer es noch nicht kennt, auch beim BR gab der TV mal ein spektakuläres Interview, der Link anbei: https://www.br.de/mediathek/video/verdacht-war-der-verlobte-maria-baumers-moerder-av:5a3c3d134197220018881798


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Maria Baumer

28.06.2020 um 11:17
Vielen Dank @C.RoCkEfElLeR ich kannte das Interview tatsächlich nicht
Ich hoffe, er legt noch ein Geständnis ab.


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Maria Baumer

28.06.2020 um 11:51
@Steppel
Mit einem Geständnis des Angeklagten kann man nicht rechnen. Danach wäre ihm die Verurteilung wegen Mordes und eine lebenslange Haftstrafe sicher.
emz schrieb:Der Angeklagte behauptet weiterhin, unschuldig zu sein. Lt. seinem Anwalt Haizmann wird er sich im Prozess nicht äußern.
Anwaltlich gut beraten wird er also schweigen und sich die Tat nachweisen lassen. Sachliche und rechtliche Gegenagumente wird er seinem Anwalt überlassen. Mit einer blödsinnigen Alternativgeschichte, die alle Indizien hinwegerklärt, kommt man bestenfalls bei Allmystery weiter, nicht aber vor Gericht.


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Maria Baumer

28.06.2020 um 14:47
Ist Marias Familie mittlerweile eigentlich von der Schuld des Angeklagten überzeugt oder glauben sie immer noch, dass er nichts damit zu tun hat? Ich habe dazu nichts genaueres gefunden.


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Maria Baumer

28.06.2020 um 15:23
Diyana schrieb:Ist Marias Familie mittlerweile eigentlich von der Schuld des Angeklagten überzeugt oder glauben sie immer noch, dass er nichts damit zu tun hat? Ich habe dazu nichts genaueres gefunden.
Da an einigen Stellen zu lesen war, dass die Familie als Nebenkläger am Prozess teilnehmen wird, ist davon auszugehen, dass sie ihre Meinung hierzu geändert hat.
Fraukie schrieb:Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass anhand von Anhaftungen an dem Spaten nachweisbar war in welcher Tiefe damit gegraben wurde.
Ich habe nochmal in die PK vom Dezember reingehört. Hier sagt Staatsanwalt Rauscher, seiner Erinnerung nach handle es sich um eine Tiefe von 30 cm.


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