Slaterator schrieb:Für mich ist diese Diskussion ehrlich überflüssig, so lang andere, nicht weniger fragwürdige Traditionen und Gebräuche nicht ebenfalls hinterfragt werden.
Werde sie das nicht?
Leute die z.B. keine tierischen Produkte konsumieren, oder Leute die schon aus Umweltgründen keinen Weihnachtsbaum kaufen, gibt es IMHO schon. Das Thema wird auch immer wieder generell angesprochen.
Wie du finde ich es auch wichtig, ebenso andere Traditionen zu überdenken (und mache das auch für mich und handele entsprechend).
Um hundertprozentig
Slaterator schrieb:Für mich ist diese Diskussion ehrlich überflüssig, so lang andere, nicht weniger fragwürdige Traditionen und Gebräuche nicht ebenfalls hinterfragt werden.
zu erreichen, müsste man aber x Traditionen auf den Tag genau komplett abschaffen. Ist das realistisch?
Dagegen
Slaterator schrieb:Wer kauft denn einen Baum mit Wurzelballen, der so im eigenen Garten ausgesetzt wird?
dürften IMHO oft schon praktische Gründe sprechen: Kein Garten vorhanden.
(Selbst: Kein Feuerwerk. Auch keine tierischen Produkte, kein Weihnachtsbaum (auch kein künstlicher). Trotzdem nicht spaßbefreit
;))
Sehe das
Slaterator schrieb:Okay. Aber was ist mit Schnellstraßen, Autobahnen, Steingärten ohne Grünzeug, Flughäfen usw.?
auch nicht als unbedenklich. Beim eigenen Konsum habe ich es aber direkt in der Hand (bei obigem könnte ich ggf. etwas anregen). Warum sollte ich etwas kaufen, noch dazu etwas Optionales, das derart schädigt? Dinge bei denen ich es sinnvoller fände es gäbe sie nicht, sie fänden nicht statt kaufe ich persönlich jedenfalls nicht, anstatt es bei "andere kaufen das aber auch", "solange es noch ... gibt" zu belassen und z.B. dann doch den Rollbraten oder die Raketen in den Einkaufswagen zu stecken.
Slaterator schrieb:Tradition ist wichtig. Meiner persönlichen Meinung nach auch diese. Ich kann bei mir auf meinem Balkon sicher keine Drohnenshow anschauen, geschweige denn selber inszenieren. Solche Phantasien haben doch nur Leute mit großem Geldbeutel, die in schicken Altbauwohnungen in der Innenstadt leben und ihre Kinder mit so einem albernen Tesla jeden Morgen lächerliche 200 Meter zur Schule bringen. Okay, war jetzt Klischee. Doch ich denke, die Botschaft ist klar:
Klar kann Tradition etwas Zauberhaftes sein.
Kann man nicht auch ggf. in der Familie etwas Eigenes das in den Kontext passt erfinden?
Ein Beispiel: Bei einer Familie im Ort hat man immer zu Silvester gegen Mitternacht Leute Lampions schwenken gesehen, über mindestens 20 Jahre hinweg. Keine Raketen etc. von deren Grundstück aus zu sehen gewesen. Da wurde wohl bewusst auf Feuerwerk verzichtet. (Kontext: Ärzteehepaar, Umweltschutz-engagiert, sozial engagiert, leider bei manchen als "grüne Baumumarmer" verschrien.)
Eine Drohnenshow kannst du sicherlich nicht privat veranstalten - die Stadt, der Ort könnte sie aber anstatt eines großen Feuerwerks veranstalten. Du hättest aber die Option (nutzt du ggf. auch schon): Allen Feuerwerksmüll wieder wegräumen, nur für drinnen geeignetes Feuerwerk verwenden (Tischfeuerwerk, Knallerbsen), oder etwas wie oben, eine ähnliche (es bleibt: mit Lichtern ins neue Jahr), aber abweichende Tradition in der Familie, im Freundeskreis einführen. Und wenn deine Stadt, dein Ort ein Feuerwerk veranstaltet: anregen, dass beim nächsten Mal etwas anderes stattfindet, wäre möglich. (Doch, es gibt Städte, die sich für andere Veranstaltungen entscheiden, z.B. Drohnenshow, Konzert.)
Obiges hast du als Klischee gekenntzeichnet, aber auch ich (sowie mein Mann, also auch eine Person in der Familie die potenziell Feuerwerk kaufen könnte aber das nicht tut) fallen "trotz" obiger Überlegungen gar nicht in die Kategorie:
Früher sehr schmaler Geldbeutel, jetzt okay aber kein dicker; zur Miete in durchschnittlicher Wohnung; kein Auto sondern zu Fuß, Bus, Fahrrad (ganz schödes; kein edles Teil wie Lasten-e-Bike) unterwegs; und vom Typ öfter gefragt zu werden "echt, ihr geht die Strecke?". Kinder nicht vorhanden.