Rerun schrieb:Die Niederländer gehen den umgekehrten Weg und schaffen die weiblichen Begriffe ab. Sie sagen ganz bewußt "Sie ist Arzt", denn nur das könnte das Bild, dass Frauen keine Ärzte sein können, tatsächlich eliminieren.
Finde ich sehr vernünftig.
Rerun schrieb:Das Gendern im Deutschen hingegen schafft das Gegenteil. Es manifestiert, dass Frauen keine Ärzte sein können, sondern nur Ärztinnen. Man erzeugt damit erst, was man angeblich bekämpfen möchte
jetzt wo du es sagst - ja, klingt einleuchtend - der Fokus wird dadurch viel zu sehr auf die Geschlechtertrennung gerichtet.
Rerun schrieb:Dass die Genderaktivisten der Uni Würzburg es mal wieder nicht richtig hinbekommen, ist schon wieder unfreiwillig komisch:
"In ihrer Studie haben die beiden Sozialpsychologen zwei Experimente mit jeweils 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – alles deutsche Muttersprachler – durchgeführt."
Da kommen sie selber ohne das generische Maskulinum, dass sie so dringend bekämpfen wollen, nicht aus. Das generische Maskulinum ist die einzige Art im Deutschen tatsächlich geschlechtslose und generische Aussagen zu treffen
genau, wie inkonseqent die doch sein können
:)
Bone02943 schrieb:Man könnte fast denken, dass ganze ist für einige hier eine echte Glaubensfrage
aber halt nich einseitig, sondern wenn schon ists für Beide Seiten eine Glaubensfrage.
;) Nun sagt die andere Seite halt: "wir haben ja Studien".
Was jedoch Studien besagen können (hinsichtlich was Sprache implizieren kann) sieht man an diesem Beispiel:
Noumenon schrieb:Würden wir dieselbe Methode mit anderen Kategorien anwenden, etwa Hautfarbe oder Alter, würden wir auch feststellen, dass viele Menschen sich bei "der Arzt" eher eine hellhäutige oder eine ältere Person vorstellen, aber nur wenige Menschen an eine junge und dunkelhäutige Person denken. Das heißt aber nicht, dass Sprache diese Gruppen ausschließt, sondern dass gesellschaftlich geprägte Stereotype wirken, egal ob es dafür ein eigenes grammatisches System gibt oder nicht
->
"Würden wir dieselbe Methode mit anderen Kategorien anwenden, etwa Hautfarbe ... würden wir auch feststellen, dass viele Menschen sich bei "der Arzt" eher eine hellhäutige ... vorstellen"
-> dies bei uns, jedoch in manch anderen Ländern dann entsprechend keine hellhäutige Menschen.
Daran schon alleine sieht man doch, dass die Vorstellungen nicht so sehr von der Sprache geprägt werden, sondern vom Umfeld und das was der Mensch für Sinneseindrücke in seinnem Leben bekommt.
Ergo, kann Gedern gar nicht so viel bewirken, wie sich vielleicht so manche Befürworter erhoffen (alles natürlich meine eigenen Schlussfolgerungen und mein Glaube
;) ).
In diesem Sinne:
Noumenon schrieb: dass gesellschaftlich geprägte Stereotype wirken, egal ob es dafür ein eigenes grammatisches System gibt oder nicht