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Gendern zur Pflicht machen?

14.866 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Menschen, Weiblich, Transgender ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Gendern zur Pflicht machen?

07.08.2025 um 21:43
@jorkis
@Interested


Es geht auch nicht darum wer am Ende welchen Beruf ergreift. Es geht darum aufzuzeigen, dass die Sprache in unseren Köpfen, bzw. in diesem Fall den Köpfen der Kinder, etwas ausmacht.
Es macht eben einen Unterschied ob nur maskuline Bezeichnungen verwendet werden oder aber gegendert wird.


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Gendern zur Pflicht machen?

07.08.2025 um 21:46
Zitat von AniaraAniara schrieb:Wo werden Frauen systematisch benachteiligt?
Beim Gehalt, in der Rente, bei noch immer nicht selten vorherschenden Rollenbildern in die Frauen gepresst werden,...
Sind ja nicht alle so aufgeklärt, dass Frauen als völlig Gleichberechtigt gelten.


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Gendern zur Pflicht machen?

07.08.2025 um 21:47
Zitat von soomasooma schrieb:Das gilt aber geschlechterübergreifend.
Natürlich. Das wollte ich damit auch nicht absprechen. Aber es gibt nunmal echt Jobs, die können Frauen nicht so easy stemmen. Die würden sie auch nicht stemmen können, wenn die Bezeichnung anders wäre. Hierbei sind Berufe gemeint, die wirklich viel körperliche Kraft erfordern.
Zitat von Bone02943Bone02943 schrieb:Es geht auch nicht darum wer am Ende welchen Beruf ergreift. Es geht darum aufzuzeigen, dass die Sprache in unseren Köpfen, bzw. in diesem Fall den Köpfen der Kinder, etwas ausmacht.
Es macht eben einen Unterschied ob nur maskuline Bezeichnungen verwendet werden oder aber gegendert wird.
Ich hab das heute dargelegt, wie es bei mir war und bin überzeugt, dass es Abertausenden, wenn nicht Millionen so geht. Wir reden ja nicht allgemein über den Wandel der Sprache.
Dass es eben keine Rolle spielt - wenn du ihnen das nur oft genug einredest, dass es eine spielt, dann mögen sie es glauben. In meiner Kindheit gab es das nicht und ich hab trotzdem geschnallt, was Phase ist. Warum willst du das Kindern heutzutage absprechen?


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Gendern zur Pflicht machen?

07.08.2025 um 21:49
Zitat von InterestedInterested schrieb:In anderen Ländern ergreifen mehr Frauen diese Berufe, ohne dass sie ihnen durch die weibliche Bezeichnung erst schmackhaft gemacht werden müssen.
Da gibt es die weibliche Bezeichnung oft gar nicht. Tut mir dann auch inne Augen weh, wenn im Deutschen z. B. aus dem "designer" die Designerin wird.
Zitat von AniaraAniara schrieb:Wo werden Frauen systematisch benachteiligt?
Beim Gehalt zum Beispiel.


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Gendern zur Pflicht machen?

07.08.2025 um 21:49
Zitat von InterestedInterested schrieb:Ich hab das heute dargelegt, wie es bei mir war und bin überzeugt, dass es Abertausenden, wenn nicht Millionen so geht. Wir reden ja nicht allgemein über den Wandel der Sprache.
Dass es eben keine Rolle spielt - wenn du ihnen das nur oft genug einredest, dass es eine Spielt, dann mögen sie es glauben. In meiner Kindheit gab es das nicht und ich hab trotzdem geschnallt, was Phase ist. Warum willst du das Kindern heutzutage absprechen?
Warum willst du die Ergebnisse der Studie in Frage stellen und glaubst das deine vermeintlichen Kindheitserfahrungen auf alle zutreffend wären?
Ist ein bisschen abgehoben wenn du mich fragst. Ich denke mal die unterschiedlichen Antworten wird sich die freie Universität Berlin nicht ausgedacht haben. Aber wenn du belegen kannst, dass diese Studie falsch ist, bitte.


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Gendern zur Pflicht machen?

07.08.2025 um 21:51
Zitat von InterestedInterested schrieb:Natürlich. Das wollte ich damit auch nicht absprechen. Aber es gibt nunmal echt Jobs, die können Frauen nicht so easy stemmen. Die würden sie auch nicht stemmen können, wenn die Bezeichnung anders wäre. Hierbei sind Berufe gemeint, die wirklich viel körperliche Kraft erfordern.
Aber halt auch nicht alle Männer schaffen das. :shrug:


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Gendern zur Pflicht machen?

07.08.2025 um 21:52
@Bone02943

Ich habe nicht von allen gesprochen!

Warum brauch ich ne Studie, wenn die Realität irgendwo da draußen ist?
Zitat von soomasooma schrieb:Aber halt auch nicht alle Männer. :shrug:
Sagt ja auch niemand. Darum sprach ich von Fähigkeiten, die man haben muss oder nicht. Geschlechtsunabhängig.


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Gendern zur Pflicht machen?

07.08.2025 um 21:53
Zitat von Bone02943Bone02943 schrieb:Beim Gehalt
Ich habe noch nie einen geschlechterspezischen Unterschied bei Stellenangeboten gesehen. Evtl sollten sich mal einige Frauen mehr trauen bei Gehaltsverhandlungen.
Zitat von Bone02943Bone02943 schrieb:Warum willst du die Ergebnisse der Studie in Frage stellen
Weil es genügend andere Erklärungen gibt als das Gendern.


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Gendern zur Pflicht machen?

07.08.2025 um 21:53
Zitat von InterestedInterested schrieb:Warum brauch ich ne Studie, wenn die Realität irgendwo da draußen ist?
Weil deine Erfahrungen und was du glaubst nicht unbedingt "die Realität" wiederspiegeln.
Ich will dir deinen Glauben und die Erfahrungen aber auch nicht absprechen.


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Gendern zur Pflicht machen?

07.08.2025 um 21:55
Zitat von AniaraAniara schrieb:Weil es genügend andere Erklärungen gibt als das Gendern.
Wenn diese Unterschiede immer wieder und gleichbleibend auftreten wenn gegendert wird oder nicht gegendert wird, dann liegt es wohl doch am gendern.


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Gendern zur Pflicht machen?

07.08.2025 um 21:55
Zitat von Bone02943Bone02943 schrieb:Es geht auch nicht darum wer am Ende welchen Beruf ergreift. Es geht darum aufzuzeigen, dass die Sprache in unseren Köpfen, bzw. in diesem Fall den Köpfen der Kinder, etwas ausmacht.
Es macht eben einen Unterschied ob nur maskuline Bezeichnungen verwendet werden oder aber gegendert wird
Naja, das Sprache einen Einfluss auf unsere Denken hat, ist ja klar. Aber die Frage, ob "Gendern" wirklich in sofern Sinn ergibt, weil sich dann plötzlich mehr Mädchen für männlich dominierte Berufe entscheiden, ob dann plötzlich Frauen "sichtbarer" werden etc. ist ja nochmal eine sehr viel konkretere. Das wolltest du ja mit deiner verlinkten Studie belegen.
Zitat von Bone02943Bone02943 schrieb:Beim Gehalt, in der Rente, bei noch immer nicht selten vorherschenden Rollenbildern in die Frauen gepresst werden,...
Sind ja nicht alle so aufgeklärt, dass Frauen als völlig Gleichberechtigt gelten.
Mal als Beispiel. Der bereinigte Gender-Pay-Gap (6%) ist sicherlich nicht nur auf Diskriminierung zurückzuführen sondern hat unterschiedliche Erklärungen, z.B. häufigere Unterbrechungen aufgrund von Kindererziehungszeit, Fokus auf den Job/Anzahl der Überstunden usw. Und vorherrschende Rollenbilder, die genau das beeinflussen, gereichen mitunter auch Männern zum Nachteil, die eine wesentlich geringere Lebenserwartung haben dadurch.

Das sind alles Dinge, die man angehen sollte. Lässt sich aber schwerlich nur auf eine einseitige systematische Benachteiligung runterbrechen - weil es doch komplexe Einflussfaktoren sind..


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07.08.2025 um 22:00
Zitat von soomasooma schrieb:Tut mir dann auch inne Augen weh, wenn im Deutschen z. B. aus dem "designer" die Designerin wird.
Na das ist doch kein so großes Problem. Im Italienischen il designer, la designer, Plural i designer, le designer :) Oder lo stilista, la stilista :)
Nur bitte kein direttore:trice :D i:le direttori:trici :D das wird auch nicht kommen :D


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07.08.2025 um 22:02
Zitat von Bone02943Bone02943 schrieb:Wenn diese Unterschiede immer wieder und gleichbleibend auftreten
Ja, aber die Kinder leben nicht alle immer unter laborbedingungen, oder? Abgeschottet von anderen Einflüssen...


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Gendern zur Pflicht machen?

07.08.2025 um 22:02
@Bone02943

Also warst du selbst ein Kind, welches Berufe explizit Geschlechtern zugeordnet hat? Hattest du also nur männl. Lehrer? Hast du gedacht, wenn du ins Lehrerzimmer musstest, dass dort nur Männer sitzen? Bist du schreiend davongelaufen, als eine Ärztin durch die Tür kam, wenn du zum Arzt musstest und nicht entsprechend deiner Erwartung einen Mann anzutreffen?
Wird eine Busfahrerin anders ausgebildet als ein Busfahrer?
Wird eine Soldatin anders ausgebildet als ein Soldat? Warum glaubst du, dass die Bezeichnung ausschlaggebend dafür ist, welchen Beruf ein Kind mal viele Monde später egreifen wollen würde?

Wieso traust du heutigen Kindern nicht zu, so helle zu sein? Warum wird ihnen das krampfhaft eingeredet? Warum wird das so politisiert obwohl es immer mehr Frauen in Männerberufen gibt. Hat das nicht mehr was mit der Entwicklung insgesamt zu tun und dass es viele Frauen gibt, die nicht dem typischen, tradiierten Bild entsprechen? Die auch erstmal was werden und arbeiten wollen, als sofort ein Kind zu kriegen?

Zig meiner Akademikerfreundinnen haben übrigens genau das getan, studiert, Kind bekommen, zuhause geblieben. Weiß der Geier warum - obwohl sie ganz andere Ziele hatten und auch die Möglichkeiten.

Das sind Entwicklungsprozesse, die aber nichts mit der Bezeichnung eines Berufes zu tun haben.


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07.08.2025 um 22:03
@Fellatix
Wär' mir recht!

Ich bin auch an die Mond und der Sonne gewöhnt :D


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08.08.2025 um 02:21
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Das generische Maskulinum ist keine geschlechtsspezifische, sondern eine grammatische Form, die bei vielen Personen- und Funktionsbezeichnungen abstrahiert vom biologischen Geschlecht verwendet wird. Es meint nicht Männer im Gegensatz zu Frauen, sondern eigentlich gar kein biologisches Geschlecht und bezeichnet daher bspw. auch eine Rolle, Funktion oder Rechtsstellung, unabhängig davon, von wem oder was sie ausgefüllt wird. Das zeigt sich besonders bei Begriffen wie Mieter, Kunde, Veranstalter, Anbieter, Rechtsinhaber, Betreiber, Träger, Vertragspartner, Eigentümer, Arbeitgeber, Produzent, Hersteller oder Gesetzgeber, die selbstverständlich auch juristische Personen (bspw. Firmen, Verbände, Behörden, Gemeinden, Institutionen usw.) bezeichnen können, ohne dass jemand auf die Idee käme, ihnen ein "männliches" Geschlecht zuzuschreiben. Die Vorstellung, Frauen seien darin nur "mitgemeint", verkennt den abstrakten und geschlechtsneutralen Charakter dieser Begriffe bzw. des generischen Maskulinum.
Zitat von Bone02943Bone02943 schrieb:Aber kommt das ganze nicht aus einer von Männern dominierten Welt?
Vertragspartner, Rechteinhaber, Eigentümer, Arbeitgeber, Hersteller,... waren in aller Regel Männer.
Frauen durften damals doch erst gar keine(oder nur ganz selten) solchen Berufe ausüben und schon gar keine Vertragspartner oder Rechteinhaber sein.Diese ganze der Arzt, der Unternehmer,.... kommt doch noch aus einer Zeit, in der Frauen in diesen Berufen nicht anwesend waren und dementsprechend waren damit schon damals Männer gemeint.
Sicher, viele dieser Berufs- und Funktionsbezeichnungen stammen aus einer Zeit, wo die entsprechenden Rollen überwiegend von Männern ausgefüllt wurden. Das war aber in nahezu allen Kulturen und Sprachen ähnlich. Nur weil bspw. Berufe wie blacksmith, baker, tailor, farmer früher vor allem von Männern ausgeübt wurden, heißt das nicht, dass die Wörter selbst ausschließlich Männer bezeichnen würden. Genauso wie Amtsbezeichnungen in anderen Kontexten nicht automatisch nur Angehörige einer bestimmten Ethnie (bspw. Weiße) meinen, nur weil sie historisch überwiegend von diesen bekleidet wurden. Das generische Maskulinum hat sich sprachhistorisch als eine grammatische Form etabliert, die in erster Linie eine Rolle oder Funktion bezeichnet, unabhängig davon, ob sie von einem Mann, einer Frau oder einer juristischen Person ausgefüllt wird.
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Noch so'n Ammenmärchen. Berufe wie Apotheker, Stenograph, Schneider, Florist, Friseur uvm. haben einen Frauenanteil von über 80-90%. Die faktische Berufswahl wird von ziemlich vielen Dingen beeinflusst, aber am allerwenigsten davon, in welchem grammatikalischen Geschlecht die Berufsbezeichnung steht.

Viele Sprachen der Welt kommen übrigens ganz ohne grammatisches Geschlecht aus, dennoch existieren dort geschlechterbezogene Stereotype und gesellschaftliche Ungleichheiten oft genauso stark oder sogar noch viel stärker als im Deutschen.
Zitat von Bone02943Bone02943 schrieb:Das funktioniert, wenn es sich um Berufe handelt die typischerweise Frauen zugesprochen werden. Bei anderen haben diese Studien anderes zu Tage gebracht. Ich sage ja auch nicht, dass die Sprache der einzige Grund dafür ist. Es ist nur ein Baustein unter vielen.
Richtig, Sprache kann durchaus ein Faktor sein, aber eben nur einer unter vielen und offenbar auch alles andere als entscheidend. Wie gesagt: Selbst in Sprachen ohne grammatisches Geschlecht, wie Finnisch, Türkisch oder Chinesisch, finden sich klare geschlechterbezogene Berufsbilder und erhebliche Ungleichheiten. In Finnland etwa, trotz fehlender Genusunterscheidung, sind Berufe wie Krankenpflege oder Grundschullehramt stark weiblich dominiert, während Ingenieurwesen oder IT-Fachrichtungen überwiegend männlich besetzt sind. In Japan, ebenfalls ohne grammatisches Geschlecht, liegt der Frauenanteil in Führungspositionen im internationalen Vergleich sehr niedrig. Das zeigt, dass solche Stereotype und strukturellen Unterschiede in erster Linie durch gesellschaftliche, kulturelle und ökonomische Rahmenbedingungen entstehen, nicht durch die grammatische Form der Berufsbezeichnung.
Zitat von Bone02943Bone02943 schrieb:Wir leben einfach noch immer in einer männerdominierten Welt und Frauen haben dadurch Nachteile, wie höhere Risiken bei einem Unfall oder der Einnahme von Medikamenten. Ob das Gendern etwas verbessert kann ich nicht sagen. Aber es bringt auch solche Themen an die Oberfläche, über die sich viele sonst wohl nicht unterhalten hätten.
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Wir könnten auch über die unterschiedliche Lebenserwartung zwischen Männern und Frauen sprechen. Über die ungleiche Verteilung bei Suizidraten, Obdachlosigkeit, Drogenkonsum, Arbeitsunfällen oder bei dem Risiko, in die Kriminalität abzurutschen...

Du zeichnest ein nachweislich einseitiges und falsches Bild der Gesellschaft, wo angeblich und vor allem Frauen im Nachteil seien. Und das halte ich für ziemlich gefährlich.
Zitat von Bone02943Bone02943 schrieb:Die Frage wäre warum Jungen öfter scheitern. Am Gendern liegt es ja scheinbar nicht.
Stimmt, am Gendern liegt es wahrscheinlich nicht. Genau deshalb sollten wir uns fragen, welche gesellschaftlichen, wirtschaftlichen oder kulturellen Faktoren tatsächlich dafür sorgen, dass Jungen in vielen Bereichen scheitern und Frauen in anderen benachteiligt sind.

Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:und warum ist es ein Maskulinum? DARUM geht es doch. Kann man aber nach Jahren der Diskussion immer noch ignorieren.....warum wird den das maskuline Genus verwendet, wenn alle Geschlechter gemeint sind?
Das ist doch aber eigentlich bekannt. Das Maskulinum hat sich historisch als Standardform etabliert, weil es in den indogermanischen Sprachen ursprünglich aus der unmarkierten Grundform für belebte Wesen hervorging, während das Femininum als davon abgeleitete Form gebildet wurde, um rein weibliche Gruppen oder Personen zu "markieren" bzw. sprachlich sichtbar zu machen.
Als sich diese grammatische Unterscheidung herausbildete, herrschten in den frühen Entwicklungsphasen der indogermanischen Sprachen (ca. 4000–2500 v. Chr.) außerdem gesellschaftliche Strukturen vor, in denen die öffentliche Sphäre (Politik, Recht, Krieg) vor allem stark männlich dominiert war. Das wiederum begünstigte die Verwendung des unmarkierten Maskulinums zur Sammelform für gemischte Gruppen und damit zu einer grammatischen Norm, während das Femininum formal markiert blieb und vor allem für weibliche Personen verwendet wurde, um diese sprachlich klar sichtbar zu machen.

Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb am 04.08.2025:Streng genommen ist selbst "Kochende" Unsinn, weil dies nur zutrifft, wenn dieser Mensch just in diesem Moment der Nennung, kocht.
Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Naja, es gibt durchaus auch einige klassische und etablierte Partizipien im Deutschen, die nicht aus der Gendersprache stammen, sondern sprachhistorisch und grammatikalisch gewachsen sind, etwa: Auszubildende, Anwesende, Protestierende, Reisende, Verantwortliche, Interessierte, Verstorbene, Überlebende, Beteiligte, Betroffene uvm.
Zitat von ToxidToxid schrieb:Streng genommen setzen diese Partizipien ja die Gegenwärtigkeit voraus. Ich nenne einen Anwesenden ja nur so, wenn er auch anwesend ist. Deswegen passte das vorher schon grob mit den Partizipien.
Ich will da eigentlich nicht zu sehr ins Detail gehen, aber mit deiner Begründung wäre dann ja bspw. Radfahrende, Fußgehende, Schwimmende, Rauchende usw. völlig in Ordnung - und in diversen Situationen halt auch Kochende. Das Pro & Contra in Bezug auf Partizipien sollte meines Erachtens aus anderen Blickwinkeln beurteilt werden als allein aus dem Blickwinkel, ob es dabei um einen Ausdruck von gleichzeitigem oder gegenwärtigem Handeln geht. Ein "Problem" mit den Partizipien hatte ich ja zu Beginn meines ursprünglichen Beitrages schon angedeutet, weshalb deren inflationärer Gebrauch aus allein sprachpolitischen Gründen mehr als fragwürdig ist.

Zitat von NoumenonNoumenon schrieb:Nein, Kinder orientieren sich nicht primär am grammatischen Geschlecht eines Begriffs, sondern an gesellschaftlich vermittelten Bildern und Stereotypen, die sie durch Beobachtung, Erzählung und Medieneinfluss aufgenommen haben, weshalb ein Kind in einer von hellhäutigen Menschen dominierten Kultur bspw. auch eher einen hellhäutigen Arzt zeichnen würde, als etwa ein Kind in einer von dunkelhäutigen Menschen dominierten Kultur. Wie Kinder sich Berufe bzw. Personen vorstellen, hängt vielmehr von ihrem Umfeld, ihrem Medienkonsum, ihren Vorbildern und Erzählungen ab als von grammatischen Regeln, die sie sowieso erst noch mühsam erlernen müssen.
Zitat von Cleo13Cleo13 schrieb:Auch korrekt. - Wobei das Beispiel mit hell- und dunkelhäutig natürlich gewaltig hinkt. Aber siehe oben: Wenn es noch keine Erfahrungen oder gleichermaßen Erfahrungen mit beiden Geschlechtern hat, wird es sich an den Artikel halten.

Ich wusste bereits als Kind, dass es weibliche Hunde und männliche Katzen gibt. Die erste Katze, die ich kennenlernte, war ein Kater. Wie erklärt es sich dann, dass all meine Plüschhunde männliche und die Plüschkatzen weibliche Namen hatten, wenn nicht aufgrund des Artikels? Ich finde das sehr bezeichnend!
Dein Beispiel mit den Plüschtieren ist zunächst nur anekdotisch und zeigt allenfalls auch nur einen Spezialfall: Fehlen Kindern eigene Erfahrungen oder prägende Vorbilder, kann der Artikel eine erste, provisorische Orientierung bieten. Das ändert aber nichts daran, dass langfristig das Umfeld, Medien, Vorbilder und Erzählungen weit mehr Einfluss haben, was eben auch genau mein Punkt war. Sobald andere Einflüsse ins Spiel kommen, wird die anfängliche "Artikel-Logik" schnell durch real erlebte oder medial vermittelte Rollenbilder ersetzt.
Zitat von Cleo13Cleo13 schrieb:@Bone02943 schrieb nicht, dass es hier um die faktische Berufswahl, sondern um Fragen nach Berufswünschen von Kindern geht. Das ist ein himmelweiter Unterschied!
Dein Ernst?! @Bone02943 geht es um die Berufswünsche von Kindern, prima. Und mir geht es um die faktische Berufswahl als Erwachsener. Und was denkst du, was wohl entscheidender für den Lebenslauf sein dürfte? Wenn wir gesellschaftliche Entscheidungen danach ausrichten wollen, was Kinder mal eben so als Berufswunsch nennen, können wir auch gleich Superheld, Prinzessin, Superstar und Geisterjäger als staatlich anerkannte Ausbildungsberufe einführen. Entscheidend ist nicht, was ein Sechsjähriger in einer Befragung sagt, sondern was Menschen am Ende tatsächlich beruflich tun. Und das hängt von ganz anderen Faktoren ab als vom Artikel vor einer Berufsbezeichnung. Der Berufswunsch im Kindesalter ist in der Regel eh ziemlich flüchtig, wird stark von Fantasie, medialen Narrativen, Stars oder spontanen Eindrücken geprägt, nicht von einer fundierten Auseinandersetzung mit dem Berufsbild selbst. Für die gesellschaftliche Realität ist viel entscheidender, welche Berufe Menschen tatsächlich ergreifen, und diese Entscheidung hängt nachweislich von einer Vielzahl komplexer Faktoren ab: Bildungsweg, familiärer und sozialer Hintergrund, ökonomische Rahmenbedingungen, persönliche Interessen, Stärken, Fähigkeiten uvm. - im Vergleich dazu dürfte der Einfluss der grammatischen Form einer Berufsbezeichnung auf die tatsächliche Berufswahl verschwindend gering sein.


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08.08.2025 um 10:37
zur Info:
Mitgemeint gleich mitgedacht? Neue Studien zum generischen Maskulinum
12.03.2024
Das generische Maskulinum betont in der Regel die männliche Seite. Daran ändert auch der Hinweis nichts, dass selbstverständlich alle Geschlechter gemeint seien. Das zeigt eine neue Studie Würzburger Psychologen.
Quelle: https://www.uni-wuerzburg.de/aktuelles/pressemitteilungen/single/news/generisches-maskulinum/
Reminding May Not Be Enough: Overcoming the Male Dominance of the Generic Masculine
Quelle: https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0261927X241237739
Die Ergebnisse dieser beiden Experimente zeigen deutlich: Mehrheitlich führte das generische Maskulinum bei den Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern dazu, dass sie damit eher Männer assoziierten als Frauen. Dieses Ungleichgewicht verschwindet bei entsprechenden kontextuellen Hinweisen – wie im Beispielsatz oben, wenn von „Anzügen und Kleidern“ die Rede war. Jedoch genügte die Betonung der generischen Intention durch das Zirkumflexzeichen nicht, um das „männerlastige“ Bild zu korrigieren.

„Das bloße Wissen über die generische Bedeutung reicht also nicht aus, um asymmetrische Geschlechterrepräsentationen auszugleichen“, lautet denn auch das Fazit der beiden Autoren. Ihrer Meinung nach sei ein tieferes Verständnis der zugrundeliegenden psychologischen Prozesse entscheidend, um die laufende wissenschaftliche und gesellschaftliche Debatte voranzubringen.
Quelle: s.o.


wenn also sogar Erwachsene eher Männer bei Verwendung des GM assoziieren, dann soll das bei Kindern anders sein :ask:


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Gendern zur Pflicht machen?

08.08.2025 um 11:10
Diesen Bias gibt es im Englischen oder Niederländischen genauso. Es sind langfristige Realitäten, die diese Bilder bestimmen und nicht die Sprache. Dass es anders wäre, kann keine dieser Studien belegen. Und selbst, wenn man diese Assoziationen als gegeben und sprachlich induziert annimmt, ist noch überhaupt nicht gesagt, dass das Gendern eine adäquate Lösung für dieses Problem wäre. Die Niederländer gehen den umgekehrten Weg und schaffen die weiblichen Begriffe ab. Sie sagen ganz bewußt "Sie ist Arzt", denn nur das könnte das Bild, dass Frauen keine Ärzte sein können, tatsächlich eliminieren. Das Gendern im Deutschen hingegen schafft das Gegenteil. Es manifestiert, dass Frauen keine Ärzte sein können, sondern nur Ärztinnen. Man erzeugt damit erst, was man angeblich bekämpfen möchte.

Dass die Genderaktivisten der Uni Würzburg es mal wieder nicht richtig hinbekommen, ist schon wieder unfreiwillig komisch:
In ihrer Studie haben die beiden Sozialpsychologen zwei Experimente mit jeweils 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – alles deutsche Muttersprachler – durchgeführt.
Da kommen sie selber ohne das generische Maskulinum, dass sie so dringend bekämpfen wollen, nicht aus. Das generische Maskulinum ist die einzige Art im Deutschen tatsächlich geschlechtslose und generische Aussagen zu treffen.


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08.08.2025 um 11:50
@Tussinelda
Ernsthaft, was soll der Müll?! Warum fragst du die Probanden nicht auch mal, ob sie sich bei "Arzt" bspw. eher weiße oder eher schwarze Menschen vorstellen?!


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Gendern zur Pflicht machen?

08.08.2025 um 11:52
Zitat von RerunRerun schrieb:Es manifestiert, dass Frauen keine Ärzte sein können, sondern nur Ärztinnen. Man erzeugt damit erst, was man angeblich bekämpfen möchte.
Was für ein Unsinn. :D

@Tussinelda

Ich habe keine Ahnung, warum du hier Studien einstellst, die nicht von allmy- Gender-Gegner*innen erstellt wurden.
Es ist doch bekannt, dass nur Gender-Gegner*innen gute und richtige Studien designen können.


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