Tussinelda schrieb:Du negierst einfach mal das Patriarchat und die damit verbundene Sprachentwicklung.
Ich negiere doch gar nicht "das" oder irgendein "Patriachart".
Tussinelda schrieb:Auch wenn es nicht "Bäcke" wäre, es wäre aber, hätten Frauen den Beruf ausüben können, eine andere Bezeichnung als Bäcker, männlich.
Das ist hoch spekulativ. Da mMn Bäcker eben der weibliche und der männliche Bäcker sein kann, verstehe ich nun deine Partiarchatdebatte nicht.
Willst du behaupten wenn die Aufgabe des Backens von Frauen über Generationen ausgeübt worden wäre, hätte sich nicht Bäcker sondern Bäckin daraus einwickelt? Wir können ja gern Wortsport betreiben, aber deiner Argumentation kann ich nur folgen wenn ich davon ausgehen würde, Bäcker ist zwingend begrenzt auf männliche "Tätige/Arbeiter". Bäcker ist für mich genauso neutral wie Backende.
Aber des Streites wegen kann man sicher Wörter zur binären Geschlechterzuordnugn ohne Notwendigkeit zwingen.
Das Wort Bäcker stammt vom althochdeutschen beckeri (12. Jh.) und mittelhochdeutschen becker ab, was ursprünglich
jemanden bezeichnet, der Brot und ähnliche Teigwaren herstellt. Der Begriff ist eng mit der Wurzel *bhē-/*bhō- (wärmen, rösten) und dem Verb bähen (rösten/backen) verbunden.
Ursprung: Das Wort leitet sich von der Tätigkeit des Backens ab, ursprünglich als baecere (altenglisch) mit der Bedeutung "mit Hitze trocknen".
Regionale Unterschiede: Im Mittelalter war Bäcker eher eine nord-/mitteldeutsche Bezeichnung, während im süddeutschen Raum oft die Bezeichnung Pfister (aus dem Lateinischen pistor = Müller/Bäcker) üblich war.
Entwicklung: Das Handwerk, das Brot backt, entwickelte sich im Mittelalter, als sich Bäcker zu Zünften zusammenschlossen.
Quelle: WWW Recherche und eigene Zusammenfassung aus mehreren Quellen
Es wird auch hier vergessen, das Wort-Ursprünge oft älter sind als aktuelle Sprache. "Das Deutsch" welches wir lernen und kennen, gab es zu den Zeiten der eigentlichen Wortursprünge und Wortableitungen einfach nicht in der Form. Unser Deutsch ist deutlich jünger als unseren Sprachursprünge und grammatikalische Ursprünge.
Tussinelda schrieb:Kann man schon daran sehen, dass typische Frauenberufe Bezeichnungen hatten, die kein männliches Pendant hatten. Hebamme.
Halbwahrheit. Wenn überhaupt. Die Beamme stammt von der Hev(i)anna ab. Hev = heben/aufheben/aufnehmen und anna ist die Ahnin oder Großmutter. Also ist die Hebamme die Großmutter die das Neugeborene aufhebt. Die Hebamme war also ursprünglich kein Beruf an sich sondern eine Traditon der Familien, dass die erfahrene Großmutter oder Frau der Familie bei der Geburt geholfen hat und das Kind unterstützend empfangen hat.
Hebamme hat also mal gar nichts mit einem Patriarchat zu tun, sondern mit Tradition, Umsorgung und Erfahrung.
Tussinelda schrieb:Oder daran, wie das Prestige eines Berufs leiden kann, wenn er weiblich wird. Sekretär/Sekretärin. Ein Sekretär war ein Mann in einer angesehenen Stellung, ein Geheimnisträger, Vertrauter....eine Sekretärin war die Vorzimmerdame, die "Tippse", die den Kaffee reicht.
Das scheint aber an der Auffassung oder Einstellung zu liegen nicht grundsätzlich an der Gesellschaft so wie du das pauschal hier äußerst.
Im übrigen hole ich mir meinen Kaffee seit über 20 Jahren selbst, falls du die Kaffeebringende sein solltest, ist das schlecht für dich, aber gehört hier nciht hin.