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Gendern zur Pflicht machen?

15.681 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Menschen, Weiblich, Transgender ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Gendern zur Pflicht machen?

15.04.2026 um 17:13
Zitat von RerunRerun schrieb:Unsere normale Sprache als rechts zu framen ist wirklich das hilfloseste, was es gibt und auch der Grund, warum immer mehr Menschen sagen, na dann bin ich halt rechts. Diese Art von Framing ist sowas von belanglos und offensichtlicher Unsinn, dass man sich fragen muss, warum dir das nicht peinlich ist.
Die "Nazi-Keule" bzw. der Vorwurf, man sei doch "Rääächts" kommt hier tatsächlich recht oft, wenn man anderer Meinung ist. Da wird auch berechtigte Kritik gerne mit "abgebügelt".


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Gendern zur Pflicht machen?

15.04.2026 um 18:10
Zitat von aliM.aliM. schrieb am 11.04.2026:Es geht um akademisch angerührten Klamauk der Genderwissenschaften, überstudierte Nervensägen und psychisch labile Exoten.
@Groucho
ich hoffe du hast dich nicht persönlich angegriffen gefühlt !


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Gendern zur Pflicht machen?

15.04.2026 um 18:57
@aliM.

Ich zumindest nicht, obwohl ich deine Aussage als einen extrem ideologie getriebenen Kulturkampf betrachte.


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Gendern zur Pflicht machen?

15.04.2026 um 19:06
Als ich jung und politisch engagiert war, vor 30 Jahren, verwendete ich selbstverständlich das "Binnen-I". "LehrerInnen", "RichterInnen", "ÄrztInnen". Manchmal gab es statt des "I" auch ein "!"

Zu diesen Zeiten waren in meiner Heimat Schulrektoren immer Männer, auch wenn 80% des Kollegiums Lehrerinnen waren. Ärztinnen waren noch die Ausnahme, wenn, dann waren sie zumeist Frauen- und Augenärztinnen. Richterinnen hatten schon Seltenheitscharakter und Professorinnen waren absolut exotisch.

Schrieb man (damals "mensch") von "ProfessorInnen" dann führte das sofort zu einem Ruck: "Professorinnen" - gab es das überhaupt? Der Senat der hiesigen Universität bestand damals - bis auf die Frauenbeauftragte - aus Männern. Meine Professoren: Alle Männer. Obwohl die Zahl der Studentinnen über der Hälfte lag.

Das Binnen-I hatte Appellcharakter, war Provokation, wies auf Missstände hin, forderte mehr weibliche Beteiligung. Vom "Gendern" sprach noch niemand. Das "generisches Maskulinum" war ein Fremdwort. Es gab deshalb auch keine ideologischen Grabenkämpfe. Das "I" kennzeichnete politische Begriffe. Es ging überhaupt nicht darum, in jeder getexteten Personenbezeichnung ein "I" unterzubringen oder die weibliche Form mitzuumfassen. Uns war klar, dass "schwangere Arbeiter" Frauen waren und "weibliche Ärzte" "Ärztinnen".

Entscheidender war, wie diese Personenbezeichnungen in der Vorstellung des Lesers oder Zuhörers wirkten. Ziel war es, dass es das Binnen-I nicht mehr bräuchte, nämlich dann, wenn es kein Missverhältnis mehr gab, vor allem bei den gutverdienenden und mächtigen Berufen. Wenn die Frauen ihr "Stück vom Kuchen" bekommen hatten, wenn das Geschlecht möglichst keine Rolle mehr spielte.

Seitdem hat sich viel geändert. Zum Glück. Und leider.

Das Gendern von heute hat dagegen zur einer absurden Entstellung von Sprache und ihrer Hauptaufgabe, der Weitergabe von Informationen, geführt. Texte dienen nicht mehr dazu, ihren primären Zweck zu erfüllen, sondern sie werden dem Primat der Gleichheit der Geschlechter oder gar der Aufhebung alles Geschlechtlichen unterworfen, verkompliziert, unverständlicher, hohler.

Das führt zu einer grotesken formalisiert-aufgeblähten und inhaltsleeren Sprache, die für eine gesellschaftlich zwar sinnvolle aber hier ungeeignete Aufgabe okkupiert wird. Völlig absurd wird es dann, wenn es gar nicht mehr um Subjekte, um natürliche Personen geht, sondern auch juristische Personen "gegendert" werden müssen. Dabei haben "die Gesellschaft" oder "der Verein" nun mal gar nichts mit realen Geschlechtern zu tun, sondern ist eine rein etymologisch entstandenes linguistisches Geschlecht.

Weil ich häufiger damit zu tun habe, mag § 1 des Lobbyregistergesetzes als Beispiel dienen:
Die Regelungen für die Interessenvertretung gegenüber der Bundesregierung gelten ebenfalls für die Kontakte zu Parlamentarischen Staatssekretärinnen und Parlamentarischen Staatssekretären, Staatssekretärinnen und Staatssekretären, Abteilungsleiterinnen und Abteilungsleitern, Unterabteilungsleiterinnen und Unterabteilungsleitern sowie Referatsleiterinnen und Referatsleitern.
Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/lobbyrg/__1.html

Im Weiteren ist von "Interessenvertreterinnen und Interessenvertretern" die Rede, die zwar auch natürliche Personen sein können, aber überwiegend juristische Personen oder Organisationen sind. Da wird es dann schräg.

Was bringt das? Wem bringt das was?

Müssen auch Gerichte so ihre Urteile schreiben, Behörden ihre Bescheide, Schüler ihre Hausarbeiten, Studenten ihre Klausuren?

In meiner schriftlichen Praxis verwende ich konsequent das tradierte generische Maskulinum. Meine Texte behandeln nicht den Geschlechterkampf, sondern es geht im weitesten Sinne um die Komprimierung von Informationen. Beide Geschlechter erwähne ich, wenn es ganz besonders darauf ankommt, ich natürliche Personen konkret anspreche, wie bei "sehr geehrte Damen und Herren", "liebe Kolleginnen und Kollegen", "liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger".


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Gendern zur Pflicht machen?

15.04.2026 um 20:13
Zitat von OriginesOrigines schrieb:In meiner schriftlichen Praxis verwende ich konsequent das tradierte generische Maskulinum. Meine Texte behandeln nicht den Geschlechterkampf, sondern es geht im weitesten Sinne um die Komprimierung von Informationen. Beide Geschlechter erwähne ich, wenn es ganz besonders darauf ankommt, ich natürliche Personen konkret anspreche, wie bei "sehr geehrte Damen und Herren", "liebe Kolleginnen und Kollegen", "liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger".
Sehr nachvollziehbar.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Was bringt das? Wem bringt das was?
Es bringt, dass sich immer jemand beleidigt und nicht gesehen fühlen darf......
Bitte nicht die Binaeren und zig anderen Geschlechtsidentitaetsvarianten vergessen, die ja immer, immer, immer ausgeschlossen sind - weder das gM ist genehm noch diese binären Begrifflichkeiten.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:verwendete ich selbstverständlich das "Binnen-I"
Das hatte auch seinen Charme.


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Gendern zur Pflicht machen?

15.04.2026 um 22:23
Zitat von aliM.aliM. schrieb am 11.04.2026:Es geht um akademisch angerührten Klamauk der Genderwissenschaften, überstudierte Nervensägen und psychisch labile Exoten.
Zitat von GrouchoGroucho schrieb am 11.04.2026:Na sicher weiß ich, dass das ein Spruch ist, den das faulige Odeur rechtsextremen Frauenhasses umweht.
Also Frauenhass ist für dich, wenn man das macht, was Frauen wollen?

Das ist wohl eher dein Spruch, dem das faulige Odeur des linksextremen Frauenhasses umweht.
Zitat von AniaraAniara schrieb:Die "Nazi-Keule" bzw. der Vorwurf, man sei doch "Rääächts" kommt hier tatsächlich recht oft, wenn man anderer Meinung ist. Da wird auch berechtigte Kritik gerne mit "abgebügelt".
Zitat von Bone02943Bone02943 schrieb:@aliM.

Ich zumindest nicht, obwohl ich deine Aussage als einen extrem ideologie getriebenen Kulturkampf betrachte.
Kulturkampf wer gegen wen?

Es ist ja jede mögliche Gruppe dagegen.

Das muss man auch irgendwie erst einmal schaffen, dass man die Grünenanhänger innerhalb eines Jahre so sehr mit dem Gendern nervt, dass sie von Zustimmung auf Ablehnung übergehen.
2021: Anhänger der AfD: 83 % kontra (11 % pro), FDP: 77 % (17 %), Linke: 72 % (25 %), CDU/CSU: 68 % (25 %), SPD: 57 % (33 %), Grüne: 48 % (47 %)
2020: Anhänger der AfD: 64 % kontra (16 % pro), FDP: 76 % (24 %), Linke: 41 % (59 %), CDU/CSU: 64 % (30 %), SPD: 54 % (42 %), Grüne: 37 % (56 %)
2021 leitete die Welt am Sonntag ihren Bericht mit den Worten ein: „65 Prozent der Bevölkerung sind gegen Binnen-I und Sternchen“.[61]
Infratest Dimap fasste ihre Ergebnisse zusammen: „65 Prozent der Bevölkerung sind gegen Binnen-I und Sternchen“.[61]
Infratest Dimap fasste ihre Ergebnisse zusammen: „Die zunehmende Präsenz einer gendergerechten Sprache in Medien und Öffentlichkeit hat deren Akzeptanz nicht gesteigert. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Ablehnung gestiegen.“
Quelle: Wikipedia: Studien und Umfragen zu geschlechtergerechter Sprache

Das sind die Ergebnisse von 2021, nachdem 2020 durchaus mehr Grüne und Linke dafür waren:

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Gendern zur Pflicht machen?

15.04.2026 um 23:06
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Das Gendern von heute hat dagegen zur einer absurden Entstellung von Sprache und ihrer Hauptaufgabe, der Weitergabe von Informationen, geführt.

Texte dienen nicht mehr dazu, ihren primären Zweck zu erfüllen, sondern sie werden dem Primat der Gleichheit der Geschlechter oder gar der Aufhebung alles Geschlechtlichen unterworfen, verkompliziert, unverständlicher, hohler.

Das führt zu einer grotesken formalisiert-aufgeblähten und inhaltsleeren Sprache, die für eine gesellschaftlich zwar sinnvolle aber hier ungeeignete Aufgabe okkupiert wird. ...
sehe ich alles genauso.

Nur hier habe ich einen kleinen Einspruch:
sondern sie werden dem Primat der Gleichheit der Geschlechter oder gar der Aufhebung alles Geschlechtlichen unterworfen
ich finde gerade das Gegenteil ist der Fall: die Geschlechtlichkeit wird durchs Gendern erhöht.

Anstatt z.B. das Alle einschließende "Lehrer", heißt es in den Medien oft "Lehrer und Lehrerinnen" - also Betonung des Geschlechts.


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Gendern zur Pflicht machen?

16.04.2026 um 12:18
Zitat von OptimistOptimist schrieb:ich finde gerade das Gegenteil ist der Fall: die Geschlechtlichkeit wird durchs Gendern erhöht.
Sehe ich genauso.
Zitat von Jan_Jan_ schrieb:Bitte nicht die Binaeren und zig anderen Geschlechtsidentitaetsvarianten vergessen, die ja immer, immer, immer ausgeschlossen sind - weder das gM ist genehm noch diese binären Begrifflichkeiten.
Böhmermann macht es richtig: "Meine Damen und Herren und alle dazwischen und außerhalb". :-)


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Gendern zur Pflicht machen?

16.04.2026 um 12:50
Zitat von philaephilae schrieb:"Meine Damen und Herren und alle dazwischen und außerhalb". :-
Ja - muss man das jetzt immer sagen und schreiben?
Ist 'dazwischen und ausserhalb' respektvoll?


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Gendern zur Pflicht machen?

16.04.2026 um 13:03
Zitat von philaephilae schrieb:Böhmermann macht es richtig: "Meine Damen und Herren und alle dazwischen und außerhalb".
Das sagt er tatsächlich? Hätte ich nicht gedacht, dass er sich über die Genderei lustig macht...


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Gendern zur Pflicht machen?

16.04.2026 um 13:03
Zitat von Jan_Jan_ schrieb:Ist 'dazwischen und ausserhalb' respektvoll?
Ich finde es - für Nonbinäre und Agender - passend.
Zitat von Jan_Jan_ schrieb:Ja - muss man das jetzt immer sagen und schreiben?
Sicher nicht.

Mir persönlich reicht die althergebrachte Form, und auch mit dem gM ("liebe Gäste") hab ich kein Problem.

Im Heute Journal sagt man "Guten Abend Ihnen allen". Auch ne Möglichkeit.


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Gendern zur Pflicht machen?

16.04.2026 um 13:04
Zitat von zaeldzaeld schrieb:Das sagt er tatsächlich? Hätte ich nicht gedacht, dass er sich über die Genderei lustig macht...
In seiner Sendung ZDF Magazin Royal begrüßt er Zuschauende regelmäßig so.


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Gendern zur Pflicht machen?

16.04.2026 um 13:13
Zitat von zaeldzaeld schrieb:Das sagt er tatsächlich? Hätte ich nicht gedacht, dass er sich über die Genderei lustig macht...
Wenn man den Artikeln glauben darf, ist wohl eher das Gegenteil der Fall.

Google Böhermann gendern.


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Gendern zur Pflicht machen?

16.04.2026 um 13:14
Zitat von blueavianblueavian schrieb:ppe dagegen.
Zitat von Jan_Jan_ schrieb:Ist 'dazwischen und ausserhalb' respektvoll?
Zeigt ja eigentlich vor allem, dass diese "Sichtbarmachung" ja gerade das Gegenteil von Inklusion ist. Wer separat genannt wird, ist anders und gehört gerade nicht dazu, steht entweder dazwischen oder sogar gleich ganz außerhalb. Gendern ist alles andere als geschlechtsneutral und inkludierend, es ist geschlechtsbetonend und ausgrenzend, macht Geschlecht in jedem Kontext zu einem alles überragenden Unterscheidungsmerkmal.

Und ja, Böhmermann schwadroniert von mehr als zwei biologischen Geschlechtern. Da ist jede Sachlichkeit eh verloren gegangen.


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Gendern zur Pflicht machen?

16.04.2026 um 13:17
Zitat von RerunRerun schrieb:Und ja, Böhmermann schwadroniert von mehr als zwei biologischen Geschlechtern.
Er bezieht sich dabei auf die Biologie? Ich dachte, es ginge da um Geschlechtsidentität, unabhängig vom biologischen Geschlecht.
Oder er wollte halt Transgender und Intersexuelle mit einbeziehen.
Zitat von RerunRerun schrieb:Gendern ist alles andere als geschlechtsneutral und inkludierend, es ist geschlechtsbetonend und ausgrenzend, macht Geschlecht in jedem Kontext zu einem alles überragenden Unterscheidungsmerkmal.
Eigentlich schon, ja.


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16.04.2026 um 13:18
Zitat von zaeldzaeld schrieb:Das sagt er tatsächlich? Hätte ich nicht gedacht, dass er sich über die Genderei lustig macht...
Wo macht er sich denn lustig? Er trifft doch "den Nagel auf den Kopf".


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Gendern zur Pflicht machen?

16.04.2026 um 13:21
Nein, biologische Geschlechter.
„Es ist längst wissenschaftlicher Konsens, dass es sehr wohl mehr als zwei biologische Geschlechter gibt.“
Quelle: https://www.emma.de/artikel/sexist-man-alive-2023-jan-boehmermann-340667


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Gendern zur Pflicht machen?

16.04.2026 um 13:37
@Rerun
Mit Blick auf Intersexuelle ist das nicht ganz falsch.


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Gendern zur Pflicht machen?

16.04.2026 um 13:47
Zitat von OptimistOptimist schrieb:ich finde gerade das Gegenteil ist der Fall: die Geschlechtlichkeit wird durchs Gendern erhöht.
Sehe ich auch so:
Zitat von RerunRerun schrieb:Zeigt ja eigentlich vor allem, dass diese "Sichtbarmachung" ja gerade das Gegenteil von Inklusion ist. Wer separat genannt wird, ist anders und gehört gerade nicht dazu, steht entweder dazwischen oder sogar gleich ganz außerhalb. Gendern ist alles andere als geschlechtsneutral und inkludierend, es ist geschlechtsbetonend und ausgrenzend, macht Geschlecht in jedem Kontext zu einem alles überragenden Unterscheidungsmerkmal.
Die Sache fing ja mal damit an, dass es eine patriarchale Gesellschaft gab, in der am wirkmächtigsten das Recht einen großen Graben zwischen den Geschlechtern schuf: Nur Männer durften wählen und gewählt werden, hatten Anspruch auf den Thron, ein familiäres Züchtigungsrecht, bestimmten den Ehenamen, über die Erwerbstätigkeit der Frau und das Schicksal der Kinder, erbten, kämpften, waren Polizisten, Ingenieure, Studenten und Ärzte. Der Eintrag in der Geburtsurkunde oder dem Taufschein bestimmte das Schicksal. Das Geschlecht war über Jahrhunderte ein elementares Unterscheidungskriterium der Gesellschaft.

Doch in dem Maß, in dem die Barrieren zwischen den Geschlechtern abgebaut wurden, die Gleichberechtigung in den 1990er Jahren schließlich auch in die letzten Winkel des Ehe-, Namens- und Erbrechts vorgedrungen war und jede Form der Diskriminierung sanktioniert worden ist, da schwand eigentlich die Bedeutung des Geschlechts. Es spielte keine Rolle mehr. Der einzige Unterschied: Nur Frauen konnten schwanger werden und ein Kind gebären. Ansonsten waren die Rechte und Pflichten gleich.

Warum also noch das Geschlecht in die Geburtsurkunde schreiben? Für was war das Geschlecht noch legitimer Anknüpfungspunkt für rechtliche Regelungen? War das nicht das Ziel? Egal welche Haarfarbe, ob dick oder dünn, ob Bayer oder Friese, ob schwul oder hetero, ob Veganer oder Fleischliebhaber, ob Wähler der Grünen oder der CSU - alle sollten vor dem Gesetz gleich sein. Also sollte auch das Geschlecht egal sein.

Das Gegenteil ist eingetreten. Eine orientierungslose Linke und ein neoliberalistisch erstarrter Liberalismus ließen sich elitäre Rassismus-, Sexismus- und Identitätsdebatten an US-Universitäten aufschwatzen. Auf der ganz rechten Seite waren es dann nicht weniger irrationale nationalistisch-rassistische Befindlichkeitsstörungen, die von Globalisierung und Neoliberalismus überfordert ihr Heil in den rechtspopulisitischen oder neofaschistischen Strömungen suchten, in der Hoffnung zu alter Größe alter weißer Männer zurückzufinden.

Hurra, der Kulturkampf war geboren.

Seitdem sind die Emotionen in der Politik zurück. Individuelle Befindlichkeiten sind das Maß aller Dinge. Die Identität ist das Goldene Kalb, um das links wie rechts getanzt wird. Ob biologische, soziale oder sexuelle Identität, ob doitschtümelnd und ausgrenzend, es ist ein Kampf um die Macht. Vernunft, Rationalität, respektvoller Diskurs, alle Aufklärung über den Haufen geworfen für eine Tüte voll mit Identitätsmüll.


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Gendern zur Pflicht machen?

16.04.2026 um 13:47
Ich vertrete weiterhin die Ansicht, dass es zwei biologische Geschlechter gibt. Alles andere sind "Abweichungen" bzw. "Sonderformen". Und bitte fühlt euch nicht von den beiden Worten angegriffen. Sie sind nicht abwertend gemeint. Eine Abweichung von der Norm ist nicht per se schlimm. Es wird aber von einigen Leuten "stigmatisiert".


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