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Cyborgs - Eine Frage der Ethik und Moral

Cyborgs - Eine Frage der Ethik und Moral

24.03.2015 um 19:41
fumo schrieb:Es gäbe noch ein alternatives Lebensmodell für die Unbehandelten; nach dem Vorbild der römischen Sklavenhaltergesellschaft.

Die Unbehandelten dürften auf Dauer gesellschaftlich nicht überlebensfähig sein, ich glaube auch nicht, dass staatliche Schutzvorrichtungen (wie Sozialleistungen usw.) zunehmen, sondern eher abnehmen werden.

Die Unbehandelten könnten nun als "Servas" unter dem Patronat eines Kybernetikos stehen, in dessen Haushalt sie leben und miternährt werden, wobei sie jedoch nahezu rechtlos sind und mehr oder weniger als Sache und Haussklaven betrachtet werden.

Sie unterstehen in dem Fall dem Schutz und der Gerichtsbarkeit des Herren
na ja, das könnte passieren, wenn es schlecht läuft, aber ich hoffe ja mal kräftig nicht. Vor allem, wenn wir von Leuten reden, die aus ideologischen Gründen die Modifikation verweigern. Das würde bei so einer Sklavenhaltergesellschaft nicht lange bestehen bleiben.


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24.03.2015 um 19:42
@Taln.Reich
Taln.Reich schrieb:na ja, das könnte passieren, wenn es schlecht läuft, aber ich hoffe ja mal kräftig nicht
Wie würdest Du denn das Verhältnis zwischen der Näherin aus Bangladesch und KIK bezeichnen? :D


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Cyborgs - Eine Frage der Ethik und Moral

24.03.2015 um 19:44
fumo schrieb:Wie würdest Du denn das Verhältnis zwischen der Näherin aus Bangladesch und KIK bezeichnen? :D
nicht gerade ein gutes, in der tat stark an Sklaverei grenzend, aber nicht wirklich im Stille der römischen Sklavenhaltergesellschaft mit Servas und Patronat.


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24.03.2015 um 19:46
@Taln.Reich
Taln.Reich schrieb:nicht gerade ein gutes, in der tat stark an Sklaverei grenzend, aber nicht wirklich im Stille der römischen Sklavenhaltergesellschaft mit Servas und Patronat.
Nein, denn der Haussklave im alten Rom hatte in der Regel ein besseres Leben als die Näherin aus Bangladesch (vgl. griechische Hauslehrer).

Das Patronat des Kybernetikos´wäre ja auch nur ein alternatives Gesellschaftsmodell, um die Massen an armen Unbehandelten auffangen zu können.


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24.03.2015 um 19:49
@Taln.Reich
Taln.Reich schrieb:nicht unbedingt. Ich hatte da vor einiger Zeit mal einen Artikel gelesen, über eine religiöse Gruppe, die sich in Bolivien angesiedelt hat, nachdem sie sich wiederholt umsiedelten, um ihren Lebensstil, der tief im 18. Jahrhundert verwurzelt ist, vor der modernen Welt zu bewahren (z.b. als bei der Erfindung und Verbreitung des Autos die nächsten Städte in weniger als einen Tag erreichbar waren, oder die Regierung des nächsten Landes die Schulpflicht auch für diese Gruppe vollstrecken wollte). Misstrauisch gegenüber äußeren Einflüßen, ja, aber deswegen mussten keine Länder neugegründet werden.
Das würde jedoch nur bei zahlenmäßig überschaubaren Gruppen funktionieren. Was wäre jedoch, wenn es Milliarden sind, die sich die Modifikationen nicht leisten können?


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24.03.2015 um 19:50
fumo schrieb:Das Patronat des Kybernetikos´wäre ja auch nur ein alternatives Gesellschaftsmodell, um die Massen an armen Unbehandelten auffangen zu können.
ja, aber irgendwie hoffe ich dann doch, dass der Sozialstatt nicht SO weit abgebaut wird, dass so etwas eintritt, also dass sich Leute, nur weil sie sich keine Modifikation leisten können, direkt als Sklaven verkaufen müssen. Zumal ich ja hier Beitrag von Taln.Reich, Seite 9 und hier Beitrag von Taln.Reich, Seite 9 schon darauf eingegangen bin, wo die Armen bleiben.


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24.03.2015 um 19:51
fumo schrieb:Das würde jedoch nur bei zahlenmäßig überschaubaren Gruppen funktionieren. Was wäre jedoch, wenn es Milliarden sind, die sich die Modifikationen nicht leisten können?
jetzt schnappst du wieder auf die Leute, die sich keine Modifikation leisten können zurück, das hatten wir schon besprochen. Ich hatte über die gesprochen, die sich aus Ideologischen Gründen verweigern, und das dürfte dann wieder eine überschaubare Gruppe sein.


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24.03.2015 um 19:52
@Taln.Reich
Taln.Reich schrieb:die sich aus Ideologischen Gründen verweigern, und das dürfte dann wieder eine überschaubare Gruppe sein.
Das ist richtig, das dürfte überschaubar bleiben.


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24.03.2015 um 19:55
@Taln.Reich
Taln.Reich schrieb:ja, aber irgendwie hoffe ich dann doch, dass der Sozialstatt nicht SO weit abgebaut wird, dass so etwas eintritt, also dass sich Leute, nur weil sie sich keine Modifikation leisten können, direkt als Sklaven verkaufen müssen
Du hältst Dich gedanklich noch zu sehr an unserer westlichen Welt auf. Sieh mal den Fernen Osten und die Lebens- und Arbeitsbedingungen, die dort herrschen - für die Armen.

Rechtlose Arbeiter, die nicht von ihrem Lohn leben können, die mit Chemikalien vergiftet werden, für die es keinen Arbeitsschutz gibt, Vergewaltigung, Prostitution, Organausbeute.

Das Abhängigkeitsverhältnis ist da verdammt nahe an der Sklaverei - ein Traum für jeden Kapitalisten.


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24.03.2015 um 19:56
@Taln.Reich

PS: Meine Argumentation setzt auch eine völlige Abkehr unserer jetzigen, ethischen Grundwerte voraus.


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24.03.2015 um 19:57
fumo schrieb:Du hältst Dich gedanklich noch zu sehr an unserer westlichen Welt auf. Sieh mal den Fernen Osten und die Lebens- und Arbeitsbedingungen, die dort herrschen - für die Armen.

Rechtlose Arbeiter, die nicht von ihrem Lohn leben können, die mit Chemikalien vergiftet werden, für die es keinen Arbeitsschutz gibt, Vergewaltigung, Prostitution, Organausbeute.

Das Abhängigkeitsverhältnis ist da verdammt nahe an der Sklaverei - ein Traum für jeden Kapitalisten.
ja, leider. Leider weiß ich nicht so recht, was ich dagegen machen soll (Antwort darauf bitte, wen überhaupt, per PN, weil Offtopic)


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24.03.2015 um 19:58
fumo schrieb:PS: Meine Argumentation setzt auch eine völlige Abkehr unserer jetzigen, ethischen Grundwerte voraus.
kommt auf den Zeitrahmen an. In ausreichend langer Zeit können sich die Gesellschaftlichen Grundwerte sehr stark verändern, aber "ausreichend lange" ist ziemlich lange, und kann Generationen dauern.


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Cyborgs - Eine Frage der Ethik und Moral

24.03.2015 um 20:01
@Taln.Reich
Taln.Reich schrieb:kommt auf den Zeitrahmen an. In ausreichend langer Zeit können sich die Gesellschaftlichen Grundwerte sehr stark verändern, aber "ausreichend lange" ist ziemlich lange, und kann Generationen dauern.
Fang jetzt bloß nicht mit Captain Piccard an! :troll:

An Bangladesch sehen wir, unter welchen Bedingungen sich der Kapitalismus wohlfühlt. Es ist nur die Frage, inwiefern wir diesem Wunsch zukünftig nachkommen werden - das ist spekulativ.

WENN wir uns jedoch dem vollkommenen Kapitalismus zuwenden sollten, DANN werden wir auch irgendwann Servas besitzen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.


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24.03.2015 um 20:03
fumo schrieb:WENN wir uns jedoch dem vollkommenen Kapitalismus zuwenden sollten, DANN werden wir auch irgendwann Servas besitzen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
Eher Servas sein. Wobei ich ja wie gesagt hoffe, dass wir hierzulande den Sozialstaat nicht komplett aus dem Fenster werfen.


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24.03.2015 um 20:05
@Taln.Reich
Taln.Reich schrieb:Eher Servas sein. Wobei ich ja wie gesagt hoffe, dass wir hierzulande den Sozialstaat nicht komplett aus dem Fenster werfen.
Diese kybernetische Welt wird kommen, ganz sicher, egal, wie sie sich nun im Detail ausgestalten wird. Und ich hoffe, dass ich bis dahin tot sein werde, ich will das auf keinen Fall erleben müssen.


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24.03.2015 um 20:06
fumo schrieb:Diese kybernetische Welt wird kommen, ganz sicher, egal, wie sie sich nun im Detail ausgestalten wird. Und ich hoffe, dass ich bis dahin tot sein werde, ich will das auf keinen Fall erleben müssen.
ich bin da optimistischer, und hoffe, selbst in den Genuß kybernetischer Verbesserungen zu kommen. Ich sehe keine Zwangsläufigkeit, dass die kybernetische Welt in einem Alptraum enden muss.


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24.03.2015 um 20:08
@Taln.Reich

Unabhängig von den Servas usw. ...Folgende Dinge WERDEN geschehen...., das halte ich für ein Faktum:

Die Implantate verleihen eine enorme körperliche und geistige Überlegenheit und die besten Ausführungen davon werden sehr teuer sein.

Wer gesellschaftlich bestehen will, muss sich folglich ebenfalls modifizieren lassen oder er geht auf Dauer unter.

Wer sich nicht modifizieren lässt, ist verloren oder wird im Zoo mit Erdnüsschen gefüttert.


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24.03.2015 um 20:12
fumo schrieb:Die Implantate verleihen eine enorme körperliche und geistige Überlegenheit und die besten Ausführungen davon werden sehr teuer sein.

Wer gesellschaftlich bestehen will, muss sich folglich ebenfalls modifizieren lassen oder er geht auf Dauer unter.
so weit ja (langfristig gesehen jedenfalls)
fumo schrieb:Wer sich nicht modifizieren lässt, ist verloren oder wird im Zoo mit Erdnüsschen gefüttert.
hier verneine ich. Wer sich nicht modifizieren lassen möchte, ist gezwungen, sich in eine Subkultur abzukapseln, wer es sich nicht normalerweise leisten kann, ist gezwungen, sich mit Billigimmitaten, aus zweiter Hand und auf Kredit modifizieren zu lassen.


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24.03.2015 um 20:15
@Taln.Reich
Taln.Reich schrieb:hier verneine ich. Wer sich nicht modifizieren lassen möchte, ist gezwungen, sich in eine Subkultur abzukapseln, wer es sich nicht normalerweise leisten kann, ist gezwungen, sich mit Billigimmitaten, aus zweiter Hand und auf Kredit modifizieren zu lassen.
Einverstanden!

Wer sich verschulden muss, steht jedoch ebenfalls unter Zugzwang, sich nachzurüsten. Die Person obliegt dem gesellschaftlichen Druck, Operationen über sich ergehen zu lassen, die er eigentlich nicht möchte, nur um weiterhin gesellschaftlich konkurrenzfähig sein zu können.

Wer sich einer Subkultur zuwenden will, wird wahrscheinlich in Armut leben müssen, da er wirtschaftlich keinen Nutzen mehr haben wird.


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24.03.2015 um 20:20
fumo schrieb:Wer sich verschulden muss, steht jedoch ebenfalls unter Zugzwang, sich nachzurüsten. Die Person obliegt dem gesellschaftlichen Druck, Operationen über sich ergehen zu lassen, die er eigentlich nicht möchte, nur um weiterhin gesellschaftlich konkurrenzfähig sein zu können.
ziemlich ja.
fumo schrieb:Wer sich einer Subkultur zuwenden will, wird wahrscheinlich in Armut leben müssen, da er wirtschaftlich keinen Nutzen mehr haben wird.
hängt davon ab, was für eine Art von Armut. Da diese Leute ja ihre eigene Gesellschaft bilden würde, in der der wirtschaftliche Nutzen der Mitglieder für die Außenwelt weniger eine Rolle spielt, und deren Mitglieder füreinander sorgen, wäre es keine "wir stehen am Rande des Verhungerns!"-Armut, sondern eher eine "wir müssen auf alle Technologie aus den letzten paar Jahrzehnten verzichten"-Armut.


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