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Todesstrafe

25.970 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: USA, Deutschland, Menschenrechte ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Todesstrafe

03.10.2026 um 14:24
Zitat von SoftfaceSoftface schrieb:Hier werden weitere Menschen zu Mördern gemacht, die Verantwortung am Tod der Verurteilten wird an diese abgegeben. Dieser Mord wird zum Teil deren Lebens. Gäbe es keine TS, könnte man der Gesellschaft diese weiteren Traumatisierungen ersparen.
Da TS vollstreckt werden, zeigt ja auch, dass durch die Existenz der TS entsprechende Verbrechen nicht verhindert werden.
Siehe zu den Traumata auch den von mir zitierten Text vom 1.10.2026 um 22:48 Uhr.


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03.10.2026 um 14:45
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:In dieser Diskussion geht es nicht um mich, sondern um die Todesstrafe.
Es wäre schön, wenn wir zu diesem Thema zurückkehren könnten. Und wenn dir meine Meinung nicht passt, überlies sie doch bitte einfach.
Wenn du das nicht kannst, argumentiere sinnvoll dagegen.
Najaaaaa. Du vergleichst die Todesstrafe mit Notwehr.
Das zum Thema logische Argumente.


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03.10.2026 um 14:46
Der Jurist in diesem ZDF Interview zeigt sich ziemlich ahnungslos, was die Todesstrafe angeht. Z. B. meint er, dass die Giftspritze recht sicher wäre und es (im Gegensatz zum elektrischen Stuhl) sonst kaum zu Problemen gekommen ist, bei Pike (selbst der Name fällt ihm nicht ein) wäre da jetzt ein spezieller Ausnahmefall. Ich frage mich, wieso das ZDF gerade auf diesen Juristen als "Experten" kamen.

https://www.zdfheute.de/video/zdfheute-live/pike-hinrichtung-rodegra-video-100.html


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03.10.2026 um 14:54
Nachtrag (Zeit abgelaufen). Auch was der Jurist beim ZDF zu Pikes Strafverfahren sagt, ist nicht richtig. Das sage ich als Nichtjurist.


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03.10.2026 um 14:57
Zitat von CachalotCachalot schrieb:Najaaaaa. Du vergleichst die Todesstrafe mit Notwehr.
Tu ich nicht.
Ich weise nur auf einen wiederspruch hin wenn man sagt "Niemand hat das Recht das Leben eines anderen zu beenden".
Auch bei Notwehr kann es zudem irrtümer geben.

Wenn man konsequent ist und nach der Argumentation handelt dürfte man auch bei Notwehr keinen Menschen töten oder müsste sich zuvor absolut sicher sein, dass der Angreifer tödliche Gewalt anwenden will.


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03.10.2026 um 15:37
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Auch bei Notwehr kann es zudem irrtümer geben.
Ach ja?
Da bin ich ja sehr gespannt, wie denn?


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03.10.2026 um 17:25
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Ich weise nur auf einen wiederspruch hin wenn man sagt "Niemand hat das Recht das Leben eines anderen zu beenden".
Da gibt es keinen Widerspruch
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Auch bei Notwehr kann es zudem irrtümer geben.
Nein. Es kann eine falsche Annahme zur Notwehr geben. That‘s all
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Wenn man konsequent ist und nach der Argumentation handelt dürfte man auch bei Notwehr keinen Menschen töten oder müsste sich zuvor absolut sicher sein, dass der Angreifer tödliche Gewalt anwenden will.
Auch nein. Es gibt eine Abwägung. Wenn mein Recht auf Leben durch jemanden bedroht wird (Notwehr), habe ich das Recht mich zu verteidigen.
Im Extremfall kann dabei der Angreifer umkommen.
Dabei gilt noch die Verhältnismäßigkeit.


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03.10.2026 um 17:30
Zitat von CachalotCachalot schrieb:Da gibt es keinen Widerspruch
Das ist deine subjektive Meinung dazu. Die ist nicht allgemein gültig ..


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03.10.2026 um 18:21
Zitat von StirnsängerStirnsänger schrieb:Ach ja?
Da bin ich ja sehr gespannt, wie denn?
Erlaubnisbestandsirrtum, nur mal so als Stichwort.
Hatten wir beim Fall der Erschießung des 16jährigen Dramé in Dortmund durch die Polizei.
Putativnotwehr.


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03.10.2026 um 19:29
Das Recht auf Notwehr ist in einem konkreten Konfliktfall das Ergebnis einer Abwägung: Wer angegriffen wird, darf sich wehren, auch wenn das den Tod des Angreifers zur Folge hat. Gleiches gilt, um einen Angriff auf einen anderen abzuwehren (Nothilfe). Das Leben des Angreifers ist in dieser Situation weniger wert als das Leben des Angegriffenen.

Daraus leitet sich auch das Recht des Staates ab, einen Bürger zu töten. Zum Beispiel beim "Todesschuss" in den Polizeigesetzen. Der Lebensschutz ist also nicht absolut, sondern in bestimmten Fällen eingeschränkt. Umgekehrt ist aber die Verhältnismäßigkeit zu wahren, eine gezielte Tötung ist absolute ultima ratio und immer zu vermeiden, wenn es möglich ist.

Mit der Todesstrafe hat das nichts zu tun.


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03.10.2026 um 19:40
Zitat von WattWatt schrieb:Aktuell soll CP künstlich beatmet werden. Es ist nicht vorhersehbar, wie viel Gehirnschäden übrigbleiben. Außerdem kann ich mir vorstellen, dass sogar ein oder beide Arme amputiert werden müssen. Das Pentobarbital scheint ja statt in eine Vene in das Gewebe geflossen zu sein, was sicherlich zu massiven Gewebsnekrosen führt.
Für mich unfassbar wie Menschen miteinander umgehen.
Stellt sich natürlich die Frage, warum sie ihr, statt sie ins Leben zurück zu holen, nicht den finalen Todesstoß verpassen.

Versteh ich nicht.


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03.10.2026 um 19:41
@SomertonMan
Weil das Mord wäre und die Art der Hinrichtung vorgeschrieben ist ..


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03.10.2026 um 19:50
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Weil das Mord wäre und die Art der Hinrichtung vorgeschrieben ist ..
Man könnte glatt drüber lachen, wenn es nicht so böse wär...


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03.10.2026 um 20:28
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Weil das Mord wäre und die Art der Hinrichtung vorgeschrieben ist ..
Das ist doch pervers. Es geht also nicht darum, einen Menschen gegen seinen Willen in den Tod zu schicken, sondern ein bürokratisches Prozedere einzuhalten. Die Gnadenlosigkeit des staatlichen/gesellschaftlichen Strafanspruchs.

Inhumaner, inhaltleerer und bar jeglicher moralischen Rechtfertigung kann eine solche Strafe gar nicht sein. Das ist Folter. Und die ist selbst in den USA verboten.

Die Anwälte werden versuchen, ihre Mandantin, sollte sie überleben, mit diesem Argument vor einer weiteren Hinrichtung zu bewahren.


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03.10.2026 um 20:31
@Origines
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Die Anwälte werden versuchen, ihre Mandantin, sollte sie überleben, mit diesem Argument vor einer weiteren Hinrichtung zu bewahren.
Und das ist eine gute Sache?
Keiner weiß nach meinen Informationen welche Schäden das Gehirn von CP genommen hat.
Im schlimmsten Fall wird sie im Koma liegen, vielleicht sogar im Wachkoma.

Also wenn meine Hinrichtung schief laufen würde und ich danach im Wachkoma liegen würde und eine Pflegefall werde .. glaube ich würde dann lieber sterben wollen ..


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03.10.2026 um 20:54
Tagesschau.de:
Neue Details zu gescheiterter Hinrichtung

Stand: 03.10.2026 • 19:04 Uhr

Nach der missglückten Hinrichtung liegt die zum Tode verurteilte Christa Pike bewusstlos in einem Krankenhaus und wird künstlich beatmet. Nun gerät das Personal in den Fokus - der Behördenchef ist zurückgetreten.
Am Donnerstag hatte Pikes Anwalt Randy Spivey erklärt, das Personal habe bei der versuchten Hinrichtung etwa eine Stunde erfolglos versucht, einen intravenösen Zugang zu legen. "Ich zählte allein in ihrem linken Arm mindestens sieben Nadeln", sagte Spivey. Laut Gerichtsantrag war eine davon beim Herausziehen um 90 Grad verbogen. Während der Prozedur habe man Pike weinen gehört. Sie habe laut geatmet und gesagt: "Mein Arm fühlt sich an, als würde er gleich aufplatzen".
Leiter der Strafvollzugsbehörde zurückgetreten

Mittlerweile ist der Leiter der Strafvollzugsbehörde von Tennessee zurückgetreten. Frank Strada werde das Amt in diesem Monat niederlegen, gab der Gouverneur Bill Lee bekannt. Strada erklärte, sein Rückzug sei "im besten Interesse der Bevölkerung von Tennessee". Bevor Strada 2023 nach Tennessee wechselte, war er in leitender Position im Strafvollzug von Arizona für Hinrichtungen mitverantwortlich. Bei allen drei dort 2022 vollstreckten Todesurteilen gab es Schwierigkeiten beim Legen der intravenösen Zugänge, wie unter anderem die Zeitungen New York Times und Guardian berichteten.
US-Medien nahmen neben Stradas Rolle auch die des an der Hinrichtung beteiligten Arztes in den Fokus.
Zwei gescheiterte Hinrichtungen in vier Monaten

Der zuständige Arzt war nach Berichten unter anderem der New York Times und des lokalen Fernsehsenders WSMV auch an einem anderen gescheiterten Hinrichtungsversuch in Tennessee beteiligt. Im Mai hatten Mitarbeiter bei einem anderen verurteilten Straftäter zwar zunächst einen intravenösen Zugang gelegt, scheiterten aber an einem vorgeschriebenen zweiten. Auch dem Arzt gelang es anschließend nicht, einen zentralen Venenkatheter zu legen. Die Hinrichtung wurde abgebrochen.

Schon danach gab es Zweifel an dessen Erfahrung mit solchen Eingriffen. In einer eidesstattlichen Aussage sagte der Allgemeinmediziner, er habe in seiner Laufbahn etwa ein Dutzend oder mehr zentrale Zugänge gelegt - den letzten allerdings ungefähr 2013. Bei einem früheren Eingriff sei ein Führungsdraht versehentlich in einer Halsschlagader gelandet. Ein von Pikes Verteidigung beauftragter Anästhesiologe kam vor ihrer Hinrichtung zu dem Schluss, er verfüge nicht über die fortlaufende praktische Erfahrung, die medizinische Einrichtungen üblicherweise für solche Eingriffe verlangen.
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/christa-pike-hinrichtung-100.html

Meine Güte. Es wird immer schlimmer.


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03.10.2026 um 20:59
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Manche würden jetzt vielleicht dem entgegenstellen dass das Opfer von Pike möglicherweise schlimmere Qualen erleiden musste.
Zitat von -Dandelion--Dandelion- schrieb:Meine ganz persönliche Einstellung ist:
Wenn jemand etwas falsch macht, dann ist dies für mich niemals Grund / Rechtfertigung es ebenso falsch zu machen.
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Niemand hat Pike absichtlich Qualen zugefügt, davon gehe ich aus.
Weshalb hast du dann überhaupt die Qualen von Pike in Relation mit den Qualen ihres Opfers gestellt?
Für mich liest sich das so, als beabsichtigst du damit eine Relativierung der misslungenen Hinrichtung.


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03.10.2026 um 21:04
@-Dandelion-
Nö, es war ein Impuls um die Diskussion fortzuführen.

Hast du irgendeinen Beitrag von mir gelesen, in welchen ich die misslungene Hinrichtung positiv darstellen will?

Sei versichert: Als TS Befürworter ist es mein Wunsch am Ende zu hören: Komplikationsfreie Hinrichtung.
Und damit meine ich eine Hinrichtung, welche wirklich Komplikationsfrei war.

Ich wünsche mir keine Quale der DeathRow Inmates während der Hinrichtung.


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03.10.2026 um 21:25
@Kangaroo
Ich befürchte, wenn Du nach einer komplett verpfuschten Hinrichtung, mit zb schwerer Hirnschädigung ( auch Brain damages) zurückbleibst, dann bist Du nicht mehr in der Lage, irgendwelche Wünsche zu äußern, das erledigen dann die Anwälte, bestellter Vormund oder deine Angehörigen.
Und ich befürchte zudem, es gibt für Personen, die kurz vor ihrer Hinrichtung stehen, keine Möglichkeit der Patientenverfügung… warum? Weil der bedauernswerte Delinquent, ja nicht damit rechnet, zwei Dosen xyz zu überleben.
Es gibt ja jetzt schon Diskussionen darum, was passiert, wenn Frau Pike das irgendwie im ganzen überlebt, aber eben mit irreparablen Hirnschäden. Sogar darüber wird diskutiert, so richtig akademisch korrekt ( was sich wirklich dystopisch anhört), ob man sie in so einem Zustand, überhaupt nochmal einem Prozedere m Termin zuführen könnte. Sie wäre sozusagen nicht in der Lage, die Dinge um sie herum zu erfassen, geschweige denn sich dazu zu äußern.
Das Urteil (von damals) ist ja theoretisch noch immer rechtsgültig, niemand hat die Strafe abgewandelt bisher.
Ihrem Anwaltsteam steht so oder so, jetzt eine Menge Arbeit bevor. Eine soggn emergency Motion wurde schon eingereicht. Man zwingt den Staat/ die Behörde dazu, alles was irgendwie hinterm Vorhang passiert u dokumentiert , lückenlos herauszurücken.
Inzwischen weiß man zb von einer (der 7!!!) verwendeten Nadeln, dass sie sich beim Einstich komplett verbogen hat.
Ich habe heute einen Mediziner gehört, der in etwa sagte, dass man vermutlich Frau Pike innerlich verbrannt bzw verätzt hat, zumindest das Gewebe u Ä. Es wäre so in der Wirkung bei ihr gewesen, als ob sie bleach oder auch drain ins Gewebe bekommen hätte.
Ich kann gar nicht sagen, was ich für Assoziationen bekomme, wenn ich mir dieses Armageddon da vorstelle.
Man bedenke, sie war streckenweise noch wach, hat sich noch geäußert dazu.
Also eines muss man sagen, das wünscht man seinem ärgsten Feind nicht. Ich glaube auch nicht, dass irgendeiner von den Opferangehörigen sich sowas als Abschluss Erlebnis, auch nur ansatzweise wünschen würde.


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03.10.2026 um 22:03
Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Hast du irgendeinen Beitrag von mir gelesen, in welchen ich die misslungene Hinrichtung positiv darstellen will?
Positiv nicht.
Du hast aber in dem Zusammenhang die Qualen ihres Opfers erwähnt und in Relation gestellt.

Für mich persönlich hörte sich das so an, als würde dies nun "die gerechte Strafe" sein, da ihr Opfer ja noch mehr leiden musste damals.
Somit interpretierte ich deine Aussage: Was regt ihr euch so auf, ihrem damaligen Opfer gings noch viel schlimmer.


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