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Das Leben mit und ohne Drogen - was ist eure Meinung?

4.589 Beiträge, Schlüsselwörter: Drogen, Sucht, Gesetze, Stadt, Konsum, Cannabis, Abhängigkeit, Rauschgift, Volker Beck

Das Leben mit und ohne Drogen - was ist eure Meinung?

17.05.2016 um 08:36
Eudaimonia schrieb:Daraus resultierend kannst Du Straßenverkehr nicht mit Drogen vergleichen!
Natürlich kann ich das und habe es auch getan.
Die Frage ist eher, warum kannst du bei der einen Sache sagen "Ist schlecht" und bei der anderen nicht.

Das ist weder logisch, noch sonstwie rational.
Das, was da aus dir spricht ist nicht irgendeine Erfahrung oder besondere Kenntnisse, sondern bürgerliche Vorurteile.
Eudaimonia schrieb:Meine Kenntnis ist ausreichend um der Diskussion folgen und meinen Standpunkt vertreten zu können. Darauf fußend, dass Du meine Sichtweise ablehnst, ist es ignorant, mir diese Fähigkeit abzusprechen.
Jammer nicht rum! DU hast mir diese Fähigkeit abgesprochen.
DARUFHIN habe ich geantwortet: "Habe du erstmal so lange mit Drogis zu tun, wie ich, DANN reden wir weiter."
Eudaimonia schrieb: Ich arbeite seit einigen Jahren in einer Suchtklinik und habe tagtäglich mit Leuten zu tun, die mir innerhalb ihrer Lebensgeschichte erzählen, wie schlimm ihre Drogenzeit war und wie einfach es ist abzurutschen. Die mir davon berichten, wie oft sie an Suizid dachten, wie schäbig sie sich fühlten, als sie von ihrem "Trip" runtergekommen waren, dass sie sich damit ihre Zukunft verbaut haben.
Na, jetzt kommen mir doch gleich die Tränen....
DAS haben sie dir ERZÄHLT?
Ich habe den Scheiß hautnah ERLEBT.
Ich habe mit einem Junkie zwei Jahre zusammengewohnt.
Hat dir schon mal jemand eine geladene Waffe ins Gesicht gehalten, weil er Geld für Stoff wollte?

Also bitte verschon mich mit rührseligen Geschichten, davon kann ich genau so viele erzählen.



Argumente sind willkommen.

@Aldaris
@Intemporal

Danke


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Das Leben mit und ohne Drogen - was ist eure Meinung?

17.05.2016 um 08:37
@derMurphy
Sargnagel schrieb:Jetzt mach ich wieder ne Ausbildung, vor den Ferien hatt ich einigen Stress, ich bin da auch psychisch immer angeschlagen, wenn der letzte Urlaub schon wieder so lang zurück liegt, dann sind irgendwann einfach die Batterien leer.
hast du mal darüber nachgedacht einen Psychologen/Neurologen aufzusuchen -vieleicht brauchst du therapeutische & medikamentöse Unterstützung um den Ausbildungsstress zu bewältigen.


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Das Leben mit und ohne Drogen - was ist eure Meinung?

17.05.2016 um 09:23
Nun habt euch mal wieder lieb.


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17.05.2016 um 09:36
242 schrieb:hast du mal darüber nachgedacht einen Psychologen/Neurologen aufzusuchen -vieleicht brauchst du therapeutische & medikamentöse Unterstützung um den Ausbildungsstress zu bewältigen.
Hab ich alles, hab ich genuch. Psychologin, Psychiater, Team-Ärztin, Soz.-Päd. - alles da und ich nehme das auch oft in Anspruch. Im Moment ist so der gemeinsame Nenner, dass ich mir nach der Ausbildung ne schöne Teilzeitstelle suche. Die Schule ist auch nicht das Problem, da mach ich mit links n sehr guten Schnitt, auch mit 20% Fehlzeit.

Aber ich bin halt da im Internat, mit lauter Leuten, die ich nicht kenne und nicht mag und wenn ich sie kennen lerne eher noch weniger mag. Da sind halt die Leute wie sie sind, ein Querschnitt durch die Gesellschaft. Ich mag kein Bier nach Feierabend und Fussball geht mir sowas von am Arsch vorbei, auch die Leute wo jetzt plötzlich alle 'Menschen hassen' und ja soo schrecklich unkonventionell sind, das find ich eigentlich eher bedauernswert. Und so nach zehn, zwölf Wochen geht es einfach nicht mehr, da brauch ich ne Auszeit und muss weg davon, sonst nehm ich Schaden oder sonst irgendwer.

Ich meine, als ich angefangen hab richtig zu konsumieren, da war ich mitte zwanzig, da wusste ich schon so ungefähr auf was ich mich da einlass, ich bin ja schließlich nicht komplett bescheuert. Aber ich hab mir so gedacht ich kenn die Welt jetzt n bisschen, ich hab gesehen wie die Menschen sind und das reicht mir eigentlich schon und das ist mein Leben. Ne Zeitlang hab ich mir gesagt 'Junkie' ist zumindest vom moralischen Standpunkt her keine Beleidigung, sondern in einer Gesellschaft wie der unseren tatsächlich eine Auszeichnung.
Gut, das war vielleicht n bisschen übertrieben, jetzt bin ich zweiundreißig und denk mir so ich bin ganz zufrieden mit mir und wenns morgen vorbei wär, dann wär das okay - ich bin ich geworden. Und wenn ich mich so umschau, da gibts wesentlich schlimmere Schicksale als drogenabhängig zu sein, und ich meine damit noch nichtmal die Leute, die leiden. Brauchst gar nicht weit suchen gehen ;)


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Das Leben mit und ohne Drogen - was ist eure Meinung?

17.05.2016 um 09:54
@Eudaimonia
Eudaimonia schrieb:Ich arbeite seit einigen Jahren in einer Suchtklinik und habe tagtäglich mit Leuten zu tun, die mir innerhalb ihrer Lebensgeschichte erzählen, wie schlimm ihre Drogenzeit war und wie einfach es ist abzurutschen. Die mir davon berichten, wie oft sie an Suizid dachten, wie schäbig sie sich fühlten, als sie von ihrem "Trip" runtergekommen waren, dass sie sich damit ihre Zukunft verbaut haben. Nicht wenige endeten im Knast und kamen von dort in die Klinik. In Anlehnung empfehle ich das Buch/den Film "Wir Kinder vom Bahnhof-Zoo".
Hab nich alle deine Beiträge gelesen aber die Frage ist wie DEINE Erfahrungen damit sind.
Von Leuten erzählt zu bekommen wie es ist und selbst ein heiles Leben zu haben ist nicht zu vergleichen. Dieses "wers noch nie probiert hat darf nicht mitreden" hat zwar leicht etwas von Faschismus, dennoch brauch ich nich mit jemandem darüber reden der es einfach nicht kennt. Wir Kinder vom Bahnhof-Zoo ist alter Schmuh. Klassiker ja, informativ oder präventiv nutzbar? Nein.

Aber kurze Erklärung zu den von dir geschilderten Dingen: vom Knast in die Klinik ist zu 80% ein selbstgewählter Weg, da man mit der Therapie die Freizeitstrafe verkürzen kann.
Also nichts mit "oahr erst landest im Knast und danach MUSST du in die Klinik!!", nein, du gehst freiwillig viel lieber in die Klinik als weiter zu sitzen.

Suizidgedanken oder "schäbig" fühlen ist halt normal bei bestimmten Substanzen. Das muss halt klar sein. Geb dir mal ne Extasy - 5 Stunden haste die geilsten Gefühle wie noch nie im Leben dann allerdings 3 Stunden abkomern und turkey (variiert je nach Konditionierung). Ganz normal, das was das Gehirn in der Zeit verballert an Energie wenns einem gut geht (direkt im Trip) muss halt nachgeholt werden, das ist halt das klassische Runterkommen, einige sagen sie werden depressiv, einige kiffen sich die gute Laune wieder rein, andere eh schon sehr labile Menschen haben Suizidgedanken. Das ist der Preis den man zahlt.
Sprichst Du von der Nutzung zur Behandlung von Krankheiten oder zur Schmerzlinderung? Das finde ich tatsächlich ganz sinnvoll. Allerdings wirst Du - da Du es indirekt schon selbst eingestanden hast - zustimmen müssen, dass Drogenkonsum außerhalb des medizinischen Bereiches überwiegend mit der realistischen Gefahr einhergeht, Existenzen und nicht selten auch deren Umfeld nachhaltig zu zerstören.

Deswegen sind Drogen schlecht.
Schlafmittel, Antidepressiva, Opiate und andere BtmGs die "legal" sind zerstören auch Existenzen und sind schlecht, oder?

Ich hab auch schon verdammt viel gesehen und verdammt viel Scheiße erlebt, so ziemlich alles probiert was irgendwie zu beschaffen ist. Bei all dem Dreck, unter anderem Einbrüche, Gruppenkloppe, Abturns, Hausdurchsuchungen, medizinische Notfälle etc... hat das alles auch gute Seiten. Mir wurde das Leben gerettet und ich habe jemandem das Leben gerettet. Ich steh werde an seinem Sterbebett stehen, er an meinem. Egal was kommt. Ich hab eine richtige Familie gehabt bei uns in der Hood. Untereinander wurde keine Scheiße abgezogen, alles wurde mit jedem geteilt. Ich hab mein letztes Hemd mit meinen Homies geteilt und umgedreht. Ich bin dankbar für die Zeit die ich erleben durfte, für die Menschen die ich kennengelernt habe und für die wahren Freundschaften die teilweise aus Armut und Not entstanden sind.

@mal_schauen
mal_schauen schrieb:für mich gilt.... 'no way' !! drogen`?... weg damit.
diese ganzen psychedelischen substanzen
können nur 'lalla' im kopf machen
Hast du schonmal irgendwas psychodelisches konsumiert?
So ein Pilztrip kann eine sehr angenehme und schöne Erfahrung sein.


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Das Leben mit und ohne Drogen - was ist eure Meinung?

17.05.2016 um 10:22
Sargnagel schrieb:Im Moment ist so der gemeinsame Nenner, dass ich mir nach der Ausbildung ne schöne Teilzeitstelle suche.
hört sich gut an.

ich wusste nicht wie das Hilfsangebot nach einer Langzeittherapie aussieht.



meine persönlichen Drogenerfahrungen liegen schon lange zurück und bereuen tue ich sie auch nicht.

Eine zeitlang habe ich mir immer noch offen gelassen ob ich nochmal konsumiere und mittlerweile reizt es mich nicht mehr. Ich finde es viel interessanter klar im Kopf zu sein.


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Das Leben mit und ohne Drogen - was ist eure Meinung?

17.05.2016 um 10:24
Fracturner schrieb:Von Leuten erzählt zu bekommen wie es ist und selbst ein heiles Leben zu haben ist nicht zu vergleichen. Dieses "wers noch nie probiert hat darf nicht mitreden" hat zwar leicht etwas von Faschismus, dennoch brauch ich nich mit jemandem darüber reden der es einfach nicht kennt.
So weit würde ich gar nicht gehen.
Aber @Eudaimonia scheint nur beruflich mit Drogenusern zu tun zu haben.
Und so sieht sie natürlich nur einen Ausschnitt des Spektrums - und zwar das "totaler Absturz Spektrum"
Und das ist eine ziemlich verzerrte Perspektive.
Fracturner schrieb:Suizidgedanken oder "schäbig" fühlen ist halt normal bei bestimmten Substanzen.
Ich würde das nicht auf bestimmte Substanzen beschränken.
Auch wenn es Substanzen gibt, die das verstärken ist das ganz normal bei ALLEN Formen von Sucht, wenn der Süchtige wieder rückfällig geworden ist.
Auch der Spiel- oder Sexsüchtige fühlt sich oft schäbig, wenn er wieder nicht gegen seine Sucht bestanden hat.
242 schrieb:Eine zeitlang habe ich mir immer noch offen gelassen ob ich nochmal konsumiere und mittlerweile reizt es mich nicht mehr. Ich finde es viel interessanter klar im Kopf zu sein.
Das trifft für mich und Alkohol zu.
Ich liebe guten Whisky, Rum oder Rotwein.
Des Geschmackes wegen, einen Alkoholrausch finde ich mittlerweile richtig widerlich.
Deshalb trinke ich sehr selten mehr als zwei Glas am Abend


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Das Leben mit und ohne Drogen - was ist eure Meinung?

17.05.2016 um 10:40
@groucho

"Alkohol"

des Geschmackes wegen musste ich da nicht auf viel verzichten - bei mir stand der Rausch im Vordergrund.

wenn man die Nase voll von allem hatte - sich mal so richtig betrinken - um Frust ab zu bauen.
2-3 Gläschen gab es nie bei mir :D.

ich war da in allem recht unmäßig und ich denke genau das ist der Sucht-Typus Mensch bei dem Drogen eher gefährlich werden können als bei manch anderem.


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Das Leben mit und ohne Drogen - was ist eure Meinung?

17.05.2016 um 10:48
Ps. gefährlich ist eigentlich auch das verkehrte Wort

zu viel Platz im Leben einnehmen trifft es für mich in der Rücksicht eher.


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Das Leben mit und ohne Drogen - was ist eure Meinung?

17.05.2016 um 10:50
242 schrieb:wenn man die Nase voll von allem hatte - sich mal so richtig betrinken - um Frust ab zu bauen.
2-3 Gläschen gab es nie bei mir :D.
Gab es bei mir früher auch nicht.
Hat sich aber irgendwann von ganz allein gewandelt.
242 schrieb:ich war da in allem recht unmäßig und ich denke genau das ist der Sucht-Typus Mensch bei dem Drogen eher gefährlich werden können als bei manch anderem.
Keine Frage.
Wobei ich denke, dass die meisten Menschen bestimmte Präferenzen haben, so dass bestimmte Drogen für sie gefährlicher sind als andere.


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Das Leben mit und ohne Drogen - was ist eure Meinung?

17.05.2016 um 11:01
@groucho


Ich hatte nur gegen Drogen eine Abneigung die ich mir hätte spritzen müssen. Da war die Grenze.

Es gibt eine Droge die bei mir besonders zeitintensiv trotz schwindender & unangenehmer Wirkung war - da würde ich im nachhinein von Sucht und Zeitverschwendung sprechen.

Sie passte auch genau wie die Faust aufs Auge zu mir um mich maximal lahm zu legen.Das war dann wohl die für mich gefährlichste.


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Das Leben mit und ohne Drogen - was ist eure Meinung?

17.05.2016 um 11:23
Also ich finde, ihr könntet euch ruhig bei Eudaimonia entschuldigen, oder zumindest n bisschen netter zu ihr sein. Nur weil sie einen recht ausschließlich professionellen Blick auf die Thematik hat, zählt ihre Meinung genauso viel. Kennt sie halt nicht Bewusstseinszustände, die einem ganz andere Blickwinkel auf eine Sache erlauben. Dafür wischt sie vielleicht Kotze weg und kommt trotzdem jeden Tag gut gelaunt zur Arbeit.
Braucht sich keiner einbilden, dass seine Meinung irgendwie mehr wert wäre, nur weil er Scheiße durchgemacht hat, die er letzten Endes selbst zu verantworten hat. Und nur weil sie ihre Gewichtung hinsichtlich Sensibilität mangels eigener Drogenerfahrung ein bisschen anders legt, heißt das nicht, dass sie keine Ahnung hat. Ihr liefert hier ein ganz schlechtes Bild von Drogies ab. Keiner nimmt euch was weg und keiner kommt zu kurz, nur weil sie gerade von der Schule weg denkt. Wenn ihr euch im Krankenhaus auch nur von Chirurgen behandeln lassen würdet, die die anstehende Operation schon hinter sich haben, dann wärt ihr ziemlich schnell am Arsch. Das Elend wär noch um einiges größer, wenn der medizinische Apparat nicht einen gewissen Hinterbau liefern würde, von daher: Respect! Außerdem mag sie Musik, das ist doch sowieso die Droge Nr.1 :D


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Das Leben mit und ohne Drogen - was ist eure Meinung?

17.05.2016 um 11:57
Iksman schrieb:Looser und Nixkönne nehmen Drogen, die keine Ahnung vom Leben haben!
Mein beileid der Drogen nimmt. Und kein Mitleid
Vielleicht sollten wir erstmal abklären, über welche Drogen wir sprechen, denn es gibt durchaus Menschen die mit Alkohol oder Cannabis beispielsweise umgehen können. Abgesehen davon haben viele Drogensüchtige durchaus Mitleid verdient, wie ich finde. Schließlich sind viele in eine Sucht gerutscht, weil sie mit üblen Lebensumständen konfrontiert wurden. Außerdem bezeichnet man Drogensüchtige nicht umsonst als krank und Erkrankten wünscht man in der Regel eine gute Genesung. Man sollte erstmal die individuelle Geschichte kennen, um dann zu einem Urteil zu gelangen.


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Das Leben mit und ohne Drogen - was ist eure Meinung?

17.05.2016 um 12:14
Iksman schrieb:Looser und Nixkönne nehmen Drogen, die keine Ahnung vom Leben haben!
Sorry, aber ich finde diese Aussage sowas von daneben.


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Das Leben mit und ohne Drogen - was ist eure Meinung?

17.05.2016 um 12:26
wünsche schrieb:Sorry, aber ich finde diese Aussage sowas von daneben.
So reden halt Leute, die weder vom Leben noch von Drogen eine Ahnung haben


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Das Leben mit und ohne Drogen - was ist eure Meinung?

17.05.2016 um 12:32
@derMurphy
Sargnagel schrieb:Dafür wischt sie vielleicht Kotze weg und kommt trotzdem jeden Tag gut gelaunt zur Arbeit.
Wer sagt das denn?! Ich mag meinen Job z.B. auch, komme trotzdem nicht jeden Tag gut gelaunt. Und sie kriegt fürs Kotze wegwischen ihren Lohn, so ist das nunmal. Wer sagt uns dass sie sich nicht auch manchmal denkt "ach dieser Junkie in Zimmer 4, immer nur am nerven und rumheulen; bist doch selbst schuld wennde dir das Hirn so rausbrennst". Soll ich jetzt der Müllabfuhr hinterher rennen und mich ausdrücklich dafür bedanken, dass sie die Stadt sauber halten? (Wäre eigentlich angebracht angesichts der Vergütung)
Sargnagel schrieb:Braucht sich keiner einbilden, dass seine Meinung irgendwie mehr wert wäre, nur weil er Scheiße durchgemacht hat, die er letzten Endes selbst zu verantworten hat. Und nur weil sie ihre Gewichtung hinsichtlich Sensibilität mangels eigener Drogenerfahrung ein bisschen anders legt, heißt das nicht, dass sie keine Ahnung hat.
Naja, für mich schon. Nicht dass sie fachlich nicht das Wissen hat oder nicht die Kompetenz ihre Patienten zu betreuen. Aber Wissen um Aus- und Nebenwirkungen sind halt nur mündliche Aussagen und wie @groucho schon festgestellt hat auch von den Extremfällen. Ich mein in der Klinik landet keiner der trotz Drogenkonsum nen schönes Leben hat und mit sich und der Umwelt im reinen ist, diese gibt es allerdings.

Daher ergibt der Blick den sie hat leider nur eine Zerrung der Realität und dieser wird hier proklamiert mit "Drogen sind schlecht". Ist doch okay, will auch gar nicht zum Konsum raten, allerdings für mich bedeutungslos aufgrund mangelnder Erfahrung.

Wenn ich im Leben noch nie ne Tasse Kaffee getrunken hab' kann ich mich doch nicht hinstellen und drüber philosophieren ob er nun schmeckt oder nicht. Auch nicht wenn ich in der Bohnenrösterei arbeite.


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Das Leben mit und ohne Drogen - was ist eure Meinung?

17.05.2016 um 12:33
Meinen ersten Joint hatte ich mit 13. Damals fing das in Jugendkreisen gerade an. Das war 1967. Da waren viele von Euch noch ein Frosch im Teich, der auf den Storch wartet.

Ausser Zeug, das man injizieren musste, habe ich alles ausprobiert, was der Markt von 1967 bis etwa 1984 so hergab. Egal, ob legalisiert oder illegalisiert. Meist hielt sich der Spass oder Lustgewinn in Grenzen. Kam auf die Umstände an. Kiffen und Musik hören - okay. LSD und Sex - na ja. Alkohol und Auto - nein. Koks oder Speed und Arbeit - nö, auch lieber nicht.

Vielleicht ist es ein Phänomen des Älterwerdens. Irgendwann lässt der Spass daran nach. Man mag ja mit 20 auch keine Benjamin-Blümchen-Cassetten mehr hören oder Biene Maja gucken, oder mit 50 in die Disco. Jede Substanz scheint ihr "Alter" zu haben.

Ach ja, Morphium haben sie mir auch mal reingehauen. Aber da war ich ohnehin nicht ganz bei mir. Das hatte dann auch medizinische Gründe.

Wenn sich der Jemenit Khat in die Birne zieht, der Mescalero Mescalin oder der Bayer Bier, dann mag die Droge zwar in jeweilige kulturelle Rituale (Mittagspause, Initiationsritus, Oktoberfest) eingebunden sein - aber sympathisch machte es mir den Rauschzustand auch nicht.

Ich hatte nie den Eindruck, dass Bier, Rotwein, Cannabis, allerlei wunderliche Pillen, LSD oder Kokain mir nun sonderlich wichtige Erkenntnisse über mein tiefstes innerstes Selbst gebracht hätten. Maximal Kotzflecken auf dem Teppich, Kopfschmerzen, räumliche Desorientierung oder Nasejucken.

1984 habe ich mit einer Zigarette im Suff fast ein Sofa in Flammen aufgehen lassen - und mich von meiner damals sechsjährigen Tochter aus einem Fast-Koma rütteln lassen. Das war mein letzter Alkoholkonsum. Da wusste ich, dass die nächste Flasche Rotwein uns unter Umständen töten könnte.

Irgendwann muss man selbst erkennen, wann es nicht mehr weiter geht und den Mut haben, einen neuen Weg zu gehen.

War gar nicht mal so schwer. Mit dem Rauchen aufzuhören fand ich härter.

Noch ein Tipp für Leute mit "Helfersyndrom":

Eine "Aussenmotivation" ist nicht immer hilfreich, manchmal sogar kontraproduktiv. Viele Suchtkranke sehen das als Angriff auch sich, auf ihre eigene Entscheidungsfähigkeit, auf ihr "Mensch sein" an.

Hätte mir jemand damals gesagt: "Hör mal, Anders, eine Flasche, oder gar anderthalb Buddeln Rotwein pro Abend: Meinst Du nicht, dass Du es mit dem "Writers Disease" etwas übertreibst? Trinke mal weniger..." - dann hätte ich mich möglicherweise hinter Ausreden verschanzt: "Ach, komm, nun übertreibst Du aber. So viel ist das garnicht. Ich hab' das im Griff, und überhaupt, was geht Dich das an, wie ich meine Abende gestalte. Andere fressen..." Und so weiter, das ganze übliche selbstverteidigende, wahrheitsverleugnende, betroffene/besoffene Gefasel halt.

Nein, der Entschluss, mit dem Substanzkosum aufzuhören, kann nicht von aussen kommen. Er muss von innen kommen. Erst dann kann man helfend eingreifen. Gegen den Willen des Kranken kann man nichts tun.


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17.05.2016 um 12:46
@derMurphy
Sargnagel schrieb:Braucht sich keiner einbilden, dass seine Meinung irgendwie mehr wert wäre, nur weil er Scheiße durchgemacht hat, die er letzten Endes selbst zu verantworten hat. Und nur weil sie ihre Gewichtung hinsichtlich Sensibilität mangels eigener Drogenerfahrung ein bisschen anders legt, heißt das nicht, dass sie keine Ahnung hat.
Dein Anliegen, eudaimonia ins rechte Licht zu rücken ist ja ehrenwert, es bezweifelt ja auch keiner, dass solche Menschen einen wertvollen Beitrag leisten (und dabei einer nicht unerheblichen psychischen Belastung ausgesetzt sind und dafür viel zu wenig Wertschätzung erfahren), aber es darf wie ich finde durchaus bezweifelt werden, dass Mitarbeiter einer Suchtklinik eine ausgewogene und objektive Perspektive einnehmen können.
Denn einerseits fand ich Deinen Erlebnisbericht ungleich bewegender, eindringlicher und im Endeffekt auch abschreckender als ihre generalisierte Aussage, dass Drogen Existenzen ruinieren (mmkay?) und ihren Verweis auf das völlig veraltete und an der heutigen Realität völlig vorbeigehende "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo".
Andererseits liegt doch auf der Hand, dass Klinikangestellte notgedrungen eine verzerrte Wahrnehmung vom von Drogenkonsum ausgehenden Gefahrenpotenzial haben müssen, wenn sie ausschließlich Erfahrung mit völlig verkrachten Existenzen machen. Beispielsweise muss so jemand doch den Zusammenhang von Cannabiskonsum und Schizophrenie überbewerten, wenn 100% der Kiffer, die bei ihm aufschlagen, auch Psychotiker sind. Überflüssig, darauf hinzuweisen, dass nur das eine Prozent der Gesellschaft, das vom Ausbruch einer latenten Schizophrenie überhaupt bedroht ist, letztendlich in der Klinik landet, Leuten wie eudaimonia dann aber eine übertriebene und unangemessene Gefahreneinschätzung vermittelt.
Genauso (stelle ich mir vor) muss der schwachsinnige Mythos von Cannabis als Einstiegsdroge entstanden sein, denn schließlich hat jeder Heroin-, Koks- und sonstwasjunkie irgendwann auch mal gekifft. Die große Majorität, die sich auf den Konsum von Cannabis beschränkt hat, landet aber nicht in der Suchtklinik, so dass sich Suchtmedizinern ja gezwungenermaßen eine verengte und verzerrte Perspektive bietet, die Fehlschlüsse zulässt.
Es liegt mir fern, alle Drogen zu verharmlosen, aber im Gegenzug alle Drogen gleichermaßen zu verteufeln halte ich für ebenso unangemessen, und ein Klinikmitarbeiter ist in dem Bezug auf keinen Fall neutraler oder objektiver Gewährsmann.


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Das Leben mit und ohne Drogen - was ist eure Meinung?

17.05.2016 um 12:50
Für die Langzeitkiffer in meinem Bekanntenkreis (40 Jahre und länger anhaltender Konsum) trifft nach meinen Erfahrungen der schöne norddeutsche Begriff "Dröhnbüddel" zu. Dagegen wirken so manche Demenzkranke, mit denen ich beruflich zu tun habe, geistig fitter.


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17.05.2016 um 12:53
Iksman
Iksman schrieb:Looser und Nixkönne nehmen Drogen, die keine Ahnung vom Leben haben!
Mein beileid der Drogen nimmt. Und kein Mitleid

Ps: mit Drogen meine ich: Kiffer (Die sowieso hängen geblieben sind) Kokser, Meth etc. Kippen , Krankheitbedingte Medikamente aus...
Aha, und was ist mit Zigarettenrauchern und Alkoholtrinkern? Für die gilt das nicht? Vielleicht, weil du eben zu genau diesen Typen gehörst?
Iksman schrieb:Verhaltet euch wie echte Männer, geht Boxen, trainieren oder sonst was.
Aber lasst euch nicht mit Droge ab. Damit verliert ihr euch selbst und euer ehre
Man verliert seine Ehre indem man und wenn auch nur wenig bzw selten Drogen konsumiert?


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