Nemon schrieb:Wie groß muss eine Lawine sein, bis sie hörbar abgeht?
Über diese Frage habe ich auch nachgedacht, habe aber trotz der Hilfe des Internets nicht wirklich eine Antwort gefunden.
Nemon schrieb:Und das in einem Szenario in dem man im gegebenen Wind keine 10m weit jemanden hören kann, der einem entgegenbrüllt?
Es ist mit Wind ja so: Dagegen hört man gar nichts. Mit dem Wind aber so einiges. Sicher gibts da noch Verwirbelungen und so weiter. Aber solange wir uns nicht mal bei Sturm dort oben verabreden und ich aus paar Richtungen was brülle, werden wir das wohl nicht erfahren.
Jedenfalls favorisiere ich diese Variante auch nicht. Aber 'Furcht vor Lawine' könnte ich mir als Teil der Gemengelage vorstellen.
Nemon schrieb:Das ist womöglich in der Tat der interessante Aspekt. Wobei man dem entgegnen muss, dass diese Gefahr 2,8 km vom Zelt-Standort entfernt jetzt ein einziges Mal erkannt wurde und sich weder damals, noch heute, für Expeditionen in diesem Gebiet diese Gefahr gezeigt hat und diese damit sicher auch nie als reales Potenzial wahrgenommen wurde.
Das ist eventuell auch eine Frage der Datenlage. Die Gipfel des subpolaren Ural sind und waren im Winter nicht unbedingt eine belebte Fußgängerzone. Genau genommen ist das eine Gegend, die nicht zum natürlichen Lebensraum des Menschen zählt. Selbst die Mansijäger werden sich nicht wirklich viel oberhalb der Baumgrenze aufgehalten haben - warum auch. Es ist auch noch nicht so lange Mode, aus Langeweile solche Späße zu veranstalten. Kann mir nicht vorstellen, dass allein 50 Jahre vorher jemand auf die Idee gekommen wäre, diese Tour zu veranstalten. Worauf ich hinaus möchte: Wenn man damals jemanden gefragt hat "hör mal, wir haben diese und jene Route vor, muss ich mir da einen Kopf wegen Lawinen machen?" könnte ich mir als Antwort auch durchaus "bisher ist da noch nie jemandem was passiert; aber da laufen im Winter auch maximal drei Gruppen durch, deshalb wissen wir das auch nicht mit Sicherheit" vorstellen. Wir wissen ja beispielsweise auch von wab von Schneebrettern am Otorten. Das könnte man evtl auch damals schon gewusst haben - oder eben auch nicht.