@parabol Du arbeitest dich da ab und eigentlich ziemlich sinnlos.
Wenn du es verstehen willst? Und wie Putin das ausnutzt?
Führt der Ukraine-Krieg und die fortschreitende Militarisierung zu einer weiteren Brutalisierung der Gesellschaft?
Dass in und nach Kriegen die Gewalt in der Gesellschaft steigt, ist wissenschaftlich belegt. Militär hat schon in sowjetischer Zeit eine große Rolle gespielt. Untersuchungen zeigen, dass das Bild der Russinnen und Russen vom eigenen Land über Jahrzehnte von zwei Gefühlen bestimmt werden: Das eine ist der Stolz auf Russland als militärische Großmacht. Das andere ist Scham.
Scham?
Scham, weil eine große Nation mit so vielen Ressourcen so viel schlechter lebt als die Menschen im Westen. Nach dem Motto: Wir haben den Zweiten Weltkrieg gewonnen und unsere Pensionäre leben weniger gut als die deutschen, die wir besiegt haben. Wir beliefern die ganze Welt mit Öl und Gas, aber in vielen russischen Haushalten gibt es keinen Gasanschluss. Wir haben weniger Wohlstand als alle anderen Industrienationen. Diese Kombination aus Stolz und Scham ist gefährlich. Denn der Großmachtdünkel wird immer wieder als Trost für die schlechten Verhältnisse angeboten. Der Klassiker ist: Du sitzt in einer Wohnung mit Außentoilette, ohne Gasanschluss und warmes Wasser, während dir im Fernsehen vorgemacht wird, dass die Amerikaner vor dir Angst haben. Sie haben zwar die schöneren Autos, aber sie zittern vor dir. Das ist eine Kompensation für die eigene Erniedrigung. So hängen Gewalt und Erniedrigung zusammen.
Kann also Putin den Krieg gegen die Ukraine nur deswegen führen, weil die Russ:innen ihr eigenes Leben und auch das anderer Menschen so gering schätzen?
Anders als bei den Ukrainern, die ein Verständnis dafür haben, was sie verteidigen, wissen die Russen nicht so richtig, wofür sie kämpfen. Sie geben sich dazu her, weil sie nie erfahren haben, dass der Staat nicht alles mit Menschen machen darf…
…sondern sie auch schützen muss.
Ganz genau. Viele Menschen in Russland haben kein Gefühl für die eigene Würde. Und entwickeln dann auch kein Mitgefühl für die Ukrainer, noch nicht einmal für ihre Verwandten in der Ukraine. Sie sind mit dem Selbstverständnis aufgewachsen, dass man alles mit ihnen machen kann, und wollen nicht in Situationen geraten, wo sie vom Staat zermalmt werden. Oder von jemandem, der stärker ist als sie und Beziehungen zum Staat hat. Damit will ich den Russen keine Absolution aussprechen. Ich glaube nur, es hilft, ihre Haltung zu verstehen.
Quelle:
https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/gewalt-spielt-in-der-russischen-gesellschaft-eine-grosse-rolle-92871974.htmlda könnte das Interview mit Buchautor Haas helfen (besser wie immer ganz).
Schröder?
Arbeitet weiter als Einflussagent, da im Spiegel auch mit Falschaussagen.
Wie auch noch zum Beginn der Ampel, ich erinnere an
Gerhard Schröder traf SPD-Größen zu Russland-Gespräch
Stand: 11.02.2022,
Gerhard Schröder trifft SPD-Politiker und spricht mit ihnen über Russland – auch ein Vertreter der Bundesregierung ist dabei. Für die SPD ist das heikel.
Quelle:
https://www.fr.de/politik/gerhard-schroeder-ukraine-konflikt-russland-spd-treffen-altkanzler-91343802.htmlAufarbeitung bis heute? Null.
Wenn Schröder mit Nicht-Barbaren meint das menschliche Bedürfnis nach weniger Gewalt? Das wäre eine Generations-Aufgabe, wie auch Haas sagt.
Wenn Du dir Gedanken über die Zukunft machen willst, sollte man das besser nicht mit Schröder machen.
Das hier wäre schon besser.
Der Potsdamer Historiker Jan Claas Behrends hat sich Gedanken gemacht, wie ein Russland nach Putin aussehen könnte. Als Grundvoraussetzung für normale Beziehungen zu Moskau stellt er sechs Forderungen auf.
Besonders der sechste Punkt wäre am wichtigsten, wird aber nicht passieren.
Sechstens: Zerschlagung der kriminellen russischen Geheimdienste, die in den letzten Jahren die Basis des russischen Regimes bildeten.
Realistisch betrachtet wird der Westen alle sechs Punkte kaum vollständig durchsetzen können. Doch wir sollten sie im Auge behalten. Wenn unser Ziel ist, die immense Gefahr in Zukunft zu mindern, die vom russischen Staat für Europa ausgeht, dann lohnt es sich, diese sechs Punkte zu verfolgen – ansonsten werden auch unsere Kinder in Angst vor Russland leben müssen.
Quelle:
https://russlandverstehen.eu/de/behrends-was-kommt-nach-putin/So, das wars mal wieder.