Zz-Jones schrieb:
Wurstsaten schrieb:Entscheidend wird die Erntezeit. Mähdrescher, Traktoren, Trocknungsanlagen und der Transport des Getreides benötigen große Mengen Kraftstoff.
Eine moderne Getreideernte lässt sich nicht ersatzweise von Hand einbringen. Bleiben die Engpässe bestehen oder verschärfen sie sich weiter, können erhebliche Teile der Ernte verloren gehen oder nicht rechtzeitig abtransportiert werden.
Selbst wenn man die Ernte unter größter Anstrengung/Verteilungsknappheit irgendwie doch einfahren könnte, so ist sie aber ja dann noch lange nicht da, wo man sie am Ende auch tatsächlich benötigt.
Mit gefüllten Zwischenlagern wird man zwar propagandistisch dann kurz etwas herzeigen können, aber ohne entsprechenden Durchlauf hat man eben gleichzeitig dann auch schon das nächste Problem an der Backe - nämlich Schädlinge.
In den alten sowjetischen Zwischenlagern fühlt sich ja besonders der Kornkäfer sehr wohl und der sorgt dort schon in ganz "normalen" Jahren für erhebliche Ausfälle...
Mein Beitrag war bewusst sehr vorsichtig formuliert. Ich habe nicht behauptet, dass diese Entwicklung zwangsläufig eintritt, sondern beschrieben, welche Risiken entstehen, wenn Treibstoffmangel, Ernteausfälle, Transportprobleme und unzureichende Lagerung gleichzeitig zusammenkommen.
Selbst eine eingefahrene Ernte löst das Problem nicht, wenn sie nicht zu Mühlen, Verarbeitungsbetrieben und Verbrauchern gelangt. Bleibt das Getreide zu lange in ungeeigneten Zwischenlagern, drohen zusätzliche Verluste durch Feuchtigkeit, Schimmel und Schädlinge. Damit kann sich aus mehreren zunächst regionalen Problemen eine landesweite Versorgungskrise entwickeln.
Der denkbare schlimmste Fall für Putin wäre eine echte Nahrungsmittelkrise mit Preisexplosionen, Versorgungsengpässen und schließlich Hungerprotesten. Eine solche Rebellion könnte das Regime ins Wanken bringen oder hinwegfegen. Daraus würde allerdings nicht automatisch eine Demokratie entstehen. Wahrscheinlicher wäre zunächst ein Machtkampf zwischen konkurrierenden Teilen des Sicherheitsapparats, regionalen Machthabern, Oligarchen und anderen Usurpatoren.
Der Zusammenbruch eines autoritären Regimes schafft noch keinen demokratischen Staat. Er beseitigt zunächst nur die bisherige Machtordnung – und eröffnet den Kampf darum, wer an ihre Stelle tritt.