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Der hybride Krieg Russlands gegen die Ukraine

25.407 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Russland, Ukraine, Kriegsverbrechen ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der hybride Krieg Russlands gegen die Ukraine

26.07.2026 um 21:42
Zitat von hiddenhidden schrieb:Vielleicht könnte die Krim bei evtlen Friedensgesprächen die entscheidende Verhandlungsmasse werden.
Ich denke nicht, dass die Krim für die Ukraine in erster Linie Verhandlungsmasse ist. Für Russland ist sie eher eine strategische Falle: Politisch kann der Kreml die Halbinsel kaum aufgeben, militärisch muss er sie aber mit erheblichem Aufwand versorgen, befestigen und verteidigen.

Damit bindet die Krim dauerhaft Luftabwehr, Logistik, Personal und andere Ressourcen, die Russland an anderen Frontabschnitten fehlen. Gleichzeitig bleiben die dortigen Flugplätze, Depots, Radaranlagen und Verkehrsverbindungen für ukrainische Angriffe erreichbar. Solange die Ukraine diesen Druck aufrechterhalten kann, ist eine von Russland besetzte, aber ständig bedrohte Krim möglicherweise wertvoller als ein vorschnell abgeschlossener Gebietstausch.


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Der hybride Krieg Russlands gegen die Ukraine

26.07.2026 um 21:57
Zitat von WurstsatenWurstsaten schrieb:Solange die Ukraine diesen Druck aufrechterhalten kann, ist eine von Russland besetzte, aber ständig bedrohte Krim möglicherweise wertvoller als...
Also schon ggf. eine gewichtige Verhandlungsmasse.
Da wäre eine langfristige Befriedung für die Russen evtl. beruhigender als der Albtraum, diese mühsam verteidigen und versorgen zu müssen. Zumal dies der Traum und die Badewanne der Russen ist mit entsprechend viel Touristen und zivilen Arbeitskräften, das darf kein dauerhafter Zankapfel sein.


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Der hybride Krieg Russlands gegen die Ukraine

26.07.2026 um 22:01
Zitat von hiddenhidden schrieb:Also schon ggf. eine gewichtige Verhandlungsmasse.
Da wäre eine langfristige Befriedung für die Russen evtl. beruhigender als der Albtraum, diese mühsam verteidigen und versorgen zu müssen. Zumal dies der Traum und die Badewanne der Russen ist mit entsprechend viel Touristen und zivilen Arbeitskräften, das darf kein dauerhafter Zankapfel sein.
Das würde ich anders sehen. Gerade die Krimtataren als angestammte Bevölkerungsgruppe der Halbinsel stehen der Ukraine überwiegend loyal gegenüber. Die Zugehörigkeit zur Ukraine ist schließlich keine Frage slawischer Abstammung. Eine dauerhafte russische Kontrolle der Krim wäre daher keineswegs automatisch eine »Befriedung«, sondern würde den Konflikt mit einem wesentlichen Teil der einheimischen Bevölkerung fortschreiben.


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Der hybride Krieg Russlands gegen die Ukraine

27.07.2026 um 12:38
Zitat von hiddenhidden schrieb:Vielleicht könnte die Krim bei evtlen Friedensgesprächen die entscheidende Verhandlungsmasse werden.
Ich denke, es wird nie echte Friedensgepräche geben.
Die Krim zu halten, wird für Russland auf Dauer nicht möglich sein.
Also wird das da in die Richtung "der letzte macht das Licht aus" gehen.

Bei russischen Mil-Bloggern wird sogar empfohlen, dass die Russen, nachdem sie die Krim verlassen haben, die Brücke selber sprengen.
Inwiefern das Propaganda tauglich ist, erschließt sich mir zwar nicht ganz, aber meinetwegen sollen sie das tun.

An Stelle der Ukraine würde ich die Krim auch keinesfalls den Russen überlassen.
Nur, deren Einnahme wird sich im Laufe der Zeit dann eben mehr oder weniger von selbst ergeben.

Halten könnte Putin ein belagertes Mariupol.


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Der hybride Krieg Russlands gegen die Ukraine

27.07.2026 um 14:27
Zitat von WurstsatenWurstsaten schrieb:Gleichzeitig ist die bestellte Anbaufläche zurückgegangen, wobei neben dem Treibstoffmangel auch Wetterprobleme, fehlende Liquidität und steigende Kosten eine Rolle spielen.
Die Anbaufläche für Getreide wurde zum größten Teil im Herbst 2025 gelegt, zur Herbstaussaat von Wintergerste und Winterweizen.
Steigende Kosten und Wetter spielen immer eine Rolle in der Landwirtschaft, egal wo auf der Welt.
Zitat von WurstsatenWurstsaten schrieb:Entscheidend wird die Erntezeit. Mähdrescher, Traktoren, Trocknungsanlagen und der Transport des Getreides benötigen große Mengen Kraftstoff.
Eine moderne Getreideernte lässt sich nicht ersatzweise von Hand einbringen. Bleiben die Engpässe bestehen oder verschärfen sie sich weiter, können erhebliche Teile der Ernte verloren gehen oder nicht rechtzeitig abtransportiert werden.
Wie ist denn die derzeitige Erntesituation in Russland, die Ernte läuft ja seid bald 4 Wochen und dürfte langsam zur Halbzeit kommen.
Welche Faktoren haben das Voranschreiten der Ernte dort beeinflusst?
Langer Winter später Vegetationsstart, Wetterlage, Treibstoffmangel, Abreife des Getreides?
Zitat von WurstsatenWurstsaten schrieb:Eine Ernährungskrise ist damit noch keine feststehende Tatsache. Aber die Voraussetzungen für eine schwere Versorgungskrise entstehen gerade
Russland wird keine Ernährungskrise bei Getreide bekommen, die Masse an Getreide wird exportiert.

Derzeit wird der weltweite Getreidepreis nicht von Mangel an Menge beeinflusst sondern davon, dass Russland und die Ukraine derzeit nicht über die Schwarzmeer Häfen exportieren können. Und das liegt am gegenseitigen Beschuss.
Russland hatte Mitte Juni begonnen Getreidelager (Landhändler Annahmestellen) anzugreifen, die Ukraine hat ihre Langstreckensanktionen gegen Russland dann ins Asowsche Meer verstärkt, wovon aus auch ein nicht unerhebliche Teil der russischen Getreideexporte geführt werden.


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Der hybride Krieg Russlands gegen die Ukraine

27.07.2026 um 16:26
Zitat von WurstsatenWurstsaten schrieb:Ich denke nicht, dass die Krim für die Ukraine in erster Linie Verhandlungsmasse ist. Für Russland ist sie eher eine strategische Falle: Politisch kann der Kreml die Halbinsel kaum aufgeben, militärisch muss er sie aber mit erheblichem Aufwand versorgen, befestigen und verteidigen.
Das sehe ich genauso: Die Krim ist keine Verhandlungsmasse, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil der Ukraine.

Im Jahr 2015 durfte Putin direkt auf Focus Online seine Lügen verbreiten, unkommentiert vom Artikelschreiber Sergei Chirikov.
Die Annexion der Halbinsel Krim im vergangenen Jahr war laut Putin notwendig, um einen "historischen Fehler" - die Übertragung der Krim an die damalige sowjetische Teilrepublik Ukraine 1954 - zu "berichtigen". "Es ist nicht, weil wir etwas abbeißen oder auseinanderreißen wollen", sagte er.
Quelle:
https://www.focus.de/politik/ausland/ukraine-krise/keine-strategische-bedeutung-jetzt-sagt-putin-was-wirklich-hinter-der-annexion-der-krim-steckt_id_4641368.html

Die Krim hat eine herausragende strategische Bedeutung von Anfang an. Deshalb dementiert Putin sofort die strategische Bedeutung schon im Jahr 2015 und lullt die Bevölkerung Europas und Amerikas ein mit seinen Geschichtskenntnissen; er gibt sich als Fachmann des Jahres 1954. Putin hat in der deutschen Medienlandschaft willfährige Erfüllungsgehilfen gefunden wie man an Focus Online sieht. Sein größter Erfüllungsgehilfe hierzulande heißt Gerhard Schröder. Was wurden wir alle eingelullt!

Wer nie das Wort strategisch im Zusammenhang mit der Krim sah, kann es in demselben Artikel bereits 2015 als direkte Rede Putins finden:
"Und nicht einmal, weil die Krim eine strategische Bedeutung in der Schwarzmeerregion hat. Es ist, weil es eine Frage historischer Gerechtigkeit ist."
Implizit gibt Putin zu, dass er die strategische Bedeutung der Krim kennt. Er will abbeißen und auseinander reißen mit einem strategischen Ansatz; und mit dem Essen kommt weiter der Appetit auf mehr wie wir sehen konnten. Putin und seine Schergen sind widerliche Schlächter, die der Gerechtigkeit halber eines Tages das erfahren sollten, was sie millionenfach den Menschen antun.

Ich hoffe, Selenskyj behält recht, dass es mit der Krim angefangen hat und letztlich enden wird zugunsten der Ukraine.

Die Ukrainer haben die Krim vom strategischen Vorteil in eine strategische Falle für Russland umgewandelt. Sie haben den Spieß umgedreht.


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Der hybride Krieg Russlands gegen die Ukraine

27.07.2026 um 17:48
Zitat von RöhrichRöhrich schrieb:Russland wird keine Ernährungskrise bei Getreide bekommen, die Masse an Getreide wird exportiert.
Njet.
Exportiert wird dieses Jahr mit Sicherheit so gut wie gar nichts.
Das war auch noch nie der Löwenanteil. Die 135Mio Tonnen (was die Prognose für dieses Jahr sein soll) unterteilen sich in etwa 85 Millionen Tonnen Eigenbedarf und 50 für den Export.
Nur, wird man diese Prognose mittlerweile in die Tonne stecken können, denn dabei wurde sicherlich der Kannibalismus um die verbliebenen Ressourcen nicht mit eingeplant.
Ob man seinen Eigenbedarf wird decken können, bleibt abzuwarten...


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Der hybride Krieg Russlands gegen die Ukraine

27.07.2026 um 19:17
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:Implizit gibt Putin zu, dass er die strategische Bedeutung der Krim kennt.
Da muss man nix zugeben , die Kontrolle über das Schwarze Meer ist für beide Parteien strategisch von Vorteil. Aus 2015 wären Zitate von deutschen militäranalysten nice was die dazu gesagt haben 😁
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:Deshalb dementiert Putin sofort die strategische Bedeutung schon im Jahr 2015 und lullt die Bevölkerung Europas und Amerikas ein mit seinen Geschichtskenntnissen; er gibt sich als Fachmann des Jahres 1954.
Putin musste gar nicht viel tun , damals waren noch etwas mehr " flotte Foristen " unterwegs . Dann kam Syrien


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Der hybride Krieg Russlands gegen die Ukraine

27.07.2026 um 19:35
@Röhrich
Der Hinweis auf die Herbstaussaat widerlegt den Rückgang der Anbaufläche nicht. Die Wintergetreideflächen für die Ernte 2026 wurden zwar überwiegend im Herbst 2025 bestellt. Nach Einschätzung der FAO lagen aber gerade diese Flächen unter dem langjährigen Durchschnitt, unter anderem weil Betriebe auf rentablere Ölsaaten auswichen. Zusätzlich ist auch die russische Sommerweizenfläche zurückgegangen.

Von der Halbzeit der Ernte kann derzeit ebenfalls kaum die Rede sein. Das russische Landwirtschaftsministerium meldete am 17. Juli rund 21 Millionen Tonnen geerntetes Getreide und zugleich einen Rückstand von mehr als 2,5 Millionen Hektar. Als Hauptursache nannte Ministerin Oksana Lut tatsächlich die Witterung: verspätete Aussaat, starke Regenfälle in Zentralrussland und Trockenheit beziehungsweise Hitze in Teilen Sibiriens. Eine Zusammenstellung regionaler Meldungen kam für den 24. Juli auf knapp 30 Millionen Tonnen. Bei einer Gesamternte von voraussichtlich deutlich mehr als 130 Millionen Tonnen entspricht das eher einem guten Fünftel als der Hälfte.

Insofern: Ja, die bisherige Verzögerung ist vor allem wetterbedingt. Daraus folgt aber nicht, dass der Treibstoffmangel keine Rolle spielt. Die Landwirtschaftsministerin hat selbst Versorgungsprobleme mit Kraftstoff in allen Regionen eingeräumt. Russische Landwirte berichten von stark gestiegenen Dieselpreisen, langen Wartezeiten und Schwierigkeiten, ausreichend Kraftstoff für Traktoren und Mähdrescher zu beschaffen.

Eine landesweite Getreideknappheit halte ich für dieses Jahr ebenfalls nicht für das wahrscheinlichste Szenario. Das USDA rechnet derzeit mit etwa 88 Millionen Tonnen russischem Weizen. Die Aussage, es könne deshalb keine Versorgungskrise geben, weil ein großer Teil des Getreides normalerweise exportiert werde, greift aber zu kurz.

Wenn die Exportwege blockiert sind, verschwindet das Getreide zwar nicht. Es staut sich jedoch in Silos und Annahmestellen, Händler stellen ihre Käufe ein und die Preise für die Erzeuger fallen. Den Betrieben fehlt dann genau während der Ernte die Liquidität, um Diesel, Dünger, Löhne und die nächste Aussaat zu finanzieren. Aus der Exportstörung wird damit eine Produktions- und Finanzierungskrise. In den Donhäfen waren Annahmestellen bereits voll, während Kaufangebote für Weizen und Gerste teilweise ausblieben.

Auch bei den Häfen muss man differenzieren. Der Verkehr durch das Asowsche Meer und die Straße von Kertsch ist massiv eingeschränkt. Noworossijsk arbeitet dagegen außerhalb der nächtlichen Sperrzeiten weiter; dort waren die Getreideverladungen zunächst nicht unmittelbar betroffen. Der Hafen wickelt allerdings bereits bis zu ein Drittel der russischen Getreideexporte ab und kann die ausgefallenen Kapazitäten der Asowhäfen nicht beliebig zusätzlich übernehmen.

Bei der Ukraine haben die russischen Angriffe auf Häfen und zivile Frachtschiffe inzwischen tatsächlich dazu geführt, dass Reedereien Anläufe aussetzen. Es handelt sich also um eine beiderseitige Störung der Schifffahrt, allerdings mit unterschiedlichen Angriffszielen und Auswirkungen.

Der kritische Punkt ist daher nicht, dass Russland in diesem Sommer plötzlich zu wenig Getreide erntet. Gefährdet ist die Kette aus Ernte, Abtransport, Lagerung, Verkauf, Finanzierung und nächster Aussaat. Bleibt diese Kette länger gestört, können aus einer zunächst guten Bruttoernte erhebliche regionale Versorgungsprobleme und eine deutlich schlechtere Ernte im folgenden Jahr entstehen.


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Der hybride Krieg Russlands gegen die Ukraine

28.07.2026 um 06:50
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:Im Jahr 2015 durfte Putin direkt auf Focus Online seine Lügen verbreiten, unkommentiert vom Artikelschreiber Sergei Chirikov.
Die Annexion der Halbinsel Krim im vergangenen Jahr war laut Putin notwendig, um einen "historischen Fehler" - die Übertragung der Krim an die damalige sowjetische Teilrepublik Ukraine 1954 - zu "berichtigen". "Es ist nicht, weil wir etwas abbeißen oder auseinanderreißen wollen", sagte er.
Quelle:
https://www.focus.de/politik/ausland/ukraine-krise/keine-strategische-bedeutung-jetzt-sagt-putin-was-wirklich-hinter-der-annexion-der-krim-steckt_id_4641368.html

Die Krim hat eine herausragende strategische Bedeutung von Anfang an. Deshalb dementiert Putin sofort die strategische Bedeutung schon im Jahr 2015 und lullt die Bevölkerung Europas und Amerikas ein mit seinen Geschichtskenntnissen; er gibt sich als Fachmann des Jahres 1954. Putin hat in der deutschen Medienlandschaft willfährige Erfüllungsgehilfen gefunden wie man an Focus Online sieht. Sein größter Erfüllungsgehilfe hierzulande heißt Gerhard Schröder. Was wurden wir alle eingelullt!
Boah, damit kommst du aber etwas spät :ask:

1. Focus online soll das Sprachrohr gewesen sein :ask: wow. das ist einfach nur ein bericht über ein tv interview von putin, es gab da auch andere berichte im focus, aber such nicht noch mal all meine beträge durch. Stichwort: Medienkompetenz.

2. Mit Gerhard Schröder ist man da schon näher an der Quelle ... aus Anlass noch mal ... Spiegel TV Ortstermin Russland Tag (gibts auch immer noch auf youtube).

https://www.spiegel.de/video/ortstermin-gerhard-schroeder-beim-russland-tag-video-1526523.html

Immer wieder gut, das Video: Gerhard Schröder beim Russland Tag - das SPD Prestigeobjekt!

O-Ton GS: Ich habe nicht vor, ein zeitgeschichtliches Seminar abzuhalten (jo!). Und: Ich bin stolz darauf, ein Russland Versteher zu sein (jo!). Siehe Spiegel Video.

3. Ach, und ganz Europa soll Putin damals eingelullt haben? LOL ... Wie wars noch mal mit Polen, den NB8, sogar Brüssel?

4. Nee du, schau da mal besser mal nach Deutschland.

5. Weil Mützenich (SPD) als Fraktionsvorsitzender (Ampel Zeit) im Parlament sogar fragte, wo waren sie denn, die kritischen Stimmen. Jo, sie saßen sogar im Bundestag, mehr hier ... RIP Werner Schulz (Gegenspieler von Joschka Fischer):

Interessierst Du dich für Polen? (Seite 6) (Beitrag von Fellatix)

6. Aufarbeitung? Nirgendwo ... Immer voran die SPD Landesverbände Meck Pomm und Niedersachsen. Die FDP Niedersachsen fing an mit einer Aufarbeitung, per Anfragen (hatte ich alles dokumentiert, im SPD Thread), aber flog dann raus aus dem Niedersachsen Landtag ... Weil hat sich nu zu Ruhe gesetzt ... und Manu Schwesig und die Klimastiftung ... auch so viel dokumentiert, im SPD Thread ... nur :ask: interessierte kein Schwein, da hatte ich dann iwann aufgehört ... Manu saß einfach alles aus ... und wird nu wahrscheinlich sogar wiedergewählt ... tja

7. Keine Kritische Stimmen, Mützenich, wo waren sie denn :ask: Hust. Hier noch mal eine ...
Liebe Sozialdemokraten, was hat Euch nur so ruiniert?

Tobias Blanken 17. August 2017

Einst habt Ihr Eure Prinzipien hochgehalten, habt Ihr gegen das Unrecht in der Welt gekämpft. Heute macht Ihr Euch zum willigen Helfer von Gazprom und Rosneft, was ein Elend.
Quelle: https://www.salonkolumnisten.com/liebe-sozialdemokraten/

Otto Wels hatte Anstand, ihr habt Gerhard Schröder ...
Im Wahlkampf bringt Euer neuer Parteivorsitzender Martin Schulz Tweets wie „15 Jahre nach G. Schröders Nein zum Irakkrieg steht unser Land vor Richtungsentscheidung. CDU & CSU setzen auf Aufrüstung, wir auf Abrüstung“, womit er sogar einen Treffer landet. Kriegsgerät ist teuer, sehr teuer, das viele schöne Geld ist womöglich im Bildungsbereich besser aufgehoben. Noch teurer als Kriegsgerät sind nur Kriegseinsätze, da werden die Milliarden nur so verbrannt. Und jetzt zählt doch bitte mal eins und eins zusammen, liebe Sozialdemokraten, womit finanziert Schröders Männerfreund Putin wohl den Krieg in Syrien und in der Ukraine?

Richtig, mit Eurem Steckenpferd, dem russischen Gasexport.
Quelle: ebd.

Tja

Und Schluss, Ostmitteleuropa, wer ist das schon :ask: Schluss ...
Was haben wir alle über Gerhard Schröders Geografiekenntnisse gelacht, als Euer ehemaliger Parteivorsitzender auf dem Wahlparteitag von „unserem großen Nachbarn Russland“ geredet hat. Leider hat der bekennende Biertrinker jedoch einen Punkt, für Euch Sozialdemokraten sind die osteuropäischen Länder nur noch Beiwerk, echte Politik wird von den alten Großmächten Deutschland und Russland gemacht. Was eine geschichtsvergessene Einstellung für die Partei Willy Brandts, waren es doch erst deutsche Panzer, dann sowjetische Panzer, die über diese Länder gerollt sind, um erst der Nazi-Barbarei, dann der jahrzehntelangen Sowjet-Herrschaft den Weg zu ebnen. Bei manchen Ländern waren es sogar erst die sowjetischen Panzer, dann die deutschen, dann wieder die sowjetischen, aber das könnt Ihr gerne im Geschichtsbuch nachlesen, liebe Sozialdemokraten.

Apropos Geschichte, Eure hässliche Schwester, die KPD, hat sich 1932 nicht einmal mehr dafür geschämt, gemeinsam mit der NSDAP die Berliner Verkehrsbetriebe zu bestreiken. Euch, liebe Sozialdemokraten, wäre das niemals passiert, seid Ihr doch immer sauber geblieben, was die braune Brut betrifft. Ja, Euch sind in der Weimarer Republik strategische Fehler unterlaufen, aber Ihr wart immer die Guten, Ihr wart die, die für Nazis nur Abscheu und Verachtung übriggehabt haben. Eine Abneigung auf Gegenseitigkeit, auf die Ihr wahrlich stolz sein könnt, das kann Euch niemand mehr nehmen.

Auch heute noch ist Euch der Kampf gegen Rechts eine Herzensangelegenheit, keine Frage. Nur wie kriegt Ihr das damit zusammen, dass der Kreml der große Patron aller Viertel-, Halb- und Vollnazis ist, von der FPÖ bis zum Front National? Ein Patron, der bei knappen Kassen einspringt, der bei der internationalen Vernetzung hilft, der seine Troll- und Bot-Armeen für die braune Sache einsetzt, der sein schrilles Medienimperium dazu nutzt, um Verschwörungstheorien und „alternative Fakten“ in die Welt zu setzen, der zur Unterminierung demokratischer Prozesse hacken und leaken lässt, als würde es kein Morgen geben. Ein Patron, der keinen Aufwand scheut, wenn es den Feinden der Demokratie nützt, der seine enormen Ressourcen schamlos den rechten Schmuddelkindern zur Verfügung stellt. Andererseits kann er sich’s natürlich auch leisten, denn mit Eurem Gas-Fimmel sorgt Ihr bei ihm schließlich fürs notwendige Kleingeld.

Liebe Sozialdemokraten, ich mag Euch einfach nicht mehr so.
Quelle: ebd.

Tja.

8. Ach, und
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:Deshalb dementiert Putin sofort die strategische Bedeutung schon im Jahr 2015 und lullt die Bevölkerung Europas und Amerikas ein mit seinen Geschichtskenntnissen
die USA will er auch eingelullt haben, das Großgenie Putin :ask: Nein, das stimmt natürlich auch nicht ...

John McCain (REP) hatte ("aber was sollte ich denn machen, Koalition und so ...") Merkel scharf kritisiert ... wie auch Obama ... und vorausgesagt, was passieren würde (anderswo, aber das suche ich nicht auch noch).
Diese Beschwichtigungspolitik der 1930er Jahre gilt als wichtige Ursache für die militärischen Anfangserfolge von Nazi-Diktator Adolf Hitler. Zugleich warf McCain der Kanzlerin Untätigkeit vor. «Will sie einfach nur zuschauen, wie ein Land in Europa zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg zerstückelt wird?» Er sei enttäuscht vom Verhalten der Europäer, habe aber «nichts anderes erwartet».
Quelle: https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/thema_nt/article137190742/US-Senator-McCain-kritisiert-scharf-Merkels-Ukraine-Politik.html

Und
Peinliche Führungsschwäche

US-Senator McCain hat scharfe Kritik an der Ukraine-Politik der Bundesregierung geübt. Er bemängelte die fehlende Führungsstärke als von der „Industrielobby“ beeinflusst.

2.5.2014

11:22 Uhr
Quelle: https://taz.de/US-Politiker-kritisiert-Bundesregierung/!5043166/

Tja.

@Röhrich


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Der hybride Krieg Russlands gegen die Ukraine

28.07.2026 um 12:20
Zitat von WurstsatenWurstsaten schrieb:Der Hinweis auf die Herbstaussaat widerlegt den Rückgang der Anbaufläche nicht. Die Wintergetreideflächen für die Ernte 2026 wurden zwar überwiegend im Herbst 2025 bestellt. Nach Einschätzung der FAO lagen aber gerade diese Flächen unter dem langjährigen Durchschnitt, unter anderem weil Betriebe auf rentablere Ölsaaten auswichen. Zusätzlich ist auch die russische Sommerweizenfläche zurückgegangen.
Damit reagierten russische Landwirte im Frühjahr, wie Landwirte in der Nordhalbkugel (EU, Kanada, USA) auf die damalige Situation, hohe Stickstoff- sowie Ölpreise, Weizen benötigt mehr Stickstoff um Brotqualitäten zu erzielen, während Sonnenblumen mit weniger auskommen und bei Soja als Leguminose ganz ohne Stickstoffdüngung auskommt.
In kalten Regionen dürfte die Auswinterung von Wintergetreide auch die Aussaat von Sommergetreide beeinflussen, je weniger durch Frost auswintert, desto weniger Sommergetreide wird ausgesät.
Zitat von WurstsatenWurstsaten schrieb:Von der Halbzeit der Ernte kann derzeit ebenfalls kaum die Rede sein. Das russische Landwirtschaftsministerium meldete am 17. Juli rund 21 Millionen Tonnen geerntetes Getreide und zugleich einen Rückstand von mehr als 2,5 Millionen Hektar.
Und das liegt garantiert nicht am langen Winter und der fehlenden Reife?
Ich schrieb zu dem Thema schon mal, Ende August werden wir sehen was geworden ist, denn die Getreideernte zu bewerten weil im Vorjahr 10% mehr zu Beginn der Ernte gedroschen wurde ist schlicht unsinnig. Landwirtschaft unterliegt der Natur und kann nicht in einen starren Werkskalender eingeteilt werden.
Da die Erträge in 2026 bislang in Russland etwas über den Schnitt der letzten Jahre und dem Vorjahr liegen, könnte das schon ein Grund für langsamere Ernten sprechen, ein Mähdrescher kann eben nur eine bestimmte Tonnage je Stunde durch die Maschine bekommen, mehr Ertrag bedeutet hier schon etwas langsamere Erntegeschwindigkeit.
Und da ist eine langsamere Abreife des Getreides noch gar nicht berücksichtigt.

In der Landwirtschaft sollte man immer mindestens 5 Jahre berücksichtigen und nie nur das Vorjahr, wenn man ein wenig in die Statistiken schauen möchte. Gerade die Getreideernte unterliegt starken jährlichen Witterungseinflüssen, angefangen vom Vegetationsstart nach dem Winter.

Sorgen um eine pünktliche Versorgung mit Diesel mag es in Teilen der russischen Landwirtschaft geben, da dürfte Korruption aber in der derzeitigen Lage der Ausschlag sein. Bis Ende Juni hat Russland noch Diesel exportiert, bei Benzin gibt es aber massiven Mangel.
Zitat von Zz-JonesZz-Jones schrieb:und 50 für den Export.
135 Millionen Tonnen Druschfrüchte und dann im Export nur Getreide nehmen, kann man machen...
Sonnenblumen und andere Früchte werden auch gedroschen (dürften in Deinen genannten 135 enthalten sein), da wird dann aber meist das Pflanzenöl exportiert. Bei Buchweizen müsste man nachschauen, ob dieser unter Grain exports fällt.
Weizenmehl wird ebenso exportiert, fällt dann nicht unter Grain exports.

Russland wird bei Getreide keinen Hunger erleiden, hat einer dieser "Hungersnot" Propheten mal in den Lagerbestand Russlands für Getreide geschaut?
Deutschland hatte auch mal hohe Lagerbestände staatlich aufgekauft und eingelagert, um in Krisen die Ernährung sicherstellen zu können, diese Interventionslagerbestände wurden in den letzten 3 Jahrzehnten stark reduziert.
Interventionsmaßnahmen Getreide
https://www.ble.de/DE/Themen/Marktorganisation/Intervention/Getreide/getreide_node.html

Putin hat sich bis um ~2010/12 nicht um die russische Landwirtschaft gekümmert, offenbar wurde im bei seinen geplanten Feldzügen dann aber bewusst wie wichtig eine gesicherte Lebensmittelversorgung sein könnte. Danach ist die russische Landwirtschaft stark gefördert worden, die Hektarerträge wurden gesteigert:
Wheat:
10-Year Trend
+17.9%
Quelle:
Production - Russia
https://www.fas.usda.gov/data/production/rs


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28.07.2026 um 12:35
Zitat von FellatixFellatix schrieb:Tja.
Die deutsche Politik (Regierungen) hat in den letzten ~25 Jahren keine Glanzleistung in der Russland Politik gezeigt, entweder wollte man nichts sehen oder man hatte falsche Berater (zB Vad und Co) und war blind.
Was nach 2014 lief toppte dann alles, die Krim Besetzung mit NS2 und neuen Gasverträgen zu belohnen ist der Hohn und all das wegen dem Festhalten vom Atomausstieg und der Energiewende.
BASF mit seinem Gasgeschäft darf man da als industriellen Akteur aber auch nicht vergessen oder Siemens, die ja ihre Kernenergiesparte verkaufte und heute gerne Gaskraftwerke gebaut sieht.


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Der hybride Krieg Russlands gegen die Ukraine

28.07.2026 um 12:45
Zitat von WurstsatenWurstsaten schrieb:Der kritische Punkt ist daher nicht, dass Russland in diesem Sommer plötzlich zu wenig Getreide erntet. Gefährdet ist die Kette aus Ernte, Abtransport, Lagerung, Verkauf, Finanzierung und nächster Aussaat.
In Russland dürfte es, wie in anderen Teilen der Welt auch, Interesse von Investoren geben wenn kleinere Betriebe das Hoftor zusperren.
Ein bekanntes Gesicht für solche Investoren ist ein Deutscher in Russland, der vom BMELV bis 2022 noch fürstlich gefördert wurde:
Stefan Dürr auch betitelt mit dem Nick "Putins Milchbauer" und die Ekosem Agrar.

Russland hat 2017 ein Gesetz erlassen wonach Betriebe enteignet werden können, die unterdurchschnittliche Hektarerträge erzielen.
Moskau will ineffiziente Landwirte enteignen
In Russland sollen im laufenden Jahrmehr als 100.000 Hektar an landwirtschaftlicher Nutzfläche aus dem Eigentum nicht effektiv wirtschaftender Landwirte in „effektive Hände“ überführt werden. Das hat der russische Landwirtschaftsminister Alexander Tkatschew auf dem „Zweiten russischen Forum für Lebensmittelsicherheit“ angekündigt, das Ende April in Rostow am Don stattfand.
Quelle: https://www.agrarheute.com/management/moskau-will-ineffiziente-landwirte-enteignen-534368

Einige russische Oligarchen dürften derzeit an so etwas interessiert sein, da sie keine Villen mehr in Frankreich oder Italien kaufen können.


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Der hybride Krieg Russlands gegen die Ukraine

28.07.2026 um 14:19
Zitat von WurstsatenWurstsaten schrieb:Bei der Ukraine haben die russischen Angriffe auf Häfen und zivile Frachtschiffe inzwischen tatsächlich dazu geführt, dass Reedereien Anläufe aussetzen. Es handelt sich also um eine beiderseitige Störung der Schifffahrt, allerdings mit unterschiedlichen Angriffszielen und Auswirkungen.
Bemerkenswert ist, dass die Ukraine Frachtschiffe erst jetzt häufiger angreift, obwohl es technisch gesehen auch früher möglich war. Da die Ukraine in der Lage war russische Kriegsschiffe zu versenken, war sie auch in der Lage Frachtschiffe zu versenken. Anscheinend haben die USA erst jetzt grünes Licht dafür gegeben.

Ansonsten bringt die ukrainische Drohnenoffensive in Russland den Kreml erheblich unter Druck.
Wenn die Ukrainer weiterhin so viele Drohnen einsetzen, wird der Kreml reagieren müssen, entweder verhandeln oder weiter eskalieren.


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Der hybride Krieg Russlands gegen die Ukraine

28.07.2026 um 15:22
Zitat von parabolparabol schrieb:Da die Ukraine in der Lage war russische Kriegsschiffe zu versenken, war sie auch in der Lage Frachtschiffe zu versenken. Anscheinend haben die USA erst jetzt grünes Licht dafür gegeben.
Glaube weniger an eine Freigabe durch die USA.
Die Ukraine führt in den letzten Wochen vermehrt Drohnenangriffe auf "zivile" Ziele durch, derzeit wird das in der Wahrnehmung noch nicht wirklich kritisiert. Bei dem russischen Amazon kann man sicherlich auch von Kriegsunterstützer sprechen aber nicht jedes Schiff oder LKW sind legitime Ziele.
Das Problem mit Einwegdrohnen ist dann die Zielauswahl bei fehlenden militärischen Zielen, die Drohne stürzt entweder ab und man steuert die in ein anderes Ziel.
Das wird noch für Diskussionen sorgen, die Ukraine sollte hier mit bedacht agieren.


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Der hybride Krieg Russlands gegen die Ukraine

28.07.2026 um 17:37
Zitat von FellatixFellatix schrieb:3. Ach, und ganz Europa soll Putin damals eingelullt haben? LOL ... Wie wars noch mal mit Polen, den NB8, sogar Brüssel?
Es stimmt nur teilweise, was Du schreibst.

Das stimmt:

Es gab und gibt in Europa und Amerika auch viele gutinformierte Menschen, die schon ab spätestens 2018 wussten aufgrund der Militärreformen in Russland, dass Russland einen militärischen Expansionskurs fahren wird.

Natürlich hat die NATO nicht geschlafen, sondern die Ukraine frühzeitig unterstützt.

Und es ist auch klar, dass Osteuropa immer warnte vor Russland und Nordstream 1 und 2 ablehnte.

Mein Dank geht an @nocheinPoet ! Es war sehr vorausschauend, diesen Thread im
Jahr 2015 einzurichten.


Was ich damit sagen wollte:

Jede Kette ist nur so stark wie das schwächste Glied.

Da Deutschland und viele andere europäische Staaten so stark mit Russland im Energiesektor verbandelt waren und sich immer mehr an Russland banden, hatte Putin seine Einlullung erfolgreich vorangebracht.

Putin dachte, Deutschland würde treu an seiner Seite stehen, da ja Gerhard Schröder immerhin noch Ex-Kanzler war und Deutschland sich von Russland wirtschaftlich komplett abhängig gemacht und es durch Sigmar Gabriel versäumt hatte, die Gasspeicher zu sichern. Statt dessen waren die Gasspeicher in russischer Hand und fast leer. Gut eingefädelt von Putin 😖 .

Warum war dieses Thema nie Thema im Wahlkampf von 2021? Als einziger Politiker reiste nur Robert Habeck 2021 in die Ost-Ukraine und sprach davon, dass Deutschland Waffen liefern müsste.
Grünen-Politiker Habeck spricht sich nach einem Besuch in der Ukraine dafür aus, dem Land Verteidigungswaffen zu liefern. Ist das haarsträubend naiv?
Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/habeck-und-die-ukraine-jenseits-der-ueblichen-twitter-100.html

Deutschland war nicht reif für eine Diskussion um die wahren Absichten Russlands im Jahr 2021. Deshalb ruderte Habeck schnell zurück, um nicht als naiv zu erscheinen und unwählbar zu werden:
Unter dem Eindruck seiner Ukraine-Reise hat Grünen-Chef Robert Habeck sich dafür ausgesprochen, dem Land Defensivwaffen zu liefern, um sich gegen Angriffe verteidigen zu können.
Habeck hatte sich auf Einladung der ukrainischen Regierung vor Ort selbst ein Bild von der Situation an der russisch-ukrainischen Frontlinie gemacht und präzisierte später in einem Interview im Deutschlandfunk, mit Waffen seien Nachtsichtgeräte, Aufklärungsgeräte oder Kampfmittelbeseitigung gemeint gewesen.
Quelle: siehe oben

Wir können froh sein, dass im Laufe der Jahre auch im Bundestag die Mehrheit gemerkt hat, welch ein fieses Imperium Russland ist.

Und der Deutschlandfunk würde heutzutage Habeck im Jahr 2021 mit seinem Wunsch nach Waffen für die Ukraine als klug und wegweisend beschreiben, aber nicht als naiv.

Nochmal zur Erinnerung in Bildern wie es 2021 war. Immerhin war in diesem Artikel von der „Frontlinie“ die Rede, wie in einem echten Krieg. Habeck wird nach seinem Besuch gewusst haben, wer der Urheber all der Separatisten in der Ostukraine ist. In Deutschland dachte man noch sehr verbreitet, es seien unkoordinierte Kämpfer und Unzufriedene in der Ostukraine am Werk.

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Der Journalist Andreas Rosenfelder* plädiert für „Toleranz“ im Umgang mit Habeck, ohne auf die tatsächlichen Erkenntnisse Habecks bezüglich Ukraine, Russland, Deutschland einzugehen.

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Bildquellen: siehe oben




FAZIT


1) Das war das Jahr 2021: der Titel „Jenseits der üblichen Twitter-Gewitter“ sagt, dass etwas vollkommen Unübliches geschehen ist, dass ein Politiker in die Ostukraine reist und es außerdem auch unüblich ist, über die Inhalte Ostukraine zu sprechen, zu schreiben, zu twittern.


2) Das war das Jahr 2021 in Deutschland, Habeck war einer der wenigen, die Durchblick hatten, aber verstummen mussten:
Robert Habeck
Im Mai 2021 hockt Robert Habeck, zu diesem Zeitpunkt noch Bundesvorsitzender der Grünen, auf dem Boden in dem zerstörten ukrainischen Dorf Schyrokyne unweit von Mariupol und betrachtet Munitionsreste. Für dieses Bild und seine Forderung nach Waffenlieferungen zur Selbstverteidigung an die Ukraine erhielt er damals Spott und Kritik. Nicht einmal ein Jahr später begann Russland seinen Angriffskrieg auf das Land.
Quelle: https://www.stern.de/politik/deutschland/diese-deutschen-politiker-zeigten-sich-im-militaerlook_37134200-37133878.html

______________


*
Andreas Rosenfelder ist Ressortleiter des Feuilletons von „Welt“ und „Welt am Sonntag“. Von 2010 bis 2013 war er stellvertretender Ressortleiter. Davor hat er acht Jahre lang für das Feuilleton der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ geschrieben und war Kulturredakteur bei „Vanity Fair“ in Berlin“.



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Der hybride Krieg Russlands gegen die Ukraine

28.07.2026 um 19:31
Es gibt leider noch immer viele Menschen, die meinen, in diesem Krieg unbedingt »neutral« bleiben zu müssen. In der Praxis läuft diese vermeintliche Neutralität jedoch häufig darauf hinaus, russische Propaganda zu übernehmen, den Angriffskrieg zu relativieren oder Putin und die russische Kriegsführung immer wieder zu verteidigen.

Alexander Kortan hat dieses Problem in einem seiner heutigen Videos noch einmal angesprochen. Der von ihm verwendete Begriff »Menschensafari« ist dabei keine bloße ukrainische Propagandavokabel.

Die unabhängige UN-Untersuchungskommission hat Hunderte Videos und Beiträge aus russischen Telegram-Kanälen ausgewertet und festgestellt, dass russische Drohnenoperatoren im Raum Cherson erkennbar zivile Personen verfolgen und gezielt mit Sprengsätzen angreifen. Betroffen waren unter anderem Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer, Busse, Krankenwagen sowie Feuerwehr- und Rettungskräfte.

Die UN bewertet dieses systematische Vorgehen als vorsätzliche Angriffe auf Zivilisten, als Kriegsverbrechen und als Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Form von Mord. Zahlreiche Aufnahmen dieser Angriffe wurden von russischen Militärkanälen sogar selbst veröffentlicht.

Etwas vorsichtiger wäre ich lediglich bei Kortans spezieller Behauptung, ausgerechnet die Einheit »Rubikon« bilde ihre Drohnenoperatoren planmäßig durch Angriffe auf Zivilisten aus. Dafür gibt es Berichte und ukrainische Angaben, bislang aber keinen ebenso eindeutigen unabhängigen Nachweis wie für das grundsätzliche Angriffsmuster.

An der Kernaussage ändert das nichts: In Cherson und inzwischen auch in weiteren Gebieten werden Zivilisten von russischen FPV-Drohnen gezielt gesucht, verfolgt und angegriffen. Das sind keine unvermeidlichen Begleitschäden eines Krieges, sondern dokumentierte und systematische Verbrechen.

Wer angesichts solcher Vorgänge noch immer so tut, als seien Angreifer und Angegriffene moralisch gleichzustellen, vertritt keine neutrale Position. Er relativiert die Verantwortung des Täters.

Youtube: MILITÄRISCHES VERSAGEN: Russlands Offensive SCHEITERT komplett
MILITÄRISCHES VERSAGEN: Russlands Offensive SCHEITERT komplett
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Der hybride Krieg Russlands gegen die Ukraine

28.07.2026 um 20:37
@Wurstsaten
Vielen Dank für Deine gehaltvollen Beiträge! Alexander Kortan gefällt mir immer sehr gut mit seinen Analysen.

Obwohl die ganze Offensive so blamabel für die Russen ist, will Putin weitere Soldaten mobilisieren, denn es tauchen überall Stellenanzeigen auf in Russland für Rekrutierer etc. Ob es immer so viele Stellenanzeigen für Rekrutierer und Zivilschützer gibt, wer weiß das schon? Aber sicherlich hat Mark Reicher gerade recherchiert bzw. recherchieren lassen, denn er macht seine Videos ja nicht allein.

Youtube: EILMELDUNG! RUSSLAND startet MOBILMACHUNG! GEHEIMDIENST enthüllt ALLE PLÄNE PUTINS!
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Es lohnt sich, dieses Video zweimal anzuschauen. Am Ende wiederholt er aber auch, so dass ich mal seine Kernaussage zusammenfasse:

Putin benötigt diese kriminellen Bandenstrukturen innerhalb des Militärs, mit Drogenhandel, Folter, Verheizen von Soldaten, Korruption, wer genug zahlt, muss nicht an die Front, damit das Militär keine Einigung vollziehen kann, die sich gegen Putin wendet, denn nichts mehr fürchtet Putin so wie das Jahr 1917, als sich das russische Militär gegen die Regierung wendete.

Es ist das alte Prinzip: teile und herrsche. Jeder im Militär hat kompromittierende Druckmittel gegen jeden in petto. Bei Bedarf holen die mächtigsten Politiker die Druckmittel hervor und zum Beispiel ein General wird abserviert, weil er Altmetall verschwinden ließ.

Ich denke, das ist es. Jeder vernünftige Mensch hätte schon längst gesagt: „Oh, es hat nicht geklappt, was ich wollte.“

Mark Reicher sagt auch, dass Putin alle Kriegsveteranen verheizen will und 500000 Mann einziehen möchte, um sich so das Problem der Kriegsveteranen vom Hals zu schaffen. Er geht davon aus, dass sie getötet werden. Ja, das könnte das Kalkül von Putin sein.

Ich kann mir vorstellen: Am Ende spinnt Putin das Narrativ, dass er einen erfolgreichen Krieg gegen die NATO geführt hat. Kaum jemand ist mehr da, der weiß wie es war, alle tot, die gekämpft haben, aber Russland lebt. Putin hat die alleinige Deutungshoheit. Alle, die etwas wissen, schweigen aus Angst.

Die EU tut gut daran, die Einreise von allen Soldaten aus Russland in die EU zu verbieten, nicht nur von ehemaligen Soldaten, für mindestens 30 Jahre und dann mit Verlängerung wenn nötig.

Überhaupt, es werden sicher Pässe gefälscht werden. Glaubt der Gesetzgeber wirklich, dass Russland verraten wird, wer Soldat war? Mir würde nichts fehlen, wenn Russen die EU nicht besuchen dürfen.


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Der hybride Krieg Russlands gegen die Ukraine

28.07.2026 um 20:55
Zitat von RöhrichRöhrich schrieb:Die Ukraine führt in den letzten Wochen vermehrt Drohnenangriffe auf "zivile" Ziele durch, derzeit wird das in der Wahrnehmung noch nicht wirklich kritisiert
Saubere Kriege gab es nie und wird es auch nie geben.

Die Ukraine wird gezielt keine Zwölfgeschosser in Schutt und Asche legen wie es Russland macht, aber klinisch rein gibt's nicht.

Selbst Eigenbeschuss kommt immer wieder vor.

Wir müssen uns nichts vormachen.


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Der hybride Krieg Russlands gegen die Ukraine

28.07.2026 um 21:10
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:Mark Reicher sagt auch, dass Putin alle Kriegsveteranen verheizen will und 500000 Mann einziehen möchte, um sich so das Problem der Kriegsveteranen vom Hals zu schaffen. Er geht davon aus, dass sie getötet werden. Ja, das könnte das Kalkül von Putin sein.
Soldaten als Verbrauchsmaterial und das Problem der zurückkehrenden Veteranen

Die Behauptung, Putin habe von Anfang an geplant, problematische Kriegsveteranen erneut einzuziehen und an der Front töten zu lassen, geht über das derzeit Belegbare hinaus. Für einen solchen langfristig vorbereiteten »Entsorgungsplan« gibt es keine belastbaren Nachweise.

Das zugrunde liegende Menschenbild des russischen Herrschaftssystems ist jedoch erkennbar: Gewöhnliche Menschen werden nicht als Bürger mit eigenen Rechten und Bedürfnissen behandelt, sondern als verfügbare Ressource. Solange sie für den Krieg gebraucht werden, dienen sie als Soldaten, Arbeiter oder propagandistische Helden. Werden sie verwundet, traumatisiert oder gesellschaftlich problematisch, wird ihre Versorgung vor allem unter dem Gesichtspunkt betrachtet, ob von ihnen eine Gefahr für die politische Stabilität ausgeht.

Rekrutierung aus besonders verwundbaren Gruppen

Zu Beginn des Krieges versuchte der Kreml, die militärischen und gesellschaftlichen Kosten möglichst von den politisch wichtigen Bevölkerungszentren fernzuhalten. Überproportional rekrutiert wurden Menschen aus armen Provinzregionen, Angehörige ethnischer Minderheiten, Migranten, Strafgefangene und andere sozial oder wirtschaftlich abhängige Gruppen.

Die Gefängnisrekrutierung begann beim Wagner-Konzern und wurde später vom russischen Verteidigungsministerium übernommen. Gesetzesänderungen ermöglichten schließlich auch Beschuldigten und Angeklagten, durch einen Militärvertrag einer weiteren Strafverfolgung oder Haft zu entgehen. Nach Angaben der Europäischen Asylagentur sollen bis Mitte 2025 rund 200.000 Gefängnisinsassen entsprechende Verträge unterzeichnet haben; manche Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 30 Prozent der neu angeworbenen Soldaten vorbestraft waren.

Darunter waren nicht nur Menschen, die wegen geringfügiger Delikte einsaßen, sondern auch verurteilte Mörder und andere schwere Gewalttäter. Der Staat nutzte ihre Notlage und die Aussicht auf Begnadigung, hohe Zahlungen und gesellschaftliche Rehabilitation. Dass viele dieser Männer schlecht ausgebildet und in verlustreichen Angriffen eingesetzt wurden, wurde zumindest in Kauf genommen.

Es wäre dennoch falsch, sämtliche Rekrutierten pauschal als gesellschaftlichen »Bodensatz« zu bezeichnen. Präziser ist es, von sozial marginalisierten, gesundheitlich belasteten, kriminalisierten oder wirtschaftlich besonders abhängigen Bevölkerungsgruppen zu sprechen. Der entscheidende Vorwurf richtet sich nicht gegen diese Menschen, sondern gegen einen Staat, der ihre Schwäche gezielt für einen Krieg ausnutzt.

Vom kurzfristigen Soldatenbedarf zum gesellschaftlichen Problem

Anfangs konnten von Wagner rekrutierte Gefangene nach sechs Monaten Fronteinsatz begnadigt nach Hause zurückkehren. Diese Regelung entsprach dem unmittelbaren militärischen Bedarf: Der Staat benötigte schnell große Mengen Infanterie und beschäftigte sich kaum mit den langfristigen Folgen.

Nach ihrer Rückkehr begingen einzelne ehemalige Kämpfer jedoch schwere Gewalttaten. Besonders problematisch waren Männer, die bereits vor ihrer Rekrutierung wegen Mordes oder anderer Gewaltdelikte verurteilt worden waren. Ein unabhängiges russisches Medium ermittelte anhand von Gerichtsakten und Medienberichten nahezu 500 getötete oder schwer verletzte Zivilisten durch zurückgekehrte Kriegsteilnehmer. Die genaue Gesamtzahl lässt sich von außen nur schwer überprüfen, das grundsätzliche Problem ist jedoch durch zahlreiche Einzelfälle dokumentiert.

Ein Rechtswissenschaftler einer Hochschule des russischen Innenministeriums warnte 2025 öffentlich vor einer weiteren Zunahme der Gewaltkriminalität. Als Risikofaktoren nannte er unter anderem bereits vorhandene kriminelle Biografien, posttraumatische Belastungen, Alkoholmissbrauch, mangelnde soziale Betreuung, fehlende zivile Berufsperspektiven und die im Krieg erworbene Gewöhnung an Gewalt. Auch der Umgang mit Waffen und militärische Fähigkeiten könnten nach der Rückkehr für kriminelle Strukturen interessant werden.

Dabei wäre es ebenso falsch, traumatisierte Veteranen allgemein mit Gewalttätern gleichzusetzen. Die meisten traumatisierten Menschen werden nicht kriminell. Das besondere Risiko entsteht hier durch die Kombination aus Kampferfahrung, vorheriger Gewaltkriminalität, Alkohol- oder Drogenproblemen, fehlender Behandlung, sozialem Abstieg und einem Staat, der diese Männer zunächst bewaffnet und anschließend nur unzureichend betreut.

Warum viele Soldaten nun nicht mehr zurückkehren dürfen

Das Verteidigungsministerium änderte 2023 die Bedingungen für rekrutierte Strafgefangene. Sie werden nach sechs Monaten nicht mehr automatisch entlassen, sondern müssen grundsätzlich ebenso wie gewöhnliche Vertragssoldaten bis zum Ende des Krieges dienen. Offiziell wurde dies mit der Gleichbehandlung gegenüber anderen Soldaten begründet.

Diese Änderung muss nicht als Beweis für einen geheimen Vernichtungsplan verstanden werden. Sie erfüllt mehrere offen erkennbare Zwecke zugleich: Russland behält erfahrenes Personal an der Front, verhindert einen weiteren Rückgang der Truppenstärke und verschiebt die sozialen Probleme einer massenhaften Rückkehr auf einen späteren Zeitpunkt.

Auch im Kreml wird die spätere Rückkehr der inzwischen sehr großen Veteranengruppe offenbar als mögliches Risiko für die Stabilität des Landes und seines politischen Systems betrachtet. Es besteht die Sorge, eine unkontrollierte Demobilisierung könne ähnliche Folgen haben wie die Rückkehr sowjetischer Afghanistanveteranen, von denen einige später in organisierte Kriminalität und gewaltsame Konflikte gerieten. Hinzu kommt, dass viele Soldaten im zivilen Leben nicht annähernd die Einkommen erzielen können, die ihnen für den Kriegsdienst gezahlt werden.

Programme wie »Zeit der Helden«, durch die ausgewählte Veteranen in Verwaltung und Politik eingebunden werden, dienen deshalb nicht nur ihrer gesellschaftlichen Anerkennung. Sie sind auch ein Instrument zur Auswahl, Kontrolle und politischen Bindung eines Milieus, das der Kreml einerseits als patriotische Elite verherrlicht, andererseits aber als mögliches Sicherheitsrisiko betrachtet.

Ausweitung der Rekrutierungsbasis

Gleichzeitig reicht die frühere Konzentration auf Gefangene, arme Provinzbewohner und andere marginalisierte Gruppen offenbar nicht mehr aus. Russland wirbt inzwischen verstärkt Studenten und technisch ausgebildete junge Menschen für Drohneneinheiten an. Angeboten werden hohe Zahlungen, Beurlaubungen vom Studium, die Übernahme von Studiengebühren und weitere Vergünstigungen. Unternehmen erhalten teilweise Vorgaben, eine bestimmte Anzahl von Beschäftigten zum Abschluss von Militärverträgen zu bewegen.

Das ist noch keine allgemeine Mobilisierung der urbanen Mittelschicht. Es zeigt aber, dass der Staat seine Personalbasis verbreitern und zunehmend auch besser ausgebildete Bevölkerungsgruppen erfassen muss. Der Krieg kann auf Dauer nicht ausschließlich mit Gefangenen, Migranten, ethnischen Minderheiten und Bewohnern abgelegener Regionen geführt werden.

Fazit

Putin hat wahrscheinlich nicht schon zu Kriegsbeginn einen ausgearbeiteten Plan verfolgt, gesellschaftlich problematische Veteranen später an der Front »entsorgen« zu lassen. Das wäre eine unbelegte Überinterpretation.

Das tatsächliche Vorgehen ist kaum weniger zynisch. Der russische Staat hat zunächst Menschen aus besonders abhängigen und politisch schwachen Gruppen für einen verlustreichen Krieg mobilisiert. Die Folgen ihrer Traumatisierung, Verrohung und späteren Rückkehr waren zweitrangig. Erst als schwere Straftaten und gesellschaftliche Unsicherheit sichtbar wurden, begann der Kreml, die Rückkehr großer Veteranengruppen als politisches Problem zu behandeln.

Die verlängerte Dienstpflicht hält diese Menschen gleichzeitig an der Front und aus der Zivilgesellschaft fern. Das muss nicht ihr ursprünglicher Zweck gewesen sein, ist inzwischen aber ein politisch nützlicher Nebeneffekt.

Das zugrunde liegende Prinzip bleibt gleich: Für das Regime ist der einzelne Mensch vor allem Manövriermasse – zunächst für den Krieg und anschließend für die Sicherung der eigenen Herrschaft.


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