Der ALGII-/Bürgergeld-Thread
um 12:40Eigentlich wollte ich hier nur Auszüge aus diesem Artikel posten - geht nicht primär um Bürgergeld-Empfänger, trifft aber auch auf viele davon zu:
Es geht nicht nur darum, dass 563 Euro – das ist der derzeitige Regelsatz im Bürgergeld – in der heutigen Zeit zu wenig sind, um davon selbstbestimmt leben zu können. Es geht auch darum, wie man Anträge ausfüllen muss und was von einem alles verlangt wird, wenn man dieses Geld in Anspruch nehmen will.Quelle: https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/gesunde-ern%C3%A4hrung-geht-als-armer-mensch-einfach-nicht/ar-AA1Yz2J7
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In einer Umfrage, die der Verein Sanktionsfrei im Jahr 2025 veröffentlicht hat, heißt es, dass über die Hälfte der Eltern im Bürgergeldbezug auf Essen verzichten, damit ihre Kinder essen können.
Solche Umstände kommen noch dazu. Für den alleinlebenden Erwachsenen sind 6,43 Euro im Regelsatz vorgesehen, die man täglich ausgeben darf für Essen und Trinken. Und für 6- bis 13-Jährige sind es 4,54 Euro. Wenn man sich zum Beispiel überlegt, welchen Energiebedarf pubertierende Jugendliche haben, dann reicht das hinten und vorne nicht.
Richtige Ernährung gehört auch zur Gesundheitsvorsorge. Genauso wie Arztbesuche. Was würde denn eine Kontakt- oder Praxisgebühr für jeden dieser Besuche für armutsbetroffene Menschen bedeuten, wie sie zuletzt wieder im Gespräch war?
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Wenn man zum Beispiel chronisch krank ist, dann hat man die Möglichkeit, sich von der Zuzahlung ab einer bestimmten Grenze befreien zu lassen. Aber oft muss man es erst einmal selbst zahlen und dann einen Antrag stellen, um das Geld im Folgejahr zurückzubekommen. Und das muss man erst einmal auslegen können.
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Meine persönliche Meinung ist, dass das Einzige, was helfen würde, ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre. Und wenn es dazu einen Volksentscheid gäbe, dann müsste dieser auch so formuliert sein, dass man ganz klar und deutlich mit Ja oder Nein antworten kann. Es gibt Forschung und Studien, die den Nutzen davon klar belegen. Wie zum Beispiel vom Historiker Rutger Bregman, der zum Ergebnis kommt, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht dazu führen würde, dass wir plötzlich alle nicht mehr arbeiten wollen. Es ist vielmehr der Anstoß dazu, dass sich der Mensch in Eigenverantwortung einen Beruf, eine Aufgabe wählt, die ihn glücklich macht.



