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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

22.903 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Hartz IV, Sanktionen, BGE ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

15.03.2026 um 19:24
Zitat von ToxidToxid schrieb:Sozialhilfe
Zitat von ToxidToxid schrieb:Grundsicherung
Ach, okay, danke für die Erklärung, für mich war das quasi dasselbe, vom Verständnis.


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10.04.2026 um 05:31
Aha:
Grund ist entscheidend

Urteil stellt Rechtslage klar: Bürgergeld-Empfänger war drei Monate in Portugal – Zahlungen liefen weiter

Ein Sozialhilfe-Empfänger reiste für drei Monate nach Portugal und bezieht trotzdem Geld vom Staat. Ein Gericht spricht ein klares, überraschendes Urteil.

Chemniz – Für viele klingt es nach einem langen Urlaub – drei Monate in der Sonne Portugals und währenddessen bezahlt werden. Ein Bürgergeld-Empfänger ging dafür jetzt vor Gericht. Grund dafür war, dass das Jobcenter die Zahlungen aussetzen wollte. Das Thema Urlaub ist für viele Empfänger schwierig. Das Jobcenter erklärt, dass sich der Empfänger nicht in Deutschland aufhielt und deshalb keinen Anspruch habe.
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Grund ist entscheidend

Urteil stellt Rechtslage klar: Bürgergeld-Empfänger war drei Monate in Portugal – Zahlungen liefen weiter

Ein Sozialhilfe-Empfänger reiste für drei Monate nach Portugal und bezieht trotzdem Geld vom Staat. Ein Gericht spricht ein klares, überraschendes Urteil.

Chemniz – Für viele klingt es nach einem langen Urlaub – drei Monate in der Sonne Portugals und währenddessen bezahlt werden. Ein Bürgergeld-Empfänger ging dafür jetzt vor Gericht. Grund dafür war, dass das Jobcenter die Zahlungen aussetzen wollte. Das Thema Urlaub ist für viele Empfänger schwierig. Das Jobcenter erklärt, dass sich der Empfänger nicht in Deutschland aufhielt und deshalb keinen Anspruch habe.
Quelle:
https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/urteil-stellt-rechtslage-klar-bürgergeld-empfänger-war-drei-monate-in-portugal-zahlungen-liefen-weiter/ar-AA20lNhD?cvid=69d5e4727de54a38953f2482de1e6857&ocid=hpmsn

Ein "wegweisendes" Urteil, sehr gut.


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10.04.2026 um 10:36
@ApexOne

Habe den Artikel gelesen. So ganz offensichtlich ist es ja nicht, welches psychische Leiden ausschließlich in Portugal heilbar wäre, aber natürlichfehlen uns hier Details.

So richtig dem Arbeitsmarkt steht man ja nicht zur Verfügung in der Sonne des Südens, aber ok.


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10.04.2026 um 10:41
@sacredheart
Ich hätte nie gedacht dass die Realität die Bürger von Schilda überholt.
Aber Leistung lohnt sich so sehr@ dass man bis 70 arbeiten sollte, dann kann man sich auch ein Sozialstaat leisten..ist ja ganz wichtig.


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10.04.2026 um 11:04
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Ein "wegweisendes" Urteil, sehr gut.
Um das auch mal zu zitieren:
Der 7. Senat des Sächsischen Landessozialgerichts (LSG Sachsen) stoppte das mit einem Beschluss vom 23. März 2026 (Az. L 7 AS 84/26 B ER). Das Gericht stellte klar: Der Mann hatte seinen gewöhnlichen Aufenthalt weiterhin in Deutschland. Die Zeit in Portugal war ausschließlich vorübergehend und diente der Wiederherstellung seiner psychischen Gesundheit. Für einige Empfänger ist auch der Ausstieg aus dem Bürgergeld psychisch belastend.

Das LSG Sachsen stellte fest, dass das Gesetz bei einem „wichtigen Grund“ keine zeitliche Obergrenze für die Abwesenheit vorsieht. Das Jobcenter muss in solchen Fällen seine Zustimmung erteilen – vorausgesetzt, die betroffene Person bleibt erreichbar. Telefon, E-Mail, Post oder Videokonferenz reichen dafür aus. Auch eine dritte Person, die Post sichtet, ist laut Gericht zulässig.
Quelle: https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/urteil-stellt-rechtslage-klar-b%C3%BCrgergeld-empf%C3%A4nger-war-drei-monate-in-portugal-zahlungen-liefen-weiter/ar-AA20lNhD?cvid=69d5e4727de54a38953f2482de1e6857&ocid=hpmsn


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10.04.2026 um 11:08
@sooma
Danke für die Hervorhebung...das ist mir erst aufgefallen...wenn es kein Verschreiber ist, echt Hammer:
Für einige Empfänger ist auch der Ausstieg aus dem Bürgergeld psychisch belastend.
Quelle: https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/urteil-stellt-rechtslage-klar-b%C3%BCrgergeld-empf%C3%A4nger-war-drei-monate-in-portugal-zahlungen-liefen-weiter/ar-AA20lNhD?cvid=69d5e4727de54a38953f2482de1e6857&ocid=hpmsn

Der Ausstieg bedeutet...arbeiten gehen zu müssen?


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10.04.2026 um 19:48
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Der Ausstieg bedeutet...arbeiten gehen zu müssen?
@ApexOne

Seltsamerweise wird das psychische Belastungsmoment, das eine Steuernachzahlung darstellen kann, meines Wissens nie berücksichtigt.

Gleiches gilt für die Belastung, die eine Umsatzsteuervorauszahlung darstellen kann.

Der Staat berücksichtigt das, wenn er anderer Leute Geld raushaut, nicht aber wenn er es abgreift.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

25.04.2026 um 20:02
Auch die neue Bürgergeldreform wird keine positiven Einfluss haben.
Solange Behörden keine transparente und übergreifende IT nutzen und der Datenschutz dort immer im Weg steht, kann man Nichts reformieren.


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06.06.2026 um 15:32
Hier hat ein Insider dem ZDF ein Interview gegeben und wurde dafür fristlos gefeuert:
Der Jobcenter-Mitarbeiter Fred Göcken war zuvor in der ZDF-Doku „Am Puls mit Sarah Tacke – System Bürgergeld: Leben ohne Leistung“ aufgetreten und hatte Strukturen in der Arbeitslosenvermittlung kritisiert. Dort hatte er unter anderem die Vermutung geäußert, dass zwischen 30 und 40 Prozent der Bürgergeldempfänger in ihren Anträgen unwahre Angaben machen würden. Dies sei „ein offenes Geheimnis“. Auch nannte er „Geldausgeben“ die zentrale Aufgabe des Jobcenters.

Die Kommune kündigte Göcken daraufhin laut „FAZ“ mit dem Vorwurf, er habe das Jobcenter „diffamiert“. Das Interview sei außerdem nicht genehmigt worden. Zwar dürften auch Beschäftigte des öffentlichen Dienstes sachliche und konstruktive Kritik üben, mit den Anschuldigungen seien aber die Grenzen der Meinungsfreiheit
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/nach-kritischem-zdf-interview-jobcenter-mitarbeiter-in-bremen-wurde-offenbar-fristlos-gekundigt-15686520.html

Aber klar. Bremen SPD und es zählt das was Bas dazu sagt. Alles andere kann einfach nicht stimmen.


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07.06.2026 um 11:41
Zitat von LanzaLanza schrieb:Hier hat ein Insider dem ZDF ein Interview gegeben und wurde dafür fristlos gefeuert:
Der Rechtsweg steht ihm offen und das meine ich nicht abfällig oder salopp sondern hier sollte er ggf. prüfen lassen und anfechten, ob die Kündigung gerechtfertigt war wegen so was bzw. wegen der genauen Äußerungen an sich.

Ob er dann mit dem AG noch nach einer möglichen Rücknahme auf einen grünen Zweig kommen würde bzw. weiterhin glücklich in dem Arbeitsumfeld wäre ist eine andere Frage.

---

Ansonsten ist das für mich unabhängig seiner geschätzten Angabe wirklich nichts Neues, auch wenn "ein Drittel" schon relativ viel wäre, sofern wahr. Ich war selbst mal gut insgesamt 2 Jahre im damaligen ALG II Bezug, aufgeteilt auf zwei Phasen oder Bezugszeiträume, nicht am Stück. Schon damals, und das war lange bevor es den Begriff "Bürgergeld" gab, gab es Leute die sich im System ausgeruht haben was zwischen "falsche Angaben im Antrag" vs. "sich nach erfolgter Antragstellung im System bequem machen" irgendwie mehr oder weniger aufs gleiche raus kam.

Und das schreibe ich nicht weil ich mal irgendwo in nem Wartezimmer mit anderen saß und diese oberflächlich beurteilt habe was ja bekloppt wäre - sondern weil ich mit diesen Leuten auch direkt und zusammen mehr Zeit in Maßnahmen, in 1-2 Fällen auch im Haus (andere Mieter) verbracht habe und durch deren eigenen Habitus und Aussagen quasi die Bestätigung hatte, was deren primäre Motivation war. Es ist wichtig zu betonen, dass das nur ein Teil war. Und ein Teil von einer Masse ist logischerweise nicht die gesamte Masse.

Ich habe in meiner Zeit eher mehr Leute erlebt, die arbeiten oder studieren wollten aber halt irgendwie da reingerutscht sind um ihren Lebensunterhalt abzusichern da sie relativ unschuldig einfach gerade keine Stellen gefunden haben oder da sie ggf. noch zu behebende Defizite, die ihnen dabei im Weg standen, mitbrachten und die in Trainings und Maßnahmen dann behoben werden sollten.

Wie dem auch sei, wir müssen uns als Gesellschaft wegen maßgeblicher Automatisierung mental darauf einstellen, dass es bald eine ganze Menge (manche im Netz nutzen abfällig das Wort "Kaste" bzw. im englischen das Wort "permanent underclass" aber von solchen Begriffen und einem framing halte ich wenig, auch wenn es teils eher ironisch oder mahnend und nicht abfällig-bierernst gemeint sein mag) Menschen geben mag die vermutlich trotz bis dato gefragter Fähigkeiten oder Kenntnisse mehr oder minder dauerhaft arbeitslos sein könnten. Respektive die keinen Job finden werden weil es viel weniger Bedarf an menschlichen Arbeitskräften in dem Bereich geben könnte und die endlichen Stellen besetzt sind.

Aus meiner Sicht bedeutet das, dass bisher verschmähte und zu Recht kritisierte Betrüger irgendwo über Zeit immer weniger ins Gewicht fallen werden bzw. den Kohl nicht mehr wirklich fett machen. Da sich in einer automatisierten Gesellschaft nicht mehr wie bisher alles um Erwerbstätigkeit und Beschäftigung als relevante Maßgabe von sowohl teilweise Statussymbol oder Selbstwertdefinierung wie auch als nüchterne Form der Lebenserhaltung drehen wird.

Spitzbübisch gesagt wird sich auch der Akademiker mit gutem Abschluss mit den z.B. eher Bildungsfernen einreihen können; für beide gäbe es in der Zukunft (noch) weniger Stellen und Arbeitsmarktchancen. Da fallen aus meiner Sicht einfach dann auch Leute die sich nen Lenz machen wollen oder sich Leistungen erschleichen - so kritikwürdig das für sich genommen sein mag - in der Gesamtsumme einfach dann weniger ins Gewicht als vielleicht heute oder vor 15 Jahren noch.


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07.06.2026 um 13:42
Zitat von WardenWarden schrieb:weniger Bedarf an menschlichen Arbeitskräften in dem Bereich geben könnte und die endlichen Stellen besetzt sind.
@Warden

Ob das Ausmaß so gewaltig sein wird, bleibt abzuwarten.

Immerhin gab es ja auch schon eine Menge anderer Rationalisierungen, die Arbeit nicht dauerhaft zur Mangelware machten.

Die Landmagd, der Steiger, der Stahlarbeiter, das Fräulein vom Amt, die Stenotypistin, der Setzer, handwerkliche Produzenten, ein erheblicher Teil der Fabrikarbeiter: Alles keine Arbeitsplätze mehr für die Masse.

Bei KI wird es anders sein, es wird auch Qualifizierte treffen. Ein Studium ist keine Arbeitsplatzgarantie aber war es die meiste Zeit über nicht, höchstens die letzten 20 Jahre, wenn man nicht gerade Kunstgeschichte studiert hatte.

Dennoch wird es einen Riesenunterschied machen ob man sein Humankapital einbringt oder beim Zocken schont. Es ist doch absehbar, dass in Zukunft weniger Geld für mehr Empänger da sein wird. Wo soll es denn herkommen?


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

08.06.2026 um 05:19
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Ob das Ausmaß so gewaltig sein wird, bleibt abzuwarten.

Immerhin gab es ja auch schon eine Menge anderer Rationalisierungen, die Arbeit nicht dauerhaft zur Mangelware machten.

Die Landmagd, der Steiger, der Stahlarbeiter, das Fräulein vom Amt, die Stenotypistin, der Setzer, handwerkliche Produzenten, ein erheblicher Teil der Fabrikarbeiter: Alles keine Arbeitsplätze mehr für die Masse.

Bei KI wird es anders sein, es wird auch Qualifizierte treffen. Ein Studium ist keine Arbeitsplatzgarantie aber war es die meiste Zeit über nicht, höchstens die letzten 20 Jahre, wenn man nicht gerade Kunstgeschichte studiert hatte.

Dennoch wird es einen Riesenunterschied machen ob man sein Humankapital einbringt oder beim Zocken schont. Es ist doch absehbar, dass in Zukunft weniger Geld für mehr Empänger da sein wird. Wo soll es denn herkommen?
Sorry wieder ne kleine Textwand aber als Kurzzusammenfassung: Weiß nicht was kommen mag aber ich denke es werden perspektivisch (je nachdem ob/wie reguliert wird oder nicht) mehr Arbeitsplätze quantitativ entfallen als hinzukommen.


Ja, man wird abwarten und Tee trinken müssen.

Andererseits: Das Problem ist, dass KI, gerade KI im weiter definierten Sinne (AGI/SI), das Potenzial hat nicht nur in einzelnen Branchen oder Aufgabengebieten den Menschen zu verdrängen - sondern ihn quasi an sich zu verdrängen, obsolet zu machen. Spätestens wenn die Robotik nachzieht. Ich glaube in der Historie gab es einfach in der Form keine vergleichbare technische Entwicklung. Disruptive Technologie - auf Steroiden.

Kommt natürlich drauf an wie diese reguliert werden würde. Aber mal salopp: Wenn hier wegen Profitinteresse und aggressivem Lobbyismus die Regulierung geringfügig wäre, könnte es ziemlich viele menschliche Arbeitsstellen kosten. Da landen dann erst mal in einem überschaubaren Zeitraum (von Monaten bis Jahren; jetzige "Layoff-Tracker" die Entlassungsmeldungen zeigen sind hier schon erhellend, allein in seit Januar 2026 sind in Großkonzernen ziemlich viele Leute, teils bis zu 30+% der Workforce entlassen worden in gewissen Fällen. Oder mehr glaube ich.) immer mehr Menschen in der Arbeitslosigkeit. Die suchen und finden dann teils auch erst mal noch irgendwie neue Jobs. Aber wenn der Trend weiter einsetzt dann werden die verfügbaren Arbeitsplätze quantitativ vermutlich eher sinken, mit der Zeit. Da "KI" bzw. Robotik weiteren Personalzuwachs obsolet macht und bestehende workforces wahlweise mit der Technik effizienter arbeiten und somit Personalkosten/-zuwachs sparen...

...oder sogar einen bestehenden Personalpool in der Form nicht mehr notwendig erscheinen lassen und dieser verringert wird. So meine generelle abstrakte Prognose.

Die Frage ist was macht man halt mit Menschen die dauerhaft arbeitslos werden oder nur noch ggf. temporär Jobs finden, ggf. auch geringer bezahlt bzw. nur in Teilzeit.

Die Weltbevölkerung soll bis grob 2100 erst mal noch zunehmen bis sie ab dann langsam abflachen soll. Da werden ziemlich viele Menschen in die Röhre gucken. Wenn man keine massive Verarmung und Verslummung oder Graben- bzw. Verteilungskämpfe will respektive menschliche Arbeitskräfte in einem besonderen Maße nicht schützen will/kann vor Automatisierung, so müsste man dann mit einer Art "BGE" aufwarten wo irgendwie immer noch genug erwirtschaftet wird, was dann diesen Menschen ein soziales Sicherungsnetz ermöglicht. Das übersteigt meine VWL-Kenntnisse aber, inwiefern so was bei mutmaßlich steigenden Arbeitslosenzahlen umsetzbar wäre. Dauerhaft zumindest.

Ich kann mich aber auch total irren oder festgefahren an einem pessimistischen Verlauf festbeißen, der so ggf. nicht zwingend eintreten mag. Am Ende wird es bekanntlich die Zeit zeigen.

Umhin komme ich aber nicht - auch wenn es ganz anders bzw. nicht so schlimm kommt - darauf hinzuweisen, dass jede Person die das hier liest und die zumindest noch 1-2 Jahrzehnte Arbeitsleben vor sich hätte kritisch zu prüfen, wie zukunftssicher man selbst aufgestellt ist. Dass Jobs bzw. Stellen quantitativ obsolet werden ist bereits Fakt und betrifft seit einiger Zeit ganz akut Menschen. Man ist also in naher Zukunft nicht zwingend davor sicher, wenn man nicht schon betroffen war. Gerade ist in vielen Stellen wahlweise eine Automatisierung noch undenkbar (Handwerk z.B., also die handwerklichen Tätigkeiten an sich) oder man ist gut dabei wenn man selbst KI-Kenntnisse aufbaut oder anwenden kann.

Aber "morgen" oder "übermorgen" kann das schon wieder überholt sein, wenn der potenziell billigere Roboter die eigene Arbeitskraft in Frage bzw. den Schatten stellt. Und so wie ich das einschätze werden mehr Jobs entfallen als hinzukommen - ausser man generiert zur Stabilisierung ABM-mäßige Jobs und Ersatzbeschäftigungen. Vielleicht werden wir auch in Summe weiter aber an sich weniger arbeiten während uns Maschinen die Arbeit im wahrsten Sinne abnehmen werden.

Ma kieken, ich werds ja vermutlich erleben die nächsten Jahrzehnte.


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08.06.2026 um 07:02
Vieleicht sollte man das System grundlegend ändern - es muss vom Aufbau her nicht erlauben/zulassen dass einer betrügt.
Ich meine ein Staat der 44 Mio Arbeitnehmer, hunderttausende Unternehmen, deren Finanzaktivitäten, Sozialversicherungsbeiträge etc. überwachen, besteuern, einziehen kann, kommt mit den paar nicht aus der Grundsicherungsgruppe nicht klar? (Wenn ich Renter mit GS, Aufstocker, Kinder abziehe).
Zitat von WardenWarden schrieb:Die Frage ist was macht man halt mit Menschen die dauerhaft arbeitslos werden oder nur noch ggf. temporär Jobs finden, ggf. auch geringer bezahlt bzw. nur in Teilzeit.
Da schlage ich Jobsharing vor.
Wir machen Schichtsysteme dass jeder arbeiten kann und muss...kann man für viele Stellen jetzt schon machen. Ich lese immer hier im Forum dass keine gerner daheim ist und wenn wir das Geld der Arbeiter mit den Arbeitslosen teilen, sollten wir auch die Arbeit auch teilen.

Welchen Sinn macht es denn in einem vereinfachten Beispiel wenn A Vollzeit arbeiten geht, die Hälfte seines Lohnes abgibt um B das Daheimbleiben zu finanzieren?
Dann machen wir es doch gleich so: A arbeitet nur die Hälfte und B übernimmt die andere Hälfte, A hat soviel wie vorher aber dafür Freizeit.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

08.06.2026 um 17:22
ZDF-Doku „Am Puls mit Sarah Tacke – System Bürgergeld: Leben ohne Leistung“
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/nach-kritischem-zdf-interview-jobcenter-mitarbeiter-in-bremen-wurde-offenbar-fristlos-gekundigt-15686520.html

Ich habe diese Sendung gesehen und sie war einfach nur darauf ausgelegt, das Bild des asozialen Arbeitslosen zu zeichnen.
Man hat dort Menschen vorgeführt, die Reporterin gibt andauernd süffisante Kommentare ab.

Hier nimmt ein Streamer die Sendung auseinander:

Youtube: Diese Bürgergeld-Doku ist unfassbar EHRENLOS
Diese Bürgergeld-Doku ist unfassbar EHRENLOS
Externer Inhalt
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Am Anfang sieht man wie Sozialleistungsempfänger zu einer Maßnahme gekarrt werden.
Es sind nicht alle aufgetaucht, deswegen fahren Jobcenter-Mitarbeiter nun zu den Leuten nach Hause.
Dann ist die Reporterin beim Landrat und der jammert direkt, dass man ihm vorwirft, dass er illegale Zwangsmaßnahmen durchführe.

Es wird mal wieder das Märchen erzählt von den vielen Totalverweigerern.
In Wahrheit liegt die Quote da bei 0,4 % aller Empfänger, ist also schwindend gering und nicht von Belang.
Diese Doku macht daraus natürlich was anderes.
Der Streamer ordnet dies ab Minute 12:35 und 16:34 ein.

Dann haben sie einen angeblichen Sozialleistungsbetrüger vor der Kamera, der Einblick in sein Leben gibt.

Ab Minute 33:50 geht es um den oben im Tagesspiegel thematisierten entlassenen Jobcenter-Mitarbeiter.

Ab Minute 44:07 wird noch eine Jobcenter-Mitarbeiterin interviewt und dann geht es weiter zu den Hausbesuchen.
Im Auto wird über die Menschen, die besucht werden hergezogen wird.
Es ist einfach nur widerlich.
Ach ja: Die Reporterin ist die ganze Zeit herabwürdigend unterwegs, um schön Stimmung zu machen beim Publikum.

Ca. ab Minute 54:00:
Die Reporterin befragt Migranten und schürt da das übliche Feuer:
Faul, sind nur wegen des Geldes hier, wollen nicht arbeiten.
Danach postiert sie sich vor einem Jobcenter und will dort die Leute vor die Kamera holen, auch alles begleitet von herablassenden Kommentaren seitens der Reporterin.
Niemand will ihr ein Interview geben.
Der gekündigte Jobcenter-Mitarbeiter bekommt auch noch mal die Gelegenheit über Migranten herzuziehen.
Er will Sanktionen für Fehlverhalten.

Ab 1:12:57:
Die Reporterin trifft wieder jemanden, der unerkannt bleiben will.
Einen Bürgergeldempfänger, der angeblich schwarz arbeitet und teilweise 2-3 Mitarbeiter beschäftigt.
Er ist Handwerker.
Ein Zuschauer des Streamers wirft ein:
"Ich finde gut, dass ihr nur Extremfälle zeigt und nicht die Mutter mit drei Kids, die am Hungern ist, damit ihre
Kids mehr essen können."

Ab 1:23:33:
Es geht weiter - wieder Hausbesuche.
Der Mitarbeiter fingert im Briefkasten rum. Darf er bestimmt nicht.
Im nächsten Haus öffnet er sogar den Briefkasten.
Diesmal treffen sie jemanden an.
Der arme Mann wird vorgeführt, er lebt in desolaten Wohnverhältnissen, alles ist zugemüllt und man merkt, dass mit ihm auch irgendwas nicht stimmt.
Die beiden Jobcenter-Mitarbeiter und die Reporterin ziehen erstmal genüsslich darüber her, die Mitarbeiterin sogar noch in Anwesenheit des Mannes.
Er ist psychisch krank und nimmt seit Jahren Drogen.
Dann kommt endlich was Gutes: Sie besprechen sich mit ihm und wollen ihm helfen!
Das passt der Reporterin nicht und sie bohrt nach und fragt die Mitarbeiter, wie erfolgversprechend das wohl sein wird.
Und hier winken die Mitarbeiter ab und sagen klipp und klar, dass es in diesem Fall nicht um Arbeitsvermittlung, sondern um Stabilisierung und Hilfe, sehr gut!

Ab 1:34:30:
Erfolgreiche Fallbeispiele werden gezeigt.
Eine Frau mit Migrationshintergrund, die durch Förderung Arbeit gefunden hat und eine Beratungsstelle wird gezeigt und deren Konzept vorgestellt.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

08.06.2026 um 17:36
Staiy und Sarah Tacke das ist natürlich auf beiden Seiten Leute, wo jede Aufmerksamkeit verschenkte Lebenszeit ist.
Zitat von LepusLepus schrieb:In Wahrheit liegt die Quote da bei 0,4 % aller Empfänger, ist also schwindend gering und nicht von Belang.
Weißt du wie sich diese Zahl zusammensetzt?
Würde mich interessieren.


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08.06.2026 um 21:36
Es gibt wohl eine Programmbeschwerde wegen der Doku:
„Sanktionsfrei“ reicht Programmbeschwerde ein
Nun hat der Verein „Sanktionsfrei“ eine Programmbeschwerde beim ZDF-Fernsehrat eingereicht. Der Vorwurf der Organisation: Die Berichterstattung sei weder sachlich noch ausgewogen oder diskriminierungsfrei gewesen. „Die Sendung arbeitet aus unserer Sicht mit drastischen Einzelfällen, fehlender Einordnung und mehrfachen pauschalisierenden negativen Zuschreibungen gegenüber Bürgergeldbeziehenden“, schreibt der Verein bei Instagram.
Quelle: https://www.focus.de/kultur/kino-tv/programmbeschwerde-eingereicht-buergergeld-doku-im-zdf-sorgt-fuer-kritik_8243f20d-452f-46e4-8c7f-c1ceafe1e6b1.html

Tacke bzw.
Zitat von LepusLepus schrieb:die Reporterin
Sagt dieses:
Nun hat sich auch die Moderatorin der Sendung zu Wort gemeldet und die Kritik zurückgewiesen. „Klar ist: Die allermeisten beziehen Bürgergeld zu Recht. Aber ein System muss Missbrauch verhindern – sonst verliert der Sozialstaat Akzeptanz. Und die neue Grundsicherung bringt zwar härtere Sanktionen, ein echter Systemwechsel ist sie aber nicht“, schreibt Sarah Tacke auf der Plattform X.
Quelle: Wie oben

@Lepus : Wenn du Sarah Tacke so kritisiert, müsste man das ZDF doch fast generell in die "Tonne treten" ?

Wenn zu juristischen Einschätzungen oft "die Reporterin" zu hören ist, aber dMn so daneben liegt, wäre das ein größeres Problem. Denn Tacke ist
Seit Oktober 2019 leitet sie die ZDF-Redaktion Recht und Justiz.[4]
Quelle: Wikipedia: Sarah Tacke

Und immer wenn es mal heikel wird hört man sie mit ihrer "Expertise".


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08.06.2026 um 21:46
@Lanza
Hier geht es aber nicht um das ZDF, sondern um die Aussagen zu ALGII.
Dass die Öffentlich-Rechtlichen sich dem rechten Diskurs anschleimt und andauernd Rechten bis Rechtsextremen eine Plattform bietet und leider auch beim RTL2-typischen Arbeitslosen-Bashing mitmachen ist mir bekannt und wird von mir kritisiert, aber eben nicht hier.

Hast du dir das verlinkte Youtube-Video und die Kritik des Streamers zu dieser Doku angesehen und möchtest was dazu sagen?
Wenn nicht ist auch nicht schlimm, ist ein langes Video, aber bitte ziehe dann das Thema nicht ins Off-Topic.


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09.06.2026 um 07:24
Anhand von umgesetzten Leistungsminderungen auf den Anteil der "Totalverweigerer" zu schließen ist so witzig wie absurd.
Der Begriff Totalverweigerer wurde ja politisch definiert. Personen die nie zu Terminen kommen und eine Arbeit aktiv ablehnen und ausschlagen.

Man wollte gerne das Narrativ bedienen, dass es ein kleiner Teil ist der so agiert. Belegen wollte man dies mit den umgesetzten Sanktionen.

Jedoch gibt es keine Sanktionspflicht, ob sanktioniert wird entscheidet die Integrationsfschkraft ganz alleine. Ist die schon randvoll mit Arbeit, wird nicht sanktioniert.

Die Rahmenbedingungen die für diese Sanktionen geschaffen wurden, sind so abstrus und weltfremd (Der Vermittler muss bei Vertragsablehnung mit am Tisch sitzen, bei der Sanktionsumsetzung muss die Stelle jedoch noch nicht besetzt sein). Dies ist in der Praxis nicht umsetzbar, ein weiterer Grund warum nicht sanktioniert werden kann. Politische Spielchen um eine Grundlage zu haben.

Personen die zu jedem dritten Termin nur kommen, zu Terminen kommen und dennoch nix machen etc .... zählen ja nichtmal zur Personengruppe.

Alltag ist für Leftys offenbar ein Problem. Schade.


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09.06.2026 um 12:34
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Dann machen wir es doch gleich so: A arbeitet nur die Hälfte und B übernimmt die andere Hälfte
und wie viel verdienen die beiden dann? reicht das um ein Leben/Familie zu finanzieren?


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09.06.2026 um 12:36
Zitat von RayWondersRayWonders schrieb:und wie viel verdienen die beiden dann? reicht das um ein Leben/Familie zu finanzieren?
? Hast Du die Idee verstanden ? ja, natürlich, alles wie vorher, nur das beide arbeiten...jetzt reicht es doch auch...


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