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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

22.903 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Hartz IV, Sanktionen, BGE ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

09.06.2026 um 12:37
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Hast Du die Idee verstanden ?
ich hab sowas sogar mal bei einem Jobinterview vorgeschlagen (also dass die angebotene Stelle auf 2 Personen gestellt wird). da wurde mir gesagt das ist für das Unternehmen und Arbeitgeber ungünstig und kostenintensiver..
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:ja, natürlich, alles wie vorher, nur das beide arbeiten...jetzt reicht es doch auch...
es müssen aber dann beide Personen von jemanden beim Arbeitsamt betreut werden weil beide aufstocken müssen`?


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

09.06.2026 um 12:38
Zitat von RayWondersRayWonders schrieb:es müssen aber dann beide Personen von jemanden beim Arbeitsamt betreut werden weil beide aufstocken müssen`?
Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

09.06.2026 um 14:53
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:A arbeitet nur die Hälfte und B übernimmt die andere Hälfte, A hat soviel wie vorher aber dafür Freizeit.
Da hängt das System schon an der Qualifikation von B um überhaupt die Arbeit von A erledigen zu können. Ist ja nicht so, dass die, die nicht arbeiten gehen, trotzdem qualifiziert sind um überhaupt arbeiten zu können. Das funktioniert dann eben nur bei Jobs, für die man keine Qualifikation benötigt, in dem Fall müsste A aber in jedem Fall 100 % behalten und der unqualifizierte C mit Job dann B die Hälfte abgeben.

Und ob dann noch das Geld für alle reicht, wenn A außen vor bleibt, das klären wir im Kapitalismus Thread 🤪


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

10.06.2026 um 19:11
Ich finde es spannend dass die Kritik des Fallmanagers die Jobcenter seien da um Geld auszugeben, dass dies Leute überrascht.
Es ist der öffentliche Dienst, am Ende haben die Kassen leer zu sein. Dies ist seit 80 Jahren so im ÖD.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

10.06.2026 um 20:18
und ich finde, man sollte auch mal darüber nachdenken wenn einfach irgendwelche Äußerungen gemacht werden mit Zahlen inwiefern diese belegt oder total aus der Luft gegriffen sind.

ich kann mich auch in den Medien hinstellen und behaupten, dass 50% aller finanzstarken Bürger und Anleger in Aktien, Crypto etc. diese nicht angeben beim Finanzamt und Steuern hinterziehen..

reinstes nach unten und nach oben treten ohne Belege..


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

10.06.2026 um 21:58
Zitat von RayWondersRayWonders schrieb:und ich finde, man sollte auch mal darüber nachdenken wenn einfach irgendwelche Äußerungen gemacht werden mit Zahlen inwiefern diese belegt oder total aus der Luft gegriffen sind.
Die BA macht sogar Minus -> zu lesen im Geschäftsbericht 2025, Seite 34.

SCR-20260610-szgf

Von hier:
https://www.arbeitsagentur.de/ueber-uns/veroeffentlichungen/berichte-und-haushalt
Das Dokument:
https://www.arbeitsagentur.de/datei/geschaeftsbericht-2025_ba056572.pdf
Zitat von RayWondersRayWonders schrieb:ich kann mich auch in den Medien hinstellen und behaupten, dass 50% aller finanzstarken Bürger und Anleger in Aktien, Crypto etc. diese nicht angeben beim Finanzamt und Steuern hinterziehen..

reinstes nach unten und nach oben treten ohne Belege..
So, mach das, ich werde mir das sehr gerne durchlesen - aber mit Belegen, haste hier auch bekommen.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

10.06.2026 um 22:55
@ApexOne

ich beziehe mich auf diese Aussage der Person:
In dem Film äußerte Göcken die Vermutung, zwischen 30 und 40 Prozent der Bürgergeldempfänger machten keine wahren Angaben in ihren Anträgen. Dies sei »ein offenes Geheimnis«.
Quelle: https://www.spiegel.de/panorama/buergergeld-jobcenter-mitarbeiter-wird-nach-kritik-in-zdf-doku-entlassen-a-91f2c40c-30ad-41c0-93c3-111583794079

Wenn die Person oder du dazu Belege hast dann her damit..


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

10.06.2026 um 23:04
Göcken war bei Ronzheimer im Podcast:
Bei Paul Ronzheimer erklärt Göcken, warum er sich an die Öffentlichkeit gewandt hat, weshalb er glaubt, dass das Jobcenter-System grundlegende Probleme hat, wie Arbeitsvermittlung aus seiner Sicht tatsächlich funktioniert – und warum seine Aussagen über Leistungsbezieher so umstritten sind.
Quelle: https://www.ffh.de/podcast/430838-ronzheimer-paul-ronzheimer-podcast/id-3378848d838d61d6222ea3082ddeb5a4.html

Werde ich mir noch anhören. Vllt erfährt man da noch mehr


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

15.06.2026 um 06:05
Ich will nicht wieder zu sehr das Thema KI in den Ring werfen (manche Rollen schon ggf. mit den Augen bzw. das Thema wird vermutlich erst etwas später wirkliche spürbare[re] Relevanz entfalten) aber vlt. schon mal glaskugelmäßig mahnend mit dem Zaunpfahl winkend:

Wir müssen uns ggf. mittel- oder langfristig Gedanken machen wie man gesellschaftliche Teilhabe und Selbstwertverständnis usw. definiert. Seit ich denken kann sind beim Thema hier etwa Verweigerer ein Dauerthema. Ein Dauer-Reizthema.

Es ist meiner eigenen subjektiven anekdotischen Einschätzung nach richtig, dass man nicht rein von Sanktionszahlen auf eine akkurate Ziffer von Totalverweigerern bzw. relativen Totalverweigerern schließen kann weil es in einem Vorfeld davon auch schon de-facto Verweigerer geben dürfte, die nicht in den formellen Sanktionsbereich fallen aber durch ihr 'Wissen und Wollen' aktiv eine dauerhafte Arbeitsaufnahme torpedieren. Solche Leute habe ich in meiner eigenen Bezugszeit wie gesagt aktiv erlebt - aber auch viele, die etwas Tun und Erreichen wollten, gerade in noch jüngeren Jahren. Das nur anbei.

Aber um auf meinen Themenpunkt zurückzukommen glaube ich, dass es vielleicht (nicht zwingend, aber doch wahrscheinlich?) eine technische Entwicklung innerhalb der nächsten weiteren 2-20 Jahre geben könnte, die sehr viele Jobs bzw. den Bedarf menschlicher Arbeitskraft, um diese Jobs abzudecken, obsolet macht.

Es wird für mehr Menschen - die Bevölkerung soll bekanntlich grob bis 2100 weiter wachsen ehe sie dann erst abnimmt - weniger Arbeit geben. In zumindest vermutlich den wohlhabenderen Ländern, die sich KI und technische Automatisierung damit leisten können. Ein mehr oder minder dauerhaftes Arbeitsverhältnis - von dem man idealerweise leben kann - zu haben könnte von einer Art Notwendigkeit und Mindestmaß persönlicher Selbstwertdefinition ferner für manche fast zu einer Art Luxus werden. Im Kontrast stehen dazu vielleicht dann vermutlich subsidiär aufgefangene Massen - Bürgergeld/Bedingungsloses Grundeinkommen/ wie auch immer man es nennen mag - die immer nur kurze Beschäftigung erleben oder alternativen Lebenssinn in Freizeitbeschäftigungen und Entertainment suchen könnten. Vielleicht werden diese sozioökonomisch schlechter gestellt werden da sie subsidiär aufgefangen werden.

Ich weiß letzten Endes nicht was die Zukunft bringt. Aber ich will mit meinen Zukunftsszenarien ein wenig den Wink mit dem Zaunpfahl wagen und glaube, dass der zuvor (die letzten 20+ Jahre) gern gebashte 'faule Leistungsempfänger' vielleicht in Zukunft mehr in den Erregungs-Hintergrund treten könnte. Da einfach viel mehr Menschen keine dauerhafte feste Arbeitsstelle mehr finden könnten und wir Arbeit in einer Gesellschaft ggf. an sich anders definieren müssten als bisher. Für manche könnte klassische dauerhafte Arbeit auch vielleicht deswegen zu einer Art Prestigetätigkeit werden - ob finanziell und/oder sozial oder statusmäßig betrachtet.

Das wirft mit Bezug zum Thema hier unweigerlich die Frage auf, was mit der technischen erwartbaren Entwicklung bzw. denkbaren Szenarien hierzu 'fair' wäre an subsidiären Leistungen, also Bürgergeld oder gar ob eine Form des BGE unweigerlich notwendig wird um irgendwo sozialen Frieden und materielle Grundabsicherung zu wahren, da halt möglicherweise gradual menschliche Arbeitskraft immer weniger gefragt sein könnte.

Um den Post abzuschließen kann ich auch wieder nur etwas gebetsmühlenartig anmahnen, sich je nach individueller Lebensphase zumindest rudimentär mit KI zu befassen - seien das konkrete Anwenderkenntnisse und/oder ein Verfolgen von relevanten Nachrichten und Entwicklungsupdates aus dem Bereich damit man grob selbst (s)eine Zukunft skizzieren und nach Bedarf gegensteuern kann. Mal ganz spitzbübisch: Selbst wenn es uns alle am Ende durch Automatisierung erwischt verzögere ich lieber soweit es geht nach hinten bzw. versuche für mich die bestmögliche Lage rauszuholen, als schon früh in einer benachteiligten Position zu landen.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

15.06.2026 um 06:16
Zitat von WardenWarden schrieb:dass man nicht rein von Sanktionszahlen
Alleine aus dem Grund nicht ,da es keine Sanktionspflicht gibt. Daraus etwas ableiten zu wollen ist schlicht unseriös.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

15.06.2026 um 07:05
@Warden
Zu deiner KI Problematik, es gäbe zwei Strategie:
- pro, Deutschland wird führend in der KI
- anti, Deutschland besinnt sich auf Sachen die mehr Handarbeiten bedürfen und sich nicht automatisieren lassen

Ich empfehle: Beides!

Deutschland: weder noch, Armut folgt.

Zu den Sanktionen: sie werden erfasst, aber natürlich ohne Dunkelfeld (man tritt nicht nach unten)...aber wenn es um Reiche und ihre angeblichen Vergehen geht, wird es sogar von Forschern einfach geschätzt und ohne Daten in Studien gepackt, und wer nicht lesen will und sich nur an der Aussage freut, klatscht Beifall.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

17.06.2026 um 22:12
Zitat von WardenWarden schrieb:Aber um auf meinen Themenpunkt zurückzukommen glaube ich, dass es vielleicht (nicht zwingend, aber doch wahrscheinlich?) eine technische Entwicklung innerhalb der nächsten weiteren 2-20 Jahre geben könnte, die sehr viele Jobs bzw. den Bedarf menschlicher Arbeitskraft, um diese Jobs abzudecken, obsolet macht.
Was du schreibst, klingt auf den ersten Blick nachvollziehbar und logisch.

Auf den zweiten Blick, kommt aber der nachdenkende Leser ins Stutzen.

Wie soll das funktionieren ?

Die KI-Industrie muss Milliarden an Investitionen zuerst refinanzieren, um iwann in den satten Plusbereich zu kommen, um mit ihren Produkten Geld zu verdienen.

Wer soll die ganzen Produkte, in welche die KI-Beteiligung eingepreist werden muss, kaufen und bezahlen?

Personen die ihr Erwerbsgehalt verlieren, niedrigere Löhne bekommen, oder von staatlicher Unterstützung leben, können das nicht.


Mir erscheint das so, als würde man sich den Ast absägen, noch bevor man sich überhaupt auf ihn setzen kann.......


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

19.06.2026 um 03:44
Zitat von EDGARallanPOEEDGARallanPOE schrieb:Auf den zweiten Blick, kommt aber der nachdenkende Leser ins Stutzen.

Wie soll das funktionieren ?
Bin mir auch im Detail nicht immer sicher. Wenn man das versucht in Gänze logisch zu betrachten stutzt man sicherlich.
Aber man muss das aus Sicht unterschiedlicher Akteure betrachten. Auch wenn man argumentieren würde, dass es auf lange Sicht theoretisch gar nicht gut gehen könne: Das heißt zugleich aber nicht, dass nicht einzelne Akteure versuchen werden Profit daraus zu schlagen und zu automatisieren und ihre menschliche 'workforce' weiter bzw. massiv zu verringern.

Ist ja oft so, dass gerade im Zweifel bei Personalkosten eingespart wird. Sehe nicht, dass Unternehmens- und Konzernlogik groß anders wäre wenn man es ihnen noch leichter macht, bei Personalkosten zu sparen indem man automatisiert. Was dann mit den Leuten ist kann denen ja erst mal egal sein.

Wie hieß es doch spitzbübisch: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren.
Die füttert im Zweifel der Sozialstaat, die Straße/charity oder ein anderer Arbeitgeber durch.

Es reicht also wenn viele kommerzielle Akteure erst mal diesen Schritt wagen auch wenn mittel- oder langfristig dieses Geschäftsmodell ggf. gar nicht in Summe und im volkswirtschaftlichen Kollektiv aufrechtzuerhalten wäre - ohne Schutzmechanismen oder Reformen gen imaginierter post-scarcity Utopie. Je nachdem was eher kommen möge oder möglich wäre.


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