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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

23.022 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Hartz IV, Sanktionen, BGE ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

03.07.2026 um 16:57
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Wie kann es auch nur vostellbar sein, dass sich jemand wegen schwerer Straftaten dem Zugriff der Strafverfolgung entzieht, aber vom selben Staat weiterhin Bürgergeld erhält?
Es geht eher darum, dass auch jemand der mit Haftbefehl gesucht wird (was dir dummerweise eben nicht nur wegen schweren Straftaten passieren kann, sondern z.B. selbst wegen Schulden, da gibts irgendwann relativ weit in der Kette den Haftbefehl zur Vorführung bei einer Stelle, wo du die Vermögensauskunft abgeben musst) auch weiterhin bestimmte Grundrechte hat, die ihm nicht entzogen werden können (konnten) und auch nicht übermäßig erschwert werden dürfen. Ein prägnanter Fall ist z.B. das Einspruchsrecht gegen Steuerbescheide, da musst du eine ladungsfähige Adresse angeben, was ja doof ist wenn man dich dort dann wegverhaftet. Es ist komplex.
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Okay die "Reichensteuer" wollen die jetzt einführen (ab 250000 Euro Jahreseinkommen 45% Steuer).
Na immerhin, ein gutes Zeichen, aber nicht ausreichend, finde ich.
Die gibt es schon seit 20 Jahren, was jetzt passieren soll ist dass deren Eingangsniveau von 280T€ auf 250T€ gesenkt und dann neu ab 280T€ eine zweite Stufe mit 47% greifen soll.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

03.07.2026 um 18:20
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Haftbefehl gesucht wird (was dir dummerweise eben nicht nur wegen schweren Straftaten passieren kann, sondern z.B. selbst wegen Schulden, da gibts irgendwann relativ weit in der Kette den Haftbefehl zur Vorführung bei einer Stelle, wo du die Vermögensauskunft abgeben musst) auch weiterhin bestimmte Grundrechte hat, die ihm nicht entzogen werden können (konnten)
@bgeoweh

Man kann aber kaum glaubhaft machen, dass man gleichzeitig untergetaucht ist und dennoch dem Arbeitsmarkt uneingeschränkt zur Verfügung steht.

Und wegen Schulden unterzutauchen ist ja nun auch keine Kleinigkeit, die Jedem mal passieren kann.

Die gleiche Regel betrifft ja grundsätzlich auch untergetauchte Kinderschänder und Terroristen und das sehe ich als erbärmlich an.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

08.07.2026 um 09:26
Finde es spannend dass es in den Medien weiterhin als "Verschärfung" verkauft wird. Dabei hat es, was Vorsprachen angeht und deren Sanktion, eher was von einer Entschärfung und Lockeung.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

02.09.2026 um 03:48
Also wer nicht mehr vermittelt werden und trotzdem Kohle bekommen will, hier eine Anleitung wie’s geht:
Das Jobcenter des Ennepe-Ruhr-Kreises zahlt einem Koran-Vorleser 563 Euro Stütze im Monat. Um Arbeit musste er sich nicht bemühen, weil ihn das Jobcenter aus Sorge, einen Konflikt zu schüren, gar keine Angebote unterbreitete. Jetzt rudert die Behörde zurück.
Quelle: https://www.focus.de/panorama/welt/aus-angst-koran-vorleser-aus-witten-bekommt-563-euro-stuetze-ohne-bedingungen-jetzt-reagiert-behoerde_d138d0da-b85f-49d7-874c-728d49022de8.html


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02.09.2026 um 04:56
@Grishnakh84
Der Artikel hat Sätze drin...ey...ist das Deutschland? Ja klar! Je unsinniger, umso echter!
JDie Kreisbehörde spielt damit auch auf die Vorgeschichte des Falls an: Bereits im Mai 2023 soll sich G.s Bewährungshelfer beim Jobcenter gemeldet und darum gebeten haben, den Mann nicht zu „provozieren“.
Quelle: https://www.focus.de/panorama/welt/aus-angst-koran-vorleser-aus-witten-bekommt-563-euro-stuetze-ohne-bedingungen-jetzt-reagiert-behoerde_d138d0da-b85f-49d7-874c-728d49022de8.html

Ja, hätte ich das damals gewußt, hätte meinen Anwalt zum Finanzamt geschickt, die sollen mich nicht provozieren©.


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02.09.2026 um 05:10
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Ja, hätte ich das damals gewußt, hätte meinen Anwalt zum Finanzamt geschickt, die sollen mich nicht provozieren©.
Jap, hab mir auch schön überlegt einfach nicht mehr auf solche Briefe zu reagieren und dann zu sagen ich habe Angst. Vielleicht muss ich dabei aus der Bibel lesen dass mich jemand ernst nimmt.


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02.09.2026 um 11:08
@Grishnakh84

Ja, die Geschichte ist völlig irre und @ApexOne hoffe ich auch, dass das Finanzamt auch mal Konsequenzen zieht und mich einfach nicht mehr belästigt, sollte ich aggressiv auftreten. Das täte ich nicht gerne, aber wenn es hilft, immerhin kann man so jede Menge Geld sparen.

Vielleicht geht das ja auch bei der GEZ, einfach mal den Lauten machen, ein paar Verse zitieren und aus die Maus.


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02.09.2026 um 12:49
@sacredheart
Jap genau. Genauso wie dass per HB gesuchte Verbrecher jeden Monat zuverlässig ihre Stütze abheben können. Das gibt’s vermutlich auch nur in Deutschland.


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02.09.2026 um 19:56
[
Zitat von Grishnakh84Grishnakh84 schrieb:Also wer nicht mehr vermittelt werden und trotzdem Kohle bekommen will, hier eine Anleitung wie’s geht:
Das Jobcenter des Ennepe-Ruhr-Kreises zahlt einem Koran-Vorleser 563 Euro Stütze im Monat. Um Arbeit musste er sich nicht bemühen, weil ihn das Jobcenter aus Sorge, einen Konflikt zu schüren, gar keine Angebote unterbreitete. Jetzt rudert die Behörde zurück.
Quelle: https://www.focus.de/panorama/welt/aus-angst-koran-vorleser-aus-witten-bekommt-563-euro-stuetze-ohne-bedingungen-jetzt-reagiert-behoerde_d138d0da-b85f-49d7-874c-728d49022de8.html

man muss das Jobcenter nur triggern und nerven schon wirst du nicht mehr vermittelt.
Ich sehe solche Fälle hier zu Hauf,die predigen zwar keine Religion aber irgendwie bekommt es diese Klientel schon hin dass das Jobcenter da schon von vorneherein abwinkt.
Von wegen wir hätten nur 16TSD Verweigerer...so lange Behörden selbst solch einen Job abliefern muss man sich nicht wundern wenn die wahre Zahl gar nicht mehr ansatzweise definierbar ist.


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03.09.2026 um 09:09
Ich sage immer noch spitzbübisch, dass man binnen 2 Jahrzehnten (vmtl.) eh ne Art UBI/BGE braucht sofern weitere Automatisierung zeitnah viele Arbeitsstellen obsolet macht. Ich denke, dass die Leute die noch Arbeit haben, finden und eine Weile behalten werden (sofern der Job nicht komplett mies und unterbezahlt ist sondern in Ordnung und auskömmlich) eine Art relative Luxusposition innehaben. KI und Robotik werden vmtl. an vielen Jobs sägen.

Über die gewisse Anzahl Totalverweigerer kann man immer headlines füllen. Ich glaube aber, dass viele Menschen nicht zur dauerhaften Untätigkeit geschaffen sind, respektive das Mindset nicht vermittelt wird. Mir ging es in der Jugend ja auch so: Durch Handicaps war ich ne Weile im ALG-II Bezug aber ich habe gemerkt, das soll nicht, das darf nicht meine ganze Lebensexistenz werden. Mit dem inneren "drive", der inneren Motivation, habe ich folglich dann irgendwann nach max 2 Jahren einen dauerhaften Job gefunden. In der Zeit selbst habe ich gemerkt, dass mir das nicht gut tat und mich 'verlottern' lässt. Es war halt einfach nicht meine dauerhaft Motivation zur Selbstverwirklichung, gerade wenn man noch ein ganzes Leben und Tatendrang und Ziele vor sich hat.


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03.09.2026 um 10:02
Zitat von WardenWarden schrieb:Über die gewisse Anzahl Totalverweigerer kann man immer headlines füllen.
Ich will keine einzige. Dazu wünsche ich mir im Umgang die Härte des Finanzamtes...ich habe mal wieder aktuelle Mandantenbriefe gelesen, die enden mit "Belehrungen", die würde andersherum als Drohungen aufgefasst werden.
Zitat von WardenWarden schrieb:Ich glaube aber, dass viele Menschen nicht zur dauerhaften Untätigkeit geschaffen sind, respektive das Mindset nicht vermittelt wird.
Es geht aber um die Zeit wo sie wegen dem "Mindset" untätig sind, das können sie gerne so machen wie ich: mangels Grundsicherungsberechtigung - auf eigene Kosten.
Zitat von WardenWarden schrieb:In der Zeit selbst habe ich gemerkt, dass mir das nicht gut tat und mich 'verlottern' lässt.
Ein gutes Argument für Kommunaldienste.


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07.09.2026 um 12:15
Zitat von ApexOneApexOne schrieb am 03.09.2026:Ein gutes Argument für Kommunaldienste.
Hätte ich damals nichts gegen gehabt. Wäre mir lieber gewesen als das womit sie dann ankamen, aber dann fand ich meinen Job zum Glück.

Mein Handicap waren Schicksalsschläge, die sich in Zeugnisnoten widerspiegelten. Ich hatte Fächer die mir lagen wie Englisch, aber Mathe hat es dann massiv runtergerissen. War also klar, dass ich trotz Bemühen und gemäß externem Feedback (Dozenten Bildungsträger etc), gute Anschreiben zu haben die mich von der Masse der Leute da abhoben, ständig Absagen kassiert hab. Nicht mal zum Gespräch/Test eingeladen. Teils bin ich extra regional rumgefahren um Bewerbungen persönlich vor Ort abzugeben was nicht viel geholfen hat. Kurzum ich wollte zwar, aber da ich erst kürzlich aus der Schule bzw. dem Fachabi raus bin hatte ich nicht viel Spielraum. Quasi im Pokergame oder Leben schlechte Karten bekommen und mit der Hand musste ich dann umgehen.

Ich will aber ehrlich sein: Trotz Wille und spürbarer Verschlechterung der Lebensqualität - kein geregelter Tagesablauf mit ständigen Absagen und irgendwann in Frage gestellter Lebensperspektive und Zukunft - lag mir aber nicht zwingend alles. Am Ende wollten die mich in ein Callcenter stecken/nudgen, damit ich halt irgendwas mache. Zu dem Zeitpunkt war ich ca. 1,5 Jahre im Bezug. Zeit wirds, ja. Aber das lag mir als Tätigkeit einfach überhaupt nicht. Ich hatte dann Glück, dass ich bei 1-2 Jobs am Ende Zusagen hatte und das nicht machen musste bzw. ich mich nicht hingezwungen habe. Seit dem bin ich auch in Lohn und Brot - zum Glück.

Mein Punkt ist aber, Kommunaldienste wären für mich absolut vertretbar gewesen. Irgendwo aufräumen oder so, kriegen glaube ich die meisten Leute hin wenn sie keine starken körperlichen Handicaps haben. Am Telefon Leuten was aufschwatzen oder sich im Kundensupport mit gestressten/aggressiven Leuten rumschlagen wäre halt nicht so meins. Zumal ich einem Kommunaldienst auch idealistisch was abgewinnen kann: Man macht etwas für die Allgemeinheit, nicht nur eine Firma oder einen Dienstleister. Und man hat vermutlich die meiste Zeit seine relative Ruhe dabei. Und den Nebeneffekt, für sein Geld bzw. das öffentliche Geld was man kriegt auch etwas zu tun, eine Art Gegenleistung zu erbringen. Es sich zu verdienen. Ich glaube das kann in einzelnen Fällen auch gewissen Leuten helfen, in ein notwendiges Mindset zu kommen bzw. optimistischer zu werden.

Ich hab vor dem Punkt in der Schule schon nem Kumpel bei seinem Wochenend- oder Abendjob geholfen, bei nem Discounter einmal täglich Einkaufswagen zu verräumen bzw. fair aufzuteilen und den Parkplatz zu putzen bzw. groben Müll zu entsorgen, da hätte mich konzeptionell ein ähnlicher Kommunaldienst jetzt auch nicht überfordert.


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07.09.2026 um 17:38
Zitat von WardenWarden schrieb:Wäre mir lieber gewesen als das womit sie dann ankamen
Zum Xten, für die Jobsuche ist der Bedurftigter zuständig, nicht das Job Center.
Das Job Center hat auf dem freien Markt auch eine Börse, daraus unterstützen sie mit Angeboten.
Zitat von WardenWarden schrieb:Teils bin ich extra regional rumgefahren um Bewerbungen persönlich vor Ort abzugeben was nicht viel geholfen hat.
Finde ich gut.

Ich sehe das Problem so: die Bezüge sind so hoch da sie jedem Einsteigerjob Konkurrenz machen.
In der Situation kann man sich wunderbar arrangieren und sich quasi mitnehmen lassen.
So blöd wie das klingt: ich würde von jedem ein Konzept verlangen wie er mit der Hilfe des JC seine Bedurftigkeit reduziert/beendet...kommt da nichts, muss vom Amt auch nichts kommen.
Ich weiß, Sozialstaat und so - aber auch die Streichung der Sanktionen ist ein Impuls - ich lehne mich aus dem Fenster: die deutliche Mehrheit findet heute einen Job auch wenn es zum Mindestlohn + Aufstocken wäre.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

07.09.2026 um 20:35
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:ich würde von jedem ein Konzept verlangen wie er mit der Hilfe des JC seine Bedurftigkeit reduziert/beendet.
was soll da für ein " "Konzept" kommen bzw. was verstehst du unter solch einem Konzept?

Oder anders gefragt, was soll anderes kommen, als "ich bewerbe mich im Monat x-mal in allen möglichen Betrieben für diesen und jenen Job"?

Oder willst du es ganz detailliert, vielleicht nach solch einem Motto:
"ich bin bereit pro Tag x km zu pendeln
... oder am besten gleich umzuziehen, wenn ich in meiner Stadt nichts finde
... bin notfalls sogar bereit auch gleich ins Ausland umzusiedeln, damit ich den Steuerzahlern hier nicht mehr zu Last falle


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09.09.2026 um 14:30
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Zum Xten, für die Jobsuche ist der Bedurftigter zuständig, nicht das Job Center.
Das Job Center hat auf dem freien Markt auch eine Börse, daraus unterstützen sie mit Angeboten.
Es war aber anders als die üblichen Beispiele aus der Jobbörse die ich gem. Präferenzen zugeschickt bekommen habe und auf die ich mich auch brav beworben habe; das wirkte gezielter und konkreter. So wie ne Maßnahme von der ich 3 hinter mir hatte, die nett waren aber mir keinen Mehrwert mehr für die Aufwertung der Bewerbungsunterlagen gaben weil die schon gut genug waren, also Anschreiben. Am Zeugnis konnte ich ja nix mehr drehen und wenden. Naja ok, fairerweise: Zeitweise einen geregelteren Tagesablauf zu haben war ne Abwechslung.

Anyway, zurück zu dem Ding: Ich habe das als starkes Nudging verstanden (ist halt schwer mich die lange Zeit zurückzuerinnern, ich weiß nur noch Gefühlsfetzen) und das war irgendeine Art Kooperation. Kein üblicher "Wir haben hier in der Börse ne Stelle gefunden, bewerben Sie sich doch auch mal hier rauf :)".

Ein Empfinden von Ehre oder Anstand verbot mir irgendwie, "nein" zu sagen und ich sah auch irgendwo den Sinn darin, nach längerer Zeit irgendwas zu machen auch wenn das nicht so geil ist um den CV bzw. Lebenslauf aufzuwerten. Aber happy war ich deswegen in meiner damaligen Lage nicht weil es mir einfach nicht lag im Callcenter zu hocken und Leuten was aufzuschwatzen.

Aber letztendlich kam es ja nicht soweit, da ich meinen Job quasi selbst fand, irgendwann bevor diese Kooperation gegriffen hätte.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Finde ich gut.
Es hat letztendlich wegen Zeugnishandicaps nicht viel geholfen - aber ich sag mal so: Gerade bei kleineren Betrieben oder Firmen kann man damit IMO besser punkten (abstrakt) als dass 'gesichtslos' ne Bewerbung per Post eingeht. Selbst wenn du nicht mit nem Personalentscheider sprichst sondern nur an Pforte oder Sekreteriat/Verwaltung abgibst wird man vermutlich intern merken dass man pers. da war. Oder die Person gibts als internen Vermerk weiter oder labert mit wem, dass es halt irgendwie auffällt. Das war damals mein Eindruck (weiß nicht wie es je nach Firma heute im Schnitt ist) und ich glaube generell fährt man damit sicherer. Ich hatte ja eh den ganzen Tag Zeit und kam auch mal raus.

Wenn Firmen nicht ein Onlineportal zum Einreichen von Unterlagen vorschreiben würde ich es heute auch noch so machen, wenn es sich jetzt nicht um große Konzerne/Behörden handelt bzw. wenn die nicht zu weit weg sind weil die Chance von digitalem Einreichen als Standard höher sind und man sich dann nicht unnötige Mühen machen muss. In meinem Kopf war damals uns teils heute noch - wie gesagt, je nachdem was das für ein Arbeitgeber ist - einfach abstrakt ein besserer Eindruck da weil du im best-case kurz mit wem quatschen und einen Eindruck vermitteln kannst vs. rein postalischen Bewerbungen.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Ich weiß, Sozialstaat und so - aber auch die Streichung der Sanktionen ist ein Impuls - ich lehne mich aus dem Fenster: die deutliche Mehrheit findet heute einen Job auch wenn es zum Mindestlohn + Aufstocken wäre.
Es wird perspektivisch abstrakt schwerer einen Job zu finden. KI/LLM-Automatisierung sorgt abstrakt dafür, diverse layoff-Tracker zeigen das schon in harten Daten an. Das betrifft vor allem white collar jobs aber wenn die Robotik nachzieht wird es auch Fertigung, Handwerk, technischen Service, etc. betreffen. Das ist zumindest für die nächsten 2 Jahrzehnte meine Prognose. Ich glaube (je nachdem wie das reguliert wird) es kann bald fast schon eine Art Luxus sein, eine auskömmliche Arbeit zu haben vor allem wenn man noch Spaß dran empfindet. Viele werden ggf. dauerhaft obsolet und brauchen eine Art BGE, wenn wir hier den relativen sozialen Frieden wahren wollen.

Aber das ist bisher nur meine Glaskugel-Prognose. Es kann immer anders kommen. Zynisch: Vielleicht vernichtet uns KI auch in nem Jahrzehnt oder zwei, dann braucht man keine Jobs mehr suchen weil es weder Angebot noch Nachfrage gibt :)


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10.09.2026 um 09:33
Zitat von WardenWarden schrieb am 03.09.2026:Ich glaube aber, dass viele Menschen nicht zur dauerhaften Untätigkeit geschaffen sind, respektive das Mindset nicht vermittelt wird.
Die Zeit des "Bürgergeldes" widerspricht dir klar. Ich auch. Über Jahre wurde versucht ohne Druck, Leute in Arbeit zu bringen. Fokus auf Eigeninitiative. "Der Mensch sucht sich Arbeit, der ist die das Nichtstun nicht gemacht".

Hier kollidieren zwei Sachen. Man kann was machen und dennoch keiner Arbeit nachgehen. Man gewichtet plötzlich den täglichen Spaziergang so hoch, dass es für einen persönlich ja schon Arbeit ist.

Leistungen aus Steuergeldern brauchen klare Richtlinien und auch Druck.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

10.09.2026 um 16:50
Zitat von CapspauldinCapspauldin schrieb:Hier kollidieren zwei Sachen. Man kann was machen und dennoch keiner Arbeit nachgehen. Man gewichtet plötzlich den täglichen Spaziergang so hoch, dass es für einen persönlich ja schon Arbeit ist.
Es muss ja nichtmal so extrem sein - entscheidend ist, das "was machen" nicht identisch ist mit "seinen Lebensunterhalt finanzieren". Es gibt ja auch genug "Berufs"ehrenamtler, Aktivisten und sonstige Menschen, die sich sinnvoll beschäftigt fühlen, aber ihren Lebensunterhalt gern von der Stütze hätten. Neben Schwarzarbeitern usw.
Zitat von CapspauldinCapspauldin schrieb:Leistungen aus Steuergeldern brauchen klare Richtlinien und auch Druck.
Exakt.


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10.09.2026 um 22:42
Zitat von ApexOneApexOne schrieb am 07.09.2026:So blöd wie das klingt: ich würde von jedem ein Konzept verlangen wie er mit der Hilfe des JC seine Bedurftigkeit reduziert/beendet..
Ja, klingt nicht nur so 🤷
Gibt es nämlich, nennt sich Eingliederungsvereinbarung.
Zitat von CapspauldinCapspauldin schrieb:Der Mensch sucht sich Arbeit, der ist die das Nichtstun nicht gemacht".
Hier wäre es sinnvoll, die Behauptung, das Zitat wäre widerlegt, mit Daten zu unterfüttern.
Bspw wieviele Langzeitarbeitslose gibt es, wie lange befinden sich Menschen durchschnittlich im Leistungsbezug? Wieviele Totalverweigerer gibt es? Umfragen unter Empfängern zu ihrer Situation.
Was sagt die Psychologie dazu?

Ich behaupte, an dem Satz ist alles richtig.


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

11.09.2026 um 02:58
Zitat von TransistorTransistor schrieb:Gibt es nämlich, nennt sich Eingliederungsvereinbarung.
Und die erstellt der Empfänger...ist das sein Konzept?


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Der ALGII-/Bürgergeld-Thread

11.09.2026 um 07:21
@ApexOne
Ach, jetzt muss es auf einmal sein Konzept sein? Aber in Zusammenarbeit mit dem JC? Was für ein Unsinn.

Natürlich entspricht dieses Konzept nicht deinen Vorstellungen, das ist aber nicht wichtig. Es ist ein Konzept. Es erfüllt deine "Forderung"


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