ApexOne schrieb:Zum Xten, für die Jobsuche ist der Bedurftigter zuständig, nicht das Job Center.
Das Job Center hat auf dem freien Markt auch eine Börse, daraus unterstützen sie mit Angeboten.
Es war aber anders als die üblichen Beispiele aus der Jobbörse die ich gem. Präferenzen zugeschickt bekommen habe und auf die ich mich auch brav beworben habe; das wirkte gezielter und konkreter. So wie ne Maßnahme von der ich 3 hinter mir hatte, die nett waren aber mir keinen Mehrwert mehr für die Aufwertung der Bewerbungsunterlagen gaben weil die schon gut genug waren, also Anschreiben. Am Zeugnis konnte ich ja nix mehr drehen und wenden. Naja ok, fairerweise: Zeitweise einen geregelteren Tagesablauf zu haben war ne Abwechslung.
Anyway, zurück zu dem Ding: Ich habe das als starkes Nudging verstanden (ist halt schwer mich die lange Zeit zurückzuerinnern, ich weiß nur noch Gefühlsfetzen) und das war irgendeine Art Kooperation. Kein üblicher "Wir haben hier in der Börse ne Stelle gefunden, bewerben Sie sich doch auch mal hier rauf
:)".
Ein Empfinden von Ehre oder Anstand verbot mir irgendwie, "nein" zu sagen und ich sah auch irgendwo den Sinn darin, nach längerer Zeit irgendwas zu machen auch wenn das nicht so geil ist um den CV bzw. Lebenslauf aufzuwerten. Aber happy war ich deswegen in meiner damaligen Lage nicht weil es mir einfach nicht lag im Callcenter zu hocken und Leuten was aufzuschwatzen.
Aber letztendlich kam es ja nicht soweit, da ich meinen Job quasi selbst fand, irgendwann bevor diese Kooperation gegriffen hätte.
ApexOne schrieb:Finde ich gut.
Es hat letztendlich wegen Zeugnishandicaps nicht viel geholfen - aber ich sag mal so: Gerade bei kleineren Betrieben oder Firmen kann man damit IMO besser punkten (abstrakt) als dass 'gesichtslos' ne Bewerbung per Post eingeht. Selbst wenn du nicht mit nem Personalentscheider sprichst sondern nur an Pforte oder Sekreteriat/Verwaltung abgibst wird man vermutlich intern merken dass man pers. da war. Oder die Person gibts als internen Vermerk weiter oder labert mit wem, dass es halt irgendwie auffällt. Das war damals mein Eindruck (weiß nicht wie es je nach Firma heute im Schnitt ist) und ich glaube generell fährt man damit sicherer. Ich hatte ja eh den ganzen Tag Zeit und kam auch mal raus.
Wenn Firmen nicht ein Onlineportal zum Einreichen von Unterlagen vorschreiben würde ich es heute auch noch so machen, wenn es sich jetzt nicht um große Konzerne/Behörden handelt bzw. wenn die nicht zu weit weg sind weil die Chance von digitalem Einreichen als Standard höher sind und man sich dann nicht unnötige Mühen machen muss. In meinem Kopf war damals uns teils heute noch - wie gesagt, je nachdem was das für ein Arbeitgeber ist - einfach abstrakt ein besserer Eindruck da weil du im best-case kurz mit wem quatschen und einen Eindruck vermitteln kannst vs. rein postalischen Bewerbungen.
ApexOne schrieb:Ich weiß, Sozialstaat und so - aber auch die Streichung der Sanktionen ist ein Impuls - ich lehne mich aus dem Fenster: die deutliche Mehrheit findet heute einen Job auch wenn es zum Mindestlohn + Aufstocken wäre.
Es wird perspektivisch abstrakt schwerer einen Job zu finden. KI/LLM-Automatisierung sorgt abstrakt dafür, diverse layoff-Tracker zeigen das schon in harten Daten an. Das betrifft vor allem white collar jobs aber wenn die Robotik nachzieht wird es auch Fertigung, Handwerk, technischen Service, etc. betreffen. Das ist zumindest für die nächsten 2 Jahrzehnte meine Prognose. Ich glaube (je nachdem wie das reguliert wird) es kann bald fast schon eine Art Luxus sein, eine auskömmliche Arbeit zu haben vor allem wenn man noch Spaß dran empfindet. Viele werden ggf. dauerhaft obsolet und brauchen eine Art BGE, wenn wir hier den relativen sozialen Frieden wahren wollen.
Aber das ist bisher nur meine Glaskugel-Prognose. Es kann immer anders kommen. Zynisch: Vielleicht vernichtet uns KI auch in nem Jahrzehnt oder zwei, dann braucht man keine Jobs mehr suchen weil es weder Angebot noch Nachfrage gibt
:)