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Rassismus

25.376 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Rassismus, AFD, Rechtsextremismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Rassismus

16.08.2026 um 13:41
Zitat von AlteTanteAlteTante schrieb:Dass eine Veranstaltung, die dazu gedacht war, Menschen, die es gewohnt sind, ständig diskriminiert zu werden, einen kleinen Freiraum zu bieten, wo sie das für einige Stunden nicht befürchten müssen, aus Sicherheitsgründen abgesagt werden muss, ist beschämend.
@AlteTante
Genau so. Und noch nicht einmal das funktioniert in unserem Land.
Zitat von AlteTanteAlteTante schrieb:Man darf aber nicht vergessen, wie es sich für die Kinder und Jugendlichen, die das Angebot gern genutzt hätten, sich vielleicht sogar schon darauf gefreut hätten, bedeuten muss, zu erfahren, dass und vor allem WARUM das Angebot nicht mehr stattfindet. Es hatte doch darum gehen sollen, denen einen tollen Tag im Schwimmbad zu ermöglichen, ohne befürchten zu müssen, aufgrund ihrer Hautfarbe gemobbt oder drangsaliert zu werden, oder? Es war doch für diese Kinder und Jugendlichen gedacht. Oder etwa nicht?
@AlteTante
Nicht nur, es gab auch Buchungszeiten für Menschen mit Behinderungen.
Die Leute, die sich beschweren, sind doch nur sauer, weil da ein Freiraum entstehen sollte, in dem sie nicht wie üblich mobben können. Da haben sie sich dann auf das Mobben von aussen verlegt. Erbärmlich.


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16.08.2026 um 14:52
Zitat von AlteTanteAlteTante schrieb:Wenn Verein XY ein Schwimmbad für ein paar Stunden mietet und während dieser Zeit nur Vereinsmitglieder reinlässt, hat niemand ein Problem.
So einfach ist das nicht, ich habe in der Satzung des EOTO eV. geschaut:
2. Ziele des Vereins sind,
a. Menschen afrikanischer Herkunft zu empowern (stärken) und zu vernetzen,
b. Vernetzung der afrikanischen Diaspora mit dem afrikanischen Kontinent
c. zu einer inklusiveren Gesellschaft beizutragen,
d. rassistische Diskriminierung im Sinne von Art. 1 des Internationalen
Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form rassistischer Diskriminierung zu
bekämpfen,
e. Literatur und Medien zur Kunst und Kultur, Geschichte, Gegenwart und
Zukunft von Menschen afrikanischer Herkunft bereitzustellen und ihre
Anwendung im Sinne der Satzungszwecke zu unterstützen,
f. Aktivitäten zur antirassistischen Forschungs-, Bildungs-, Kultur- und
Öffentlichkeitsarbeit zu fördern
g. die vielfältigen Interessen afrikanischer, afrodiasporischer und Schwarzer
Menschen zu vertreten.
h. lokale, glokale und globale Entwicklungsprozesse von und zwischen der
Diaspora und dem afrikanischen Kontinent zu fördern
Quelle: https://wolke.eoto-archiv.de/index.php/s/byCmz7jFDkbFfsE?dir=/&editing=false&openfile=true

Muss ich erwähnen dass auf dem afrikanischen Kontinent nicht nur Schwarze leben? Nein, ich meine keine reichen Südafrikaner, auch nicht die Spanier in Ceuta. Schon mal die Maghreb Länder besucht?
Ich glaube die wären nach der Einladungsdefinition nicht rein gekommen.
Zitat von FrauZimtFrauZimt schrieb:Nicht nur, es gab auch Buchungszeiten für Menschen mit Behinderungen.
Ja, richtig. Aber nicht für Behinderte einer Hautfarbe.


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16.08.2026 um 14:56
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Ja, richtig. Aber nicht für Behinderte einer Hautfarbe.
@ApexOne
Auch nicht für Frauen mit Behinderung, Männer mit Behinderung, für Schwimmer, Nichtschwimmer, Analphabeten usw.
Wie stellst du dir ein gerechtes Einlassystem vor?
Ist der Ansatz der Volksbühne nicht genau richtig?


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16.08.2026 um 14:59
@FrauZimt

Hier, da du dich ja so sehr für das Theater oder theatralischen Aspekt des Volksbades interessierst. Ein anderer Einwurf dazu:
Kommentar zur Volksbühne Berlin
Badespaß unter dem Deckbademantel der Kunst

Ein Einwurf von Kerstin Hensel | 04.08.2026

Das „Volksbad“ vor der Berliner Volksbühne will Kunst und politischen Protest verbinden. Doch wenn jede tagespolitische Klage zur Performance erklärt wird, droht Kunst zur medienwirksamen Mitmachaktion zu verkommen.
Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/volksbuehne-volksbad-berlin-100.html

Les es dir vielleicht mal durch. Ich sehe das ähnlich.

Und für @ApexOne . Ist ganz lustig, die Lektüre :D


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16.08.2026 um 14:59
Zitat von FrauZimtFrauZimt schrieb:Wie stellst du dir ein gerechtes Einlassystem vor?
Es ist die Rede von Gruppen - in diesem Fall afrikanische Diaspora. Ich habe darauf hingewiesen dass dort nicht nur Schwarze leben, mehr ist nicht - es hätte imho "afrikanische Diaspora" auch vollkommen ausgereicht.
Zitat von FrauZimtFrauZimt schrieb:Ist der Ansatz der Volksbühne nicht genau richtig?
Da recherchiere ich noch, ich verstehe das Konzept in der Tat nicht. Steuerfinanziertes Theater mit klammen Kassen bietet ein kostenlos ein Schwimmbad für alle an, aber dann doch nicht für alle.


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16.08.2026 um 15:11
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Da recherchiere ich noch, ich verstehe das Konzept in der Tat nicht. Steuerfinanziertes Theater mit klammen Kassen bietet ein kostenlos ein Schwimmbad für alle an, aber dann doch nicht für alle.
Da kann ich nachhelfen.

Also die Volksbühne wird jährlich mit 20 Millionen Euro bezuschusst.

Deshalb ja auch sagte Dunja Wolf.
Die SPD-Abgeordnete Dunja Wolff aus dem Berliner Abgeordnetenhaus sieht die Aktion mit dem Pool in Zeiten des Spardrucks kritisch: "Ich hätte mir das Geld für die kleinen Spielstätten, speziell Jugendtheater gewünscht." Statt sich den Traum des Schwimmmeisters zu erfüllen, "sollten besser die Plätze bei Vorstellungen gefüllt werden".
Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/berliner-volksbuehne-theater-freibad-lilienthal-100.html

Aber der Intendant fasst das mit den theatralischen Events eben etwas weiter.
Das "Volksbad" ist die erste Aktion unter der Intendanz von Lilienthal. Damit überbrückt das Theater zudem die Warteperiode bis zur Spielzeit, die in diesem Jahr wegen Arbeiten an der Obermaschinerie der Bühne erst im Oktober beginnen soll. Gegenüber dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) sagte Lilienthal:

Die Volksbühne versteht unter theatralischen Events auch, wenn zwei Leute sich nass spritzen.


Matthias Lilienthal, Intendant der Berliner Volksbühne
Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/berliner-volksbuehne-theater-freibad-lilienthal-100.html

Aber nu, wo der Pop-Up Badespaß schon mal da ist, sehe ich da halt auch keine Not, sich wegen eines 4 oder 6 Stunden langen Zeitfensters aufzuregen oder zu empören.


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16.08.2026 um 20:12
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Ich glaube die wären nach der Einladungsdefinition nicht rein gekommen.
aha, na wenn Du das glaubst. Ich denke eher es würde darum gehen, wie Nordafrikaner sich selbst wahrnehmen und ob sie sich dazu zählen würden oder nicht, da sie sich ja oftmals auch arabischstämmig sehen oder amazigh-indigen. Aber naja, Du vermutest mal was, weißt es nicht, ach egal, so kann man mal implizieren, dass da auch nicht alle "Afrikaner" rein gekommen wären, wobei es bei "Schwarz" ja sowieso nicht um die Hautfarbe geht.....aber auch das ist ja egal......
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Aber nicht für Behinderte einer Hautfarbe.
aber für Menschen mit Einschränkungen, da werden doch auch alle anderen ausgeschlossen....ist aber egal, ich weiß....wie bei GANGWAY, da isses ja auch scheissegal, nur bei Schwarzen Menschen wird es sogar als Rassismus bezeichnet, wenn die mal ein paar Stunden ein Schwimmbad unter sich nutzen. Double Standard


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16.08.2026 um 20:21
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:wie bei GANGWAY
Ich sehe das verstehst Du nicht - belege das GANGWAY Einlasskriterien nach Hautfarbe aufgestellt hat...dann das ist "wie bei".


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16.08.2026 um 20:21
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:aha, na wenn Du das glaubst. Ich denke eher es würde darum gehen, wie Nordafrikaner sich selbst wahrnehmen und ob sie sich dazu zählen würden oder nicht, da sie sich ja oftmals auch arabischstämmig sehen oder amazigh-indigen. Aber naja, Du vermutest mal was, weißt es nicht, ach egal, so kann man mal implizieren, dass da auch nicht alle "Afrikaner" rein gekommen wären, wobei es bei "Schwarz" ja sowieso nicht um die Hautfarbe geht.....aber auch das ist ja egal......
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Aber
Du schreibst ja selbst, „du denkst eher….“
Und kreidest dann dem User @ApexOne seine eigene Vermutung an? Das ist für mich ebenfalls Double Standard


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16.08.2026 um 20:30
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Ich sehe das verstehst Du nicht - belege das GANGWAY Einlasskriterien nach Hautfarbe aufgestellt hat...dann das ist "wie bei".
ich sehe Du verstehst es nicht. Ich habe nie behauptet, dass die Einlasskriterien nach Hautfarbe aufgestellt sind.
Zitat von PuraPura schrieb:Und kreidest dann dem User @ApexOne seine eigene Vermutung an? Das ist für mich ebenfalls Double Standard
ich kreide die Schlüsse an, die ich aus seinem post ziehe und habe das in meinem post dargelegt. Irgendwas daran nicht verständlich? Dann frag mich bitte einfach.


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16.08.2026 um 20:32
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:ich kreide die Schlüsse an, die ich aus seinem post ziehe und habe das in meinem post dargelegt. Irgendwas daran nicht verständlich? Dann frag mich bitte einfach.
Keine Sorge, ich habe dich sehr wohl verstanden. Welche Schlüsse man aus deinem „ich denke …“ zieht, darfst du bitte jedem selbst überlassen. Danke


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16.08.2026 um 20:32
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Ich habe nie behauptet, dass die Einlasskriterien nach Hautfarbe aufgestellt sind.
Dann hast Du keine Ahnung was Du schreibst - du kommst mit deinem "wie bei GANGWAY".
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:wie bei GANGWAY,
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:War bei der GANGWAY Crew ggf. das Gleiche.
uvm.


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16.08.2026 um 20:41
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Dann hast Du keine Ahnung was Du schreibst - du kommst mit deinem "wie bei GANGWAY".
doch und ich schrieb es schon mehrfach und nicht nur ich. Du scheinst das Konzept von "Gruppen" nicht akzeptieren zu wollen. Auch die GANGWAY Crew ist eine exklusive Gruppe, da darf dann auch nicht jeder rein, es ist eine geschlossene Veranstaltung. Interessiert Dich nicht, da meckert auch keiner, komischerweise.......
In der kommenden Woche gibt es einen solchen Sonder-Slot für Gangway, die Straßenarbeit mit benachteiligten Jugendlichen betreiben. Kritik daran war bisher nicht zu vernehmen.
Quelle: https://www.rbb24.de/kultur/beitrag/2026/08/kommentar-volksbuehne-schwimmbad-schwarze-menschen-veranstaltung-absage.html
Zitat von PuraPura schrieb:Welche Schlüsse man aus deinem „ich denke …“ zieht, darfst du bitte jedem selbst überlassen. Danke
na dann gilt das ja wohl auch für mich, welche Schlüsse ich woraus ziehe, oder? Danke.


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21.08.2026 um 21:50
Deutliche Worte von Alice Hasters.

Zur Person von A Hasters (ich kannte sie nicht):
Hasters schreibt und publiziert insbesondere über Identität, Rassismus, Feminismus und Intersektionalität. Auch in ihrem 2019 erschienenen autobiographischen Debütbuch Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten. Der Titel erreichte im Juni 2020 Platz 3 der Spiegel-Bestsellerliste im Ressort Bestseller Paperback Sachbuch 26/2020 und hielt diesen Platz auch in der Kalenderwoche 28/2020.
Quelle: Wikipedia: Alice Hasters

Sie hat ein Interview zum Volksbad-Eklat gegeben, und ich finde ihre Position weitgehend sehr nachvollziehbar:
Alice Hasters über den Volksbad-Eklat: „Für Schwarze Menschen ist es brutal, wenn über sie debattiert wird“...
Die Berliner Autorin Alice Hasters spricht im Interview über eine destruktive Debatte und die Fehler der Volksbühne.
War das Volksbad der richtige Ort für so einen Safer Space?
Ich würde sagen: nein. Wenn Schwarze Kinder einen Raum bekommen sollen, in dem sie unter sich und unbeobachtet sein können, ist ein Bad, das Teil eines Theaters ist, nicht der richtige Ort. Man kann Schwarze Kinder nicht in einen Safer Space schicken, der zugleich eine Bühne ist. Das Volksbad wurde von Anfang an kontrovers diskutiert und wurde auch von rechten Medien stark beobachtet. Dass es eine Kampagne geben würde, war nicht komplett überraschend. Das hätte man sich schon überlegen können.
Was hätten die Volksbühne oder auch Eoto anders machen müssen?
Wenn man so etwas macht, muss man auf eine solche Reaktion vorbereitet sein – selbst wenn man denkt: Das ist ein harmloses Schwimmen für Schwarze Kinder und Jugendliche, wer wird schon etwas dagegen haben? Man braucht ein Sicherheitskonzept und muss früher reagieren, wenn rechte Medien eine Kampagne beginnen. Institutionen wie Eoto oder die Volksbühne müssen vorher erklären, was ein Safer Space ist, warum es solche Räume gibt und was das Antidiskriminierungsgesetz bedeutet. Diese Reaktion darf man nicht den unvorhersehbaren Dynamiken der sozialen Medien überlassen.
Die Berliner CDU-Bezirkspolitikerin Aileen Weibeler sagte in einem viralen Video: „Ich darf nicht ins Schwimmbad, weil ich weiß bin.“ Sie fühle sich dadurch diskriminiert.
Diskriminierung ist nicht der Ausschluss, den Aileen Weibeler in diesem Moment erfahren hat. Sie muss vielleicht ein paar Stunden darauf verzichten, ins Volksbad zu gehen. Wir kennen Frauenschwimmen und Seniorenschwimmen oder Angebote für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, die sich in öffentlichen Räumen sonst nur schwer durchsetzen können. Wenn uns das bewusst ist, haben wir damit kein Problem. Es ist aber eine Strategie, so zu tun, als hätte man noch nie davon gehört, dass es auch rassistische Diskriminierung gibt und dass dagegen selbstverständlich Maßnahmen ergriffen werden müssen – auch im öffentlichen Raum.
Wer hat gewonnen? Die Rechten haben gemerkt, dass ihre Kampagnen wirken, weil die Veranstaltung abgesagt wurde. Die Volksbühne bekam mehr Aufmerksamkeit und wurde für ihre Reaktion gefeiert. Eoto hat durch eine Crowdfunding-Initiative eine hohe Spende erhalten. Alle haben also etwas bekommen und irgendwie auch verloren.
Quelle:
Quelle:https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/mitte/alice-hasters-uber-den-volksbad-eklat-fur-schwarze-menschen-ist-es-brutal-wenn-uber-sie-debattiert-wird-15964758.html


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22.08.2026 um 09:47
@Justsaying
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Zur Person von A Hasters (ich kannte sie nicht):
die ist hier bei einigen nicht so beliebt :D

zu ihrem Kommentar:

ich finde nicht, dass die Rechten irgendwas verloren hätten, in dieser Debatte

und ich finde es schwierig
Was hätten die Volksbühne oder auch Eoto anders machen müssen?
Wenn man so etwas macht, muss man auf eine solche Reaktion vorbereitet sein – selbst wenn man denkt: Das ist ein harmloses Schwimmen für Schwarze Kinder und Jugendliche, wer wird schon etwas dagegen haben? Man braucht ein Sicherheitskonzept und muss früher reagieren, wenn rechte Medien eine Kampagne beginnen. Institutionen wie Eoto oder die Volksbühne müssen vorher erklären, was ein Safer Space ist, warum es solche Räume gibt und was das Antidiskriminierungsgesetz bedeutet. Diese Reaktion darf man nicht den unvorhersehbaren Dynamiken der sozialen Medien überlassen.
dass überhaupt so gedacht, gehandelt werden muss und hätte mir gewünscht, dass sie darauf mehr eingegangen wäre.


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22.08.2026 um 11:45
Zwischen Wahrnehmung, Begriffen und Beweis
Ich möchte noch einmal erklären, warum ich beim Begriff „Mikroaggression“ und generell bei der Einordnung bestimmter Verhaltensweisen als rassistisch so kritisch bin.
Zunächst einmal: Ich bestreite weder die Existenz von Rassismus noch die Tatsache, dass Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Herkunft oder anderer Merkmale diskriminiert werden können. Gerade weil ich solche Vorwürfe ernst nehme, halte ich es für wichtig, zwischen einer tatsächlichen Diskriminierung und einer bloßen Interpretation einer Situation zu unterscheiden.
Für mich gibt es dabei drei Ebenen:
Was ist tatsächlich passiert?
Wie wurde es von der betroffenen Person wahrgenommen?
Welche Ursache lässt sich dafür tatsächlich feststellen?
Diese drei Dinge sind nicht automatisch dasselbe.
Nehmen wir einen einfachen Fall: Jemand schaut eine andere Person auf der Straße „komisch“ an. Die betreffende Person empfindet diesen Blick als abwertend. Dieses Gefühl ist real und sollte nicht einfach lächerlich gemacht werden. Aber daraus folgt noch nicht, dass wir wissen, warum die andere Person so geschaut hat. Vielleicht war es tatsächlich ein Vorurteil. Vielleicht hat sie etwas anderes beschäftigt. Vielleicht hat sie überhaupt nichts Negatives gedacht.
Die Wahrnehmung ist also eine Tatsache über das Erleben der betroffenen Person. Sie ist aber nicht automatisch ein Beweis für die Motivation des Gegenübers.
Genau hier habe ich auch persönliche Erfahrungen gemacht.
Durch mein linkes Auge, das sichtbar beeinträchtigt ist, bekomme ich im Alltag immer wieder „komische“ Blicke. Auch mein Stottern führt gelegentlich dazu, dass ich den Eindruck habe, dass Menschen genervt oder ungeduldig reagieren.
Wenn ich jedes Mal aus einem solchen Blick oder einer Reaktion unmittelbar schließen würde, dass die Person mich wegen meines Auges oder meines Stotterns abwertet, könnte ich mich wahrscheinlich den ganzen Tag über empören. Ich weiß aber nicht, was in den Köpfen dieser Menschen vorgeht.
Das bedeutet nicht, dass ich solche Situationen nicht wahrnehme. Ich nehme sie sehr wohl wahr.
Ich entscheide mich aber bewusst dafür, die Ursache zunächst offen zu lassen.
Anders sieht es aus, wenn sich zusätzliche Anhaltspunkte ergeben. Wenn beispielsweise dieselbe Person mich wiederholt anders behandelt als andere Menschen, wenn sich ein bestimmtes Muster erkennen lässt oder wenn noch konkrete Äußerungen hinzukommen, verändert sich die Situation. Dann gibt es mehr als nur ein subjektives Gefühl, sondern zusätzliche beobachtbare Hinweise.
Deshalb lautet mein Ansatz:
Wahrnehmen → hinterfragen → weitere Anhaltspunkte suchen → abwägen → bewerten.
Das bedeutet weder „alles einbilden“ noch „alles ist Diskriminierung“.
Was ich unter „struktureller Benachteiligung“ verstehe
Besonders kritisch werde ich, wenn von „struktureller Benachteiligung“ oder „strukturellem Rassismus“ gesprochen wird.
Für mich ist „strukturell“ kein bloßes Verstärkungswort für „es passiert öfter“. Wenn ich behaupte, dass eine Benachteiligung strukturell ist, behaupte ich damit, dass bestimmte Strukturen systematisch zu dieser Benachteiligung beitragen.
Dann möchte ich auch wissen:
Welche Struktur ist gemeint?
Wie funktioniert sie?
Welche Gruppe wird dadurch benachteiligt?
Woran lässt sich die Benachteiligung feststellen?
Und welche Belege zeigen, dass tatsächlich ein entsprechender Zusammenhang besteht?
Genau diese Fragen habe ich auch in der ursprünglichen Diskussion gestellt.
Dass in Deutschland grundsätzlich alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind, beantwortet zwar nicht automatisch jede Frage nach gesellschaftlichen oder institutionellen Strukturen. Das sehe ich ein. Aber ebenso wenig kann allein aus dem Umstand, dass Menschen unterschiedliche Erfahrungen machen, bereits auf eine strukturelle rassistische Benachteiligung geschlossen werden.
Auch hier gilt für mich: Eine weitreichende Behauptung braucht entsprechend nachvollziehbare Belege.
Ich halte es deshalb für einen Fehler, aus einzelnen Erfahrungen unmittelbar eine allgemeine strukturelle Erklärung abzuleiten.
Wenn beispielsweise eine Person einen „komischen Blick“ bekommt und diesen als rassistisch empfindet, ist das zunächst eine individuelle Erfahrung. Daraus kann man nicht ohne weitere Untersuchung ableiten, dass eine gesellschaftliche Struktur dafür verantwortlich ist.
Und genau hier sehe ich die Gefahr einer immer weitergehenden Ausdehnung von Begriffen. Je weiter ein Begriff gefasst wird, desto wichtiger wird es, klare Kriterien dafür zu haben, wann er tatsächlich angewendet werden kann.
Mikroaggressionen
Das ist auch mein Problem mit dem Begriff „Mikroaggression“.
Ich bestreite nicht, dass es subtile Formen von Diskriminierung gibt. Ich bestreite auch nicht, dass eine scheinbar kleine Handlung für einen Menschen verletzend sein kann.
Aber wenn eine Handlung als Mikroaggression bezeichnet wird, möchte ich trotzdem zwischen dem beobachtbaren Verhalten, der subjektiven Wirkung und der tatsächlichen Ursache unterscheiden.
Aus
„Ich habe mich durch diese Handlung diskriminiert gefühlt“
wird nicht automatisch
„Diese Handlung war diskriminierend“
und daraus wiederum nicht automatisch
„Diese Person hat sich rassistisch verhalten“.
Das sind unterschiedliche Aussagen und sie benötigen unterschiedliche Begründungen.
Gleicher Maßstab für alle
Mir geht es dabei auch um einen Grundsatz, der für mich unabhängig vom konkreten Thema gilt:
Argumente sollten nach ihrem Inhalt bewertet werden und nicht danach, welcher gesellschaftlichen Gruppe die Person angehört, die sie vorträgt.
Ich bin weiß. Das ist eine Tatsache. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass ich ein privilegiertes Leben führe oder dass meine eigenen Erfahrungen und Beobachtungen deshalb weniger Gewicht haben.
Ebenso wenig würde ich behaupten, dass jemand mit einer anderen Hautfarbe oder Herkunft aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen automatisch jede Situation besser beurteilen kann.
Persönliche Erfahrungen sind wichtig. Sie können Perspektiven vermitteln, die andere Menschen nicht haben. Aber sie ersetzen nicht automatisch die sachliche Prüfung einer Behauptung.
Für mich gilt deshalb:
Argument gegen Argument – nicht Identität gegen Identität.
Ich erwarte keine Sonderbehandlung und keinen Freifahrtschein für meine eigenen Aussagen. Ich wünsche mir lediglich, dass für alle derselbe Maßstab gilt: Eine Behauptung darf hinterfragt werden, eine Interpretation darf angezweifelt werden und ein schwerwiegender Vorwurf sollte auf nachvollziehbaren Kriterien beruhen.
Für mich ist das keine Relativierung von Rassismus.
Es ist der Versuch, zwischen Wahrnehmung, Interpretation und nachweisbarer Tatsache sauber zu unterscheiden.
Und genau diese Unterscheidung halte ich für notwendig, wenn wir über Rassismus und Diskriminierung ernsthaft und fair diskutieren wollen.
Quelle: ChatGPT und ich


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Rassismus

22.08.2026 um 11:48
@BerlinerLuft
Das sind erstaunliche viele Worte, um Rassismus zu relativieren.
Wäre bestimmt auch kürzer gegangen.

Und dazu hast du auch noch ne AI gebraucht ...🙄


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22.08.2026 um 12:09
@BerlinerLuft
ich glaube das Problem ist eher, dass Mikroaggressionen nicht verstanden werden. Die gibt es ja nicht nur Schwarzen Menschen gegenüber.
Und klar, da kann man - theoretisch - drüber wegsehen, man kann aber auch klar sagen, dass die verletzend sind - weil man es so empfindet - und das ganz unabhängig davon, ob sie absichtlich oder unabsichtlich geschehen.
Ich finde es auch ausgesprochen schwierig, dass immer wieder von Betroffenen erwartet wird, gefälligst damit umzugehen, Strategien zu finden, erklären zu müssen usw. anstatt dass sich Nicht-Betroffene mal ernsthaft mit Themen wie Rassismus, rassistische Diskriminierung usw. auseinandersetzen, sich zu informieren und vielleicht so auch ein besseres Verständnis bekommen.
Zitat von BerlinerLuftBerlinerLuft schrieb:Besonders kritisch werde ich, wenn von „struktureller Benachteiligung“ oder „strukturellem Rassismus“ gesprochen wird.
Für mich ist „strukturell“ kein bloßes Verstärkungswort für „es passiert öfter“. Wenn ich behaupte, dass eine Benachteiligung strukturell ist, behaupte ich damit, dass bestimmte Strukturen systematisch zu dieser Benachteiligung beitragen.
es ist auch kein Verstärkungswort, sondern einfach gewachsene Realität.
Ich finde es übrigens schwierig, wenn mir so eine Textwand präsentiert wird, in der ich Dich null wiedererkenne. Das ist echt befremdlich


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22.08.2026 um 12:11
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:
Zitat von BerlinerLuftBerlinerLuft schrieb:Besonders kritisch werde ich, wenn von „struktureller Benachteiligung“ oder „strukturellem Rassismus“ gesprochen wird.
Für mich ist „strukturell“ kein bloßes Verstärkungswort für „es passiert öfter“. Wenn ich behaupte, dass eine Benachteiligung strukturell ist, behaupte ich damit, dass bestimmte Strukturen systematisch zu dieser Benachteiligung beitragen
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:es ist auch kein Verstärkungswort, sondern einfach gewachsene Realität.
Welche hier bei uns bestehenden Strukturen tragen denn zu dieser Benachteiligung bei?


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22.08.2026 um 13:10
@behind_eyes
hier ein paar Beispiele:
Was ist struktureller Rassismus?
Quelle: https://mediendienst-integration.de/news/was-ist-struktureller-rassismus/
In der Schule äußert sich strukturelle Benachteiligung der Bildungsforscherin Mechtild Gomolla zufolge vor allem im Umgang mit unterschiedlichen Sprachniveaus.
Quelle: s.o.
turelles Problem ist laut Bildungsforscher Karim Fereidooni, dass meist schon nach der vierten Klasse über den weiteren Bildungsweg entschieden werde. Kinder, die erst im Kindergarten Deutsch lernen, brauchen laut Fereidooni einige Zeit, um sprachlich aufzuholen.
Quelle: s.o.

usw.


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