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Rassismus

Rassismus

24.07.2020 um 09:16
Zarathustra80
schrieb:
Wenn das Hauptaugenmerk dem Kampf gegen Rassismus gelten soll, Antisemitismus im Regelfall nicht unter Rassismus fällt, dann wirkt das, als ob man dem Kampf gegen Antisemitismus eine untergeordnete Bedeutung beimisst.
All das was Du schreibst, findet sich in https://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/213691/warum-ist-es-so-schwer-von-rassismus-zu-sprechen
wieder!
Dabei hat sich inzwischen herausgestellt, dass die Sensibilisierung der Ermittlungsbehörden gegenüber der Möglichkeit einer schlicht rassistischen Motivation der Täter sehr viel rascher zur Aufklärung der Mordserie hätte beitragen können. Und aus dem gleichen Grund wird ein Buch wie "Deutschland schafft sich ab" von Thilo Sarrazin in der Öffentlichkeit als 'provokativ', 'rechtslastig' oder 'nationalistisch', nicht aber als rassistisch bezeichnet.
Quelle:https://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/213691/warum-ist-es-so-schwer-von-rassismus-zu-sprechen


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24.07.2020 um 09:37
Zarathustra80
schrieb:
Wenn das Hauptaugenmerk dem Kampf gegen Rassismus gelten soll, Antisemitismus im Regelfall nicht unter Rassismus fällt, dann wirkt das, als ob man dem Kampf gegen Antisemitismus eine untergeordnete Bedeutung beimisst.
Wer sagt denn, dass man "das Hauptaugenmerk dem Rassismus widmen soll und dem Antisemitismus eine untergeordnete Bedeutung beimisst"?

Ich glaube, das bildest du dir ein.


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24.07.2020 um 10:06
Ich bin empört.
Man kann m.e. doch nicht wirklich glauben, die Meinung, nur "Schwarze" hätten die Möglichkeit unterlegen zu sein (Opfer von Rassismuss zu werden), sei antirassistisch.


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24.07.2020 um 10:10
groucho
schrieb:
Wer sagt denn, dass man "das Hauptaugenmerk dem Rassismus widmen soll und dem Antisemitismus eine untergeordnete Bedeutung beimisst"?

Ich glaube, das bildest du dir ein.
Nein, ich befürchte meine Bemerkung war da eher zu zahm. In meinen Augen wird Antisemitismus in den Reihen antirassistischer Aktivisten geduldet und reproduziert.

Antirassistische Aktivisten, die permanent antisemitische Äußerungen tätigen, z.B. Linda Sarsour oder Ilhan Omar, werden von ihren Mitstreitern bedingungslos in Schutz genommen. In dem Moment, wo Juden als "weiß" eingeordnet werden, gehören sie aus antirassistischer Sicht zu den privilegierten Unterdrückern, die lernen müssen, ihre Privilegien abzugeben. Da ist es verständlich, dass unter dem Deckmantel des Kampfes gegen die "Weiße Vorherrschaft" Antisemiten gegen Juden hetzen dürfen. In Deutschland ist das noch nicht ganz so krass, aber man merkt schon, dass diese Strömung auf dem Vormarsch ist und eben auch ein Problem damit hat, dass der Holocaust (bislang) im Zentrum der deutschen Erinnerungskultur steht.


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24.07.2020 um 10:17
Zarathustra80
schrieb:
In Deutschland ist das noch nicht ganz so krass, aber man merkt schon, dass diese Strömung auf dem Vormarsch ist und eben auch ein Problem damit hat, dass der Holocaust (bislang) im Zentrum der deutschen Erinnerungskultur steht.
Das kannst du sicher belegen?


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24.07.2020 um 10:40
groucho
schrieb:
Das kannst du sicher belegen?
Beispielsweise gab es in der kürzlichen Debatte um Antisemitismusvorwürfe gegenüber dem postkolonialen Vordenker Achille Mbembe etliche Beiträge in den deutschen Medien, die sich hinter ihn gestellt und gleichzeitig die deutsche Erinnerungskultur, die eher auf Holocaust und 2.Weltkrieg gerichtet ist, problematisiert haben.

Ein guter Artikel über die Mbeme-Diskussion:
Die Debatte um Achille Mbembe findet in einem komplett anderen Kontext statt. Aber der Impuls der postkolonialen Ideologie ist vergleichbar mit dem, der einst Ernst Nolte trieb: Der Holocaust ist ein Störfaktor in der Geschichte, nicht nur aus Opferkonkurrenz. Wer aus einem eigenen partikularen Anliegen eine bestimmte Tendenz der Geschichte konstruiert, dem stellt sich der Holocaust in seiner Bodenlosigkeit als das schlicht nicht Einzuordnende entgegen. Gerade darum gibt es aber das Bedürfnis, ihn in Kontinuitäten zu stellen. Für Mbembe ist der Holocaust Extremfall einer Geschichte der "Separation", die im Kolonialismus eingeübt wurde.
Quelle: https://www.perlentaucher.de/essay/die-debatte-um-achille-mbembe-postcolonial-studies-und-der-holocaust.html


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24.07.2020 um 18:28
@Zarathustra80
Und Du glaubst wirklich, wenn Antisemitismus einfach auch Rassismus genannt würde, wäre das anders?


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24.07.2020 um 21:48
groucho
schrieb am 17.07.2020:
Was genau würdest du denn da diskutieren wollen?
(Vor allem ohne mit dem roten Balken in Konflikt zu geraten)
Aus Artikel:
lilit
schrieb am 17.07.2020:
Diskriminierung aufgrund von Glauben, Nationalität, Hautfarbe, sexueller Orientierung, Bildung oder sozialer Schicht ist universell.
..
Es geht darum, jedem Rassismus entschieden mit dem Grundgesetz, mit dem Menschenrecht entgegenzutreten. Das gilt für den Rassismus der Weißen gegenüber Schwarzen, für den Rassismus der Chinesen gegenüber den Uiguren, der Türken gegenüber den Kurden – und so fort. Überall. Auf allen Kontinenten.
Als Erstes muss Rassismus hier aufgedeckt, besprochen, vermieden werden. Angefangen dass jeder sich selber dazu hinterfragt.
Es darf aber nicht weggeschaut werden, wo Rassismus auch vorkommt, bsp. nebst Re-Extremen, 08.15 Leuten, auch unter Migranten.
Jordanischer Abgeordneter: „Allah erschuf Araber als Herren der Welt“
Quelle:
https://www.mena-watch.com/jordanischer-abgeordneter-allah-erschuf-araber-als-herren-der-welt/


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25.07.2020 um 12:05
Zarathustra80
schrieb:
In meinen Augen macht es - vor allem im Kontext der deutschen Geschichte - keinen Sinn, Antisemitismus unter "Diskriminierungen" abzutun. Das erweckt den Anschein Antisemitismus sei weniger schlimm als "Rassismus" - und da wage ich dann doch zu widersprechen.
Ähm, es hat hier auch niemand Antisemitismus per se als Diskreminierung abgetan. Es geht um bestimmte Formen von Antisemitismus und die können, wie schon gesagt, rassistisch sein. Im Fall des Antijudaismus liegt aber faktisch keine rassistische, sondern eine rein religiös motivierte Abwertung vor. Es macht daher keinen Sinn aus antijudaistischen Motiven postfaktisch ein vermeintlich rassistisches Konstrukt zu entwerfen, da es den Rassismusbegriff an sich letztlich nur unnötig verwässern würde. Es wird ja selbst jetzt schon reichlich beklagt, daß dieser vor allem von "Gutmenschen" oft "überstrapaziert" werden würde.

Daß Du für Dich daraus ableitest, daß Antisemitismus deswegen als "weniger schlimm" dargestellt wird ist Deine Sache. Mir persönlich erscheint diese Begründung doch zu arg dürftig, als daß es für eine allgemeine Begriffsumdefinierung ausreichen würde.


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25.07.2020 um 12:12
Zarathustra80
schrieb:
In meinen Augen macht es - vor allem im Kontext der deutschen Geschichte - keinen Sinn, Antisemitismus unter "Diskriminierungen" abzutun. Das erweckt den Anschein Antisemitismus sei weniger schlimm als "Rassismus" - und da wage ich dann doch zu widersprechen.
Nachtrag: Zumal man mit dem Vorwurf der vermeintlichen "Relativierung" auch noch weit mehr Begriffe als "Rassismus" umdefinieren lassen könnte. Wo willst Du da die Grenze setzen?


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01.08.2020 um 13:06
Thilo Sarrazin und die Geburt des Mythos des "Besorgten Bürger" er hat Rassismus im Endeffekt wieder Salonfähig gemacht.

https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/wo-kommen-nur-all-die-rassisten-her-kolumne-a-1294106-amp.html


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01.08.2020 um 13:46
@Hayura

Meine vollste Zustimmung!

Darüber hinaus ist Thilo Sarrazin in meinen Augen immer das Paradebeispiel dafür gewesen, dass man unterschiedliche Formen von Diskriminierung nicht voneinander trennen sollte, sondern dass man Rassismus (oder andere Formen von Diskriminierung) an der Wurzel bekämpfen muss:
Die Kritik an Thilo Sarrazin, Autor des Buches »Deutschland schafft sich ab«, fokussiert meist dessen biologistische und rassistische Ausführungen, jedoch geht es Sarrazin im Kern darum, Menschen nach einer strikt ökonomischen Kosten-Nutzen-Rechnung zu kategorisieren und die vermeintlich Leistungsunwilligen und Leistungsunfähigen von der Teilhabe an Rechten und Ressourcen (noch weiter) auszuschließen.
Quelle: https://grauzonen.info/bezugspunkte/Klassismus%20/%20Sozialchauvinismus


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01.08.2020 um 15:27
Stupsi123
schrieb:
Darüber hinaus ist Thilo Sarrazin in meinen Augen immer das Paradebeispiel dafür gewesen, dass man unterschiedliche Formen von Diskriminierung nicht voneinander trennen sollte, sondern dass man Rassismus (oder andere Formen von Diskriminierung) an der Wurzel bekämpfen muss:
Die Kritik an Thilo Sarrazin, Autor des Buches »Deutschland schafft sich ab«, fokussiert meist dessen biologistische und rassistische Ausführungen, jedoch geht es Sarrazin im Kern darum, Menschen nach einer strikt ökonomischen Kosten-Nutzen-Rechnung zu kategorisieren und die vermeintlich Leistungsunwilligen und Leistungsunfähigen von der Teilhabe an Rechten und Ressourcen (noch weiter) auszuschließen.
Und auch hier wieder liefert auch die Bundeszentrale für politische Bildung mit https://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/213691/warum-ist-es-so-schwer-von-rassismus-zu-sprechen
den zusammenfassenden erläuternden Beleg!
Dieser diffuse Rassismus ist in Deutschland dafür weiter verbreitet als in anderen Ländern; was sich unter anderem daran zeigt, dass jenes Buch von Thilo Sarrazin, das schon im Titel genau diese abstrakte Angst vor der Bedrohung des Eigenen durch alles Fremde befeuerte, zum bestverkauften Sachbuch der letzten Jahrzehnte wurde.
Quelle: https://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/213691/warum-ist-es-so-schwer-von-rassismus-zu-sprechen
[12]Vgl. u.a. Mark Terkessedis: Kulturkampf. Volk, Nation, der Westen und die neue Rechte, Köln 1996, Ulrich Bielefeld: das Eigene und das Fremde. Neuer Rassismus in der alten Welt?, Hamburg 1998.


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01.08.2020 um 23:46
Das!absurde bei der ganzen Sache ist ja dass sarrazzin steif und fest behauptet keine einzige Zeile wäre als rassistisch benannt worden obwohl es mittlerweile vermutlich ganze wissenschaftliche Arbeiten zu seinen Thesen gibt die ihm genau das vorwerfen. Allerdings halte ich das neueste Buch für weniger rassistisch als das von vor zehn Jahren


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02.08.2020 um 01:33
@peterlee
Wieso absurd? Seiner Meinung nach sind das Tatsachen, durch Wissenschaft, Statistik und gesunden Menschenverstand belegt. Welchen Unterschied gibt es genau zwischen rassistisch und weniger rassistisch? ist das wie ein bisschen schwanger sein?


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02.08.2020 um 16:14
Nach meinen neuesten Erfahrungen wissen viele nicht, dass sie rassistisch eingestellt sind, oder sie wollen es nicht wissen.
Hab da schöne Stories zu erzählen. Habe mich derzeit von einigen Leuten distanziert und haue es denen ungeschönt um die Ohren, wenn sie rassistische Kommentare von sich geben, weil ich es mehr als satt habe zu vermitteln, zu beschwichtigen und zu versuchen eine andere Sichtweise darzulegen.
Schwer ist es, wenn du feststellst, dass die eigene Freundin sehr stark Grenzen überschreitet und nix dazu lernt.
Warum sind rassistische Meinungen so stark gefestigt??


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02.08.2020 um 18:15
Yael
schrieb:
oder sie wollen es nicht wissen
Ich glaube tatsächlich, dass viele es gar nicht wissen wollen.
Die denken "Ich will Ausländern nichts böses, also bin ich nicht rassistisch"
Dann wollen sie lieber nicht daran erinnert werden, das sie im Alltag doch oft rassistisch agieren, ohne es zu merken/wissen


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02.08.2020 um 21:32
groucho
schrieb:
das sie im Alltag doch oft rassistisch agieren, ohne es zu merken/wissen
Hibt es da Erhebungen/Statistiken/Studien die den eventuellen Prozentsatz in der Bevölkerung aufzeigen?


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02.08.2020 um 22:09
abahatschi
schrieb:
Hibt es da Erhebungen/Statistiken/Studien die den eventuellen Prozentsatz in der Bevölkerung aufzeigen?
Keine Ahnung, aber meine Erfahrung zeigt mir, dass es doch einige sind.
Braucht man nur hier im Thread aufmerksam mitlesen


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02.08.2020 um 22:17
groucho
schrieb:
Keine Ahnung, aber meine Erfahrung zeigt mir
Du hast keine Ahnung, aber Erfahrung...? das finde ich wirklich lustig, im Sinne von urkomisch, das ist fast ein Bülow.
groucho
schrieb:
Braucht man nur hier im Thread aufmerksam mitlesen
Also profane Skalierung um einen unbekannten aber nicht unbedeutenden Anteil der Bevölkerung zu verunglimpfen.


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