taren schrieb:Naja, in Gaza und Westjordanland leben ca. 5,6 Millionen Palästinenser, dann leben noch außerhalb Palästinas nochmal mehrere Millionen.
Die außerhalb Palästinas lebenden Palästinenser wurden aber größtenteils nicht vertrieben. Sie haben den Vertriebenenstatus vererbt bekommen, und ihre Ururenkel werden immer noch als "Flüchtlinge" bezeichnet werden.
taren schrieb:Übrigens genau zudem was Israel in seiner Unabhängigkeitserklärung sich selbst verpflichtet hat und tagtäglich bricht.
Eine Selbstverpflichtung bis zur freiwilligen Selbstaufgabe, der eigenen Vernichtung ,wäre bei einem Feind, der nicht von der Vernichtung Israels abrückt, idiotisch gewesen.
taren schrieb:Wie reden hier also über Millionen von Menschen die seit Jahrzehnten unterdrückt und teilweise schrittweise vertrieben werden.
Die Millionen Palästinenser außerhalb Palästinas werden aber nicht von Israel unterdrückt. Die Millionen Palästinenser in Gaza leb(t)en seit Jahrzehnten unter Hamas. Die Palästinenser innerhalb Israels werden nicht unterdrückt, sie sind genauso Staatsbürger wie ihre jüdischen Mitbürger. In der Westbank regieren die Palästinenser sich teilweise selbst. In den von Israel kontrollierten Gebieten fühlen sich nicht alle unterdrückt.
taren schrieb:Mag unfair sein aber was Israel macht fällt keineswegs in die Kategorie vernachlässigbar oder Lappalie.
Was bedeutet, dass das, was Hamas, Nordkorea, Iran, China und Russland machen in die Kategorie vernachlässigbar oder Lappalie fällt.
juvenilea schrieb:"Erstaunlich wenig", zum "Genozid zu wenige"....
Weiß gar nicht ob ich Dir überhaupt antworten soll....
Genozid ist keine Gefühls- oder Geschmackssache. Viele User in diesem Thread kommen mit "zu hohen Opferzahlen" um den Genozid zu belegen oder ihn zumindest zu implizieren. Diesen Usern antwortest du doch auch, oder?
Die Zahl ist im Vergleich zu anderen Ereignissen, die noch als Kriegsverbrechen, also nicht als Genozide, bezeichnet werden erstaunlich niedrig. Wenn Militäraktionen, die innerhalb weniger Stunden 70000 Menschen töteten, keine Genozide waren, wie kann eine Militärkampagne, die zwei Jahre braucht, um 70000 Menschen zu töten, ein Genozid sein? Warum kann man aus den konkreten Handlungen keine Rückschlüsse auf die Absicht , die bei der Einstufung als Genozid auch eine Rolle spielen, ziehen? Wenn Israel wirklich einen Genozid gewollt hätte, wären die kursierenden Opferzahlen nicht nach Jahren, sondern nach wenigen Tagen zustande gekommen.
juvenilea schrieb:Jedoch: Zur aktuellen Totenanzahl, oder sonstwas in der Richtung, habe ich mich nie geäußert, da bin ich politisch erfahren genug zu wissen, dass beide Seiten sehr gerne untertreiben, oder sehr gerne übertreiben.
Dass beide Seiten unter- oder übertreiben ist mir auch bewusst, aber die verbreiteten Zahlen liegen nicht so weit auseinander. Hinzu kommen noch Schätzungen mehr oder weniger eingenommener Experten und NGOs. Der Spielraum ist ja nicht "70000 bis eine halbe Million Tote. "
Selbst bei der höheren Zahl von 100000 wären das 5% der Gesamtbevölkerung nach zwei Jahren. Um alle auszurotten bedürfte es bei diesem Tempo Jahrzehnte. Das muss der stümperhafteste Genozid aller Zeiten sein. "Stirb langsam"? Vielleicht muss für Israel eine neue Kategorie erfunden werden, "slow genocide"? "Soft Genocide"? Auch die erweiterte Definition von Genozid, die Zerstörung der kulturellen Identität, wie sie bei den Uiguren festgestellt wurde, trifft auch nicht zu.