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Rechtsextremismus - Ernst der Lage so hoch wie nie

43.637 Beiträge, Schlüsselwörter: Nazis, Rechtsextremismus, Reichsbürger

Rechtsextremismus - Ernst der Lage so hoch wie nie

08.09.2019 um 14:53
eckhart schrieb:In wiefern machte die Aufklärung den Faschismus erst möglich?
Antwort gern im Rechtsextremismus-Thread!
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Dialektik der Aufklärung ist eine im Untertitel als Philosophische Fragmente bezeichnete Sammlung von Essays von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno aus dem Jahr 1944 und gilt als eines der grundlegenden Werke zur Kritischen Theorie der Frankfurter Schule.

Angesichts des Triumphs von Faschismus und Monopolkapitalismus als neuen Herrschaftsformen, denen die Gesellschaft keinen nennenswerten Widerstand entgegensetzte, unterzogen die Autoren den Vernunftbegriff der Aufklärung einer radikalen Kritik. Sie formulierten die These, dass sich bereits zu Beginn der Menschheitsgeschichte mit der Selbstbehauptung des Subjekts gegenüber einer bedrohlichen Natur eine instrumentelle Vernunft durchgesetzt habe, die sich als Herrschaft über innere und äußere Natur befestigte. Ausgehend von diesem „Herrschaftscharakter“ der Vernunft beobachteten Horkheimer und Adorno einen Aufschwung der Mythologie, die „Rückkehr der aufgeklärten Zivilisation zur Barbarei in der Wirklichkeit“,[1] welche sich in der gegenwärtigen Gesellschaft auf unterschiedliche Weise manifestiere. Diese „Verschlingung von Mythos und Aufklärung“ (Habermas)[2] habe nicht einen Befreiungs-, sondern einen universellen Selbstzerstörungsprozess der Aufklärung in Gang gesetzt. Diesem Prozess durch „Selbstbesinnung“ und Selbstkritik der Aufklärung Einhalt zu gebieten, war ein zentrales Motiv der Autoren.
Wikipedia: Dialektik_der_Aufklärung


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08.09.2019 um 15:00
Danke, @Fierna
ich zog tatsächlich nicht in Betracht, dass @abberline es so gemeint haben könnte!


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08.09.2019 um 15:02
@eckhart

Vllt hat er das nicht gemeint....keine Ahnung...der Gedanke wurde aber in jedem Fall schon außerhalb von Allmy gedacht.


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08.09.2019 um 15:07
Ja sicher! Ich selbst kritisiere ja die mangelnde Selbsreflexionsfähigkeit des Liberalismus.
Bin aber deswegen nicht gegen Liberalismus.


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09.09.2019 um 10:15
bgeoweh schrieb:Das ist einfach grob verzerrende Berichterstattung.
Nö, es ist nur deine grob verzerrende Sichtweise, die Tatsachen leugnet. Die Unterkunft HAT gebrannt und ist ein Beispiel für rechtsextreme Gewalt.


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09.09.2019 um 10:25
Jebneet schrieb:Es gab 19 Fälle von echter Gewalt, die ich natürlich verurteile, aber hier wurde alles durcheinander gemischt und daraus entstanden die Schlagzeilen. Einfach der Wahnsinn.
Was ist "Wahnsinn" daran, physische und psychische Gewalt anzuprangern? Wir mussten ja bereits vielfach erleben, wie Volksverhetzung direkt in körperliche Gewalt mündete. Der Ermordung von Herrn Lüdge gingen ewig lange verbale Angriffe voraus. Das ist auch keine neue Erkenntnis. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an den Fall Rudi Dutschke, der solang von der "Deutschen National Zeitung" und auch der BILD verbal angegriffen wurde bis sich jemand fand, der das Problem "final" lösen wollte (was nicht ganz geklappt hat, aber dennoch ein Leben praktisch zerstörte).
Als Josef Bachmann, ein mehrfach vorbestrafter Hilfsarbeiter, am 10. April 1968 im Interzonenzug von München nach Berlin aufbrach, wo er am nächsten Tag auf Rudi Dutschke schießen würde, hatte er Ausschnitte aus der „Deutschen National-Zeitung“ dabei, die in einer Schlagzeile forderte: „Stoppt den roten Rudi jetzt“. Das Blatt, herausgegeben von dem Verleger Gerhard Frey, war das auflagenstärkste rechtsradikale Medium der Nachkriegsjahre. Heute erscheint es mit geringerer Verbreitung und kürzerem Titel als „National Zeitung“.
--> https://www.tagesspiegel.de/kultur/50-jahre-nach-den-schuessen-welche-rolle-spielte-die-presse-bei-dem-attentat-auf-rudi...

Der feine Unterschied zwischen Links- und Rechtsextremismus findet sich am besten in diesem Zitat wieder:
Dutschke selber hatte in eine Rede gesagt: „Wir kennen zurzeit nur einen Terror: Und das ist der Terror gegen unmenschliche Maschinerie. Die Rotationsmaschinerie von Springer in die Luft zu jagen und dabei keine Menschen zu vernichten, scheint mir eine emanzipierende Tat zu sein.“


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09.09.2019 um 14:11
@Orig.Nathan
Das hat aber nirgends lange funktioniert mit dem "linken Terror ohne Menschen zu vernichten" Links- wie Rechtsextremismus schenkt sich nichts.


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10.09.2019 um 12:39
abberline schrieb:Links- wie Rechtsextremismus schenkt sich nichts.
Ich frage mich gerade, ob es ein Abwehrmechanismus ist, Dinge welche eigentlich genauerer Auseinandersetzung bedürfen (Threadname), einfach mal mit anderen gleichzusetzen. Vielleicht es auch schlicht einfacher sich in der sogenannten geläuterten, guten und liberalen Mitte einzuordnen. Da lebt es sich wohl ein wenig gemütlicher und kompfortabler. Man watscht alles ab, was nicht den sogenannten Mainstream entspricht. Früher waren die Grünen mit ihren Umwelttick zu radikal. Letztlich ist alles irgendwie zu extrem, was Veränderungen mit sich bringt. Das Staatsdoktrin schreibt dabei vor, welche Häppchen genießbar und welche ungenießbar sind. Den Extremismus der Mitte bekommt vor lauter Völle niemand mehr richtig mit. Sexismus, Antisemitismus, Rassismus, AFD, u.s.w. Das alles sind längst keine Randphänomen.
Recht und Links gleichzusetzen ist nicht nur unwissenschaftlich, sondern auch ideologisch verblendet. Den Kampf für eine gleichberechtigte Gesellschaft mit einem völkisch, nationalem Weltbild (mit Führerwunsch) gleichzusetzen, halte ich nicht nur für falsch, sondern auch für gefährlich.


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10.09.2019 um 13:06
MokaEfti schrieb:Ich frage mich gerade, ob es ein Abwehrmechanismus ist, Dinge welche eigentlich genauerer Auseinandersetzung bedürfen (Threadname), einfach mal mit anderen gleichzusetzen. Vielleicht es auch schlicht einfacher sich in der sogenannten geläuterten, guten und liberalen Mitte einzuordnen. Da lebt es sich wohl ein wenig gemütlicher und kompfortabler.
Ja, diese uminöse und nicht wirklich zu definierende politische "Mitte" (oft auch synonym verstanden mit dem nicht weniger schwammigen Begriff des sogenannten "Bürgertums") mit der sich seltsamerweise dennoch sehr viele Leute zu identifizieren glauben ist schon ein echtes Mysterium.

Viele glauben sich durch eine solche Positionierung vorallem vor "extremistischen" Einflüssen besonders gefeit zu sein je weiter sie vor vermeintlich linken wie rechten Positionen befinden, meist ohne dabei jedoch auf den Extremismusbegriff an sich wirklich einzugehen. Stattdessen wirft man als Distanzierungsversuch einfach Links- wie Rechtsextremismus in einen Topf, auf diese Weise umgeht man zumindest einer unangenehmen und differenzierteren Auseinandersetzung wenn es um solch unklare und nach wie vor umstrittene Begrifflichkeiten geht. Vielen mag es dabei wohl als eine Art orientierungsrelevanter Selbstschutz dienen, ob es aber auch mit einer wirklich tiefer gehenden Selbstreflektion zusammenhängt wage ich zumindest mal stark zu bezweifeln.


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10.09.2019 um 14:37
@MokaEfti
Ich schrieb nicht von links und rechts, sondern von links und rechtsEXTREM... und die beiden schenken sich wahrlich nichts....


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10.09.2019 um 17:07
MokaEfti schrieb:Vielleicht es auch schlicht einfacher sich in der sogenannten geläuterten, guten und liberalen Mitte einzuordnen.
Noch einfacher ist es irgendeiner Uralt-Ideologie hinterher zu rennen, denn man muss sie nur lernen und nicht selber denken. Jedes politische Thema ist für die eine Seite Pro, für die Andere Contra.
MokaEfti schrieb:Man watscht alles ab, was nicht den sogenannten Mainstream entspricht.
Politischer Mainstream eben.


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11.09.2019 um 09:56
DerThorag schrieb:denn man muss sie nur lernen und nicht selber denken. Jedes politische Thema ist für die eine Seite Pro, für die Andere Contra.
Und das trifft auf die vermeintlich ideologielose (oft selbst als bürgerlich verstanden und damit eigentlich Konservative) Mitte nicht zu?
Zudem ist Dogmatismus gar keine Voraussetzung für die Einordnung in die Schublade des Extremismus. Dafür spielt nur eine Rolle wie man zum Status Quo des politischen Systems der BRD steht.
Lustigerweise wendet der VS das ganze aber oft nach Bauchgefühl an. Da scheint die öffentliche Aufmerksamkeit eines Akteurs wichtiger zu sein als der konkrete Inhalt einer Positionierung (siehe FSFF).


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11.09.2019 um 11:29
abberline schrieb:Das hat aber nirgends lange funktioniert mit dem "linken Terror ohne Menschen zu vernichten" Links- wie Rechtsextremismus schenkt sich nichts.
Wieviele Menschen wurden denn in den letzten 30 Jahren in Deutschland von Linken umgebracht?


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11.09.2019 um 11:44
@Orig.Nathan
Zählen Tötungsversuche wie Molotow Cocktails oder Steinwürfe auf Polizisten etc auch?
Mal ganz davon abgesehen, dass Rechts- wie Linksextremisten sich nichts in Sachen Denunzierung, Staatsfeindlichkeit schenken, beide Fans von totalitären Regimen sind?
Historisch gesehen haben Linksaussen Idole von Stalin bis Che Guevara, Mao, der RAF, Pol Pot oder der SED (heißen ja jetzt anders)
schon ein paar bedenkliche Dinge getan.. das schenkt sich nichts mit der Gegenseite.
Wohlgemerkt, ich red nicht von ein paar Konservativen oder friedlichen Hippies... Ich mein schon die Extremisten auf beiden Seiten.


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11.09.2019 um 11:50
Historisch gesehen haben sehr viele Menschen sehr schreckliche Taten begangen.

Wenn ich an das Strangthema erinnern darf - es geht nicht um globale Historie sondern um deutsche Gegenwart und da gibt es eben keine Morde linker Terrorgruppen. Das Bild hat sich seit RAF Zeiten völlig verändert. Jetzt morden rechte Terrorgruppen und ich wünsche mir sehr, dass gegen diesen Terror von rechts genauso entschieden vorgegangen wird wie damals gegen den linken Terror. Ich habe aber leider nicht den Eindruck. Auch um den Mord an Herrn Lüdke ist es mucksmäuschen still geworden.


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11.09.2019 um 15:11
abberline schrieb:Mal ganz davon abgesehen, dass Rechts- wie Linksextremisten sich nichts in Sachen Denunzierung, Staatsfeindlichkeit schenken, beide Fans von totalitären Regimen sind?
Was meinst du mit Denunzierung? Ich habe mich selbst zwar nie als extrem verstanden, aber bin wohl auf Grund meiner früheren Aktivitäten in deiner Wahrnehmung ein "Linksextremist". Dont panic! Ich habe den Ausstieg längst hinter mir, ganz ohne Programm und neuen Namen. Ich kann auch verneinen, dass ich jemals einem deiner Zugpferde hinterhergelaufen bin. Eher das Gegenteil. Wahrscheinlich sind es genau solche Pauschalurteile, die ich übrigens früher (arg früher) selber mit dem mittigen Teil der Gesellschaft pflegte, die zu Extremismustheorien führen.
Orig.Nathan schrieb:Jetzt morden rechte Terrorgruppen und ich wünsche mir sehr, dass gegen diesen Terror von rechts genauso entschieden vorgegangen wird wie damals gegen den linken Terror.
Ja, wie wahr. Gerade muss ich an den NSU Prozess, an die Angehörigen und an die ganzen Verstrickungen denken.


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11.09.2019 um 15:29
@MokaEfti
Keine Angst, ich kenn das Programm auch aus einer kurzen Jugendphase in den 80ern, Slime, Razzia und Co... Ich hab mich aber schnell von linksaussen emanzipiert, das war mir alles zu verbissen, zu politisch, zu ideologisch... ich hab es mir dann irgendwann zwischen den Stühlen bequem gemacht. Gerade Musik mit politischem Inhalt hat mich extrem genervt, das war mir zu moralapostelmässig.
Mit Denunzierung mein ich das alte Spiel zwischen extremen Rechten und Linken, sich gegenseitig hinzuhängen...
@Orig.Nathan
Mit den Terrorgruppen von links und rechts, ist es relativ gleich, der Verfassungsschutz ist nie weit weg. Siehe auch Schmücker Mord etc...


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11.09.2019 um 17:44
Da es hier auch zum Thema passt, möchte ich noch eine Seite einstellen, auf die ich während der "Diskussion" gestossen bin. Vllt hat jemand Interesse zur Kritik der Extremismustheorie zu schmöckern. Auch wenn es sich nicht immer einfach liest ... ;)

http://www.kritiknetz.de/images/stories/texte/Kritik_der_Extremismustheorie.pdf


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11.09.2019 um 18:32
abberline schrieb:Linksextremisten sich nichts in Sachen Denunzierung, Staatsfeindlichkeit schenken, beide Fans von totalitären Regimen sind?
Leider werden aber nicht nur totalitäre Linke in diese Schublade sortiert, wo das eigentliche Problem der Extremismus-Theorie liegt. Diese hat sich ja aus der Beschäftigung mit totalitären Denkstrukturen (lustigerweise angeregt von den empirischen und theoretischen Erkenntnissen der phösen linksradikalen Frankfurter Schule) entwickelt, fällt gleichzeitig aber hinter die Erkenntnis aus den "Studien zum autoritären Charakter" zurück.


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11.09.2019 um 20:19
paranomal schrieb:Und das trifft auf die vermeintlich ideologielose (oft selbst als bürgerlich verstanden und damit eigentlich Konservative) Mitte nicht zu?
Denke ich nicht, nein. Abgesehen davon das die Mitte nicht DIE Meinung vertritt, sondern breitgefächtert ist, weiß ich gerade nicht warum du sie angesprochen hast.


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