Lanza schrieb:Das "dicke Fass" ist, dass hier mitten im Herzen Hamburgs wohl ein krasser öffentlicher Mord passiert ist.
Nix Beziehungstat. Politikerversagen
Deswegen muss ich die ~9999 anderen Sudanesen (oder ziehen wir ne Dunkelziffer ab weil manche davon sich ggf. kriminell verhalten, machen wir 7000-8000 oder so draus?) doch nicht mit in den Mörder-Topf werfen oder als implikative Schadkategorie betrachten, die maßgeblich nur Kosten, Schaden usw. verursachen würde, weil die in Relation zu anderen ein Furz sind - vermutlich auch bei den pro-Kopf-Verbrechen (im Vgl. zu Afghanen, Syrern, anderen die viel zahlreicher vertreten sind).
Bezugnahme erfolgt auf diesen Post:
hidden schrieb:Also alles kein Problem, dann können ja noch mehr kommen. Die KK, Bürgergeld-Beiträge und Schulen suchen nur so Talente.
Für mich ist das ein implikatives Fass aufmachen im Bezug auf Kosten oder Nutzen/Schaden. Da jetzt die Leute alle in nen Topf zu werfen und kräftig umzurühren ist emotional und argumentativ irriges Verhalten. Auch indem man einen kleinen Haufen zu einem großen Elefanten aufbläst, losgelöst davon betrachtet, dass einer davon jetzt einen schrecklichen Mord begangen hat.
Aber manche wollen halt Blut oder Sippenhaft sehen oder auf irgendwen draufhauen. Ich versteh das teilweise sogar aus anderen Fällen die mich noch stärker tangiert haben. Aber ob das die Lösung ist alle anderen mit in den Sack zu werfen und kräftig draufzuhauen weiß ich nicht, bezweifle ich.
Im Bereich Migration muss sich einiges ändern - aber ich verwehre mich auch gegen implikative Pauschalisierung. Wenn das manche für ihr persönliches Frustventil brauchen, viel Spaß. Ich lehne das weitgehend ab. Weils meist nur destruktiv ist und nichts bringt bis auf ein bisschen Fackelmob ausleben-vibes.
Die 18-Jährige hatte selbst iranische Wurzeln. Hätte auch ne Sudanesin, Syrerin, Ukrainerin, Französin, Deutsche, Mexikanerin, Dänin gewesen sein können. Das pauschalisierte Migranten-Blame-Game ist langweilig geworden (wen es betreffen möge).
Für Fatemeh D. kommen alle Maßnahmen zu spät. Bisher ist über die junge Frau wenig bekannt. Sie soll häusliche Gewalt erlebt haben und sich zuletzt in einem Frauenhaus aufgehalten haben, berichtete die "Bild". Die 18-Jährige habe Grafikerin werden wollen. Am Sonntagnachmittag gedachten Freunde und Bekannte in Wandsbek der jungen Frau.
Quelle:
https://www.stern.de/politik/deutschland/hamburg--nach-toedlicher-attacke-am-u-bahnhof-fordern-politiker-besseren-schutz-37096000.htmlEin junger Mensch der Gewalt erlebt hat und Ziele bzw. Träume hatte stirbt vor Erreichen dieser, kaum die Volljährigkeit erreicht. Das ist so tragisch wie manche implizierte Logik hier: Sie hätte auch gebürtige Sudanesin sein können, die dann hier mit ~9999 anderen pauschal nur als Kosten- oder Schadfaktor deklariert wird weil irgendwer in nem Forum pissig ist und pauschalisiert und sein Frustventil braucht, aber unwillens oder unfähig ist, die Kritik gezielter oder weniger pauschalisiert zu formulieren.
Vielleicht ist das auch Schrödingers (pauschalisierte) Migrationskritik: Wenn Migranten/Flüchtlinge Täter sind werden sie ausgeschlachtet, wenn sie Opfer sind auch so wie es gerade passt - wen es betreffen möge und sich den Schuh anziehen sollte, versteht sich natürlich. Das ist jetzt allgemeiner formuliert weil mich manches an so was erinnert.
SvenLE schrieb:Für Menschen, welche bei Geographie immer Kreide holen waren, kann ich das verstehen. Dazu sollte man auch wissen, wo die Fluchtkorridore waren und dann versteht man es.
Der Witz ist ja noch dass ich in der Recherche die Fluchtkorridore sah weil meine Suchbegriffe ziemlich direkt das Thema tangieren aber ich wollte nicht noch extra ein Fass aufmachen und erwähnen, dass fast auch ne Millionen Ukrainer oder so auch technisch in die Türkei geflüchtet sind - nur halt in Summe nicht da verweilten sondern weiterzogen.