peterlee schrieb:Naja das kann man so nicht stehen lassen. In Afghanistan oder Iran werden schwule an kränen aufgehängt weil sie schwul sind. Und Frauen haben sich zu verhüllen und werden mit steinen -das sind die schweren Dinger auf Feldern oder an flüssen- zu Tode beworfen für iwelches Fehlverhalten.
Das mit unserer Gesellschaft zu vergleichen regt mich echt auf. Weil das so falsch und unmöglich ist...
Aber deswegen haben doch nicht sämtliche Menschen von dort ein so radikales Weltbild.
Das eine sind staatliche Repressionen, dass andere sind die Menschen wie sie darüber denken.
Ich will nicht bestreiten, dass staatliche Institutionen auch dazu führen können, dass mehr Menschen offen ihre ablehnende Haltung zeigen. Aber das ist auch bei uns wohl nicht so viel anders. Lass mal irgendwo die AfD regieren und über Jahre hinweg wird Politik gegen Homosexuelle oder gegen selbstbestimmungsrechte der Frauen geführt. Da würden auch hier immer mehr aus ihren Löchern kriechen und das ganze abfeiern.
Gesellschaftlich aber, unterscheidet sich der Großteil doch aber weit weniger, als diese Radikalen auf allen Seiten.
Voussoir schrieb:Die Gefahr liegt nicht in der kulturellen Verschiedenheit, sondern darin, wenn es irgendwann kritische Masse an Menschen im Land gibt, die annehmen, dass nur eine einzige kulturelle Norm (Ihre) gelten darf.
Du meinst sicher wie mit den Rechtsextremen, die wollen dass nur eine (Ihre) Norm gelten darf. Nun, immerhin haben wir ja ein wenig erfahrung damit umzugehen. Auch wenn die Politik und Teile der Bevölkerung gerne mal blind zu sein scheinen.
Voussoir schrieb:Ich würde aber nicht darauf vertrauen beobachte das und ich denke die Frage nach der tatsächlichen Kompatibilität lässt sich doch nicht durch politische Korrektheit oder gutgläubige Phrasen beantworten, sondern nur durch die nüchterne Beobachtung persönlichen Realität.
Die persönliche Realität erlebt doch jeder anders. Viele leben mitlerweile in Realitäten die gar nicht existieren.
Voussoir schrieb:Erst recht nicht wenn ich lese wie die eigene Kultur teilweise quasi nicht vorhanden ist. Also ich persönlich weiß eigentlich gar nicht was "deutsch" sein soll. Fragt man einen Spanier insbesondere jemanden aus Barcelona oder einen Franzosen, da bekommt man wahrscheinlich eine eindeutige Antwort.
Und der patriotische Katalane aus Barcelona wird so spanisch sein wollen wie manche Ostdeutsche als Westdeutsche oder Bayern als Franken sein wollen.
Deutschland hat seit jeher keine so einheitliche Kultur wie andere europäische Länder. Geschichtlich bedingt leben wir noch immer in einem Vielvölkerstaat, als das wir alle irgendwie einheitliche Deutsche wären. Was uns verbindet ist weniger die Kultur, sondern das was nach dem 2. WK passiert ist. Was Deutschland heute ist und wie wir diesen Staat mit Leben füllen. Aber genau da sind auch wieder eklatante Unterschiede. Es gibt nicht einfach mal so "die Deutschen" oder "die deutsche Kultur".
Deswegen fand ich es auch nicht gut von deutscher Leitkultur zu schwafeln.
Deutschland und das deutsche Volk hat eine komplizierte und schwierige Geschichte. Diese zieht sich bis heute durch das Land. Wenn du die Deutsche Kultur suchst, dann musst du die lokalen und teils sehr verschiedenen kulturellen Gegebenheiten finden. Und aus all diesen teils völlig unterschiedlcihen kulturellen Einflüssen, wird das deutsche Volk. Multikulturell wie eh und je. Nur heute halt noch globalisierter.