Verdutzter schrieb:Ich will darauf hinaus, daß ein Vergleich wie auch immer aufgeteilter Gruppen ja an der Gesamtzahl nichts ändert. Wenn jetzt beispielsweise nur 18 bis 25 jährige aus prekären Verhältnissen unter den salopp gesagt Knackies verglichen werden, wie gehst statistisch mit dem Rest um, die sitzen ja trotzdem ein.
Aber genau darum geht es doch nicht. Dass die Leute trotzdem einsitzen, bestreitet doch niemand. Die Frage ist, wie man die Zahlen sinnvoll miteinander vergleicht.
Wenn ich zwei Gruppen habe, die sich in ihrer Zusammensetzung deutlich unterscheiden, kann ich nicht einfach deren Anteile an den Gefangenen mit ihren Anteilen an der Gesamtbevölkerung vergleichen und anschließend sagen: „Die Differenz kommt von der Nationalität.“
Wenn z.B. eine Gruppe deutlich mehr junge Männer umfasst, muss ich schauen, wie der Unterschied aussieht, wenn ich vergleichbare Alters- und Geschlechtsgruppen miteinander vergleiche. Die anderen Gefangenen verschwinden dadurch natürlich nicht. Sie sind für genau diesen Vergleich nur nicht die passende Vergleichsgruppe.
Ein 50-jähriger Mann aus einer anderen sozialen Gruppe ist schließlich kein sinnvoller statistischer Vergleich für einen 20-jährigen Mann aus einer prekären Lebenssituation, nur weil beide in derselben Gefängnisstatistik auftauchen.
Die Gesamtzahl der Gefangenen bleibt dabei natürlich unverändert. Es geht lediglich darum, wie man diese Zahl sinnvoll interpretiert und miteinander vergleicht.
Und genau das ist mein Punkt: Ich negiere die auffällige Differenz nicht. Ich möchte nur nicht so tun, als wäre mit dieser Differenz bereits erklärt, woran sie liegt.