vincent schrieb:Israel steckt so oder so in dem Mist drin.
Das klingt allerdings nicht sonderlich empathisch. Und das ist Israels Schuld?
Ralf Fücks hat dazu (
Was mich an der deutschen Reaktion auf den Iran-Krieg irritiert) ein paar gute Worte gefunden.
Dass im Iran ein Regime herrscht, das eine eschatologische Mission verfolgt und sich der Logik des rationalen Interessenausgleichs entzieht, ist eine unbequeme Erkenntnis. Sie zu ignorieren, hat allerdings fatale Konsequenzen. Israel musste diese Lektion durch bittere Erfahrungen lernen.
Die Gleichgültigkeit in weiten Teilen der veröffentlichten Meinung gegenüber der existenziellen Bedrohung Israels durch den Iran ist verstörend. Keine Empathie, nirgends. Der Eindruck drängt sich auf, als wollten viele Kommentatoren eher Netanjahu und Trump scheitern sehen als das Mullah-Regime. Als wäre die »Auslöschung des zionistischen Krebsgeschwürs« nicht das heilige Ziel der religiös-nationalistischen Diktatur in Teheran. Als hätten der 7. Oktober, die Raketenangriffe der Hisbollah und der Huthis nichts mit dem Iran zu tun. Als hätte der Iran nicht schon mehrfach Israel mit Raketen angegriffen.
Sollte Israel zuwarten, bis die iranische Raketenstreitmacht so angewachsen ist, dass das Regime praktisch unangreifbar geworden ist? Und passt die völkerrechtliche Regel, dass ein Präventivschlag erst angesichts eines unmittelbar drohenden Angriffs legitim ist, auf den Iran?
Es sind nicht wir, die das Risiko dieser Abwägung zu tragen haben.
Quelle:
https://www.juedische-allgemeine.de/meinung/keine-empathie-fuer-israel-nirgends/
vincent schrieb:Du wolltest doch aber noch erklären was für eine tolle Lösung du und Trump hattet? Was war das noch gleich?
Welche Lösung schwebt dir denn vor? Falls es eine gibt? Gibt es eine?
Entsprechend vorsichtig fällt auch die Einordnung der aktuellen Vereinbarung aus. "Die jetzige Waffenruhe sollte analytisch nicht als belastbare Deeskalation gelesen werden, sondern als konditionierte Unterbrechung in einem weiterhin hochfragilen Konflikt", schätzt Claudia Hofmann, Politikwissenschaftlerin an der "American University" in Washington, ein.
Quelle:
https://www.zdfheute.de/politik/ausland/trump-usa-ultimatum-iran-100.htmlDas ist der Stand.
Klar kannst du dich hinstellen und sagen, das war doch von vornherein eine Illusion, dass das iranische Regime einlenken würde. Und damit ist gewonnen was?
Oder? Man kann dieses ideologiegetriebene Regime nur (1) stürzen oder (2) einhegen.
(1) ginge nur mit Bodentruppen ... und das geht für DT nicht.
Sonst geht Regime-Wechsel nur von innen. Wenn die iranische Zivilgesellschaft aufsteht und das Regime der Mullahs und der Revolutionsgarden beendet.
Sonst (2) weiter einhegen, also USA, Israel und die Golfstaaten hegen ein kriegswütiges Iran ein, ein unverändertes Regime mit (vorübergehend) weniger Mitteln. Das Szenario eines "Kalten Kriegs" mit USA, Israel und Golf Staaten Koalition. Vorübergehend wurde nur eins gewonnen, nämlich Zeit. Wem das mehr nützt, wird man schauen müssen.
vincent schrieb:Wenn man wenigstens Russland etwas in die Verantwortung nehmen könnte würde ixh es vielleichg doch mit einer Lockerung des embargos versuchen wenn das Regime im Gegenzug die Rechte der Oppostionellen Kräfte/Minderheiten stärkt. Keene Ahnung.
Schwer vorstellbar. Der Iran und Russland sind und bleiben Verbündete, im Kampf gegen den "Westen".
Bleibt die Frage, wo siehst du Europa in dem Konflikt? Da auf Dauer nur zu sagen, das ist nicht "unser Krieg", ich weiß nicht, ob das auf Dauer funktionieren wird.
Letztlich hat sich Europa hier auch selbst aus dem Spiel genommen. Die Chance verpasst, Einfluss zu nehmen. Ein geopolitisch agierendes Europa hätte z. B. versuchen können Beihilfe bei der Öffnung der Straße an die andauernde Unterstützung der Ukraine gegen Russland zu knüpfen.
Ich denke jedenfalls, die Analyse von Matthew Karnitschnig trifft da weiterhin zu.
Europe’s Iran reckoning
Europe must decide whether to react to events – or help define them.
Matthew Karnitschnig
Opinion
Quelle:
https://www.euractiv.com/opinion/europes-iran-reckoning/Vielleicht ja von Interesse. Vielleicht stimmst du ja zu, oder auch nicht.