@Gwyddion
Gwyddion schrieb:Ich finde das die Sozialleistungen ausufern, ja, mag auch daran liegen das wir Millionen von Arbeitssuchenden haben. Von daher muss sich Arbeit wieder lohnen.. d. h. Löhne/Gehälter müssen steigen.
Das ist richtig, dass die Sozialleistungen steigen, weil es Millionen Arbeitsuchende gibt, aber du ziehst die falsche Schlussfolgerung....
Anstatt zu fragen,
warum es so viele Arbeitsuchende gibt, forderst du, dass sich Arbeit wieder lohnen muss. Das klingt auf den ersten Blick ganz gut, aber es ist keine Lösung, es ist ne Phrase...
Du sagst, die Löhne müssen steigen, aber wenn die Löhne steigen, steigen die Kosten für die Unternehmen und dann werden noch mehr Arbeitsplätze abgebaut. Das ist der Widerspruch, den du nicht auflöst...
Die Lösung wäre nicht, die Sozialleistungen zu kürzen, sondern die Unternehmen zu zwingen, ihre Gewinne mit den Arbeitern zu teilen, aber das will der Staat nicht, weil er die Interessen der Kapitaleigentümer vertritt. Also bleibt die Spirale. Mehr Arbeitslose, höhere Sozialleistungen, mehr Druck auf die Löhne...
Du beschwerst dich über die Folgen, aber nicht über die Ursache...
Gwyddion schrieb:Mehr Start-Ups, mehr innovative Firmen, mehr Arbeitsplätze.... weniger Arbeitssuchende und damit mehr Einzahler in das System.
Mehr Start-ups und mehr innovative Firmen klingt auch gut, aber sie entstehen nicht von allein,
sie brauchen Kapital, Förderung und vor allem Kunden, die ihre Produkte kaufen können..... Wenn die Löhne niedrig sind und die Sozialleistungen gekürzt werden, dann haben die Leute kein Geld, um diese Produkte zu kaufen. Das ist der Haken, den du da übersiehst...
Du sagst, mehr Arbeitsplätze bedeuten mehr Einzahler. Das ist richtig, aber die Arbeitsplätze, die gerade entstehen, sind oft prekär, schlecht bezahlt und unsicher...
Die bringen nicht mehr Einzahler, sie bringen mehr Aufstocker... Es reicht also nicht, mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Es müssen Arbeitsplätze sein, von denen man leben kann und das ist der Punkt, den du da leider auslässt...
Gwyddion schrieb:Ich sehe das auch eher als nationales Problem.
Nationale Probleme zuerst, das klingt logisch, aber das nationale Problem ist nicht die Bürokratie oder die Energiepreise, es ist die Verteilung. Die Unternehmen haben genug Geld, sie geben es nur nicht für Arbeitsplätze oder Löhne aus, sondern für Dividenden und Aktienrückkäufe....
Das ist kein nationales Problem, das ist ein Problem der Machtverhältnisse....
Solange du das nicht siehst, wirst du immer an den Symptomen herumdoktern, ohne die Ursache zu treffen...
Gwyddion schrieb:Er muss es vernünftig investieren. Und zwar dergestalt das die hiesige Bevölkerung einen Nutzen davon hat.
Du forderst, dass Investitionsgelder im Land bleiben sollen, aber du übersiehst, dass die Ausschreibungspflicht innerhalb der EU ein demokratisches und wirtschaftliches Prinzip ist, das fairen Wettbewerb sichern soll....
Wenn deutsche Firmen nicht konkurrieren können, dann liegt das nicht an der EU, sondern an den Strukturen in Deutschland. Höhere Löhne, strengere Auflagen, teurere Energie, das sind nationale Entscheidungen...
Deutschland hat die höchsten Lohnstückkosten in der EU. Das ist die Folge einer Politik, die Arbeit teuer macht...
Wenn du willst, dass Investitionsgelder im Land bleiben, dann musst du die Bedingungen für Unternehmen verbessern, ohne die Arbeiter zu belasten....
Aber das ist der Widerspruch, den du nicht auflöst:
Weniger Bürokratie und weniger Kosten für Unternehmen bedeutet weniger Schutz für Arbeitskraftgeber... Wie willst du das vereinbaren?