@mitH2CO3 Vor meinen Vorschlägen (alles IMHO): wir sind hier im Kapitalismusthread und Lösungen für "Lebensspezialisten die Scheisse bauen und erwarten dass andere aufkommen" sehe ich nicht vor, es ist schlichtweg OT.
mitH2CO3 schrieb:Ich würde das nicht an einer einzelnen Verantwortlichkeit festmachen, da es sich um ein gesamtgesellschaftliches Anliegen handelt.
Die deutsche Gesellschaft hat dieses Anliegen nicht - alle Leistungen sind als Hilfe zur Selbsthilfe gedacht, man geht davon dass jeder seinen Lebensunterhalt selbst verdienen sollte, sofern in der Lage.
Carearbeit finanziell anerkennen - es sollte das Verursacher und Empfänger Prinzip gelten.
(kommt auch so vor, wenn ich jemanden zum Krüppel mache, zahle ich Verdienstausfall und Unterhalt ein leben lang)
Kinder
Verantwortliche Verursacher sind die Eltern - sie müssen dafür aufkommen bis die Kinder die erste Ausbildung abgeschlossen haben, vom Staat gibt es Kindergeld dazu und von der Solidargemeinschaft kostenlose, aber dennoch vollumfängliche Krankenversicherung.
Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
§ 1601 Unterhaltsverpflichtete
Verwandte in gerader Linie sind verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren.
Quelle:
https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1601.htmlWenn beide nicht in der Lage dazu sind, springt der Staat mit Grundsicherung ein, und es gibt sogar Rentenpunkte, die trägt wieder die Solidargemeinschaft. (BGB 1602)
So weit so gut, ich kann bis hier nicht erkennen dass der Staat und Gesellschaft keine Carearbeit finanziell würdigt.
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Du hast hier von alleinerziehende Mütter geschrieben:
- der Staat übernimmt ggf. den Unterhaltsvorschuss falls der Vater nicht zahlt
Änderungsvorschlag von mir:
a) bei Vermögenden Pfändung sofort und über den geschuldeten Betrag im Voraus, zB für die nächsten 3 Jahre dazu
b) Vater in Grundsicherung und nicht arbeitswillig, sofort maximalmögliche Sanktion, aus dem Kopf, 30%, er kann keine Kinder in die Welt setzen und sich nicht drum kümmern
b.1) die Rentenpunkte von ihm wandern zur Frau (bzw. von dem der nicht pflegt zu dem der Pflegt)
Eltern
Änderung: Das Vermögen, Einkommen und ev. Pflegegeld werden verwertet als würden sie ins Heim gehen und als Brutto Verdienst dem tatsächlich pflegendem Kind zugewiesen. Die Sozialversicherungsbeiträge werden nur zur Hälfte bezahlt, aber als vollbezahlt verbucht (AG Anteil entfällt, wird aber berücksichtigt)
Hausfrau/Mann mit Kindern unter 14 (Fall 1)
Hier gibt es genügend steuerliche Freibeträge für den Partner und Kinder...dennoch fehlt eine Sache um Alterarmut zu vermeiden, der der daheim bleibt ist zwar solidarisch versichert, kriegt aber keine Rentenpunkte.
Änderung: ich fände es fair wenn die Person einen vollen Rentenpunkt pro Jahr bekommt, zusätzlich zu den 3 bei der Geburt -> somit 17 bei einem Einzelkind, überlappen sich 2 um zB. 3 Jahre wären es 3+14+3+3=23 Punkte.
Arbeitsfähige Hausfrau/Mann ohne Kinder (Fall 2)
Freibetrag bleibt.
Änderung: das Haushalt zahlt einen halben KV + halben PV Beitrag und einen halben RV Beitrag, Rentenpunkte somit 0,5 vom Anspruch/Jahr.
mitH2CO3 schrieb:A pro pos sozialer Bereich: die Ungerechtigkeit in der Bezahlung ist bekannt.
Also mir nicht, siehe nächsten Punkt.
mitH2CO3 schrieb:Ein sozial arbeitender (oder systemrelevanter ;)) Mensch verdient vermutlich nur einen Bruchteil dessen, was ein Mensch bspw. im IT-Bereich erhält.
Zuerst mal: alle Jobs sind systemrelevant, oder kennst Du eine Firma die Stellen für nichts tun erschafft und fürstlich bezahlt? (ÖRR ist hier außen vor)
mitH2CO3 schrieb:Weshalb werden TÄTIGKEITEN so unterschiedlich gewürdigt? Ist es volkswirtschaftlich gesehen nicht auch iwie ungesund, derartig zu unterscheiden?
Zwei Eigenschaften des Kapitalismus:
Effizienz - wenn der Job mehr kostet als er bringt, wird er abgeschafft oder verändert
Konkurrenz - wenn der Job mit geringen Investionsaufwand des Bewerbers ausgeführt werden kann (kurze oder gar keine Ausbildung), dann gibt es logischerweise mehr Bewerber und der Arbeitspreis sinkt
Es ist sogar sehr gesund so zu unterscheiden, so können wir einem Gehirnchirurgen mehr zahlen als einem Busfahrer (nichts gegen Busfahrer, aber in München ist die Ausbildung bei Eignung 2-3 Monate), wenn Du allen das Gleiche zahlen willst, fahren alle Bus und sterben an Kopfkrankheiten (plakativ)
mitH2CO3 schrieb:Sollte es nicht auch um weitere WERTE gehen, die dann in Summe den Gesamtwert einer erbrachten Tätigkeit ausmachen? Also bspw. die Berücksichtigung sozialer und ethischer Aspekte?
Die sozialen Aspekte werden doch gänzlich unkapitalistisch dem Arbeitgeber vom Gesetzgeber vorgeschrieben.
Mit dem Begriff ethische Aspekte kann ich wenig anfangen, soll zB ein Gerichtsvollzieher weniger verdienen? Seine "Kunden" sind in Not und bestimmt nicht froh ihn zu sehen.
mitH2CO3 schrieb:Sicherlich würde es dafür staatlicher Investitionen bedürfen
Der Sozialstaat hatte 1340Mrd. Ausgaben im Jahr 2024 - wieviel willst Du noch investieren und wie finanzieren?
mitH2CO3 schrieb:Richtlinien, wie Unternehmen Versorgungsarbeit unterstützen können (Flexibilität bei der Arbeitszeit ect.) Zudem wäre auch die partnerschaftliche Bezahlung eine weiterer Baustein für das Konstrukt.
Halte ich nichts davon - egal wie man das Kind nennt, die Stelle muss sich rechnen, sprich es muss mehr einbringen als es kostet. Zwingt man die Unternehmen dazu, verlassen sie das Land...findet aktuell statt.