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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

15.260 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wirtschaft, Armut, Kapitalismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

15.02.2026 um 18:24
Zitat von GwyddionGwyddion schrieb:Es kommt grundsätzlich auf die Art der Arbeit an. Der Beamte im Rathaus kann vielleicht länger arbeiten, der Handwerker, Straßenbauer oder Tätige in ähnlich körperlich anstrengenden Berufen wohl eher weniger.
Das musst du mir nicht sagen, sondern Jens Spahn:
Die Debatte darüber, wie lange die Menschen hierzulande arbeiten sollten, reißt nicht ab. "Wenn man 100 wird, kann man nicht mit Mitte 60 aufhören zu arbeiten", findet Unionsfraktionschef Jens Spahn.
Quelle: https://www.n-tv.de/der_tag/Spahn-Wenn-man-100-wird-kann-man-nicht-mit-Mitte-60-aufhoeren-zu-arbeiten-id30358785.html
Zitat von GwyddionGwyddion schrieb:Zudem.. es gibt auch einige Menschen die bis zur "Rente" so gut wie gar nicht gearbeitet haben und quasi im besten Alter schon mit Arbeit aufhören...
Da könnte man auch erst einmal ansetzen.
Das könnte man machen. Die Frage ist nur: Was hast du davon? Glaubst du wirklich, dass du dann nicht mehr weiter arbeiten musst, wenn man sich um diese Leute - die mit dir und anderen Lohnabhängigen im selben Boot sitzen - kümmert?


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

15.02.2026 um 18:36
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:die mit dir und anderen Lohnabhängigen im selben Boot sitzen
Lohnabhängig.... wie sich das anhört...

In erster Linie arbeite ich um mir das eine oder andere zu gönnen. Zudem liegt es mir nicht auf anderer Leute Kosten mein Leben zu gestalten.

Es geht darum das frei werdende Stellen die die Boomer hinterlassen wenn sie in Rente gehen.. schnellstens wieder besetzt werden. Aber dafür braucht es auch den Willen zur Ausbildung und den Willen auszubilden.
Zitat von peekaboopeekaboo schrieb:Das musst du mir nicht sagen, sondern Jens Spahn:
Hätte er statt Deiner dieses geschrieben, hätte ich genau das selbe geantwortet.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

15.02.2026 um 19:46
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Die finanzieren jetzt auch Dich!
abgesehen davon, dass ich das in den Threads nie geäußert hatte, aber selbst wenn es so wäre, gehört solch ein userbezug und Privates nicht hierher. Also bitte in Zukunft soetwas sein lassen.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Ok, und wieso kritisierst Du, äußerst Dich abfällig über die die einzahlen?
Wo habe ich mich abfällig geäußert?

Das wirst du ja sicher nicht gemeint haben - ist ja nicht abfällig, sondern lediglich eine - meinerseits subjektive - Feststellung:
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Jede Gruppe denkt primär an sich - so sind nun mal die Menschen
"jede" war natürlich vielleicht zu pauschal, aber kann sich sicher jeder denken, dass es auch Ausnahmen gibt.

Also zeige bitte auf, wo ich mich abfällig geäußert haben soll oder lasse bitte in Zukunft solche Unterstellungen.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

15.02.2026 um 20:41
Zitat von abbacbbcabbacbbc schrieb:Also was bleibt in der gesamten Diskussion für ein Resümee.

Jeder hat hier seinen eigenen Fokus und möchte mehr Geld, was von woanders herkommt.
Dieses Resümee teile ich nich. Ich zB. möchte nich mehr Geld, ich bin eher bereit mehr abzugeben.
Zitat von GwyddionGwyddion schrieb:So ist das halt.. einigen gefällt das sie durch Nicht-Leistung Geld erhalten.. andere sind dann wieder sauer auf die Höhe der ausgezahlten Rente, gemault wird halt immer.
Klar, gibt halt verschiedene Ansichten darüber, was gut und gerecht is. Völlig normal.
Zitat von GwyddionGwyddion schrieb:Die Demografie hat z. B. nichts damit zu tun das viele Arbeitsplätze durch Insolvenzen oder Geschäftsaufgaben wegfallen. Jüngstes Beispiel: Jungheinrich.
Dennoch werden ja in vielen Bereichen Fachkräfte gesucht. Wir würden zB. gern noch jemanden einstellen, finden aber keinen.

mfg
kuno


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

15.02.2026 um 20:44
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Du hast es mir nicht geschrieben, daher weiss ich es immer noch nicht.
Doch, ich hatte geschrieben, dass mit dem partnerschaftlichen System z.B. Korruption und Schwarzarbeit zurückgedrängt werden würden, was der Gesellschaft sehr zugute käme.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Das habe ich mitgenommen: Die Frau von einem der arbeiten geht soll bis zu 162.000$ Dollar bekommen weil sie ihm den Haushalt macht, wenn ich will dass jemand mein Haushalt macht soll ich bezahlen. Einziger Unterschied: er geht mir in die Kiste (nein, das brauche ich nicht).
Na klar hast Du genau das mitgenommen. Weil es vermutlich empörend bzw. lächerlich für Dich ist, dass die private Care-Arbeit diesen Wert haben könnte. Ein anderer Barde hatte hier ja auch derlei Liedchen angestimmt, Utopia ... sing sang.

Dann rechne halt mal selbst aus, was die tägliche Arbeitszeit einer Mutter (je nach Alter der Kinder) und Hausfrau wert ist. Und bitte berücksichtige dabei die zzgl. gesellschaftlichen Kosten, wenn die Frau aufgrund der Ausfallzeiten späterhin ggf. nicht mehr in dem zuvor ausgeübten Beruf reinfindet, auf Teilzeit geht oder eine Erwerbsarbeit nachgehen muß, die ihr nicht ermöglicht, die eigene Altersvorsorge alleine aufzubauen. Altersarmut ist teuer für die Gesellschaft.

Recht kluge Menschen wie Amartya Sen haben sich über das Thema schon lange Gedanken gemacht.
Armut sei Ausdruck eines Mangels an grundsätzlichen Verwirklichungschancen. Die Beziehung zwischen Einkommen und Verwirklichungschancen wird beeinflusst durch:

Familienstand, Zahl der Kinder, Geschlecht und die soziale Rolle,
Schwierigkeiten in der Umänderung von Einkommen in Ämtern,
Innerfamiliäre Aufteilung – z. B. die Bevorzugung des männlichen Geschlechts,
eine entsprechende Verknappung an Einkommen, die eine universelle Verknappung an Verwirklichungschancen mit sich bringt.
Arbeitslosigkeit als eine hauptsächliche Behinderung menschlicher Verwirklichungschancen.
Größere Realeinkommen und ein schnelles Wirtschaftswachstum führten nicht, wie oft behauptet, automatisch zu einer Erhöhung der Lebenserwartung. Sen unterscheidet zwischen einer wachstumsbedingten und einer sozial geförderten Senkung der Sterblichkeitsrate.

Da die Erde ohne Zweifel gegen Ende des 21. Jahrhunderts bei anhaltendem Bevölkerungswachstum übervölkert sein werde, rät Sen zu Gegenmaßnahmen. Die wirksamste Methode sei die Gleichberechtigung, Beschäftigung und Bildung der Frau in allen Erdteilen. Vor allem die Verbesserung der Stellung junger Frauen in der Gesellschaft sei ein wirkungsvoller Ansatz. Er verdeutlicht das mit einigen Studien, die das erhöhte Bildungsniveau der Frauen beziehungsweise deren Integration in den Arbeitsprozess mit der Senkung der Geburtenrate in Zusammenhang bringen.
Btw. was wäre denn Dein kluges Konzept gegen die Überbevölkerung? Pimperverbot für Menschen mit Einkommen unter € 2.500,00 ... oder wie?


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

16.02.2026 um 11:48
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Ich zB. möchte nich mehr Geld, ich bin eher bereit mehr abzugeben.
@kuno7

Dann habe ich eine Idee, die allen hilft: Steuersenkungen. Da bin ich glücklich und Du auch, Du kannst ja jederzeit abgeben, soviel Du willst.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Btw. was wäre denn Dein kluges Konzept gegen die Überbevölkerung? Pimperverbot für Menschen mit Einkommen unter € 2.500,00 ... oder wie?
@mitH2CO3

Wir sind hier in einem Land mit sehr geringer Geburtenrate. In Subsahara Afrika wird keine Frau einmal weniger schwanger, wenn jemand in Deutschland Gehälter für Care Arbeit durchdrückt, nebenbei ohne dass klar wäre, wo das Geld herkommen soll.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

16.02.2026 um 12:24
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Wir sind hier in einem Land mit sehr geringer Geburtenrate.
Umso bedauerlicher, dass Fraueninteressen immer noch zu wenig Beachtung finden.

Es wäre gesamtgesellschaftlich notwendig und wichtig, die Interessen insb. alleinerziehender Mütter und Kinder sehr ernst zu nehmen, damit sie sich gut mit ihren Fähigkeiten in die Gesellschaft einbringen können, und späterhin vor allen Dingen die Mütter nicht mit Altersarmut etc. zu tun haben.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:In Subsahara Afrika wird keine Frau einmal weniger schwanger, wenn jemand in Deutschland Gehälter für Care Arbeit durchdrückt, nebenbei ohne dass klar wäre, wo das Geld herkommen soll.
Wie ich weiter oben zitierte, bedarf es weltweit eines erhöhten Bildungsniveaus der Frauen. Zudem sind wir zwischenzeitlich eine globale Informationsgesellschaft. Selbstredend kann es Frauen in Afrika motivieren, sich für entsprechende Rechte einzusetzen, die wonanders zu besseren Verhältnissen führen.

In diesem Kontext auch beachtenswert Beitrag von abbacbbc (Seite 740)
## 🇸🇪 Schweden – strukturell am cleversten reformiert

Schweden hat in den 1990ern sein Rentensystem komplett umgebaut:

* Automatischer Anpassungsmechanismus (Renten hängen direkt von Wirtschaft & Demografie ab)
* Starke Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt
* Hohe Geburtenrate im EU-Vergleich
* Gezielte Migration

Ergebnis:
Relativ stabile Finanzierung ohne dauernde politische Notoperationen.



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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

16.02.2026 um 13:08
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Es wäre gesamtgesellschaftlich notwendig und wichtig, die Interessen insb. alleinerziehender Mütter und Kinder sehr ernst zu nehmen
@mitH2CO3

Warum sollte gerade diese Gruppe besonders im Fokus der Aufmerksamkeit stehen? Die Tatsache einer Trennung von Eltern macht sie in keiner Weise wichtiger oder interessanter als Andere. Warum soll die Gesamtgsellschaft für eine offenbar unglückliche Partnerwahl verantwortlich sein?

Alleinerziehende Väter erwähnst Du weshalb nicht? Die sollen alleine zurecht kommen?
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Selbstredend kann es Frauen in Afrika motivieren, sich für entsprechende Rechte einzusetzen, die wonanders zu besseren Verhältnissen führen.
Ich denke, die meisten Menschen in Afrika haben überwiegend andere Probleme, als mal eben ein Milliardenprojekt zur Bezahlung für Care Arbeit aus dem Boden zu stampfen. Die werden eher den Kopf über unsere seltsamen Problemchen schütteln.

Und ob Schweden, die in der Migrationspolitik gerade eine Notbremse und 180° Wende hinlegen, so ein gutes Beispiel für Cleverness sind weiss ich auch nicht.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

16.02.2026 um 13:58
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Ich zB. möchte nich mehr Geld, ich bin eher bereit mehr abzugeben.
:D .ja ja, so viele melden das...nur kaum einer tut das - daher, aufgrund der Gesamtsituation: Prädikat unglaubwürdig.
Warum fast niemand dem Staat Geld spendet
Viele Vermögende wollen höhere Steuern zahlen. Freiwillig könnten sie das längst tun, der Bund hat ein Spendenkonto eingerichtet. Doch dort ist auch im Jahr 2025 kaum Geld eingegangen.
Aber ich zähle auf Dich:
2006 hat der Bund ein „Schuldentilgungskonto“ eingerichtet (IBAN: DE 17 8600 0000 0086 0010 30). Jeder Bürger kann darauf Geld überweisen. Mit den Mitteln baut der Bund dann Schulden ab.
Quelle: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/schuldentilgung-warum-fast-niemand-dem-staat-geld-spendet/100186331.html
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Umso bedauerlicher, dass Fraueninteressen immer noch zu wenig Beachtung finden.
Ich könnte mir quasi mehrere Kinder leisten, finanziell und zeitlich - aber Leihmuttern darf man in DE nicht beauftragen (nicht mal wenn die Frau dies aus altruistischen Gründen wöllte)...will damit darauf hinweisen dass es nicht nur "Fraueninteressen" gibt.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

16.02.2026 um 14:27
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Warum soll die Gesamtgsellschaft für eine offenbar unglückliche Partnerwahl verantwortlich sein?
Weil sie nach hinten raus für die Bedürftigkeit (z.B. Altersarmut) der Frau aufkommen werden muss.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Alleinerziehende Väter erwähnst Du weshalb nicht? Die sollen alleine zurecht kommen?
Guter Hinweis, thx. Ich vergesse sie wohl zu erwähnen, weil ich keinen kenne, und/oder sie wohl relativ selten sind. So oder so sollte ich sie korrekterweise mit erwähnen, right.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Und ob Schweden, die in der Migrationspolitik gerade eine Notbremse und 180° Wende hinlegen, so ein gutes Beispiel für Cleverness sind weiss ich auch nicht.
Ich hatte Schweden als Beispiel für eine im EU-Vergleich hohe Geburtenrate eingestellt (deshalb auch fett markiert).


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

16.02.2026 um 14:30
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:will damit darauf hinweisen dass es nicht nur "Fraueninteressen" gibt.
Stimmt. Umso unverständlicher, dass entsprechende Interessen nicht stärker wahrgenommen und berücksichtigt werden.


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16.02.2026 um 14:34
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Ich zB. möchte nich mehr Geld, ich bin eher bereit mehr abzugeben.
Ich halte das für glaubwürdig. Selbst handele ich auch so, wo es eben geht. Und es gibt noch viel mehr Menschen, die ebenfalls so drauf sind. Zum Glück. Es dürften dennoch immer gerne ein paar mehr sein 🤗


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

16.02.2026 um 18:00
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Ich denke, die meisten Menschen in Afrika haben überwiegend andere Probleme, als mal eben ein Milliardenprojekt zur Bezahlung für Care Arbeit aus dem Boden zu stampfen. Die werden eher den Kopf über unsere seltsamen Problemchen schütteln.
Die Menschen "in Afrika" - es ist ein ganze Kontinent mit sehr unterschiedlichen Ländern und Systemen - haben vielerorts noch gar keinen Zugang zu Lohnarbeitsverhältnissen, wie sie hierzulande üblich sind, sondern befinden sich als Kleinbauern in der Subsistenzwirtschaft oder in informellen Beschäftigungsverhältnissen (d.h. unter anderem Gelegenheitsarbeit, Tagelöhnerei, Wanderarbei, Hilfsarbeiten gegen Kost und Logis, Kleinst- und Wandergewerbe usw.)
Die kleinbäuerliche Landwirtschaft stellt in Afrika südlich der Sahara mit fast zwei Dritteln aller Erwerbstätigen weiterhin die mit Abstand wichtigste Einkommens- und Beschäftigungsquelle dar. Für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung dieser Länder spielt die Landwirtschaft in dreifacher Hinsicht eine entscheidende Rolle: Sie dient der Existenzsicherung der ländlichen Bevölkerung, sie muss genügend Nahrungsmittel für die wachsende Stadtbevölkerung bereitstellen und gleichzeitig die Ansprüche einer wachsenden globalen Mittelschicht befriedigen, die mehr Kaffee, Kakao, Fleisch, tierische Produkte und exotische Früchte konsumiert.

Gleichzeitig bietet die Struktur der afrikanischen Agrar- und Ernährungswirtschaft momentan keine ausreichenden Beschäftigungsmöglichkeiten. So arbeiten drei Viertel aller Beschäftigten in Subsahara-Afrika in informellen Beschäftigungsverhältnissen, zum Teil unter sehr schlechten Bedingungen. Viele Menschen erhalten bislang keinen angemessenen Lohn beziehungsweise kein angemessenes Einkommen für die geleistete Arbeit. Laut Internationaler Arbeitsorganisation (ILO) lebt jeder dritte Arbeiter in Schwellen⁠ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) - und Entwicklungsländern trotz formaler Anstellung in Armut.

Internationale Abkommen erkennen die Notwendigkeit gerechter Löhne und Einkommen zwar an, sie sind aber weder rechtlich bindend noch einklagbar. Nationale Gesetze, etwa zum Mindestlohn, garantieren häufig keinen Lohn, der ein menschenwürdiges Leben sicherstellt. Zusätzlich gilt der Mindestlohn nicht für selbstständig wirtschaftende Kleinbauern, die stattdessen vom Weltmarktpreis abhängig sind.
Quelle: https://www.bmz.de/de/themen/laendliche-entwicklung/21756


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

16.02.2026 um 19:04
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Dann habe ich eine Idee, die allen hilft: Steuersenkungen
Steuersenkungen helfen allen? Da bin ich skeptisch.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Da bin ich glücklich und Du auch
Das du dann glücklich wärst, glaub ich gern, ob mich das glücklich machen würde hängt von der Art der Steuersenkung ab. Welche Steuern möchtest du denn gern senken?
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Du kannst ja jederzeit abgeben, soviel Du willst.
Klar kann ich das, sogar ohne Steuersenkungen.

Ich befürchte also, dein Vorschlag macht vor allem dich glücklich, nich aber alle.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:D .ja ja, so viele melden das...nur kaum einer tut das
Was muss man denn für die Bereitschaft tun?
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Aber ich zähle auf Dich:
Da kannste selber spenden, für den Fall, dass du die deutsche Staatsverschuldung für zu hoch hältst.
Ich persönlich finde, Deutschland könnte sich noch deutlich stärker verschulden, zB. um die Wirtschaft anzukurbeln. Verglichen mit den anderen Staaten der G7 is die deutsche Verschuldung geradezu lächerlich gering.

kuno


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

16.02.2026 um 19:15
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Ich befürchte also, dein Vorschlag macht vor allem dich glücklich, nich aber alle.
@kuno7

Alle macht gar nichts glücklich. Du willst mehr Abgaben, ich weniger.

Ein leicht lösbares Problem: weniger Pflichtabgaben und jeder kann obendrauf legen, was er will.

Du willst 80% abgeben? Kein Problem, das kannst Du heute schon tun. Man kann auch im Stillen viel Gutes tun. Ich glaube auch, dass ich Geld zielgerichteter dahin verteilen kann, wo es ehrlich Not tut als unser Staat.

Ich würde als erstes den Soli für ein 36 Jahre zurückliegendes Ereignis abschaffen, weil er lächerlich ist.

Dann würde ich den Spitzensteuersatz nicht unter 100.000 Euro brutto greifen lassen und die anderen Einkommensteuersätze dem anpassen.

Sowohl der Spitzensteuersatz als auch Transferleistungen betreffen zum nicht unerheblichen Teil die Mittelschicht. Beides ist Schwachsinn.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

16.02.2026 um 19:28
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Sowohl der Spitzensteuersatz als auch Transferleistungen betreffen zum nicht unerheblichen Teil die Mittelschicht. Beides ist Schwachsinn.
Das ist ein nicht zu unterschätzender Faktor - in der Praxis führt das dazu, dass gerade in dem Bereich, in dem normal ausgebildete Menschen sich realistisch mit typischer, qualifizierter Lohnarbeit bewegen können die Anreize relativ verquer sind: durch schlecht abgestimmte Grenzwerte und Entzugsraten bei den Sozialleistungen und im Steuersystem wird das Mehr an Brutto hier fast vollständig durch einen Wegfall von einzelnen Leistungen, auf die man Anspruch hat, "aufgefressen", so dass das praktisch verfügbare Einkommen über einen weiten Bereich hinweg fast stagniert - und das betrifft alle Haushaltskonstellationen qualitativ gleich, mit unterschiedlichen quantitativen Grenzen. Auch das könnte eine Ursache dafür sein, dass Menschen in der "Teilzeitfalle" bleiben: Vollzeit heißt, signifikant mehr Zeit für eine Handvoll Euro zu investieren.
Doch die Realität in Deutschland sieht anders aus. Erstens sind die Netto-Zugewinne für Mehrarbeit in den unteren Einkommensklassen am geringsten und wachsen für sehr viele deutsche Haushalte mit dem Bruttoeinkommen sogar an, statt abzunehmen. Zweitens stagnieren diese Zugewinne für einen Großteil der Bevölkerung ausgerechnet in der Mitte der Einkommensskala. Das hat das ifo-Institut in München bereits im Dezember 2024 ausgerechnet. Zwar haben sich seitdem die absoluten Zahlen verändert, das Grundproblem bleibt jedoch bestehen. Eine Reform des bestehenden Systems sei demnach „notwendig“, schlussfolgern die Ökonomen.
Singles und Paare an unterschiedlichen Stellen betroffen

Das Problem besteht je nach Haushaltstyp an anderen Stellen. Singles ereilt es ganz unten in der Einkommensskala. Ein Single ohne eigenes Einkommen erhält derzeit einen Bürgergeld-Regelbedarf von 563 Euro. Das ist demnach sein verfügbares Einkommen für den Monat. Zwar werden auch Miet- und Heizkosten übernommen, doch dieses Geld ist eben nicht frei verfügbar. Die Kosten dafür werden entsprechend bei allen Gehaltsklassen vom verfügbaren Einkommen abgezogen.

Ginge dieser Bürgergeld-Single jetzt einem Minijob für rund 500 Euro Lohn im Monat nach, wird ein Teil davon auf das Bürgergeld angerechnet. Am Ende dürfte er aber trotzdem 180 Euro des Lohns behalten. Wenn er sein Einkommen nun auf 2000 Euro vervierfachte, würde sein verfügbares Einkommen aber nur um weitere 277 Euro anwachsen. Das sind gerade einmal 18 Prozent des Lohnzuwachses. Beim Schritt von 1000 auf 1500 Euro Monatsgehalt ist der Zugewinn mit 23 Euro kaum vorhanden.
Von zusätzlichen 1000 Euro Brutto bleiben nur 59 Euro

Alleinerziehende trifft es ein wenig später. Geht eine alleinerziehende Mutter arbeiten, darf sie bei einem Gehaltssprung von 0 auf 2000 Euro immerhin 936 Euro des Lohns auch ausgeben. Doch dann stockt es. Von 2000 auf 3000 Euro Bruttogehalt – das ist in etwa die Schwelle von einem 30-Stunden-Job auf Mindestlohnbasis zu einem niedrig bezahlten Vollzeitjob – bleiben von den zusätzlichen 1000 Euro nur 59 Euro am Ende in ihrem Portemonnaie hängen.

Bei Paaren tritt der Effekt noch später ein. Egal, ob bei einem Paar ein Alleinverdiener das gesamte Haushaltseinkommen verdient oder sich zwei Verdiener dies je zur Hälfte aufteilen, sind die Zugewinne bei Gehaltssprüngen von 3000 auf 5000 Euro herzlich gering. Ein Alleinverdiener-Paar hätte von den 2000 Euro mehr Gehalt am Ende nur 302 Euro über, bei einem Doppelverdiener-Paar sind es sogar nur 143 Euro – also weniger als zehn Prozent.
Quelle: https://www.focus.de/finanzen/karriere/mehr-lohn-aber-weniger-einkommen-wann-sich-arbeit-fuer-sie-nicht-mehr-lohnt_3857762c-06c5-413f-91d5-420b054b8593.html

Sicherlich kann man die Annahmen, die die ifo-Forscher hier treffen und noch vielmehr die Folgerungen der Focus-Autoren kritisieren, trotzdem wird hier ein Faktor aufgezeigt, der sonst eher "gefühlig" in die Diskussion eingebracht wird und vermutlich mehr Beachtung erhalten sollte.


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16.02.2026 um 19:36
@bgeoweh

Dass ich im Spitzensteuersatz bin, finde ich ok.

Dass auch meine Ü50 Mitarbeiterinnen in einem Ausbildungsberuf in den letzten 10 Jahren ihrer Tätigkeit jeden Euro on top im Spitzensteuersatz verbuchen müssen, ist nicht zu entschuldigen.

Das wäre die Ansparsumme, mit der sie für viele Jahre hochqualifizierter Vollzeitarbeit eine angenehme Rentenzeit erwirtschaften könnten.

Da greift der Staat zu wie bei einem 22jährigen online Broker. Das ist nicht erklärbar.

Es kann nicht sein, dass Wohngeldzuschuss und Spitzensteuersatz sich unter bestimmten Voraussetzungen immer weiter annähern.

Und als Gipfel der Blödheit habe ich ohne Not Corona Kindergeld bekommen. Nicht, dass ich es nicht für irgendetwas hätte brauchen können, im Klartext ETF Sparplan der Kinder, aber es war völlig ohne Not, in einem Land, dass massive Neuverschuldung Sondervermögen nennt.


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16.02.2026 um 19:41
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Alle macht gar nichts glücklich.
Da haste aber kürzlich noch das Gegenteil behauptet. :)
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Ein leicht lösbares Problem: weniger Pflichtabgaben und jeder kann obendrauf legen, was er will.
Finde ich nich so ideal, gerade die Egoisten aus der sozialen Verantwortung rauszuhalten.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Du willst 80% abgeben? Kein Problem, das kannst Du heute schon tun. Man kann auch im Stillen viel Gutes tun.
Wie schon gesagt, das wusste ich sogar schon, bevor du es erwähntest. Is ja auch nich so schwierig.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Ich glaube auch, dass ich Geld zielgerichteter dahin verteilen kann, wo es ehrlich Not tut als unser Staat.
Ich bin überzeugt davon, dass du das glaubst, aber ich finde es doch besser, wenn der Staat die Mittel über gesetzliche Ansprüche verteilt, als das Bedürftige von Wohlwillen Einzelner abhängen, die diese Zuwendungen jederzeit nach Lust und Laune ändern können.
Über Steuern finanziert kann man auch recht sicher sein, dass sich auch fast alle an den Zuwendungen für Bedürftige beteiligen, proportional zu ihren Möglichkeiten.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Ich würde als erstes den Soli für ein 36 Jahre zurückliegendes Ereignis abschaffen, weil er lächerlich ist.

Dann würde ich den Spitzensteuersatz nicht unter 100.000 Euro brutto greifen lassen und die anderen Einkommensteuersätze dem anpassen.
Sprich, du würdest erstmal diejenigen entlasten, die jetzt schon überdurchschnittlich viel haben, mit der Konsequenz, dass der Staat dann ja irgendwo sparen müsste, vermutlich wieder bei denen, die unterdurchschnittlich viel haben.
Frei nach dem Motto, lasst den Reichen doch noch etwas mehr, die Ärmsten können sicher noch irgendwo was einsparen?

Das is leider ziemlich genau das Gegenteil von dem, was ich mir so vorstelle.
Steuersenkungen gern, wie wäre es mit der Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel, die kommt allen Zugute, nich nur den oberen Einkommen. Wie wärs?

kuno


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

16.02.2026 um 19:55
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Steuersenkungen gern, wie wäre es mit der Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel, die kommt allen Zugute, nich nur den oberen Einkommen. Wie wärs?
Das kann man gerne machen, die großartige Entlastungswirkung ist hier aber nicht zu erwarten - deutsche Haushalte geben im euorpäischen Durchschnitt schon wenig für Lebensmittel aus, und ein Wegfall der Mehrwertsteuer würde hier eine Entlastung von ~12-15% dieser geringen Basis bedeuten, es käme ein Gesamtentlastung von ca. 3% der Haushaltsbudgets heraus. Die dann auch "gefühlt" verschwinden wird, weil es sich um einen Einmaleffekt handelt, der durch die Preisentwicklung abgetragen wird. Grundsätzlich wäre es aber zu begrüßen, das gesamte Mehrwertsteuer-System radikal zu vereinfachen, in Bereichen in denen der Normalbürger eher selten hinschaut schlägt das ja kuriose Blüten (der berühmte "Tannenbaum" der gerne zur Weihnachtszeit umgeht sei beispielhaft genannt, oder auch eine normale Hotelrechnung auf der einem leicht drei unterschiedliche Steuersätze für eine zusammenhängende Leistung begegnen können).
Zitat von kuno7kuno7 schrieb:Sprich, du würdest erstmal diejenigen entlasten, die jetzt schon überdurchschnittlich viel haben, mit der Konsequenz, dass der Staat dann ja irgendwo sparen müsste, vermutlich wieder bei denen, die unterdurchschnittlich viel haben.
Bekommen, nicht haben, wir reden über Einkommen, eine Flussgröße.
In einem progressiven Steuersystem hat jede Entlastung den Effekt, das Menschen oben an der Skala mehr entlastet werden als Menschen unten an der Skala, weil das nunmal mathematisch so ist. Selbst bei einem Flat-Tax-System kann man zum beliebten Trick greifen, die Betrachtung zu ändern (von prozentual auf absolut) und zu argumentieren, dass die besser verdienenden dann eben absolut mehr "sparen".

Explizit degressive Entlastungen zu entwerfen hat seine eigenen Tücken: diese sind budget-praktisch eher Subventionen als Steuerentlastungen, und ziehen in der Regel ungewollte Verzerrungen nach sich (siehe den oben verlinkten Artikel zum Thema Transferentzugsraten) und bedingen eine andauernde Anpassungen von Freibeträgen, Grenzwerten usw., was wieder einen entsprechenden nachgelagerten Verwaltungsaufwand sowohl auf staatlicher als auch auf privater Seite (korrekte Steuererklärungen, Anpassungen von Software, Aufwand in Lohn- und sonstiger Buchhaltung) nach sich zieht.


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Kapitalismus - Die Ausgeburt der Hölle

16.02.2026 um 20:07
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Du willst 80% abgeben?
Nein, will er nicht - er wäre nur dazu bereit :D
Ich möchte hier auch meine Unterstützung zeigen: ich bin bereit 100 Mrd. Einkommenssteuer zu bezahlen.
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:In einem progressiven Steuersystem hat jede Entlastung den Effekt, das Menschen oben an der Skala mehr entlastet werden als Menschen unten an der Skala, weil das nunmal mathematisch so ist. Selbst bei einem Flat-Tax-System kann man zum beliebten Trick greifen, die Betrachtung zu ändern (von prozentual auf absolut) und zu argumentieren, dass die besser verdienenden dann eben absolut mehr "sparen".
Da war die Argumentation beim Soli die Geilste: wenn man den abschafft, haben die den nicht bezahlt haben, nichts davon.


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