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Das bedingungslose Grundeinkommen

Das bedingungslose Grundeinkommen

15.05.2018 um 14:07
Lazarus71 schrieb:Ein Beispiel:Man hat eine Leidenschaft für das Schreiben und möchte gerne etwas veröffentlichen. Das kostet Geld wenn man es effektiv machen möchte. Wenn man zusätzlich zu seinem Einkommen aber noch das bedingungslose Grundeinkommen erhält, kann man sich durchaus leisten, das was man schreibt auf professionell veröffentlichen zu lassen.Wenn man das von seinem eh schon meist knapp bemessenen Einkommen macht, ist das Risiko viel zu hoch und es ist eigentlich ein Luxus den man sich da leistet.
Klassisch wird ein Autor vom Verlag dafür bezahlt, daß der Verlag sein Werk herausbringen darf. Eigenverlage auf eigene Kosten und Risiken sind ein ziemlich neues Phänomen. Die Rowling war bekanntlich Sozialhilfeempfängerin, als sie (nach vielen Absagen, für die sich die betreffenden Verlage bis heute in den Hintern beißen!) endlich ihr erstes Buch herausbringen konnte - und zwar nicht auf ihre eigenen Kosten. Nur Briefporto und Schuhleder mußte sie aufwenden, bis sie ihren Verlag gefunden hatte, aber die mußte sie für die Arbeitssuche genauso aufwenden. Also nix Luxus.


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Das bedingungslose Grundeinkommen

15.05.2018 um 20:05
bgeoweh schrieb:Die Werttheorie kannst du in Dienstleistungsgesellschaften schlicht vergessen, weil plötzlich die ganze Konstruktion aus Gebrauchs-, Tausch- und Mehrwert nicht mehr funktioniert, wenn die physische Ware als Trägersubstanz ausfällt.
Wie kommst du denn darauf? Hier fehlt nur die greifbare Ebene der "Verdinglichung gesellschaftlicher Verhältnisse". Marx hat seine Werttheorie durchaus auch im Hinblick auf Dienstleistungen spezifiziert. Zum Beispiel hier:
In der bürgerlichen Gesellschaft selbst gehört in diese Rubrik aller Austausch persönlicher Dienstleistungen - auch Arbeit für persönlichen Konsum, Kochen, Nähen etc. Gartenarbeit etc. bis herauf zu den sämtlichen unproduktiven Klassen, Staatsdiener, Ärzte, Advokaten, Gelehrte etc. - gegen Revenue in diese Kategorie. Alle menial servants etc. Alle diese Arbeiter, vom geringsten bis zum höchsten, vermitteln sich durch ihre Dienstleistungen - oft aufgezwungene - einen Anteil am Surplusprodukt, an der Revenue des Kapitalisten. Es fällt aber niemand ein zu denken, dass durch Austausch seiner Revenue gegen solche Dienstleistungen, d.h. durch seinen Privatkonsum, der Kapitalist sich als Kapital setzt. Er verausgabt vielmehr dadurch die Früchte seines Kapitals.
(K. Marx, Grundrisse, MEW 42, S. 380)/http://www.kulturkritik.net/begriffe/begr_txt.php?lex=dienstleistung

Anders lässt sich ja auch beispielsweise die konstante "Abgabe" des Mehrwerts durch Maschinen.


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meganet
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Das bedingungslose Grundeinkommen

18.05.2018 um 13:06
Italien möchte ein Grundeinkommen einführen

Nach 70 Tagen Koalitionsgesprächen haben sich Lega und fünf Sterne Bewegung geeinigt auf ein Regierungsprogramm. Es sieht eine Garantie für ein Grundeinkommen für jeden Italiener vor. (steht rot im folgenden Text)
http://www.spiegel.de/politik/ausland/italien-lega-und-fuenf-sterne-veroeffentlichen-regierungsprogramm-a-1208441.html


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Das bedingungslose Grundeinkommen

18.05.2018 um 14:33
meganet schrieb:Italien möchte ein Grundeinkommen einführen
Gerade Italien..eines der höchstverschuldeten Länder in der EU.

Guter Witz.


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Das bedingungslose Grundeinkommen

18.05.2018 um 16:01
@Nerok
Ist Italien nicht auch dafür bekannt, das viele das Sozialsystem ausnutzen? Herrscht in Italien nicht die Korruption vor (noch schlimmer als bei uns)? Hab keine Ahnung von der politischen Lage in Italien.

Ein BGE könnte ein aufgeblähtes und undurchdringbares Sozialsystem ablösen. In meiner naiven Vorstellung könnte das ein Nullsummenspiel ergeben :D.


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Das bedingungslose Grundeinkommen

18.05.2018 um 17:20
Hört sich nicht nach einem BGE an, sondern nur, daß das Einkommen eine bestimmte Grenze nicht unterschreitet. Wer über der Grenze liegt, bekommt dann wohl kein staatliches Geld, schätze ich.


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Philipp
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Das bedingungslose Grundeinkommen

18.05.2018 um 17:45
@zaeld
Gibt da verschiedene Modelle, mit unterschiedlichen Herangehensweisen. Manche erscheinen mir machbar, manche nicht. Hier weiß ich auch nicht, was im Raum steht, aber etwas mehr Praxisnähe um die ganzen Theorien herum wäre schon ganz wünschenswert und interessant.


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Das bedingungslose Grundeinkommen

18.05.2018 um 18:57
Philipp schrieb:Gibt da verschiedene Modelle,
Vorteil wenn man das Grundeinkommen jedem gibt:
- jeder wird zunächst einmal gleich behandelt. Das muss meiner Meinung nach vorrangiges Ziel einer Gesellschaft sein.
- da jeder das Geld bekommt, ist der bürokratische Aufwand so klein wie Möglich.

Was macht man aber mit den "Reichen". Nun, man kann Überlegen, ob eine Art Umverteilung nicht doch sinnvoll ist. Natürlich soll man sich durch Mehrleistung eine finanzielle Besserstellung erwirtschaften können. Aber das ein Mensch unverhältnismäßig viele Ressourcen auf sich vereinigt, kann nicht gut sein.

Ich würde es begrüßen, wenn es daher eine Einkommenshöchstgrenze gibt. Außerdem soll man nur einen bestimmten Besitz vererben können. Das Familienhaus, das Mo­bi­li­ar, Familienerbstücke. Nicht vererbt werden sollen meiner Meinung nach eine unverhältnismäßige Summe an Geld und Rohstoffen, Kunstgegenstände, Land, Immobilien...

Dann sollte sich das Problem der Superreichen von alleine Lösen.


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Das bedingungslose Grundeinkommen

18.05.2018 um 19:21
Eine schöne Idee, finde ich es, das Höchsteinkommen an das Durchschnittseinkommen zu koppeln.

Also das x-fache des Durchschnittseinkommens.


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Das bedingungslose Grundeinkommen

18.05.2018 um 20:15
@Negev
Ein Teil des „unverhältnismäßig“ hohen Einkommens ist die Risikoabdeckung - die interessiert den Normalverdiener nicht besonders, aber die ist da.
Wenn ich auf Teil des Gewinns verzichten sollte, muss der Kündigungsschutz aufgehoben werden, da jeder danach BGE bekommt - wer sich an meinem Gewinn beteiligt, muss sich auch Risiko beteiligen.
Alternativ unternehme ich nichts mehr, gibts halt keine zusätzliche Jobs mehr schon vom Start.


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Das bedingungslose Grundeinkommen

18.05.2018 um 20:25
Corky schrieb:Ein Teil des „unverhältnismäßig“ hohen Einkommens ist die Risikoabdeckung
Das hör ich jetzt auch zum ersten Mal, das Risiken von den Verursachern getragen werden :D.

Gilt nicht das Kredo:
Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren? ;)

Ich bin eher für:
Jeder soll sein Anteil erhalten und wenn es nach hinten los geht - dann kommt die Gesellschaft dafür auf (sofern es nicht höchst grob Fahrlässig war). Ich finde die Gesellschaft als Unternehmensstruktur sehr schön.

Jetzt könnte man behaupten das im Kapitalismus mehr Risiken eingegangen werden und dadurch Fortschritt erzielt wird. Aber ist das tatsächlich so? Welche Innovationen gab es in den letzten 20 Jahren? Mir fallen nur Weiterentwicklungen ein...


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Das bedingungslose Grundeinkommen

18.05.2018 um 20:34
Negev schrieb:Das hör ich jetzt auch zum ersten Mal, das Risiken von den Verursachern getragen werden :D.
Natürlich ist das so - aber "nur" im mittleren und niedrigen Lohn-/Gewinnbereich.


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Das bedingungslose Grundeinkommen

18.05.2018 um 20:46
meganet schrieb:Italien möchte ein Grundeinkommen einführen
Irgendwie bezeichnend, dass ausgerechnet diejenigen, die ständig als "Populisten" verschrieen werden, auch diejenigen sind, die letztendlich notwendige Veränderungen einleiten. Offenbar schwingen sich Cinque Stelle/Lega auf, Europa zu verändern, nicht Macron, wie uns nun schon seit einem Jahr eingeredet wird, der steht eben nur für das von vorvorgestern.


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meganet
ehemaliges Mitglied

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Das bedingungslose Grundeinkommen

18.05.2018 um 21:33
Hier noch etwas mehr Info
http://www.sueddeutsche.de/politik/italien-lega-nord-fuenf-sterne-regierungsprogramm-1.3985091 (18.Mai)

Die Höhe des italienischen Grundeinkommens oder Bürgerlohns, das nicht bedingungslos ist, ist (oder soll sein) 780 Euro.

Es sei ein Anliegen von der fünf Sterne Bewegung und es ist daran geknüpft, dass sich der Empfänger aktiv nach Arbeit umsieht, d. h. es bleibt offen ob es für Behinderte, Senioren etc. auch gilt. Ebenso soll man das Anrecht verlieren, wenn man drei Jobangebote ausgeschlagen hat, so die Vorstellung, denn es ist ja noch nichts in feste Formen gegossen.
kann man hier lesen:
http://www.sueddeutsche.de/politik/italien-fuenf-sterne-und-lega-wollen-mit-alten-gewissheiten-brechen-1.3979608 (15.Mai)


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Das bedingungslose Grundeinkommen

18.05.2018 um 21:37
meganet schrieb:Ebenso soll man das Anrecht verlieren, wenn man drei Jobangebote ausgeschlagen hat, so die Vorstellung, denn es ist ja noch nichts in feste Formen gegossen.
Ja toll. Langsam hat man den Eindruck, dass deutsche Zeitungen nicht mehr recherchieren können. Was da beschrieben wird, ist kein Grundeinkommen, erst recht kein bedingungsloses. Im Endeffekt ist das nichts anderes als HartzIV, nur noch härter.


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Das bedingungslose Grundeinkommen

18.05.2018 um 21:45
meganet schrieb:Es sei ein Anliegen von der fünf Sterne Bewegung und es ist daran geknüpft, dass sich der Empfänger aktiv nach Arbeit umsieht,
Das ist eine H4 Kopie, vor allem eine Billige, weil bestimmt aus dem Betrag noch die Wohnung zu bezahlen ist...


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Das bedingungslose Grundeinkommen

18.05.2018 um 21:46
@Negev
Das hör ich jetzt auch zum ersten Mal, das Risiken von den Verursachern getragen werden :D.

Gilt nicht das Kredo:
Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren?
Nein, das gilt in aller Regel nicht.

Ich selber habe mal ein Unternehmen mitgegründet, welches letztendlich insolvent gegangen ist. Das Startkapital, welches ich eingezahlt habe, ist weg, niemand ist dafür eingesprungen. Die Mitinvestoren haben auch von niemandem Geld zurückbekommen.

Dann habe ich zuletzt für ein Startup-Unternehmen gearbeitet, als Zulieferer in einer anderen Firma, also nicht direkt in dem Startup. Das Unternehmen hat Insolvenz angemeldet, niemand ist dafür eingesprungen. Meine Firma bleibt jetzt auf einem Teil der Kosten sitzen, und diese Verluste werden auch nicht sozialisiert.

Und so ist das der Regelfall. Wenn sich eine Investition ein Fehlschlag erweist, ist der Investor sein Geld los, ohne es wiederzubekommen. Daß der Staat einspringt und Verluste sozialisiert werden ist der absolut seltenste Ausnahmefall.


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Das bedingungslose Grundeinkommen

18.05.2018 um 21:51
zaeld schrieb:Und so ist das der Regelfall. Wenn sich eine Investition ein Fehlschlag erweist, ist der Investor sein Geld los, ohne es wiederzubekommen. Daß der Staat einspringt und Verluste sozialisiert werden ist der absolut seltenste Ausnahmefall.
Gerettet wird, wer "systemrelevant" ist, heißt, so groß, dass er machen kann, was er will, weil sich niemand leisten kann, dass der Laden an die wand fährt. Oft auch mit dem Staat als Mit- oder gar Haupteigentümer.

Mit Erbschaftsgeschichten kriegt man die aber auch nicht - wer so richtig Asche hat, kann die in aller Regel auch dergestalt in einer Stiftung oder anderen Struktur unterbringen und sich elegant um 90% der Steuergesetze drücken.

Wer von Erbschafts- und anderen "Superreichen"-Steuern so richtig getroffen wird, ist der Mittelstand. 10 Mio. € mögen dem Durchschnittsarbeiter utopisch viel erscheinen, das als Firmenwert kann aber bereits ein Familienbetrieb mit ein paar Angestellten locker erreichen.


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Das bedingungslose Grundeinkommen

18.05.2018 um 22:23
@bgeoweh
Gerettet wird, wer "systemrelevant" ist, heißt, so groß, dass er machen kann, was er will, weil sich niemand leisten kann, dass der Laden an die wand fährt. Oft auch mit dem Staat als Mit- oder gar Haupteigentümer.
Und wieviele Unternehmen betrifft das In Relation zu allen Insolvenzen überhaupt? Wenn wirklich 99,9% aller Investitionen als Risiko zu Lasten der Investierten gehen, kann man kaum davon sprechen, daß Verluste sozialisiert werden.

Im Einzelfall kann eine Rettung ja auch durchaus Sinn machen, wenn der Gesamtschaden für den Staat geringer wird, als wenn man die Unternehmen pleite gehen läßt. Eine Vermeidung eines schwarzen Freitags 1928 oder wann das war wäre wahrscheinlich eine Menge Geld gewesen, wenn alle Betroffenen ihre Arbeit behalten hätten.

Nicht zuletzt muß man sich dann auch anschauen, wer da überhaupt gerettet wird. Bei der wahrscheinlich bekanntesten Rettung der letzten Zeit war ich auch beteiligt: Für den Preis einer ungefähr 1-wöchigen All-Inclusive-Reise habe ich Aktien der Hypo Real Estate gekauft (gar nicht mal als Spekulation gedacht, sondern als solide Investition). Von der Sozialisierung der Verluste habe ich letztendlich ungefähr den Wert einer Musik-CD zurückbekommen. Das war ein Deal, auf den ich auch hätte verzichten können.

Wenn die Besitzer der Firma also nicht die Profiteure sind, wer ist es dann? Die Mitarbeiter, die ihre Arbeitsplätze behalten und kein Arbeitslosengeld vom Staat beziehen müssen? Die Kleinsparer, die ihre Rente durch die staatlichen Garantien weiterhin über ihre Anlagen erzielen, anstatt Hartz4 zu beantragen? Wäre das schlecht?

Der andere Betroffene der Bankenkrise, der mir gerade einfällt, ist die Commerzbank. Die wurde durch Vergabe von Krediten gerettet. Spricht etwas dagegen, das Unternehmen durch Kredite am Leben zu erhalten, damit also den normalen wirtschaftlichen Kreislauf ohne großen Einschlag weiterlaufen zu lassen, und dann noch Gewinne aus den Zinsen für den Kredit einzustreichen, also ganz im Gegenteil Gewinne zu sozialisieren?


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Das bedingungslose Grundeinkommen

18.05.2018 um 22:27
@zaeld

Ich glaube, du hast mich gründlich missverstanden :D Ich pflichte dir vollkommen bei, dass die Phrase vom "Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren" genau das ist, eine hohle Phrase.

Das trifft übrigens nicht nur auf die Verlustseite so, auch auf der Gewinnseite sieht "Privatisieren" häufig so aus, dass die Firmenerträge eben nicht bei der bösen Finanzkrake in sonstwo landen, sondern ganz real den Wert von Oppas Riester-Portfolio mehren oder irgendwo einen Pensionsfond am Laufen halten.


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