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Das bedingungslose Grundeinkommen

17.854 Beiträge, Schlüsselwörter: Geld, Sozial, Grundeinkommen, Hartz 4, Hartz, Sozialstaat, BGE, Bürgergeld, Bedingungslos, Bedingungsloses +

Das bedingungslose Grundeinkommen

14.09.2020 um 20:19
HalloSchönDichWiederZuLesen
Zitat von Luminita
Luminita
schrieb:
WARUM und WIE wir ein BGE brauchen bzw. umsetzen wollen, kam hier leider nicht raus. ^^
Weil angeblich die "wertschöpfende" Arbeit schwindet ;)
Ich kenne den Herren nicht, aber in paar Punkten irrt er (mMn): Villa sauber halten und Gärtnern ist Werterhalt...eine schmutzige Villa mit runtergekommen Garten ist weniger Wert....tatsächlich sind das Investitionen: angenommen Reinigungskraft und Gärtner kosten in der Nutzungsdauer 100.000€...der Abschlag bei einer schlechten erhaltenen Villa kann locker 500.000 bis 1Mio sein (in meinem virtuellen Beispiel).



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14.09.2020 um 20:21
Zitat von abahatschi
abahatschi
schrieb:
Glaube ich aber nicht - wenn Wohnen subventioniert ist
Wer spricht den von subventioniert? Der Wohnraum muß einfach in der Miete wieder günstiger werden.
Ich kenne zufällig eine Familie, die längere Zeit in München ausgehalten hatte. Nach einer Wohnungskündigung zogen sie weit hinter Richtung Ebersberg in eine noch bezahlbare Wohnung, so eine solche noch im münchner Umfeld zu finden ist. Die Arbeit verblieb aber eben in München, Anfahrt per S-Bahn morgens und abends, jeweils mehr als eineinhalb Stunden. Auch übrigens ein Beispiel für a) weniger Zeit unter der Woche für die Familie und b) zu weit weg von z.B. interessanten kulturellen Einrichtungen in München. Jetzt gehts halt mit den Kindern mehr in die Natur und den nächst gelegenen Tierpark. Und ich kann mir nicht vorstellen, das "Reiche" sich so sehr viel mehr in Stadtbüchereien aufhalten.
Zitat von abahatschi
abahatschi
schrieb:
Du hast Dir doch keine Unterstellungen gewünscht?
Ja, hat sicher aber doch trotzdem keiner dran gehalten. Und "oft" bedeutet eben nicht pauschalisiert alle. Ein kleiner, feiner Unterschied! ;-)



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Das bedingungslose Grundeinkommen

14.09.2020 um 20:23
@Luminita
Diese unmittelbar wertschöpfende Arbeit ist doch schon viel weniger geworden.

Und die Arbeit der Reinigungskraft wird ja immer wieder durcch Staub und den Hund zunichte gemacht hat aber auch eine arbeitsteilig wertschöpfende Funktion sobald man die Arbeit des Politikers als werschöpfend ansieht.

Sie ermöglicht dem Politiker an einer Sitzung teilzunehmen die er sonst hätte absagen müssen weil er den Flur wischen muss.

Das nennt sich einfach Arbeitsteiligkeit.



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14.09.2020 um 20:37
Zitat von masiquodo
masiquodo
schrieb:
Der Wohnraum muß einfach in der Miete wieder günstiger werden.
Für wen und warum?
Versuche folgende Info zur Kenntnis zu nehmen: München hat maximale Verdichtung erreicht = es gibt keine Grundstücke mehr, die die leer "erscheinen" sind schon verplant. Wenn die Baufirmen nachkommen, haben sie auch hier nichts mehr tun (in dem Umfang).

Kannst Du mal erläutern wie es gehen soll? Die Wohnungen sind teuer, weil sie zu wenig sind.
Zitat von masiquodo
masiquodo
schrieb:
Die Arbeit verblieb aber eben in München, Anfahrt per S-Bahn morgens und abends, jeweils mehr als eineinhalb Stunden.
Ja ist so. Soll jetzt jemand anders ausziehen und diese Zeit pendeln damit deine Bekannten nicht pendeln?
Zitat von masiquodo
masiquodo
schrieb:
Jetzt gehts halt mit den Kindern mehr in die Natur und den nächst gelegenen Tierpark.
Finde ich gut für die Kinder.
Zitat von masiquodo
masiquodo
schrieb:
Und ich kann mir nicht vorstellen, das "Reiche" sich so sehr viel mehr in Stadtbüchereien aufhalten.
Also kennst Du keine. Ich kann Dir aber sagen dass Reiche mehr für Kultur machen als Du denkst...



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14.09.2020 um 20:46
Zitat von abahatschi
abahatschi
schrieb:
Kannst Du mal erläutern wie es gehen soll? Die Wohnungen sind teuer, weil sie zu wenig sind.
Ergänzung: die Wohnung sind (auch) teuer weil durch verschiedene Vorschriften und Kostensteigerungen der Mindestentstehungspreis für einen Quadratmeter stark gestiegen ist.



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14.09.2020 um 20:52
Zitat von bgeoweh
bgeoweh
schrieb:
Ergänzung: die Wohnung sind (auch) teuer weil durch verschiedene Vorschriften und Kostensteigerungen der Mindestentstehungspreis für einen Quadratmeter stark gestiegen ist.
Selbstverständlich - letztendlich setzen Politik und Behörden Bürgerwünsche um, die wollen es haben, sicher, grün, vom Besten, Energie blabla, Material blabla.
Aber sie dann Mieter sind, vergessen sie das ganz schnell und blamen den Vermieter an.



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14.09.2020 um 20:53
Zitat von abahatschi
abahatschi
schrieb:
Selbstverständlich - letztendlich setzen Politik und Behörden Bürgerwünsche um, die wollen es haben, sicher, grün, vom Besten, Energie blabla, Material blabla.
Das ist ja das Problem, du zahlst heute für "Durchschnitt" die Preise von "Vom Besten". Angefangen bei der Steuer, und der Steuer auf die Steuer.



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14.09.2020 um 20:58
@bgeoweh
Nochmal zur Erinnerung:
Diskussion: Bezahlbarer Wohnraum (Beitrag von abahatschi)
Zitat von abahatschi
abahatschi
schrieb am 24.08.2020:
Bei Bauvorschriften sind in etwa 3700 DIN Normen vermerkt
Und klar ist es einfach in die Tasten zu tippen: Mieten müssen billiger werden.



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14.09.2020 um 22:24
Zitat von sacredheart
sacredheart
schrieb:
Und wer unter Hartz IV nicht in die kostenlose Bibliothek schafft schafft es auch nicht beim BGE.
Der eine Amtstermin im Monat verhindert das nicht.
Woher erkennt man ob jemand Hartz IV bekommt oder reich ist? Und überhaupt warum muss man in eine Bibliothek nur weil man Hartz IV bekommt? Da kann sie noch so sehr umsonst sein wenn die Interessen anders liegen.



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14.09.2020 um 22:28
Zitat von Ray.
Ray.
schrieb:
Woher erkennt man ob jemand Hartz IV bekommt oder reich ist?
An den Ermäßigungen bei den Leihgebühren.
Zitat von Ray.
Ray.
schrieb:
Und überhaupt warum muss man in eine Bibliothek nur weil man Hartz IV bekommt?
Weil von einer Verbesserung bzw. Erweiterung der Bildungsangeboten die Rede war. Bibliothek war nur ein Beispiel.



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14.09.2020 um 22:33
Zitat von abahatschi
abahatschi
schrieb:
Weil von einer Verbesserung bzw. Erweiterung der Bildungsangeboten die Rede war. Bibliothek war nur ein Beispiel.
Es ist nur einfach so, daß man eher selten überhaupt mitbekommt woher die Besucher der Bildungseinrichtungen kommen. Ob Museen oder was auch immer, ein Besuch davon sagt nichts über deren Geldbeutel aus.



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Das bedingungslose Grundeinkommen

15.09.2020 um 08:31
@Ray.

Wenn man in einer Stadt mir mehr als 500000 Einwohnern wohnt und regelmäßig die Stadtbibliothek besucht und da sind gerade mal 20 Menschen und man wartet nie länger als 30 sec am Schalter kann man davon ausgehen dass diese Bibliothek insgesamt wenig genutzt wird. Wenn man dann von den 20 Menschen auch noch 8 kennt, die sämtlich nicht in irgendeinem Bezug sind, kann man nach jahrelanger Nutzung davon ausgehen, dass die wenig frequentiert ist, überraschenderweise auch von denen, die angeblich kein Geld haben.

Wenn kostenlose Bildungsnangebote kaum genutzt werden, hat das eine Aussagekraft.

Wenn zu einem beworbenen Konzert für Kinder, das auch noch kostenlos und auf hohem Niveau ist, von ca 600 Plätzen ca 30 genutzt werden, von denen man wiederum die Hälfte kennt, dann wird das Angebot wohl wenig genutzt und logischerweise auch kaum von Hart IV Empfängern.

Wenn Sozialleistungsbezug dazu führt, dass Menschen Kulturangebote nicht nutzen können, würde man doch erwarten, dass die dem Veranstalter bei kostenlosen Events mitten in der Innenstadt die Bude einrennen.

Das passiert nicht.

Und wer zu kostenlosen Angeboten nicht kommt, dessen Desinteresse hat auch nichts mit der finanziellen Lage zu tun.



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15.09.2020 um 08:58
Zitat von violetluna
violetluna
schrieb:
Okay, das ist aber dann ein komplett anderes Konzept und kein BGE. Wir diskutieren hier aber nunmal über ein BGE.
Die Sinnhaftigkeit eines BGE muss zwangsläufig auch über den Vergleich mit anderen Konzepten stattfinden, wenn diese die gleichen Probleme angehen sollen.
Zitat von violetluna
violetluna
schrieb:
Die Gefährlichkeit des Berufs ist auch nicht das Thema und ebensowenig der Grund, wieso der Elektriker besser bezahlt wird. Es sind die branchenabhängigen Gehälter. Baubranche bezahlt einfach besser. Warum, wieso, weshalb - keine Ahnung
Wenn ich mich recht entsinne hast du den Vergleich angebracht...und egal welche Berufe du vergleichst, es wird auf Angebot und Nachfrage hinauslaufen.
Zitat von violetluna
violetluna
schrieb:
Ja, jetzt schon. Es ging aber um die Vermutung, dass die Einführung des BGE zu einer Hyperinflation führen würde und somit eben der tägliche Bedarf nicht mehr leistbar wäre.
Der tägliche Bedarf würde, sofern das BGE mit einer MwSt-Erhöhung einginge, unerschwinglicher mit einem BGE. Falls die Kohle einfach so in den Markt gepumpt wird, ist nicht zu erwarten, dass die reale Kaufkraft steigt. Dementsprechend hat man mit einem BGE nichts gewonnen.



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15.09.2020 um 12:12
@sacredheart
Du kennst also die Hälfte der Leute nicht. Ich denke mal das alles ist aussagekräftig im Bezug auf alle Schichten. Offenbar scheint Bildung heutzutage niemanden mehr zu interessieren. Eigentlich echt schade zumindest wenn es in allen Bereichen so aussieht. Also nicht nur bezogen auf Bibliotheken usw. Jeder hat schließlich auch seine Vorlieben und selbst bei mir konnte mein Vater in der Kindheit nur mangelnde Freunde mit einem klassischen Konzert auslösen.



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15.09.2020 um 12:22
@Ray.

Es hat aber eine Aussagekraft darüber, ob wirklich fehlendes Geld die Schwelle dafür ist, Angebote wahrzunehmen oder nicht. Wenn schon kostenlose Angebote nicht wahrgenommen werden ist es doch nicht der zu gering bemessene Regelsatz, der an der Teilhabe hindert.

Es wird aber von Sozialverbänden häufig gefordert: Mehr Geld für Empfänger, damit sie kulturelle Teilhabe bekommen. Das läuft damit ins Leere. Mehr Geld führt also nicht zu mehr Mozart oder Buch.

Mein 13 jähriger würde jetzt auch nur unter größten persönlichen Opfern in so ein Konzert gehen. Mit 4, 6 oder 8 Jahren sah das aber mal anders aus. Und da kann man einen kleinen Grundstein für Interesse legen. Außerdem waren die Kinderkonzerte immer wirklich toll.



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15.09.2020 um 12:27
@sacredheart
Ich glaube eher daß man es nicht so pauschal sagen kann. Ich glaube schon daß einige gerne öfters in den Tierpark oder ins Museum gehen würden. Was aber machen wenn anderes erst einmal wichtiger ist zu finanzieren? Zumindest sind das meine Erfahrungen wie es meiner Exfrau ging als alleinerziehende Mutter.



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Das bedingungslose Grundeinkommen

15.09.2020 um 12:54
@Ray.

Das dürfte wie fast immer richtig sein: Man kann es nicht pauschal sagen.

Dem gegenüber stehen aber pauschale Forderungen, jedem Hartz IV Empfänger genau aus diesem edlen Anlass mehr zu geben.
Und pessimistisch wie ich bin, kann ich mir vorstellen, dass ein solches plus für Kultur am Ende gar nicht zu 100% bei Kultur ankommt.



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15.09.2020 um 15:27
@sacredheart
Nun wie will man dabei auch sicher gehen? Vielleicht als Alternative Gutscheine? Letztlich wäre das aber auch das selbe in grün.



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Das bedingungslose Grundeinkommen

15.09.2020 um 15:35
@Ray.

Personalisierte Gutscheine könnten eine Lösung sein. Sie bedeuten natürlich erheblichen Aufwand. Von daher kann ich verstehen, dass man das nicht will.

Man kann auch sagen: Die Transferempfänger sollen mehr bekommen. Das sehe ich zwar anders, aber das wäre ja dennoch eine legitime Meinung.

Nur man muss den Nettozahler auch nicht für blöd verkaufen wollen, indem man da ein Bild entwirft, in dem lauter Rachmaninov Freunde, Ballet Kenner, Opernfreunde und Theaterbegeisterte traurig zu Hause säßen, die aufgrund der herzlos geringen Sozialleistungen nicht an ihren wichtigen Kulturereignissen teilnehmen könnten.



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15.09.2020 um 16:57
Zitat von sacredheart
sacredheart
schrieb:
Wenn man dann von den 20 Menschen auch noch 8 kennt, die sämtlich nicht in irgendeinem Bezug sind, kann man nach jahrelanger Nutzung davon ausgehen, dass die wenig frequentiert ist, überraschenderweise auch von denen, die angeblich kein Geld haben.
Die Menge der H4ler zB. liegt in Deutschland bei unter 5%, rein statistisch sollte im Mittel also einer der 20 H4 beziehen und 19 eben nich.
Desweiteren würde ich vermuten, das Menschen die grundsätzlich über den ganzen Zeit haben nich unbedingt zu den Zeiten in ne Bibliothek zu gehen, wie Berufstätige (ich geh mal davon aus, dass du einer Vollzeitbeschäftigung nachgehst).

Von daher würde ich diese Schlussvolgerug aus deiner Beobachtung schlicht für falsch halten.
Zitat von sacredheart
sacredheart
schrieb:
Nur man muss den Nettozahler auch nicht für blöd verkaufen wollen, indem man da ein Bild entwirft, in dem lauter Rachmaninov Freunde, Ballet Kenner, Opernfreunde und Theaterbegeisterte traurig zu Hause säßen, die aufgrund der herzlos geringen Sozialleistungen nicht an ihren wichtigen Kulturereignissen teilnehmen könnten.
Vielleicht liegt es daran, dass die kostenlosen Angebote nich unbedingt den Geschmack der Masse trifft, so wie offensichtlich das von dir erwähnte, nur zu 5% besuchte Kinderkonzert und auch ein armer Mensch eine Kulturveranstaltung nich nur deshalb besucht, nur weil sie umsonst is.

Die möchten vermutlich in Mehrheit auch die Veranstaltungen besuchen, die trotz Eintritt gut besucht sind und dafür is vermutlich oft nich genug Geld übrig.

kuno



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