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Beschneidung erlauben oder verbieten?

Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 11:31
yenredrose schrieb:Es gibt keine Zwangsbeschneidung, das ist eine reine Erfindung. Niemand zwingt die Eltern sich für eine Beschneidung zu entscheiden.
Die Kinder werden gezwungen, begreife das doch endlich. Es geht um die Kinder und nicht um die Eltern.
yenredrose schrieb:Ich finde es bemerkenswert, wie leidenschaftlich die Beschneidung diskutiert wird, aber über die nicht-medizinisch notwendigen anderen Eingriffe an Kindern kaum ein Wort verloren wird.
Weil ein Ohrloch eben kein so sehr einschneidender Eingriff ist wie eine Beschneidung. Aber dir wurde hier wiederholt erklärt das auch gerne das ohrlochstechen an kleinen Kindern aufhören soll. Sowas kann dann gerne alles ab 14 Jahren getan werden, wie eben die Beschneidung. Gleiches Recht auf Selbstbestimmung für alle. Denn vor dem Gesetz ist jeder gleich. Was ist so verkehrt daran?
yenredrose schrieb:Es würde sicherlich für eine Flut von Klagen sorgen wenn man die Korrektur abstehender Ohren eines Kindes unter Strafe stellte. Ein Muttermal auf der Nase zu entfernen? Eine Brust zu verkleinern? Es gibt tatsächlich junge Mädchen, bei denen eine Brustverkleinerung sinnvoll ist, weil ihr Busen eine Fehlhaltung der Wirbelsäule verursacht. Es gibt Muttermale, die das halbe Gesicht bedecken. Das sind Fälle, die zeigen, dass die Grenzziehung zwischen Schönheit und Körperverletzung nicht leicht ist. Wenn sich ein Mädchen Fett absaugen lassen will, um einen schlanken Bauch zu haben, läge das an einem verqueren Schönheitsbild unserer Gesellschaft.
Und jetzt sage mir mal welche dieser Operationen an Säuglingen durchgeführt werden? Welches Mädchen braucht noch vor dem 14. Lebensjahr eine Brustverkleinerung? Merkmale kann man auch später entfernen, eben alles von mir aus ab 14, sofern es das Leben des Kindes nicht erheblich einschränkt.

Und hier im Forum habe ich noch nichts antisemitisches gelesen was die Beschneidung betrifft. Im gegenteil, niemand hier will sie verbieten damit es die Juden trifft. Sonst würde man auch sagen das die Zwangsbeschneidung für Hygiene völlig ok ist, nur die religiöse halt nicht. Aber  das ist nicht der Fall.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 11:42
troublerin77 schrieb:Ich kann mit meiner Erziehung nicht zu hundert Prozent dafür sorgen, dass es eine absolute Unversehrtheit gewährleistet ist, aber ich kann dafür sorgen, dass es zum größten Teil eingehalten wird.

Manche Sachen kann oder will ich nicht entscheiden, dass soll das Kind selbst machen, wenn es ein mündiger Bürger ist, siehe Tattoowunsch des Kindes.
Das ist auch sinnvoll, dass Eltern bei Minderjährigen zustimmen müssen. Es liegt in der vollen Verantwortung der Eltern, nicht der Kinder!

Eltern entscheiden wie ihre Kinder erzogen werden, wie sie sich zu ernähren haben, welches kulturelle Angebot sie bekommen und in welchem religiösen Umfeld sie aufwachsen sollen.

Manche Eltern wollen für ihre Entscheidungen nicht verantwortlich gemacht werden und geben nicht ihr Einverständnis. Andere Eltern können ihren Kindern gegenüber ihre Entscheidung rechtfertigen, oder sind überzeugt im Kindeswohl zu handeln.

So entscheiden sich Eltern mit voller Überzeugung ihre Knaben am 8.Tag beschneiden zu lassen, andere Eltern machen das nicht.

Da weder das eine, noch das andere unter Strafe gestellt wird kann man doch gut damit Leben. Ein Staat, der mir meine verbrieften Elternrechte verbietet, bekommt weder meine Steuern noch meine Kinder zur Zukunftssicherung. Da würde ich mir ein liberaleres Land suchen; solange das noch ginge.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 11:43
yenredrose schrieb:Da würde ich mir ein liberaleres Land suchen; solange das noch ginge.
Wie darf man vorallem den letzten Teil verstehen?


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 11:48
@yenredrose
Also ich entscheide in keinster Weise über z.B. die Ernährung meines Kindes. Auch entscheide ich nicht über die religiöse Zugehörigkeit meines Kindes, oder über die Kleidung meines Kindes.

Alles was nicht irreversibel für das Kind ist, entscheidet zumindest bei mir, das Kind selbst.

Das wäre ja noch schöner, wenn ich meinem Kind ihr Aussehen bestimme bei der Kleidung, noch werde ich über den Musikgeschmack des Kindes entscheide.

Aber das sind alles Sachen, bei denen keine körperlichen Veränderungen statt finden.

So habe ich aber entschieden, dass mein Kind keine Stöckelschuhe mit zwölf trägt, denn im Extremfall kann es dabei zu körperlichen Veränderungen führen.


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neugierchen
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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 11:56
yenredrose schrieb:Wenn der Staat uns nicht erlaubt unsere Kinder in unseren Wertvorstellungen zu erziehen, dann leben wir im falschen Staat und gehen.
Das ist doch die Frage auf die es in diesem Thread ankommt. Können wir als deutsche Gesellschaft es den Deutschen jüdischen Glaubens nochmals antun Deutschland aufgrund des Glaubens verlassen zu müssen. Heute aus unserem Grundgesetz hergeleitet .... damals wurden die Gesetze halt angepasst.
Gerade die strikten Humanismus befürworten sollten diese Frage genau abwägen.
Wie gesagt für mich wäre auch eine Beschneidung ab 18 die bessere Variante, aber es leben nur noch ca. 100000 Personen jüdischen Glaubens in Deutschland, davon sind bestimmt nicht allzuviel Knaben. Aufgrund der Geschichte sollte bei Personen jüdischen Glaubens eine Ausnahmeregel geschaffen werden. Nur aufgrund unserer Geschichte, das wir dafür werben das auch bei diesem Personenkreis nicht beschnitten wird und den intensiven aber respektvollen Dialog suchen steht doch außer Frage.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 11:56
yenredrose schrieb:Oder reibt man sich nur an den mulimischen und jüdischen Kindern?
Soll das ein unterschwelliger Vorwurf sein?

Das finde ich alles andere als fair u. anständig!

Das Prinzip, was hier gegen vertreten wird, dürfte längst verstanden worden sein.

Kinder sind Kinder, da spielt die Nationalität keine Rolle und Recht ändert sich nirgendwo, weder in Deutschland noch in Pakistan oder anderswo.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 11:57
Bone02943 schrieb:Die Kinder werden gezwungen, begreife das doch endlich. Es geht um die Kinder und nicht um die Eltern.
Du hast mich unsicher gemacht, danke dafür. Eine Frage, die ich mir so nie gestellt habe.

Deshalb habe ich den Betroffenen, meinen Sohn, der z.Zt. an seiner Doktorarbeit schreibt angerufen und gefragt ob er das Gefühl hatte von seinen Eltern gezwungen worden zu sein, als er am 8.Tag nach seiner Geburt beschnitten wurde. Seine Antwort: "Nö"
Bone02943 schrieb:    yenredrose schrieb:
   Da würde ich mir ein liberaleres Land suchen; solange das noch ginge.

Wie darf man vorallem den letzten Teil verstehen?
In der ehemaligen Sowietunion war die Beschneidung verboten. Da würde ich nicht wohnen wollen.


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06.06.2017 um 12:04
@yenredrose

Es ging vorallem um den Zusatz: "solange das noch ginge."

Willst du damit implizieren, dass wenn Deutschland die Beschneidung auf ein Mindesalter von 14 Jahren gesetzlich anhebt. Das Juden wieder verfolgt werden, man die KZ wieder auf macht und Juden ins Gas schicken würde?

Falls du das wirklich denkst, oder als rhetorische Keule benutzt, dann kann ich dich beruhigen. Sowas wird nicht passieren, nur weil die Beschneidung so weit angehoben wird, bis jeder kann für sich selbst entscheiden. Und niemand wird deswegen gezwungen sein zu gehen oder zu bleiben.

Und was dein Sohn betrifft, wie soll er auch denken können gezwungen worden zu sein? Wer ab dem 8. Tag beschnitten ist kennt doch gar nichts anderes. Und so lange er keine ernsten Einschränkungen hat bedarf es auch nicht sich damit zu befassen. So viel Glück haben aber nicht alle.
Über Komplikationen haben wir ja schon zu oft hier geredet.

Wie würdest du dich eigentlich fühlen, wenn die Beschneidung schief gegangen wäre und was meinst würde dein Sohn heute wohl darüber denken, wenn es ernste Komplikationen gegeben hätte die weitreichende Folgen für sein späteres Sexualleben gehabt hätten?

Meinst du ihm wäre es dann auch noch egal, weil er es ja nicht anders kennt, oder hättest nicht auch du vorwürfe das gewollt zu haben?

Ich seh ja ein das auch die Eltern für ihre Kinder nichts schlechtes wollen, wenn sie sie ohne medizinischen Grund beschneiden lassen. Aber ich finde man sollte sich auch immer damit befassen was alles schief gehen kann. Denn iwo geht immer mal was schief.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 12:16
Bone02943 schrieb:. Und so lange er keine ernsten Einschränkungen
Ernste Einschränkungen wird er nicht haben, doch wie soll er das beurteilen, wenn er nie eine Vorhaut gehabt hat?

Diese Möglichkeit, zu sagen u. zu beurteilen, mit Vorhaut fühle ich mich besser, wohler, hat er nicht, die wurde ihm genommen und zwar unwiederbringlich :(


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06.06.2017 um 12:19
yenredrose schrieb:Deshalb habe ich den Betroffenen, meinen Sohn, der z.Zt. an seiner Doktorarbeit schreibt angerufen und gefragt ob er das Gefühl hatte von seinen Eltern gezwungen worden zu sein, als er am 8.Tag nach seiner Geburt beschnitten wurde. Seine Antwort: "Nö"
Alle Achtung! Er kann sich erinnern, was er für ein Gefühl er an seinem 8. Lebenstag hatte. Respekt!


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06.06.2017 um 12:33
Bone02943 schrieb:Willst du damit implizieren, dass wenn Deutschland die Beschneidung auf ein Mindesalter von 14 Jahren gesetzlich anhebt. Das Juden wieder verfolgt werden, man die KZ wieder auf macht und Juden ins Gas schicken würde?
Nein, wenn ich das glaubte wäre ich schon längst nicht mehr hier.

Aber wenn du den Juden vorschreibst nicht mehr am 8.Tag ihre Knaben, sondern bei vollem Bewustsein, sie den gesundheitlichen Risiken aussetzt erst am 14. Lebensjahr zu beschneiden, dann würde niemand mehr seine Kinder im jüdischen Sinne großziehen können. Weshalb das so ist hab ich schon hier im Thread gepostet. Suchfunktion: Ritualbad, Bar Mitzwa

Ich verstehe nicht weshalb du die körperliche Unversehrtheit so in den Vordergrund stellst? Unsere Kinder werden durch ihre Eltern in den ersten Lebensjahren so stark geprägt, dass sich das lebenslang auswirkt. Auch hier werden bleibende Verletzungen verursacht, mehr oder weniger stark. Die Psychiartrie ist voll von verletzten Seelen, die ihren Ursprung in der kindlichen Erziehung hatten.

Streng genommen dürfte ein verantwortungsvoller Staat die Kindererziehung nicht mehr den Eltern überlassen. Seelische Verletzungen wiegen m.E. mehr als körperliche.  
Frau.N.Zimmer schrieb:Alle Achtung! Er kann sich erinnern, was er für ein Gefühl er an seinem 8. Lebenstag hatte. Respekt!
Netter Spassbeitrag, das lockert die Unterhaltung. Genau deshalb entscheiden die Eltern für ihre Kinder, weil die bis zu einem gewissen Alter entscheidungsunfähig sind.
borabora schrieb:Diese Möglichkeit, zu sagen u. zu beurteilen, mit Vorhaut fühle ich mich besser, wohler, hat er nicht, die wurde ihm genommen und zwar unwiederbringlich :(
Ein Unbeschnittener kann auch nicht beurteilen wie es ist ohne Vorhaut zu sein.

Wenn dir dieses Sache so am Herzen liegt, kannst du dich beschneiden lassen und dich hier wieder melden ob's vorher besser war oder nachher besser ist. Aber jetzt nicht wieder die Geschichte mit der Boxerhose kommen. Ich meinte die sexuelle Erfahrung.


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06.06.2017 um 12:45
yenredrose schrieb:Ich verstehe nicht weshalb du die körperliche Unversehrtheit so in den Vordergrund stellst?
Einfach weil ich der Meinung bin das jeder selbst über sowas weitreichendes entscheiden soll, wie der Genitalbeschneidung. Und vorallem weil ich es nicht aus dem religiös-gesellschaftlichen "Zwang" betrachte.
Du wirst mir doch zustimmen das der Drcuk auf die Eltern groß ist, ihre Kinder beschneiden zu lassen, oder?
Und meiner Meinung nach liegt dort das Problem, wenn du zum Beispiel meinst das unbeschnittene ausgegrenz würden. Man würden dann wohl auch die Eltern ausgrenzen, als keine richtigen Juden im sinne der religiösen Gemeinschaft betrachten usw.
yenredrose schrieb:Aber wenn du den Juden vorschreibst nicht mehr am 8.Tag ihre Knaben, sondern bei vollem Bewustsein, sie den gesundheitlichen Risiken aussetzt erst am 14. Lebensjahr zu beschneiden, dann würde niemand mehr seine Kinder im jüdischen Sinne großziehen können.
Wie läuft denn die jüdische Erziehung ab? Wird da jeden Tag die Beschneidung gefeiert, oder belässt man es bei der religiösen Erziehung, in dem man dem Kind die Werte der Religion vermittelt?
Meinst du nicht das man ein Kind auch dann religiös erziehen kann, wenn es nicht beschnitten wurde? Mal angenommen ein kind ist Bluter oder so und wird deshalb nicht beschnitten. Hat dieses Kind dann keine Chance auf eine jüdische Erziehung?
Es kommt mir so vor als sei das einzige was die jüdische Erziehung ausmacht, die Beschneidung der Jungs am 8. Tage nach ihrer Geburt. Aber das ist doch keine Erziehung.

UNd wenn die Riskiken am 14. Lebensjahr zu groß sind, dann muss eben gewartet werden bis der Penis vollständig ausgewachsen ist. Wobei die medizinisch notwendige Beschneidung auch in diesem Alter herum statt finden kann. ;)


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euclid
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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 12:47
@yenredrose

Eigentlich kann ich mir hier wohl weitere Beiträge sparen, werden ja sowieso ignoriert, aber eins wollte ich noch.

Als Antwort auf meinen letzten Beitrag hast du die Gesetze hier geCopy&Paste. Leider hast du aber offenbar nicht verstanden, daß die Gesetze einen "roten Faden" haben: Schutz des Kindes, auch der körperlichen Unversehrtheit. Wenn du doch Gesetze hier einstellst, beschäftigst du dich auch damit?

Das Recht der Eltern wird klar eingeschränkt. Damit ist deine Behauptung, die Eltern können darüber frei entscheiden falsch.

Dann setzt du heute wieder einen langen Text bezüglich der Gesetze zur Beschneidung ein. In dem Text werden deine Argumente klar widerlegt (Eltern entscheiden, religiöse Erziehung) und klar gesagt, daß Recht des Kindes wurde nicht berücksichtige. Und dann schreibst du dazu, daß es doch toll ist, daß es ein Gesetz gibt, welches die Beschneidung erlaubt? Was zum... ?
Das Gesetz widerspricht der rechtlichen Auffassung zum Schutz des Kindes. Genau deshalb wird das Gesetz kritisiert. Es widerspricht der bisherigen Linie, Kinder vor Übergriffen zu schützen.

Und nein, Gesetze sind nicht nur für die da, welche keine Probleme wegen der Beschneidung haben. Wo kein Kläger, da kein Richter. Die Gesetze müssen doch gerade die Fälle abdecken, bei denen es zu Komplikationen kommt oder wo der Betroffene nachher nicht zufrieden ist. Das Gesetz macht aber die Beschnittenen quasi Rechtelos.

Da aber auch die Frage aufkam, warum man nicht später beschneiden kann. Dazu hatte ich auch schon was geschrieben.
Gerade für den jüdischen Glauben ist das Ritual der frühen Beschneidung nicht verhandelbar, da es als Gebot Gottes gilt. Die frühe Beschneidung in Frage zu stellen bedeutet das Gebot und damit Gott selbst in Frage zu stellen.

Gerade für die jüdische Glaubensgemeinschaft steht also nicht nur die Beschneidung zur Diskussion sondern ihr Glaube an sich. Für die Juden ist das Eine ohne das Andere nicht denkbar.

Genau deshalb ist es gerade für Deutschland ein sehr brisantes Thema. Ein Verbot der Beschneidung wäre gleichbedeutend mit einem Verbot des jüdischen Glaubens.

Also ein Verbot wäre äußerst "kritisch", nicht nur in Deutschland.


Trotzdem, finde ich, ist das jetzige Gesetz Murks und falsch. Eine pauschale Amnestie für Leute, welche die Beschneidung durchführen, ist rechtsstaatlich nicht hinnehmbar.

Auch wenn die Beschneidung nicht generell verboten wird müssen die Leute, welche die Beschneidung durchführen, verantwortlich sein. So zB die Behandlungskosten, wenn es zu Komplikationen kommt auch Todesfälle dürfen nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden. Heißt also: Durchführen ja, dann aber auch die Verantwortung für die Folgen tragen.
Natürlich könnte zB die jüdische Gemeinde einen Spendentopf einrichten, aus dem dann zB die Behandlungskosten erstattet werden. So tragen nicht die einzelnen Familien das Kostenrisiko. Aber schon alleine die Existenz eines solchen Spendentopfes würde schon zeigen, daß es eben auch zu Komplikationen kommen kann. Eine offizielle Statistik wäre auch wünschenswert. Kann mich noch erinnern, daß gerade von amerikanischen Ärzten kritisiert wurde, daß es bezüglich der Komplikationen, bis hin zu Todesfällen, keine genauen Angaben gibt, weil die Beschneidung, auch wenn sie ursächlich war, meist nicht als Grund angegeben wird.
Das die Beschneidung generell unter ärztlicher Aufsicht erfolgen muß wäre auch so ein Punkt, den ich anbringen würde.

Also das Gesetz müsste klar verändert werden.

Die Frage, wie kann man Menschen, welche als Kind beschnitten wurden, mehr Rechte einräumen ist allerdings recht schwierig. Wenn es kein generelles Verbot gibt, haben die Eltern ja nichts falsch gemacht, als sie die Entscheidung dazu trafen. Auch der Beschneider hat nur mit Einverständnis der Eltern gehandelt. Sofern es keine Komplikationen gab also auch nichts falsches (laut Gesetz) gemacht. Trotzdem gibt es dann jemanden, der unter der Handlung anderer leidet. Und gerade diese, welche darunter leiden, müsste das Gesetz schützen. Nur wie?


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06.06.2017 um 12:52
yenredrose schrieb:Ein Unbeschnittener kann auch nicht beurteilen wie es ist ohne Vorhaut zu sein.
Das leuchtet mir ein, doch um das beurteilen zu können, könnte er sich diese entfernen lassen, sofern er das möchte ;)
yenredrose schrieb:Wenn dir dieses Sache so am Herzen liegt, kannst du dich beschneiden lassen und dich hier wieder melden ob's vorher besser war oder nachher besser ist. Aber jetzt nicht wieder die Geschichte mit der Boxerhose kommen. Ich meinte die sexuelle Erfahrung.
Warum sollte ich, was ist das für eine Aussage. Doch ja, ich könnte es und es wäre meine freie! Entscheidung im Gegensatz zu Säuglingen oder Kleinkindern.

Das eben ist der feine Unterschied ;)


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euclid
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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 12:54
yenredrose schrieb:Ein Unbeschnittener kann auch nicht beurteilen wie es ist ohne Vorhaut zu sein.
Such mal im Internat nach "Vorhaut dauerhaft hinten halten" oder tragen oder so. Da gibt es verschiedene Methoden. Ist sicher nicht hundertprozentig das selbe aber man kann es testen.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 12:58
Am Ende ist es wie Sex mit 3 Kondomen wobei man die Vorhaut vorne belässt.

Aber das alles sollte keine Rolle spielen, selbst wenn es manche wirklich besser finden beschnitten zu sein.

Sex spielt bei kleinen Kindern nunmal keine Rolle.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 13:35
euclid schrieb:Dann setzt du heute wieder einen langen Text bezüglich der Gesetze zur Beschneidung ein. In dem Text werden deine Argumente klar widerlegt (Eltern entscheiden, religiöse Erziehung) und klar gesagt, daß Recht des Kindes wurde nicht berücksichtige. Und dann schreibst du dazu, daß es doch toll ist, daß es ein Gesetz gibt, welches die Beschneidung erlaubt? Was zum... ?
Das Gesetz widerspricht der rechtlichen Auffassung zum Schutz des Kindes. Genau deshalb wird das Gesetz kritisiert. Es widerspricht der bisherigen Linie, Kinder vor Übergriffen zu schützen.
Dann habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Im Gegenteil, meine Absicht war den Beschneidungsgegner sogar recht zu geben, deshalb habe ich ich die Urteilsbegründung der Eltern und Knderechte in voller Länge zitiert. Allerdings gilt das nur bis Dezember 2012. Danach ist geltendes Recht anders und stellt Eltern und Beschneider unter bestimmten Bedingungen straffrei.  
euclid schrieb: So zB die Behandlungskosten, wenn es zu Komplikationen kommt auch Todesfälle dürfen nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden. Heißt also: Durchführen ja, dann aber auch die Verantwortung für die Folgen tragen.
Insofern gab es bis 2012 eine gesetzliche Lücke und die wurde mit dem §163d BGB geschlossen
euclid schrieb:So zB die Behandlungskosten, wenn es zu Komplikationen kommt auch Todesfälle dürfen nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden. Heißt also: Durchführen ja, dann aber auch die Verantwortung für die Folgen tragen.
Das sehe ich kritisch und würde wieder zu unendlichen Diskussionen führen. Sportverletzungen  sind typischerweise Privatsache, oder auch die Komplikationen bei einer Fettabsaugung oder anderen ästhetischen Eingriffen. Unser Sozialsystem leistet sich den Luxus auch solche Behandlungen über die KK abzurechnen. Das hätte wieder ein Geschmäckle wenn man die misglückten Beschneidungen durch religiöse Träger abrechnen lassen würde. Ohne das jetzt gegenseitig aufzurechnen, aber die Kosten durch Nachbehandlungen von Beschneidungen dürften im Verhältnis zu den anderen ästhetischen OP's eher vernachlässigbar sein.
euclid schrieb:Die Frage, wie kann man Menschen, welche als Kind beschnitten wurden, mehr Rechte einräumen ist allerdings recht schwierig. Wenn es kein generelles Verbot gibt, haben die Eltern ja nichts falsch gemacht, als sie die Entscheidung dazu trafen. Auch der Beschneider hat nur mit Einverständnis der Eltern gehandelt. Sofern es keine Komplikationen gab also auch nichts falsches (laut Gesetz) gemacht. Trotzdem gibt es dann jemanden, der unter der Handlung anderer leidet. Und gerade diese, welche darunter leiden, müsste das Gesetz schützen. Nur wie?
Sie sind doch geschützt, zumindest was die medizinischen Kosten angeht.  Mal angenommen ein Mann würde wegen der Beschneidung kein normales Leben führen können weil der durch einen Kunstfehler eines Arztes zu Schaden kam. Das deckt die Ärzteversicherung ab.
Beim seelischen Schaden zahlt die KK auch die Therapie. Wo es problematisch wird ist beim Schmerzensgeld für psychische Schäden.
Da wäre der Gang über die Instanzen bis zum Verfassungsgericht notwendig, notfalls auch zum EuGH.

Bis zur Gesetzesänderung 2012 gabe es bereits Urteile. Ob bereits Urteile nach der neuen Rechsprechung vorliegen müsste recherchiert werden.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 14:01
yenredrose schrieb:    RosaBlock schrieb:
   Eigentlich müsste das jeder Mensch für sich selbst entscheiden.

Das tut er auch, wenn er volljährig ist. Bis dahin entscheiden die Eltern für ihre Kinder.
Du verstehst es nicht, oder?  Wenn meine Eltern sich entscheiden, mir die Vorhaut abzuschnippeln, dann habe ich keine Entscheidung mehr, wenn ich volljährig bin.
yenredrose schrieb:Der Staat hat sich da weitgehend rauszuhalten. Wir bekommen Kinder für uns, nicht für den Staat.
Sind Kinder eine Art Besitz für dich?
yenredrose schrieb:Wenn der Staat uns nicht erlaubt unsere Kinder in unseren Wertvorstellungen zu erziehen, dann leben wir im falschen Staat und gehen.
Denkst du auch so bei Züchtigung von Kindern?  Warum soll sich der Staat da nicht raushalten, bei der Beschneidung aber schon?
yenredrose schrieb:Wenn du die körperliche Unversehrtheit höher bewertest, als Kinder in einem wohlbehüteten warmen familiär reguliertem Umfeld zu aufwachsen zu lassen, wo eben alle männlichen Mitglieder und auch die gesamte Ahnenreihe seit gut 3500 Jahren beschnitten war, dann hast du andere Wertvorstellungen als ich, die ich genauso respektiere.
Ich gehe sogar so weit, dass ich Menschen das Sorgerecht entziehen würde, wenn sie Kinder bekommen, um mit ihnen zu machen, was sie wollen.  Denn ich toleriere keine Wertevorstellung, die beinhaltet, dass man seine Kultur über das Leibliche Wohl von Kindern stellt.
yenredrose schrieb:Es gibt keine Zwangsbeschneidung, das ist eine reine Erfindung. Niemand zwingt die Eltern sich für eine Beschneidung zu entscheiden.
Es geht nicht darum dass man die Eltern zu etwas zwingt, sondern die Kinder ... ich könnte heulen, wenn ich sowas hier lese ...


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 14:26
Es ist schon etwas makaber, dass bei Eltern, die ihre Kinder mit Popoklappsern züchtigen das Jugendamt vor der Tür steht, aber bei denen, die ihren Säuglingen am Genital was abschneiden lassen, straffrei davon kommen.

Yenredrose argumentiert mit seinem Recht auf Erziehung und Religionsfreiheit, jedoch sehe ich nicht, wo beides höher wiegen soll, als die Unversehrtheit des Kindes. Wenn ich mein Kind mit der Peitsche erziehen würde, kann ich ja auch nicht sagen, dass hat Tradition und ich berufe mich auf eine Religion.

Grundsätzlich verletzt das Gesetz, das zur Zeit die Beschneidung von Neugeborenen erlaubt, auch das Gleichbehandlungsgesetz, denn bei Mädchen ist es ja verboten. Das erfüllt das Kriterium der Diskreminierung und müsste demnach überarbeitet werden.
Warum sich z.B. ein Jude auf seine Religion berufen darf um seinen Sohn zu beschneiden, ein Mitglied einer anderen Religion aber nicht auf dasselbe Merkmal um die Tochter zu beschneiden, obwohl beides medizinisch nicht notwendig ist, erklärt sich mir nicht.


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06.06.2017 um 14:27
RosaBlock schrieb: ich könnte heulen, wenn ich sowas hier lese ..
Stimmt, man könnte verzweifeln, wenn Religion und Elternrecht über den Willen u. Recht der Kinder auf Selbstbestimmung ihres eigenen Körpers stellt.

Nahezu alle Argumente dagegen werden mit penetranter Arroganz, Sturheit und Verbohrtheit fast achtlos beiseite geschoben, wen wundert`s noch wirklich :(

@yenredrose

Was ich noch sagen wollte zu Deiner Aussage, es hätte noch nie jemand Klage gegen seine Eltern eingereicht...

Keine Ahnung, ob das so stimmt oder ob so Fälle nicht an die Öffentlichkeit gelangt sind. Was würde aber eine Klage bringen, die Vorhaut ist weg.
Wenn derjenige zudem noch mit dem Ausschluss aus dem Familienverband oder der (religiösen) Gemeinschaft zu rechnen hätte, würde er sicher davon Abstand nehmen.


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