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Beschneidung erlauben oder verbieten?

Beschneidung erlauben oder verbieten?

05.06.2017 um 18:52
richie1st schrieb: Die verbalen Verrenkungen, mit denen dieser Widerspruch versucht wird zu erklären,
So so.. na dann verklickere uns doch mal den einen oder anderen Widerspruch.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

05.06.2017 um 18:54
RosaBlock schrieb:Beschneidungsbeführworter wie @yenredrose sind doch diejenigen
Aber nur bei den jüdischen Säuglingen.. die Muslimischen Knaben scheinen ihm/ihr relativ egal zu sein.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

05.06.2017 um 19:10
Tobias1982 schrieb:@yenredrose
Beschneidung ist ein Menschenrecht?
Du hast völlig recht, die Beschneidung verletzt die Unversehrtheit.
Gwyddion schrieb:Aber nur bei den jüdischen Säuglingen.. die Muslimischen Knaben scheinen ihm/ihr relativ egal zu se
menschenrcht

Du hast du meine Posts nicht gelesen. Ich befürworte die Beschneidung islamischer Knaben. Allerdings würde mir wünschen sie würden die jüdische Praxis nach dem  8. Tag der Geburt auch anwenden und nur ausnahmsweise davon absehen. Aber das muss der Iman entscheiden, un vor allen Dingen die Umma der Mulime unter sich entscheiden.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

05.06.2017 um 19:41
yenredrose schrieb:das nach 70 Jahren wo der Judenjunge weniger wert war als eine Fliege jetzt mit viel Energie von den Nachkommen des Holocaust die Menscherechte (Juden eingeschlossen) verteidigt werden.
Das Aufzwingen von Bräuchen ist kein Menschenrecht.  Besonders dann nicht, wenn sie lebenslange Veränderungen des Körpers und mögliche Komplikationen mit sich
yenredrose schrieb:Nur wie erklärst du dir, dass in den USA die häufigste Ursache der Frauen vor 40 Jahren an einem Cervix Karzinom zu sterben jetzt quasi vernachlässigbar gering ist, seit zur glkeichen Zeit man begann, die Neugeborenen Knaben flächenddecken zu beschneiden?

Das ist schon komisch. Haben sich die amerikanischen "Käsepimmel" zum super hygenic Mr. America entwicklt?
Ich habe dir eben gerade ein Beispiel dafür geliefert, dass man aus Korrelation keine Kausalität folgern kann und du tust es trotzdem.

Hier müsste man Studien finden, die zeigen, dass Frauen mit dieser Art von Krebs öfter mit Männern geschlafen haben, die eine Vorhaut haben, als mit welchen ohne diese. Hier ist eine Studie, die das Gegenteil zeigt.

Ich finde es interessant, dass du eher "Käsepimmel" für Krebs verantwortlich machst, als medizinischem Fortschritt den Rückgang von Krebstoden zuzuschreiben.
yenredrose schrieb:Aber das muss der Iman entscheiden
Eigentlich müsste das jeder Mensch für sich selbst entscheiden.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

05.06.2017 um 20:41
troublerin77 schrieb:Für mich ist Religion einfach unwichtig
Selbst das Argument, dass man dann in einer Gemeinschaft lebt, funktioniert bei uns einfach prima, ganz ohne Religion.
Wenn es anders wäre, eine Religion anzunehmen, um zur Gemeinschaft zu gehören, würd ich auf diese Gemeinschaft sch.....en :D
richie1st schrieb: mit welcher Beharrlichkeit du dich der geballten Ignoranz entgegenstellst.
Dazu kannst Du sicher ein paar Zitate raussuchen...

Die Befürworter ignorieren nämlich, das der Säugling quasi als Spielball für eine Religion herhalten muss, mit seinem Körper.

Babys oder Kleinkindern wird einfach die Vorhaut weggeschnitten ohne Einwilligung von ihnen. Darüber wird sich aufgrund von Religion/Tradition einfach hinweg gesetzt und das ist nicht in Ordnung.



Genau das! wird ignoriert.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 07:56
RosaBlock schrieb:Eigentlich müsste das jeder Mensch für sich selbst entscheiden.
Das tut er auch, wenn er volljährig ist. Bis dahin entscheiden die Eltern für ihre Kinder.

Eltern entscheiden über die Erziehung, Religion, die kulturellen Angebote. Sie entscheiden wie sie sich ernähren und in welcher Umgebung ihre Kinder aufwachsen.

Der Staat hat sich da weitgehend rauszuhalten. Wir bekommen Kinder für uns, nicht für den Staat. Wenn uns Eltern der Staat in dem wir leben uns Eltern entmündigt, dann bauen wir unser Nest woanders.

Weil unsere Kinder die Zukunft sind wollen wir Sie nach unseren Wertvorstellungen erziehen. Und wenn die Knaben-Beschneidung zu unserer Wertvorstellung dazugehört, dann machen wir das.

Wenn der Staat uns nicht erlaubt unsere Kinder in unseren Wertvorstellungen zu erziehen, dann leben wir im falschen Staat und gehen.

Wenn du die körperliche Unversehrtheit höher bewertest, als Kinder in einem wohlbehüteten warmen familiär reguliertem Umfeld zu aufwachsen zu lassen, wo eben alle männlichen Mitglieder und auch die gesamte Ahnenreihe seit gut 3500 Jahren beschnitten war, dann hast du andere Wertvorstellungen als ich, die ich genauso respektiere.

Ich will nicht damit ausdrücken, dass Eltern die ihre Knaben unbeschnitten lassen nicht auch das Beste für ihre Kinder wollen, nur verfolgen sie ein anderes Lebensmodell, völlig wertfrei betrachtet.
borabora schrieb:Genau das! wird ignoriert.
Du sagst es, nur im falschen Kontext.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 08:00
yenredrose schrieb:Du sagst es, nur im falschen Kontext.
Die Befürworter dessen finden immer Argumente, und wenn sie noch so sehr an den Haaren herbei gezogen sind.

Hier wird sogar mißachtet, das ein Baby bzw. Kleinkind ein Recht auf körperliche Unversehrtheit hat sowie das Recht, selbst über seinen Körper zu entscheiden.

Klar treffen die Eltern bis zur Volljährigkeit Entscheidungen für u. über das Kind, aber eine OP, die gar nicht sein muss/sein sollte, gehört eben nicht dazu oder ist etwas Anderes nach meiner Auffassung.

Die Eltern dessen Kinder würden Sturm laufen oder noch mehr, sollte man so einfach über ihren Kopf hinweg über ihren Körper bestimmen.

Genau das billigen sie ihren Kindern nicht zu.
Versteh ich nicht.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 08:09
yenredrose schrieb:Wenn du die körperliche Unversehrtheit höher bewertest, als Kinder in einem wohlbehüteten warmen familiär reguliertem Umfeld zu aufwachsen zu lassen, wo eben alle männlichen Mitglieder und auch die gesamte Ahnenreihe seit gut 3500 Jahren beschnitten war, dann hast du andere Wertvorstellungen als ich, die ich genauso respektiere.
Vielleicht haben genau diese Menschen die falsche Wertvorstellung u. überhaupt klingt es ein wenig skurril, das ein beschnittener Junge erst zur Familie gehört, wenn er beschnitten ist.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 08:26
borabora schrieb:Die Befürworter dessen finden immer Argumente, und wenn sie noch so sehr an den Haaren herbei gezogen sind.
In meinem letzten Beitrag habe ich ausschließlich die Elterrechte betrachtet. Die findest du an den Haaren herbeigezogen?
borabora schrieb:Hier wird sogar mißachtet, das ein Baby bzw. Kleinkind ein Recht auf körperliche Unversehrtheit hat sowie das Recht, selbst über seinen Körper zu entscheiden.
Ich bin ja bei dir, jeder hat das Recht, auch Kinder auf körperliche Unversehrtheit. Nur sehen Eltern die Knabenbeschneidung nicht als Körperverletzung sondern als Vervollkommenung. Wir hatten diese Diskussion schon längst geführt und Argumente ausgestauscht.
Es existieren unterschiedliche Wertvorstellungen. Für den Einen ist das Ohrlochstechen an Babies Körperverletzung andere finden die Beschneidung völlig in Ordnung.

Niemand zwingt dich deine Knaben zu beschneiden, niemand zwingt mich meine Knaben nicht zu beschneiden.

Das ist doch ein guter modus vivendi mit dem wir alle leben können.
borabora schrieb:Die Eltern dessen Kinder würden Sturm laufen oder noch mehr, sollte man so einfach über ihren Kopf hinweg über ihren Körper bestimmen.


Ich denke du wolltest ausdrücken, dass wenn die Kinder volljährig sind, sie mit der Beschneidung nicht einverstanden wären?

Aus meiner Kennnis haben jüdische Männer noch nie ihre Eltern verklagt, weil sie entschieden haben sie in einem jüdischen Umfeld aufwachsen und sie am 8.Tag haben beschneiden lassen. Im Gegenteil, sie beschneiden auch ihre Knaben und das schon seit tausenden von Jahren.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 08:38
yenredrose schrieb:In meinem letzten Beitrag habe ich ausschließlich die Elterrechte betrachtet.
Genau hier ist die Schieflage erkennbar.

Auf der einen Seite haben wir die Rechte der Eltern, auf der anderen Seite die Rechte der Kinder.

Ich habe Schwierigkeiten, Eltern Rechte zuzugestehen, die sie im selben Atemzug ihren Kindern aberkennen ;)

Genau das ist gegeben bei einer Beschneidung, wo die Kinder keine Erlaubnis zu gegeben haben, noch nicht geben können.
yenredrose schrieb: Für den Einen ist das Ohrlochstechen an Babies Körperverletzung andere finden die Beschneidung völlig in Ordnung.
Eigentlich ist es verkehrt, immer Gegenbeispiele heranzuziehen, weil ich auf Ohrlochstechen auch wieder ein Gegenargument anführen könnte u. so dreht man sich im Kreis.

Und die Beschneidung an Säuglingen oder Kleinkindern wird dadurch auch nicht "legitimer".
yenredrose schrieb:Ich denke du wolltest ausdrücken, dass wenn die Kinder volljährig sind, sie mit der Beschneidung nicht einverstanden wären?
Das wäre durchaus möglich. Jedenfalls fände ich es besser, wenn damit bis zur Volljährigkeit gewartet werden würde.
yenredrose schrieb:Aus meiner Kennnis haben jüdische Männer noch nie ihre Eltern verklagt, weil sie entschieden haben sie in einem jüdischen Umfeld aufwachsen und sie am 8.Tag haben beschneiden lassen. Im Gegenteil, sie beschneiden auch ihre Knaben und das schon seit tausenden von Jahren.
Wen wundert es wirklich unter so Umständen:
yenredrose schrieb:. Und wenn die Knaben-Beschneidung zu unserer Wertvorstellung dazugehört, dann machen wir das.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 08:44
borabora schrieb:Jedenfalls fände ich es besser, wenn damit bis zur Volljährigkeit gewartet werden würde.

Haben wir eigentlich eine Anwort daruf bekommen, warum die Beschneidung schon bei wehrlosen Säuglingen stattfinden muss?

Ausser : " Wir machen das schon seit 3.500 Jahren so "?

Nein. Haben wir nicht. Denn mit dieser Einstellung, wäre es noch erlaubt Kinder mit dem Rohrstock zu verdreschen und unseren Nächsten ein Auge auszustechen.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 08:47
yenredrose schrieb:Wenn uns Eltern der Staat in dem wir leben uns Eltern entmündigt, dann bauen wir unser Nest woanders.
Entmündigt? Also ist die Knabenbeschneidung für dich doch ein unabdingbares Menschenrecht.......


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 08:55
Frau.N.Zimmer schrieb:Haben wir eigentlich eine Anwort daruf bekommen, warum die Beschneidung schon bei wehrlosen Säuglingen stattfinden muss?
Eher nein.

Ich hab es so verstanden, das ein Junge von der Gemeinschaft u. Familie nicht akzeptiert u. aufgenommen wird, wenn er nicht beschnitten ist.
Scheinbar oder tatsächlich ist er dann nichts wert.
yenredrose schrieb:. Und wenn die Knaben-Beschneidung zu unserer Wertvorstellung dazugehört, dann machen wir das.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 09:00
yenredrose schrieb:Der Staat hat sich da weitgehend rauszuhalten. Wir bekommen Kinder für uns, nicht für den Staat.
Das heisst doch nicht, das Eltern mit den Kindern machen können, was sie wollen. Kinder sind nicht Eigentum der Eltern
yenredrose schrieb:Das tut er auch, wenn er volljährig ist. Bis dahin entscheiden die Eltern für ihre Kinder.
Schon, aber nur bedingt. So dürfen sie den Kindern keine lebensrettende OP verwehren.

Eltern besitzen keinerlei Freibriefe, mit ihren Kindern alles machen zu dürfen, was sie wollen.

Irgendwo hören die Elternrechte auch mal auf, sofern sie diese anwenden, um dem Kind zu schaden.
Dann greift, Gott sei Dank, der Staat ein, zu Recht.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 10:23
@borabora
Ich verstehe sowieso nicht, wie das Beschneidungsgesetz überhaupt zustande kommen konnte.
Das Recht auf körperliche Unversehrtheit wird doch durch dieses Gesetz ausgehebelt.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 10:54
Frau.N.Zimmer schrieb:Nein. Haben wir nicht. Denn mit dieser Einstellung, wäre es noch erlaubt Kinder mit dem Rohrstock zu verdreschen und unseren Nächsten ein Auge auszustechen.
Du nennst diese absurden Beispiele, weil du mit unseren Gesetzen nicht vertraut bist. Natürlich greift der Staat ein, wenn Eltern-Gewalt im Spiel ist. Die entsprechenden Gesetzestexte habe ich hier in diesem Thread auch schon als Quellen genannt.

Es ist nur so, dass ein Teil unserer Bevölkerung schon das Ohrlochstechen als Gewalt gegen Kinder ansieht, andere sehen die Knabenbeschneidung als notwendige Hygienemaßnahme an. Übrigens ist das in vielen Ländern so, nur in Deutschland musste das gesetzlich geregelt werden, was mich nicht wundert bei den vielen Fundamentalisten.
borabora schrieb:Vielleicht haben genau diese Menschen die falsche Wertvorstellung u. überhaupt klingt es ein wenig skurril, das ein beschnittener Junge erst zur Familie gehört, wenn er beschnitten ist.
Offensichtlich haben die Wertvorstellungen, die von deinen abweichen. Das soll es geben, dass muss dich nicht weiter beunruhigen.
Tobias1982 schrieb:Entmündigt? Also ist die Knabenbeschneidung für dich doch ein unabdingbares Menschenrecht.......
Es ist doch völlig ok, wenn Eltern über ihre Kinder entscheiden und nicht der Staat. Die Eltern wissen was das Beste für ihre Kinder ist. Oder willst du eine Diktatur aufbauen, wo der Staat die Kindererziehung hoheitlich regelt. Sowas gab es schon hieruzulande. Das rechtsextreme und das linksextreme System sind beide gescheitert.
troublerin77 schrieb:Ich verstehe sowieso nicht, wie das Beschneidungsgesetz überhaupt zustande kommen konnte.
Das Recht auf körperliche Unversehrtheit wird doch durch dieses Gesetz ausgehebelt.
Das stimmt, hier die Begründung dafür:

"Gemäß § 1627 Satz 1 BGB sind vom Sorgerecht nur Erziehungsmaßnahmen gedeckt, die dem Wohl des Kindes dienen. Nach wohl herrschender Auffassung in der Literatur (vgl. Schlehofer in: Münchener Kommentar zum StGB, 2. Aufl., vor §§ 32 ff. Rn. 43; Lenckner/Sternberg-Lieben in: Schönke/Schröder, StGB, 28. Aufl., vor §§ 32 ff. Rn. 41; Jerouschek NStZ 2008, 313, 319; wohl auch Exner a.a.O.; Herzberg a.a.O.; Putzke a.a.O.) entspricht die Beschneidung des nicht einwilligungsfähigen Knaben weder unter dem Blickwinkel der Vermeidung einer Ausgrenzung innerhalb des jeweiligen religiös gesellschaftlichen Umfeldes noch unter dem des elterlichen Erziehungsrechts dem Wohl des Kindes. Die Grundrechte der Eltern aus Artikel 4 Abs. 1, 6 Abs. 2 GG werden ihrerseits durch das Grundrecht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung gemäß Artikel 2 Abs.1 und 2 Satz 1 GG begrenzt. Das Ergebnis folgt möglicherweise bereits aus Artikel 140 GG i.V.m. Artikel 136 Abs. 1 WRV, wonach die staatsbürgerlichen Rechte durch die Ausübung der Religionsfreiheit nicht beschränkt werden (so: Herzberg JZ 2009, 332, 337; derselbe Medizinrecht 2012, 169, 173). Jedenfalls zieht Artikel 2 Abs. 2 Satz 1 GG selbst den Grundrechten der Eltern eine verfassungsimmanente Grenze. Bei der Abstimmung der betroffenen Grundrechte ist der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz zu beachten. Die in der Beschneidung zur religiösen Erziehung liegende Verletzung der körperlichen Unversehrtheit ist, wenn sie denn erforderlich sein sollte, jedenfalls unangemessen. Das folgt aus der Wertung des § 1631 Abs. 2 Satz 1 BGB. Zudem wird der Körper des Kindes durch die Beschneidung dauerhaft und irreparabel verändert. Diese Veränderung läuft dem Interesse des Kindes später selbst über seine Religionszugehörigkeit entscheiden zu können zuwider. Umgekehrt wird das Erziehungsrecht der Eltern nicht unzumutbar beeinträchtigt, wenn sie gehalten sind abzuwarten, ob sich der Knabe später, wenn er mündig ist, selbst für die Beschneidung als sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit zum Islam entscheidet (zu den Einzelheiten vgl.: Schlehofer a.a.O.; a.A. im Ergebnis Fischer, 59. Aufl., § 223 Rn. 6 c; inzident wohl auch: OLG Frankfurt NJW 2007, 3580; OVG Lüneburg NJW 2003, 3290; LG Frankenthal Medizinrecht 2005, 243, 244; ferner Rohe JZ 2007, 801, 802 jeweils ohne nähere Erörterung der Frage). Schwarz (JZ 2008, 1125, 1128) bewertet die Einwilligung unter Berücksichtigung verfassungsrechtlicher Kriterien als rechtfertigend, er geht jedoch nur auf die Elternrechte aus Artikel 4 und 6 GG, nicht hingegen – was notwendig wäre - auf die eigenen Rechte des Kindes aus Artikel 2 GG ein. Seine Auffassung kann schon aus diesem Grunde nicht überzeugen. "


Die Zusammenfassung gibt dir recht. Nach der Gesetzlage zwischen 1948 -2012, also 64 Jahre BRD wurden alle Beschneidungen gesetzeswidrig begangen. Diese Lücke wurde mit dem §163d BGB geschlossen.

Wäre es nicht sinnvoll auch alle anderen invasiven Eingriffe ohne medizinische Zweckbestimmung an Kindern zu regeln?

Oder reibt man sich nur an den mulimischen und jüdischen Kindern?


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 11:03
yenredrose schrieb:Offensichtlich haben die Wertvorstellungen, die von deinen abweichen.
In der Tat und damit kann ich sehr gut leben ;)
yenredrose schrieb: Das soll es geben, dass muss dich nicht weiter beunruhigen.
Muss es nicht, tut es aber.
Warum, hab ich schon begründet.
yenredrose schrieb:Es ist doch völlig ok, wenn Eltern über ihre Kinder entscheiden und nicht der Staat.
Das möchte ich keinesfalls in Abrede stellen.
yenredrose schrieb: Die Eltern wissen was das Beste für ihre Kinder ist.
Leider nicht immer. Dann greifen Jugendämter ein u. das hat mit Deiner Äusserung hierzu:
yenredrose schrieb:. Oder willst du eine Diktatur aufbauen, wo der Staat die Kindererziehung hoheitlich regelt.
herzlich wenig zu tun.

@troublerin77

Da stecken meiner Meinung nach Interessenverbände hinter.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 11:07
yenredrose schrieb:Das tut er auch, wenn er volljährig ist. Bis dahin entscheiden die Eltern für ihre Kinder.
Wenn es um die Zwangsbeschneidung, an Säuglingen und kleinen Kindern, geht dann nein er kann dann nicht mehr entscheiden, wenn er volljährig ist. Er kann zwar dann selbst über sich bestimmen und auch aus der Religionsgemeinschaft austreten. Aber die Vorhaut bleibt auf immer weg und der Penis wird nie wieder wie ein unbeschnittener. Mit allen guten/schlechten Folgen die eine Beschneidung haben kann.
Ihm wurde versagt über sein Genital selbst zu bestimmen, zumal auch so einige Funktionen mit der Vorhaut verknüpft sind, die man unwiderruflich bei einer Beschneidung zerstört.

Sicher dürfen Eltern über die Erziehung und alles entscheiden, doch zählt da eine Zwangsbeschneidung, die medizinisch sehr fragwürdig ist vorallem wenn es keine indikation dafür gibt, eher nicht dazu. Jedenfalls laut meinem Rechtsempfinden. Auch wenn man unser Recht und Gesetz der Religion gebeugt hat.
yenredrose schrieb:Wäre es nicht sinnvoll auch alle anderen invasiven Eingriffe ohne medizinische Zweckbestimmung an Kindern zu regeln?

Oder reibt man sich nur an den mulimischen und jüdischen Kindern?
Natürlich wäre es sinnvoll auch andere nicht medizinisch nötige Eingriffe zu regeln. Dazu von mir aus sogar das Ohrloch stechen. Kein Baby braucht wohl Ohrstecker, nur weil die Mutter das iwie hübsch findet.

Und höre doch endlich mal auf hier ständig Antisemitismus und Islamfeindlichkeit zu unterstellen! Es geht ein Scheiß um die Religion, es geht um Kinder und ihre Selbstbestimmung für ein so intimes Organ wie das Genital eines Mannes. Und da ist es völlig egal aus welchen Gründen man grundlos Zwangsbeschneidet. Selbst Hygiene ist völlig unerheblich in diesem Land.
Also schwinge deine Antisemitismuskeule gefälligst woanders.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 11:07
@yenredrose
Oh nein, ich bin für die grundsätzliche Wahrung der Unversehrtheit. Da ist es mir egal, ob es um Beschneidung geht, um Ohrlöcher oder ähnlichem.

Da muss man auch nicht unbedingt bis zum 18. Lebensjahr warten, sondern so bis 14. Dann sind die Kinder auch rechtsmündig und somit können sie darüber entscheiden, ob Beschneidung für sie okay ist, oder ob sie Ohrlöcher wollen oder anderes.

Meine Tochter möchte seit zwei Jahren ein Tattoo, damit soll dir bitte bis zum 15. diesen Monats warten, denn dann ist sie 18.
Ich möchte diese Entscheidung nicht für mein Kind treffen, das soll dir selbst machen, wenn sie Volljährig ist, dann ist es ihre Entscheidung und nicht mehr meine.

So würde ich es eben auch mit der Beschneidung halten.

Ich kann mit meiner Erziehung nicht zu hundert Prozent dafür sorgen, dass es eine absolute Unversehrtheit gewährleistet ist, aber ich kann dafür sorgen, dass es zum größten Teil eingehalten wird.

Manche Sachen kann oder will ich nicht entscheiden, dass soll das Kind selbst machen, wenn es ein mündiger Bürger ist, siehe Tattoowunsch des Kindes.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

06.06.2017 um 11:25
Bone02943 schrieb:Und höre doch endlich mal auf hier ständig Antisemitismus und Islamfeindlichkeit zu unterstellen! Es geht ein Scheiß um die Religion, es geht um Kinder und ihre Selbstbestimmung für ein so intimes Organ wie das Genital eines Mannes. Und da ist es völlig egal aus welchen Gründen man grundlos Zwangsbeschneidet. Selbst Hygiene ist völlig unerheblich in diesem Land.
Also schwinge deine Antisemitismuskeule gefälligst woanders.
Es gibt keine Zwangsbeschneidung, das ist eine reine Erfindung. Niemand zwingt die Eltern sich für eine Beschneidung zu entscheiden.

Ich finde es bemerkenswert, wie leidenschaftlich die Beschneidung diskutiert wird, aber über die nicht-medizinisch notwendigen anderen Eingriffe an Kindern kaum ein Wort verloren wird.

Es würde sicherlich für eine Flut von Klagen sorgen wenn man die Korrektur abstehender Ohren eines Kindes unter Strafe stellte. Ein Muttermal auf der Nase zu entfernen? Eine Brust zu verkleinern? Es gibt tatsächlich junge Mädchen, bei denen eine Brustverkleinerung sinnvoll ist, weil ihr Busen eine Fehlhaltung der Wirbelsäule verursacht. Es gibt Muttermale, die das halbe Gesicht bedecken. Das sind Fälle, die zeigen, dass die Grenzziehung zwischen Schönheit und Körperverletzung nicht leicht ist. Wenn sich ein Mädchen Fett absaugen lassen will, um einen schlanken Bauch zu haben, läge das an einem verqueren Schönheitsbild unserer Gesellschaft.  

Wo ist der Ruf nach gesetzlicher Regelung? Ich postuliere mal, die gesellschaftliche Diskussion über die Bräuche von Juden und Moslemen ist da ergibiger, einfach weil sich da eine bestimmte Bevölkerungsgrupe einig ist. Nach der letzten Studie sollen es etwa 20% sein.


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