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Gott, kein Gott, und was wir sonst noch nicht wissen

35.439 Beiträge, Schlüsselwörter: Gott, Himmel, Hölle, Atheismus, Atheist

Gott, kein Gott, und was wir sonst noch nicht wissen

15.07.2012 um 21:52
@Keysibuna

Aber Du zitierst mit Marcus Aurelius doch nur einen Menschen! Niederes kann höheres doch nicht begreifen. :D :D :D


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Keysibuna
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Gott, kein Gott, und was wir sonst noch nicht wissen

15.07.2012 um 21:54
@psreturns
psreturns schrieb:Niederes kann höheres doch nicht begreifen. :D :D :D
Ach, ja! Ich vergas :}


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Gott, kein Gott, und was wir sonst noch nicht wissen

15.07.2012 um 21:54
1.21Gigawatt schrieb:Aber du willst sie mir nicht sagen oder was?
Such halt selbst :D
1.21Gigawatt schrieb:Nein, ich bin es doch gewöhnt, dass eh jeder denkt was er will. Die Bibel und Religion sind Wunschkonzerte geworden. Jeder pickt sich das raus was ihm gefällt und lässt den Rest weg.
Diese subjektive Willkür spricht natürlich dann nicht unbedingt für den Wahrheitsgehalt der daraus resultierenden Ansichten.
Mit der Hölle ist es so, dass sie als Solches nicht beschrieben ist.
Allenfalls gibt es einen Vergleich zum Hades.
1.21Gigawatt schrieb:Hast du es immernoch nicht verstanden?
Ich glaube nicht an Gott, Hölle, Jesus, Erlösung, Bestrafung etc.
Ich greife nur die Ansichten Gläubiger Menschen auf.
Die Hölle ist unter Christen, Moslems und Juden ein wichtiger Teil ihres Glaubens.
Soweit habe ich dich längst verstanden @1.21Gigawatt
Aber ist bei den Christen die Hölle kein wichtiger Teil.
Wichtige Teile sind die Auferstehung etc, also eigentlich das Gegenteil. Oder nicht?
1.21Gigawatt schrieb:Du wirst in die Hölle hinuntergestoßen werden (Matthäus 11,23). Wo der Himmel nicht ist, da ist eine große Kluft befestigt, dass die, welche von hier zu euch hinübergehen wollen, es nicht können, und auch die von dort nicht zu uns herüberkommen können (Lukas 16,26).
Schon komisch, dass ich immer wieder aus der Bibel zitieren muss,
um die Aussage ins rechte Licht zu rücken^^
Matthäus
11,20 Dann fing er an, die Städte zu schelten, in denen seine meisten Wunderwerke geschehen waren, weil sie nicht Buße getan hatten: 11,21 Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wenn zu Tyrus und Sidon die Wunderwerke geschehen wären, die unter euch geschehen sind, längst hätten sie in Sack und Asche Buße getan. 11,22 Doch ich sage euch: Tyrus und Sidon wird es erträglicher ergehen am Tag des Gerichts als euch. 11,23 Und du, Kapernaum, die du bis zum Himmel erhöht worden bist, bis zum Hades wirst du hinabgestoßen werden; denn wenn in Sodom die Wunderwerke geschehen wären, die in dir geschehen sind, es wäre geblieben bis auf den heutigen Tag. 11,24 Doch ich sage euch: Dem Sodomer Land wird es erträglicher ergehen am Tag des Gerichts als dir.

Lukas
16,19 Es war aber ein reicher Mann, und er kleidete sich in Purpur und feine Leinwand und lebte alle Tage fröhlich und in Prunk. 16,20 Ein Armer aber, mit Namen Lazarus, lag an dessen Tor, voller Geschwüre, 16,21 und er begehrte, sich mit den Abfällen vom Tisch des Reichen zu sättigen; aber auch die Hunde kamen und leckten seine Geschwüre. 16,22 Es geschah aber, daß der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde. Es starb aber auch der Reiche und wurde begraben. 16,23 Und als er im Hades seine Augen aufschlug und in Qualen war, sieht er Abraham von fern und Lazarus in seinem Schoß. 16,24 Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, daß er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide Pein in dieser Flamme. 16,25 Abraham aber sprach: Kind, gedenke, daß du dein Gutes völlig empfangen hast in deinem Leben und Lazarus ebenso das Böse; jetzt aber wird er hier getröstet, du aber leidest Pein. 16,26 Und zu diesem allen ist zwischen uns und euch eine große Kluft festgelegt, damit die, welche von hier zu euch hinübergehen wollen, es nicht können, noch die, welche von dort zu uns herüberkommen wollen. 16,27 Er sprach aber: Ich bitte dich nun, Vater, daß du ihn in das Haus meines Vaters sendest, 16,28 denn ich habe fünf Brüder, daß er ihnen ernstlich Zeugnis gebe, damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen. 16,29 Abraham aber spricht zu ihm: Sie haben Mose und die Propheten; mögen sie die hören. 16,30 Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn jemand von den Toten zu ihnen geht, so werden sie Buße tun. 16,31 Er sprach aber zu ihm: Wenn sie Mose und die Propheten nicht hören, so werden sie auch nicht überzeugt werden, wenn jemand aus den Toten aufersteht.

Offbg d. Johannes
14,9 Und ein anderer, dritter Engel folgte ihnen und sprach mit lauter Stimme: Wenn jemand das Tier und sein Bild anbetet und ein Malzeichen annimmt an seine Stirn oder an seine Hand, 14,10 so wird auch er trinken vom Wein des Grimmes Gottes, der unvermischt im Kelch seines Zornes bereitet ist; und er wird mit Feuer und Schwefel gequält werden vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm. 14,11 Und der Rauch ihrer Qual steigt auf in alle Ewigkeit; und sie haben keine Ruhe Tag und Nacht, die das Tier und sein Bild anbeten, und wenn jemand das Malzeichen seines Namens annimmt. 14,12 Hier ist das Ausharren der Heiligen, welche die Gebote Gottes und den Glauben Jesu bewahren.

Vor allem in der Offenbarung durch Johannes wird klar,
dass der 'Zorn Gottes' der Satan ist, da er unreinen Wein einschenkt @1.21Gigawatt
1.21Gigawatt schrieb:Daraus schließt du also, dass es keine Hölle gibt?

Der Koran wird noch deutlicher.
Gut, dass ich mit dem Koran nichts am Hut hab :D

Ne, wennst die Bedeutung der Qual verstehen willst, dann brauchst nur überlegen,
wie Du dich fühltest, wennst Dich vergiften würdest.
Einen Himmel bzw. mehrere gibt es allerdings.
1.21Gigawatt schrieb:Nicht zwingend.
Glaube ist nichts logisches, das heißt mindestens bei diesem Thema denkst du nicht logisch. Das heißt aber nicht, dass es immer so ist.
Die Statistik zeigt, dass mit steigendem Bildungsgrad die Religiösität sinkt. Das sagt aber über den Einzelnen gar nichts aus, wie jede Statistik.
Ob die Beschreibung auf dich zutrifft oder nicht kann ich nicht sagen, dazu kenne ich dich zu wenig.
Komm mal lieber wieder von Deinem hohen Ross runter :)
1.21Gigawatt schrieb:Aha. Ja, eigendlich ist mir die Theodizee-Frage völlig egal. Ich weiß auch nicht wieso du sie angesprochen hast.
Dann können wir ja unsere Unterhaltung beenden @1.21Gigawatt
BlackFlame schrieb:Sofern sich auf gesellschaftlicher Ebene die Globalisierung weiterhin und dauerhaft durchsetzen sollte, so denke ich werden sich möglicherweise früher oder später auch die Religionen zunehmend vermischen und ähneln und vielleicht irgendwann sogar nur zu einer einzigen Strömung zusammenfließen werden.


Warum bist du denn gegen die Ökumene?
Weil eine der bereits vorhandene Institutionen das Oberhaupt sein würde @BlackFlame
Kannst Dir ja selbst ausmalen, welche es dem heutigen Anschein nach sein wird.


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Gott, kein Gott, und was wir sonst noch nicht wissen

15.07.2012 um 22:00
@Niselprim
Niselprim schrieb:Weil eine der bereits vorhandene Institutionen das Oberhaupt sein würde @BlackFlame
Kannst Dir ja selbst ausmalen, welche es dem heutigen Anschein nach sein wird.
Lese ich daraus eine Furcht vor einer anderen Religion? Sonst wird doch hier der Glaube
als allgemein wichtig erklärt, weniger die Religionsrichtung.
Wie ist das bei Dir gemeint und welche Richtung fürchtest du denn dann?


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15.07.2012 um 22:01
Ich fürchte gar nix @psreturns


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15.07.2012 um 22:03
@Niselprim

Na dann eben: Welche Richtung widerstrebt Dir?


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BlackFlame
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15.07.2012 um 22:03
@Niselprim
Nun, Institutionen finde ich im Kontext des gelebten Glauben sowieso überflüssig.
Wer an die Grundsätze eines heiligen Buches glauben möchte, der sollte das auch aus eigener Motivation heraus und aus eigener Kraft wollen und umsetzen. Religionen müssen ja in erster Linie nicht unbedingt beliebig sein oder zwangsläufig vermischt werden. Meiner Ansicht sollte sich ein Mensch, der glaubt auch bewusst sein, warum er überhaupt glaubt, was eben seine Grundmotivation dafür ist.
Was meine ist, habe ich ja versucht auszuformulieren.
Glaube nur um des Glaubens Willen (sei es nun durch eine Institution gefördert oder nicht) finde ich irgendwie brotlos. Deswegen interessiert mich persönlich auch nur bedingt woran jemand glaubt, sondern vielmehr warum.

In diesem Sinne kann ich der Ökumenie als Zusammenschluss von Institutionen wenig abgewinnen. Interessant finde ich da eher die Idee überhaupt den Blick schweifen zu lassen. Und dafür braucht man an sich auch keine Institution, die einen gezielt in etwas lenkt.


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15.07.2012 um 22:12
Nur haben wir, also nicht vom Einzelnen ausgegangen sondern in die Welt geblickt, das Problem,
dass da eine Ökumene stattfindet @BlackFlame Wennst mal hinschaust, dann interessiert es die Obrigkeit nicht, was Du und ich denken oder wollen. Sie interessiert, wie sie uns lenken sollen.
Verstehst Du meinen Ansatz? Diese Frage stelle ich auch an @psreturns Egal welche Weltreligion es sein wird und die Führungspitze der Ökumene darstellt, es besteht die Gefahr, dass die Freiheit des Individuums, zwecks Gruppenzwang und so, geraubt wird.
Bisher war es in der Geschichte immer so, dass ein Staat oder eine Nation nur mit 'vereinigter' oder aufgedrückter Weltanschauung zusammengehalten werden konnte. Global betrachtet sollte man sich dann sehr wohl Gedanken darüber machen, wie und womit das weiter gehen soll.


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15.07.2012 um 22:22
@Niselprim
Niselprim schrieb:Bisher war es in der Geschichte immer so, dass ein Staat oder eine Nation nur mit 'vereinigter' oder aufgedrückter Weltanschauung zusammengehalten werden konnte. Global betrachtet sollte man sich dann sehr wohl Gedanken darüber machen, wie und womit das weiter gehen soll.
Ich glaube nicht an die Machbarkeit einer Eine Welt- Regierung und auch nicht an eine
Religionsökumene diesen Ausmaßes.
Niselprim schrieb:Egal welche Weltreligion es sein wird und die Führungspitze der Ökumene darstellt, es besteht die Gefahr, dass die Freiheit des Individuums, zwecks Gruppenzwang und so, geraubt wird.
Wenn es die Deine wäre, müßte es Dir doch entgegenkommen. Wenn es schon Religionen
geben muß, finde ich viele verschiedene Richtungen deutlich besser. Das verhindert
solche Allmachtstellungen. Aber trotzdem meine Frage:
psreturns schrieb:Welche Richtung widerstrebt Dir?


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15.07.2012 um 22:43
psreturns schrieb:Ich glaube nicht an die Machbarkeit einer Eine Welt- Regierung und auch nicht an eine
Religionsökumene diesen Ausmaßes.
Wie es halt mit dem Glauben so ist :D

Mir würde jede Richtung widerstreben @psreturns selbst die des Christentums.
psreturns schrieb:Wenn es schon Religionen geben muß, finde ich viele verschiedene Richtungen deutlich besser. Das verhindert solche Allmachtstellungen.
Klar würe es das verhindern, aber birgt auch mögliche Herde für Auseindersetzungen.


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15.07.2012 um 22:45
Niselprim schrieb:Wennst mal hinschaust, dann interessiert es die Obrigkeit nicht, was Du und ich denken oder wollen.
Die "Obrigkeit" braucht für ihre Machtstellung aber ein solides Fundament von ehemals Individuellen.
Entweder man verblendet dann systematisch oder übt Zwang aus, wobei sich gerade letzteres nur temporär wirklich effektiv umsetzen lässt bis sich die Masse dagegen wehrt.
Deswegen finde ich es umso wichtiger, dass wir dieser möglichen Entwicklung zuvorkommen.

Deswegen mache ich mir ja die Mühe und beantworte gerne jede Frage, die man mir stellt. Vielleicht irre ich mich in meinen Ansichten, aber irgendetwas muss ich ja erst einmal annehmen und deswegen überprüfe ich meine Ansichten ja auch regelmäßig und passe sie neuen Kleinsterkenntnissen auch immer etwas an.

Es wird immer Wege geben die Menschen in irgendeiner Form zu missbrauchen oder etwas zu institutionalisieren. Aber es war doch, so wie die Geschichte zeigt, auch immer möglich, dass dies dann irgendwann wieder von der Bildfläche verschwand.
Und so wie wir eben gesellschaftlich immer neue Wege einschlagen meine ich eben, dass es auch für unser Bedürfnis zu glauben nicht so verkehrt sein kann, wenn man dort Entwicklungen zulässt. Ob man damit möglicherweise einen Fortschritt erreicht hat, kann man ja immer erst hinterher beurteilen.

Wie du ja selbst gern zu dem Spruch "Viele Wege führen nach Rom." greifst, so lässt er sich aber auch auf Glaube und Religionen anwenden.
Man sollte eben viel öfter nach dem Warum und erst danach nach dem Wer oder Was fragen.


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15.07.2012 um 23:28
@Niselprim
Niselprim schrieb:Wie es halt mit dem Glauben so ist
Ich sehe, der kleine Wink ist angekommen. ;)
Niselprim schrieb:aber birgt auch mögliche Herde für Auseindersetzungen.
Die gäbe es immer. Bei einer einzigen Weltreligion wären es die unterdrückten Richtungen, oder
die ungeliebten Atheisten, die Unruhe stiften würden. ;)
Im Endeffekt ist es nur ein "Was wäre wenn"-Spiel. Nichts, was uns hier weiterbringt.
Ich glaube an keinen Gott und auch kein Forumsmissionar wird mich dazu bringen.
Ob ich damit richtig liege, wird man dann später sehen. :)


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16.07.2012 um 00:12
wäre es nicht viel schlimmer für einige menschen wenn atheisten recht hätten :)


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Gott, kein Gott, und was wir sonst noch nicht wissen

16.07.2012 um 01:27
Niselprim schrieb:Wennst mal hinschaust, dann interessiert es die Obrigkeit nicht, was Du und ich denken oder wollen. Sie interessiert, wie sie uns lenken sollen.
Verstehst Du meinen Ansatz? Diese Frage stelle ich auch an @psreturns Egal welche Weltreligion es sein wird und die Führungspitze der Ökumene darstellt, es besteht die Gefahr, dass die Freiheit des Individuums, zwecks Gruppenzwang und so, geraubt wird.
(Direkt vorab, ich werde bei dem geplanten Text insgesamt etwas weiter ausholen und ich vermute es wird in der Summe doch wieder recht viel Text geben. Ich hoffe vorab trotzdem schon einmal, dass ich es hinbekomme trotz der möglichen Komplexität der Ausführungen ihre Verständlichkeit zu wahren.
Ebenso hoffe ich, dass sich doch der ein oder andere die Zeit nehmen wird es zu lesen und zu versuchen die Gedankengänge mitzugehen.)

Ich möchte jetzt einmal einen kleinen Abstecher in die Mathematik machen.
Vor etwa 2-3 Jahren hat mich eine Frage sehr intensiv beschäftigt: Ist jeder Mensch grundsätzlich in der Lage die Sprache der Logik - also die Mathematik - zu erlernen, zu verstehen und letztlich auch selbst zu sprechen?
Mich hatte schon immer gewundert, warum in weiten Teilen unserer Gesellschaft die Mathematik so ein dermaßen unbeliebtes Thema zu sein scheint und warum es doch Menschen gibt, denen es dagegen so verhältnismäßig einfach fällt immer komplexe Teilgebiete zu verstehen und erklären zu können.

Jetzt werden sich vielleicht einige Fragen: Mathe ist eine Sprache? - Ganz genau:
Sie hat ihre ganz eigenen Vokabeln, ihre hauseigenen Schriftzeichen, bestimmte grammatikalische Regeln, gewisse Vorgaben wie Sätze oder gar Aufsätze aufgebaut sein sollten, gewisse Grundmuster an denen man wiederum erkennen kann auf welchen Typ einer Fragestellung man wie anworten sollte, usw.
Und wie jede Sprache kann sie doch jeder, der sie beherrscht, auf seine ganz eigene Weise sprechen und trotzdem verstanden werden. Jeder der Mathematik betreibt bzw. spricht und schreibt hat seinen ganz eigenen Dialekt und seine Aussagen sind für andere trotzdem erkennbar.

Die Frage, an der ich mich nun wirklich lange Zeit festgebissen hatte, war, in welcher Weise jemand anderes denkt, wenn er nun Mathematik betreibt.
Ich meine, ich habe mir nun ein gewisses Maß an Theorie angelernt, habe meine Art und Weise Mathematik zu betreiben geübt und verbessert und mir ganz persönliche Denkweisen angeeignet wie ich nun eine bestimmte Fragestellung beantworte bzw. welche Denkrpozesse in dem Moment ablaufen, wenn ich eine Aufgabenstellung vor mir liegen habe. Da gibt ganz viele kleine Zwischenschritte, mit ihren ganz eigenen Algorithmen, die ich dann eben fast automatisch abrufe, mit den entsprechenden Werten der Aufgabe befülle und es mir letztlich ermöglichen zu einen Ergebnis zu gelangen.

Ich habe allerdings absolut keine Ahnung wie das bei jemand anderem abläuft, weil ich eben nicht genau auf die selbe Weise denken kann wie er. Bei Nachhilfeschülern brachte es mir rein gar nichts, wenn ich versuchte, ihnen immer und immer wieder die Theorie in meinem "Dialekt" zu beschreiben. Ich musste versuchen zu erkennen welchen "Dialekt" sie sprechen, wie viele Vobakeln ihnen bekannt waren und in wie weit sie überhaupt in der Lage waren zu sprechen, um dann zu versuchen es in ihre ganz eigene Sprache zu übersetzen.
Das Ganze wäre viel einfacher, wenn ich mich darauf verlassen könnte, dass meine Art zu Denken und zu lernen vollkommen deckungsgleich zu denen aller anderen wäre - aber das ist sie eben nicht.
Auch hier ist die Frage nach dem Warum wieder ganz entscheidend. Nur allein zu erfahren, was sie nicht verstehen, bringt mir beim Erklären rein gar nichts, wenn ich mir nicht die Mühe mache herauszufinden, warum sie es nicht verstehen und dieses Verständnis für ihre Denkweise letztlich auch wieder in meine Erklärungen einfließen zu lassen.

Zusammenfassend ist also festzuhalten, dass jeder Mensch eine ganz eigene Art des Denkens hat und zwei Menschen, die die selbe Aufgabenstellung bekommen, eben nicht zwangsläufig diese dann gleich schnell verstehen, sie auch nicht gleich schnell verarbeiten, sie auch nicht die gleichen Denkalgorithmen abrufen und der Lösungsweg nicht 1:1 der gleiche sein wird, weil sie womöglich ganz verschiedene Methoden angewandt haben. Und trotzdem können sie zum gleichen Ergebnis gelangen. Erstaunlich.
Fragt man dann im Nachinein wieder die Warum Frage, dann wir der eine wohl mit Darum und der andere mit Deshalb antworten und trotzdem unterschiedlicher Wege konnten sie zum gleichen Schluss kommen.

Und jetzt endlich kommt die Zusammenführung der bisherigen Abschnitt mit dem Thema Glauben und Religion:
Auch als ich mich mit diesen Themen befasste, stellte sich mir Recht bald die Frage, in welcher Weise denn wohl andere Menschen über diese Themen denken, wenn sie diese durchdenken. Was für Themengebiete, Erfahrungswerte oder Ansichten da während des Denkens in den Denkprozess einfließen. Ich kam auch hier wiederum zu der Antwort, dass ich einfach absolut keine Ahnung habe wie das bei jedem Einzelnen abläuft.

Das ist auch der Grund, warum ich meine, dass sich Religionen welcher Form auch immer nicht zu sehr selbst in eine unnötige Form pressen sollten. Denn ich vermute, dass selbst jeder bibelfeste Christ in seiner eigenen Gedankenwelt insgesamt ein doch Recht individuelles Bild vom Inhalt der Bibel hat. Von der Ferne betrachtet mögen diese Ansichten dann ziemlich ähnlich aussehen, aber ich vermute je nähe man herangeht, umso mehr Unterschiede werden in der Fülle von Details deutlich, die erst in der Summe den Glauben an den Inhalt dieses Buches ergeben.
Ich vermute es ist also selbst innerhalb einer Religion so gut wie unmöglich, dass zwei Menschen diese Religion auf exakt die selbe Weise verstanden und verinnerlicht haben.

Genau deshalb, auf Grund dieser Vermutung, interessiert mich bei einem anderen zu aller erst warum er glaubt. Und bevor ich darauf keine präzise Antwort bekommen habe, brauche ich auch gar nicht erst nach dem Was oder Wen zu fragen.

Genau wie die Mathematik bzw. die Logik, so erscheinen mir eben auch der Glaube bzw. die Religionen lediglich ein Hilfsmittel für ganz bestimmte Fragestellungen unserer Welt und unserer Existenz zu sein. Ein Hilfsmittel, was nicht absolutiert werden sollte, weil dann auch auf Fragestellungen angewendet werden soll, bei denen dieses Hilfsmittel eigentlich gar nicht helfen kann.
(Bei Emotionen bzw. Problemen mit denen geht man ja schließlich auch lieber zu einem Biologen oder Psychologen, wenn man Erklärungen sucht und nicht zu einem Mathematiker, der zwangsläufig versucht in seiner Sprache irgendetwas zu formulieren, was einem in dieser Form für sein konkretes Problem überhaupt nicht hilft, weil es ja ursprünglich kein mathematisches Problem war.)

Versuch einer Zusammenfassung:
Weil jeder Mensch auf seine eigene ganz bestimmte Weise denkt und davon auszugehen ist, dass diese immer etwas anders ist als die eigene, macht es wenig Sinn zu vermuten, dass jeder der an irgendeine bestimmte Standartreligion glaubt, diese auch immer in gleichem Maße verinnerlicht oder durchdacht hat. Also selbst zwei Gläubige der gleichen Glaubensrichtung sind nicht davon befreit mit ihren hauseigenen Mitgläubigen in den Dialog zu treten.
Wiederum ist nicht auszuschließen, dass jemand der sich mit einer gewissen Religion befasst hat, diese grundlegend aber nicht angenommen hat, trotzdem in der Lage sein könnte ganz ähnliche Denkstrukturen zu haben wie man selbst, auch wenn wir unterschiedliche Bezeichnungen für diese beiden finden könnten.
Diskutiere ich über diese Themen gern mit einer unterschwelligen Erinnerung an einen sich selbst als Christen und einen sich selbst als Atheisten bezeichneten Menschen, die feststellten, dass sie sich inhaltlich unheimlich nah waren, auch wenn sie es teilweise recht unterschiedliche, ja fast gegensätzliche Arten der Formulierung verwendeten. Eben weil ihre Motivation (das Warum) in bestimmte Richtungen zu Denken eine sehr große Schnittmenge besaß und dann die Art der Darstellung oder Formulierung nebensächlich wurde.


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16.07.2012 um 01:31
@Niselprim
Niselprim schrieb:Such halt selbst :D
Rede ich hier mit Kindergartenkindern?
Niselprim schrieb:Aber ist bei den Christen die Hölle kein wichtiger Teil.
Wichtige Teile sind die Auferstehung etc, also eigentlich das Gegenteil. Oder nicht?
Die Christen richten sich nach den 10 Geboten.
Gehen sie nicht von negativen Konsequezen aus wenn sie gegen diese verstoßen?
Ich denke schon. Preisfrage an dich: Mit was für Konsequenzen rechnen sie?

Bestrafung ist ein essentieller Teil des Christentums, des Judentums und des Islams.

Viele sagen, dass Gott alles verzeiht wenn man Buße tut und die falsche Handlung einsieht, aber ich finde 8 der 10 Gebote scheiße und verstoße ohne schlechtes gegen sie. (Ich habe andere Götter bzw. garkeine, ich missbrauche seinen Namen, ich scheiß auf den Sabbat, ob ich meinen Vater und meine Mutter ehre ist allein meine Sache, ob ich Ehebreche oder nicht ist allein meine Sache, ob ich lüge oder nicht ist allein meine Sache, und ob ich die Frau meines nächsten "verlange" ist auch allein meine Sache.)

Gegen diese 8 Gebote würde ich wieder und wieder verstoßen ohne schlechtes Gewissen.
Was würde Gott tun? Verzeiht er mir trotzdem? Wenn ja, was ist das alles dann überhaupt wert?
Wenn nein, dann haben wir den strafenden Gott vor dem ich niemals Respekt haben könnte.
Niselprim schrieb:Vor allem in der Offenbarung durch Johannes wird klar,
dass der 'Zorn Gottes' der Satan ist, da er unreinen Wein einschenkt
Wot? Ich dachte immer Gott wäre nur Dreieinig.
Jetzt ist aber sein Zorn auch noch der Satan.
Also gibt es Gott in vier Gestalten?
Ein schwerer Fall von Shizophrenie wie mir scheint.
Niselprim schrieb:Gut, dass ich mit dem Koran nichts am Hut hab :D
Guter Punkt um einzuhaken.
Warum hast du mit dem Koran nichts am Hut?
Was macht dich so sicher, dass das was dort steht nicht richtig ist?
Gleiches könnte ich dich zu allen Glaubensrichtungen fragen denen du NICHT angehörst.
Also, warum denkst du, dass das was du glaubst stimmt und alles was die anderen glauben nicht?
Niselprim schrieb:Ne, wennst die Bedeutung der Qual verstehen willst, dann brauchst nur überlegen,
wie Du dich fühltest, wennst Dich vergiften würdest.
Es gibt vergiftungen, da spürst du nix und bist dann auf einmal tot.
Es gibt vergiftungen, da spürst du ungeheure schmerzen aber im endeffekt passiert dir nix schlimmes.
Welche Art von Vergiftung meinst du?

Und wieso sollte mich jemand quälen wollen?
Niselprim schrieb:Komm mal lieber wieder von Deinem hohen Ross runter :)
Ich stimme dir zu, dass der Absatz arrogant klingt.
Aber er besteht aus zwei Kernaussagen:
1. Religionen sind nicht logisch.
2. Mit steigendem Bildungsgrad sinkt die Religiösität.

Stimmst du einer der beiden Aussagen nicht zu?
Niselprim schrieb:Dann können wir ja unsere Unterhaltung beenden
Wieso? Die Theodizee-Frage war doch nie Kernthema dieser Unterhaltung.
Kernthema war ob es Gott, fals er existiert, egal ist ob man an ihn glaubt oder nicht und ob Gott straft oder nicht.


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16.07.2012 um 01:51
@1.21Gigawatt

Hab mir gerade mal dein Eröffnungspost durchgelesen und muß zugeben, du hast dir da echt einen Kopf gemacht. Also über Gott die Welt etc., man merkt auch an deinem Text das du dich mit Religion sehr stark befasst hast. Ich kann dem was du dort geschrieben hast nur zustimmen und verstehe deine Denkweise was aber nicht mein eigentliches Problem löst. Sagen wir mal wir kommen zu dem Schluß das diese ganze Religionsthematik nur Märchenkram war. Der ganze Hokuspokus ist per Zufallsgenerator entstanden völlig sinnlos und bedeutungslos. Nehmen wir das jetzt mal so hin.


OK? Nein das ist eben mein Problem für mich ergibt das genausowenig Sinn wie die Märchenstorys, ich denke schon das hier ein ganz schöner Schwanz dranhängt. Aber die Frage ist nur, welche Rolle spielen wir dabei, spielen wir überhaupt eine Rolle?
Will sagen, der Mensch braucht trotzdem antworten auch wenn er Religion usw. ablehnt ist nicht automatisch Friede Freude Eierkuchen.


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16.07.2012 um 01:55
Ich würd hingehen und sagen, he Alter .. Hut ab du hast es drauf, gehen wir zusammen ein - zwei Wiskhey trinken? Ich lad dich ein.

Was ist denn da schon dabei, hat man sich halt geirrt.


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16.07.2012 um 01:59
@Mahatma
Mahatma schrieb:Will sagen, der Mensch braucht trotzdem antworten auch wenn er Religion usw. ablehnt ist nicht automatisch Friede Freude Eierkuchen.
Natürlich interessiert es mich brennend wie das mit dem Urknall war, ob es auch anderswo Leben gibt usw.
Aber ich kann mich nicht mit Antworten zufrieden geben die sich irgendjemand vor einigen Jahrhunderten ausgedacht hat. Da müsste ich mich selbst belügen.
Die ständig fortschreitende Wissenschaft ist eine ausreichende Alternative, auch wenn es natürlich traurig ist, dass ich so manche Antworten wohl nichtmehr erleben werde, aber damit kann ich schon Leben.

Allerdings stelle ich mir einige Fragen auch gar nicht.
Z.b ein Sinn des Lebens. Wieso sollte das Leben einen Sinn haben? Wir sind halt einfach da weil eine Kausalkette bestimmter Ereignisse zur Entstehung von Leben geführt hat.
Wieso sollte da ein besonderer Sinn hinter diesem Leben stecken?
Ich finde diese Frage absurd, sie resultiert nur aus der menschlichen Denkweise alles und jedem einen Sinn und Zweck geben zu wollen. Ich kann aber durchaus akzeptieren, dass alles im Großen und Ganzen sinnlos ist. Was mich nartürlich nicht davon abhält meinem Leben für mich selbst einen bestimmten Sinn zu geben.

Ich habe nicht das Gefühl, dass mir irgendwelche Antworten fehlen ohne die ich nicht leben kann.
Welche Antworten findest du denn in der Religion ohne die du nicht leben kannst bzw. willst?


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Kayla
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16.07.2012 um 07:04
@1.21Gigawatt
1.21Gigawatt schrieb:Gegen diese 8 Gebote würde ich wieder und wieder verstoßen ohne schlechtes Gewissen.
Was würde Gott tun? Verzeiht er mir trotzdem? Wenn ja, was ist das alles dann überhaupt wert?
Wenn nein, dann haben wir den strafenden Gott vor dem ich niemals Respekt haben könnte.
Was Du denkst, glaubst und machst ist tatsächlich Deine Sache, aber auch alle Deine Konsequenzen, ganz unabhängig davon ob Gott existiert oder nicht.

Schimpfst Du auf Gott und Dir läuft irgendwas quer, dann ist das Deine Sache. Lügst Du und wirst erwischt, dann ist das Deine Sache. Willst Du Dich gerne an der Frau eines Anderen vergreifen und der haut Dir dafür eine auf die Birne, dann ist das Deine Sache.
Ehrst Du Vater und Mutter nicht, werden sie Dich nicht mögen, enterben. Ehrst Du sie nicht, weil sie sich gegen Dich nicht anständig benehmen, dann hast Du schlechte Karten und dementsprechend keine positiven und verläßliche Wurzeln. Ist Dir der Sabbat egal oder der Feiertag, dann solltest Du an solchen Tagen arbeiten, wenn Andere frei haben, Weihnachtsgeld ect. entfällt dann für Dich auch. Wenn Dir gesellschaftliche Regeln überhaupt egal sind, solltest Du Dir eine einsame Insel kaufen und den Rest Deines Lebens dort bleiben.


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DieSache
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Gott, kein Gott, und was wir sonst noch nicht wissen

16.07.2012 um 07:45
Religionen waren einst Sinngebungssysteme, sie sollten der Existenz des Menschen in seiner Gemeinschaft dienen, es wurden Reglen und Richtlinien entwickelt die dazu beitragen sollten sich als "guter Mensch" zu verhalten zu wissen.

Knackpunkt an der Sache ist leider, dass sich erwiesen hat, dass diese Sinngebungssysteme vielfälltig interprätierbar waren und da sie schriftlich vorlagen, sich eh nur einer elitären Spitze völlig erschlossen und da wir Menschen im Grunde immer nur von Menschen regiert wurden...naja es menschelt halt gell ?

Ich glaube nach wie vor, dass es sich nicht auschließen muss, eine Vorstellung von Gott und eine damit verbundenene spirituelle Lebensphilosopie zu haben und dennoch auch wissenschaftliche Erkenntnisse zu sehen !

Wir haben jetzt erst wieder neues Wissen dazubekommen was das Entstehen der Materie betrifft, vielleicht finden wir ja Gott doch nochmal irgendwo im Kleinen, oder Großen...und wenn nicht, dann hat die Vorstellung an einen Gott aber auch vieles bewegt und erschaffen, wo wäre der architektonische Fortschritt, ohne die ganzen Gotteshäuser die der Mensch errichten ließ ;) ?


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