continuum schrieb:Ja, aber für mich ist der Unterschied: Ich bin kein Gott.
Also ich sehe da keinen Unterschied, ob ich nun nen Menschen über dessen Äußerungen "kennenlerne" oder nen Alien, nen Gott, ne KI oder sonsterwen/was. Dieser Unterschied ist irrelevant, dessen Relevanz bastelst Du Dir nur.
continuum schrieb:Wenn jemand behauptet, Gott zu kennen und seine Worte aufzuschreiben, dann ist es doch entscheidend, ob das wirklich von ihm kommt.
Wenn irgendso'n Plaon oder Xenophon behauptet, Sokrates zu kennen und seine Worte aufzuschreiben, was ist denn dann??? Neenee, Du bastelst schon wieder.
continuum schrieb:Bei Menschen kann man prüfen
Na dann prüf mal zu Platons und Xenophons Sokrates. Viel Vergnügen! Neenee, Du bastelst weiterhin!
continuum schrieb:aber ich bin nicht allmächtig
Was ein Glück. Ist aber wieder irrelevant. Zumal ne Allmacht im heutigen Sinn in der Bibel nirgends vorkommt. Insofern fällt Dein "Unterschied" gleich ganz unten durch.
continuum schrieb:Gott scheint da andere Prioritäten zu haben.
Und welche das sind, das kennenzulernen steht Dir frei. Bei Gott wie beim Chef, dem Ehegespons, dem Nachbarn oder sonsterwem. Ganz unterschiedslos, egal, wie sehr die sich alle unterscheiden.
Denn ob jemand Kaffee für alle gewährleistet, hängt an dessen "Intention" und nicht daran, obs ein Mann ist, eine Frau, ein Ausländer, Alien oder Gott. Weswegen letzteres dabei recht irrelevant is. (Und Allmacht is auch nich nötich.)
continuum schrieb:Doppelmoral wäre es für mich eher, wenn ich mich für Gott hielte(....). Ich bin "nur" ein Mensch
Kind,
sieh nach! Ob jemand ne Doppelmoral an den Tag legt, hat nichts damit zu tun, ob er ein Gott ist, ein Mensch, ein Orang Utan oder ein ET - oder sich dafür hält. Nur, ob er ein gleichwertiges Verhalten bei A anders bewertet als bei B. Klassiker: "Was Deins ist, ist meins, und was meins ist, geht Dich nichts an".Wer wer is darin, oder für was er sich hält ---> Wumpe!
continuum schrieb:und "er" soll ja allmächtig sein
Mal aufs Thread-Topic bezogen: das steht nicht in der Bibel. Da kommt zwar was vor, das im Deutschen "allmächtig" wiedergegeben wird, doch steht im Hebräischenan der Stelle entweder der Beiname Gottes "Zebaot" ([NN] "der Heerscharen") oder die Gottesbezeichnung "(El) Schaddaj", was definitiv nicht "allmächtig heißt". Und das griechische "pantokrator" meint einen, der von allen am mächtigsten ist, über alles / alle Macht hat. Der über alles herrscht. Deswegen muß so einer aber nicht in unserem Sinne allmächtig sein. Das unsrige Verständnis von Allmacht haben sich die griechischen Philosophen ausgedacht, während des Mittelalters war diese Vorstellung freilich nicht verbreitet, wenn sie überhaupt vorkam. Erst vor der Aufklärung kamen die kirchenkritischen Deisten auf die Idee, Gott sone Art Allmächtigkeit zuzuschustern (der perfekte Uhrmacher), und deren Epigonen von der Aufklärung fingen an, dieses Allmachtskonzept dann dem Gott der Kirchen anzulasten. Wie Du es tust. Is aber nich! Wende dich an die Deisten.
continuum schrieb:Fragen ist kindisch?
Super verallgemeinert. Hab ich aber nirgends so gesagt oder auch nur angedeutet. Deins bleibt aber: kindischer Unfug.
continuum schrieb:Für mich ist die Frage nach Identität zentral
lehnst es aber ab, das "Wesen", die "Identität" jemandes nur über dessen ausdrückliche Definition erfahrbar sein zu lassen. Damit beschränkste Dich selber, Dein Bier.
continuum schrieb:Wenn wir wirklich Ebenbild Gottes und gleichgestellt sein sollen, stellt sich mir die Frage: Warum erfahren wir das nur über menschliche Schriften?
Also mir stellen sich einige Fragen, aber nicht diese.
continuum schrieb:Ein allmächtiges Wesen könnte seine Botschaft unverfälscht und direkt vermitteln, für mich ist diese Tatsache, dass es nicht geschieht, eher kontraproduktiv
und
continuum schrieb:Aber gerade weil Gott als einzigartig und Schöpfer gilt, frage ich mich immer: Warum erfahren wir das nur indirekt? Wäre eine direkte Offenbarung nicht das stärkste Fundament für den Glauben?
Irgendwie hast Du das Konzept "Glauben" nicht so recht verstanden. Na Dein Bier.
continuum schrieb:Und wenn wir gleichgestellt sind
Gleichgestellt???
continuum schrieb:ich beanspruche nicht, perfekt und allmächtig zu sein. Wenn Gott das tut, ist Nicht-Handeln eine ziemlich schwache Performance aus meiner Sicht.
Aus der Sicht des Nichtallmächtigen, des Nichtallwissenden.
continuum schrieb:Na gut, dann hat Gott also Sonne, Mond und Sterne an den Himmel gehängt
Womit Dein "Himmel = Luftraum" sich verabschiedet hat. Was durchaus etwas darüber durchblicken läßt, wie Du Sachverhalte "erfaßt". Aber macht Dich das ein bisserl bescheidener bei weiteren Äußerungen?
continuum schrieb:klingt eher nach Inneneinrichtung als nach Universumsbau.
Für die damalige Vorstellung vom Aufbau der Welt (nicht nur Erde) war das verständlich, ja verstehbar formuliert. Daß sich die Weltsicht seither (mehrfach) geändert hat, ist ein historischer Fakt. Heißt Deine Forderung also, nach jedem Erkenntnis-Push sollte die Bibel umgeschrieben werden? Oder akzeptieren wir es einfach, daß die Bibel halt in eine bestimmte Zeit hinein geschrieben wurde, sodaß wir, um sie zu verstehen, ggf. die geistesgeschichtlichen Kontexte der einzelnen Schriften mit einbeziehen müssen?
continuum schrieb:Und wer war dabei?
Rate mal, wer laut Bibel bei der Schöpfung beigewesen ist.
Aber ich seh schon wieder, woraufs bei Dir hinausläuft. Und weise Dich darauf hin, daß es hier nen Topic gibt. Halt Dich daran.
continuum schrieb:"Himmel" wurde für mich im Text klar als Wölbung über den Wassern definiert, nicht als Weltraum. Das klingt eher nach Atmosphäre als nach Universum.
Das klingt nicht nach Atmosphäre, sondern nach feststofflicher Kuppel. Wie gesagt, da kann man Sterne ranpappen. Mach das mal mit der Luft. Die (hebräisch)
raqia' leitet sich von einem Verb rq' ab, welches "Feststampfen" (von Lehm udgl.) sowie "Hämmern" bzw. "Treiben" (bei Metall) meint. Also das Festgestampfte, das Zurechtgehämmerte / -getriebene (Treiben ist ein Fachausdruck, der ein Breithämmern von Metall zu Blechen oder Wölbungen meint). Das Wort kommt auch bei Hesekiel vor, in dessen Thronwagenvision. Dort meint es die Kuppel jenes Gefährtes, auf welcher der Thron steht.
continuum schrieb:Interpretation bleibt also offen.
Noch immer: Nö. Du weißt nur so vieles nicht, also denkst Du Dir irgendwas, hältst das für "möglich". Wer sich da besser auskennt, der weiß, daß dies dann mitnichten "möglich" ist. Nix mit "offen".
continuum schrieb:Aus meiner Sicht kann auch niemand diese bis ins Detail korrekt verstehen.
Wer nicht rechnen kann, mag auch meinen, daß niemand den Satz des Pythagores bis ins Detail korrekt verstehen kann. Is nur keinen Pfifferling wert, diese Sicht.