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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

14.096 Beiträge, Schlüsselwörter: Homöopathie, Psiram, Schulmedizin, Globuli, Homö-bashing, Natalie Grams
emanon
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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

19.02.2015 um 10:01
@sanan
sanan schrieb:Omg! Ich nehme das h-wort nie wieder in den Mund - danke für den link.
Puuh, gerade noch mal so die Kurve gekriegt. Nicht auszudenken, wenn ich deinem Drängen nachgegeben und dich geheiratet hätte.

Um sich den Verdünnungsunsinn (nicht vergessen zu schütteln) mal vor Augen zu rufen, hier der homöopathische Vollrausch. Dauert 7 Min (das Video, nicht der Rausch) und macht hoffentlich auch dem letzten deutlich wie verbogen diverse Hirnareale sein müssen um die Denke nachvollziehen und goutieren zu können.
Sorry, durch den österreichischen Dialekt muss man sich durchkämpfen. ;)



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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

19.02.2015 um 10:19
emanon schrieb:wenn ich deinem Drängen nachgegeben und dich geheiratet hätte.
Ihr heiratet doch nicht?? Ich hatte mich schon auf eine Einladung gefreut. Ihr hättet mich doch eingeladen!?


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emanon
ehemaliges Mitglied

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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

19.02.2015 um 10:42
@kleinundgrün
Klar, ich wollte dich mit Champagner C 20 und Rehrücken D10 beköstigen bis zum abwinken.


Eigentlich wollte ich noch ein paar Schmankerl der Homöopathen ohne Schamgrenzen reinsetzt, bekomme aber immer nur "Interner Serverfehler". Hoffentlich nutzen sie die Auszeit um wenigsten die peinlichsten Ausrutscher von ihrer Seite zu entfernen.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

19.02.2015 um 13:23
@emanon

Wäre die Hochzeitsnacht auch homöopathisch verlaufen? :D
emanon schrieb:Hoffentlich nutzen sie die Auszeit um wenigsten die peinlichsten Ausrutscher von ihrer Seite zu entfernen.
Die peinlichsten Ausrutscher entfernen?
Du meinst also, dass sie ihre gesamte Seite löschen?
Das wäre schön.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

19.02.2015 um 20:17
@emanon
@kleinundgrün
cliffhanger ein
* werden sanan und emanon doch zueinander finden?
* muss kleinundgrün sich selbst mit c20 dope die kante geben
* wieso kann man rehrücken essen
oder wird das Kapital/die Weltverschwörung der Homöopathen/die Pharmalobby oder das fliegende Spaghettimonster das happy end verhindern?

demnächst in ihrem mysterychannel
cliffhanger aus

PS video kenne ich schon seit geraumer Zeit. Aber danke
und wie ich bereits sagte

"ramen"


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emanon
ehemaliges Mitglied

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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

19.02.2015 um 20:46
Na das passt ja.

Die alternative Medizin gilt als sicher, harmlos, frei von Nebenwirkungen. Viele halten sie für insgesamt besser vereinbar mit der Natur des Menschen. Dafür geben sie viel Geld aus.

Die Deutschen haben im Jahr 2013 beinahe eine halbe Milliarde Euro investiert – und zwar allein in Homöopathika. Zu dieser Summe kommen noch diejenigen Beträge hinzu, die für ayurvedische Produkte und Kräutermedikamente ausgegeben wurden, ebenso wie das Geld, das Chiropraktiker und Hypnotiseure in ihren Praxen umsetzten.

Mangelnde wissenschaftliche Beweise bei Naturheilverfahren

Das Problem ist: Die Anhänger der komplementären Heilverfahren irren sich. „Kaum eine alternative Behandlungsart kann sich auf ausreichend wissenschaftlich haltbare Belege berufen. Risiken und Nebenwirkungen haben sie dagegen sehr wohl“, sagt Edzard Ernst, emeritierter Professor für Alternativmedizin an der Universität Exter.

Ernst führte sein Forscherleben lang dutzende Metaanalysen und eigene Studien durch um herauszufinden, welche alternativen Heilmethoden welchen Nutzen bieten.

Gefahr für den Patienten sieht der Wissenschaftler auf mehreren Ebenen. „Die Behandlung an sich kann riskant sein“, erklärt er.

Viele Menschen etwa suchten Chiropraktiker auf in der Überzeugung, diese könnten ihnen besser helfen als Krankengymnasten.

Die Wahrheit ist: Eine zuverlässig wirksame Therapie gegen Rückenschmerzen ist noch nicht gefunden.

Physiotherapie hilft, Chiropraktik ebenfalls

Physiotherapie hilft leidlich gut, die Behandlung durch einen Chiropraktiker ebenfalls. „Allerdings verletzen Chiropraktiker ihre Patienten sehr viel häufiger als Physiotherapeuten. Sie manipulieren die Wirbelsäule. Im Halsbereich kann das die Vertebralarterie verletzen. Es existieren mehrere hundert dokumentierte Fälle, in denen dies einen Schlaganfall verursachte – in der schlimmsten Ausprägung mit Todesfolge.“
Die Natur ist neutral

In anderen Fällen ist nicht die Gefahr der Behandlung am größten, sagt Ernst, sondern die verschriebenen Medikamente bergen Gesundheitsrisiken.

Ayurveda und Naturheilkunde profitieren davon, dass die Schulmedizin vielen unnatürlich erscheint.

Sie wollen lieber Naturprodukte verwenden – im Glauben, was aus der Natur komme, sei per se gut. „Die Natur ist neutral. Es ist irrational zu glauben, sämtliche Pflanzen hätten sich entwickelt, um der menschlichen Gesundheit zu nutzen. Viele Pflanzen haben Gifte entwickelt, um Fressfeinde abzuwehren. Diese Gifte können auch Menschen schaden“, erläutert Ernst.

Schwermetalle in ayurvedischer Medizin

Zudem sind ayurvedische Heilmittel häufig mit Schwermetallen verseucht, fand eine Gruppe von Forschern 2003 heraus.

Die Wissenschaftler testeten 70 ayurvedische Medikamente. In jedem Zehnten fanden sie Arsen, im schlimmsten Fall überschritt die Menge den zulässigen Grenzwert um das 200-fache.

Ebenfalls jede zehnte Arznei enthielt Quecksilber, hier überschritt die Menge in einem Präparat den Grenzwert gar um das 1000-fache. Und zwei von zehn Produkten enthielten Blei – im schwersten Fall mehr als das 10.000-fache des empfohlenen Grenzwerts.“
http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/alternativmedizin/homoeopathie/heilkraft-der-psyche-2-so-gefaehrlich-sind-alt...


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

19.02.2015 um 21:14
emanon schrieb:Zu dieser Summe kommen noch diejenigen Beträge hinzu, die für ayurvedische Produkte und Kräutermedikamente ausgegeben wurden, ebenso wie das Geld, das Chiropraktiker und Hypnotiseure in ihren Praxen umsetzten.
Was fällt alles unter Kräutermedizin?
Auch Salben und Franzbranntwein?


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emanon
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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

19.02.2015 um 21:16
@Lepus
Keine Ahnung.
Übrigens, heut abend wird der Franzbranntwein ausnahmsweise mal zum Einreiben genutzt und nicht getrunken.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

19.02.2015 um 21:18
@emanon
Igitt, du reibst dich damit ein?!
Darauf muss ich einen Schluck nehmen...


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Micha007
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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

19.02.2015 um 21:20
@emanon
@Lepus
:bier: Prost


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

19.02.2015 um 21:21
@Micha007
Jawoll!
:bier:


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

19.02.2015 um 21:24
@Lepus
Lepus schrieb:Was fällt alles unter Kräutermedizin?
Auch Salben und Franzbranntwein?
Der Focus hat zur Begriffserklärung dorthin http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/alternativmedizin/kraeuter/die-heilkraft-der-natur-kleines-lexikon-der-heilpf...
verlinkt. Und da geht es um Phytopharmaka.
http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Phytopharmaka
Was das mit alternativer Medizin zu tun haben soll, das weiß der Geier (oder Focus)


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

20.02.2015 um 09:04
@Kurz offf Topic, aber zu Ehrenrettung chiropaktisch arbeitender Orthopäden: die genannten Nebenwirkungen treten bei veränderter Skelett Struktur der Wirbel Körper in der hws auf, die ein gewisser Anteil an Patienten mitbringt. Die sollten durch Bild gebende verfahren vor einer Behandlung ausgeschlossen werden - und wieder zum Topic:

War gerade auf der von @emanon empfohlenen Seite der ... ohne grenzen undfand aber jetzt nichts wirklich interessantes. Was stand da früher?
zu Ebola kommt gar nix, zu HIV nur Stärkung nur der immunabwehr, und das geht ja immer.

So und weil der thread sonst in süßer Einigkeit vor sich hin dümpelt-
Kann es sein, dass Heilpraktiker es bei manchen Menschen es besser schaffen compliance herzustellen?
*ganz schnell wegduck und wegrenn*


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emanon
ehemaliges Mitglied

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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

20.02.2015 um 10:06
Auch ein recht aktueller Artikel über Adolfs Hinterlassenschaft, das Heilpraktikerunwesen.
Viel Text, liesst sich aber recht flüssig.

Weißbrot gegen Krebs

Sie wähnen sich im Besitz exklusiven Wissens und überschreiten oft selbstbewusst ihre Befugnisse: Dabei kann man in Deutschland Heilpraktiker werden, ohne je einen Patienten gesehen zu haben. Erfahrungsbericht aus einer Heilpraktiker-Ausbildung.

Die Kanüle ist 20 Zentimeter lang. Eine junge Frau liegt auf einer Untersuchungsliege, sie hat den Unterbauch frei gemacht. Neben ihr sitzt ein Heilpraktiker. Er setzt die Kanüle auf der Bauchdecke der Patientin an und sticht Stück für Stück durch Haut- und Muskelschichten hindurch, bis er im sogenannten Douglas-Raum, einer Aussackung zwischen Uterus und Rektum, angelangt ist. Dort injiziert er ein Lokalanästhetikum. Die Patientin krallt sich während dieser Prozedur an der Liege fest und jammert kläglich. Aber sie nimmt diese Behandlung auf sich, schließlich erhofft sie sich davon Linderung ihrer Menstruationsbeschwerden.

Um die Untersuchungsliege stehen zehn Menschen unterschiedlichen Alters herum. Es sind Heilpraktiker-Anwärter, denen an diesem Tag eine Technik der Neuraltherapie demonstriert wird. Bei diesem wissenschaftlich nicht anerkannten Verfahren wird ein Lokalanästhetikum zur Beseitigung eines vermeintlichen Störfeldes gespritzt. Diese Szene spielte sich 2010 an einer Berliner Heilpraktikerschule ab. Sie war ein illegaler Akt.
Wer sich in Anatomie auskenne, der brauche kein Ultraschallgerät (Ärzte, die jahrelang studiert haben, im Gegensatz zu diesen Vögeln, nutzen es. Gerade erst wieder bei der OP meiner Mutter gesehen)

Bereits seit 2006 ist die invasive Neuraltherapie für Heilpraktiker nämlich verboten und nur noch Ärzten vorbehalten. Heilpraktiker dürfen seither lediglich "quaddeln", also das Betäubungsmittel unter die Haut spritzen. Jener Heilpraktiker hat folglich gesetzeswidrig und fahrlässig gehandelt. Leicht hätte er ein größeres Gefäß oder ein Organ verletzen können - mit lebensbedrohlichen Folgen.

Einer der Studenten wies darauf hin, dass derartige Eingriffe nur Ärzten gestattet seien und unter Ultraschall-Kontrolle durchgeführt werden sollten. Daraufhin pfiff der Heilpraktiker auf die Ärzteschaft und hielt entgegen, wer sich in Anatomie auskenne, bräuchte kein Ultraschallgerät. Weitere Nachfragen gab es nicht, auch schien sonst keiner der Studenten die Situation bedenklich zu finden. Vielleicht, weil solche Situationen zum Alltag an dieser Heilpraktikerschule gehörten.

Dass viele Heilpraktiker ziemlich selbstbewusst ihre Befugnisse übertreten, erlebte ich vor einigen Jahren während einer Heilpraktiker-Ausbildung. Immer wieder kam es zu grotesken Situationen, die mich bereits damals dem Heilpraktikerwesen entfremdeten. So wurden Studenten esoterisch indoktriniert und Verschwörungstheorien verbreitet. Ganz massiv wurde in den Seminaren Impfangst geschürt. (Der Erfolg solcher Eselei lässt sich gerade wieder beobachten)

Es wurde stets behauptet, Heilpraktiker verfügten über Wahrheiten, vor denen die meisten Menschen die Augen verschlössen. Daher sei es auch die Aufgabe von Heilpraktikern, aufklärerisch tätig zu sein. Die Folgen dieses esoterischen Missionierungseifers sind inzwischen deutlich zu spüren. Gerade in der gut situierten Mittelschicht, wo viele auf alternativmedizinische Angebote schwören, kursieren die abenteuerlichsten Mythen.

Oftmals sind es Heilpraktiker, die ihren Patienten von Impfungen oder anderen medizinisch sinnvollen Therapien abraten. Was jedoch die wenigsten wissen: Heilpraktiker ist nicht mal ein anerkannter Ausbildungsberuf wie Bäcker oder Kinderpfleger - und dies ist ein Erbe des Nationalsozialismus. Die einzige Legitimation ist das Heilpraktiker-Gesetz von 1939. 
Es regelt nicht etwa Ausbildung und Ausübung des Heilpraktiker-Berufes, sondern untersagt lediglich die Ausübung der Heilkunde ohne staatliche Zulassung und listet entsprechende Straftatbestände auf. (Noch doller ist es bei den Homöopathen. Jeder Heckenpenner darf sich Homöopath schimpfen und seine Inkompetenz am lebenden Menschen erproben. Eine Prüfung oder gar Ausbildung ist nicht vorgeschrieben.)

Auch die Bundesrepublik Deutschland hat es verpasst, diesen Beruf gesetzlich zu definieren. Daher gibt es bislang keine Rechtsverordnung und kein Standesrecht. Es existiert zwar eine Berufsordnung, die ist aber nicht rechtlich bindend. Ebenso fehlt eine Ausbildungsordnung, die Inhalt und Ziele der Ausbildung regeln würde. Heilpraktiker-Anwärter benötigen weder einen Eignungsnachweis noch ein absolviertes Praktikum. Man kann Heilpraktiker werden, ohne je einem Ausbilder, geschweige denn einem Patienten persönlich begegnet zu sein. Eine solch laxe Praxis wäre in anderen Gesundheitsberufen undenkbar.

Da verwundert es kaum, dass in einem derartigen Milieu Gesetze und Sorgfaltspflichten schnell vernachlässigt werden. So dehnte einer meiner Ausbilder an der Heilpraktikerschule seine chiropraktischen Eingriffe stets auf die Halswirbelsäule aus, was Nicht-Medizinern verboten ist. Zu groß ist die Gefahr, dass eine Arterie verletzt und dadurch zum Beispiel ein Schlaganfall ausgelöst wird.(oder eine Lähmung http://www.rbb-online.de/kontraste/ueber_den_tag_hinaus/gesundheit/der_riskante_ruck.html )

Tatsächlich gingen die naturheilkundlichen Behandlungen während der Ausbildung nicht immer glimpflich aus. Bei einer weiteren Patientin in der Heilpraktikerschule wollte ein Dozent "sanft und nebenwirkungsfrei" die Krampfadern zum Verschwinden bringen. Dazu injizierte er "rein biologische" Kochsalzlösung in die Unterschenkelvenen. Die Folge: ein Ulcus cruris, umgangssprachlich auch als "offenes Bein" bezeichnet. Diese Art Wunde gilt als schwer therapierbar, oft ist eine Hauttransplantation nötig, im schlimmsten Fall die Amputation des Beines.
( Da sch..ss ich auf Compliance ect.)

Die Liste an denkwürdigen Lektionen ließe sich endlos fortsetzen. So behauptete der Homöopathie-Dozent, mittels Globuli ließe sich sogar Tollwut heilen und ein kindlicher Diabetes könne kuriert werden, wenn statt vorschnellen Insulingaben Globuli verabreicht würden. (Herr, wirf Hirn vom Himmel, es darf auch gerne etwas mehr sein) Der Kinesiologie-Dozent bescheinigte einer Nuss-Allergikerin, ihre Allergie sei nach einer einzigen Sitzung "gelöscht" und sie könne nun unbesorgt Erdnüsse essen (Mit solchen, völlig hanebüchenen Versprechungen, ist es leicht Compliance bei Verzweifelten zu generieren, keine Frage. Für wie seriös hältst du das @sanan ?). Der Ernährungstherapeut riet Krebspatienten von der Chemotherapie ab und empfahl stattdessen eine spezielle Weißbrotdiät (Stichwort "den Krebs aushungern"). (Frage an Radio Eriwan: Muss man überschaubar gebildet sein um auf Heilpraktiker und Homöopathen reinzufallen? Antwort von Radio Erwan: Nichts zwingend, aber es erleichtert es ungemein.)

Die Kinder-Heilpraktikerin hielt eine flammende Rede gegen Impfungen und fuhr dabei alles an Argumenten auf, was das verschwörungstheoretische Repertoire hergibt. ADHS und Autismus, behauptete sie, sei gut mit Bachblüten beizukommen (OMG). Und Männer, die Probleme mit Frauen haben, sollten aus der Plazenta gewonnene Globuli zu sich nehmen, um wieder mit dem mütterlichen Urvertrauen in Kontakt zu kommen.

Bei einem ängstlichen Kind solle man einen sogenannten Orgonstrahler auf ein Foto des Kindes richten. Dieses Gerät stammt aus der pseudowissenschaftlichen Energielehre von Wilhelm Reich. Die so übertragene Energie könne das Kind quasi nebenbei heilen. Letztlich aber sollten Eltern erkrankter Kinder bei sich selbst anfangen und mittels einer Familienaufstellung die Schatten der Herkunft aufdecken, denn diese würden auf das Kind fallen und dessen Gesundheit beeinträchtigen. Da wissenschaftliche Nachweise über entsprechende Wirkungen fehlen, erzählten die Dozenten die immer gleichen Anekdoten über vermeintliche Wunderheilungen.


Fast jeder kann Heilpraktiker werden. Die Eintrittshürde für diesen Beruf ist sensationell niedrig; verlangt werden lediglich der Hauptschulabschluss und ein Führungszeugnis.(Homöopath kann jeder werden, ich glaube die benötigen noch nicht mal ein polizeiliches Führungszeugnis: Ausbildung? Nicht vorgeschrieben: Prüfung? Warum, am Ende fällt man noch durch) Um die Zulassung als Heilpraktiker zu erlangen, genügt das Bestehen einer amtsärztlichen Überprüfung, die sich aus einem Multiple-Choice-Test und einer mündlichen Prüfung zusammensetzt. In der Überprüfung werden rein schulmedizinische Fakten abgefragt. Damit soll sichergestellt werden, dass der Heilpraktiker-Anwärter "keine Gefahr für die Volksgesundheit" darstellt, wie es im Heilpraktiker-Gesetz von 1939 heißt.

Die Prüfung hat den Ruf, durchaus verstrickte Fragen zu stellen. Und tatsächlich fallen regelmäßig bis zu 80 Prozent der Prüflinge durch. Wer es geschafft hat, beweist trotzdem nur, dass er gut lernen kann, nicht aber, dass er das Zeug zum Heilbehandler hat, da die praktischen Fähigkeiten nicht kontrolliert werden. Zudem entscheidet man ganz allein, wie man an das Prüfungswissen gelangt, ob per Selbststudium oder an einer Schule.

Die amtsärztliche Überprüfung gewährt immerhin schulmedizinische Grundkenntnisse. Wirklich dubios wird es, wenn es um die naturheilkundliche Qualifizierung geht. Diese wird von keiner staatlichen Stelle überprüft. Es gibt keine einheitliche Zertifizierungs-Regelung. Ganz im Gegenteil gibt es unüberschaubar viele vermeintliche Diplome und Zertifikate für Behandlungsansätze wie Auratherapie, Bioresonanztherapie, Craniosakral-therapie, Eigenblutbehandlung, Familienaufstellung, Geistheilung, Homöopathie, Irisdiagnostik, Reinkarnationstherapie, Magnetfeldtherapie, Zelltherapie und circa hundert weitere, kaum belegte naturheilkundliche Therapien.

Von einer fundierten medizinischen Ausbildung kann bei Heilpraktikern keine Rede sein. Während in Österreich Heilpraktiker verboten sind, dürfen sie in Deutschland ziemlich viel. Es ist ihnen gestattet, alles Mögliche mit Blut anzustellen, unter anderem Aderlass, Eigenbluttherapie, Blutegeltherapie. Sie dürfen Injektionen setzen. Sie dürfen mit allerlei Gasen wie Sauerstoff, Kohlenstoffdioxid und Ozon hantieren und sie in alle Körperöffnungen einführen ("vaginale und anale Insufflation") oder Blut damit anreichern. Heilpraktiker dürfen ferner offene Wunden, Knochenbrüche, Blinddarmentzündungen, Krebs und viele andere schwerwiegende Verletzungen und Krankheiten behandeln.

Der Haken: Heilpraktiker müssen nirgendwo nachweisen, dass sie diese Techniken auch beherrschen. (niemand käme auf die Idee die Bremsen seines Autos von einem Laien reparieren zu lassen, aber beim eigenen Körper sind die Menschen anscheined erheblich risikofreudiger. Muss man das verstehen?

Bislang gibt es keine gesetzliche Grundlage, die eine Ausbildung in Injektionstechniken und anderen invasiven Verfahren sicherstellen würde. Lediglich bei Infektionskrankheiten sind ihnen gesetzliche Grenzen gesetzt.

Der Dachverband Deutscher Heilpraktikerverbände e. V. nimmt keine Stellung zu Ausbildungsfragen und verweist an die Landesverbände. Arne Krüger, Landesvorsitzender für Berlin beim Fachverband Deutscher Heilpraktiker e. V., bedauert etwaige Missstände: "Ich appelliere stets an Ethos und Verantwortlichkeit, die unseren Beruf auszeichnen. Das Einhalten der Richtlinien, insbesondere der Hygiene-Vorschriften haben während der Ausbildung höchste Priorität."( Das wurde im Artikel ja mehr als deutlich :D ) Frank Herfurth, Vorstand beim Verband Unabhängiger Heilpraktiker e. V., nimmt die Verbände aus der Pflicht: "Wir sind nicht verantwortlich für das, was an den Schulen geschieht." (Nehmen aber gerne die Beiträge und erlauben den Mitgliedern sich mit derMitgliedschaft Werbung zu machen^^)

Dass sich in naher Zukunft etwas an der zweifelhaften Ausbildungssituation ändern wird, ist nicht zu erwarten. Eine Petition aus dem Jahr 2012, die eine Verschärfung der Zulassungsvoraussetzungen für den Beruf des Heilpraktikers forderte, wurde zwar vom Bundesministerium für Gesundheit angenommen. Aber mehr als die Einsicht in die Notwendigkeit zu einer "intensiven, auch öffentlichen Diskussion", wie es aus dem Ministerium hieß, gibt es bislang nicht.

In der Tat hat diese Frage gesellschaftliche Relevanz. Viele Patienten fühlen sich von Ärzten nicht ernst genommen und abgefertigt. Heilpraktiker bieten einfach mehr Zeit und Empathie, aber auch jede Menge Irrationalismus und voraufklärerisches Denken.
http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/alternativmedizin-weissbrot-gegen-krebs-1.2349722
Hervorhebungen durch mich, die in Klammern gesetzten Passagen geben lediglich meine Meinung wieder.


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kore
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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

20.02.2015 um 10:21
Die Kinder-Heilpraktikerin hielt eine flammende Rede gegen Impfungen und fuhr dabei alles an Argumenten auf, was das verschwörungstheoretische Repertoire hergibt. ADHS und Autismus, behauptete sie, sei gut mit Bachblüten beizukommen (OMG). Und Männer, die Probleme mit Frauen haben, sollten aus der Plazenta gewonnene Globuli zu sich nehmen, um wieder mit dem mütterlichen Urvertrauen in Kontakt zu kommen.
Zuerst möchte ich als meine Meinung nennen, daß ich Heilpraktikern und Homöopathen nur dann traue, wenn sie die klassische Medizin ebenso studierten und sich als niedergelassene Mediziner ausweisen dürfen.
Das ist dann auch nicht so selten und mir persönlich lieber, als ein Mediziner der ohne eine solche Zusatzausbildung, gleich Gebühren verlangte, nur damit man einen dringenden Termin überhaupt wahrnehmen darf, vor bzw. mit den Privatversicherten....Da sind die sogenannten Geldschneider doch ehrlicher....
Zum Thema: wer hier als Mediziner das Thema ADHS oder Autismus anschneidet der kann auch sachlich argumentieren, wer solche Kenntnisse nicht hat, der behandelt das Thema in Hinsicht auf die Betroffenen ohne jedes Verantwortungsgefühl....
Man muß aber kein Mediziner sein, um zu wissen, daß es in Deutschland einen Impfzwang nicht gibt, sich diese Diskussion also erübrigt.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

20.02.2015 um 10:24
@emanon
und jetzt bin ich wieder bei meiner Frage, was bringt (in der Regel durchschnittlich gebildete Menschen, denn nur die könnens sich leisten) dazu, eine Wirksamkeit zu unterstellen und auch zu verspüren?
Ganz ohne positive Rückkopplung macht das doch keiner, denke ich.
Ist sicher sehr vielschichtig , aber was meint ihr?


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Micha007
ehemaliges Mitglied

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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

20.02.2015 um 10:25
@kore
kore schrieb:Man muß aber kein Mediziner sein, um zu wissen, daß es in Deutschland einen Impfzwang nicht gibt, sich diese Diskussion also erübrigt.
Stimmt, denn in dieser Diskusion geht es auch gar nicht um Impfungen.


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Micha007
ehemaliges Mitglied

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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

20.02.2015 um 10:32
@sanan
sanan schrieb:Ganz ohne positive Rückkopplung macht das doch keiner, denke ich.
Der ganze Mechanismus rund um den Placeboeffekt, findet unbewußt statt. Du selbst hast (bewußt) keinen Einfluß auf irgendwelche Rückkopplungen, da diese ja unmerklich ablaufen.

Soll heißen, Du mußt nicht bewußt an einen Placeboeffekt glauben, damit er eintritt, sondern das ganze läuft in Deinem Unterbewußtsein ab. Du selbst merkst davon aber nichts.


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emanon
ehemaliges Mitglied

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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

20.02.2015 um 10:35
@sanan
sanan schrieb:und jetzt bin ich wieder bei meiner Frage, was bringt (in der Regel durchschnittlich gebildete Menschen, denn nur die könnens sich leisten) dazu, eine Wirksamkeit zu unterstellen und auch zu verspüren?
Ganz ohne positive Rückkopplung macht das doch keiner, denke ich.
Du bist doch selbst das beste Beispiel, wozu benötigst du weitere? :D

Das Problem, wenn man es so nennen möchte, ist doch, dass auch
sanan schrieb:...durchschnittlich gebildete Menschen...
wenig Ahnung von naturwissenschaftlicher Vorgehensweise haben und nur allzu leicht auf esoterischen Bläh reinfallen.
Das ist ein Eintopf aus Synchronizität, confirmation bias und Dunning-Kruger-Effekt und es finden sich immer noch genug, die ihn auslöffeln wollen. :D


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

20.02.2015 um 10:46
@sanan
Das ist eine berechtigte Frage, mit der sich auch deutlich qualifiziertere Menschen schon viele Jahre herumplagen.
Die Antwort lautet: eine einfache Antwort gibt es nicht. Die Gründe sind mannigfaltig. Enttäuschung, (scheinbar) schlechte Erfahrungen vs (scheinbar) gute Erfahrungen, Wunschdenken, Realitätsflucht, Faktenimmunität, (allzu menschliche) Beruteilungs- und Wahrnehmungsfehler, (ebenso allzu menschliche) Fehlschlüsse, Unkenntnis, PR-Opfer, Modeerscheinung, Hysterie, Familientradition, Irrationalität, Fortschrittsfeindlichkeit, überbordete Skepsis gegenüber Unbekanntem und Unverstandenem... such dir was aus. Meist ist es ein bunter Mix.


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