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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

15.032 Beiträge, Schlüsselwörter: Homöopathie, Psiram, Schulmedizin, Globuli, Homö-bashing, Natalie Grams
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie
Rho-ny-theta
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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

12.03.2015 um 00:15
@off-peak
off-peak schrieb:Wie Andere nach ihm diese Theorie weiter entwickeln, ändert nichts an der Reihenfolge "Beobachtung eines Phänomens - These - Datensammeln (Empirie) [das kann auch andersrum oder wiederholend sein] - Auswerten der Daten (Verifizierung bzw Falsifizierung) - Theorie". Diese Schritte muss jede einzelne Überlegung durchlaufen, bevor man eine These als Theorie ansehen kann.

Von daher ist die Theorie stets das Ergebnis einer kausalen Kette.

Eine Theorie kann natürlich erweitert oder sogar irgendwann einmal teilweise oder sogar gänzlich widerlegt werden, je nachdem, welche neuen Daten dazukommen. Aber auch hier gilt: die Theorie ist das Ergebnis des Denk- und Prüfprozesses, nicht der Anfang.

Das gilt jeweils immer für jede Überlegung, auch wenn so eine neue Überlegung aus einer alten Theorie hervorgeht, bleibt diese neue Überlegung solange eine These, bis sie sich als wahr, oder zumindest nicht als falsch, heraus stellt. Dann darf sie sich wieder (zb spezielle) Theorie nennen.
Das stimmt so einfach nicht, sorry, ab und zu kommt man nämlich durch mathematische Beschreibungen beobachteter Vorgänge zu Folgerungen über Dinge, die man vorher noch nie beobachtet hat - dann geht die Theorie der Empirie vorraus.

Beispiele sind unter anderem die dunkle Materie, Hawking-Strahlung, Gravitationswellen, das Higgs-Boson und die Existenz diverser Monde in unserem Sonnensystem.


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12.03.2015 um 00:16
@wuec,

PS (Korrekturzeit ist abgelaufen, daher ein zweiter Post).

Deine Grafik mag erläutern, wie aus einer allgemeinen Theorie eine spezielle werden kann, aber nicht, wie aus einer Beobachtung über eine These eine Theorie entsteht. Und meine Ausführungen beziehen sich nur auf Letzteres.


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Rho-ny-theta
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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

12.03.2015 um 00:20
@off-peak

Es gibt auch noch andere Wege zur Theorie als über Beobachtung-These->Experiment<->Theorie.

Man kann zum Beispiel auch komplett ohne Beobachtungen bei Axiomen starten und dann daraus Theorien ableiten.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

12.03.2015 um 00:21
@Rho-ny-theta
Rho-ny-theta schrieb:Mittlerweile nur noch Psycho, ich sag nur "Mein Studentenmädchen". Hamer ist nicht mehr gefährlich, seine Epigonen, die seine Ansichten um den offensichtlichen Antisemitismus bereinigt haben, schon eher.
Krass.. Psiram gibt da eine Menge her. DEM rennen die bildungsfernen, allesamt stramm germanischen Esos also hinterher? Traurig. Das es anscheinend nicht wenige Menschen sind, die sich aufgrund dieser "Medizin" aus dem Genpool katapultieren wollen, ist bedauerlich. Arme Teufel. Sie alle, sollten sie, aufgrund einer zukünftigen, tödlichen Krankheit und deren "germanischer" Behandlung auf dem Sterbebett liegen, werden Hamer verfluchen.

Tragisch, dass Deutschland anscheinend schon so Bildungsfern ist, dass erst Wellen um Wellen von Anhängern dieser "Medizin" elendig verrecken müssen, bevor sich überhaupt mal Angehörige zu Wort melden. Aber es ist wahrscheinlich wie immer das Gleiche. Die Scham zuzugeben, einem Scharlatan vertraut zu haben, Vorwürfe aus dem Bekanntenkreis, usw. Da war doch letztens was in den Nachrichten, dass ein Elternpaar auf der Anklagebank saß, weil es seinem Kind lebenswichtige Medikamente verweigert hat und dieses gestorben ist? War doch auch was mit "Neuer germanischer Medizin", oder irre ich mich da? Sry, hab den Vorfall nur Beiläufig mitbekommen.

Diese Eltern haben da kleinlaut auf der Anklagebank gesessen und bitter geweint, zurecht, um ihr Kind. Würde mich mal interessieren, wie da die Reaktionen aus der "Szene" waren.

Um nicht ganz OT zu werden: Die "Schulmedizin" hat ihre Daseinsberechtigung aus ihrer Wirksamkeit, verdammt noch mal. Natürlich wird nicht jeder gesund, der an einer schweren Krankheit leidet und gängig behandelt wird, aber: Viele viele mehr werden dadurch gesund, als es durch irgendwelchen pseudomedizinischen Mist jemals möglich wäre.

Ich denke nur an die Ausrottung der Pocken. Ein Meilenstein. Die verfluchte Homöopathie behauptet allerdings noch viel viel revolutionäreres, nämlich den Stein der Weisen gegen jede Krankheit gefunden zu haben. Warum dann nicht als Feldversuch, meinetwegen gegen Schnupfen, weitflächig Globuli zu verteilen (Gepresste Zuckerkugeln kosten einen Scheiß im Gegensatz zu richtigen Medikamenten. Da wo das Zeug herkommt wenn überhaubt ein paar Euro pro m³). Oder gegen Aids oder Krebs. Großflächig an die Bevölkerung verteilt, durch alle Befürworter. Dann aber auch bitte kollektiv haften, wenn es wider Erwarten doch zu neuen Krankheitsausbrüchen kommt.

Ne. Zum kotzen, wohin ein paar Betrüger und Scharlatane einen nicht kleinen Anteil der Bevölkerung gebracht haben.


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Rho-ny-theta
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12.03.2015 um 00:22
@mightyrover
mightyrover schrieb:Warum dann nicht als Feldversuch, meinetwegen gegen Schnupfen, weitflächig Globuli zu verteilen (Gepresste Zuckerkugeln kosten einen Scheiß im Gegensatz zu richtigen Medikamenten. Da wo das Zeug herkommt wenn überhaubt ein paar Euro pro m³). Oder gegen Aids oder Krebs. Großflächig an die Bevölkerung verteilt, durch alle Befürworter.
Du kennst offensichtlich die Homöopathen ohne Grenzen nicht...


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

12.03.2015 um 00:26
@Rho-ny-theta
Rho-ny-theta schrieb:Du kennst offensichtlich die Homöopathen ohne Grenzen nicht...
Gibt es da irgendwelche harten Fakten?

Ich bin mal so frei und antworte mir an deiner Stelle selbst: Natürlich nicht!
War das nicht so ein Menschenversuch, wo diese Pillendreher mit ihren Zuckerkugeln Malaria heilen wollten?
Widerlich. Diese Menschen sollte man vor Gericht bringen und ihnen jegliche medizinische Betätigung verbieten, sofern sie jemals dazu befugt waren (was ich nicht glaube. Passt ins Schema dieser Heuchler).


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

12.03.2015 um 00:27
hmm...



und nun legt das mal um
@Rho-ny-theta
@off-peak
auf das was @wuec mir heute geschrieben hat .... zum Thema
wuec schrieb:
Wir können beide Richtungen marschieren. Von der Theorie zur Empirie und umgedreht. Wenn man aber weder das eine noch das andere hat, dann hat mal halt verflixt wenig - um nicht zu sagen gar nichts.
Der 'Beweis' ließe sich am einfachsten über den Nachweis der Wirkung führen. Das ist sowieso der wesentlichste Punkt, denn es stellt sich die grundsätzliche Frage wie man denn auf die Idee kommt, dass da eine spezifische Wirkung sein könnte, wenn diese Wirkung sich 'lustigerweise' vor uns verbirgt.
@wuec
Ich wusste dir gefällt das zitat :)


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Rho-ny-theta
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12.03.2015 um 00:28
@mightyrover
mightyrover schrieb:War das nicht so ein Menschenversuch, wo diese Pillendreher mit ihren Zuckerkugeln Malaria heilen wollten?
War? Das ist noch. Und nicht nur Malaria, aktuell auch Ebola.

@froulein

Homöopathie hat keine Axiome, keine Theorie und bei der Empirie fahren sie Special Pleading.


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12.03.2015 um 00:31
@Rho-ny-theta
Rho-ny-theta schrieb:War? Das ist noch. Und nicht nur Malaria, aktuell auch Ebola.
Da dreht sich mir der Magen um. Menschenversuche sind das, meiner Meinung nach. Menschenversuche, bei denen die Nichtwirksamkeit eines "Medikaments" erprobt wird. Bah. Gibt es Heilungen von Ebola durch den Placebo-Effekt? Denke ja mal nein. Ebenso könnte man Leberzirrhose durch Placeboeffekte heilen. So "menschenfreundlich" sind diese Bildungsbenachteiligten. Könnte kotzen.
Hast du mal nen Link?


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Rho-ny-theta
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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

12.03.2015 um 00:38
@Rho-ny-theta
Rho-ny-theta schrieb: ab und zu kommt man nämlich durch mathematische Beschreibungen beobachteter Vorgänge zu Folgerungen über Dinge, die man vorher noch nie beobachtet hat - dann geht die Theorie der Empirie vorraus.
In dem Fall ist die mathematische Beschreibung noch nicht die Therorie, sondern nur ein Bestandteil des empirischen und hypothetischen Prozesses. Der in der Folge dann die These verändert, aber nicht die Theorie. Denn die ist ja noch nicht fertig.

Denn solange nicht alle Beobachtungen von allen bekannten Seiten durchleuchtet worden sind, und die mathematische ist nur eine solcher Prüfungen, solange ist jede Überlegung zu einem Phänomen nur These. Erst wenn alle Überprüfungen die These nicht falsifizieren, dann ist erst die Theorie fertig.

Sollte eine mathematische Überprüfung erst nach einer bisher als fertig geltenden Theorie ergeben, dass es dennoch andere Folgerungen gäbe, so ist das nur der Beweis dafür, dass die Theorie bis dahin eben Fehler enthielt, die bisher nicht ins Gewicht fielen. In dem Fall wird die alte Theorie als falsch erkannt und ersetzt. Oder sie wird als teilweise nicht richtig erkannt und korrigiert.

Dieses im Nachhinein feststellen, dass eine Therorie eben doch nicht "alles" erklärt, macht nun die Theorie selbst zum beobachteten Phänomen. Ja, auch eine Theorie kann als Ausgangspunkt zu weiteren Überlegungen führen, stimmt. Aber das ändert nichts am Prinzip oder der kausalen Kette.
Denn in dem Fall steht dann eben die Theorie selbst als Phänoimen oder Beobachtung am Anfang einer Überprüfungskette und der Prozess beginnt von vorne: Beobachtung (eben, Therorie stimmt doch nicht ganz) - These (Korrektur der alten Theorie) - Empirie - (neue oder spezielle) Theorie.

Das kommt vor, denn eine Theorie ist nur so gut, wie die empirische Arbeit, die vorher gesammelten Daten, zulassen. Ändert aber, wie erwähnt, nichts an der prinzipiellen Vorgansweise und der Tatsache, dass die (neue) Theorie (als Theorie) am Ende des Entwicklungsprozesses steht.

Außerdem sind Theorien niemals feststehende, dogmatische "Wahrheiten", sondern dürfen natürlich selbst ebenfalls beobachtet werden oder zu neuen Thesen inspirieren.


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Rho-ny-theta
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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

12.03.2015 um 00:40
@off-peak
off-peak schrieb:In dem Fall ist die mathematische Beschreibung noch nicht die Therorie, sondern nur ein Bestandteil des empirischen und hypothetischen Prozesses. Der in der Folge dann die These verändert, aber nicht die Theorie. Denn die ist ja noch nicht fertig.
Eine Theorie ist dann "fertig", wenn sie alle bisherigen Beobachtungen erklärt - weitere Folgerungen aus dieser Theorie dienen zur Falsifizierung bzw. deren Versuch.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

12.03.2015 um 00:52
@Rho-ny-theta
Gut zu lesen, dass deren Menschenversuche von der Regierung der jeweiligen Länder Einhalt geboten wurde.

Lese auch gerade weiter. Furchtbar:

http://ariplex.com/folia/archives/833.htm

Wobei ich nicht weiß, für wie voll man diesen Link nehmen kann, aber da betreiben anscheinend eine Menge Menschen einiges, um die für diese Feldversuche Verantwortlichen zur Verantwortung zu ziehen. Zumindest wird davor gewarnt, sich einigen Personen zu nähern, da diese "durch laienhaften Umgang mit Erkrankten" bei Rückkehr in ihre Heimatländer durch mögliche Ansteckung am "Einsatzort" eine Gefahr darstellen. Auch wird berichtet, diese Scharlatane nähmen von lokalen Hilfstrupps dringend benötigte Hilfsmittel wie Schutzanzüge, Handschuhe und andere Mittel überdurchschnittlich oft in Beanspruchung. Wobei diese dann woanders fehlen. Soso. Doch nicht so ganz überzeugt? Sonst könnte man sich doch einfach ein paar Globuli verpassen, dann hat die Krankheit keine Chance mehr.

Solche Blüten treibt dieser Scheiß mittlerweile. Na jedenfalls: Diese "homöopatischen Ärzte" in Afrika wird man hoffentlich fassen und vor ein Gericht stellen. Da sind sicherlich einige Menschen aufgrund Heilsversprechungen gestorben. Naja. Braunesoterik at its best. War ja "nur in Afrika", wa? Kotz.


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Rho-ny-theta
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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

12.03.2015 um 00:53
@mightyrover
mightyrover schrieb:Auch wird berichtet, diese Scharlatane nähmen von lokalen Hilfstrupps dringend benötigte Hilfsmittel wie Schutzanzüge, Handschuhe und andere Mittel überdurchschnittlich oft in Beanspruchung. Wobei diese dann woanders fehlen.
Das ist übrigens allgemein ein Problem bei unqualifizierten Helfern - hatte man hierzulande bei diversen Fluten auch.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

12.03.2015 um 00:55
@Rho-ny-theta
Lies dir mal meinen Link durch, da wird dir schlecht
Wie gesagt, kann ich nicht wirklich einschätzen, aber durch Quellenangaben usw. ist diese vom Layout komische Seite anscheinend nicht so weit hergeholt wie Schüttlungsmechanismen und Potenzierung.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

12.03.2015 um 09:46
@froulein
Beitrag von froulein, Seite 461
Ich will das noch mal kurz aufgreifen, dann ist aber von meiner Seite diesbezüglich Siesta.
Wir unterscheiden allgemein zwischen deduktivem und induktivem Vorgehen. Je nach phil Schulen unterscheidet sich das etwas, tut hier aber nichts zur Sache. Der Umstand, dass manche 'Leermeister' die Wörtchen 'speziell' und 'allgemein' in meinem Schaubildchen nicht verstehen und in geradezu weltmeisterlicher Präzision fehlinterpretieren, spricht Bände und zeigt, dass man solche Themen bestenfalls nur streifen sollte, denn es hat eh nicht viel Sinn.

Die Deduktion ist der Schluss vom Allgemeinen hin zum Besonderen. Unter dem Allgemeinen versteht man hierbei die Theorie , die neben ein paar hier nicht wichtigen Merkmalen stets allgemeingültigen Charakter hat. Das Besondere bzw Spezielle ist ein bestimmter Anwendungs- oder Einzelfall. Man leitet also von einer Regel ab.

Alle Menschen sterben. (Regel)
Paul ist ein Mensch. (Fall)
Paul wird sterben (Konklusion)

Für uns bedeutet das, dass wir von einer allgemeinen Theorie spezielle Vorhersagen ableiten können, die wir empirisch prüfen. (das wir streng genommen Hypothesen ableiten tut nichts zur Sache und stiftet nur Verwirrung)

Wo gab's das schon mal?
Lies dazu die Entstehung der Relativitätstheorie. Die Theorie stand lange vor der Emiprie, auch wenn das manche hier nicht wahrhaben wollen. Oder nimm den Higgs-Mechanismus. Die Theorie wurde schon in den 60ern entwickelt und wurde erst vor wenigen Jahren empirisch nachgewiesen.
In der Mathematik und theoretischen Physik ist es völlig normal Theorien zu entwickeln, ohne entsprechendes empirisches Datenmaterial zu haben.

Die Induktion funktioniert anders herum. Apfel fällt, daraus entstand Newtons Gravitationstheorie. Kennt im Prinzip jeder (und betreibt im erweitertem Sinne auch jeder), muss hier nicht weiter erklärt werden.
Jetzt gibt es von Kant über Hume bis Popper (und viele andere) einige teilweise unterschiedliche Lehren. Das soll uns hier aber nicht weiter kratzen, denn das führt zu nichts.

Wissen sollte man nur, dass im Wissenschaftsbetrieb heutzutage der poppersche kritische Rationalismus, der den rein deduktiven Erkenntnisweg favorisiert (was hier wohl gewiss wieder zu Schnappatmung führen wird), üblich ist.
Strenge Rationalisten (zB die gwup im deutschsprachigen Raum) sagen sogar: Keine Empirie ohne Theorie.
Darüber kann man nun streiten, denn das könnte man derart interpretieren, dass Induktion unzulässig wäre und das wäre eine dogmatische (und damit unwissenschaftliche) Sichtweise. Man kann das aber auch im kant'schen Sinne interpretieren und sagen:
Theorie ohne Empirie ist leer, Empirie ohne Theorie ist blind.
Soll bedeuten, dass das Eine ohne das Andere immer nur etwas Unausgegorenes ist und man zum Erlangen einer Erkenntnis nachlegen muss.

Jetzt müsste ich noch ein paar Worte über Theorien an sich verlieren, aber das spare ich mir, denn das würde zu weit führen und verweise stattdessen auf ein paar Lesetips.

Induktion-Deduktion
http://userwikis.fu-berlin.de/display/sozkultanthro/deduktiv-induktiv
http://www.philolex.de/indudedu.htm

Wissenschaftlicher Erkenntnisweg
http://www2.hs-fulda.de/fb/sw/profs/weber/wiss1.html

Kant Empirismus und Rationalismus
http://philosophie.podspot.de/post/untitled/

und zuletzt Bartoschek zum Thema Homöopathie und Scientabilität
http://www.sebastian-bartoschek.de/cms/topics/scientabilitaet---eine-gegenrede.php

Das sollte genügen und muss es auch.
Ich hoffe, dieser kleine Exkurs ist halbwegs verständlich und nachvollziehbar. Die Links sollten etwaige Nachfragen beantworten können (notfalls per PN, hier werde ich keine Stellung mehr beziehen. Putzteufel FF wird mir das vielleicht eh löschen, dann hab ich den Salat) und wir sollten hier einfach den Deckel drauf machen, sonst haben wir hier bald eine Metadiskussion über Metadiskussionen (finden manche ja besser als Sex).
Weiteres zur Wissenschaft- und Erkenntnistheorie findest du in der Rubrik Philosophie. Aber nur wenn du nen starken Magen und noch stärkere Nerven hast. Die halten Magengrummeln nämlich für formale Logik. Aber egal.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

12.03.2015 um 10:23
@froulein
Und jetzt noch schnell den Schwenk zum Thema.
Der kleine Exkurs diente lediglich dazu, aufzuzeigen, dass es unterschiedliche Wege gibt Das war meine ursprüngliche Aussage, die ich deiner Forderung, die Homöos sollten sich auf die Wirkungsweise (das wäre die dahinterstehende Regel, sprich die Theorie) konzentrieren, entgegenstellte.

Warum?
Weil sie 150 Jahre nichts auf die Reihe gebracht haben. Zwischenzeitlich (also nach Hahnemann) von Naturgesetzen widerlegt wurden, inzwischen sogar von Homöopathen widerlegt wurden (vgl. Edzard Ernst oder Donner-Report), sich selbst ständig widerlegen...
Die haben auf der Habenseite nichts, oder noch weniger als das.

Wenn Du nun also sagen würdest, die sollten irgendwas nachweisen, dann ginge das am einfachsten über die angebliche Wirkung. Denn um die geht es ja schließlich. Ohne Wirkung ist das alles reinste Makulatur.

Was aber wichtiger ist: wo eine Wirkung ist, kann man ebendiese auch nachweisen.
"Weigert" sie sich jedoch hartnäckig, dann sollte man mal hinterfragen, ob denn da mehr als nur eine fixe Idee ist.
Nach 150Jahren sollten die etwas vorzuweisen haben. Egal was, Hauptsache etwas mehr als eine Sammlung von Anekdötchen.

Heute sind die ja schon so dreist, dass sie Hahnemanns Lehren den Rücken gekehrt haben, weil sie genau wissen, dass sie damit nicht durchkommen. Das bedeutet, dass diese Leute (Walach, Witt) weder eine Theorie haben noch auf empirische Daten zurückgreifen können. Das ist weniger als nichts. Das ist noch nicht mal begründete Vermutung. Das ist lebhafte Fantasie.

Du sagst, sie sollten die Theorie nachweisen (wurde ja versucht, vgl Wasserlinsen-ging böse ins Auge), die haben inzwischen aber gar keine (stringente) Theorie mehr. Die stochern nur noch. Und somit können sie dieser Forderung gar nicht nachkommen. Sie können nur noch den Nachweis der Wirkung führen und daran arbeiten die sich nun bis in alle Ewigkeit ab.
Begleitet wird das von Walachs Quanten-Wetter-Schmetterlingen, für die er sich 'Ufologen und Astrologen' ins Boot holte. (das hab ich mir nicht ausgedacht!)

Jetzt etwas klarer? Ich hoffe doch.
(Einige Fehler gehen aufs Smartphone, die anderen (hübscheren) sind meine und bleiben das auch)


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

12.03.2015 um 11:25
@mightyrover
mightyrover schrieb: Die verfluchte Homöopathie behauptet allerdings noch viel viel revolutionäreres, nämlich den Stein der Weisen gegen jede Krankheit gefunden zu haben. Warum dann nicht als Feldversuch, meinetwegen gegen Schnupfen, weitflächig Globuli zu verteilen
Es ist viel, viel, v i e l komplizierter als du dir das vorstellst. Zunächst einmal muß in jedem Einzelfall der eine richtige Globulus ermittelt werden, der diesen einen individuellen Schnupfen zu heilen imstande ist. Es gibt schließlich keine zwei Menschen, die je den gleichen Schnupfen gehabt hätten oder noch haben werden, und sollten die Symptome doch identisch sein, dann hat der Homöopath nur nicht tief genug gebohrt ("Haben Sie in der Nacht nach dem ersten Nieser nicht vielleicht doch von einem Dromedar statt von einem Kamel geträumt?")
Hat er alle diese Symptome akribisch festgehalten, müssen tonnenweise Repertorien gewälzt werden, um die eine Ursubstanz in der einen Potenzierungsstufe zu finden, die während der homöopathischen Arzneimittelprüfung genau diese Symptome verursachte. Die zu wählen wäre aber falsch, das hieße dann nämlich Isopathie statt Homöopathie, und davor hat Hahnemann eindringlich gewarnt. Stattdessen hat der Homöopath unter all den Symptombeschreibungen, die dieser einen am ähnlichsten sind, die einzige zu ermitteln, die sich am wenigsten von den Symptomen des Patienten unterscheidet. Allerdings wurde bisher nur ein kleiner Bruchteil von allem, was Symptome hervorzurufen in der Lage ist, einer homöopathischen Arzneimittelprüfung unterzogen, so daß auch jetzt noch nicht feststeht, ob damit nun das eine individuell richtige Mittel für dieses eine Individuum gefunden wurde. Da der Homöopath aber endlich wieder an die frische Luft will, schnappt er sich das Röhrchen mit den fabrikneuen Roh-Globuli (zum rühren und schütteln hat er keine Zeit mehr und erst recht keine Lust), geht zum Patienten, gibt ihm den Zucker gewordenen Stein des Weisen und freut sich, daß es ihm schon viel besser geht. Der freut sich auch, daß er seinen "Arzt" nochmal sah, bevor sich sein Schnupfen ganz von alleine erledigt hat...

Natürlich läuft das heutzutage nicht mehr so ab, wie Hahnemann es vorschrieb - vermutlich ist es auch zu seiner Zeit und auch von ihm selbst nur aufgeschrieben, aber nie befolgt worden. Seine Vorstellung, es gäbe mehr verschiedene Krankheiten als Menschen, und für jede dieser Krankheiten gäbe es das eine genau dazu passende Mittel, weil es beim Gesunden eben (fast) die gleichen Symptome hervorruft, hätte ihn (sofern er selbst daran geglaubt hat) unweigerlich zu der Erkenntnis kommen lassen müssen, daß sein ganzes System frühestens dann etwas taugt, wenn es mindestens so viele verschiedene "Arzneimittelprüfungen" gibt wie Menschen auf der Erde - mit ebensoviel unterschiedlichen Ursubstanzen. Selbst wenn also die Homöopathie nicht schon vom Ansatz her Nonsens wäre, würde sie an der praktischen Umsetzung scheitern.

All das stärkt meine Überzeugung, daß Hahnemann seine Heilslehre von Anfang an als reines Betrugssystem geplant hat - oder daß er, was ich für weniger wahrscheinlich halte, einfach zu doof war, die Widersprüchlichkeit seiner eigenen Aussagen zu begreifen.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

12.03.2015 um 11:29
geeky schrieb:All das stärkt meine Überzeugung, daß Hahnemann seine Heilslehre von Anfang an als reines Betrugssystem geplant hat - oder daß er, was ich für weniger wahrscheinlich halte, einfach zu doof war, die Widersprüchlichkeit seiner eigenen Aussagen zu begreifen.
Sehe ich anders. Hahnemann stammt aus einer Zeit, wo es nicht selten besser war nichts zu behandeln als eine Behandlung durchzuführen. 90% aller "Heilmethoden" bestanden aus Aderlass und Blutegeln.

Hahnemann hat also versucht eine Scheinmedizin zu entwickeln, einfach weil die korrekte Behandlungsmethode keine Behandlung gewesen wäre.


Heutzutage ist die normale Medizin deutlich weiter fortgeschritten, weswegen solche Taktiken nicht notwendig sind.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

12.03.2015 um 11:33
@geeky
Homöopathie wirkt ja auch ganz dolle bei Tieren.
Was liegt näher als eine Batterie Klonmäuse mit einem Erreger zu infizieren und die Homöopasten zur Tat schreiten zu lassen.
Die Anamnese fällt nur einmal an, da geklonte Tiere mit gleichem Background, und schon sind sie da, die dealen Bedingungen.
Könnte man nicht so endlich der Homöopathie zu der ihr gebührenden Achtung verhelfen?


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