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Vermisstenfall Lars Mittank

Robin76
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Vermisstenfall Lars Mittank

10.06.2019 um 10:15
Falstaff schrieb:Das widerspricht ja einer Angststörung nicht: Da gibt es reale Trigger, die zu übertriebenen Ängsten führen.
Aber ich würde deshalb nicht gleich von einer Psychose oder "durchgeknallt" reden, wie es hier manchmal vermutet wird. Aber gut, jeder hat seine Meinung und Sichtweise zu dem Fall.


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10.06.2019 um 10:20
Robin76 schrieb:Aber ich würde deshalb nicht gleich von einer Psychose oder "durchgeknallt" reden, wie es hier manchmal vermutet wird.
Ich auch nicht - passt wegen der Isoliertheit der einzelnen Episoden auch nicht. Psychotikern haben zwar Wahnvorstellungen, die sind aber in der Regel von einem roten Faden durchzogen und folgen einer inneren Logik. Diese Leute fühlen sich also häufig von denselben wahnhaften Szenarien bedroht, hören immer wieder dieselben Stimmen und ein Schub dauert in der Regel auch länger an. Vor allem lässt sich solch ein akuter Zustand auch nicht so ohne weiteres vor einem Arzt verbergen - und Lars war gleich bei mehreren Ärzten.


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10.06.2019 um 10:26
Falstaff schrieb:akuter Zustand auch nicht so ohne weiteres vor einem Arzt verbergen - und Lars war gleich bei mehreren Ärzten.
Richtig. Jetzt gehen wir davon aus, dass er Angst hatte, dass beim Fliegen seine Verletzung noch schlimmer geworden wäre, dann hätte er ja immer noch diese Alternative mit dem Bus gehabt. Lars wird ja nicht dauerhaft gerannt sein. Er wird sich ja irgendwann nachdem er vom Flughafen verschwunden war, eine Ruhepause gegönnt und über alles nochmals vernünftig nachgedacht haben. Dabei müsste er doch zu einer Lösung gekommen sein. Es kam eigentlich nur noch der Bus, der bereits bezahlt war oder ein Bahn- oder Schiffticket in Frage. Lt. Guetig muss er noch Geld bei sich gehabt haben. Natürlich würde man sich vielleicht auch Hilfe von Personen erhoffen, die man im Urlaub kennengelernt hat. Vielleicht auch Einheimischen, die in irgendeinem Hotel oder Bar gearbeitet haben. Ich persönlich habe immer noch eine Resthoffnung, dass er nicht verunfallt ist und noch lebt, sich aber wegen dem ganzen Wirbel nicht mehr zu melden traut.

Man stelle sich mal einen 28-jährigen vor, der mitbekommt, dass kurz nach seiner Fluchtaktion Konsulat und Polizei verständigt wurde, um ihn zu suchen. Ich weiß nicht, was für ein Gefühl sich da breit machen muß. Ärgerlich und Scham, weil man so reagiert hat oder Wut auf die Mama, weil sie seiner Meinung zu schnell ein zu großes Faß aufgemacht hat.


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10.06.2019 um 10:35
Gute Tag,

ich lese hier schon länger still mit, vielleicht habe ich es aber überlesen - ist hier schonmal das Thema “ Appetitzügler“ diskutiert worden ? Ich meine gelesen zu haben, daß Lars abnehmen wollte. Hier ist ein interessanter Artikel zu den Nebenwirkungen :

https://m.spiegel.de/spiegel/print/d-14334674.html

Unter anderem sind aufgeführt : “angstvolle Erregungszustände, Horrortrips, Aggressivität, erweiterte Pupillen“.

Besonders gefährlich seien die Pillen in Verbindung mit Alkohol.

Sollte das schon “abgehakt“ worden sein, bitte ich um Entschuldigung.


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10.06.2019 um 10:40
sodarkthenight schrieb:Sollte das schon “abgehakt“ worden sein, bitte ich um Entschuldigung.
Glaube nicht, aber woher hast du die Info dass Lars abnehmen wollte?


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10.06.2019 um 10:42
Ich bin mir ziemlich sicher, daß ich es irgendwo im Thema gelesen hatte, werde mich mal auf die Suche machen. Es würde ja auch zu seinem Verhalten passen, daß er öfters nicht mit den Kumpels essen gehen wollte.


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10.06.2019 um 10:43
sodarkthenight schrieb:ich lese hier schon länger still mit, vielleicht habe ich es aber überlesen - ist hier schonmal das Thema “ Appetitzügler“ diskutiert worden ? Ich meine gelesen zu haben, daß Lars abnehmen wollte. Hier ist ein interessanter Artikel zu den Nebenwirkungen :
Also ich habe auch noch nichts davon gehört. Es war ja auch nicht die Rede davon, dass in dieser Richtung irgendwelche Pillen in seinem Gepäck gefunden wurden.

Frühstück machen viele Menschen nicht und vielleicht konnte er nach den Partynächten einfach nicht viel essen. Da muss nicht mal großartig etwas dahinter stecken. Zudem soll er sehr sparsam gewesen sein. Da aß er vielleicht nur im Hotel das bereits bezahlte Essen und nicht außerhalb bei MC Donalds. Jeder mag das Essen von Mc Donalds auch nicht.


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10.06.2019 um 10:50
sodarkthenight schrieb:. Es würde ja auch zu seinem Verhalten passen, daß er öfters nicht mit den Kumpels essen gehen wollte.
Es war die Rede davon das nicht alle ständig zusammen gegessen haben soweit ich mich erinnere.
Es war eben ein Saufurlaub von 6 Männer da sind die einen Essen gegangen und die anderen nicht.
Das speziell Lars nicht mit Essen gegangenen ist habe ich nirgends gelesen, ausser bei MacDonald.


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10.06.2019 um 11:14
In irgendeinem Video hat ein Freund gesagt, dass er nie mit gefrühstückt hat. Ich finde es momentan nicht. Aber daran finde ich nichts Außergewöhnliches. Mehr Sorgen bereitet mir eigentlich das Hotel Color. Eigentlich beginnt seine Angst in diesem Hotel. Der Detektiv, der in das Hotel eingeschleust wurde, sagt in einem Video ja auch, dass man dort ohne weiteres Gras kaufen könne. Entweder wurde Lars da etwas untergemischt oder Lars hat überhaupt etwas Kriminelles mitbekommen, so dass er regelrecht Angst hatte. Vielleicht wurde er auch tatsächlich verfolgt, was bei mir mit den Bayernfans jedoch nichts zu tun hat, sondern vielleicht damit, dass er im Hotel etwas mitbekommen hat, was er nicht sollte. Aber davon hätte er ja dann bestimmt seiner Mutter erzählt. In diesem Hotel hätte man keinen Russen - als Deutschen ausgebend - einschleusen sollen, sondern wirklich einen erfahrenen deutschen, jungen Polizisten.


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10.06.2019 um 11:19
Robin76 schrieb:Der Detektiv, der in das Hotel eingeschleust wurde, sagt in einem Video ja auch, dass man dort ohne weiteres Gras kaufen könne.
Aber von Gras dreht doch keiner so ohne weiteres durch. Lars war ja nicht 12 und dürfte sicher schonmal mit sowas in Berührung gekommen sein. Auch spricht es noch nicht gegen ein Hotel, wenn man dort Drogen kaufen kann. Was denkst du was herausgekommen wäre wenn sich der Detektiv in jedem x-beliebigen Berliner Hotel oder Gastrobetrieb derselben Preisklasse umgehört hätte?

Mir kommt es ein bisschen so vor als würde der Detektiv das bisschen was er herausgefunden hat aufbauschen um davon abzulenken, dass nichts wirklich Relevantes dabei ist.


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10.06.2019 um 11:25
Aber Fakt ist, dass Lars seine Kreditkarte (nicht seine EC-Karte) gesperrt haben wollte. (In einem anderen Bericht hieß es jedoch, dass sie gesperrt gewesen sei und er wollte, dass die Mutter sie entsperrt.
Möglicherweise könnte er einfach der Meinung gewesen sein, dass jemand an seinen Sachen war und er sich deswegen nicht mehr sicher fühlte und voller Panik davon rannte.
Es könnten ja auch andere Gäste in dem Hotel nichts Gutes gewollt haben. Es war nie die Rede davon, dass andere Gäste unter die Lupe genommen wurden.
Wurde denn jemals überprüft, ob dort vielleicht auch Bayernfans abgestiegen waren? Es müssen ja nicht die vom Goldstrand gewesen sein.


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10.06.2019 um 11:35
Robin76 schrieb:Aber Fakt ist, dass Lars seine Kreditkarte (nicht seine EC-Karte) gesperrt haben wollte. (In einem anderen Bericht hieß es jedoch, dass sie gesperrt gewesen sei und er wollte, dass die Mutter sie entsperrt. )
Da sind wir doch schon wieder beim Thema übertriebene Angstreaktion auf eine Bedrohung die entweder nicht vorhanden oder nicht so groß war und vor allem nicht unabhängig bestätigt werden konnte. Dieses Thema zieht sich wie ein Leitmotiv durch die letzten Tage des Lars M.

Ich zähle nochmal auf:

  • Todesangst wegen der Verletzung und der geplanten Flugreise
  • Angst vor bulgarischen bzw. russischen Verfolgern
  • Angst vor Kreditkartenbetrug
  • Flucht aus dem Arztzimmer am Flughafen, die man wiederum als Angst- oder Panikreaktion deuten könnte


Bitte die Liste vervollständigen, wenn jemandem noch was einfällt.

All diese Ängste sind nicht surreal, wie man es bei einem Psychotiker erwarten würde - aber doch übertrieben, wie man es bei einem Angstgestörten erwarten würde.


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10.06.2019 um 11:40
Falstaff schrieb:All diese Ängste sind nicht surreal, wie man es bei einem Psychotiker erwarten würde - aber doch übertrieben, wie man es bei einem Angstgestörten erwarten würde.
Ich denke, dass fast jede Person alleine in diesem Land mit einer Verletzung im Ohr, irgendwelche Angstzustände (egal in welchem Ausmaß) entwickelt hätte. Abgesehen davon, denke ich, dass seine Angst teilweise begründet war.

Wenn er verunfallt wäre, dann frage ich mich, weshalb man seine Leiche nie gefunden hat. Sollte er vom Flughafen viel weiter weggekommen sein, dann müsste er doch noch irgendwo aufgefallen sein. Es sei denn, dass er sich dann wieder normal verhalten hat.


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10.06.2019 um 12:08
EclipseFirst schrieb:]So ungewöhnlich dieser Sprint ist, er wirkt auf mich konzentriert und zielstrebig (also auf ein Ziel zu, nicht aber von einem Fluchtauslöser weg). Draußen vergewissert er sich kurz, ob er das wichtigste dabei hat (Griff zur Hosentasche), schaut sich suchend um (Taxi? Kein Taxi da) und kommt auf die Idee, die Direttissima zur Autobahn zu wählen. Sei es[/b]

1. um per Anhalter oder Taxi zum Hotel (oder sonstwohin) zurückzukehren, das Vergessene zu holen und schnell wieder zurück zum Flughafen, seinem Gepäck und seinem gebuchten Flug zu kommen, alle medizinischen Ratschläge ignorierend, oder
2. in der Hoffnung, dort ein alternatives Transportmittel abzupassen (vielleicht einen Bekannten, von dem er wusste, dass er im Laufe des Tages mit dem Auto zurückfahren würde).
Mir fehlten die Worte um es so zu erklären, aber genau das ist es,was ich beim Betrachten des Flughafenvideos dachte. Lars macht auf mich nicht den Eindruck einer flüchtenden Person, sondern einer Person, die es eilig hat, irgendwohin zu kommen. Er schaut sich kein einziges Mal nach einem potentiellen Verfolger um, draussen dreht er sogar eine kleine Runde und läuft ein kurzes Stück zurück in die Richtung aus der er zuzvor gekommen ist und dann der Griff in die Hosentasche. Beim Laufen scheint er im Kopf schon ganz woanders gewesen zu sein als bei irgendwelchen potentiellen Verfolgern aus dem Arztzimmer, er muss an sein Geld bzw. seine Papiere gedacht haben als er dabei war das Flughafengelände zugegebenermassen auf recht ungewöhnlichem Weg zu verlassen.

Meine Vermutung wäre, dass ihm im Arztzimmer aufgefallen sein könnte, dass ihm irgendwo unterwegs etwas abhanden gekommen ist, die Visa Karte, die EC Karte oder sonst etwas was für ihn wichtig war. Vielleicht musste er deshalb so schnell das Arztzimmer verlassen, es könnte einen ganz realen triftigen Grund für seine gezeigte grosse Eile gegeben haben.

Hier wird immer ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass alle fehlenden Gegenstände sich bei der "Flucht" am "Mann" befanden. Das muss nicht so gewesen sein. Lars hatte als er im Arztzimnmer ankam bereits eine kleine Odysee an Bewegungen hinter sich und Kreditkarte , Flugticket und Bargeld spielten bei dieser nächtlichen und morgendlichen Reise eine nicht unerhebliche Rolle, dürften also das eine oder andere Mal hervorgeholt und vielleicht wieder irgendwo verstaut worden sein. Lars fürchtete , glaubt man den späteren Aussagen , einen Diebstahl bzw. eine Übervorteilung. Was macht man in einer solchen Situation mit seinen Wertgegenständen? Man versucht sie möglichst sicher unterzubringen. Vielleicht hat er in seiner Angst, die ja durchaus völlig real gewesen sein kann, etwas verwurschtelt und es später in der Panik des Aufbruchs irgendwo liegenlassen, sei es in einem Krankenhaus, in einem Hotel, in einem Taxi oder in einem "Versteck" oder an einem anderen Ort, den er in seiner letzten Nacht irgendwo am Goldstrand noch aufsuchte.

Meiner Ansicht nach wäre es sehr wichtig herauszufinden, wohin Lars wollte als er das Flughafengelände verliess. Hier könnte der Schlüssel zum Fall zu finden sein. Apropo Schlüssel, befand sich im zurückgelassenen Gepäck eigentlich ein Haustürschlüssel, hatte er überhaupt einen dabei? Den hätte er ja , wenn er ihn mit in den Urlaub genommen hätte, zuhause auf jeden Fall gebraucht. Einen Führerschein scheint er ja nicht dabeigehabt zu haben, weil die Alternative Mietwagen nie in Erwähnung gezogen wurde.


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10.06.2019 um 12:23
Wenn aber im Flughafen von den Angestellten sein Verlassen des Flughafengebäudes und Flughafengeländes als Flucht eingeschätzt und eine flüchtende Person offiziell gemeldet wurde dann dürfte er eventuell nicht sehr weit gekommen sein.

Leider wird in den diversen Berichten nicht erwähnt, was im Arztzimmer nach dem Verlassen des Zimmers durch den Patienten Lars Mittank geschah. Hat man darauf gewartet, dass er eventuell gleich wieder auftauchen würde ? Was geschah als man realisierte, dass dies nicht der Fall sein würde? Was passierte dann mit dem Gepäck? Wurde es kontrolliert? Wohin wurde es gebracht? Was schrieb der Arzt abschliessend in seinen Bericht? Wurden dritte Personen über das Geschehen im Arztzimmer informiert? Wurde kontrolliert ob Lars zu seinem Flug , der um 16:20 ging erschien?


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10.06.2019 um 12:57
@Robin76
Robin76 schrieb:Wenn er verunfallt wäre, dann frage ich mich, weshalb man seine Leiche nie gefunden hat. Sollte er vom Flughafen viel weiter weggekommen sein, dann müsste er doch noch irgendwo aufgefallen sein. Es sei denn, dass er sich dann wieder normal verhalten hat.
Das ist der Knackpunkt.
Wenn er sich wieder gefangen hätte, dann wäre er sicher auch irgendwie heimgekommen oder zum Konsulat oder wieder zum Flughafen, um sein Gepäck zu holen oder ins Krankenhaus oder oder oder.
Ist er aber nicht. Also gehe ich davon aus, dass diese Angststörung sich weiter entwickelte, bzw anhielt.
Falstaff schrieb:Todesangst wegen der Verletzung und der geplanten Flugreise
Angst vor bulgarischen bzw. russischen Verfolgern
Angst vor Kreditkartenbetrug
Flucht aus dem Arztzimmer am Flughafen, die man wiederum als Angst- oder Panikreaktion deuten könnte
Diese Ängste sind von Zeugen bestätigt worden. Es können aber noch mehr in dem jungen Mann aufgekommen sein. Zum Beispiel:
Flugangst (haben viele, geben es aber nicht zu)
Angst vor Operation (haben sehr viele)
Angst vor einem "Fluch" (Durchfallerkrankung bei fremdländischen Essen), deshalb vielleicht hatte er sich beim Essen zurückgehalten.

Und dann war er plötzlich allein und sah sich seinen vielen Ängsten hilflos ausgeliefert. Wäre kein Wunder, wenn diese Ängste sich zu einem Realitätsverlust, zu Panikattacken und eventuell Schlimmerem ausufern.

Das auffällige Verhalten haben bestimmt Menschen bemerkt. Es waren doch viele Menschen unterwegs. Es war noch hell, es war warm, in der Nähe des Flughafens, nah einer grossen Stadt, bei einer Autobahn, in der Urlaubszeit.
Ich glaube immer mehr, dass jemand die Polizei oder Sanitäter informiert hat, in der Meinung, man habe einen Betrunkenen oder Kranken vor sich, der eventuell ärztl. Hilfe brauchte. Und damit hätten sich die Ängste nochmal vervielfacht!
Vielleicht hat er sich dagegen gewehrt, mitzufahren, hat geschrieen und alles hat sich total aufgeschaukelt.
Er hatte ja kein Gepäck bei sich. Niemand wusste, in welchem Hotel er wohnte, niemand verstand ihn und er wollte sich nicht identifizieren. Womöglich hat er seinen Pass versteckt oder weggeworfen oder ist beim Gerangel verlorengegangen.
Sein Verfolgungswahn hat in seinen Augen Bestätigung gefunden.
In so einer Situation eskaliert dann alles völlig, der Mensch rastet dann entweder ganz aus oder er zieht sich komplett in sich selbst zurück. In beiden Fällen, auch bei uns in Deutschland, landet man dann per Zwangseinweisung in einer Nervenklinik.
Ich habe hier bei uns das erlebt, als mein Demenzkranker Vater aus dem Krankenhaus ausgebüxt ist, heimlaufen wollte und sich gewehrt hat, wieder in die Klinik zu gehen. Ich musste ihn vier Wochen dann in der geschlossenen Abteilung lassen. Er wurde mit Medikamenten eingestellt (Psychpharmaka). Aber der Aufenthalt dort war für ihn ein Schock, der der Demenz einen Beschleunigungsschub gab und für mich bis heute ein schreckliches, schlimmes Horrorerlebnis war. Ich durfte jeden zweiten Tag zu ihm. Wenn ich mir vorstelle, dass dort ein Nervenkrankenhaus um vieles Schlimmer als hier ist und der Junge Mann keinen Angehörigen, Freund oder auch nur deutschsprachigen Menschen hätte, der ihn besuchte und er auch nicht mehr Kontakt zur Aussenwelt aufnehmen könnte, dann glaube ich, dass das die Hölle sein kann.
Bitte glaubt nicht, dass mit Eintritt in die EU dort automatisch und schlagartig sich alles auf unseren Standart veränderte. Es änderte sich erstmal alles, was mit Tourismus zu tun hatte. Im medizinischen Sektor dagegen geht es nur sehr sehr zögerlich. Warum wohl kommen so viele junge studierte Ärzte aus den Ostblockländern in den Westen. Nicht, weil sie hier mehr verdienen, sondern weil dort keine Stellen frei sind. Das Gesundheitswesen im Ostblock bedarf Reformen und vor allem Finanzen. Darüber hinaus sind noch die Leute auf den Posten, die das alte System noch gelernt haben und keine Veränderung wollen.
Wenn Lars Mittank noch lebt, dann ist er in so einer Anstalt zu finden.


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10.06.2019 um 12:59
Hathora schrieb:Wenn Lars Mittank noch lebt, dann ist er in so einer Anstalt zu finden.
Meinst du nicht er wäre zwischenzeitlich mal wieder zu sich gekommen? Eine Maximalamnesie wie du sie im Prinzip unterstellst gibt es doch in der Form eigentlich nur in Soap Operas. Und medizinische Standards hin oder her: Kein Krankenhaus kann einen Patienten über Jahre hinweg versorgen, wenn es dafür nicht gute medizinische Gründe gibt - irgendwer muss das ja auch finanzieren.


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10.06.2019 um 13:51
@Falstaff
Falstaff schrieb:Eine Maximalamnesie wie du sie im Prinzip unterstellst
Den Ausdruck Maximalamnesie habe ich noch nie gehört. Ich weiss nicht, was das ist. Von einem Gedächtnisverlust, also Amnesie habe ich gar nicht gesprochen. Und eine Unterstellung (negative Behauptung über eine Person) war das schon gar nicht.
Ich habe keine medizinische Ausbildung, kann also keine Diagnose stellen, aus der Ferne schon gar nicht. Es gibt bestimmt Krankheiten, die jahrelang oder ein Leben lang anhalten.
Ich habe nur einfach spekuliert, wo eine Situation aus einer Angststörung heraus, hinführen könnte. Da ich nun mal glaube, dass sein Verschwinden mit seinem auffälligen Verhalten zu tun hat, finde ich dieses Szenario nicht abwegig.
Falstaff schrieb:Kein Krankenhaus kann einen Patienten über Jahre hinweg versorgen, wenn es dafür nicht gute medizinische Gründe gibt - irgendwer muss das ja auch finanzieren.
Er muss ja nicht in einem Krankenhaus jahrelang gelegen haben.
Irgendwann werden solche Fälle, die nicht mehr kommunizieren und deren Identität nicht bekannt ist, einfach abgeschoben in eine Anstalt. Was sollten sie denn sonst machen? U.U. konnte man nicht mal die Nationalität erkennen. Und dort wird nicht mehr versucht, herauszufinden, wer er ist. Solche Anstalten werden vom Staat finanziert.

Das ist aber alles nur Spekulation meinerseits. Genausogut kann er verunfallt sein. Zum B. Wenn er bis zum Meer kam, rausgeschwommen ist und ertrank. Oder in der Natur irgendwo runtergestürzt. Auch in Deutschland findet man nicht immer jeden Menschen, der weg ist. Da gibt es genug Beispiele.


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10.06.2019 um 13:54
Hathora schrieb:Er muss ja nicht in einem Krankenhaus jahrelang gelegen haben.
Irgendwann werden solche Fälle, die nicht mehr kommunizieren
Aber da geht es doch schon los: Warum sollte Lars nicht mehr kommuniziert haben?

Dein Szenario beruht auf einer Anneinanderreihung von Spekulationen, von denen jede unwahrscheinlicher ist als die Vorangegangene.

Selbst wenn Lars in verwirrtem Zustand aufgegriffen worden wäre, hätten seine Helfer doch mal irgendwann festgestellt, dass es sich um einen Deutschen handelt und die Behörden verständigt. Du entwirfst das Szenario einer kafkaesken, osteuropäischen Dystopie, die in der Form heute längst nicht mehr existiert. Wenn er auf Ärzte, Sozialarbeiter, oder sonstige Menschen mit Helferberufen gestoßen wäre, wäre er heute mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zuhause.


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10.06.2019 um 14:01
Hathora schrieb:elleicht hat er sich dagegen gewehrt, mitzufahren, hat geschrieen und alles hat sich total aufgeschaukelt.
Er hatte ja kein Gepäck bei sich. Niemand wusste, in welchem Hotel er wohnte, niemand verstand ihn und er wollte sich nicht identifizieren. Womöglich hat er seinen Pass versteckt oder weggeworfen oder ist beim Gerangel verlorengegangen.
Er wohnte zu diesem Zeitpunkt in keinem Hotel mehr. Das oben ist für mich schon weit hergeholt. Zuerst setzt er sich zu einer Wildfremden ins Taxi und dann soll er sich plötzlich gegen irgendwen wehren und schreien. Das passt doch nicht.
Falstaff schrieb:elbst wenn Lars in verwirrtem Zustand aufgegriffen worden wäre, hätten seine Helfer doch mal irgendwann festgestellt, dass es sich um einen Deutschen handelt und die Behörden verständigt. Du entwirfst das Szenario einer kafkaesken, osteuropäischen Dystopie, die in der Form heute längst nicht mehr existiert. Wenn er auf Ärzte, Sozialarbeiter, oder sonstige Menschen mit Helferberufen gestoßen wäre, wäre er heute mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zuhause.
Ganz genauso sehe ich das auch. Hier entstehen immer größere Phantasiegebilde.


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