Inga Gehricke - Fünfjährige in Stendal vermisst
gestern um 21:22Interessant wie unterschiedlich unsere Erfahrungen da sind. Ich bin sehr oft im Wald mit meinen Kindern und auch anderen Kindern dabei. Damals als Inga verschwand, hatte ich keine Kinder. Seitdem ich welche habe schließe ich ein Verlaufen im Wald aus.Lukka schrieb:Kinder sind so unterschiedlich und meistens neugierig. Ich würde nicht denken, dass ein Kind sich in unbekannter Umgebung nicht weiter entfernen würde. Was das Thema Wald angeht, kann ich aus Erfahrung sagen, dass es für Kinder viel zu entdecken gibt und das die meisten Kinder mit denen ich unterwegs war schnell hinein wollen.
Kinder die oft am und im Wald sind kennen die Regeln. Keine Pilze anfassen, keine Käfer töten und die wichtigste : nicht alleine außer Sichtweite oder dem vereinbarten Radius. Die halten sich da dran, sie fragen sobald sie was ansehen oder wo hin wollen. Und die rufen laut wenn was ist. Mein älteres Kind ist sehr vertraut im Wald und hätte trotzdem Angst sich mehr als 10 Meter von mir zu entfernen, auch mit Freunden nicht. Seine Freunde wollen teilweise gerne alleine weiter, machen es aber nicht. Die sind genervt , aber sie warten oder Fragen trotzdem zumindest in dem Alter 3-6. Einem 1-2 Jährigen würde ich zutrauen aus Entdecker Instinkt in alleine in den Wald zu rennen. Aber Inga war alt genug um zu wissen dass man nicht einfach abhaut. Und für mich zu jung um aus trotz oder einem Streit heraus in den Wald zu rennen, da rennen Kinder in dem Alter doch eher zu jemandem Vertrauten. Oder einem Ort am dem sie sich sicher fühlen, aber nicht in den Wald. Dann eher in eine Ecke im Hausflur oder hinter dem Auto ihrer Familie sitzend schmollen oder weinen...
Zu dem Thema 15km Radius stimme ich zu. Ja klar , so weit würde ein Kind überall kommen aber nur sehr sehr langsam. Jeder der Kinder hat kann ein Buch darüber schreiben wie man zu Fuß los geht und die 2km in einer Stunde schafft. Und das sind dann Wege , Wege mit Ziel, auf denen es weniger Gründe gibt stehen zu bleiben als im Wald. Und sie würde vor und zurück, Kreuz und quer laufen. Also vielleicht 15km Weg aber Luftlinie deutlich weniger. Durchs Unterholz zu laufen für ein Kind in dem Alter, was mal hier über den Stamm und da an der Ameise stehen bleibt und wegen Brennnesseln, Brombeeren oder Spinnen umdrehen würde.. Und dann auch noch so weit zu kommen dass sie niemand findet? Kinder in dem Alter jammern doch ständig "ich kann nicht mehr" "meine Füße tun weh" .. Alleine schon der Moment in dem sie realisiert hätte, dass sie den Weg zu Mama/Papa nichtmehr kennt , das wäre doch bei vielen Kindern Grund genug gewesen stehen zu bleiben und zu heilen und zu schreien so laut sie können.
Ob ein 5 Jähriges Kind da so schnell ans zügige weiterlaufen denkt?
Ich vermute sie ist auf dem Hof verschwunden. Gebäude oder Auto.
Die Hemmschwelle bei Gebäuden ist anders als beim Thema Wald. Niedriger. Ich kenne kein Kind was ein Bogen um fremde Haustüren macht. Eher noch um Autos. Ich kann mir viel eher vorstellen dass sie ein Gebäude erkundete. Es würde schon ein Süßigkeitenautomat reichen oder ein interessantes Poster oder ein Fernseher um vor einer offenen Tür stehen zu bleiben oder rein zu gehen.
Auf dem Hof gab es viel zu entdecken, was interessanter wäre für ein Kind als der Wald.
Ich denke sie ist irgendwo rein.


