Mienshao schrieb:Dafür ist dieses gesamte Handyverhalten einfach zu komisch für zwei junge Frauen, die sich verlaufen haben oder verunglückt sind...
Das "komisch" hängt oft schon daran, dass man von den beiden Frauen erwartet, dass sie in einer Notsituation cool und abgeklärt die Handyfunktionen so nutzen, wie es ein Ingenieur für rational hält. Leider haben Menschen in lebensbedrohlichen Situationen Angst, gar Panik. Und wenn sie kein Netz haben, kommen sie auf die Idee, die Einstellungen von 2G auf 3G zu ändern, in der irrigen Annahme, dadurch würde der Empfang verbessert oder gar ein anderes Netz empfangen werden. Das ist sogar ziemlich rational.
Vor diesem Thread wusste ich z.B. nicht, dass Notrufe in alle verfügbaren Netze gehen, nicht nur in mein Eigenes. Und so Notrufe auch möglich sind, wenn mein Handy keinen Empfang anzeigt. Wussten es Kris und Lisanne? Mussten sie es wissen? Spekulation.
Wir kennen auch nicht die konkreten Umstände, in denen sich die Beiden befunden haben, kennen nicht die Ursache für ihre Not, wissen nicht, warum sie nicht einfach den Weg zurück zum Mirador gegangen sind. Wir wissen nichts. Da zu beurteilen, was "komisch" ist, ist meiner festen Überzeugung nach nicht seriös.
Das Handyverhalten ist im Weiteren noch komischer für jemanden, der hier manipulieren und eine Tat (welcher Natur auch immer) verschleiern will. So komisch uns die Nutzung für zwei Frauen in Not erscheint, genauso komisch ist hier das tagelange Rumgespiele an den Handys. Denn das ist ziemlich sinnlos.
Warum sollte der Eindruck erweckt werden, die Beiden hätten noch einige Tage gelebt? Bedurfte es dafür 100 Nachtfotos?
Dafür gibt es z.B. schlicht keinen rationalen Grund für einen Manipulator. Wenn aber die Beiden gehofft hatten, mit dem Blitz Hilfe herbeizuholen, dann gibt es einen Sinn.
Sinnlos ist das ganze Theater auch, wenn man berücksichtigt, dass am einfachsten gewesen wäre, die Handys auszumachen und dann verschwinden zu lassen. Stattdessen gibt es Notrufe. Mehrmalig. Und dann wird eine aufwändige Nummer mit den Handys abgezogen. Erratische Bedienungen, scheinbar ziel- und zwecklos. Und schließlich müsste die Geräte mit dem Rucksack und der ebenfalls manipulierten Kamera an einem Flussufer drapiert worden sein. Und gefunden. Und den Ermittlern übergeben, die ggf. wieder per PC manipuliert haben müssen, um die einen oder anderen merkwürdigen Daten zu erklären.
Für mich sind solche Thesen unplausibel. Wie in vielen anderen Fällen hätte es gereicht, Leichen und Gepäck in den Urwald zu werfen. Und niemand würde sich seit über 10 Jahren mit Stochern im Trüben und vielen haltlosen Vermutungen herumschlagen.